DE4100730C2 - Verfahren für eine Flüssigkeitsstrahl-Druckvorrichtung - Google Patents
Verfahren für eine Flüssigkeitsstrahl-DruckvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren für eine Flüssigkeitsstrahl-
Druckvorrichtung für Frankier- und Wertstempelmaschinen, die durch
Ausstoßen von Tropfen aus Düsen Schriftzeichen und grafische
Zeichen sowie Symbole auf Aufzeichnungsträger erzeugt, wobei die
Düsen in einer Führungsplatte gehalten sind.
Flüssigkeitsstrahl-Druckvorrichtungen solcher Art sind bekannt. So
werden beispielsweise die Düsen zum Ausstoßen von Tropfen einer
Schreibflüssigkeit in Richtung eines Aufzeichnungsträgers in einer
Platte parallel oder im Winkel zueinander und rechtwinklig zum Auf
zeichnungsträger angeordnet (DE 33 41 399 A1). Mittels
piezoelektrischer oder thermischer Wandler wird der Ausstoß von
Flüssigkeitstropfen gesteuert. Um eine hohe Auflösung zu erzielen,
wird bei solchen Anordnungen der Schreibkopf mit der Platte der
parallel oder winklig zueinander stehenden Düsen periodisch quer zur
Ausstoßrichtung der Flüssigkeitstropfen ausgelenkt und diese
Auslenkung mit dem Ausstoßen synchronisiert.
Anstelle von Düsen werden auch in Kunststoffkörper eingearbeitete
Tintenkanäle verwendet (DE 34 05 062 A1).
Andere Lösungen sehen einen Keramikkörper mit eingeätzten Tinten
kanälen mit verengten Austrittsöffnungen zum Erreichen einer höheren
Druckpunktdichte vor (DE 38 05 279 A1).
Eine exakte Justierung gegenüber dem Aufzeichnungsträger ist für ein
gleichmäßiges Schriftbild bei allen diesen Anordnungen notwendig, die
einen relativ hohen Aufwand bei der Fertigung und Wartung erfordert.
Zudem sind die Schreibköpfe exakt parallel über den Aufzeichnungs
träger zu führen. Hierzu ist bekannt, den Aufzeichnungsträger über
eine Walze und durch Randperforierungen zu führen.
Beim Einsatz derartiger Flüssigkeitsstrahl-Druckvorrichtungen für
unterschiedlich breite und dicke Aufzeichnungsträger, wie
Briefumschläge, die zudem nur einseitig an einer Leitschiene entlang
unter der Druckvorrichtung durchgeführt werden können, sind
statische, feststehende Schreibköpfe geeigneter. Hierbei ergibt sich
das Problem, daß, um eine hohe Auflösung des Schriftbildes zu
erzielen, eine Vielzahl von Düsen erforderlich sind.
Es wurde bereits aus der US 4 660 058 eine Tintenausstoßvorrichtung
mit einem Pumpenmechanismus bekannt, der die Tinte über mehrere
Verbindungsleitungen zu einem feststehenden Düsenarray leitet. Mit
jeder dem Düsenarray zugehörigen Düseneinheit kann der
Tintenausstoß computergesteuert zwar ein- oder ausgeschaltet
werden, jedoch liegt nur eine starre Anordnung von Düseneinheiten im
Düsenarray vor. Für eine höhere Druckbildauflösung ist auch keine
computersteuerbare Einzelausrichtung jeder Düseneinheit möglich,
sondern das Düsenarray müßte ebenfalls mit sehr vielen einzelnen
Düseneinheiten versehen werden. Daraus ergibt sich auch bei der
Zuführung der Tinte entsprechend der der Anzahl an Düseneinheiten
zugeordneten Verbindungsleitungen ein höherer Aufwand.
Es ist bereits in der DE 31 17 028 A1 ein Schreibkopf mit einer
Kanalplatte am Kopfteil und mit einer Düsenplatte vorgeschlagen
worden. Zwischen der Kanalplatte und der Düsenplatte ist eine mit
entsprechenden Öffnungen versehene Abdichtfolie eingelegt. Die
Düsenplatte wird zwar nachträglich mit einem Andruckbügel festge
klemmt, jedoch während des Betriebes nicht bewegt. Beispielsweise
wird Silikongummifolie in üblicher Weise zum Abdichten verwendet.
Eine solche Folie wirkt bekanntlich hydrophob.
Während bestimmte Materialien von selbst tintenabweisend sind
müssen andere Materialien oberflächenbeschichtet werden, um den
gleichen Effekt zu erreichen. Aus der DE 32 14 791 A1 ist bekannt, daß
die dem Aufzeichnungsträger zugewandte Seite der Düsenplatte mit
einer Schicht versehen ist, deren Oberflächenspannung niedriger als
die Oberflächenspannung der Schreibflüssigkeit ist. Damit bildet sich
der Meniskus nicht mehr direkt an der Oberfläche bzw. Bereichen des
Tintendruckkopfes aus, welche tintenabweisend wirken.
Infolge sinkt die Schreibqualität bzw. die Schrift kann ganz ausbleiben,
wenn die Düse nicht ganz mit Schreibflüssigkeit gefüllt ist. Um dies zu
vermeiden, wird die Schicht im Bereich der Austrittsöffnungen abge
schrägt.
In Heinzl, J.; Herz, C.H.: Ink-Jet-Printing. Advances in Electronics and
Electron Physics, Academic Press, New York, Vol. 65, S. 91-171
(1985) werden die Bedingungen für den Tropfenabriß erläutert. Der
hohen Anregungsenergie der Piezo-Aktoren steht nur ein kleiner Teil
der Energie gegenüber, welche durch den Tropfen selbst fortgetragen
wird. (DÖRING, M.: Drucken mit Tintentropfen. In: Feinwerktechnik und
Meßtechnik, 1982, Heft 8, S. 417-420).
In keiner der vorgenannten Druckschriften wird die aus der
DE 33 41 399 A1 vorbekannte Lösung für eine Auslenkung, so
weiterentwickelt, daß vermieden werden kann, daß Düsenplatte und
Schreibkopf gemeinsam bewegt werden müssen.
Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
für Flüssigkeitsstrahl-Druckvorrichtungen für Frankierzwecke zu
schaffen, das mit einer geringen Anzahl sowohl von Tropfenaus
stoßvorrichtungen in einem parallel zum Aufzeichnungsträger unbe
weglichen Schreibkopf, als auch entsprechend geringen Anzahl von
Düsen in einer Düsenplatte auskommt, und das eine hohe Auflösung
gewährleistet.
Diese Aufgabe ist durch die Erfindung gelöst, wie sie im Kenn
zeichnungsteil des ersten Patentanspruches dargelegt ist.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß die Auslenkung des Tintenstrahles
weiterhin synchron zum Tintentröpfchenausstoß, jedoch ohne
Bewegung des Schreibkopfes ermöglicht wird. Dadurch entfällt eine
aufwendige Vorrichtung, die für dickere Briefe auch noch vertikal
bewegbar sein müßte, samt deren Justage.
Die Unteransprüche beschreiben weitere vorteilhafte Maßnahmen.
Anhand einer aus zwei Figuren bestehenden Zeichnung wird die
Erfindung näher erläutert. Darin zeigt die
Fig. 1 die schematische Seitensicht der möglichen Stellungen einer
Tropfenausstoß-Vorrichtung zu verschiedenen Zeitpunkten und
die
Fig. 2 die Aufsicht auf die schematische Darstellung der Führungs
platte mit der Anordnung der Düsen.
Die Flüssigkeitsstrahl-Druckvorrichtung nach der Erfindung wird
beispielsweise aus mehreren nebeneinander in einer Linie angeord
neten Düsen 10 . . 15 zusammengesetzt. Diese Düsen 10 . . 15 sind in
einer Führungsplatte 30 gelagert. Der Aufzeichnungsträger 40, z. B. ein
zu frankierender Briefumschlag wird in einer Ebene parallel zur
Führungsplatte 30 und rechtwinklig zu den Düsen 10 . . 15 bewegt, wie
der Pfeil in der Fig. 2 andeutet.
Um mit jeder einzelnen Düse einen größeren Bereich des
Aufzeichnungsträgers 40 erfassen zu können, sind die Düsen 10 . . 15
in verschiedene Positionen zu bringen, die sich durch die Richtung der
Düsenachse und damit der Tintenausstoßrichtung gegenüber dem
Aufzeichnungsträger unterscheiden. Dies geschieht erfindungsgemäß
durch Anregen von Oberflächenwellen auf der Führungsplatte 30. Eine
solche Oberflächenwelle bewirkt ein Schwingen der Führungsplatte 30,
wodurch die fest in ihr gehaltenen Düsen 11 die verschiedenen
Stellungen gegenüber dem Aufzeichnungsträger 40 einnehmen. Auch
die Erzeugung von stehenden Wellen ist hierzu geeignet. In der Fig. 1
sind die während einer Periode T einer Oberflächenwelle entstehende
Verformung der Führungsplatte 30 und die sich dadurch ergebenden
Positionen der Düse 11 beispielsweise dargestellt. Damit ist praktisch
eine zeitlich periodische Änderung der Ausstoßrichtung erreicht, und
es wird ein größerer Teilbereich des Aufzeichnungsträgers 40 von
jeder Düse überstrichen. Der Zeitpunkt des Tropfenausstoßes
innerhalb der Periode T bestimmt die Richtung des Tropfenfluges und
damit die Lage des Auftragspunktes auf dem Aufzeichnungsträger.
Eine mehrfache Auslösung der Düsen während der verschiedenen
Stellungen innerhalb einer Periode T ist möglich. Die Anzahl solcher
Auslösungen ist abhängig von der Frequenz der Oberflächenwelle
sowie von hier nicht näher ausgeführten Kriterien der Tropfengröße,
der Viskosität der Flüssigkeit und dem Durchmesser sowie dem
Auslenkungsbereich der Düsen.
Der Wirkungsbereich der einzelnen Düsen muß aufeinander
abgestimmt sein, damit einerseits keine Überschneidungen beim
Tropfenausstoß auftreten können und andererseits jede Position auf
dem Aufzeichnungsträger in den Grenzen der Druckbreite von einem
Tintenstrahl erreichbar ist. Hierzu werden bei vorgegebenem Abstand
der Düsen die Amplituden der Oberflächenwellen so gewählt, daß die
Teilbereich benachbarter Düsen aneinandergrenzen, ohne sich zu
überschneiden.
Die erreichbare Auflösung des zu erzeugenden Schrift- oder
Zeichenbildes ist abhängig vom Vorschub des Aufzeichnungsträgers
40 und von der Frequenz der Oberflächenwelle. Die Zeit t, in der eine
bestimmte Düse wieder die gleiche Druckposition einnimmt, entspricht
der halben Periodendauer T der Oberflächenwelle. Während dieser
Zeit t legt der Aufzeichnungsträger einen bestimmten Weg zurück.
Dieser muß kleiner oder gleich der gewünschten Auflösung in Richtung
der Bewegung des Aufzeichnungsträgers sein. Praktisch ist die
Frequenz der Oberflächenwelle von Konstruktions- und Material-
Parametern abhängig und nur in engen Grenzen variierbar. Die
Auflösung ist somit vom Vorschub des Aufzeichnungsträgers und damit
von der Druckgeschwindigkeit abhängig. Eine Rückmeldung der
Phasenlage der Oberflächenwelle zu einem bestimmten Zeitpunkt an
einen bestimmten Ort der Führungsplatte kann in geeigneter Form
durch einen oder mehrere mit der Oberfläche der Führungsplatte fest
verbundene Sensoren, beispielsweise Beschleunigungssensoren,
erfolgen.
Claims (5)
1. Verfahren für eine Flüssigkeitsstrahldruckvorrichtung für Frankier- und
Wertstempelmaschinen, die durch Ausstoßen von Tropfen aus
Düsen Schriftzeichen und grafische Zeichen sowie Symbole auf einen
Aufzeichnungsträger erzeugt, wobei die Düsen in einer Führungsplatte
gehalten und in einer Ebene parallel zum Aufzeichnungsträger
angeordnet sind und bei der eine Auslenkung für die den einzelnen
Düsen zugeleiteten Tintentröpfchen erfolgt und mittels im Schreibkopf
angeordneter Wandler der Ausstoß von Tintentröpfchen synchron zur
Auslenkung vorgenommen wird
dadurch gekennzeichnet,
- - daß die Stellung der Düsen (10 . . . 15) zum Aufzeichnungsträger (40) durch Anregen von Oberflächenwellen auf der Führungsplatte (30) der Düsen (10 . . . 15) periodisch verändert wird und der Zeitpunkt des Tropfenausstoßes so gesteuert wird, daß die Flugbahn des Tropfens eine vorbestimmte Richtung nimmt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Wirkungsbereiche von in der Führungsplatte
benachbarten Düsen (10 . . 15) auf dem Aufzeichnungsträger
aneinander grenzen, wobei die Größe des Wirkungsbereiches
von der Amplitude der Oberflächenwellen bestimmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
während einer Halbwellenperiode der oberflächenwelle die
jeweiligen Düsen auch mehrfach ausgelöst werden können.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
zurückgelegte Weg des Aufzeichnungsträgers (40) während
einer halben Schwingungsperiode der Oberflächenwelle
kleiner oder gleich der geforderten Auflösungsgröße ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Oberflächenwellen als stehende Wellen angeregt werden.
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