Injektor. Bei Injektoren mit verschiebbaren, gleichzeitig als Schlabberventile
dienenden Wasser düsenteilen, die vom Speisedruckraum aus gegeneinandergedrückt
werden und dadurch ihre Schlabberwasserauslaßöffnungen schließen sollen, ergeben
sich mehrere hintereinänderliegende Auflagedichtungsstellen. Es ist sehr schwer,
diese hintereinanderliegenden Auflagedichtungsstellen so genau zu arbeiten, daß
sie gleichzeitig richtig dicht sind. Hat man sie aber mit großer Mühe so gearbeitet,
daß sie einmal dicht sind, so ist dies nur der Fall bei irgendeinem Druck. Ändert
sich aber der Kesseldruck, wie es bei Injektoren, die doch stets in größeren Druckgrenzen
arbeiten müssen, fast immer der Fall ist, so treten Temperaturänderungen in den
Düsen und damit wechselnde Dehnungen der beweglichen Wasserdüsenteile auf, wodurch
dann sofort wieder Undichtigkeit von einer der Auflagedichtungsstellen die Folge
ist. Nicht nur der wechselnde Druck sondern auch die Anfangstemperatur des zu speisenden
Wassers, die ebenfalls oft in großen Grenzen schwankt, bedingt Temperaturänderungen
im Innern der verschiebbaren WasserdÜsenteile und damit wechselnde Dehnungen und
so Undichtigkeiten der Auflagedichtungsstellen. Dieser Übelstand ist so groß, daß
sich bis heute noch keine der verschiedensten Ausführungen von Injektoren mit mehreren
hintereinanderliegenden Auflagedichtungsstellen der verschiebbaren Wasserdüsenteile,
die bisher erstanden sind, Eingang in die Praxis verschaffen konnten. Zur Beseitigung
dieses Übelstandes wird nach vorliegender Neuerung der nach der Speisedruckseite
des Injektors zu angeordnete letzte verschiebbare Wasserdüsenteil von einem Schlabberwasserauslaßorgan
überlagert, das seinerseits zur Vermeidung von zwei hintereinanderliegenden Auflagedichtungsflächen
den Speisedruckraum gegen den Schlabberraum durch zwei verschiedenartige Dichtungen,
nämlich durch eine Auflagedichtung gegen den letzten verschiebbaren Wasserdüsenteil
und durch eine kolbenartige Führungsdichtung abdichtet, so daß der auf dem Schlabberwasserauslaßorgan
lastende Speisewasserdruck während des Betriebes stets gleichmäßig voll auf alle
verschiebbaren Wasserdüsenteile einwirkt. Dehnungen der verschiebbaren Wasserdüsenteile
oder irgendwelcher sonstiger Injektorteile sind in jedem Falle durch die Anwendung
des Schlabberwasserauslaßorgans mit zwei verschiedenartigen Dichtungen vollkommen
unschädlich gemacht, und die einzelnen verschiebbaren Wasserdüsenteile liegen bei
allen Arbeitsverhältnissen immer gleichmäßig gegeneinander, so daß Undichtigkeiten
an den Trennstellen zwischen den einzelnen verschiebbarenTeilen, ganz gleich, welche
Anzahl verschiebbarer Düsenteile angeordnet wird, nicht mehr aus den angegebenen
Gründen eintreten können.
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform vorliegender Neuerung im
Längsschnitt dargestellt. Es ist a die Mischdüse, in der der aus der Dampfdüse v
strömende Treibdampf zuerst mit dem zu fördernden, durch
den Stutzen
s zugeleiteten Speisewasser zusammentrifft. b und c sind zwei verschiebbare y6Tasserdüsenteile,
-die einander in bekannter Weise steuern. Es können natürlich auch =mehr verschiebbare
Wasserdüsenteile angeordnet werden. d ist das Schlabberwasserauslaßorgan, das hinter
dem verschiebbaren Düsenteil c eingebaut ist und diesen im geeigneten Augenblick
in die.Betriebsstellung drückt, wobei es bei ia auf demDüsenteil c in der Betriebsstellung
durch eine Auflagedichtungsfläche den Druckraum o gegen den Schlabberraum p abdichtet,
während es gleichzeitig dieselben Räume o und p durch die kolbenartige Führung g
gegeneinander abdichtet. Treten jetzt Dehnungen der verschiebbaren Wasserdüsenteile
b und c oder sonstiger Injektorteile ein, so verschiebt sich dementsprechend das
Schlabberorgan d in seiner Kolbendichtung, ohne daß Undichtigkeiten an den sonstigen
Dichtungsstellen der verschiebbaren Wasserdüsenteile eintreten können. e ist eine
Hülse, in die die Düsen-und Kegelteile eingebettet sind. Ebensogut können die Teile
auch ohne Hülse unmittelbar in das Injektorgehäuse eingefügt werden.
Beim Anstellen des Injektors treibt der Dampf alle verschiebbaren
Wasserdüsenteile nebst Schlabberwasserauslaßorgan d . zurück, so daß bei verschieden
großem Hub der einzelnen verschiebbaren Teile Austrittsöffnungen für das Schlabberwasser
bei lz, i und n entstehen, von wo es durch die öffnungen k, l
und in
in der Hülse e nach dem Schlabberraum p und von da ins Freie gehen kann.
Sobald genügende Kondensation des Dampfes und genügende Druckentwicklung eingetreten
ist, schieben sich die verschiebbarenDüsenteile b und c nach dem Dampfeinstrom hin
zu. Dadurch kann bei n durch in noch Wasser so lange entweichen, bis das
Schlabberorgan d gegen den verschiebbaren Düsenteil c geworfen wird, wodurch dann
ein völliges Zuschieben und Zuhalten aller Austrittsöffnungen eingetreten ist und
der Injektor den Rückschlagkegel q heben und in den Kessel speisen muß. Zweckmäßig
wird der Hub der den Schlabberwasserauslaß herstellenden verschiebbaren Düsenteile
und des Schlabberorgans so ausgebildet, daß er beim ersten verschiebbaren Teil am
geringsten ist und dann nach der Speisedruckseite zu bei jedem Teil größer wird.
Z. B. gibt man b den geringsten, c einen etwas größeren und d den größten Hub. Man
kann aber auch bei gleichem Hub der verschiebbaren Teile ein Anspringen des Injektors
erzielen. Die Hubbegrenzungen für die Verschiebbarkeit der einzelnen Teile können
beliebig gewählt werden. In der Zeichnung findet Düsenteil b seine Hubbegrenzung
an einem Ansatz in der Hülse e, Düsenteil c durch Schrauben t in der Hülse e und
Schla.bberorgan d wieder an einem Ansatz in der Hülse.