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Patentiert im Deutschen Reiche vom 31. Dezember 1922 ab. Es
ist bei Verstell- und Umisteuerschrauben, und zwar sowohl bei Luft- als .auch Wasserschrauben,
bekannt, die Schraubenverstellung während des Schraubemvellenumlaufes durch eine
auf der Welle hin und her beweglich gelagerte, vorzugsweise nicht mit ihr umlaufende
Stellmuffe vorzusehen, welche mit .der am Triebende an die Flügelwurzeln der Schraubenflegel
angelenkten und gleichachsig zu und innerhalb der Schraubenwelle gelagerten Stehstange
zti gemeinsamer Hin- und Herbewegung gekuppelt ist. Die Schraubenwelle ist an der
Stelle, wo sie die hin und her bewegliche St.ellmuffe trägt, gewöhnlich im D.urch.-inesser
verstärkt ausgebildet, weil sie mit eiii@m durchgehenden Längsschlitz versehen werden
muß, welcher die Hin- und Herbewegung des die Stellintiffe finit der Stellstange
kuppelit-len Bolzens oder Keiles über eine dem Stehbereich entsprechende Länge ermöglichen
muß. Gewöhnlich teilt man an dieser Stelle die Schratil:enwelle und verbindet ihre
beiden an der Teilungsstelle einander zugekehrten Enden durch eine Art röhrenförmige
Kupplungsintiffe von einem die erforderliche Festig, -]zeit verbürgenden größeren
Durchanesser. Auf dieser Kupplungsmuffe gleitet dann die Stell-Muffe.
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Es versteht sich, daß man die Schraubenwelle an dieser die Stellmuffe
tragenden Kupplungsmuffe sorgfältig gegen Achsialdruck durch geeignete Ach.sialdruckku,gellager
und in der Umfangsrichtung .durch Traglager sichern muß. Es genügt im allgemeinen
ein Traglager, welches man bisher in irgendeiner geeigneten Weise mit den Achsialdrucklagern
kombiniert hat, und zwar durchweg an der clem Motor zugewandten Seite der die beiden
Schraubenwellenhälften verbindenden Kupplungsmuffe. Zweck der Erfindung ist nun,
die ganze Kupplungsstelle in ihrer Baulänge wesentlich kürzer zu halten und damit
die Lagerung sicherer zu gestalten. Das geschieht geinä ß .der Erfindung dadurch,
daß das Traglager unmittelbar in die Stellinuffe eingebaut ist. Diese muß ihrer
reibungs- und kleinm ingsfreien Führung wegen ohnehin eine gewisse Länge aufweisen,
bietet also namentlich dann genügend Platz für die Unterbringung dieses Traglagers,
wenn man sie aus zwei durch die Drucklager in der Längsrichtung gegeneinander unbeweglichen,
in der L`inla.ufrichtung aber gegeneinander vierdrehbaren konzentrischen Hülsen
zusammensetzt, von denen die innere, unmittelbar auf dein Kupplungsmuffenumfang
hin und her bewegliche und mit der Schraubenwelle umlaufende Muffe oder Hülse mit
der Stellstange gekuppelt ist, während die äußere i\Zuffe oder Hülse finit dem Stellhebel
gekuppelt, unverdreh.bar gelagert, gegen die Innenhülse durch das Traglager abgestützt
und auf dein inneren -Umfang eines zylindrischen, unbeweglichen Gehäuses geführt
ist, welches diesen Teil des Stell- und Umsteuermechanismus öl- und schmutzdicht
umschließt.
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Die Zeichnungen geben zwei bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
im mittleren Längsschnitt wieder, wobei im Falle der Abb. t die Schraubenverstellung
durch einen
Handhebel, im Falle der Abb.2 durch eine von Hand oder
einen Kraftantrieb bewegte Schraubenspindel erfolgt.
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i ist der die verstellbare Schraube tragende Teil der Schraubenwelle
und durch eine Muffe 2 mit geflanschtem Bund 3 mit dem an die Antriebsmaschine angeschlossenen
und in der Zeichnung nicht näher veranschaulichten Schraubenwellenteil verbunden.
Die Welle i und die Kupplungsmuffe 2 sind zentrisch dnrch.bolirt und tragen die
Stellstange d., durch deren Hin- und Herbewegung clie Verstelldrehung der Schraubenflügel
auf der Schraubennabe auf irgendeine für die Erfindung nebensächliche Art und Weise
erzeugt wird. Die Muffe 2 besitzt einen Längsschlitz 5 zur Führung des Bolzens 6,
welcher die Stehstange d. mit der Steilmuffe verbindet. Diese besteht bei der in
den beiden Zeichnungen dargestellten Ausführungsform aus einer mit der Kupplungsmuffe
2 umlaufenden und auf ihrem Umfang hin und her beweg-1'chen Innenhülse 8 und einer
nur hin und her beweglichen, aber nicht umlaufenden Außenhülse 9, welche sich auf
der Innenfläche des, zylindrischen Gehäuses io führt. Das Gehäuse io trägt unten
Lager i r, mittels welcher es unbeweglich festgehalten wird.
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Die Hülsen 8 und 9 der Stellinuffe sind durch Achsialdruckkugellager
12 in der Wellenlängsrichtung gegeneinander abgestützt, können sich also gegeneinander
verdrehen, aber nicht in der Längsrichtung -gegeneinander verschieben. Zwischen
diesen beiden Kugel(lrucklagern 12 sitzt das universal einstellbare Tragkugellager
13, «-elches sich beiderseits gegen die Hülsen 8 und 9 anlegt und durch Vermittlung
des Zylindergehäuses io das Gewicht der Schraubenwelle aufnimmt.
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In einen Schlitz 14 der Außenhülse 9 greift der Kugelzapfen 15 des
Stellhebels 16 ein, welcher mit einer Gabel 1 7 das Zylindergehäuse io umfaßt und
an ihn um Zapfen 18 drehbar gelagert ist. Der Stellhebel 16 kann durch einen Stellbogen
ig mit Rasten 2o für die Segelstellung, Rückwärtsstellung, Stoppstellung und volle
Vorwä rtsgeschw@indigkeits.-Stellung in seinen verschiedenen Schraubenstellagen
festgehalten werden. Bei Drehung (les Hebels verschiebt sich die Stehmuffe in bekannter
Weise hin und her unter Mitnahme rler die Schraubenverstellung bewirkenden Stellstange
-.. Hierbei wird stets das Traglager 13 mitgenommen, es findet also nicht wie bei
den bekannten Anordnungen je nach der Schraubenstellung eine Xii(leruiig des _@bstandes
zwischen deni Traglager und den die Stellstange achsial festhaltenden Angriffszapfen
1 5 des Stellhebels statt, und die Länge der Stellmuffe wind davon nicht beeinflußt.
Zwischen dem Gehäuse io und dem der Motorseite zugewandten Ende der Kupplungsmuffe
2 sind im übrigen auch hier, wie üblich, Kugeldrucklager 21 vorgesehen, welche beide
in achsialer Richtung gegeneinander abstützen. Dieser Teil der Konstruktion kann
numnehr aber recht kurz gehalten werden, weil hier ein Traglager nicht vorgesehen
zu wenden braucht. Der Schlitz 22 in der Oberseite des Gehäuses io, durch «-elchen
der Kugelzapfen IS in das Gehäuseinnere tritt, kann durch einen Gleitdeckel abgeschlossen
werden, der in der Zeichnung nicht dargestellt ist und in Verbindung mit dem Gehäuse
io die ganze Stoßstelle der beiden Schraubenwellenhälften staub- und flüssigkeitsdicht
abschließt.
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Die Ausführungsform nach Abb.2 entspricht in allen wesentlichen Teilen
derjenigen nach Abb. i. Hier greift aber an der Außenhülse 9 nicht der Kugelzapfen
15 eines Stellhebels 16 an, sondern der an einer Mutter 23 sitzende Zapfen 24.,
welcher sich wie zuvor in dem Schlitz 22 des Gehäuses io führt. Die Mutter 23 steht
mit dein Gewinde einer außerhalb des Gehäuses io parallel zur Schraubenwelle gelagerten
Schraubspindel25 in Eingriff. Die Drehung der Schraubspindel a5 erfolgt beispielsweise
von Hand durch ein Ha@idra(1 26. An Stelle dieses Handrades kann natürlich auch
das Schlußzahnrad oder sonstiger Schlußteil eines mit der Schraubenwelle kuppelbaren
Zwischengetriebes, welches die Ableitung der Schraubenstellkraft von der Antriebsmaschine
ermöglicht, treten.
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Die Erfindung ist vornehmlich für Schiffsschrauben bestimmt. Es versteht
sich jedoch, daß sie auch bei Luftschrauben verwendet werden kann.