DE4337329C2 - Schnelle Leistungsdiode - Google Patents
Schnelle LeistungsdiodeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine schnelle Leistungsdiode gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1, wie sie
in DE 43 10 444 A1 beschrieben ist.
Bei der Herstellung einer solchen Diode kann man unter definierten Prozeßparameter-
Einstellungen zusätzlich zu den in DE 43 10 444 A1 dargelegten
Effekten einen wesentlichen zusätzlichen Effekt erreichen.
Allgemein ist bekannt, daß in Halbleiterkörpern mit steigender Temperatur der innere
Widerstand abnimmt. Die Leitfähigkeit für den elektrischen Strom nimmt zu.
Definitionsgemäß werden alle Elemente des Periodensystems oder Verbindungen von
Elementen mit diesem so definierten negativen Temperaturkoeffizienten als Halbleitermaterial
bezeichnet.
Metalle besitzen einen positiven Temperaturkoeffizienten, die Leitfähigkeit für den elektrischen
Strom nimmt mit steigender Temperatur ab.
Die Leitfähigkeit in einer Diode wird bestimmt durch die Zone mit der geringsten
Fremdstoffdotierung, das ist in aller Regel die Mittelzone, über deren Dickenmaß soll
schließlich die gewünschte Spannungsfestigkeit erreicht werden. Alle bisherigen Dioden
besitzen den für Halbleitermaterial definitionsgemäßen typischen negativen
Temperaturkoeffizienten im für die praktische Anwendung relevanten Strombereich.
Aus der Literatur sind Halbleiterschalter mit einem "positiven" Temperaturkoeffizienten
bekannt. Bisher war es jedoch nicht möglich, diesen Effekt der Schalter vorteilhaft für die
Dimensionierung der gesamten Schaltungsanordnung zu nutzen, da die dazu in gleicher Weise
mit positiven Temperaturkoeffizienten arbeitende Diode fehlte.
Ein stark negativer Temperaturkoeffizient der Freilaufdiode erfordert in einer
Schaltungsanordnung erhöhte Aufmerksamkeit, wenn nämlich zwei oder mehrere
Freilaufdioden in einer Schaltungsanordnung parallel arbeiten, so kann die Diode mit dem
niedrigsten Spannungsabfall bei der auftretenden Nennstrombelastung dadurch überfordert
werden, weil eine solche Diode in den Phasen der Kommutierung einen immer größeren
Stromanteil trägt und schließlich in der praktischen Schaltung überfordert wird.
Unter Nennstrom bei 25°C versteht der Fachmann den Strom, den die Diode im vollständig
montierten Zustand bei einer erzwungenen Kühlkörpertemperatur von 25°C als
Dauergleichstrom maximal führen kann.
In den Wert des Nennstromes geht somit die Montagetechnik ein, er ist im folgenden auf
Bauelemente mit elektrisch isolierten Grundplatten bezogen. Bei vorgegebener
Montagetechnik kann unter Vergrößerung der Diodenfläche ein höherer Nennstrom erreicht
werden. Bei den eingesetzten Montagetechniken ist der Nennstrom 2,3 A/mm2, das führt
beispielsweise zu 75 A Nennstrom bei einer aktiven Diodenfläche von 32,4 mm2.
Dieser Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine schnelle Leistungsdiode der eingangs
genannten Art derartig weiter zu verbessern, daß bei hoher Strombeanspruchung ein positiver
Temperaturkoeffizient für die elektrische Leitfähigkeit in der Durchlaßrichtung gegeben ist.
Die Aufgabenstellung wird bei der erfindungsgemäßen schnellen Leistungsdiode der eingangs
genannten Art durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles des Patentanspruches 1 gelöst.
Der Temperaturkoeffizient der Durchlaßspannung hängt bei einer schnellen Leistungsdiode
von der Art der Rekombinationszentren ab, die in die n--Zone eingebracht sind. Überwiegend
wird bei schnellen Leistungsdioden durch Diffusion mittels Platin die Anzahl der
Rekombinationszentren eingestellt. Platin besitzt den Vorteil, daß die Rekombinationszentren
im Falle der Sperrspannungsbelastung nur sehr schwache Generationszentren darstellen,
wodurch der "Leckstrom" klein bleibt und die Diode bis 150°C oder auch darüber noch
eingesetzt werden kann.
Platin besitzt aber leider den Nachteil, daß der Temperaturkoeffizient bei Erhöhung der
Konzentration der Rekombinationszentren immer stärker negativ wird. Die folgende Tabelle
zeigt das Verhalten von platindiffundierten Dioden gleicher n--Zone, gemessen bei gleicher
Stromdichte von 2,34 A/mm2. Die Menge der durch Platin erzeugten Störstellen wird
meßtechnisch über die Trägerlebensdauer tn- bestimmt.
Die meßtechnisch gefundenen Werte des Durchlaßspannungsabfalles UF bei Raumtemperatur
(RT) und der Differenzbetrag der gemessenen Werte von ΔUF bei 150°C und bei
Raumtemperatur sind in der Tabelle 1 ersichtlich.
Alternativ zu Platin kann die Diffusion zur Einstellung der Rekombinationszentren auch mittels
Gold geschehen. Es ist bekannt, daß schnelle golddiffundierte Dioden bei etwa dreifachem
Nennstrom einen Kreuzungspunkt der bei 150°C und Raumtemperatur gemessenen Durchlaß
kennlinien zeigen. Oberhalb des Kreuzungspunktes ist der Temperaturkoeffizient positiv.
Diese Tatsache hat jedoch für die praktische Anwendbarkeit keine Bedeutung, da der Strom im
Dauerbetrieb einer schnellen Leistungsdiode als Freilaufdiode in Schaltungsanordnungen
kleiner als der dreifache Nennstrom bleiben muß, in diesem Arbeitspunkt ist der
Temperaturkoeffizient immer negativ.
Durch höhere Golddotierung kann dieser Kreuzungspunkt zu niederen Strömen hin verschoben
werden, jedoch steigt damit die Wirkung der durch Gold zwangsläufig erzeugten Generations
zentren stark an, die Diode wird bei Temperaturen ab ca. 130°C durch den hohen Sperrstrom
thermisch instabil. Solche Dioden sind also für den praktischen Einsatz nicht geeignet.
Die Erzeugung der Rekombinationszentren mittels Bestrahlung durch hochenergetische
Teilchen (Elektronen oder Ionen) liefert ab einer ausreichenden Störstellendichte einen
reduziert negativen bzw. positiven Temperaturkoeffizienten der Durchlaßspannung.
Innerhalb definierter Grenzen liefert eine solche Bestrahlung zusätzlich zu den anderen
in DE 43 10 444 A1 dargestellten Effekten den erfindungsgemäßen positiven Temperatur
koeffizienten der Durchlaßspannung bei Nennstrombelastung.
Bereits eine Elektronenbestrahlung mit einer Energie
von 4,5 MeV und einer Dosis von 300 kGy reicht aus, um einen Effekt in
Richtung des erfinderischen Gedankens zu erkennen.
Allerdings weisen Dioden mit einer homogenen Verteilung der Rekombinationszentren über
das gesamte Diodenvolumen ein sehr snappiges Schaltverhalten aus und sind deshalb sehr
schlecht für den Einsatz als Freilaufdioden in Schaltungsanordnungen geeignet, da sie im
Zeitpunkt der Kommutierung zu große Überspannungen injizieren.
Um die Eigenschaften des soft-recovery-Verhaltens der Freilaufdioden für genannten
Einsatzzweck zu erhalten, ist eine Bestrahlung mit lokal plazierbaren Ionen möglich.
Heliumionen mit in modernen Beschleunigern gut beherrschbaren Energieaufwendungen
können in definierter Eindringtiefe des Diodenkörpers plaziert werden, ohne nicht
beherrschbare negative Eigenschaften auf Sperrverhalten und Leckstrom zu produzieren.
Im Ergebnis einer solcherart optimierten Bestrahlung gewinnt man Dioden, die neben den
bekannten Eigenschaften auch über die Eigenschaften eines schwach negativen
Temperaturkoeffizienten der Durchlaßspannung bei kleinen Strömen und eines positiven Tem
peraturkoeffizienten bei größeren Strömen im Bereich des Nennstromes der Diode verfügt.
Beispielhaft seien die Ergebnisse erläutert, die durch eine zweiphasige Bestrahlung der Dioden
erwirkt wurden. Zunächst wird in einer ersten Phase eine Bestrahlung des gesamten Dioden
volumens mit Elektronenstrahlen mit einer Energie von 4,5 MeV vorgenommen.
Durch diese Bestrahlung wird die Lebensdauer der Ladungsträger in der Mittelzone (3)
eingestellt, um ein zu weiches Rückstromverhalten der Diode im Zeitpunkt der Kommutierung
zu vermeiden.
Eine zweite Phase der Bestrahlung wird mit Heliumkernen vorgenommen. Bei einem
Energieaufwand von 5,4 MeV erreicht man eine Eindringtiefe von ca. 19 µm
unterhalb der Aufdampfkontakte auf der bordiffundierten Seite, der p+-Zone der Diode.
Wählt man die Dosis der Heliumkernbestrahlung z. B. so, daß damit eine Flächenbelegung von
7 × 1011 cm-2 bewirkt wird, dann erzielt man eine in allen Parametern optimierte Diode für den
Einsatz als soft arbeitende schnelle Leistungsdiode für den bevorzugten Einsatz als
Freilaufdiode in elektronischen Schaltungsanordnungen hoher Leistungen.
Der Vorteil von solchen erfinderischen Dioden ergibt sich insbesondere auch bei
parallelgeschalteten Kommutierungszweigen, da hier kein erhöhtes Risiko von thermisch
unterschiedlichem Verhalten einzelner Komponenten gegeben ist. Bei der Konstruktion ist
eine dermaßen optimierte Diode als schnelle Leistungsdiode wesentlich leistungsfähiger, als die
dem Stand der Technik entsprechende.
Eine weitergehende Erläuterung wird anhand der nachfolgenden Fig. 1 bis 3 gegeben.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt eines
Diodenausschnittes.
Fig. 2 stellt die Durchlaßkennlinie einer Diode nach dem Stand der Technik vor.
Fig. 3 zeigt die Durchlaßkennlinie der erfinderischen Diode.
In Fig. 1 ist die Schichtenfolge einer erfindungsgemäßen Diode in nicht maßstabsgerechter
Skizze als Ausschnitt dargestellt. Als Ausgangsmaterial für die Herstellung der Freilaufdiode
dient ein hochohmiges n-dotiertes Silizium, es bildet die Zone (3) der späteren Diode. Der
Widerstand ist der späteren Sperrspannungsbelastung angepaßt. Durch Diffusion schließt sich
eine hochdotierte n+-Zone (4) an, die zur Kontaktierung metallisiert (5) wurde.
Die gegenüberliegende Fläche wird beispielhaft einer Bordiffusion (2) unterworfen, wodurch
der pn-Übergang der Diode gebildet wird, auch diese Oberfläche wird zur Kontaktierung
metallisiert (1). Die Störstellenkonzentrationen der einzelnen Schichten und die
Trägerlebensdauer der Minoritätsträger wurden früher (DE 38 23 795 A1) beschrieben.
Bei planarem Aufbau der Diode wird eine Randstruktur ausgebildet, wie sie in einer älteren
Patentanmeldung DE 42 36 557 A1 beschrieben ist. Erfolgt die Ausbildung der Grund-
Trägerlebensdauer der Diode mittels Schwermetalldiffusion, so geschieht das vor der
Metallisierung, wird die Störstellenkonzentration durch Elektronenbestrahlung bewirkt, dann
erfolgt das nach der Metallisierung.
Die erfindungsgemäße Erzeugung zusätzlicher, in der p-Zone (2) positionierter lokaler
Rekombinationszentren, wie sie durch Strich- Punkte (6) angedeutet sind, erfolgt nach
Abschluß aller Hochtemperaturprozesse an der vollständig passivierten und metallisierten
Siliziumscheibe. Verwendet werden dazu Ionen, deren Eindringtiefe in Silizium über die
Beschleunigungsenergie einstellbar ist. Dazu eignen sich Protonen oder Heliumkerne, es
können aber auch Ionen von Elementen höherer Ordnungszahl verwendet werden, allerdings
ist die notwendige Beschleunigungsenergie entsprechend wesentlich höher.
Bei der Bestrahlung mittels Protonen muß weiterhin beachtet werden, daß neben der Schaffung
von Rekombinationszentren auch eine Beeinflussung der Dotierung erfolgt, diese überlagert
die vorhandene und kann selbst zu einer Veränderung auch anderer Bauelementeeigenschaften
führen.
Fig. 2 zeigt die Durchlaßkennlinie einer für die Untersuchungen als Verhaltensmuster
herangezogenen schnellen Leistungsdiode. Dieses Muster hat gleiche technologische
Bearbeitungsschritte erfahren, wie die erfinderische Diode. Der Unterschied besteht allein
darin, daß anstelle einer Bestrahlung mit Heliumkernen und Elektronen die Trägerlebensdauer
allein über eine Platindiffusion eingestellt wurde.
Deutlich ist der parallele Verlauf der beiden bei Raumtemperatur und bei 150°C
aufgezeichneten Kurven zu erkennen.
Fig. 3 zeigt das Ergebnis des Bestrahlens einer Diode mit Heliumkernen in der Art der
beispielhaften Beschreibung. Im Unterschied zu Fig. 2 ist hier ein völlig anderer Verlauf der
Durchlaßkennlinienkurve zu sehen. Bei Nennstromniveau ist praktisch kein Unterschied der
Diode bezüglich des Verhaltens bei der elektrischen Belastung bei Raumtemperatur und bei
150°C feststellbar, bei höheren Strömen wird der Temperaturkoeffizient positiv.
Claims (1)
- Schnelle Leistungsdiode mit einem weichen Schaltverhalten für einen ein schaltbares Bauelement aufweisenden Kommutierungszweig mit einem Halbleiterkörper,
- 1. der eine Folge schichtförmiger Zonen aufweist, von welchen die hochohmige, mittlere Zone (3) einen ersten Leitungstyp besitzt,
- 2. der an der einen Seite mit einer hochdotierten, ersten Außenzone vom ersten Leitungstyp (4) versehen ist,
- 3. der an der anderen Seite mit einer zweiten Außenzone (2) vom zweiten Leitungstyp einen np-Übergang einschließt,
- 4. bei dem die mittlere Zone (3) durch Wahl der Dicke und Dotierungskonzentration die definierte Sperrspannungsbelastbarkeit aufweist und
- 5. bei dem die mittlere Zone (3) und die zweite Außenzone (2) eine durch Rekombinationszentren eingestellte Trägerlebensdauer aufweisen,
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