DE44101C - Einrichtung zur Verhütung von Collisionen der Schiffe mit einander - Google Patents
Einrichtung zur Verhütung von Collisionen der Schiffe mit einanderInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung betrifft die Anordnung von elektrischen Apparaten auf Schifffahrzeugen,
um auf denselben elektrische Reactionen herbeizuführen, welche eine gefahrdrohende
gegenseitige Annäherung signalisiren und selbsttätig ausweichende Kursveränderungen
bewirken.
Die Grundsätze, welche hierbei mafsgebend sind, werden durch die schematische Darstellung
in Fig. ι kenntlich gemacht. E0 und G0
mögen zwei durch eine Wasserfläche M0 N0 von einander getrennte Körper beliebiger Art
vorstellen. Auf dem Körper E0 befinde sich ein Elektricitätserzeuger P, von welchem aus
die beiden Polketten nach A0 und JS0 hingeführt
sind, woselbst sie in metallischen Platten (oder dergleichen) endigen, welche in die
Wasserfläche M0 N0 eingetaucht sind. Auf dem
Körper G0 befinde sich ein Elektrometer R0 (Voltameter, Galvanometer etc.), von welchem
aus zwei isolirte Leitungen nach C0 und D0
geführt sind, woselbst sie ebenfalls in Platten endigen, welche unter die Wasserfläche M0 N0
zwischen beiden Körpern tauchen.
So lange die Körper E0 und G0 weit genug
von einander entfernt sind, bildet das Wasserbecken zwischen den Platten A0 und B0 den
directen einzigen Schliefsungsbogen der elektrischen Stromleitung des Körpers E0, wobei der
Strom z. B. in dem Sinne P0 A0 B0 P0 circuliren
mag. Nähern sich aber die Körper E0 und G0 einander derart, dafs die Wasserstrecke
'zwischen A0 und C0 oder B0 und D0 kleiner
wird als der Wasserweg zwischen A0 und B0,
so findet eine theilweise Ableitung des elektrischen Stromes von A0 oder 5° aus auf die
metallische Leitung C0R0D0 statt, was sich
durch Einwirkung auf den Elektrometer R0 zu erkennen giebt. Diese Einwirkung aber wird
um so bedeutender, je mehr sich die Körper E0 und G0 einander nähern.
In demselben Mafse, in welchem die Einwirkung bei R0 wächst, steigt auch die elektrische
Spannung in derjenigen der Polketten (P0A0 und P0 B0), deren Platte A0 bezw. B°
der metallischen Leitung C0D0R0 zunächst
liegt, und passend eingestellte Elektrometer, welche in diese Polkette eingeschaltet sind,
werden eine gleiche Gesammteinwirkung zeigen wie R0. ■ ' '. .
Werden diese Elektrometer durch Elektromagnete und Elektromotore vertreten, welche
mit geeigneten Signalapparaten oder mechanischen Stellvorrichtungen (bezw. Regulirvorrichtungen)
in Verbindung stehen, so kann ihre Wirkung zur selbstthätigen Alarmirung bezw. ■ Umsteuerung des Schiffes oder des Motors etc.
verwendbar gemacht werden.
Befindet sich auf G0 ebenfalls ein Elektricitätserzeuger,
dessen Polketten in den Platten C0 und D0 endigen, so wird auf beiden
Körpern (E0 und G0J in den einander näherkommenden
Polketten entweder die elektrische Spannung zunehmen oder die Elektricitätsmenge
stetig abnehmen, je nachdem die einander näher kommenden Platten ungleichnamige oder gleichnamige sind. Wenn man
deshalb auf beiden beweglichen Körpern in die. Polketten zweierlei Elektromagnete (oder
Elektromotore etc.) einschaltet, von welchen der eine Theil bei zunehmender Elektricitätsspannung
und der andere Theil bei abnehmen-
der Elektricitätsmenge im erwähnten Sinne einwirkt, so werden bei jeder Art der gegenseitigen
Annäherung auf beiden Körpern Alarmsignale ertönen bezw. Vorkehrungen getroffen,
welche einem Zusammenstofs beider Körper selbsttätig vorbeugen.
Wie bereits hervorgehoben, wird eine Einwirkung der besprochenen Art erst dann eintreten,
wenn eine der Polplatten des Körpers E0 (etwa ^l0) einer der Platten (C0 oder D0J
des Körpers G0 näher kommt als der zweiten Polplatte des Körpers E0. Man hat deshalb
die Polplatten der Schifffahrzeuge so weit aus einander zu rücken, dafs ihre Entfernung gröfser
ist als die zulässige Annäherung des Fahrzeuges an ein anderes. Um dies zu ermöglichen,
befestigt man am zweckmäfsigsten die eine der Polplatten vor dem Bug des Schiffes
unter der Wasserlinie und die andere an einer schwimmenden Boje, welche das Schiff an
einem mit der zugehörigen Polkette (metallischen Leitungsdraht) umwickelten Tau nachschleppt,
das auf einer graduirten Windetrommel aufgewickelt ist.
Auch die vor dem Bug untergebrachte Platte kann an einer Boje befestigt sein ; diese mufs
dann jedoch an einem möglichst kurzen Tau geschleppt werden. Es erscheint vortheilhaft,
den Polplatten die Gestalt eines Metallcylinders zu geben, welcher die bezw. Boje in einem
gewissen Abstand umgiebt. Die Bojen selbst aber versieht man mit einer grofsen Anzahl
Bohrlöcher, kleidet sie im Innern mit Werg oder loser Wolle etc. aus,, füllt sie mit OeI
an, schliefst hierauf die Füllöffnung ab und befestigt concemrisch an den Bojen die Polplatte.
Zufolge dieser Einrichtung wird das OeI durch die Oeffnungen der Bojen langsam aussickern
und sich ringförmig um die Bojen ausbreiten, und da OeI die Eigenschaft besitzt,
die Wellen zu dämpfen, so werden eventuell solche vor dem Polcylinder ihre Gewalt verlieren.
Da aber hauptsächlich Wellen von nahe kommenden Schiffen aus reflectirt werden,
so werden solche auf die zunächst befindliche Boje herankommen, und zwar um so
zahlreicher, je weniger Widerstand sie hier fin.den, d. h. insbesondere also, wenn die vorangehenden
Wellen an dem Oelring erlahmen. Infolge dessen werden, wie die Erfahrung bestätigt,
die Wellen zu förmlichen Uebertragern, d. h. relativ guten Leitern der Elektricität von
Seiten herankommender Schiffe. Aus dieser Thatsache läfst sich für den vorliegenden
Zweck noch ganz besonders Nutzen ziehen bei Anwendung von verstellbaren Flügeln oder
Wänden, welche an den Schiffen unter der Wasserlinie angeordnet sind und für gewöhnlich"
am Schiffskörper derart liegen, dafs sie der Bewegung der Schiffe keinen Widerstand
entgegensetzen, dagegen bei gefahrdrohender Annäherung seitwärts gedreht werden (s. A A1
A'2, Fig. 2), so dafs sie das Wasser mit starker Wellenbildung vor sich her schieben. Hierbei
bilden sich erfahrungsgemäfs zufolge der verschiedenartigen Reflectirung. des Wassers zwi- .
sehen Schiffswand und den seitwärts gedrehten Flügeln einzelne, verschiedenartig gebildete
Wellenbüschel (Ze) von ganz besonderer Stärke, welche äufserst gute Leiter der Elektricität
sind. Diese Wellenbüschel erleichtern deshalb wesentlich die elektrische Einwirkung
zweier einander nahe kommender Schiffe, indem ihre elektrischen Ströme in der Richtung
dieser Büschel namhafte Ableitungen und bezw. Störungen durch Induction erleiden. Es empfiehlt
sich daher, aus dieser Eigenschaft der Wellenbüschel möglichst direct für telephonische Kundgebungen Nutzen zu ziehen, wenn die Schiffe
noch, in gefahrloser Entfernung von einander sind. Zu diesem Zweck trifft man die Einrichtung
derart, dafs bei geringster elektrischer Einwirkung sofort die oben erwähnten Flügel
selbstthätig etwas zur Seite gedreht werden, so dafs sie einen spitzen Winkel mit dem Schiffskörper
bilden (s. A in Fig. 2); hierdurch werden strahlenförmig nach verschiedenen Richtungen
Wellenbüschel reflectirt, die gewissermafsen zur Recognoscirung bestimmt sind.
Aufserdem bringt man unmittelbar in der Höhe der Wasserlinie am Umfang der Schiffe sowohl,
als auch an den Bojen telephonische Uebertrager TT1 an, deren Membrane am
Vorderschiff nach vorn und am Hinterschiff nach hinten -— den eventuell herankommenden
Wellenbüscheln entgegen — gerichtet sind, und welche selbst mit der Hauptstromleitung und
durch diese mit einem beaufsichtigten Tonempfänger R in Verbindung stehen.
In PIg. 2 sind E und G die Hintertheile zweier einander in gleicher Richtung (f) folgender
Schiffe, von denen das erstere einen unter Wasser (oder in der Wasserlinie) befindlichen
Flügel A der besprochenen Art zeigt, während bei dem vorausgehenden Schiffe G
eine Reihe von elektrischen Apparaten dargestellt ist, welche zur Aufnahme und Abgabe'
von Tonsignalen und bezw. zu selbsttätigen Verstellungen an irgend welchen mechanischen
Vorrichtungen bestimmt sind. Hierbei bezeichnet P den Elektricitätserzeuger, F und F1
die nach beiden Schiffsenden geführten Polketten, von denen die erstere auf der am
Hinterschiff nachgeschleppten Boje B an einen Tonübertrager T1 angeschlossen ist, der seinerseits
mit der unter Wasser tauchenden Schiffselektrode (in Gestalt einer Platte M oder eines
die Boje concentrisch umgebenden Metallcylinders) verbunden ist. An der Seite des Schiffes G
ist ein zweifer Tonübertrager T an die Polkette Fangeschlossen, dessen Rückleitung die
Claims (1)
- LEON SOMZEE in BRÜSSEL. Einrichtung zur Verhütung von Collisionen der Schilfe mit einander.Z,PHOTOGR. DRUCK DER REICHSDRUCKEREI.Zu der Patentschrift
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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ID=319361
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT44101D Expired - Lifetime DE44101C (de) | Einrichtung zur Verhütung von Collisionen der Schiffe mit einander |
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| Country | Link |
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