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Feststet vorrichtung -für Zeichenköpfe. - Bei mechanischen Zeichengeräten,
die zum Ersatz von Reißschiene, Winkel, Transporteur und 'Alaßstah bzw. zu deren
Zusammenfassung in einem einzigen Gerät dienen, findet man häufig, daß zwei zueinander
senkrecht stehende -Maßstäbe oder Lineale an einem Drehteil mittels I.inealliälters"befesti-gt
sind, und daß dieser Drehteil samt den Maßstäben cder Linealen um seinen :.Iittelpüiikt
g. schwenkt «erden kann, so d-iß sie in einem gewissen Bereich auf jede beliebige
Neigung eingestellt werden können. ' -Um dann -die Maßstäbe oder Lineale in irgendeiner
g,@wünsolit;:n -Stellung festzuhalten, bedient :man sich einer Feststellvorrichtung,
die den Drehteil mit einem meist Barunterliegenden Grundteil, dessen Lage zur Drehachse
des Drehteils nicht verändert "cerden kann, verbindet.
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Den Grundteil mit dem Drehteil, auf dem man auf einem- Grädbägen den
jeweils von den Maßstäben oder Linealen. eingenommenen Winkel zur Senkrechten -
oder Wagerechten ablesen kann, und die Feststellvorrichtung nennt man in- ihrer
Gesamtheit einen Zeichenkopf. _ Die Feststellvörrichtüng ist bei vollkommeneren
Zeichengeräten so ausgebildet, daß bei den häufiges= gebrauchten Winkeln (30; 4.5,
6o - usw. ) ein selbsttätiges Einschnappen eines zylindrischen Haltestiftes, der
an dem Drehteil beiestigt ist, iss entsprechende Bohrungen des Barunterliegenden
Grundteils stättfiridet.
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Eine derartige Ausführung ist in den
Abb. r und 2
schematisch dargestellt. Der Grundteil a trägt den Zapfen b, um den
sich der Drehteil c dreht. Dieser trägt an seinem Rande eine Hülse d, in deren Bohrung
der Stift e verschiebbar ist. Die Feder f drückt den Stift nach unten, so daß er
in eines der Löcher g des Grundteils a eingreift, sobald es beim Drehen des Drehteils
c um den Zapfen b unter die Bohrung der Hülse d kommt.
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Um die Feder f und mit ihr den Stifte anzuheben, bedient man sich
eines sogenannten Daumenhebels h, dessen Arbeitsweise aus den beiden in der Abb.
r gezeichneten Stellungen hervorgeht.
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Diese Einrichtung hat den unvermeidlichen Nachteil, daß sie nicht
ohne jeden toten Gang ausgeführt werden kann. Es muß nämlich der Stifte in
der Bohru^g der Hülse d auch bei feinster Passung ein gewisses Spiel behalten,
um beweglich zu bleiben, und dieses Spiel wird bei der Benutzung des Zeichenkopfes
infolge Abnutzung von Stift und Hülse immer größer. Wenn aber das Spiel auch nur
wenige Hundertstel Millimeter beträgt, so macht es sich am Ende der verhältnismäßig
langen Maßstäbe oder Lineale doch in Größen bemerkbar, die dort, wo es auf genaues
Zeichnen ankommt, sehr störend wirken können.
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Die vorliegende Erfindung betrifft nun eine Feststellvorrichtung für
Zeichenköpfe ohne ,jeden toten Gang. Es ist nämlich der Grundteil a in Abb. .4 an
seinem äußeren Rande mit radialen. trapezförmigen Einschnitten n versehen, in die
eine an dem Linealhalter i befestigte Blattfeder k mit einem nasenartigen Vorsprung
l eingreift, wobei die L inealhalter an dem über dem Grundteil a angeordneten Drehteil
c starr befestigt gedacht sind.
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Sobald die Nase L der Blattfeder k in einen der trapezförmigen
Einschnitte n eingeschnappt ist, ist die Sicherung gegen eine Verdrehung des Drehteils
in bezug auf den Grundteil spielfrei hergestellt, solange die Blattfeder stark genug
ist, um durch die beim Gebrauche des Zeichenkopfes in ihr auftretenden Kräfte nicht
zusammengedrückt zu "v erden.
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Hierbei ist von dem möglichen Spiel des Drehteils c um den Zapfen
b abgesehen, das sich aber durch geeignete Mittel leicht ausschalten läßt. Um die
Blattfeder k außer Verbindung mit dem Grundteil a zu bringen, kann man sich, wie
bei der oben beschriebenen Einrichtung, eines Daumenhebels bedienen, der oben auf
dem Drehteil angebracht ist und auf uie Blattfeaer k wie ein Hebel wirkt.
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Abb.3 zeigt diesen Daumenhebel in in seinen beiden Arbeitsstellungen.
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Diese ganze Anordnung stellt nur eine beispielsweise Ausführung des
Erfindungsgedankens dar. Man kann die radialen Einschnitten auch am Rande des Drehteils
c und die zur Feststellung benutzte Nase an dem Grundteil a anbringen; man kann
auch den Drehteil oder den Grundteil statt mit Einschnitten mit zahnförmigen Vorsprüngen
versehen und die Blattfeder statt mit einer Nase mit einem entsprechenden Einschnitte;
man kann auch an Stelle der Blattfeder ei-en starren Hebel verwenden, der durch
Federdruck oder Federzug angepreßt wird.
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Eine beispielsweise Ausführung mit einen: starren Hebel zeigt die
Abb.5. Hier ist wieder a der Grundteil mit dien Einschnitten rr am Rande, über dem
der Drehteil c mit den Linealhaltern i drehbar angeordnet ist. Der Sperrhebel o
besitzt bei p ein trapezförmiges Loch, mit dem .er um den am Linealhalter i befestigten
zylindrischen Bolzen q herumgreift. Läßt man nun in der in Abb. 5 angedeuteten Weise
eine Kraft P auf den Sperrhebel o wirken, so wird bei passender Stellung des Grundteils
a zum Drehteil c einerseits der Zahn r des Soerrhebels o in einen der Einschnitte
rt gedrückt, anderseits werden die gegeneinander geneigten Flanken des tr apezförmigen
Loches bei p im Sperrhebel o gegen den Umfang des Zylinderbolzens q gepreßt, und
es ist also durch Kraftschluß eine vollkommen spielfreie Verbindung zwische-i dem
Grundteil a und dem Drehteil c hergestellt.
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Man könnte auch nach demselben Grundgedanken und mit derselren Wirkung
an dem Grundteil a zylindrische Bolzen n anbringen, um die ein dreieckiger
oder trapezförmiger Einschnitt oder Ausschnitt des Sperrhebels o herumgreift, wie
in Abb.6 dargestellt, während ein gleicher Einschnitt am anderen Ende des Sperrhebels
einen an dem Drehteil c befestigten Zylinderbolzen umfaßt.
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Zu demselben Zwecke könnte man den Drehpunkt des Sperrhebels o nach
Abb. 7 ausbilden, wo das Loch im Sperrhebel zylindrisch gestaltet ist, während der
Drehzapfen q die Form eines senkrechten Prismas von dreieckiger oder trapezförmiger
Grundfläche mit gebrochenen Kanten hat.
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Die gleiche Wirkung würde entstehen, wenn man den Drehpunkt des Sperrhebels
nach Abb. 8 gestaltete, wo der Drehzapfen durch einen aufgeschlitzten Hohlzylinder
p ersetzt wird, in den der Sperrhebel mit einem Zahn r eingreift.
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Alle diese Ausführungsformen gehen auf denselben Grundgedanken zurück,
die Spielfreiheit des Sperrhebels an seinem Drehpunkt dadurch herzustellen, daß
durch Kraftschluß das Anliegen der Seitenflächen eines Prismas mit dreieckiger oder
trapezförmiger oder polygonaler Grundfläche an einem Zylindermantel
(Abb.
5, 6 und 7) oder an zwei Zylindermänteln (Abb. 8) bewirkt wird, wobei die Zylinder
keine Kreiszylinder zu sein brauchen.
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Sinngemäß könnte das Prisma durch einen Kegel oder Kegelstumpf ersetzt
werden, der durch Kraftschluß in einer verjüngten Öffiiung zum Anliegen gebracht
wird.
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Um den Kraftschluß herzustellen, kann man sich nach Abt). 9 und io
einer Spiralfeder s bedienen, die durch einen Daumenhebel t zusammengepreßt werden
kann. a ist der Grundteil mit den trapezförmigen Einschnitten n. Der Daumenhebel
t ist bei 1t auf dem mit dem Drehteil c starr verbundenen Linealhalter i
drehbar gelagert und greift mit dem Fortsatz v in einen Ausschnitt des Sperrhebels
o ein. Eine Deckplatte w verhindert das Herausfallen des Sperrhebels.
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Drückt man mit dem Daumenhebel t in der Richtung des Pfeiles, so bewegt
sich der Fortsatz v in entgegengesetzter Richtung und hebt den Sperrhebel o aus
dem Eingriff in einen der trapezförmigen Einschnitten am Rande des Grundteils a,
so daß der Drehteil c gegen diesen verdreht «-erden kann. Läßt man den Daumenhebel
t los, so wird der Sperrhebel o an seinem Drehpunkte einerseits und am Umfang des
Grundteils a bzw. in einem seiner Einschnitte it, anderseits zum Anliegen gebracht.
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Liegt der Sperrhebel o am Umfange des Grundteils a an und verdreht
man diesen gegen den Drehteil c, so schnappt der Sperrhebel in den nächsten Einschnitt
n am Rande des Grundteils a selbsttätig ein.
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Beim Gebrauch des Zeichenkopfes ist es nun erwünscht, eine zusätzliche
Einrichtung zu haben, die den eben beschriebenen Zustand nach Belieben durch einen
anderen zu ersetzen gestattet, wobei der gesamte Feststellmechanismus außer T.'tigkeit
gesetzt wird, so daß der Drehteil c gegen den Grundteil a frei verdreht werden kann,
ohne daß selbsttätiges Einschnappen des Sperrhebels o oder dessen Anliegen am Rande
des Grundteils a stattfindet und ohne daß zur Aufrechterhaltung dieses Zustandes
irgendeine Betätigung von Hand nötig ist.
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Eine solche Einrichtung ist in Abb. 9 eingezeichnet. Sie besteht aus
einem Exzenterhebel x, der um die Achse v drehbar ist, und bei dem das Maß z kleiner
ist als das Maß Z. Da die Drehachse u des Daumenhebels t in
demselben Lagerbock
A gelagert ist wie die Drehachse y des Exzenterhebels x, so wird durch die in der
Pfeilrichtung wirkende Kraft der Spiralfeder s ein Ausweichen des Daumenhebels 4
in der Richtung der Federkraft nicht herbeigeführt.
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Legt man den Exzenterhebel nach rechts um, so dreht sich der Daumenhebel
t unter der Einwirkung der Spiralfeder s um das Maß Z minus z nach rechts, und es
entsteht dann die punktiert gezeichnete Stellung beider Hebel.
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Durch entsprechende Wahl der Abmessungen beider Hebel kann man erreichen,
daß in der in Abb.9 voll ausgezogen gezeichneten Stellung der durch den Daumenhebel
t bewegte Sperrhebel o außer Eingriff mit dem Grundteil a gebracht und gleichzeitig
das Verbleiben des Daumenhebels t und mit ihm des Sperrhebels o in dieser Lage sichergestellt
wird, so daß freie Drehbarkeit des Grundteils a. gegen den Drehteil c besteht, während
nach Umlegen des Exzenterhebels x nach rechts voller Eingriff des Sperrhebelzahns
in einen der Einschnitte des Grundteils a und somit Kupplung des letzteren mit dem
Drehteil c möglich wird.
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Bringt man am Exzenterhebel .r in beliebiger Weise eine Feder an,
die das Bestreben hat, ihn gemäß Abb.9 im Sinne des Uhrzeigers zu drehen, so schnappt
er selbsttätig in die in Abb. 9 punktiert gezeichnete Stellung, sobald der Daumenhebel
t so weit nach links gedrückt wird, daß die Kante B an ihm vorbei kann.
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Diese Einrichtung gewährt.noch einen besonderen Vorteil. Wenn man
nämlich beim Gebrauch des Zeichenkopfes von demjenigen Zustande. bei welchem infolge
Drehung des Exzenterhebels x nach innen die freie Drehbarkeit des Drehteiles c gegen
den Grundteil a selbsttätig herbeigeführt ist, zu demjenigen Zustande übergehen
will, bei welchem die Spiralfeder s wirksam wird und unter ihrer Einwirkung der
Sperrhebel o in einen der Einschnitten des Grundteils a einzuschnappen
bestrebt ist; so erreicht man dies, wie oben ausgeführt, durch eine Bewegung des
Daumenhebels t nach links. Dabei muß man aber die Spiralfeder s zusammendrücken,
und man hat es nun, nachdem der Exzenterhebel -x unter der Einwirkung -einer an
ihm angreifenden Feder nach rechts umgeklappt ist, in der Hand, den Daumenhebel
t und mit ihm den Sperrhebel o mit beliebiger Geschwindigkeit in die, durch die
Spiralfeder s angestrebte Endstellung zurückkehren zu lassen. Dies ist von -Bedeutung,
da sonst der Sperrhebelzahn r unter der vollen Wirkung der Spiralfeder s auf den
Rand des Grundteils a oder in einen seiner Einschnitten, oder, was am nachteiligsten
wäre, auf die von Rand und Einschnitt gebildete Kante aufschlagen und neben dem
unerwünschten Geräusch rasche Abnutzung hervorrufen würde.
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Die beschriebene und in den Abb.9 und io dargestellte Anordnung läßt
also die folgenden Wirkungen entstehen: t. Betätigung des Daumenhebels t, während
der
Exzenterhebel x nach außen liegt, bewirkt Ausheben bzw. Einschnappenlassen des Sperrhebels
o bzw. dessen kraftschlüssiges Anliegen am Rande der Grundplatte a.
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a. Drehung des Exzenterhebels x nach innen stellt den Daumenhebel
t in einer Stellung fest, in der er den Sperrhebel o außer Eingriff mit der Grundplatte
a gebracht hat. Diese ist also gegen die Kreisscheibe c frei und bleibt es, solange
die Lage des Exzenter-13ebels x nicht verändert wird.
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3. Bei Stellung des Exzenterhebels x nach innen und geringer Drehung
des Daumenhebels t nach innen kehrt der Exzenterhebel x
unter der Einwirkung
einer geeignet angebrachten Feder in die Stellung nach außen zurück, wodurch die
unter i. beschriebe ie Betätigung des Daumenhebels t wieder möglich wird. Dabei
kann die Geschwindigkeit, finit der der Daumenhebel in die Stellung nach außen zurückkehrt,
leicht von Hand geregelt werden.