DE4201248A1 - Werkzeug fuer spanabhebende komplettbearbeitung - Google Patents
Werkzeug fuer spanabhebende komplettbearbeitungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Werkzeug für die einseitig, span
abhebende Komplettbearbeitung der Oberflächen rotationssymme
trischer Werkstücke auf Drehmaschinen, Bearbeitungszentren,
Fräs- und Bohrmaschinen oder durch andere Antriebe.
Bei einem derartigen Werkzeug wird mit seinen spanabhebenden
Werkzeugen gleichzeitig die innere und äußere Oberfläche eines
rotationssymmetrischen sich drehenden oder stillstehenden Werk
stückes in einer Aufspannung bearbeitet. Dabei müssen die von
einander abhängigen Abmessungen und Toleranzen eingehalten
werden.
Es ist bekannt, daß zur Erfüllung dieser Erfordernisse die
spanabhebende Bearbeitung rotationssymmetrischer Oberflächen an
Werkstücken, vorwiegend auf Drehmaschinen, mit einer Vielzahl
von Schlitteneinheiten und Revolver, auf denen spanabhebende
Werkzeuge befestigt sind, durchgeführt wird. Auch werden hier
speziell für das jeweilige Werkstück, neben Sonderwerkzeugen,
auch Plan-, Ausdreh- und Kombinationswerkzeuge eingesetzt. Diese
Werkzeuge arbeiten nacheinander und nur entweder jeweils an der
äußeren oder inneren Oberfläche des Werkstückes und daher nicht
gleichzeitig. Auch sind die spanabhebenden Werkzeuge, besonders
bei den Bohrstangen und Sonderwerkzeugen, entweder gar nicht,
oder nur begrenzt in einem engen Bereich verstellbar, so daß
sie für Werkstücke mit anderen größeren oder kleineren Abmes
sungen nicht verwendbar sind. Die erforderlichen Toleranzen und
die gegenseitig in der Genauigkeit der Abmessungen voneinander
abhängigen Maße sind dabei oft schwer einzuhalten. Diese Art
der Bearbeitung erfordert, neben langen kostenintensiven Bearbei
tungszeiten, auch teure Maschinen- und Werkzeuginvestitionen, die
nur bei sehr großen Stückzahlen vertretbar sind. Eine Komplett
bearbeitung dieser Werkstücke ist auf Bearbeitungszentren, Fräs- und
Bohrmaschinen oder mit Hilfe einfacher Antriebe nicht möglich.
Auch muß bei der Herstellung von Konturen und Hinterschneidungen
das Werkstück meist auf einer anderen Maschine neu aufgespannt
und bearbeitet werden, was der Genauigkeit wiederum abträglich
ist und zusätzliche Maschinen-, Werkzeug- und Fertigungskosten
verursacht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug zu schaf
fen, das so gestaltet ist, daß die innen und außen liegenden, so
wie hinterschnittenen und konturartigen rotationssymmetrischen
Oberflächen des Werkstückes einseitig, in einer Aufspannung und
Vorschubbewegung, die längs der Mittelachse verläuft, herge
stellt werden können. Weiter müssen die einzelnen Teile des
Werkzeuges demontierbar und weitgehendst verstellbar und auch
für andere Werkstücke verwendet werden können. Auch müssen Be
arbeitungszentren, Fräs- und Bohrmaschinen, sowie einfache Antrie
be zur Bearbeitung rotationssymmetrischer Werkstücke einsetzbar
sein. Die Fertigungszeit und Kosten sind dabei zu minimieren.
Diese Aufgabe wird erfindungsmäßig nach Patentanspruch 1 gelöst.
Die Vorteile ergeben sich durch den zusammengesetzten und wieder
demontierbaren Aufbau des Werkzeuges, der somit für jedes andere
Werkzeugstück verwendet werden kann. Seine spanabhebenden Werk
zeuge 4 können dabei genau auf die Maße des zu bearbeitenden
Werkstückes ein- und nachgestellt werden. Die Hinterschneidungen
und Konturen werden hergestellt, indem der äußere, entweder fest
stehende oder bewegliche Führungsring 6 und der innere Führungs
dorn 28 mit Auflaufkanten 10 versehen sind, an denen die Auflauf
kanten 11 der beweglichen Halter 9 mit dem spanabhebenden Werk
zeug 4 an die hier geradlinig gezeigte Führung 10a entlang glei
tet und somit die gleiche Form an der Oberfläche 30 des Werk
stückes 26 herstellt. Statt der geradlinigen Führung 10a kann diese
auch konisch, abgesetzt, ballig oder kurvenförmig ausgebildet
sein, so daß jederzeit eine bestimmte geformte Oberfläche 30 auf
das Werkstück 26 übertragen wird, gleichzeitig im Verbund mit
den anderen, im Eingriff stehenden spanabhebenden Werkzeugen 4,
während der Vorschubbewegung 25 in Richtung der Mittelachse 33
des Werkzeuges, oder des Werkstückes hergestellt wird. Um die
gleiche Wirkung zu erzielen, kann der Führungsring 6 auch längs
der Vorschubrichtung 25 oder radial zu dieser verschoben werden.
Dies kann, je nachdem das Werkstück 26 entsprechend ausgebildet
ist, und dabei das Werkzeug rotiert, notwendig sein. Durch die
vorher genaue Einstellung der spanabhebenden Werkzeuge 4 werden
die Bearbeitungsmaße und Toleranzen absolut eingehalten. Durch
diese Fertigungsweise ist kein kostenintensiver Aufwand an Ma
schinen und Werkzeugen notwendig. Gleichzeitig werden die Fer
tigungszeiten minimiert und dieses Werkzeug kann jetzt auch an
Bearbeitungszentren, Fräs- und Bohrmaschinen und auch einfachen
Antrieben zur Bearbeitung rotationssymmetrischer Werkstücke einge
setzt werden. Durch die gleichzeitige, einseitige Bearbeitung der
innen und außen liegenden Oberflächen 30 ist die Genauigkeit ab
solut gegeben. Außerdem entfällt das für die Herstellung der
Konturen notwendige Umspannen des Werkstückes. Die Größe der
Stückzahlen ist beim Einsatz dieses Werkzeuges jetzt ohne Bedeu
tung. Die gestellten Aufgaben sind im Rahmen der Erfindung damit
vollständig gelöst.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dar
gestellt und wird im folgenden beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 und 2 eine Seitenansicht des Werkzeuges in der End
stellung des jetzt fertig bearbeiteten Werk
stückes,
Fig. 3, 4 und 5 eine Vorderansicht des Grundkörpers 1,
Fig. 6 eine Draufsicht auf den Grundkörper 1 von
Fig. 5.
In der Fig. 1 und 2 sind die Haltestangen 2, 3, 18, 19 in einer
Ebene aufgezeichnet und nicht wie in der Fig. 3 erkenntlich, am
Umfang des Grundkörpers 1, der aus mehreren Teilen, wie mittig an
geordneter Haltestange 13 und Einspannzapfen 5, zum Befestigen
eines Antriebes besteht. Die Haltestangen 2, 3, 18, 19 sind über
Schraubgewinde 7 und Buchsen 12 und 16 am Grundkörper 1 befestigt,
wobei jede andere Befestigungsweise möglich ist. Man erkennt wei
ter die Werkzeuge 4, die an den entsprechend ausgebildeten Halte
stangen 2, 3, 13, 18, 19 befestigt sind, während andere spanabhebende
Werkzeuge 4 mit ihrem beweglichen Halter 9 über die Auflaufkante
10, 11 des geschnitten gezeichneten Führungsrings 6 durch die Füh
rung 10 und 10a in einer definierten Stellung gehalten werden, wie
bei der Fig. 1 und 2 gezeigt, außer den Bearbeitungsflächen 30
und 31, Hinterschneidungen und Konturen herstellt. Eine weitere
Möglichkeit, die letzteren herzustellen, geschieht durch entsprech
ende Ausbildung der Führungsflächen 10a oder durch Verschieben
des Führungsringes 6 in Vorschubrichtung 25, oder senkrecht zur
Mittelachse 33. Der Führungsring 6 ist, wie in der Fig. 3 erkennt
lich und in diesem Falle an einem Haltewinkel 20, durch die Befes
tigungsschraube 21 am feststehenden Maschinentisch 27 oder am be
weglichen Support 22 befestigt oder umgekehrt. Um die Stabilität
der Haltestangen 2, 3, 18, 19 während des Zerspanungsvorganges zu er
höhen und Vibrationen zu vermeiden, sind jeweils, wie in Fig. 1
und 2 gezeigt ein, um diese greifender Versteifungsring 8 mit
tels dem Gewinde 7 sowohl außen, als auch innen, angebracht. Die
gleiche Wirkung ergibt der in der Fig. 2 gezeigte Führungsdorn
28, in dessen Bohrung 36 ein Führungszapfen 35 während des Vor
schubes 25 eingreift. Das Werkstück 26 ist geschnitten gezeich
net und wird durch den Spannteil 24 gehalten. Dieser kann sowohl
auf einem Maschinentisch 27 feststehend montiert, als auch auf
einer Drehmaschine rotierend befestigt sein. In der Fig. 1 ist
weiter die zentrisch am Grundkörper 1 angeordnete, befestigte Hal
testange 13 mit den Befestigungsringen 15 und den Schraubgewinden
7 gezeigt. Die Befestigungsringe 15 sind so ausgebildet, daß die
spanabhebenden Werkzeuge 4 auch radial verstellt werden können.
Der genaue Abstand zum Grundkörper 1 und den Befestigungsringen
15 sowie den spanabhebenden Werkzeugen 4 wird durch die Buchsen
14 hergestellt. An der mittig angeordneten Haltestange 13 ist an
ihrem Ende 32 sowie am Grundkörper 1 eine Aufnahme vorgesehen, in
die entweder ein Bohrer oder, wie in der Fig. 2 gezeigt, ein
Führungszapfen 35 befestigt werden kann. In der Fig. 3 ist wei
ter ersichtlich, daß die Haltestangen 2, 3, 18, 19 wie anfangs in
der Fig. 1, die in einer Ebene gezeichnet ist, jeweils nach dem
Werkstück 26 unterschiedlich und nicht kreisförmig am Grundkörper
1 angeordnet und mit den Schraubgewinden 7, 12, 16 befestigt werden.
In der Fig. 4, 5, 6 wird der Grundkörper 1 mit jeweils verschie
denen Aufnahmen 12a, 29 mit dem Schraubgewinde 7 und der Halte
stange 13 gezeichnet. Der Grundkörper 1 kann dabei im Rahmen der
Erfindung in einer Vielzahl von Ausführungsformen ausgeführt
werden.
Claims (11)
1. Werkzeug, für die einseitig, spanabhebende Komplettbearbei
tung der Oberflächen rotationssymmetrischer Werkstücke auf
Drehmaschinen, Bearbeitungszentren, Fräs- und Bohrmaschinen
oder durch andere Antriebe, dadurch gekennzeichnet, daß der
Grundkörper (1) aus einem, oder mehreren Teilen bestehend, für
seinen Antrieb, oder Befestigung, mit einem Einspannzapfen (5)
oder anderem, sowie variablen Durchbrüchen (12a), Spannuten
(29) sowie Gewinden (7) oder den gleichen Zweck erfüllenden
Ausformungen, so versehen ist, daß damit annähernd parallel
zur Mittelachse (33) und senkrecht zum Grundkörper (1), Halte
stangen (2, 3, 13, 18, 19) befestbar und diese, weiter so ausge
bildet sind, daß an ihnen spanabhebende Werkzeuge (4) fest
oder mittels beweglichen Halter (9), die vorzugsweise radial,
oder parallel zur Mittelachse (33) verschiebbar und so ange
bracht sind, daß die spanabhebenden Werkzeuge (4) mit den in
nen und außen liegenden rotationssymmetrischen Oberflächen
(30) eines bearbeiteten, stillstehenden, oder sich drehenden
Werkstückes (26) identisch sind und mit einer Vorschubbewe
gung (25), die parallel zur Mittelachse (33) verläuft, das Werk
stück (26) spanabhebend bearbeiten.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Haltestangen (2, 3, 18, 19) kreisförmig oder in anderer Form, dem
Werkstück (26) entsprechend, am Grundkörper (1) befestigt sind.
3. Werkzeug nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
an der mittig angeordneten Haltestange (13) eine Aufnahme vor
gesehen ist, in die entweder ein Bohrer, oder ein Führungs
zapfen (35) befestigt wird.
4. Werkzeug nach Anspruch 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß im
Mittelpunkt des Grundkörpers (1) sich ein Führungszapfen (35) be
findet, der in die Führungsbohrung (36) des Führungsdornes (28)
eintaucht und dadurch geführt wird.
5. Werkzeug nach Anspruch 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Befestigungsringe (15) so ausgebildet sind, daß die daran be
festigten, spanabhebenden Werkzeuge (4) radial verstellt werden
können.
6. Werkzeug nach Anspruch 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Versteifungsring (8) die Haltestangen (2, 3, 18, 19) stabilisiert.
7. Werkzeug nach Anspruch 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Führungsring (6), oder Teile davon, feststehend, parallel zur
Vorschubrichtung (25) in Richtung der Mittelachse (33), oder
senkrecht zu dieser verstellt werden kann.
8. Werkzeug nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß der
Abstand der Befestigungsringe (15) untereinander und zum Grund
körper (1) durch Buchsen (14) festgelegt ist.
9. Werkzeug nach Anspruch 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Führungsfläche (10a) eine Ausbildung aufweist, die mit der
Oberfläche (30) des zu bearbeitenden Werkstückes (26) identisch
ist.
10. Werkzeug nach Anspruch 1-9, dadurch gekennzeichnet, daß der
Führungsring (6) mit Haltewinkel (20) durch Schrauben (21) am
Maschinentisch (27) oder am beweglichen Support (22) befestigt
ist.
11. Werkzeug nach Anspruch 1-10, dadurch gekennzeichnet, daß das
Werkstück (26) durch den Spannteil (24) fest auf dem Maschinen
tisch (27) gespannt ist und das Werkzeug rotiert oder umge
kehrt.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924201248 DE4201248A1 (de) | 1992-01-18 | 1992-01-18 | Werkzeug fuer spanabhebende komplettbearbeitung |
| DE9200818U DE9200818U1 (de) | 1992-01-18 | 1992-01-18 | Werkzeug für spanabhebende Komplettbearbeitung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924201248 DE4201248A1 (de) | 1992-01-18 | 1992-01-18 | Werkzeug fuer spanabhebende komplettbearbeitung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4201248A1 true DE4201248A1 (de) | 1993-07-22 |
Family
ID=6449778
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19924201248 Withdrawn DE4201248A1 (de) | 1992-01-18 | 1992-01-18 | Werkzeug fuer spanabhebende komplettbearbeitung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4201248A1 (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE949702C (de) * | 1952-03-25 | 1956-09-27 | Alfred Redeker | Umlaufender Messerkopf |
| DE3935399C1 (de) * | 1989-10-24 | 1991-03-28 | Emag Maschinenfabrik Gmbh, 7335 Salach, De |
-
1992
- 1992-01-18 DE DE19924201248 patent/DE4201248A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE949702C (de) * | 1952-03-25 | 1956-09-27 | Alfred Redeker | Umlaufender Messerkopf |
| DE3935399C1 (de) * | 1989-10-24 | 1991-03-28 | Emag Maschinenfabrik Gmbh, 7335 Salach, De |
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