DE4100018C2 - Verfahren zur Bedienungsbedarfsmitteilung zwischen zwei Stationen eines Computerbusses - Google Patents

Verfahren zur Bedienungsbedarfsmitteilung zwischen zwei Stationen eines Computerbusses

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
In der Computerindustrie ist es üblich, Daten und Befehle zwischen einer Vielzahl von Datenverarbeitungsgeräten, bei­ spielsweise Computern, Druckern, Speichern o. dgl. über einen System- oder Datenbus zu übertragen. Die übliche Busarchi­ tektur umfaßt sowohl einen parallelen als auch einen seriel­ len Bus, der Datenverarbeitungseinheiten und Peripheriegerä­ te (kollektiv als "Teilnehmer" oder "Stationen" bezeichnet) verbindet, um einen Austausch von Daten und Nachrichten mit hoher Geschwindigkeit zu ermöglichen. Bei jedem Bus, der mit mehreren Stationen (z. B. gedruckten Schaltungen) verbunden ist, erwächst die Notwendigkeit, daß eine Station (häufig mit "Quelle" bezeichnet) eine andere Station (häufig als "Ziel" bezeichnet) über die Notwendigkeit einer Bedienung (Service) zu unterrichtet. Dieser Mechanismus, durch den die Quelle ein Ziel über eine Bedienungsanforderung informiert, wird als "Anforderung" bezeichnet. Die gewünschte Bedienung kann die Form von Daten oder anderen Systeminformationen an­ nehmen.
Bei einer Busarchitektur, bei der mehr als eine Station den Bus steuern oder die Kontrolle erwerben kann, um das Ziel über die Notwendigkeit einer Bedienung zu informieren, muß es einen Mechanismus geben, der entscheidet, welche Sta­ tion den Bus zu einer speziellen Zeit belegen kann. Häufig findet ein als "Entscheidung (arbitration)" bekanntes Schema Verwendung. Die Entscheidung ermöglicht es verschiedenen Stationen, festzustellen, welche Station der nächste Busbe­ nutzer wird. Die Entscheidung über den nächsten Busbenutzer unter verschiedenen Stationen wird auf der Basis einer Prio­ rität getroffen, die in der von der jeweiligen Station be­ nutzten "Entscheidungsnummer" berücksichtigt ist. Dies be­ deutet, daß bei einem Entscheidungsschema jeder Station eine Prioritätsnummer zugeordnet ist, welche bestimmt, wann diese Station der nächste Busbenutzer wird.
Mit besonderen Busarchitekturen wurden verschiedene Me­ thoden angegeben, um Unterbrechungsanforderungen oder direk­ te Speicherzugriffs (DMA)-Anforderungen an das Ziel zu ge­ ben. Busse, wie Microchannel, EISA, VME und MultiBus I (z. B. "MBI") verwenden diskrete Unterbrechungs- oder DMA-Anforde­ rungsleitungen, die die verschiedenen Stationen untereinan­ der verbinden. Diese diskreten Leitungen stehen in Busarchi­ tekturen, wie MultiBus II (z. B. "MBII") nicht zur Verfügung.
In einer Busarchitektur mit diskreten Unterbrechungs- oder DMA-Anforderungsleitungen aktiviert die Quelle einfach eine der diskreten Leitungen, so daß das Ziel unmittelbar davon informiert wird, daß eine Bedienung angefordert worden ist. Die Zielstation kann danach mit der Entscheidung über den Besitz des Busses beginnen. Die Latenz, d. h. die Zeit­ spanne zwischen der Aktivierung einer der diskreten Unter­ brechungs- oder DMA-Anforderungsleitungen durch die Quelle und dem Zeitpunkt, bei dem das Ziel antwortet, hängt von der Priorität des Ziels ab. Es ist leicht für den Fachmann ein­ zusehen, daß der Hauptnachteil von diskreten Unterbrechungs- oder DMA-Leitungsanforderungen die Notwendigkeit der Anord­ nung zusätzlicher Leitungen zwischen den verschiedenen Sta­ tionen ist. Bei einem Datenverarbeitungssystem mit vielen Stationen oder Platinen kann die Anzahl von notwendigen dis­ kreten Unterbrechungs- oder DMA-Leitungen rasch übermäßig hoch werden.
Als Alternative zu getrennten Gruppen von diskreten Un­ terbrechungsanforderungsleitungen haben andere Busarchitek­ turen zu anderen Verfahren gegriffen. So sendet beispiels­ weise bei der MultiBus-II-Architektur die Quelle eine Unter­ brechungs- oder DMA-Anforderung an das Ziel in Form einer Nachricht. Diese Methode wird gewöhnlich als Quellen-Anfor­ derungsmethode bezeichnet. Die ausgesandte Nachricht ist einfach eine Zusammenfassung von Daten-Schreibzyklen, welche die geeignete Information enthalten. Diese Nachricht ist im Falle von MBII ein Block von 32 Bytes mit einer codierten Anforderung zur Unterbrechungs- oder DMA-Bedienung. Der deutliche Vorteil einer solchen Busarchitektur, wie MultiBus II, besteht darin, daß diskrete Anforderungsleitungen über­ flüssig werden und dementsprechend wesentlich mehr potenti­ elle Quellen zur Verfügung stehen. Nach der Zuweisung des Busses an eine Station kann diese Station die aktuelle Nach­ richt über den Bus senden.
Bei Busarchitekturen, die ähnlich MBII sind, muß sich die Quelle vor dem Senden einer Nachricht an das Ziel zunächst um den Busbesitz bewerben (arbitrate). Sobald der Bus zuge­ teilt worden ist, kann die Quelle danach die Anforderungs­ nachricht an das Ziel senden. Die zwischen der Bedienungsan­ forderung durch die Quelle und der Bedienung durch das Ziel liegende Zeitspanne wird als Latenzperiode bezeichnet. Zu beachten ist, daß die Latenz sehr lang sein kann, da die Quelle zunächst eine Zuweisungsentscheidung für den Bus un­ ter Verwendung der eigenen Entscheidungsnummer herbeiführen muß. Danach muß sie die Unterbrechungsanforderungsnachricht an das Ziel senden, worauf das Ziel durch Entscheidung mit der eigenen Entscheidungsnummer antworten kann, um die Quel­ le zu bedienen.
Mit anderen Worten, beim Bedienen einer Unterbrechungs- oder DMA-Anforderung basiert der Punkt, bei dem das Ziel be­ dient wird, auf der Entscheidungspriorität sowohl der die Bedienung anfordernden Station (d. h. der Quelle) als auch der bedienenden Station (d. h. des Ziels). Wenn entweder die Quelle oder das Ziel oder beide eine niedrige Priorität im Entscheidungsschema haben (d. h. eine geringere Wahrschein­ lichkeit auf eine rasche Gewinnung der Buskontrolle be­ steht), so kann die Latenzperiode sehr lang werden.
Daher gibt es einen eingebauten Zeitaufwand zur Durchfüh­ rung von DMA- oder Unterbrechungsanforderungen auf der Basis der Notwendigkeit, eine Zuweisungsentscheidung über den Bus sowohl auf der Quellenseite als auch auf der Zielseite her­ beizuführen. Die Dauer der Entscheidung hängt von der Prio­ rität sowohl der Quelle als auch des Ziels nach Maßgabe der diesen zugeordneten Entscheidungsnummern ab. Daher wird bei einem Datenverarbeitungssystem mit vielen Stationen ein neu­ artiger Unterbrechungs- oder DMA-Anforderungsmechanismus be­ nötigt, der die Latenzperiode minimiert. Ein solches Schema würde ein Optimum an Effizienz in der Busnutzung gewährlei­ sten.
Aus der US-Patentschrift 4,570,220 ist ein Bussystem be­ kannt, aus der Patentschrift DE 27 31 188 C2 eine Schaltungs­ anordnung zur Behandlung von Unterbrechungsanforderungen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine raschere und einfachere Möglichkeit anzugeben, durch die eine Busar­ chitektur, wie MBII, Unterbrechungs- und DMA-Anforderungen unterstützen kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 ge­ löst.
Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfin­ dung verwendet die Quelle die Entscheidungsnummer des Ziels - anstelle ihrer eigenen Entscheidungsnummer -, wenn sie ei­ ne Bedienung vom Ziel anfordert. Dieser Mechanismus wird als "Zielanforderung" bezeichnet. Bei dem Zielanforderungsschema nach der Erfindung hängt die Priorität der DMA- oder Unter­ brechungsanforderungen allein von der Entscheidungsnummer des Ziels und nicht von der Priorität der Quelle ab. Als Folge davon wird die Latenzperiode auf Werte reduziert, die mit denjenigen von Busarchitekturen mit diskreten Unter­ brechungs- oder DMA-Anforderungsleitungen vergleichbar sind.
Die Erfindung befaßt sich mit einem verbesserten Verfah­ ren zum Unterstützen von Unterbrechungsanforderungen in be­ stimmten Busarchitekturen. Erfindungsgemäß verwendet die Quelle anstelle ihrer eigenen Zuweisungsentscheidungsnummer die Entscheidungsnummer des Ziels, wenn sie eine Unterbre­ chungs- oder DMA-Anforderung abwickelt. Das Ziel erkennt, daß ihm unmittelbar der Busbesitz zugewiesen ist, obwohl es selbst ursprünglich keine Entscheidungsoperation auf Buszu­ weisung herbeigeführt hat. Das Ziel kann daher unmittelbar annehmen, daß eine Anforderung aufgetreten ist und kann un­ mittelbar seine Anforderungsbedienungsroutine beginnen.
Die Bedienungsroutine bestimmt zunächst die Quelle der Anforderung. Bei der früheren Quellenanforderungsmethode war diese Information Bestandteil der Nachricht. Bei dem erfin­ dungsgemäßen Zielanforderungsverfahren fragt die Zielsoft­ ware die verschiedenen Stationen (d. h. mit dem Bus gekop­ pelte Datenverarbeitungseinheiten und Peripheriegeräte) ab, um die Quelle festzustellen.
Der Hauptvorteil der Erfindung besteht darin, daß die La­ tenzperiode für die Zielanforderungsmethode jetzt etwa die gleiche ist wie für eine Busarchitektur mit diskreten Anfor­ derungsleitungen. Ein zusätzlicher Vorteil der Erfindung be­ steht darin, daß die zum Implementieren eines Zielanforde­ rungsmechanismus benötigte Entscheidungshardware wesentlich weniger komplex als diejenige von Quellenanforderungsverfah­ ren ist.
Darüber hinaus eignet sich die Erfindung auch zum Senden von Nachrichten aus einer Quelle zum Ziel unter Verwendung eines Quellenanforderungsmechanismusses. Wenn der Benutzer eine Nachrichtensendung auswählt, kann das Ziel unmittelbar auf die Nachricht reagieren und vom Bus Besitz ergreifen. Andererseits kann das Zielanforderungsschema benutzt werden, wenn es der Quelle an den Intelligenzmerkmalen zum Senden einer Nachricht ermangelt, wodurch die Quelle dafür sorgt, daß das Ziel die Quelle einfach liest oder schreibt. Daher liegt ein weiterer Vorteil der Erfindung in der Verringerung von Hardware- oder Softwarekosten für jede der Platinen oder Stationen.
Im folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung ist ein Ausfüh­ rungsbeispiel schematisch dargestellt. In der Zeichnung zei­ gen:
Fig. 1 ein Zeitdiagramm eines bekannten Verfahrens, bei dem eine Station eine andere Station von der Bedienungsan­ forderung informieren kann;
Fig. 2 ein Zeitdiagramm, das ein sequentielles Verbin­ dungs-Blocklesen (interconnect sequential block read) nach der Erfindung veranschaulicht;
Fig. 3 ein Blockschaltbild des Gesamtsystems, welches zeigt, wie anfordernde Stationen gleichzeitig codierte Informa­ tionen dem Ziel zuführen können; und
Fig. 4 ein Blockschaltbild der bei dem bevorzugten Ausfüh­ rungsbeispiel der Erfindung verwendeten wichtigsten Hardware­ einheiten.
In Fig. 1 ist ein Zeitdiagramm eines Quellen-Anforderungs­ schemas, wie bei der MultiBus II Architektur, gezeigt. Nach dem durch das Zeitdiagramm der Fig. 1 definierten Verfahren über­ nimmt die Station, die Bedienung anzufordern beabsichtigt (d. h. die Quelle) unmittelbare Kontrolle des Busses und führt Spei­ cher-, I/O (Eingabe-Ausgabe-) oder Nachrichtenzyklen an Statio­ nen aus, welche die Anforderung bedienen könnten (d. h. die Zielstation). Dieser Vorgang beginnt nach dem negativ verlau­ fenden Übergang 10 des mit BREQ bezeichneten Signals, und den gültigen Logikpegelübergang 10 des mit ARBIT bezeichneten Si­ gnals.
Die anfordernde Station (Quelle) legt dann die Adresse des antwortenden Station-(Ziel)Speicher, I/O oder des Nachrichten­ raums an. Einer oder mehrere Quellen-Übertragungszyklen können abgewickelt werden, um die Zielstation von der gewünschten Be­ dienung zu informieren. Die anfordernde Station (Quelle) liegt ein Anforderer-Fertig(ANF.RDY)-Signal an, wenn sie zum Daten­ austausch bereit ist. In ähnlicher Weise legt eine antwortende Station (Ziel) ein Antworter-Fertig-(ANTW.RDY)-Signal an, wenn sie für das Fortfahren mit der Datenübertragung bereit ist. Nur nach Anstehen beider Fertig-Signale ist der Übertragungszyklus vollständig. Die Quellen-Übertragungszyklen werden fortgesetzt, bis das EOT-Signal ansteht.
Die antwortende Station (Ziel) muß jetzt die Zuweisungsent­ scheidung für den Bus treffen, um die Anforderung der anfor­ dernden Station (Quelle) zu bedienen. Diese Entscheidungsperi­ ode kann sehr lang sein, wenn andere Stationen mit höheren Prioritäten ebenfalls eine Buszuweisungsentscheidung abwickeln. Sobald das Ziel in Busbesitz kommt, wird es auch anfordernde Station. Die Quelle nimmt jetzt die Rolle der antwortenden Sta­ tion an. Das Ziel kann sodann direkt mit der Bedienung der Quelle fortfahren.
Es ist einzusehen, daß die durch die Zeitgabebeziehung der Fig. 1 definierte Methode auch von Bussen mit diskreten Anfor­ derungsleitungen verwendet werden, da eine einzige Anforde­ rungsleitung durch mehrere eine Bedienung anfordernde Quellen aktiviert werden kann. Bei Verwendung auf diese Weise muß die Zielsoftware Speicher- oder I/O-Zyklen ausführen, um zu bestim­ men, welche der möglichen Quellen eine Bedienung anfordern. Dies führt zu vielen Zielübertragungszyklen. Daher machen dis­ krete Anforderungsleitungen nur Quellen-Übertragungszyklen überflüssig.
Beschrieben wird ein Zielanforderungsverfahren, bei dem die Priorität der Anforderung einzig und allein von der Zuweisungs­ entscheidungsnummer des Ziels und nicht von der Priorität der Quelle abhängig ist. In der folgenden Beschreibung werden zahl­ reiche spezielle Einzelheiten, wie Bitlängen, Busbreiten usw. angegeben, um das Verständnis für die Erfindung zu erleichtern. Es ist jedoch für den Fachmann klar, daß diese speziellen Ein­ zelheiten bei der vorliegenden Erfindung nicht unbedingt not­ wendig sind. In anderen Fällen sind bekannte Strukturen und Schaltungen nicht im einzelnen gezeigt, um die Erfindung nicht mit überflüssigen Details zu belasten.
Bei dem Zeitdiagramm der Fig. 2 ist das Zielkonzept der Erfindung unter Verwendung eines MBII-Zyklus-Typs definiert. Bei der Erfindung benutzt eine Bedienung verlangende Quelle die Zuweisungsentscheidungsnummer des Ziels. Dem Ziel wird dann der Busbesitz zugewiesen, obwohl das Ziel selbst keine Buszuweisung entschieden hat. (Verwiesen wird auf Fig. 2, welche einen Quellenanforderungszyklus darstellt). Danach kann das Ziel un­ mittelbar annehmen, daß eine Anforderung aufgetreten ist, und kann mit der Anforderungsbedienungsroutine beginnen. Wenn das Ziel im derzeitigen Busbesitz ist, kann eine der unbenutzten Reserveleitungen auf MBII von der Quelle aktiviert werden, um anzuzeigen, daß die Bedienung durch den derzeitigen Busbesitzer angefordert ist. Das Ziel weiß dann, daß es den Busbesitzer erst nach der Ausführung der angeforderten Bedienungsroutine aufgeben darf.
Das Ziel muß erst die Quelle für die Bedienungsanforderung feststellen. Bei der Erfindung kann die Zielsoftware die ver­ schiedenen Stationen abfragen, um die Quelle zu bestimmen, in­ dem die Zielübertragungszyklen entsprechend Fig. 1 ausführt werden. Das Ziel kann aber auch die o. g. reservierten Leitungen oder andere Leitungen benutzen, um der Quelle die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu identifizieren.
Bei dem anhand von Fig. 2 beschriebenen bevorzugten Bei­ spiel löst die Quellen-Anforderungsbedienung eine Bedienungsan­ forderung auf dem Parallelbus dadurch aus, daß das Busanforde­ rungssignal (BREQ) angelegt wird und ein digitaler Code ent­ sprechend der speziellen Zielstations-Entscheidungsnummer auf einem mit allen Systemsstationen gekoppelten Identifizierungs- (I.D.)Bus gesendet wird. Dies ist am Übergangspunkt 20 in Fig. 2 gezeigt. Ein Entscheidungszyklus beginnt danach, der im Falle von MultiBus II stets eine Länge von 3 Taktimpulsen hat. Wäh­ rend des Entscheidungsvorgangs kann eine Station, welche um die Zuweisung des Busses nachsucht, mit der Entscheidung beginnen. Nach drei Taktimpulsen fällt jedoch jede Station, mit Ausnahme der den Zugriff auf den Bus erhaltenden Station, aus dem Ent­ scheidungsprozeß heraus. Bei dem Beispiel gemäß Fig. 2 wird dem Ziel zur Zeit des Taktimpulses 21 Zugriff auf den Bus ge­ währt.
Das Ziel legt dann Anforderungsphasen-(ANF.PHASE) und An­ forder-Fertig(ANF.RDY)-Signale an, die am Übergangspunkt 23 ge­ zeigt sind, wenn das Ziel auf die Feststellung der Quelle der Bedienungsanforderung vorbereitet ist. Zu diesem Zeitpunkt wird auch der Busbesitz bzw. -zugriff verriegelt, wie durch den Übergang 25 dargestellt ist. Die Verriegelung ist ein Standard- MultiBus II-Merkmal, das es dem Busbesitzer ermöglicht, den Bus solange festzuhalten, bis der Datentransfer oder der Dialog zwischen der Quelle und dem Ziel abgeschlossen ist. Das Verrie­ gelungsmerkmal verhindert, daß andere Stationen sich um einen Buszugriff bewerben, nachdem der Datenaustausch oder -transfer begonnen hat. Die Verriegelung wird am Übergang 31 in Fig. 2 aufgehoben, nachdem alle Datenzyklen abgeschlossen worden sind.
Der von dem Ziel am Übergang 23 hergestellte Zugriff ist ein Zusammenschaltraum-Lesezugriff auf den Platinenschlitz 31. MultiBus II definiert derzeit einen Stationszugriff auf Schlitz 31 als einen Zugriff zu seinem eigenen Zusammschaltraum (interconnect space). Dieser Zugriff führt bei den derzeitigen MultiBus II-Systemen nicht zu einem Buszyklus. Stattdessen kann das Vorhandensein dieser Art von Zugriffszyklus auf dem Bus als eine Zusammenschaltsequenzblockleseoperation (ISB) speziell de­ finiert sein.
Eine ISB-Leseoperation ist einfach ein Zusammenschaltzu­ griff auf dem Bus zum Schlitz 31, verbessert durch sequentielle Blockübertragung, um codierte Informationen relativ zu der die Bedienung anfordernden Station und der Art der verlangten Be­ dienung zurückzusenden. Wie in Fig. 2 gezeigt ist, erhält das Ziel diese Informationen in vier Taktzyklen (angenähert 400­ ns). Diese Zeitspanne ist beträchtlich kürzer als der in Fig. 1 gezeigte Transfer- bzw. Übertragungszyklus.
Bei dem durch das Zeitdiagramm gemäß Fig. 2 gegebenen Bei­ spiel werden die Informationen aus einem ersten Lesezyklus be­ zeichnet mit DATEN A, bei Taktimpuls 28 geliefert. Diese Infor­ mationen können beispielsweise einer Unterbrechungsanforderung entsprechen. Das zweite Informationspaket, bezeichnet mit DA­ TEN B, kommt beim Taktimpuls an und kann einer DMA-Anforderung entsprechen. Um schließlich die Integrität des Busses aufrecht­ zuerhalten, wird eine Paritätsprüfung einbezogen, wobei eine Prüfung nach weichen und harten Fehlern in den DATEN A und DA­ TEN B durchgeführt wird. Die Paritätsprüfung wird am Taktimpuls 30 durchgeführt. Daher werden die codierten Informationen, ge­ nannt DATEN A, DATEN B und Parität in Fig. 1 von allen Bedie­ nung verlangenden Stationen zurückgeschickt. Ein individuelles Informationsbit wird jeder Station speziell zugeordnet.
Im folgenden wird auf Fig. 3 Bezug genommen, in der ein Blockschaltbild der gesamten Systemstruktur gezeigt ist. Unter Verwendung von MBII als bevorzugten Träger der Implantation zeigt Fig. 3, wie anfordernde Stationen gleichzeitig codierte DATEN A, DATEN B und DATEN C-Informationen zum Ziel schicken können. Jeder Schlitz enthält eine mit LATCHN bezeichnete Si­ gnalleitung. Die LATCHN-Leitung wird konventionell zur Plati­ nenschlitzinitialisierung unter einem Schema verwendet, das ge­ wöhnlich als geographische Adressierung bekannt ist. Sobald jede Platine bzw. Platte eingeschaltet und in geeigneter Weise initialisiert ist, wird der LATCHN-Pin gewöhnlich ignoriert. Bei dem derzeit bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung werden jedoch LATCHN-Pins als Mittel zum Rückführen von Infor­ mationen zum Ziel verwendet, wie weiter unten noch genauer be­ schrieben werden wird.
Jeder Schlitz und damit jede installierte Station ist mit ihrer LATCHN-Leitung an eine spezielle ADR/Daten-Leitung des Busses 36 angeschaltet. Wenn ein ISB ausgeführt wird, kann jede Station eine der ADR/Daten-Leitungen über die LATCHN-Leitungen individuell steuern. Wenn beispielsweise nur die Stationen in den Schlitzen 10 und 17 eine Bedienungsanforderung beabsichti­ gen, werden die zugehörigen LATCHN-Leitungen auf eine logische "0" getrieben. Die LATCHN-Leitung im Schlitz 6 und andere Sta­ tionen ohne Anforderung werden auf eine logische "1" getrieben. Die ADR/Daten-Leitungen lesen durch die Zielreflexionen dieses Muster. Die Quelle benutzt die LATCHN-Leitung zur Anzeige des­ jenigen Ziels, welches die eine Bedienung anfordernde spezielle Station ist. Die Entscheidungs- und Steuerleitungen für das in Fig. 3 gezeigte System werden durch Busse 34 bzw. 35 gebildet.
In Fig. 4 ist ein Blockschaltbild der Hardware-Konfigura­ tion für das bevorzugte Ausführungsbeispiel der Erfindung ge­ zeigt. Die Zielhardware enthält eine Entscheidungsdecodierein­ heit 40, welche mit allen anderen Stationen im System über die Entscheidungsleitungen 34 gekoppelt ist.
Die Entscheidungsdecodierschaltung überwacht die Entschei­ dungsleitungen und vergleicht deren Werte mit der lokalen Ent­ scheidungsnummer. Ein gültiger Vergleich zeigt an, daß andere Stationen an dem Bus um Bedienung nachsuchen. Die Entschei­ dungsdecodiereinheit 40 erzeugt dann eine automatische Zy­ klusanforderung an den Verbindungszugriffsschaltungsblock 41. Die automatische Zyklusanforderung weist die Verbindungzu­ griffsschaltung 41 an, ein Zusammenschaltsequenzblockleseopera­ tion (ISB) auszuführen. Es ist einzusehen, daß die Verwendung eines automatischen Zyklus eine unnötige Verbindung zwischen der Zielhardware und der CPU überflüssig macht. Dies spart wertvolle CPU-Zeit. Die Zieldecodiereinheit 40 nimmt die lokale Entscheidungsnummer der Zielstation über die Leitung 49 auf. Die automatische Zyklusanforderung, die von der Decodiereinheit. 40 erzeugt wird, wird in die Verbindungszugriffsschaltung 41 über die Leitung 50 eingegeben.
Der Verbindungszugriffsschaltungsblock 41 treibt die Adreß- und Datenleitungen 36 und die Steuerleitungen 35 zur Ausführung eines ISB. Grundsätzlich arbeitet der Block 41 so, daß er einen MultiBus II-Lesezyklus durchführt. Er enthält eine Zustandsma­ schine, welche die Signalverläufe gemäß Fig. 2 implementiert. Die Zustandsmaschine selbst kann entweder eine preiswerte CPU oder eine Anordnung einer programmierbaren Logik (z. B. PLAs) enthalten. Ebenfalls einbezogen in den Block 41 ist eine Schal­ tung zur Erzeugung der Paritätsprüfungsinformation.
Nachdem die Verbindungszugriffsschaltung die ADR/Daten- und Steuerleitungen angesteuert hat, senden die anfordernden Sta­ tionen das codierte Muster an eine Decodier-Mapping und Pari­ tätsprüfschaltung 42 zurück. Die Decodier-Mapping- und Pari­ tätsprüfschaltung 42 erzeugt Unterbrechungs- und DMA-Anforde­ rungen für den lokalen Bus unter Berücksichtigung von Anforde­ rungen von Stationen an den Bus. Mit anderen Worten, sobald die codierten Informationen von der Quellenhardware empfangen wor­ den sind, organisiert die Decodier-Mapping- und Paritäts­ prüfeinheit 42 die Daten und Informationen in das Standard-DMA- Anforderungs- oder Unterbrechungsanforderungsformat für das Be­ triebssystem.
Ein Abfragezykluseingang ist über die Leitung 51 am Block 41 vorgesehen. Dieser ermöglicht es der CPU, die Zielverbin­ dungszugriffsschaltung zu übergehen, um die Quellenhardware ab­ zufragen und Informationen auf einer sehr einfachen und schnel­ len Basis zu gewinnen. Durch Verwendung des Abfragezyklus kann die CPU innerhalb von 4 Taktzyklen Informationen gewinnen.
Die Quellenhardware ist in vier Teile unterteilt. Der Ver­ bindungszugriff- und Anforderungsschaltungsblock 44 überwacht den Bus nach einem Zusammenschaltzugriff auf den Schlitz 31. Bei Feststellung eines Zugriffs auf Schlitz 31 und einer anste­ henden Anforderung aktiviert die Schaltung des Blocks 44 den Puffer 45 und treibt die geeigneten Daten und Paritätsinforma­ tionen auf den ADR/Daten-Bus 36. Puffer 45 treibt diese Infor­ mationen über LATCHN 37 auf den Bus. Unabhängig überwacht die Entscheidungsnummern-Auswahlschaltung 48 DMA- und Unterbre­ chungsanforderungen und erzeugt die entsprechenden Entschei­ dungsnummern für die Entscheidungslogikeinheit 47. Danach steu­ ert die Entscheidungslogikeinheit 47 die Bus-Entscheidungslei­ tungen 34 mit den geeigneten Ziel-Entscheidungsnummern an.
Zu beachten ist, daß existierende MultiBus II-kompatible Platinen nur mit den Blöcken 47 und 44 zusammen mit dem ge­ eigneten Puffer 45 neu angepaßt zu werden brauchen, um danach mit dem Zielanforderungskonzept nach der vorliegenden Erfindung voll kompatibel zu sein. Das Zuordnen der Anforderung zur Ent­ scheidungsnummer des Ziels beeinträchtigt in keiner Weise an­ dere Aktivitäten oder Funktionen des Systems. Andere Platinen oder Schlitze haben keine Möglichkeit, festzustellen, ob die Quelle oder das Ziel tatsächlich das Ansteuern der Bus-Ent­ scheidungsleitungen übernimmt. Das gleiche gilt für die LATCHN- Leitung, da während normaler MultiBus II-Zyklen der LATCHN-Pin mit den ADR/Daten-Leitungen verbunden bleibt.
Bei dem speziellen sequentiellen Unterbrechungsblock Lesen, der bei dem beschriebenen Beispiel ausgeführt wird, sind die LATCHN-Leitungen derjenigen Platinen oder Stationen, die über keine zusätzliche Verbindungszugriffsschaltung verfügen, mit Hilfe von Widerständen auf der Bus-Rückwandplatine auf ein ho­ hes Potential gebracht, so daß sie die Aktivitäten auf dem ADR/Daten-Bus einfach ignorieren. Daher können bekannte Plati­ nen oder Karten einfach in ein erfindungsgemäß aufgebautes und arbeitendes System einbezogen werden, ohne daß die Gefahr einer Beeinträchtigung des Datentransfers besteht.
Vorstehend wurde ein Zielanforderungsmechanismus beschrie­ ben, mit dessen Hilfe eine Station (Quelle) eine andere Station (Ziel) informiert, daß sie Bedienung wünscht.

Claims (4)

1. Verfahren zur Anforderung einer Bedienung durch eine Quellenstation an eine Zielstation in einem Daten zwischen mehreren Datenverarbeitungsstationen übertragenden Bus mit Entscheidungsleitungen, Adreß- und Datenleitungen (ADR/DATEN) und Steuerleitungen, dadurch gekennzeichnet,
daß von der Quellenstation sich um den Besitz des Busses auf der Basis der Entscheidungsnummer der Zielstation beworben wird;
daß die Kontrolle über den Bus der Zielstation gewährt wird; und
daß codierte Informationen von der Quellenstation zur Zielstation übertragen werden, welche die Quellenstation als anfordernde Station und außerdem die Art der durchzuführenden Bedienung identifizieren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Übertragen der codierten Informationen von der Zielstation eine Zusammenschaltzugriffsleseoperation (interconnect access read) auf dem Bus zu dem der Zielstation eigenen Zusammenschaltraum (interconnect space) ausgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß von der Zielstation ein Verriegelungssignal erzeugt wird, welches die Quellenstation zur Aufnahme ausschließlich von Adresse und Befehl veranlaßt, und daß die Quellenstation die codierten Informationen solange an den lokalen Bus anlegt, bis das Verriegelungssignal wieder weggenommen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die codierten Informationen innerhalb von vier Taktzyklen zur Zielstation zurückgesendet werden.
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