DE4101841C2 - Verwendung von Sabal-Extrakten zum Behandeln von Mammakarzinomen - Google Patents
Verwendung von Sabal-Extrakten zum Behandeln von MammakarzinomenInfo
- Publication number
- DE4101841C2 DE4101841C2 DE19914101841 DE4101841A DE4101841C2 DE 4101841 C2 DE4101841 C2 DE 4101841C2 DE 19914101841 DE19914101841 DE 19914101841 DE 4101841 A DE4101841 A DE 4101841A DE 4101841 C2 DE4101841 C2 DE 4101841C2
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- extracts
- sabal
- acid ethyl
- ethyl ester
- extract
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Fee Related
Links
Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61K—PREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
- A61K36/00—Medicinal preparations of undetermined constitution containing material from algae, lichens, fungi or plants, or derivatives thereof, e.g. traditional herbal medicines
- A61K36/18—Magnoliophyta (angiosperms)
- A61K36/88—Liliopsida (monocotyledons)
- A61K36/889—Arecaceae, Palmae or Palmaceae (Palm family), e.g. date or coconut palm or palmetto
Landscapes
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Natural Medicines & Medicinal Plants (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Alternative & Traditional Medicine (AREA)
- Biotechnology (AREA)
- Botany (AREA)
- Medical Informatics (AREA)
- Medicinal Chemistry (AREA)
- Microbiology (AREA)
- Mycology (AREA)
- Pharmacology & Pharmacy (AREA)
- Epidemiology (AREA)
- Animal Behavior & Ethology (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- Public Health (AREA)
- Veterinary Medicine (AREA)
- Medicines Containing Plant Substances (AREA)
- Cosmetics (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft die Verwendung von Sabal-Extrakten zum
Behandeln von Mammakarzinomen, insbesondere zum Behandeln von
Östrogen-abhängigen Mammakarzinomen.
Östrogene werden in den weiblichen Keimdrüsen und ferner auch in
extragonadalen, d. h. peripheren Geweben gebildet, wobei die
periphere Östrogenbildung bei Frauen nach der Menopause die
einzige Östrogenquelle darstellt. Beim Mann werden ebenfalls
Östrogene gebildet; dies geschieht unter physiologischen
Bedingungen nahezu ausschließlich in peripheren Geweben.
Beispielsweise konnte nachgewiesen werden, daß Östrogene im
Fettgewebe, in quergestreifter Muskulatur, der Leber, den
Haarfollikeln und in Hautfibroblasten gebildet werden. Östrogen
bildung konnte aber auch bei der Pathogenese von Mammakarzinomen
an zahlreichen Proben nachgewiesen werden.
Die Aromatisierung der Vorstufen Testosteron und Androstendion
bildet den letzten Schritt im Biosyntheseweg der Östrogene. Der
Begriff "Aromatase" bezeichnet ein Enzymsystem, das die Um
wandlung (Aromatisierung) von Testosteron und Androstendion zu
den Östrogenen Östradiol bzw. Östron bewirkt. Eine selektive
Hemmung der Aromatase stört somit nicht die Bildung anderer
wichtiger Sexualsteroide.
Hemmstoffe der Aromatase ermöglichen daher eine selektive Senkung
der Östrogenproduktion und sind von besonderem klinischen
Interesse für Prophylaxe und Therapie von Mammakarzinomen,
insbesondere von östrogenabhängigen Mammakarzinomen.
Synthetische steroidale und nicht-steroidale Aromatasehemmer sind
bereits im Stand der Technik bekannt. Beispiele für entsprechende
Substanzen sind in der DE-OS 37 20 234 und der dort zitierten
Literatur (vgl. insbesondere Seite 5, Zeilen 6 bis 10) sowie in
der EP-A-0 334 425 beschrieben. Nachteilig an diesen Substanzen
sind deren Nebenwirkungen, die weitgehend auf sexual-spezifischen
metabolischen oder auch hypophysen-hemmenden Wirkungen beruhen.
Erfindungsgemäß konnte erstmals gezeigt werden, daß ein reiner
Pflanzenextrakt, nämlich ein Extrakt aus den Früchten der
afrikanischen Zwergpalme Sabal serulatum (synonym Serenoa repens)
stark hemmende Wirkung auf die Aromatase ausübt.
Die Herstellung alkoholischer, hydroalkoholischer und öliger
Extrakte aus Sabalfrüchten und deren Verwendung zur Behandlung
der Prostatahyperplasie ist seit langem bekannt.
Die Aromatase hemmende Wirkung von Sabal-Extrakten war jedoch
bislang unbekannt.
Erfindungsgemäß hat es sich überraschenderweise gezeigt, daß nach
bekannten Verfahren hergestellte Sabal-Extrakte eine im Vergleich
mit bekannten Hemmstoffen wie Testolacton deutliche Hemmaktivität
aufweisen (vgl. Beispiel 4).
Die Herstellung der erfindungsgemäß verwendeten Extrakte kann
nach bekannten Verfahren mit polaren (hydrophilen), wie bei
spielsweise alkoholischen, apolaren (lipophilen) oder wenig
polaren. Lösungsmitteln sowie mit Mischungen derselben oder mit
überkritischen Gasen erfolgen.
Als alkoholische Extraktionsmittel können ein- oder mehrwertige
Alkohole und deren Isomere, beispielsweise Methanol, Ethanol,
Propanol, Isopropanol oder Polyglykole eingesetzt werden.
Als apolare Extraktionsmittel kommen beispielsweise Pentan,
Hexan, Heptan, Petrolether oder Ligroin sowie Gemische derselben
und Halogenkohlenwasserstoffe, wie beispielsweise Dichlormethan,
Chloroform, Perchlorethylen und Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe
in Betracht.
Als wenig polare organische Lösungsmittel können aliphatische
Ketone, wie beispielsweise Aceton, aliphatische Ether, wie
beispielsweise Diethylether und aliphatische Ester, wie bei
spielsweise Ethylacetat oder Mischungen derselben eingesetzt
werden.
Die Extrakte werden nach im Stand der Technik bekannten Verfahren
gewonnen, indem die Pflanzenteile vorzugsweise in zerkleinertem
Zustand mit den jeweiligen Lösungsmitteln mazeriert oder
perkoliert, die Extrakte gegebenenfalls aufkonzentriert,
gereinigt und, falls gewünscht, getrocknet, beispielsweise
gefriergetrocknet werden. Vorzugsweise werden die zerkleinerten
Pflanzenteile bei 15 bis 25°C, insbesondere bei etwa 20°C und
Normaldruck mazeriert.
Gemäß einer Ausführungsform des Verfahrens werden die zer
kleinerten Früchte mit 60%-igem Ethanol extrahiert (vgl. Beispiel
1) und der Extrakt nach Filtrieren entweder als solcher oder nach
Einengen gegebenenfalls bis zur Trockne für die pharmazeutische
Verwendung formuliert.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt die
Extraktion mit 96%-igem Ethanol, wobei entweder der Gesamtextrakt
nach Verdünnen oder Einengen verwendet werden kann, oder aber die
polare und die unpolare Phase beispielsweise durch Destillation
oder durch einfaches Stehenlassen voneinander getrennt werden
können. Erfindungsgemäß hat sich gezeigt, daß in einem solchen
Falle beide Phasen das aktive Wirkprinzip enthalten (vgl.
Beispiel 2 in Verbindung mit Beispiel 5).
Gemäß einer weiteren, besonders bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung wird ein öliger Extrakt verwendet, welcher durch die
Behandlung der zerkleinerten Früchte nach dem Verfahren der EP-A-
0 250 953 mit CO₂ bei hyperkritischen Bedingungen gewonnen wurde
(vgl. Beispiel 3). Die Offenbarung der EP-A-0 250 953 ist erfin
dungsgemäß ausdrücklich miteinbezogen.
In diesem Verfahren wird die Extraktion bei Temperaturen im
Bereich von 30 bis 50°C und Drücken von 100 bis 300 bar und die
Evaporation bei Temperaturen von 20 bis 30°C und Drücken von 50
bis 70 bar durchgeführt. Das Verfahren ist u. a. deswegen
besonders vorteilhaft, weil das Extraktionsprodukt ohne weitere
Aufreinigung pharmazeutisch angewendet werden kann. Nach diesem
Verfahren hergestellte Extrakte bestehen, bezogen auf den
Trockenstoffgehalt, zum überwiegenden Anteil (etwa 80 bis 95%)
aus Fettsäuren und zu einem geringen Anteil (0,1 bis 0,4%) aus
Fettalkoholen. Der Gesamtgehalt an Phytosteroiden beträgt etwa
0,1 bis 0,5%, bezogen auf das Gesamtprodukt (vgl. Beispiel 3).
Die zuvor genannten Werte können selbstverständlich von Auf
bereitung zu Aufbereitung variieren, insbesondere aufgrund der
Schwankungung bezüglich der Inhaltsstoffe in den Ausgangs
früchten.
Eine entsprechende Zusammensetzung des Extrakts wird erhalten,
wenn man die Mazeration bzw. Perkolation mit lipophilen (apola
ren) Lösungsmitteln, wie beispielsweise Hexan, Heptan oder
Ligroin durchführt. Mit zunehmender Polarität des Extrations
mittels ändert sich zwar die quantitative Zusammensetzung des
Extrakts in dem Sinne, daß größere Mengen gesättigter Fettsäuren
mit niedrigerer C-Zahl zu Ungunsten von ungesättigten Fettsäuren
bzw. von Fettsäuren mit hoher C-Zahl erscheinen, die qualitative
Zusammensetzung des Extrakts ändert sich dadurch jedoch nicht
(vgl. Beispiele 1 und 3). Ferner werden bei Einsatz von alkohol
haltigen Extraktionsmitteln Fettsäuren zumindest teilweise zu
Estern umgesetzt.
Überraschenderweise hat es sich jedoch erfindungsgemäß gezeigt,
daß das die Aromatase hemmende Wirkprinzip unabhängig von der
polaren oder apolaren Natur der eingesetzten Lösungsmittel in dem
Extrakt vorhanden ist (vgl. Beispiele 4 und 5) und daß selbst bei
Auftrennung des Gesamtextraktes, wie er mit 96%-igem Ethanol
gewonnen wird, in dessen lipophile und lipophobe Phase, beide
Phasen die erfindungsgemäße Wirksamkeit aufweisen.
Für die erfindungsgemäße Verwendung können die Extrakte per se
oder nach Einengen gegebenenfalls bis zur Trockne in den jeweils
gewünschten Konzentrationen für die pharmazeutische Anwendung
formuliert werden.
Vorzugsweise werden sie zusammen mit Trägerstoffen wie beispiels
weise Calciumcarbonat und Lactose als Tabletten oder Kapseln oder
mit beispielsweise Olivenöl oder anderen pflanzlichen Ölen als
Weichgelatinekapseln oder auch in Mischungen aus beispielsweise
Wasser/Ethanol mit Polyethylenglykol oder Propylenglykol als
Säfte formuliert. Ferner können die Extrakte in an sich bekannten
Trägersystemen für die transdermale Applikation eingesetzt
werden.
Die Präparate sind zur Behandlung von Mammakarzinomen, ins
besondere von Östrogen-abhängigen Mammakarzinomen geeignet.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Beispielen erläutert.
50 kg Sabal serulatae fruct. conc. wurden zerkleinert und die
Droge nachfolgend in einem 400 l-Extrakteur dreimal durch 4-
tägige Mazeration mit jeweils 300 l 60%-igem Ethanol extrahiert.
Die Extrakte der einzelnen Stufen wurden vereinigt und mit Ethanol
bzw. entkeimtem Wasser auf ein Volumen von 1000 l und eine
Konzentration von 60% Ethanol eingestellt.
Der so gewonnene Extrakt wurde abschließend klar filtriert und
als Präparat A bezeichnet.
Es handelte sich um eine hellbraune, klare Flüssigkeit mit den
nachfolgend angegebenen Eigenschaften:
| 1. Trockenstoffgehalt (bestimmt an 5 g über 2 Stunden bei 105°C) | |
| 0,6% (m/m) | |
| pH-Wert | 5,7 |
| Relative Dichte (bei 20°C) | 0,916 |
2. Quantitative Bestimmung der Fettsäureethylester
- 1. Die gaschromatographische Trennung der einzelnen geradkettigen Fettsäureethylester von den übrigen Bestandteilen erfolgte nach der Kapillar-GC-Methode mit Temperaturgradient bei Auswertung über internem Stan dard, die Ergebnisse der einzelnen Fettsäureethylester wurden addiert, die Fettsäuren wurden qualitativ durch Retentionszeit-Vergleich erfaßt (vgl. Tabelle I).
- 2. Gerät:
Kapillarsäulen-Gaschromatograph mit Flammenionisations detektor, HP 5880 A Level 4 mit Kapillar-Injektor und FID. - 3. Stammlösungen:
- I. Fettsäureethylestergemisch: 10,00 ml enthalten je
etwa 10 mg (exakt eingewogen) der folgenden
geradkettigen Fettsäureethylester:
Octansäureethylester (C₇H₁₅COOC₂H₅)
Decansäureethylester (C₉H₁₉COOC₂H₅)
Undecansäureethylester (C₁₀H₂₁COOC₂H₅)
Dodecansäureethylester (C₁₁H₂₃COOC₂H₅)
Tridecansäureethylester (C₁₂H₂₅COOC₂H₅)
Tetradecansäureethylester (C₁₃H₂₇COOC₂H₅)
Pentadecansäureethylester (C₁₄H₂₉COOC₂H₅)
Hexadecansäureethylester (C₁₅H₃₁COOC₂H₅)
Heptadecansäureethylester (C₁₆H₃₃COOC₂H₅)
Octadecansäureethylester (C₁₇H₃₅COOC₂H₅)Als Lösungsmittel wird Methyl-tert.-butylether verwendet. - II. Interner Standard: 100 mg geradkettiger Nonan säureethylester (C₈H₁₇COOC₂H₅) in 100 ml Methyl tert.-butylether
- I. Fettsäureethylestergemisch: 10,00 ml enthalten je
etwa 10 mg (exakt eingewogen) der folgenden
geradkettigen Fettsäureethylester:
Octansäureethylester (C₇H₁₅COOC₂H₅)
- 4. Prüflösung:
9,00 ml der zu untersuchenden Lösung wurden mit 1,00 ml internem Standard (Stammlösung II) versetzt. - 5. Vergleichslösung:
9,00 ml der Stammlösung I wurden mit 1,00 ml internem Standard (Stammlösung II) versetzt. - 6. GC-Bedingungen:
Trennkapillare: z. B. 15 m DB-1, 0,32 mm i.D.
Ofentemperatur: 50°C bis 250°C in 20 Minuten weitere 5 Minuten bei 250°C
Ofentemperatur post value: 270°C
Ofentemperatur post time: 5 Minuten
Ofentemperatur Limit: 280°C
Injektortemperatur: 250°C
Detektortemperatur: 280°C
Trägergas Helium: Vordruck ca. 4,5 psi
Aux. Gas Helium: 20 ml/min
Split Vent: 20 ml/min
FID (syhth. Luft): ca. 300 ml/min
FID (Wasserstoff): ca. 30 ml/min
Injektorvolumina: 3 × 1 µl Prüf- und Vergleichs lösung
Attenuation: 2¹ - 7. Beurteilung:
Retentionszeiten: (Lösungsmittelpeak 0,97 min) Außer den Peaks des Lösungsmittels und der geradzah ligen Fettsäureethylester traten die Peaks der ent sprechenden unveresterten Fettsäuren auf, die sich leicht identifizieren ließen. Weiterhin enthält Präpa rat A Substanzen wie Phytostyrole, die im Gaschromato graphen als Peaks sichtbar werden, aber eine Auswertung der Fettsäureethylester nicht stören.Octansäureethylester 6,3 Minuten Nonansäureethylester (IST) 7,7 Minuten Decansäureethylester 9,1 Minuten Undecansäureethylester 10,4 Minuten Dodecansäureethylester 11,6 Minuten Tridecansäureethylester 12,8 Minuten Tetradecansäureethylester 14,0 Minuten Pentadecansäureethylester 15,0 Minuten Hexadecansäureethylester 16,0 Minuten Heptadecansäureethylester 17,0 Minuten Octadecansäureethylester 18,0 Minuten
Die relativen Retentionszeiten der entsprechenden Peaks aus Prüf- und Vergleichslösung dürfen nicht mehr als 1% voneinander abweichen. - 8. Gehaltsbestimmung:
Der Gehalt der einzelnen Fettsäureethylester wird nach folgender Formel berechnet: G = Gehalt in mg/ml Lösung
PFPr = Mittlere Peakfläche des Fettsäureethyl esters in der Prüflösung
PFSt = Mittlere Peakfläche des Fettsäureethyl esters in der Vergleichslösung
PFIST/St = Mittlere Peakfläche des Internen Stan dards in der Vergleichslösung
PFIST/ Pr = Mittlere Peakfläche des Internen Stan dard in der Prüflösung
EWSt = Einwaage des Fettsäureethylester-Stan dards in der StammlösungDer Gesamtgehalt an Fettsäureethylestern in der Lösung ist gleich der Summe der einzelnen Fettsäureethylester- Gehalte.
Das Verfahren gemäß Beispiel 1 wurde wiederholt, mit dem
Unterschied, daß die Mazeration (Extraktion) mit 96%-igem Ethanol
durchgeführt wurde, wobei 1 kg Sabalfrüchte mit insgesamt 20 l
Ethanol extrahiert wurden.
Die in den einzelnen Mazerationsstufen gewonnenen Extrakte wurden
ebenfalls zu einem Gesamtextrakt vereinigt und das Ethanol
abdestilliert. Der erhaltene Rückstand bestand aus zwei Phasen.
Die erste Phase enthielt die unpolaren Bestandteile des Gesamt
extraktes. Die Phase wurde im Verhältnis 1 : 100 mit 96%-igem
Ethanol verdünnt. Die so erhaltene Lösung wurde als Präparat B
bezeichnet.
Die zweite Phase enthielt die polaren Komponenten des Gesamt
extraktes. Sie wurde per se als Präparat C bezeichnet.
1,2 kg Früchte von Serenoa repens wurden nach dem Verfahren gemäß
Beispiel 1 der EP-A-0 250 953 bei -20°C fein vermahlen und in
einem kontinuierlichen Rücklaufverfahren 2 Stunden lang bei 35°C
und 250 bar mit 10 Litern CO₂ extrahiert. Nach Verdampfen des
Lösungsmittels wurde das extrahierte Material 24 Stunden lang bei
2 mm/Mg und 45°C getrocknet.
Auf diese Weise wurden 0,138 kg eines klaren, gelb-orange
farbenen Öls mit den nachfolgend angegebenen Eigenschaften
erhalten, welches als Präparat D bezeichnet wurde.
| Dichte:|0,896 | |
| Refraktionsindex: | 1,46 |
| nicht verseifbare Anteile: | 2,52% |
| Verseifungsindex: | 230 |
| Anteil freier Fettsäuren: | 86% |
Die Fettsäuren wurden wie in Beispiel 1 angegeben gaschromatogra
phisch bestimmt, mit dem Unterschied, daß eine mit Carbowax 20 M
beschichtete Säule aus Quarz mit einer Länge 25 m und einem
Durchmesser von 0,32 mm verwendet wurde und die Injektor- und
Detektortemperaturen jeweils 350°C betrugen. Als interner
Standard diente Methylheptadecanoat (MED).
Die Ergebnisse der Fettsäurenanalyse sind nachfolgend in
Tabelle III wiedergegeben.
Durch analoge, gaschromatographische Analyse konnte ferner
nachgewiesen werden, daß der Extrakt Phytostyrole enthielt.
Die Fibroblasten wurden aus der Vorhaut eines 6 Jahre alten
Jungen nach Zirkumzision wegen Phimose gewonnen. Die Kultivierung
der Fibroblasten erfolgte wie in J. Clin. Endocrinolol. Metab.
43, 758-795 und Horm. Metab. Res. 11, 635-640 angegeben.
In Voruntersuchungen wurden die Fibroblasten parallel entweder
mit (1,2,6,7-³H)-Androstendion oder (1β-³H)-Androstendion als
Substrat inkubiert. Mit dem erstgenannten Verfahren wurde die
(³H)-Östrogenbildung gemessen (vgl. a.a.Q.), während mit dem
letztgenannten Verfahren die Bildung von tritiertem Wasser
bestimmt wurde. Da beide Verfahren nahezu identische Ergebnisse
lieferten, wurde das Verfahren mit tritiertem Wasser zur
Verwendung in den nachfolgenden Untersuchungen ausgewählt.
Die Aromatase-Aktivität wurde in Fibroblastenhomogenaten in
Gegenwart oder Abwesenheit steigender Konzentrationen von
Präparat A gemessen (vgl. Tabelle IV). Das Inkubationsgemisch
jeder Kontrollprobe enthielt Fibroblastenhomogenat (339 µg
Protein bzw. 27,5 µg DNA), (1β-³H)-Androstendion (5 × 10-8M),
NADPH (10-3M), Progesteron (5 × 10-6M) in einem Endvolumen von
1050 µl Krebs-Ringer-Phosphat-Puffer bei pH 7,4. Die Präparat A
enthaltenden Proben wurden wie die Kontrollen zusammengestellt,
sie enthielten jedoch die in Tabelle IV angegebenen steigenden
Mengen des Hemmstoffes. Die Kontrollen wurden dreifach, alle
anderen Bestimmungen doppelt durchgeführt. Ferner ließ man zwei
Leerproben mitlaufen, welche die Inkubationsmischung jedoch
Puffer anstelle von Fibroblastenhomogenat enthielten.
Die Ergebnisse sind nachfolgend in Tabelle IV wiedergegeben.
Die Ergebnisse zeigen, daß Präparat A die Aromatase-Aktivität bei
einer Konzentration von etwa 500 µg je Probe um etwa 50% hemmt.
Dies ist um so bemerkenswerter, als in Vergleichsversuchen mit
Testolacton (15α-Qxa-D-homo-1,4-androstadien-3,17-dion), dem
derzeit einzigen klinisch zugelassenen steroidalen Aromatasehem
mer, eine 50%-ige Hemmung in diesem Testsystem bei einer
Konzentration von etwa 5 × 10-6M erhalten wurde.
Die Untersuchungen gemäß Beispiel 4 wurden wiederholt, mit dem
Unterschied, daß anstelle des Präparats A die Präparate B, C und
D in steigenden Verdünnungen eingesetzt wurden.
Die Ergebnisse sind nachfolgend in Tabelle V wiedergegeben.
Sie zeigen, daß die eingesetzten Präparate ebenfalls über
ausgeprägte Hemmwirkung gegenüber Fibroblasten-Aromatase
verfügen.
Claims (4)
1. Verwendung von Sabal-Extrakten zum Behandeln von Mammakar
zinomen.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Sabal-Extrakte zusammen mit Trägerstoffen als Tabletten oder
Kapseln formuliert sind.
3. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Sabal-Extrakte als Säfte formuliert sind.
4. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Sabal-Extrakte für die transdermale Applikation formuliert
sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914101841 DE4101841C2 (de) | 1991-01-23 | 1991-01-23 | Verwendung von Sabal-Extrakten zum Behandeln von Mammakarzinomen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914101841 DE4101841C2 (de) | 1991-01-23 | 1991-01-23 | Verwendung von Sabal-Extrakten zum Behandeln von Mammakarzinomen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4101841A1 DE4101841A1 (de) | 1992-07-30 |
| DE4101841C2 true DE4101841C2 (de) | 1997-02-06 |
Family
ID=6423505
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914101841 Expired - Fee Related DE4101841C2 (de) | 1991-01-23 | 1991-01-23 | Verwendung von Sabal-Extrakten zum Behandeln von Mammakarzinomen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4101841C2 (de) |
Families Citing this family (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB0120147D0 (en) * | 2001-08-17 | 2001-10-10 | Metris Therapeutics Ltd | Treatment method |
| EP1505983A2 (de) * | 2002-01-25 | 2005-02-16 | Pharmacia Corporation | Prävention und behandlung von durch entzündung bedingten krankheiten mit aldosteronhemmern |
| DE502006004193D1 (de) * | 2006-09-19 | 2009-08-20 | Schrezenmeir Juergen | Sabalfrüchte oder Sabalöl als Lipaseinhibitor |
Family Cites Families (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0068055B1 (de) * | 1981-06-26 | 1986-04-02 | P.F. Industrie | Verfahren zur Herstellung eines dauerhaften, geruchlosen, antiprostatischen Extraktes aus Sabal-Serrulatum |
| IT1190129B (it) * | 1986-06-17 | 1988-02-10 | Indena Spa | Procedimento di estrazione di frutti oleaginosi |
| DE3720234A1 (de) * | 1987-06-12 | 1988-12-22 | Schering Ag | 1,6(alpha)-dimethyl-15(alpha)-alkyl-1,4-androstadien-3,17 -dione, verfahren zu deren herstellung und diese enthaltende pharmazeutische praeparate |
| EP0334425A1 (de) * | 1988-03-24 | 1989-09-27 | Akzo N.V. | Delta-4-Androstenderivate |
-
1991
- 1991-01-23 DE DE19914101841 patent/DE4101841C2/de not_active Expired - Fee Related
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4101841A1 (de) | 1992-07-30 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE4202657C2 (de) | Pharmazeutisch wirksame Zusammensetzung aus Tanacetum parthenium sowie Verfahren zu deren Extraktion und mit der pharmazeutisch wirksamen Zusammensetzung hergestelltes Arzneimittel | |
| DE4241487C2 (de) | Neue Extrakte von Cucurbita sp., Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung in Arzneimitteln und in der Kosmetik | |
| DE3780009T2 (de) | Antioxidationszusammensetzungen und verfahren zu ihrer verwendung. | |
| DE10164893B4 (de) | Verfahren zur Herstellung von Artischockenblätterextrakten und so erhaltene Artischockenblätterextrakte | |
| DE69425552T2 (de) | Emulsion auf der basis von 1-alpha,24-dihydroxy-vitamin d3 | |
| DE4109473A1 (de) | Verfahren zur herstellung eines lagerfaehigen azadirachtinreichen insektizids aus samenkernen des neem-baumes | |
| WO2003014287A1 (de) | Hopfenextrakte, verfahren zu ihrer herstellung und verwendung | |
| WO2003068199A1 (de) | Verwendung von selektiv den estrogenrezeptor beta modulierenden phytoestrogenhaltigen extrakten | |
| DE69815866T2 (de) | Verwendung von shogaolen und gingerolen zur herstellung von deodoranzien | |
| DE69016786T2 (de) | Verwendung eines Koleusextrakts zur Hautpigmentierung. | |
| DE10240065A1 (de) | Verfahren zur Gewinnung von in Hopfen enthaltenem Yanthohumol und damit erhältlicher Xanthohumol-reicher Hopfenextrakt | |
| DE4101841C2 (de) | Verwendung von Sabal-Extrakten zum Behandeln von Mammakarzinomen | |
| EP0874550B1 (de) | Extraktion von inhaltsstoffen aus bestandteilen des neem-baumes | |
| DE2704294C2 (de) | Verfahren zur Herstellung von hypoallergenischem Lanolin | |
| DE69927813T2 (de) | Hyperforin-derivate, ihre verwendung sowie diese enthaltende zubereitungen | |
| DE3935772C2 (de) | ||
| EP0144368A1 (de) | Verfahren zur abtrennung von allergenen aus arnikablüten mittels co 2?-hochdruckextraktion | |
| DE1467750C3 (de) | Verfahren zum Gewinnen von wertvollen Bestandteilen aus Pollen | |
| DE69720234T2 (de) | Verfahren zur herstellung von einem valeriana officinalis extrakt mit hohem gehalt an valerensäure | |
| EP0285752B1 (de) | Kamillenöle mit hohem Gehalt an natürlichen Polyinen und Verfahren zu deren Herstellung | |
| DE69710488T2 (de) | Verfahren zur herstellung eines ganodericsäure enthaltenden extraktes aus ganoderma lucidum | |
| DE19800330A1 (de) | Verfahren zur Herstellung eines pharmazeutisch wirksamen CO¶2¶-Extraktes aus Tanacetum parthenium sowie pharmazeutisch wirksamer Extrakt | |
| EP0708650B1 (de) | Verfahren zur herstellung flüssiger pflanzenauszüge | |
| WO2013007807A1 (de) | Ausgewählte cimicifuga-fraktionen zur behandlung von osteoporose | |
| DE1617601A1 (de) | Pflanzenextrakte und Verfahren zu deren Herstellung |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8181 | Inventor (new situation) |
Free format text: SCHWEIKERT, HANS-UDO, PROF. DR., 5300 BONN, DE DUEKER, EVA, DR., 3320 SALZGITTER, DE |
|
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |