DE4404810C2 - Rumpfheck für ein Verkehrsflugzeug - Google Patents
Rumpfheck für ein VerkehrsflugzeugInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Rumpfheck für ein Verkehrsflugzeug mit einer Druckkabine,
wobei das Höhenleitwerk und das Seitenleitwerk direkt am Rumpfheck angeschlossen sind und die
Flosse des Höhenleitwerks trimmbar ausgebildet ist.
Die Außenform eines Flugzeuges wird überwiegend aufgrund aerodynamischer Überlegungen
festgelegt. Dies hat zur Folge, daß die Gestaltungsmöglichkeiten der tragenden Struktur sowie der
Anordnung der einzelnen Ausrüstungskomponenten des Flugzeuges durch dessen äußere Form
beschränkt sind. Bei Verkehrsflugzeugen mit direkt am Heck angeschlossenen Leitwerken stellt
die Heckpartie einen besonders problematischen Bereich dar. Einerseits ist zur Realisierung eines
wirksamen Leitwerks eine bestimmte äußere Leitwerks- und Heckform erforderlich, andererseits
sind auf engem Raum alle Elemente zur Übertragung der betreffenden Kräfte und zur Sicher
stellung der betreffenden Systemfunktionen auch des Höhenleitwerks unterzubringen. Bekannte
Lösungen von Flugzeughecks stellen daher immer Kompromisse zwischen dem aerodynamisch
Geforderten und dem struktur- bzw. systembezogen Machbaren dar. Ein weiterer Gesichtspunkt,
der bei der Gestaltung eines Flugzeughecks eine Rolle spielt, ist der, daß das Heck an sich ein
Teil des Rumpfes ist, der zur Aufnahme von Passagiersitzen bzw. Frachtstücken nicht optimal
nutzbar ist, und daher so kurz wie möglich sein sollte, um Gewicht zu sparen.
Bei entsprechenden Flugzeugen durchdringt der Mittelkasten des Höhenleitwerks das Rumpfheck
aus konstruktiven Gründen hinter dem Bereich der Rumpfspanten, woran das Seitenleitwerk
angeschlossen ist, so daß eine Entkopplung der Leitwerkstrukturen erreicht wird.
Eine entsprechende Lösung ist der GB-Z Flight, 2. Januar 1982, Seite 16 und 17 zu entnehmen.
Danach nimmt das Seitenleitwerk des Flugzeuges eine Position ein, die nicht die größtmögliche
Länge seines Hebelarms um den Schwerpunkt des Flugzeuges ergibt, die aber im Hinblick auf das
trimmbare Höhenleitwerk Vorteile bietet. Um denoch eine hinreichende Wirksamkeit des Seiten
leitwerks sicherzustellen, ist dieses stark nach hinten gezogen, das heißt stärker gepfeilt, und weist
außerdem eine relativ große Fläche auf. Das derartig vergrößerte Seitenleitwerk erfordert eine
relativ große Profildicke, um die betreffenden Biegekräfte statisch zu beherrschen. Hierbei wird
also die erforderliche Wirksamkeit durch Maßnahmen erkauft, die sich ungünstig auf das Gewicht
und den Reibungswiderstand des Seitenleitwerks auswirken.
Der Übergang vom Rumpf zum Seitenleitwerk wird durch eine scharfkantige Hohlkehle gebildet.
Diese unstetige Form des Übergangs ist aus aerodynamischer Sicht keineswegs optimal. Weiterhin
ist bei dieser für den bekannten Stand der Technik exemplarischen Lösung von Nachteil, daß das
Heck infolge seiner relativ schlanken Form einen relativ großen Teil der Gesamtrumpflänge
beansprucht. Diese aus aerodynamischen Gründen gewählte Form steht einer Vergrößerung der
Passagierkabine bei einer gegebenen Rumpflänge, und damit einer Verkürzung des Hecks, ent
gegen. Demnach wird der Fachwelt ein Flugzeug vorgestellt, dessen Heckbereich von einem
annähernd zylindrischen Rumpf, der eine Druckkabine umfaßt, gebildet wird. Das Höhenleitwerk,
dessen Flosse trimmbar ausgebildet ist, und das Seitenleitwerk sind direkt am Rumpfheck ange
schlossen, wobei im Heckbereich kein Haupttriebwerk angeordnet ist. Dabei ist das Höhenleitwerk
stromab von den Spanten (des Rumpfes) angeschlossen, die das Seitenleitwerk tragen. Hierbei
durchdringt der Mittelkasten des Höhenleitwerks das Heck in einem Spantbereich, der hinter den
Spanten liegt, die das Seitenleitwerk tragen. Dieses Prinzip der Heckausbildung, das weit ver
breitet ist, beruht auf den Vorteilen, die diese quasi Standard-Lösung mit getrennten (entkoppel
ten) Anschlußbereichen für die Leitwerke in konstruktiver und statischer Hinsicht bietet. Dazu
zählt unter anderem, daß die Konstruktion sowohl in struktureller als auch in kinematischer
Hinsicht relativ überschaubar ist. Auch das Ablösungsverhalten dieser Heckform ist relativ
unkritisch, da sich die Divergenz der betreffenden Heckströmung in Grenzen hält. Der wesentliche
Nachteil dieser Lösung besteht allein darin, daß dieses Heck einen relativ großen Anteil an der
Gesamtlänge des Rumpfes beansprucht, wonach die Möglichkeiten der Vergrößerung der Druck
kabine, die eine Steigerung der Sitzkapazität umfassen würde, nicht nutzbar sind.
Aus der DE-Z Flugrevue, Dezember 1970, Seite 28 und 29 ist ein weiteres Rumpfheck bekannt,
woran das Höhenleitwerk, dessen Flosse (auch hier) trimmbar ausgebildet ist, und das Seiten
leitwerk im gleichen Spantbereich am Rumpfheck angeschlossen sind. Zwischen der Wurzel des
Seitenleitwerks und dem Rumpfheck befindet sich ein Strahltriebwerk (Hecktriebwerk). Das
Seitenleitwerk ist nicht direkt am Rumpfheck angeschlossen, weil zwischen der Leitwerkswurzel
und dem Heck ein dem Außendurchmesser der Triebwerksgondel entsprechender Abstand besteht.
Das Seitenleitwerk erscheint daher um den Außendurchmesser des Triebwerks noch oben ver
lagert. Die Übertragung der Seitenleitwerkskräfte geschieht dadurch, daß dessen Holme an
innerhalb der Triebwerksverkleidung angeordneten Spanten angeschlossen sind, die ihrerseits mit
entsprechenden Spanten des Rumpfhecks verbunden sind.
Bei dieser Lösung ist der Mittelkasten des Höhenleitwerks (stromabwärts betrachtet) nicht hinter
sondern zwischen den heckseitigen Spanten hindurch geführt, woran das Seitenleitwerk ange
schlossen ist. Obwohl diese Maßnahme an sich einen Vorteil bezüglich des Seitenleitwerks-
Hebelarms ergeben würde, wird dieser durch die Verlagerung des Seitenleitwerks nach oben
wieder aufgehoben. Damit ist auch diese Lösung bezüglich Gewicht und Widerstand des Seitenleit
werks nicht optimal. Bei alledem weiß der Fachmann im Flugzeugbau auch davon, daß bei einem
Flugzeug mit einem Hecktriebwerk der rückwärtige Teil des Rumpfes mit Rücksicht auf die
Schwerpunktlage nicht zu lang sein darf und in der Tat auch kürzer als bei anderen Flugzeugen
ist, die üblicherweise kein Hecktriebwerk aufweisen. Infolge des kürzeren Hebelarms der Leitwer
ke sind die Leitwerksflächen hier größer als bei anderen Flugzeugen ausgebildet. In dieser Situa
tion ist es nicht ratsam, das Seitenleitwerk noch weiter nach vorn zu setzen, um die konstruktiven
und funktionellen Vorteile der "Standardlösung" nach der vorgenannten Lösung (GB-Z Flight, 2.
Januar 1982, Seite 16 und 17) zu genießen. Diese Lösung (nach der DE-Z Flugrevue, Dezember
1970, Seite 28 und 29) offenbart lediglich, daß ein Anschließen beider Leitwerke im gleichen
Spantbereich zwar machbar ist, aber nur dann realisiert wird, wenn es sich nicht vermeiden läßt.
Nach dieser Lösung wird das Problem gelöst, trotz des Hecktriebwerks zu einigermaßen vertret
baren Leitwerksflächen zu gelangen. Sie zeigt zwar, daß es der Fachwelt an sich bekannt ist,
beide Leitwerke im gleichen Spantbereich anzuschließen, was den Fachmann - auch aufgrund der
erhaltenen Anregung(en) - aber dennoch nicht ohne weiteres dazu ermutigt, diese Lösung bei
spielsweise bei einem Flugzeug nach der vorgenannten Lösung (GB-Z Flight, 2. Januar 1982,
Seite 16 und 17) anzuwenden. Ihm ist nämlich auch klar, daß die Vorsehung einer derartigen
Maßnahme zu einem aus aerodynamischer Sicht "zu kurzen" Heck mit entsprechenden Ablösungs
problemen führen würde, ganz abgesehen davon, daß in diesem Fall ganz unterschiedliche sich auf
engem Raum überlagernde strukturelle, statische und kinematische Probleme zu lösen wären. Eine
Anregung dazu, das Heck nach der GB-Z Flight vom 2. Januar 1982 anhand der gezeigten
Maßnahmen nach der DE-Z Flugrevue vom Dezember 1970 zu verkürzen, geht von der letzt
genannten Veröffentlichung daher nicht aus.
Andere bekannte Flugzeuge der in Betracht kommenden Art weisen im Bereich des Rumpf/Seiten
leitwerks-Überganges Befestigungsbeschläge auf. Diese sind zur Erzielung optimaler statischer
Verhältnisse so angeordnet, daß sie die theoretische Außenkontur im Bereich des Überganges
überragen, so daß entsprechende Verkleidungen notwendig werden.
Die damit verbundenen Aufdickungen im Bereich der Beschläge ergeben eine entsprechende
Zunahme des Luftwiderstandes. Derartige Verkleidungen dienen bisher nur dazu, die äußere
Formgebung der entsprechenden Bereiche eines Flugzeuges den aerodynamischen Erfordernissen
anzupassen und tragen daher nicht zur Festigkeit der betreffenden Strukturen bei.
Die aus aerodynamischen Gründen immer vorhandene Verjüngung des Rumpfquerschnitts zur
Heckspitze hin bewirkt eine Divergenz der Stromlinien im Heckbereich, die ihrerseits eine erhöhte
Neigung der Strömung zur Ablösung mit sich bringt. Infolge der mehr oder weniger nach oben
gezogenen Heckformen, auch "upsweep" genannt, treten diese Ablösungserscheinungen bevorzugt
an der jeweiligen Heckunterseite auf. Die DE 35 26 472 A1 zeigt eine Rumpfheckmodifikation
von Flugzeugen mit hochgezogener Heckquerschnittsform, die von der Kreisform abweicht. Hier
bei wird vorgeschlagen, daß der Flächenschwerpunkt der an sich kreisrunden Spantquerschnitte
nach unten verlegt wird, so daß auf der Unterseite des Querschnittes Außenwölbungen entstehen,
jedoch die untere und die obere und die Seitengrenzkontur(en) unverändert im Querschnitt ver
bleiben. Durch diese Maßnahme wird der Ablösungspunkt der Strömung auf der Heckunterseite
von seiner bisherigen Position in eine weiter stromab gelegene Position verlagert, wodurch eine
Reduktion des Druckwiderstandes erreicht wird. Mit dieser Druckschrift wird der Fachwelt ein
Versuch belegt, die aerodynamischen Verhältnisse an einem gattungsgemäßen Heck zu verbessern.
Hinweise zur Verkürzung des Hecks gegenüber der Gesamtrumpflänge oder auf eine vorteilhafte
Anordnung des Höhenleitwerks am Heck sind dieser Druckschrift nicht zu entnehmen.
Mit der US-A 3,476,336 wird ein weiteres Flugzeug offenbart, dessen Rumpf keinen zylindri
schen Teil aufweist, bei dem (nur) das Seitenleitwerk direkt mit dem Rumpfheckbereich ver
bunden ist. Das Höhenleitwerk bildet mit dem Seitenleitwerk eine T-Konfiguration, das somit in
nicht gattungsgemäßer Art und Weise direkt mit dem Heck verbunden ist. Außerdem bildet das
Heck keinen kegelartigen Übergang zur Heckspitze. Es bildet vielmehr einen Bereich von minima
lem Querschnitt, der als Triebwerksträger dient. Die (reine) Lehre dieser Druckschrift kennt
Wendepunkte, wenn (im Vergleich der Fig. 9 dieser Druckschrift) überhaupt, im Bugbereich.
Die in den Fig. 15 und 16 der US-A 3,476,336 praktisch vorhandenen Wendepunkte ergeben
sich zeichnerisch, wenn man zwischen einem Rumpf nach den Fig. 9 oder 10 der Druckschrift
und dem besagten Triebwerksträger einen Übergangsbogen einfügt.
Bei dem in der DE-OS 23 52 763 gezeigten Flugzeug ergeben sich die Wendepunkte gleichfalls
nach der vorbeschriebenen Maßnahme. Auch hier besteht ein bogenförmiger Übergang zwischen
dem eigentlichen Rumpf (Nutzlastbereich) und einem Rumpfbereich von minimalem Querschnitt
(Leitwerksträger).
Die DE-OS 25 08 138 zeigt ein Flugzeug mit einem (im Grundriß) deltaförmigen Rumpf. Sie
offenbart weder einen zylindrischen Rumpf, der eine Druckkabine umfaßt, noch ein kegelartiges
Heck. Die beispielsweise in den Fig. 5 und 7 entnehmbaren Wendepunkte befinden sich nicht
im Anschlußbereich des Leitwerks.
Die DE-PS 263 008 zeigt schließlich ein Flugzeug, daß weder einen zylindrischen Rumpf noch ein
kegelartiges Heck aufweist. Auch ihr sind keinerlei Anregungen und Hinweise zu entnehmen, die
dazu führen würden, ein Heck dermaßen auszubilden, daß sich ein Querschnittsausgleich mit dem
Leitwerk ergibt und eine Stromab-Verlagerung der Ablösung der Heckströmung erreicht wird.
Obwohl der vorerwähnte Stand der Technik (vereinzelt) Rumpfkonturen mit Wendepunkten
offenbart, leisten diese Wendepunkte keinen Beitrag dazu, eine Stromab-Verlagerung der Heck
strömung zu erreichen. Sie ergeben sich vielmehr durch einfaches zeichnerisches Einfügen von
Übergangsradien. Dabei ergeben sich immer dann Wendepunkte, wenn die Krümmung einer
vorhandenen Kontur und eines eingefügten Bogens unterschiedliche Vorzeichen haben. Diese
Wendepunkte sind nicht im Anschlußbereich des Leitwerks angeordnet. Nach diesem Stand der
Technik werden der Fachwelt keine Anregungen und auch keine Hinweise vermittelt, geeignete
Maßnahmen zur Anordnung von Wendepunkten dafür vorzusehen, um einen Querschnittsausgleich
mit dem Leitwerk eines Flugzeuges zu erreichen.
Auch das Flugzeug vom Typ "Boeing 747 SP", auf das sich der Fachbericht: "Boeing 747 SP roll
out" (veröffentlicht unter: Flight International vom 22. Mai 1975, Seite 818 bis 822) bezieht,
vermittelt der Fachwelt keinerlei weitere Anregungen dazu, an einem Flugzeugheck im Bereich
der Leitwerksanschlüsse Wendepunkte anzuordnen. Gemäß diesem Fachbericht weist die "SP"
eine neue kürzere Rumpfsektion (New Section) auf, wodurch die ursprünglich längere Version
ersetzt wurde. Ein derartiges Unterfangen muß allerdings Wendepunkte zur Folge haben, wenn
man scharfkantige Übergänge vermeiden will.
Die hier zweifellos vorhandenen, wenn auch nicht deutlich erkennbaren Wendepunkte dienen der
Anpassung zweier im Prinzip unveränderter Sektionen an eine neue kürzere Sektion. Sie dienen
folglich nicht zur Erreichung eines Querschnittsausgleichs mit Leitwerken. Daß dem so ist, wird
der Fachmann aus der (dem Bericht zugehörenden) Darstellung der Boeing 747SP erkennen,
wobei der Heckbereich gegenüber der ursprünglichen Version unverändert geblieben ist (No
Change).
Demzufolge liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Rumpfheck für ein
Flugzeug so auszubilden, daß sich ein Querschnittsausgleich mit dem Leitwerk ergibt und eine
Stromab-Verlagerung der Ablösung der Heckströmung erreicht wird.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Maßnahmen gelöst. In den weiteren
Ansprüchen sind zweckmäßige Ausgestaltungen dieser Maßnahmen angegeben.
Dabei ist insbesondere von Vorteil, daß sich außer einer
besseren Raumausnutzung des Flugzeugrumpfes auch eine Senkung
sowohl des Heckwiderstandes als auch des Heck-Gewichtes
ergibt.
Die Erfindung ist anhand der Zeichnung dargestellt und
nachfolgend näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Rumpfheck nach Stand der Technik,
Fig. 2 ein Rumpfheck gemäß der Erfindung,
Fig. 3 ein Rumpfheck mit einer Rohraussteifung,
Fig. 4 eine Seitenansicht eines neuen Hecks,
Fig. 5 die Draufsicht des Hecks nach Fig. 4,
Fig. 6 ein Diagramm der Querschnitts- und
Umfangsverteilung im Heckbereich,
Fig. 7 einen Spantenriß eines bisherigen Hecks,
Fig. 8 einen Spantenriß eines neuen Hecks,
Fig. 9 einen Vergleich zweier Rumpf-Seitenleitwerks-
Übergänge und
Fig. 10 die Einzelheit X nach Fig. 9.
Fig. 1 zeigt ein Rumpfheck 1 eines hier nicht weiter
gezeigten Flugzeuges F. Auf das Heck 1 ist ein
Seitenleitwerk 2 aufgesetzt, dessen Holme 3, 4, 5 über
Anschlußbeschläge 6, 7, 8 an heckseitige Spante 9, 10, 11
angeschlossen sind. Anhand des Umrisses 12 ist die Position
des Höhenleitwerks mit dem Mittelkasten 13 angedeutet. Die
Stelle des Rumpfhecks 1, an der dieses vom Mittelkasten 13
durchdrungen wird, liegt hinter dem letzten der Spante 9, 10
und 11. Angaben wie "hinter" bzw. "vor" bedeuten in diesem
Zusammenhang immer näher zum Rumpfende hin bzw. näher zur
Rumpfnase hin gelegen. Vor dem Spant 9 befindet sich der sog.
Druckspant 14, der die Druckkabine 15 nach hinten abschließt.
Fig. 2 zeigt demgegenüber eine Ausgestaltung der Erfindung
im Form eines Rumpfhecks 16 mit einem Seitenleitwerk 17, das
mit seinen Holmen 18 und 19 an die rumpfseitigen Spante 20
und 22 angeschlossen ist. Dabei ist zwischen diesen beiden
Spanten ein Hilfsspant 21 angeordnet. Der Mittelkasten 23 des
Höhenleitwerks durchdringt das Rumpfheck 16 im Bereich der
Spante 20 bis 22, die das Seitenleitwerk tragen. Die hier mit
24 bezeichnete Druckkabine wird nach hinten durch den
Druckspant 25 abgeschlossen. Das hier gezeigte neue Heck 16
ersetzt das oben gezeigte Heck 1, wobei die übrigen
technischen Gegebenheiten des nicht dargestellten
Flugzeuges F erhalten bleiben. Durch die Linie L, die die
oberen Eckpunkte S und S' der Seitenleitwerke 2 und 17
miteinander verbindet, wird angedeutet, daß die x-Koordinaten
beider Punkte von den entsprechenden Koordinaten der
betreffenden Rumpfnase die gleiche Entfernung haben. Der
Anschlußbereich des Seitenleitwerks an das Heck ist bei der
neuen Heckausbildung gegenüber der Ausgestaltung gemäß Fig. 1
deutlich nach hinten verlagert. Hierdurch werden bezüglich
der äußeren und inneren Geometrie des Hecks folgende
Möglichkeiten eröffnet.
- - Der Druckspant 25 kann nach hinten, also zur Heckspitze hin verlagert werden, was bei hinreichendem Rumpfquerschnitt den Einbau zusätzlicher Sitzreihen in die Kabine 24 ermöglicht.
- - Das Seitenleitwerk 17 kann mit kleinerer Pfeilung und kleinerer Fläche ausgebildet werden, was sowohl ein niedrigeres Strukturgewicht als auch einen niedrigeren Reibungswiderstand zur Folge hat.
- - Die Querschnittsform des Hecks kann aufgrund aerodynamischer Gesichtspunkte neu gestaltet werden.
Das Ausmaß einer möglichen Verlagerung des Druckspants 25,
und damit auch der unmittelbaren Auswirkung auf die Geometrie
der Kabine 24, wird durch die Strecke d deutlich. Der
Mittelkasten 23 ist zur Sicherstellung der Trimmfunktion
innerhalb der Heckstruktur um eine Querachse schwenkbar
gelagert. Dabei erfolgt die Einleitung der Kräfte des
Höhenleitwerks in das Heck 16 über die Spante 21 und 22. Eine
übliche Schwenkverbindung zwischen dem Heck 16 und dem
Mittelkasten 23 besteht beispielsweise darin, daß dieser über
ein Gelenk mit entsprechend ausgerichteter Schwenkachse mit
dem Heck verbunden ist. Die Einleitung der Trimmbewegung
geschieht dabei durch einen selbsthemmenden Stellantrieb,
etwa durch eine Stellstrebe mit zwei Enden, beispielsweise
durch einen Spindelantrieb, dessen eines Ende in einem von
dem besagten Gelenk entfernten Bereich des Mittelkastens
angreift und dessen anderes Ende in einem heckfesten Punkt
schwenkbar gelagert ist. Um eine unbehinderte Trimmbewegung
zu ermöglichen, sind hierbei trapezförmige Ausschnitte in den
seitlichen Heckschalen erforderlich, die ihrerseits durch
Spaltabdeckungen in Form elastischer oder starrer mit dem
Mittelkasten schwenkbarer Abdeckschilde verschlossen sind.
Fig. 3 zeigt eine Ausgestaltung der Schwenkverbindung, die
darin besteht, daß seitens des Hecks eine quer orientierte
Rohraussteifung 26 angeordnet ist, die ein Schwenkelement 27
mit dem Mittelkasten 23 aufnimmt. Hierdurch können die
innerhalb des erfindungsgemäßen Kurzhecks auf engem Raum
wirkenden Kräfte besser beherrscht werden. Ein weiterer
Vorteil dieser Ausgestaltung besteht darin, daß der
betreffende Bewegungsspalt 28 auf einer Zylinderfläche um die
Schwenkachse X liegt. Hierdurch kann das Problem der
Spaltabdeckungen auf einfachere Weise gelöst werden, sofern
die Funktionsfläche sorgfältig in den Strak integriert wird.
Als Lager kommen Gleit- oder Wälzlager von entsprechendem
Durchmesser in Betracht. Als Mittel zur Realisierung der
Trimmbewegung sind vorzugsweise solche Antriebe denkbar, die
eine drehende Bewegung liefern, beispielsweise Elektromotoren
oder Hydraulikmotoren.
Bei der Gestaltung von Flugzeugkonfigurationen ist man
allgemein bestrebt, deren Verhalten durch geeignete
Formgebung günstig zu beeinflussen. Dies geschieht durch
Stromlinienkonturierung. Dabei besteht eine wichtige
Zielrichtung darin, den Interferenzwiderstand aerodynamischer
Anordnungen, beispielsweise einer Rumpf/Flügel-Anordnung, zu
reduzieren. Als Interferenzwiderstand wird die Differenz des
gemessenen Gesamtwiderstandes und der rechnerischen Summe der
Einzelwiderstände, in diesem Falle von Rumpf und Flügel,
bezeichnet. Im Falle eines Hecks mit direkt angeschlossenem
Höhen- und Seitenleitwerk ist die Reduzierung des
Interferenzwiderstandes besonders wichtig.
Damit die durch die Verlagerung des Seitenleitwerks erreichte
Verkürzung des Hecks keine nachteiligen Auswirkungen auf das
aerodynamische Verhalten des Hecks hat, weist dieses eine
durch Sromlinienkonturierung neu gestaltete äußere Geometrie
auf.
Die Fig. 4 und 5 zeigen diese neue Geometrie. Diese wird
anhand einer normierten Darstellung mit einem bisherigen Heck
verglichen. Dabei ist der Wert x/l = 1 der Länge des bisherigen
Hecks zugeordnet. Die Querschnitte des neuen Hecks, mit
Vollinien dargestellt, zeigen von links nach rechts bis etwa
zum Wert x/l = 0,4 zunächst eine geringere Abnahme als das
gestrichelt dargestellte bisherige Heck. Im Bereich etwa von
x/l = 0,4 bis 0,6 erfolgt die Abnahme der Querschnittsflächen
dann rascher als bei dem bisherigen Heck, um anschließend
etwa ab x/l = 0,6 bis zum Ende des Hecks wieder langsamer
abzunehmen. Aufgrund der neuen Querschnittsverteilung im
Heckbereich ergibt sich, daß mindestens die obere
Konturlinie ko und die beiden seitlichen Konturlinien kl, kr
jeweils einen Wendepunkt aufweisen. Ein weiteres Merkmal der
neuen Heckform besteht darin, daß die Projektion der
seitlichen Konturlinien kl und kr etwa ab dem Wert x/l = 0,3
nach unten konvex gekrümmt ist. Aufgrund dieser Merkmale kann
das neue Heck ca. 12% kürzer als das bisherige sein, ohne daß
dies zu nachteiligen aerodynamischen Wirkungen führt. Die
vorteilhafte Verkürzung des Hecks wird dadurch deutlich, daß
das Ende des neuen Hecks etwa an der Stelle x/l = 0,88 liegt.
Die Heckform mit den besagten Wendepunkten ist das Ergebnis
einer systematischen Stromlinienkonturierung. Der aufwärts
gerichtete Verlauf der unteren Konturlinie resultiert z. T.
immer aus der Forderung, daß am Heck während der beim Start
stattfindenden Rotation zu jeder Zeit eine hinreichende
Bodenfreiheit besteht. Die aus Fig. 4 erkennbare Verlagerung
der Spitze des neuen Hecks nach unten erfolgt aus Gründen der
Aerodynamik. Auf das Verhalten bei der Rotation hat diese
Maßnahme keinen Einfluß, da die Heckspitze außerhalb des bei
der Rotation kritischen Bereiches liegt.
Fig. 6 zeigt ein Diagramm, woraus der Verlauf des normierten
Rumpfquerschnitts A/Amax sowie des jeweiligen normierten
Umfangs U/Umax in Abhängigkeit von der normierten
Hecklänge x/l hervorgeht. Beide Funktionen sind durch
Vollinien dargestellt, wobei der Querschnittsverlauf durch
die Kurve k1 und der Verlauf des Umfangs durch die Kurve k2
aufgezeigt ist. Zur Gegenüberstellung des neuen Hecks mit
einem bisherigen sind dessen entsprechende Funktionen k1,
bzw. k2, gestrichelt dargestellt. Dabei sind die Hecklängen
durch eine Normierung so umgerechnet, daß das Ende des
bisherigen Hecks und das Ende des neuen Hecks an der
Stelle x/l = 1 liegt. Es fällt auf, daß sowohl k1, als auch k2,
einen relativ geradlinigen Verlauf zeigen, wohingegen die
Funktionen A/Amax und U/Umax jeweils etwa bei x/l = 0,6 einen
Wendepunkt aufweisen. Der Bereich, in dem beide Wendepunkte
liegen können, liegt bei 0,5 < x/l < 0,7.
Fig. 7 zeigt einen Spantenriß eines bisherigen Hecks. Dabei
definiert das Achsenkreuz die Lage der Rumpfachse. Die
einzelnen Spante sind im wesentlichen kreisförmig, wobei die
Heckspitze um eine Höhe h1 relativ weit oberhalb der
Rumpfachse liegt. Die seitlichen Abflachungen sollen den
Anschluß einer trimmbaren Höhenflosse erleichtern.
Fig. 8 zeigt schließlich einen Spantenriß eines neuen Hecks.
Hierbei liegt die Heckspitze nur um die relativ kleine
Höhe h2 oberhalb der Rumpfachse. Die Form der einzelnen
Spante ist so ausgebildet, daß der erzeugende Seitenmeridian
jeweils nahe bzw. unterhalb der Rumpfachse verläuft, wobei
die Spantquerschnitte auf der Unterseite des Hecks eine
abgeflachte, annähernd geradlinige Form aufweisen. Im übrigen
sind die Spantformen im Heckbereich nicht auf eine bestimmte
Geometrie beschränkt, sondern können aufgrund von
Zweckmäßigkeitserwägungen festgelegt werden, wobei jedoch
wichtig ist, daß die vorbeschriebene Querschnitts- und
Umfangsverteilung verwirklicht wird.
Fig. 9 zeigt einen Vergleich eines bisherigen mit einem neuen
Rumpf-Seitenleitwerks-Übergang anhand eines Schnittes durch
den betreffenden Heckbereich. Dabei ist die bisherige
Querschnittsform durch eine Strich-punktierte Linie 29 und
die neue Form durch eine Vollinie 30 dargestellt. Damit der
durch die erfindungsgemäß gezielt herbeigeführte Verkopplung
der Seitenleitwerks- mit der Höhenleitwerks-Struktur in
Verbindung mit der reduzierten Pfeilung des Seitenleitwerks
verursachte Interferenzwiderstand niedrig gehalten wird,
weist das Seitenleitwerk ein relativ dünnes Profil auf. Das
bisherige Seitenleitwerk weist an seiner Wurzel eine Dicke
von w1 auf. Im Bereich des Übergangs zwischen dem Heck und
dem Seitenleitwerk verläuft jeweils eine Hohlkehle, mit einer
Beschlagsverkleidung 31, 32. Fig. 10 zeigt Einzelheiten des
neuen Seitenleitwerks. Die Dicke w2 an der Wurzel des neuen
Seitenleitwerks ist gegenüber der bisherigen auf etwa 1/3
reduziert. Der Übergang vom Heck zum Seitenleitwerk 17 ist
entsprechend den aerodynamischen Erfordernissen beidseitig so
durch je eine gekrümmte Fläche gebildet, daß anstelle
scharfkantiger Übergänge jeweils ein stetig gekrümmter
Übergangsbereich 33, 34 entsteht. Um im Wurzelbereich des
Seitenleitwerks 17 trotz des dünnen Profils eine ausreichende
Festigkeit sicherzustellen, besteht eine Ausgestaltung der
Erfindung darin, daß die Übergangsbereiche 33, 34 des
Seitenleitwerks zum Rumpf als tragende Struktur ausgebildet
ist.
Claims (8)
1. Rumpfheck für ein Verkehrsflugzeug mit einem vorwiegend zylindrischen Druckkabi
nenbereich, wobei das Höhenleitwerk und das Seitenleitwerk direkt am Rumpfheck ange
schlossen sind und das Heck den Übergangsteil des Rumpfes vom zylindrischen Teil der
Druckkabine bis zur Heckspitze bildet, dadurch gekennzeichnet, daß die
obere Konturlinie (k0) und die beiden seitlichen Konturlinien (k1, kr) des Hecks im Bereich
der Leitwerksanschlüsse jeweils einen Wendepunkt aufweisen.
2. Rumpfheck nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß seitens des
Hecks (1, 16) eine quer orientierte Rohraussteifung (26) angeordnet ist, die ein Schwenk
element (27) mit einem Mittelkasten (23) des Höhenleitwerks aufnimmt, wobei letzterer
das Rumpfheck (1, 16) im Bereich der Spante (20, 22) durchdringt, die das Seitenleitwerk
tragen.
3. Rumpfheck nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwen
kleitwerk (27) mittels Gleitlagern innerhalb der Rohraussteifung (26) gelagert ist.
4. Rumpfheck nach den Ansprüchen 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Schwenkelement (27) mittels Wälz
lagern innerhalb der Rohraussteifung (26) gelagert ist.
5. Rumpfheck nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verlauf der notierten Querschnittsfläche
(A/Amax) im Bereich der normierten Hecklänge (0,5 < x/l < 0,7) einen Wendepunkt
aufweist.
6. Rumpfheck nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verlauf des normierten Heckumfangs
(U/Umax) im Bereich der normierten Hecklänge (0,5 < x/l < 0,7) einen Wendepunkt
aufweist.
7. Rumpfheck nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Übergangsbereich des Seitenleitwerks
zum Rumpf als tragbare Struktur ausgebildet ist.
8. Rumpfheck nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spantquerschnitte auf der Unterseite des
Hecks eine abgeflachte, annähernd geradlinige Form aufweisen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4404810A DE4404810C2 (de) | 1994-02-16 | 1994-02-16 | Rumpfheck für ein Verkehrsflugzeug |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4404810A DE4404810C2 (de) | 1994-02-16 | 1994-02-16 | Rumpfheck für ein Verkehrsflugzeug |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4404810A1 DE4404810A1 (de) | 1995-08-17 |
| DE4404810C2 true DE4404810C2 (de) | 1999-12-09 |
Family
ID=6510315
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4404810A Expired - Lifetime DE4404810C2 (de) | 1994-02-16 | 1994-02-16 | Rumpfheck für ein Verkehrsflugzeug |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4404810C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE10361391A1 (de) * | 2003-12-29 | 2005-08-04 | Airbus Deutschland Gmbh | Seitenleitwerksanschluss |
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1994
- 1994-02-16 DE DE4404810A patent/DE4404810C2/de not_active Expired - Lifetime
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4404810A1 (de) | 1995-08-17 |
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Legal Events
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Owner name: DAIMLERCHRYSLER AEROSPACE AIRBUS GMBH, 21129 HAMBU |
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| D2 | Grant after examination | ||
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| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
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| R071 | Expiry of right |