DE4312342C2 - Einrichtung zum Schutz von Personen- und Nutzfahrzeugen gegen Diebstahl - Google Patents

Einrichtung zum Schutz von Personen- und Nutzfahrzeugen gegen Diebstahl

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Description

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Schutz von Personen- und Nutz­ fahrzeugen gegen Diebstahl mit Hilfe eines Codeschlüssels gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Erfahrungsgemäß können Warneinrichtungen, aber auch mechanisches Sperren etc. den Diebstahl wertvoller Fahrzeuge nicht hinreichend erschweren. Solche Fahrzeuge werden von Dieben entweder aufgebrochen und mittels Kurzschließen der Zündung in Gang gesetzt, oder sie werden in verschlos­ senem Zustand mit Lastwagen abtransportiert und anderenorts fachmännisch aufgebrochen und umfrisiert. Weiter werden die Fahrzeuge nicht nur als Ganzes (oft auf Bestellung) "besorgt" und anschließend verschoben, sondern oft auch fachmännisch demontiert, um wertvolle Komponenten weiter zu verkaufen. Erleichtert und provoziert wird der Diebstahl zusätzlich, wenn Fahrzeuge beim Verlassen nicht zugesperrt werden.
Aus der DE 34 36 761 C2 ist eine elektronische Schließvorrichtung für Kfz bekanntgeworden, bei der mit Hilfe einer integrierten elektronischen Auswerteeinheit der Code abgefragt und verglichen wird und die nur bei Code­ übereinstimmung eine Inbetriebnahme des Kfz ermöglicht.
Weiterhin beschreibt die DE 38 25 548 A1 eine Diebstahlschutzeinrichtung, die eine Inbetriebnahme nur dann erlaubt, wenn das Fahrzeug ordnungsgemäß wiedergeöffnet wurde.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zu entwickeln, welche den unbefugten Gebrauch oder die unbefugte Verwertung des Fahrzeuges erheblich erschwert oder ganz unattraktiv macht.
Die erfindungsgemäße Einrichtung löst diese Aufgabe in hervorragender Weise und überzeugt durch geringen Aufwand.
Das Fahrzeug kann nur mit einem passenden Codeschlüssel in Betrieb ge­ nommen werden; ein Kurzschließen der Zündung ist konstruktionsbedingt innerhalb kurzer Zeit sehr schwierig oder gar nicht zu bewerkstelligen.
Die Zündung kann mit dem Codeschlüssel nur eingeschaltet werden, wenn das Fahrzeug vorher ordnungsgemäß verschlossen und wieder geöffnet wor­ den ist. Der Benutzer wird dadurch dazu angehalten, das Fahrzeug beim Verlassen ordnungsgemäß zu verschließen, da sonst beim Start umständ­ liches Hantieren erforderlich ist.
Ein problemloser Neustart wird in dem Fall, daß Fahrgäste im Wagen ge­ blieben sind und dieser nach Motorstop nicht verschlossen wurde, durch einen einfachen Insassensensor gewährleistet.
Das Auswechseln wertvoller oder sicherheitsrelevanter Komponenten (z. B. des Motors, des Zündschlosses u. a.) nach einem Diebstahl oder der Ein­ satz einer gestohlenen Komponente in einem anderen Fahrzeug führt nicht zum Erfolg, da alle diese Komponenten mit einem Codegeber ausgerüstet sind und das Fahrzeug nur in Betrieb genommen werden kann, wenn alle Codes übereinstimmen.
Diese Funktionen werden auf folgende Weise realisiert (siehe Fig. 1): Statt des herkömmlichen Zündschlüssels wird ein Codeschlüssel 1 mit ein­ gebautem Codegeber 6 verwendet. Das zugehörige Codeschloß 2 (statt des herkömmlichen Zündschlosses) schließt nicht etwa über einen Schalter den Zündstromkreis, sondern fragt den Code des Schlüssels ab und leitet ihn an eine zentral, mit in die Zündelektronik 3 integrierte Auswerteeinheit 4 weiter. Diese prüft die Übereinstimmung mit dem intern gespeicherten Code und gibt dann ggf. die Zündung frei.
Die Türschlösser sind ebenfalls als Codeschlösser 5 ausgeführt; sie kön­ nen entweder unmittelbar mechanisch schließen oder ebenfalls, z. B. in Verbindung mit einer Zentralverriegelungsanlage, über die Auswerteein­ heit 4 angesteuert werden. Auf jeden Fall fragen auch sie den Schlüssel­ code ab und geben ihn an die Auswerteeinheit weiter. Ohne Verwendung des Codeschlüssels 1 beim Öffnen des Fahrzeugs bleibt die Zündung blockiert. Motor und ggf. andere wertvolle Aggregate und Komponenten sowie das Fahrgestell werden ebenfalls jeweils mit einem Codegeber 7 ausgerüstet, welcher an unzugänglicher Stelle unzerstörbar angebracht ist. Der Code­ geber ist mit der Auswerteeinheit verbunden und wird regelmäßig oder bei jedem Motorstart von dieser abgefragt.
Im Fahrgastraum befindet sich ein Sensor 8, welcher die Anwesenheit von Insassen feststellt. Hierfür kommen mechanische Sensoren in den Sitzen oder an den Gurtschlössern (Mikroschalter) oder einfache pyroelektrische Sensoren (PID) in Frage, welche bei verlassenem Fahrzeug zusätzlich als Sensoren einer ggf. vorhandenen Alarmanlage benutzt werden können. Wenn alle Insassen das Fahrzeug verlassen haben, wird vom Ausgangssignal des Insassen-Sensors in der Auswerteeinheit ein Flipflop 9 gesetzt, dessen Ausgangssignal mit demjenigen des Zündschlosses und der Türschlösser verknüpft wird (UND-Verknüpfung) und dadurch eine Wiederinbetriebnahme des Fahrzeugs ohne vorheriges ordnungsgemäßes Versperren und Wiederöff­ nen verhindert (durch das Wiederöffnen des verschlossenen Fahrzeugs wird das Flipflop rückgesetzt). Mit dieser Anordnung ist daneben auch die Möglichkeit gegeben, daß die Auswerteeinheit bei geeigneter Programmie­ rung das Fahrzeug selbständig verschließt, sofern der Codeschlüssel 1 abgezogen ist und sich niemand im Fahrzeug befindet.
Würde in den Codegebern ein statischer Code (z. B. Barcode) verwendet, so könnte dieser von Unbefugten dadurch ermittelt werden, daß man das Aus­ gangssignal eines Codegebers feststellt. Dieses könnte dann mit einer einfachen, z. B. elektromechanischen Schalteranordnung nachgebildet wer­ den. Die durch den Codegeber geschützte Komponente des Kfz könnte dann gegen eine herkömmliche Komponente ohne Codegeber ausgetauscht und der fehlende Codegeber durch die Schaltvorrichtung ersetzt werden. Um dies zu verhindern, ist der Codegeber als integrierter Schaltkreis (Chip) ausgeführt, welcher folgende Eigenschaften aufweist:
Bei Anlegen einer Betriebsspannung und eines Abfragesignals (welches der Betriebsspannung auch überlagert sein kann) gibt der Chip als Signal ei­ ne Zufallsfolge ab, in welcher der Code verborgen ist. Dies kann z. B. dadurch geschehen, daß die Verteilungsfunktion der Zufallsfolge eine de­ finierte, für den jeweiligen Code charakteristische Form mit bestimmten statistischen Häufungen aufweist.
Die Zufallsfolge kann darüber hinaus so gestaltet sein, daß ihre stati­ stischen Parameter (Verteilungsfunktion) von einem vorgegebenen Start­ wert abhängen. Ein niedrigerer Startwert kann so z. B. eine Zufallsfolge mit einer anderen Verteilungsfunktion (= Code) als ein höherer Startwert erzeugen. Der Startwert kann von der Auswerteeinheit generiert und bei der Codeabfrage an die Codegeber übermittelt werden. Die Auswerteeinheit 4 kann die unterschiedlichen Codes richtig interpretieren, da ihr der Zusammenhang zwischen Startwert und resultierendem Code bekannt ist.
Der Codechip befindet sich sowohl im Codeschlüssel 1 als auch in allen anderen Codegebern. Im Fall des Codeschlüssels geschieht das Anlegen der notwendigen Betriebsspannung und des Abfragesignals beim Einstecken des Schlüssels in das Schloß 2, und mittels Kontakten, welche im Codeschloß vorhanden sind. Der einprogrammierte Code ist den werksseitig vorliegen­ den individuellen Fahrzeugdaten eindeutig zuzuordnen (gleicher Code für alle Codegeber eines individuellen Fahrzeugs). Er kann jedoch zusätzlich auch noch weitere Parameter enthalten, z. B. die Art der codierten Kompo­ nente (Motor, Fahrgestell, Zünd-/Auswerteelektronik, Schlösser etc.) oder ob es sich um ein Original- oder Austauschteil handelt. In diesem Fall besitzt jede codierte Komponente des Fahrzeugs einen individuellen, jedoch dem Fahrzeug eindeutig zuzuordnenden Code. Wird ein Ersatz einer codierten Komponente erforderlich, so ist der jeweilige Code hersteller­ seitig aufgrund der vorliegenden Fahrzeugdaten individuell einzuprogram­ mieren. Codierte Komponenten sind also im Ersatzteilwesen des Herstel­ lers so zu behandeln, wie dies etwa bereits mit Ersatzschlüsseln ge­ schieht.
Das beschriebene, komplexe Codesystem kann vom Hersteller ausschließlich über Software realisiert werden und entzieht sich weitestgehend der Ent­ schlüsselung und Umgehung. Es bewirkt, daß ein Fahrzeug bei Verwendung der erfindungsgemäßen Einrichtung nur dann in Betrieb genommen werden kann, wenn alle codierten Komponenten den herstellerseitig vorgesehenen, fahrzeugspezifischen Code besitzen. Die Technologie der Codechips ist bekannt; sie finden sogar auf Kreditkarten ihre Anwendung.
Die Auswerteeinheit 4 fragt zyklisch oder bei jeder Inbetriebnahme des Fahrzeugs die unterschiedlichen Codegeber ab (Vorhandensein; Code) und prüft die Übereinstimmung mit einem oder mehreren intern permanent ge­ speicherten individuellen Codes. Als weitere Schutzfunktion gegen Umge­ hung kann der zutreffende Code bei geeigneter Programmierung der Auswer­ teeinheit auch mittels einer komplexeren mathematischen Operation als nur dem simplen Vergleich des Codes, z. B. durch Kombination oder Korre­ lation der empfangenen Zufallsfolgen, ermittelt werden. Solche Operatio­ nen sind ohne weiteres in integrierten Schaltkreisen realisierbar.
Eine geeignete Blockierschaltung 10 verhindert die Abgabe eines Zündsignals durch die Zündelektronik 3, solange der zutreffende Code nicht vor­ liegt. Dabei ist die Blockierschaltung mit der Zündelektronik so kombi­ niert, daß ein manuelles Überbrücken der Blockierschaltung nicht zum Er­ folg führt. Diese Kombination ist über die Integration der Blockier­ schaltung 10 mit der Auswerteeinheit 4 und der Leistungsstufe der Zünd­ elektronik 3 in einem integrierten Baustein realisierbar. Die kombinier­ te Zünd-, Blockier- und Auswerteelektronik 11 ist so konstruiert, daß sie nicht gegen eine herkömmliche Zündelektronik ausgetauscht werden kann.
Als Schaltungsprinzip für die Blockierelektronik eignet sich z. B. das Ableiten der Steuerströme der Leistungstransistoren oder -thyristoren in der Zündelektronik 3 gegen Masse mittels eines elektronischen Schalters. Dieser wiederum wird von der Auswerteelektronik 4 angesteuert.

Claims (2)

1. Einrichtung zum Schutz von Personen- und Nutzfahrzeugen gegen Diebstahl mit Hilfe eines Schlüssels, in dem ein Codegeber eingebaut ist, der den Zugang und/oder Betrieb des Fahrzeugs dem Nutzer nur bei Code-Übereinstimmung zwischen Codegeber und Codeempfänger gestattet, wobei die Zündung mit dem Codeschlüssel nur einschaltbar ist, wenn das Fahrzeug wie üblich ordnungsgemäß abgeschlossen und wieder geöffnet wurde, und wobei eine Code-Übereinstimmung von einer integrierten elektronischen Auswerteeinheit durch Codeabfrage und Vergleich feststellbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß im Fahrzeug ein Sensor angeordnet ist, der nach Feststellung, daß Personen im Fahrzeug vorhanden sind, ein Signal an die Auswerteeinheit (4) gibt, welche daraufhin die Zündung (3) für einen Neustart freigibt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach Verlassen der Person aus dem Fahrzeug vom Ausgangssignal des Sensors (8) in der Auswerteeinheit (4) ein Flip-Flop (9) gesetzt wird, dessen Ausgangssignal mit demjenigen des Zündschlosses (2) und der Türschlösser (5) UND-verknüpft und dadurch eine Wiederinbetriebnahme des Fahrzeuges selbsttätig verhindert wird.
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