DE4016640C2 - Sende-Empfangs-Weiche mit PIN-Diode - Google Patents
Sende-Empfangs-Weiche mit PIN-DiodeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Sende-Empfangs-Weiche mit einem
Sendekanal zur Übergabe eines Hochfrequenzstromes von einem
Sender zu einer Antenne, wobei in dem Sendekanal eine PIN-
Diode angeordnet ist.
Sende-Empfangs-Weichen werden benutzt, um wechselweise einen
Sender oder einen Empfänger mit einer Antenne zu verbinden.
Eine Sende-Empfangs-Weiche stellt somit nichts anderes, als
einen Antennenumschalter dar und entspricht elektrisch einem
mechanischen Umschalter. Die Verwendung von PIN-Dioden für
Antennenumschalter bzw. Sende-Empfangs-Weichen ist in dem
Buch von Erich Renz: "PIN- und Schottky-Dioden", Heidelberg
1976, Seiten 121 und 122 vorgeschlagen. PIN-Dioden sind als
Hochfrequenzschalter gut geeignet, weil sie im Ein-Zustand
eine geringe Einfügungsdämpfung und im Aus-Zustand einen
hohen Isolationsdämpfungswert aufweisen.
Eine Sende-Empfangsweiche der eingangs genannten Art ist aus
der DE-OS 24 26 506 bekannt. Im Sendekanal sind PIN-Dioden
als Hochfrequenzschalter vorgesehen, die über einen Umschal
ter mit einer Batterie oder einer anderen Gleichspannungs
quelle verbunden sind. Nachteilig ist dabei, daß eine sepa
rate Gleichspannungsquelle bereitgestellt werden muß und daß
Steuersignale und Steuerschalter zum Anlegen der Steuerspan
nung an die PIN-Diode erforderlich sind. Dadurch ist die
Sende-Empfangsweiche aufwendig.
In dem Artikel "Rundfunksender als Energiequelle", erschie
nen in "radio fernseh phono praxis", Nr. 3, März 1971, ist
als orientierender Versuch für den Nachwuchs vorgeschlagen,
bei einem kleinen Radioempfänger die von einer Antenne emp
fangene Hochfrequenzenergie gleichzurichten und als Be
triebsspannung für einen Transistorverstärker zu verwenden.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, eine Sende-Empfangs-Weiche
anzugeben, die kein separates Netzteil und keine Steuer
signale und Steuerschalter zur Steuerung der PIN-Diode im
Sendekanal benötigt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß ein
Gleichrichter vorgesehen ist, der stets von einem Teil des
Hochfrequenzstromes durchflossen wird, wenn im Sendekanal
der Hochfrequenzstrom fließt, und daß ein von dem Gleich
richter aus dem Teil des Hochfrequenzstromes erzeugter
Gleichstrom der PIN-Diode unmittelbar als Steuerstrom zuge
führt wird.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß eine PIN-
Diode wegen ihrer langen Trägerlebensdauer zum Leiten nur
einen klei
nen Steuergleichstrom benötigt.
Damit die in der PIN-Diode gespeicherte Ladung von der nega
tiven Halbwelle des Hochfrequenzstromes nicht ausgeräumt wird,
muß gelten:
Dabei ist QPIN die in der PIN-Diode gespeicherte Ladung,
IDC der Steuergleichstrom der PIN-Diode,
τL Die Lebensdauer der Ladungsträger in der PIN- Diode
IHFeff der Effektivwert des Hochfrequenzstromes.
IDC der Steuergleichstrom der PIN-Diode,
τL Die Lebensdauer der Ladungsträger in der PIN- Diode
IHFeff der Effektivwert des Hochfrequenzstromes.
So ergibt sich beispielsweise bei einer Trägerlebensdauer
τL = 15µs und einem Hochfrequenzstrom IHFeff = 17 A mit einer
Frequenz f = 64 MHz ein Steuergleichstrom von
Dieser geringe Steuergleichstrom wird erfindungsgemäß aufge
bracht durch die Gleichrichtung eines kleinen Teils des Hoch
frequenzstroms, der vom Sender über den Sendekanal zur Antenne
übergeben wird. Da die PIN-Diode automatisch im Sendefall mit
einem Steuerstrom leitend gemacht ist, werden keine zusätzlichen
Schalter zum Schalten des Steuerstromes benötigt. Der Aufbau des
Sendekanals wird somit erheblich vereinfacht.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch aus, daß
im Sendekanal ein Kondensator angeordnet ist, der verhindert,
daß der Steuerstrom zum Sender abfließt. Dadurch ist sicherge
stellt, daß der aus dem Hochfrequenzstrom erzeugte Steuerstrom
für die PIN-Diode vollständig in die PIN-Diode fließt.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch
aus, daß der Gleichrichter einen Gleichrichterteil mit einer
antiparallel zur PIN-Diode angeordneten Gleichrichterdiode um
faßt. Der Steuerstrom für die PIN-Diode kann leicht von einer
antiparallelen Schaltdiode erzeugt werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist in Reihe zur
Gleichrichterdiode eine Induktivität angeordnet, wobei die Rei
henschaltung aus Gleichrichterdiode und Induktivität parallel
zur PIN-Diode geschaltet ist. Diese Induktivität schützt die
Gleichrichterdiode vor zu hohen Hochfrequenzströmen. Das Ver
hältnis von Zuleitungsinduktivität der PIN-Diode zu dieser In
duktivität bestimmt die Höhe des Steuergleichstroms.
Zur Dämpfung von unerwünschten Schwingungen ist in einer wei
teren vorteilhaften Ausgestaltung die Induktivität mit einem
Dämpfungswiderstand überbrückt.
Zur Unterdrückung des Störrauschens des Senders im Empfangsfall
werden in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung im Sende
kanal mehrere PIN-Dioden in Reihe angeordnet, die miteinander
über kurze Leitungsstücke verbunden sind, deren Kapazität bei
der höchsten Betriebsfrequenz wesentlich größer ist als die
Sperrkapazität der PIN-Dioden, und wobei zu jeder PIN-Diode
antiparallel ein Gleichrichter geschaltet ist. Da die Empfangs
signale von der Antenne unterhalb der Diodenschwelle liegen,
sind die PIN-Dioden nichtleitend. Der Sender ist somit vom Emp
fänger entkoppelt. Damit die zwischen den PIN-Dioden angeordne
ten Leitungsstücke als Kapazitäten wirken, müssen sie kürzer als
die halbe Wellenlänge ausgebildet sein.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung sind drei PIN-
Dioden in Kaskadenschaltung angeordnet. Das ergibt eine prak
tisch ausreichende Unterdrückung des Senderstörrauschens, da die
Gesamtdämpfung des Senderstörrauschens nun das Produkt der drei
Einzeldämpfungen der Kaskadenstufen ist.
Die Sende-Empfangsweiche ist insbesondere zur Verwendung in ei
nem medizinischen Kernspinresonanz-Gerät geeignet, weil sie bei
der Frequenzen im Megahertz-Bereich eine hohe Senderleistung im
Kilowatt-Bereich an die Antenne übergeben kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand
einer Figur beschrieben. Die Figur zeigt den Sendekanal einer
Sende-Empfang-Weiche mit drei PIN-Dioden.
Die in der Figur dargestellte Sende-Empfangs-Weiche ist beson
ders angepaßt für den Einsatz in einem medizinischen Kernspin
resonanz-Gerät. Sie erlaubt es, breitbandig Sendeimpulse mit
einem Frequenzbereich von ca. 10 MHz bis 90 MHz, also einer
Bandbreite von ca. 80 MHz, bei einer Impulsleistung von 15 KW an
eine Antenne zu übergeben. Prinzipiell sind noch höhere Band
breiten bis ca. 150 MHz möglich. Der Anschluß für einen Sender
ist mit X1, der Anschluß für eine Antenne ist mit X2 und der An
schluß für einen Empfänger ist mit X3 bezeichnet. Zwischen dem
Senderanschluß X1 und dem Antennenanschluß X2 ist der Sendekanal
2 und zwischen dem Antennenanschluß X2 und dem Empfängeranschluß
X3 ist der Empfangskanal 4 der Sende-Empfangs-Weiche angeordnet.
Der Empfangskanal 4 wird über einen Signaleingang 6 so gesteu
ert, daß der am Anschluß X3 angeschlossene Empfänger im Sende
fall von der am Anschluß X2 angeschlossenen Antenne abgekoppelt
ist. Das ist in der Figur durch einen Schalter 8 veranschaulicht,
der über den Signaleingang 6 mit einem Signal steuerbar ist.
Der Sendekanal 2 hat die Aufgabe, im Empfangsfall den Sender von
der Antenne abzukoppeln, so daß das Empfangssignal durch den Sen
der nicht unnötig gedämpft wird. Das geschieht hier durch drei
in Kaskadenschaltung oder in Reihe angeordnete Schwellen 10, die
untereinander durch kurze Leitungsstücke 12 miteinander verbun
den sind. Die Kaskadenschaltung der drei Schwellen 10 ist einer
seits über einen Kondensator C1 mit dem Senderanschluß X1 und
andererseits mit dem Antennenanschluß X2 und dem Empfangskanal 4
verbunden.
Die Schwellen 10 bestehen jeweils aus einer Parallelschaltung
einer PIN-Diode V1 mit einem Gleichrichter 14. Der Gleichrichter
14 liefert den Steuerstrom für die PIN-Diode V1, damit sie auch
in der negativen Halbwelle des Hochfrequenzstroms leitend bleibt.
Wegen der relativ langen Trägerlebensdauer in der PIN-Diode V1
wird nur ein sehr geringer Steuerstrom von z. B. 0,2 A benötigt.
Der Gleichrichter 14 umfaßt eine Gleichrichterdiode V2, die den
Steuerstrom als Gleichstrom liefert. Zur Begrenzung des Hochfre
quenzstroms durch die Gleichrichterdiode V2 ist in Reihe zur
Gleichrichterdiode V2 eine Induktivität L1 geschaltet. Das Ver
hältnis der Induktivität L1 zur Zuleitungsinduktivität der PIN-
Diode V1 - die Zuleitungsinduktivität ist durch einen Halbkreis
16 veranschaulicht - bestimmt somit die Größe des Steuergleich
stroms. Zur Dämpfung von parasitäten Schwingungen an der Induk
tivität L1 ist parallel zur Induktivität L1 ein Widerstand R1
geschaltet.
Die mit dem Antennenanschluß X2 verbundene Schwelle 10 ist anti
seriell zu den übrigen Schwellen 10 geschaltet. Dadurch wird
auch der Kondensator C1 nicht so stark umgeladen.
Die Funktion der Sende-Empfangs-Weiche wird im folgenden er
läutert. Beim Senden fließt der Hochfrequenzstrom hauptsächlich
durch die PIN-Dioden V1 in den Schwellen 10. Die PIN-Dioden V1
benötigen zum Leiten wegen ihrer langen Trägerlebensdauer nur
einen kleinen Steuergleichstrom. Dieser wird aufgebracht durch
die Gleichrichtung eines kleinen Teils des Hochfrequenzstroms
mit der schnellen Gleichrichterdiode V2. Das Verhältnis des
Steuerstroms zum Hochfrequenzstrom wird durch das Verhältnis der
Zuleitungsinduktivität zur PIN-Diode V1 und der Induktivität
L1 im Gleichrichter bestimmt. Der Dämpfungswiderstand R1 wird
sehr viel größer als die Reaktanz der Induktivität mit L1 aus
geführt.
Von Vorteil ist die Aufgabenteilung der Dioden V1 und V2 in der
Schwelle 10. Die PIN-Diode V1 ist zwar langsam, aber hochstrom
tauglich. Außerdem weist sie einen sehr geringen Durchlaßwider
stand auf, dadurch ist die Einfügungsdämpfung gering. Dagegen
ist die Diode V2 eine schnelle Schaltdiode, die jedoch nur ei
nen geringen Strom führen muß.
Beim Empfang macht ein kleines Empfangssignal am Antennenan
schluß X2 die mit dem Antennenanschluß X2 verbundene Schwelle 10
nicht leitend, somit sind alle Schwellen 10 im Sendekanal 2 ge
sperrt. Die Kaskadenschaltung mehrerer Schwellen 10 ist vorge
sehen, um das Störrauschen des Senders im Empfangsfall praktisch
vollständig zu unterdrücken. Das wird dadurch erreicht, daß
unterhalb der Diodenschwellspannung im wesentlichen nur die
kleine Diodensperrkapazität der PIN-Diode V1 von z. B. 3 pF und
der Diode V2 wirksam ist. Die zwischen den Schwellen angeordne
ten Leitungsstücke 12 sind dann fast leerlaufend und bilden eine
Kapazität gegen Masse bzw. gegen das Bezugspotential. So ist
z. B. für eine 50 Ohm-Leitung, die eine elektrische Länge auf
weist, die sehr viel kleiner als die Wellenlänge auf der Leitung
ist, die Kapazität gegen Masse z. B. 30 pF. Die Gesamtdämpfung
des Senderstörrauschens ist somit nur noch das Produkt der
Dämpfung der einzelnen Kaskadenstufen.
Claims (8)
1. Sende-Empfangs-Weiche mit einem Sendekanal (2) zur Über
gabe eines Hochfrequenzstromes von einem Sender zu einer
Antenne, wobei in dem Sendekanal (2) eine PIN-Diode (V1) an
geordnet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Gleichrichter (14) vorgesehen ist, der stets von
einem Teil des Hochfrequenzstromes durchflossen wird, wenn
im Sendekanal (2) der Hochfrequenzstrom fließt, und daß ein
von dem Gleichrichter (14) aus dem Teil des Hochfrequenz
stromes erzeugter Gleichstrom der PIN-Diode (V1) unmittelbar
als Steuerstrom zugeführt wird.
2. Sende-Empfangs-Weiche nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß im Sendekanal (2) ein Kon
densator (C1) angeordnet ist, der verhindert, daß der Steuer
strom zum Sender abfließt.
3. Sende-Empfangs-Weiche nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Gleichrichter (14) einen
Gleichrichterteil mit einer Gleichrichterdiode (V2) umfaßt, die
antiparallel zur PIN-Diode (V1) angeordnet ist, und deren Träger
lebensdauer wesentlich geringer ist als die der PIN-Diode (V1).
4. Sende-Empfangs-Weiche nach Anspruch 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß in Reihe zur Gleichrichterdiode
(V2) eine Induktivität (L1) angeordnet ist, wobei die Reihen
schaltung aus Gleichrichterdiode (V2) und Induktivität (L1)
parallel zur PIN-Diode (V1) geschaltet ist.
5. Sende-Empfangs-Weiche nach Anspruch 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Induktivität (L1) mit einem
Dämpfungswiderstand (R1) überbrückt ist.
6. Sende-Empfangs-Weiche nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß im Sende
kanal (2) mehrere PIN-Dioden (V1) in Kaskadenschaltung ange
ordnet sind, die miteinander über kurze Leitungsstücke (12)
verbunden sind, deren Kapazität bei der höchsten Betriebsfre
quenz wesentlich größer ist als die Sperrkapazität der PIN-
Dioden (V1), und wobei zu jeder PIN-Diode (V1) antiparallel
ein Gleichrichter (14) geschaltet ist.
7. Sende-Empfangs-Weiche nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß drei PIN-Dioden (V1) in
Reihe geschaltet sind.
8. Sende-Empfangs-Weiche nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennnzeichnet, daß sie
zur Verwendung in einem medizinischen Kernspinresonanz-Ge
rät vorgesehen ist.
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