DE4237553C2 - Stempel zur Verwendung bei einem Verfahren zum Beschichten einer Rohr-Innenfläche - Google Patents
Stempel zur Verwendung bei einem Verfahren zum Beschichten einer Rohr-InnenflächeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Stempel zur Verwendung bei einem Verfahren zum Beschich
ten einer Innenoberfläche eines länglichen Rohrelements.
Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf einen Stempel
zum Beschichten einer Innenfläche eines Rohrelements,
wobei der Stempel einen stopfen- oder stempelförmigen Körper hat.
Es besteht der Wunsch, eine Innenfläche eines Rohrelements
zur Verwendung in einem Wärmetauscher zu dem Zweck zu be
schichten, eine Korrosion zu verhindern und den Wirkungs
grad im Wärmetausch zu steigern. Eine derartige Beschich
tung ist jedoch aufgrund der Tatsache nicht einfach oder
leicht durchzuführen, daß die in einem Wärmetauscher zu
verwendenden Rohrelemente im allgemeinen von großer Länge
und in einer komplizierten Ausgestaltung gekrümmt sind.
Es ist bekannt, einen Molch zur Beseitigung von Kesselstein
und Belägen an einer Innenfläche von länglichen Rohrelemen
ten zu verwenden. Die JP-PS Sho 58-36634 offenbart eine
derartige Technik. Gemäß den Lehren dieser JP-Patent
schrift wird der Molch oder Stempel aus einem elastischen,
zylindrischen Körper gebildet, von dessen Außenfläche
wahlweise metallische Stifte vorstehen können. Dieser Stem
pel oder Molch wird verschiebbar in das Rohrelement ein
gebracht und unter einer Schubkraft, die durch hinter dem
Stempel aufgebrachten Hydraulikdruck erzeugt wird, im
Rohrelement vorwärtsbewegt.
Es besteht die Möglichkeit, das bekannte Verfahren zur Be
seitigung von Kesselstein und Belägen in einem Rohrelement
auf ein Verfahren zur Beschichtung der Innenfläche eines
länglichen Rohrelements anzuwenden. Beispielsweise kann
der Stempel mit einem Rohr oder einem Schlauch verbunden
werden, um kontinuierlich an der Außenfläche des Stempels
ein Beschichtungsmaterial aufzubringen, während der Stem
pel in Längsrichtung im Rohrelement fortbewegt wird. Ein
solches Verfahren zum Beschichten der Innenfläche des Rohr
elements kann jedoch und wird nicht zufriedenstellend sein,
weil es schwierig ist, eine Beschichtung von gleichförmi
ger Dicke dadurch zu erhalten. Dieses Problem wird im Fall
von gekrümmten Rohrelementen noch schwererwiegend.
In DE-OS 22 49 256 ist ein Verfahren zum Beschichten der
Innenfläche eines Rohres beschrieben, bei dem zwei elastisch
gegen die Rohrinnenwand abgedichtete Kolben in das Rohr
eingesetzt werden und zwischen diesen Kolben eine
Beschichtungsmasse eingebracht wird. Die Kolben und die
dazwischen befindliche Beschichtungsmasse werden mittels
Druckluft durch das Rohr geschoben. Der zweite Kolben
(Stempel) kann mit mehreren Reihen von Glättorganen versehen
sein, die die Form von Bürsten haben können. Hierbei sind die
gleich ausgestalteten Bürstenreihen kontinuierlich, d. h.
ununterbrochen, um den Kolben bzw. Stempel herum angebracht.
In DE-OS 21 36 148 ist ebenfalls ein Verfahren zur
Innenbeschichtung von Rohren beschrieben. Auch hierbei werden
Bürstenelemente mit Druckluft durch die Rohrleitung gepreßt,
wobei das Beschichtungsmaterial bis auf eine etwa 70 µm dicke
Beschichtung abgestreift wird. Gemäß diesem Dokument kann ein
Stempel verwendet werden, der eine vordere und eine
rückwärtige Reihe von Bürsten enthält, wobei die
Bürstenreihen gleich ausgestaltet sind und keine
Unterbrechung aufweisen.
Es ist deshalb die primäre Aufgabe dieser Erfindung, einen Stempel
zum Beschichten der Innenfläche eines länglichen
Rohrelements in zuverlässiger Weise aufzuzeigen.
Ein Ziel der Erfindung ist hierbei, einen Stempel zur Verfügung
zu stellen, dem eine Beschichtung von im wesentlichen gleich
förmiger Dicke an der Innenoberfläche eines länglichen
Rohrelements ausgebildet werden kann.
Erfindungsgemäß werden die genannten Aufgaben und weitere
Ziele durch einen
Stempel zur Verwendung bei einem Verfahren zur Beschichtung
einer Innenfläche eines länglichen Rohrelements gelöst, wobei
der Stempel (1) einen Körper (2) von zylindrischer Gestalt
mit einem Außendurchmesser, der geringer als ein
Innendurchmesser des Rohrelements (5) ist, umfaßt, wobei an
einem Endabschnitt dieses Körpers eine Bürste (3) ausgebildet
ist, die radial auswärts ragende Borsten besitzt, deren
radial außenliegende Enden eine zylindrische Fläche mit einem
Durchmesser bestimmen, der dem Innendurchmesser des
Rohrelements nahekommt und an einem zu dem die Bürste (3)
tragenden Endabschnitt entgegengesetzten vorwärtigen
Abschnitt des Stempelkörpers (2) zweite Bürsteneinrichtungen
(9) angebracht sind, wobei die zweiten Bürsteneinrichtungen
eine Mehrzahl von in Umfangsrichtung des Stempelkörpers (2)
beabstandeten Bürsten (9) umfassen.
Der Körper des erfindungsgemäßen Stempels aus
einem elastischen Material gefertigt sein.
Bei einem Beschichtungsverfahren unter Anwendung des erfindungsgemäßen
Stempels wird zuerst ein herkömmlicher Stopfen in das Rohrelement einge
führt. Dann wird in dieses Rohrelement Beschichtungsmate
rial eingebracht, um den Raum hinter dem herkömmlichen
Stopfen anzufüllen. Anschließend wird der erfindungsgemäße Stem
pel in das Rohrelement eingebracht und einem Vorwärtsdruck
ausgesetzt. Die vorwärts gerichtete Antriebskraft, die auf
den erfindungsgemäßen Stempel mittels eines Fluiddrucks aufge
bracht werden kann, wird durch das Beschichtungsmaterial
dem herkömmlichen Stopfen vermittelt, so daß der Stopfen
und der Stempel im Rohrelement vorwärtsbewegt werden.
Während dieses Vorgangs wird das Beschichtungsmaterial
gleichförmig auf die Innenfläche des Rohrelements aufge
tragen.
Es hat sich gezeigt, daß dieses Verfahren
eine Beschichtung mit 50 bis 300 µm von gleichförmiger
Dicke herstellen kann. Das Beschichtungsmaterial ist vor
zugsweise ein solches mit einer Viskosität von 250 bis
1200 mPa·s. Ein bevorzugter Antriebsdruck, der auf den
Stempel aufgebracht wird, ist geringer als etwa 1 bar.
In der am meisten bevorzugten Weise soll der
Druck etwa 0,1 bis 0,5 bar betragen.
Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die Zeichnun
gen anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines
Stempels gemäß eines Referenzbeispiels;
Fig. 2 eine schematische Seitenansicht eines
Beschichtungs-Verfahrensablaufs;
Fig. 3 eine Draufsicht auf einen Stempel in einer
erfindungsgemäßen Ausführungsform;
Fig. 4 eine teilweise geschnittene Seitenansicht des in
Fig. 3 dargestellten Stempels.
Gemäß Fig. 1 umfaßt ein Stempel 1 einen zylindrischen Kör
per 2 aus einem elastischen Material, wie z. B. geschäumtes
Polyurethanharz. Bei dem in Fig. 1 gezeigten Referenzbeispiel
hat der Stempel 1 einen vorderen, sich verjüngenden
Endabschnitt, wobei diese Ausgestaltung jedoch nicht ab
solut notwendig ist. Der zylindrische Körper 2 kann an
seiner Außenfläche mit einer Mehrzahl von in Längsrichtung
beabstandeten umlaufenden Bändern versehen sein, die in
Fig. 1 nicht dargestellt sind.
Am rückwärtigen Endabschnitt des Körpers 2 ist eine an die
sem Körper feste Bürste 3 vorgesehen, die eine Längser
streckung hat, welche etwa 1/3 der Länge des Körpers 2 aus
macht. Die Bürste 3 besteht aus einer Vielzahl von radial
sich erstreckenden Borsten oder Fibern mit einer Länge von
5 bis 35 mm, die in ein Gewebe 4 eingebettet sind, das an
der Außenfläche des rückwärtigen Endabschnitts des Körpers
2 befestigt ist.
Die Länge der Borsten (Fibern) beeinflußt die Dicke der Be
schichtung. Beispielsweise soll die Borstenlänge für eine
Beschichtungsdicke von 50 µm etwa 25 mm betragen. Eine
Borstenlänge von annähernd 9 mm ist für die Beschichtungs
dicke von 300 µm geeignet.
Bei dem in Fig. 2 gezeigten Beschichtungsvorgang
wird ein an seiner Innenfläche zu beschichtendes
Rohrelement an seinem einen Ende mit einem auswärts ausge
kelchten Einführteil 6 versehen. Das Rohrelement 5 kann
irgendeine Ausgestaltung und Länge haben.
Für das Beschichten wird ein erster Stopfen 7 verschieb
bar durch das Einführteil 6 hindurch in das Rohrelement 5
eingesetzt. Dieser erste Stopfen besteht aus einem ela
stischen, zylindrischen Material, z. B. aus geschäumtem
Polyurethan. Der Außendurchmesser des ersten Stopfens 7
kommt dem Innendurchmesser des Rohrelements 5 sehr nahe
oder ist diesem Innendurchmesser eng angepaßt. Nach dem
Einbringen des ersten Stopfens 7 in das Rohrelement 5 wird
in dieses hinter dem ersten Stopfen 7 Beschichtungsmateri
al 8 eingebracht. Dieses Beschichtungsmaterial kann von
irgendeiner herkömmlichen Art sein, es wird jedoch bevor
zugt, daß dieses Material eine Viskosität von 250 bis
1200 mPa·s hat.
Anschließend wird ein zweiter Stempel 1 in das Rohrelement
5 eingeführt. Dieser Stempel kann ein solcher sein, wie er
in Fig. 1 gezeigt ist, und er hat einen Körper 2 sowie eine
Bürste 3. Dann wird ein pneumatischer Druck von etwa
0,1 bis 0,3 bar durch das Einführteil 6 aufgebracht, um
den zweiten Stempel 1 zum ersten Stopfen 7 hin zu drücken.
Das Beschichtungsmaterial wird zwischen dem ersten Stop
fen und dem zweiten Stempel komprimiert und zur Berührung
mit der Innenfläche des Rohrelements 5 zwangsweise ge
bracht. Die auf den zweiten Stempel 1 aufgebrachte Vor
triebskraft wird durch das Beschichtungsmaterial auf den
ersten Stopfen 7 übertragen, so daß dieser im Rohrelement 5
zusammen mit dem zweiten Stempel 1 vorwärtsbewegt wird.
Die Bürste 3 am zweiten Stempel 1 bringt das Beschichtungs
material auf die Innenfläche des Rohrelements auf, um eine
Beschichtung von im wesentlichen gleichförmiger Dicke zu
bilden. Es wird bevorzugt, als zweiten Stempel einen sol
chen zu verwenden, dessen Bürste 3 eine Borstenlänge von
25 mm für die Beschichtungsdicke von 50 µm und eine Bor
stenlänge von 9 mm für die Beschichtungsdicke von 300 µm
hat. Der Berührungsdruck der Borsten oder Fibern der Bür
ste 3 des zweiten Stempels kann dem Bürstendruck, welcher
normalerweise bei einem Walzenauftragverfahren zur Anwen
dung kommt, äquivalent sein.
Die Fig. 3 und 4 zeigen eine erfindungsgemäße Ausführungsform des
zweiten Stempels 1, der ebenfalls einen zylindrischen Kör
per 2 und eine Bürste 3 wie der Stempel von Fig. 1 be
sitzt. Jedoch ist in diesem Fall der Körper 2 an seinem
vorderen Abschnitt mit in Umfangsrichtung zueinander beab
standeten zweiten Bürsten 9 ausgestattet, die aus Borsten
oder Fibern desselben Materials wie für die Bürste 3 ge
fertigt sein können. Die zweiten Bürsten 9 sind wirksam,
um den zweiten Stempel mit Bezug zum Rohrelement 5 in
konzentrischer Lagebeziehung zu halten. Ferner verhindern
die zweiten Bürsten 9 ein Schwanken des zweiten Stempels
während dessen Vorwärtsbewegung. Deshalb müssen die zwei
ten Bürsten nicht notwendigerweise von nennenswerter Ab
messung in Längs- und Umfangsrichtung sein. Die zweiten
Bürsten sollen so klein wie möglich sein, weil sie an
sonsten die zum Vortrieb von Stopfen und Stempel benötigte
Kraft erhöhen.
Die Erfindung ermöglicht somit ein Verfahren zum Beschichten
einer Innenfläche eines länglichen Rohrelements, wobei
ein erster Stopfen mit einem elastischen, zylindrischen
Körper, dessen Außendurchmesser dem Innendurchmesser des
Rohrelements nahekommt, und ein zweiter Stempel mit einem
zylindrischen Körper, dessen Außendurchmesser geringer als
der Innendurchmesser des Rohrelements ist, zur Anwendung
kommen. Am Endabschnitt des Körpers des zweiten Stempels
ist eine Bürste mit radial auswärts gerichteten Borsten
angebracht, deren radial außenliegende Enden eine zylin
drische Fläche bestimmen, deren Durchmesser dem Durchmes
ser des Rohrelements eng angepaßt ist. In einem ersten
Schritt des Verfahrens wird der erste Stopfen in das Rohr
element eingeführt, in einem zweiten Schritt Beschichtungs
material in das Rohrelement eingebracht und in einem drit
ten Schritt der zweite Stempel in das Rohrelement so ein
geführt, daß die Bürste rückwärts gerichtet ist, d. h.,
dem ersten Stopfen abgewandt ist. Anschließend wird auf
das rückwärtige Ende des zweiten Stempels eine Vortriebs
kraft aufgebracht, um diesen Stempel im Rohrelement und
hierdurch den ersten Stopfen vorwärtszutreiben, wobei
das Beschichtungsmaterial bei der Vorwärtsbewegung von
Stopfen und Stempel auf die Innenfläche des Rohrelements
aufgetragen wird.
Claims (3)
1. Stempel zur Verwendung bei einem Verfahren zur
Beschichtung einer Innenfläche eines länglichen Rohr
elements, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stempel (1) einen Körper (2) von zylindrischer Gestalt mit einem Außendurchmesser, der geringer als ein Innen durchmesser des Rohrelements (5) ist, umfaßt, wobei an einem Endabschnitt dieses Körpers eine Bürste (3) ausge bildet ist, die radial auswärts ragende Borsten besitzt, deren radial außenliegende Enden eine zylindrische Fläche mit einem Durchmesser bestimmen, der dem Innendurchmesser des Rohrelements nahekommt und
daß an einem zu dem die Bürste (3) tragenden Endabschnitt entgegengesetzten vorwärtigen Abschnitt des Stempelkörpers (2) zweite Bürsteneinrichtungen (9) angebracht sind, wobei die zweiten Bürsteneinrichtungen eine Mehrzahl von in Umfangsrichtung des Stempelkörpers (2) beabstandeten Bürsten (9) umfassen.
daß der Stempel (1) einen Körper (2) von zylindrischer Gestalt mit einem Außendurchmesser, der geringer als ein Innen durchmesser des Rohrelements (5) ist, umfaßt, wobei an einem Endabschnitt dieses Körpers eine Bürste (3) ausge bildet ist, die radial auswärts ragende Borsten besitzt, deren radial außenliegende Enden eine zylindrische Fläche mit einem Durchmesser bestimmen, der dem Innendurchmesser des Rohrelements nahekommt und
daß an einem zu dem die Bürste (3) tragenden Endabschnitt entgegengesetzten vorwärtigen Abschnitt des Stempelkörpers (2) zweite Bürsteneinrichtungen (9) angebracht sind, wobei die zweiten Bürsteneinrichtungen eine Mehrzahl von in Umfangsrichtung des Stempelkörpers (2) beabstandeten Bürsten (9) umfassen.
2. Stempel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß
der Körper (2) aus elastischem Material gefertigt ist.
3. Stempel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß
die Borsten der Bürste (3) eine Länge von 5 bis 35 mm
haben.
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