DE4240919C2 - Greifvorrichtung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Greifvorrichtung für eine unter
Zugspannung zu prüfende dünne fadenförmige Materialprobe mit
den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
Bekannte Greifvorrichtungen, wie sie zur Verwendung bei Zug
untersuchungen einzelner Faserproben mit sehr kleinem Durch
messer (z. B. 10 bis 50 µm) nützlich sind, arbeiten mit Grei
fern, die ebene Greifpolsterflächen aus Gummi haben. Ein Bei
spiel hierfür sind die von der Anmelderin, Instron Corporation,
Canton, Massachusetts, unter der Bezeichnung Modell 2712 ver
triebenen pneumatischen Greifer, und die unter der Bezeichnung
Modell 2711 vertriebenen mechanisch betätigten Greifer. Hierzu
gehören auch solche Greifer, bei denen eine Faser um ein
konisches "Horn" gewunden und dann gegen dieses gedrückt wird,
wie es bei dem Modell 2714 der Anmelderin der Fall ist.
Aus der DE 40 12 444 A1 ist eine Klemmvorrichtung für Zugprüf
geräte bekannt, bei welcher die fadenförmige Prüfprobe zwischen
quer zu ihr verlaufenden abgerundeten Stirnflächen zweier
Backen oder zwischen den Kanten zweier gegeneinandergeneigter
plattenförmiger Backen eingeklemmt wird. Bei einer aus der GB
1 130 678 bekannten Zugprüfvorrichtung wird eine zu prüfende
Stange mit rechteckigem Querschnitt zwischen an den flachen
Stangen angreifenden Messerschneiden eingeklemmt, während eine
Prüfstange mit rundem Querschnitt zwischen drei kreisförmigen,
zur Stange koaxialen Schneiden eingeklemmt wird. Ferner ist es
aus der GB 2 107 069A bekannt, einen zu prüfenden Faden um den
Umfang einer zylindrischen Gummirolle zu wickeln und die letzte
Windung tangential in eine quer zur Rollenachse geschnittene
schlitzartige Nut einzufügen, in der sie durch eine Klemmplatte
festgeklemmt wird.
Aus der GB 2 083 233A ist eine Greifvorrichtung für Zugtests
umhüllter optischer Fasern bekannt, bei welcher diese in mehre
ren Windungen in schraubenförmige Nuten eines Zylinders ge
wickelt und an dessen Ende mit einer Klemmplatte an seiner Stirn
fläche angepreßt wird. Weiterhin ist aus der DE 32 01 745 A1
eine Wickelhülse für Spulmaschinen zur Herstellung und Verarbei
tung von Kunststoffäden bekannt. Diese Wickelhülle ist mit
einer umlaufenden Fadenfangnut von rechteckigem Querschnitt
versehen, in der spielfrei ein O-Ring aus gummielastischem
Material sitzt. Dadurch wird über den ganzen Umfang der Wickel
hülse eine Fang- und Klemmwirkung erreicht und ein Zerfasern
des Fadens beim Anlegen vermieden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine wenig aufwendige
Vorrichtung zu schaffen, die das Einlegen insbesondere sehr
dünner Fasern speziell von Hand erleichtert.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale
gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprü
chen gekennzeichnet.
Der Erfinder hat festgestellt, daß man eine Greifvorrichtung
vorteilhafterweise mit einer etwa V-förmigen Nut ausbilden
kann, die ein leichtes seitliches Einführen einer Fadenprobe
erlaubt, wobei der Reibungswiderstand gegen eine Längsbewegung
der Probe zunimmt, wenn diese tiefer in die Zone gezogen wird.
Bei bevorzugten Ausführungsbeispielen werden die Nutwanderungen
durch aneinander anstoßende torusförmige Elemente oder die Win
dungen eines unter axialem Druck gehaltenen Elements mit kreis
förmigem Querschnitt gebildet.
Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der
Zeichnungen erläutert und deren Betrieb beschrieben.
Fig. 1 ist eine Querschnittsansicht, die an 1-1 von
Fig. 2 des derzeit am meisten bevorzugten Ausführungsbei
spiels der Erfindung genommen ist.
Fig. 2 ist eine Querschnittsansicht, die an 2-2 von
Fig. 1 des Ausführungsbeispiels genommen ist.
In den Fig. 1 und 2 ist eine insgesamt mit 14 be
zeichnete Fasergreifvorrichtung gezeigt, die mittels Befe
stigung durch eine Einstellschraube 12 an einer Befesti
gungsstange 10 angebracht ist (welche ihrerseits in wohlbe
kannter Weise mit einer nicht dargestellten oberen Last
zelle verbunden ist).
Die Greifvorrichtung 14 enthält einen oberen ringför
migen Bereich 16 und einen integralen unteren Bereich 18.
An dem unteren Bereich 18 ist mittels einer Schraube 20 ein
Klemmbackenträger 22 befestigt, der eine Klemmbackenträger
fläche 24 (die ein Teil eines Torus ist) und eine mit einem
Gewinde versehene Verlängerung 26 umfaßt.
In der Klemmbackenträgerfläche 24 sitzt ein aus einem
elastomeren Material bestehender Backen 28. Ein aus einem
elastomeren Material bestehender Backen 30 sitzt in einer
entsprechenden Klemmbackenträgerfläche 32 eines zweiten
Klemmbackenträgers 34, der auf einem Zapfen 36 des Klemm
backenträgers 22 angebracht ist, wobei die Backen 28 und 30
torusförmige O-Ringe mit gleichen Abmessungen und miteinan
der in einem kreisförmigen Kontakt stehend sind.
Eine Spannvorrichtung 40 für die Backen steht durch
ein Gewinde mit dem Bereich 26 in Eingriff und sitzt an der
Spindelschulter 38.
Die Greifvorrichtung 14 und ihre Backen 28, 30 sind so
angeordnet, daß die ergriffene Faser koaxial mit der Befe
stigungsstange 10 verläuft (sowie mit einer nicht darge
stellten entsprechenden unteren Befestigungsstange), wie es
in den Fig. 1 und 2 gezeigt ist.
Die O-Ringe 28 und 30 haben in entspannter Form einen
Außendurchmesser von 9,65 mm (0,380 inch) und einen Innen
durchmesser von 6,35 mm (0,250 inch) (die Öffnung des
Rings); der Querschnittsdurchmesser des festen Ringbereichs
ist 1,57 mm (0,062 inch). Im zusammengesetzten Zustand, wie
in Fig. 2 gezeigt, wird der Durchmesser von 1,57 mm (0,062
inch) auf 1,0 mm (0,040 inch) zusammengequetscht, wobei der
Querschnitt in eine nicht runde Form übergeht (wie in Fig.
2 nur schematisch dargestellt ist).
Die O-Ringe 28 und 30 sind aus einem 70-Durometer Bu
tadien-Acrylonitril-Polymer (auch als Nitril und Buna-N be
kannt) gebildet, der beispielsweise von der Nor Rubber Co.
Inc., Bloomfield, N.J. vertrieben wird.
Eine Faserprobe wird in die obere Greifvorrichtung 14
eingelegt, indem die Faserlänge zwischen zwei menschlichen
Händen gehalten und in die V-förmige Nut zwischen den
Backen 28 und 30 geschoben wird, worauf folgend dem oberen
Ende der Faser (nicht gezeigt) ein halber Schlag um die V-
Nut gegeben wird, wobei der halbe Schlag durch Handkraft in
die Nut gepreßt wird. Das untere Ende der Faser wird dann
in der gleichen Weise in einen unteren Greifer eingelegt
(der nicht gezeigt ist, aber mit dem oberen Greifer iden
tisch ist, obwohl er entgegengesetzt orientiert ist, wie es
im allgemeinen auf dem Gebiet der Greifvorrichtungen üblich
ist), wobei das untere Ende der Faserprobe in die Seite der
V-Form des Greifers eingedrückt wird, die mit der Achse der
Befestigungsstange 10 fluchtet und wobei der Platz darunter
koaxial mit dem ist, wo die Faser anfänglich in der oberen
Greifvorrichtung 14 gegriffen worden ist, und in ähnlicher
Weise die Faser in einen halben Schlag gelegt und gepreßt
wird.
Die Greifvorrichtungen werden dann in der auf dem Ge
biet der Zugversuche üblichen Weise auseinander bewegt.
Diese Bewegung beaufschlagt die Faser mit weiteren Kräften,
die sie in den beiden V-Formen nach innen treiben und bei
beiden Greifvorrichtungen für ein noch festeres Ergreifen
sorgen.
Die vorliegende Erfindung liefert eine Anzahl von Vor
teilen. Das Einlegen von sehr dünnen Fasern in die Greif
vorrichtungen ist leicht. Die gleichbleibende Natur der V-
Nut derselben macht die Ausrichtung und Anordnung von Test
zu Test in hohem Maße reproduzierbar, was insbesondere bei
der Verwendung mit optischen Extensometern wünschenswert
ist. Das geringe Gewicht der erfindungsgemäßen Greifvor
richtungen (z. B. 20 Gramm) erleichtert die Verwendung von
Lastzellen geringer Tragkraft. Alles was zum Einlegen not
wendig ist, ist die Faser in das V zu bringen; die graduell
zunehmende Reibungsgreifkraft beim Fortsetzen des longitu
dinalen Ziehens vermindert ein Zwicken und Brechen an der
Greifvorrichtung. Gebrochene Probestücke können durch Ab
wickeln aus der Nut leicht entfernt werden. Es werden keine
Betätigungsvorrichtungen benötigt und es handelt sich um
wenige und einfache Teile, was die Kosten vermindert
(sowohl für die Herstellung als auch die Wartung), wie es
die Verwendung von kostengünstigen O-Ringen als Klemmbacken
mit sich bringt. Die Koaxialität der Befestigungstangen und
der gegriffenen Faser vermindert in vorteilhafter Weise die
Effekte einer außeraxialen Belastung.
Wenn es gewünscht ist, wie es insbesondere bei sehr
elastischen Fasern der Fall sein kann, um das Greifvermögen
zu verbessern, kann eine Faser um die zwischen den Backen
gebildete V-Form gewunden werden.
Die Greifbacken können anstelle aus einem Paar von O-
Ringen aus einer einheitlichen elastomeren Backeneinheit
mit zwei durch eine V-Nut getrennten integralen Backenbe
reichen bestehen. Oder sie können aus zwei oder mehr Win
dungen eines spiralförmig gewundenen elastomeren Stabes be
stehen. Auch kann ein Backen oder beide Backen aus einem
nicht-elastomeren Material bestehen. Die Backenbereiche
brauchen sich nicht am Boden der Zone des Bereichs mit win
kelförmiger Beziehung vollständig zu schneiden, um eine
Greifvorrichtung gemäß der Erfindung zu bilden. Die V-Nut
braucht keine ebenen Backenbereiche aufzuweisen, noch brau
chen die Backenbereiche bezüglich einer Ebene symmetrisch
sein.
Claims (10)
1. Greifvorrichtung für eine unter Zugbeanspruchung zu
prüfende dünne fadenförmige Materialprobe
mit zwei Klemmbacken (28, 30), die jeweils eine Greiffläche
haben,
wobei die Greiffläche der einen Klemmbacke (28) derjenigen
der anderen Klemmbacke (30) nicht-parallel gegenübersteht
und mit ihr eine Klemmstelle für die Materialprobe definiert,
und mit einer Einrichtung zum Begrenzen einer Auseinander
bewegung der beiden Klemmbacken (28, 30),
dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmstelle durch eine V-
förmige Nut gebildet wird, die sich in eine solche Richtung
nach außen öffnet, daß die fadenförmige Materialprobe durch
Einlegen und Einpressen in die Nut, wobei die fadenförmige
Materialprobe in Zugrichtung ausgerichtet und an ihrem Ende
umgebogen ist, einklemmbar ist.
2. Greifvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Greifflächen der Klemmbacken (28, 30) durch
seitlich aneinanderstoßende torusförmige Elemente gebildet
sind.
3. Greifvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Greifflächen durch Windungen eines unter
axialem Druck gehaltenen Elements mit kreisförmigem Quer
schnitt gebildet sind.
4. Greifvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine der Greifflächen
eine Oberfläche eines Elements aus elastomerem Material ist.
5. Greifvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einer der Klemmbacken
(28, 30) ein O-Ring aus elastomerem Material ist.
6. Greifvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß jeder der Klemmbacken (28, 30) ein O-Ring aus
elastomerem Material ist.
7. Greifvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß jeder O-Ring durch einen Klemmbackenträger
(22, 34) gehalten ist.
8. Greifvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß der eine Klemmbackenträger (22) einen Zapfen
(36) enthält, der sich durch den anderen Klemmbackenträger
(34) erstreckt.
9. Greifvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Zapfen (36) ein Gewinde hat, welches mit
einer Mutter (40) in Eingriff steht, um die Klemmbacken
träger (22, 34) zum Zusammendrücken der Klemmbacken (28, 30)
zusammenzuziehen.
10. Greifvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Klemmbacken Teile eines einstückigen
spiralförmig gebogenen Stabes aus elastomerem Material sind.
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