DE4010309C1 - Maintenance of annealing temp. even after stoppage - involves measuring speed of wire and tacho:generator output voltage to produce control signal for thyristor - Google Patents
Maintenance of annealing temp. even after stoppage - involves measuring speed of wire and tacho:generator output voltage to produce control signal for thyristorInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Regelung der Heizleistung einer Glühanlage
für metallisches Stranggut gemäß dem Oberbegriff des
Anspruches 1.
Wenn Metalle, z. B. Stahl oder NE-Metallegierungen einer
Verformung unterworfen werden, verändert sich in der Regel
die Struktur des metallischen Gefüges, wodurch die Festig
keit beeinträchtigt oder die weitere Verarbeitung erschwert
werden kann. Um den Gefügeaufbau zu verbessern, werden die
Metallprodukte nach der Verformung auf eine bestimmte
Temperatur erwärmt, wobei die Temperatur durch physikali
sche Gesetzmäßigkeiten, die insbesondere von der Metall
zusammensetzung und der gewünschten Gefügeveränderung
abhängen, definiert ist.
Bei metallischem, strangförmigem Gut, wie z. B. Metalldraht
oder Metallband wird dieser Erwärmungs- oder Glühvorgang
üblicherweise durch Widerstandserwärmung durchgeführt, d. h.
indem Strom durch das metallische Stranggut geleitet wird,
durch den der Draht oder das Band auf die gewünschte
Temperatur erwärmt wird. Die Widerstandserwärmung eignet
sich dazu, bei laufendem Stranggut durchgeführt zu werden
und ist deshalb besonders geeignet, in einen kontinuier
lichen Herstellungs- oder Verarbeitungsprozeß integriert zu
werden.
Ein besonderes Problem bei derartigen kontinuierlich
arbeitenden Glühanlagen stellt die Regelung der dem Strang
gut zugeführten elektrischen Leistung dar. Liegt die pro
Zeiteinheit dem Stranggut zugeführte Leistung höher oder
niedriger als die zur Erzielung der idealen Glühtemperatur
notwendige Leistung, so treten Abweichungen in der erreich
ten Glühtemperatur auf, die die Qualität des erzeugten oder
verarbeiteten Produktes wesentlich beeinträchtigen können.
Mit der DE-PS 12 65 183 ist eine Vorrichtung und ein
Verfahren zur Regelung der Heizleistung von Draht- oder
Bandglühanlagen bekannt geworden. Bei dieser bekannten
Vorrichtung wird die an einem strangförmigen Gut anliegende
Heizspannung sowie die Geschwindigkeit des strangförmigen
Gutes mittels eines Tachogenerators gemessen. Aus der
gemessenen Heizspannung wird der für die Regelung der
Heizleistung maßgebende Effektivwert Ue der Heizspannung
bestimmt. Die Regelung der Heizspannung erfolgt dann nach
der Beziehung
Ue = G · √
Bei dieser Gleichung ist Ue der Effektivwert der Heizspan
nung, v die Geschwindigkeit des Stranggutes und G ein dem
verarbeiteten Produkt und der Anlage eigentümlicher Faktor,
der üblicherweise als Glühfaktor bezeichnet wird. Die
eigentliche Leistungsregelung erfolgt mittels gegenparallel
geschalteter Thyristoren, deren Zündwinkel in Abhängigkeit
von der gewünschten Leistung gesteuert wird.
Die vorgenannte Druckschrift beschreibt eine Glühvorrich
tung, die mit der Wechselspannung betrieben wird, welche dem
strangförmigen Gut über zwei beabstandete Kontaktrollen
zugeführt wird, wodurch eine Glühstrecke gebildet wird. Es
hat sich jedoch als günstiger erwiesen, in einer solchen
Glühvorrichtung mehrere Glühstrecken hintereinander
anzuordnen. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von
Drehstrom-Glühvorrichtungen, bei der vier hintereinander
angeordnete, das strangförmige Gut berührende Kontaktrollen
oder dergleichen vorgesehen sind, durch die drei Glüh
strecken gebildet werden. Jede dieser drei Glühstrecken
wird mit einer Drehstromphase verbunden. Vorzugsweise
werden ebenfalls Thyristoren verwendet, um die Heizleistung
einer solchen Drehstrom-Glühvorrichtung zu regeln, wobei
auch hier die Regelung der effektiven Heizspannung propor
tional zur Wurzel der Geschwindigkeit des strangförmigen
Gutes erfolgt.
Derartige Vorrichtungen arbeiten während des üblichen
Betriebes durchaus zufriedenstellend. Probleme ergeben sich
jedoch, wenn die Anlage, z. B. wegen einer kurzfristigen
Funktionsunterbrechung, stillgesetzt werden muß. In diesem
Fall kühlt der sich in der Glühvorrichtung befindliche
Draht ab und erreicht bei einem Wiederanfahren der Anlage
nicht mehr die für den Glühvorgang erforderliche Tempera
tur. Das während des Stillsetzens in der Glühvorrichtung
befindliche Teilstück des strangförmigen Gutes erfüllt dann
nicht mehr die Qualitätsanforderungen. Dies bedeutet, daß
der nachfolgende Verarbeitungsprozeß oder das Aufspulen
unterbrochen werden muß, um das entsprechende Teilstück des
strangförmigen Gutes auszusondern, was zu erheblichen
Störungen des gesamten Produktionsablaufes führt.
Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Regelung
der Heizleistung einer Glühvorrichtung für strangförmiges
Gut mit mindestens zwei Glühstrecken zu schaffen, durch das
bzw. die sichergestellt wird, daß auch nach einem Stillsetzen
der Anlage die gewünschte Glühtemperatur erreicht wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Verfahren
gemäß Anspruch 1 gelöst. Die erfindungsgemäße Vorrichtung
ist Gegenstand des Anspruches 8.
Zu bevorzugende Ausführungsformen der Erfindung sind
Gegenstand der Unteransprüche.
Die vorliegende Erfindung geht von der Überlegung aus, daß
es nach einem Stillsetzen der Anlage nicht genügt, die
Heizleistung insgesamt zu erhöhen, um den durch Abkühlen
entstandenen Verlust an Wärmeenergie wieder auszugleichen.
Würde man z. B. bei der bekannten Drehstrom-Glühvorrichtung
die Heizleistung insgesamt erhöhen, so könnte damit der
Draht, der sich in der letzten oder in der mittleren
Glühstrecke befindet, auf die richtige Glühtemperatur
gebracht werden. Gleichzeitig würde aber dem Draht, der
sich in der ersten Glühstrecke befindet, eine zu hohe
Heizleistung zugeführt werden, so daß die Endtemperatur
dieses Teilstückes (nach dem Durchlaufen aller drei
Glühstrecken) auf einen Wert steigen würde, der deutlich
über der gewünschten Glühtemperatur liegt. Statt der
Qualitätsminderung durch eine zu niedrige Glühtemperatur
würde sich deshalb bei dieser Anpassung eine Qualitätsmin
derung durch eine zu hohe Glühtemperatur ergeben, was
ebenfalls zu Ausschuß führt.
Die erfindungsgemäße Lösung schlägt vor, nach einem
Stillstand der Anlage der letzten oder den letzten Glüh
strecken eine höhere Heizleistung zuzuführen als der oder
den ersten Glühstrecken. Damit kann nicht nur die Abkühlung
des Drahtes selbst kompensiert werden, es ist auch möglich,
damit die während des Stillstandes erfolgende Abkühlung der
Kontakteinrichtungen, z. B. der Kontaktrollen, die ebenfalls
zu einer Verminderung der erreichten Endtemperatur des
Drahtes führt, auszugleichen.
Bei einer Drehstrom-Glühvorrichtung wird z. B. nur die
Heizleistung in der zweiten und dritten Glühstrecke erhöht.
Dadurch wird der Wärmeverlust durch die Abkühlung vollstän
dig ausgeglichen, ohne daß das in der ersten Glühstrecke
befindliche Teilstück überglüht wird.
Die Regelung zur Erhöhung der Heizleistung ist vorzugsweise
in der gleichen Regeleinrichtung integriert, über die die
Heizleistung insgesamt geregelt wird.
Gemäß einer zu bevorzugenden Ausführungsform des erfin
dungsgemäßen Verfahrens wird das Maß der Erhöhung der
Heizleistung in der oder den letzten Glühstrecken von der
vorangegangenen Stillstandszeit der Anlage abhängig
gemacht. Diese Stillstandszeit kann auf einfache Weise
festgestellt werden, da für die Regelung der Heizleistung
ohnehin die Geschwindigkeit des metallischen Stranggutes
erfaßt werden muß. Die Messung der Stillstandszeit beginnt,
sobald die Geschwindigkeit den Wert Null erreicht hat und
dauert entsprechend lange an.
Eine andere Möglichkeit, eine Ausgangsgröße für die
Erhöhung der Heizleistung zu finden, ist die Verwendung
einer Temperaturmessung. Diese Temperaturmessung kann
berührend oder aber vorzugsweise berührungslos erfolgen.
Wird z. B. die Temperatur am Ende der ersten Glühstrecke
gemessen, so kann aus der Temperaturdifferenz zwischen dem
Temperaturwert bei Normalbetrieb und dem Temperaturwert
nach einem Stillstand der Anlage ein Maß für die Erhöhung
der Heizleistung bestimmt werden.
Um einen stufenlosen Übergang zwischen der erhöhten
Heizleistung und der Heizleistung im Normalbetrieb zu
erhalten, kann die Erhöhung der Heizleistung in der oder
den letzten Glühstrecken kontinuierlich gemäß einer
vorgegebenen Funktion zurückgefahren werden, bis die
Heizleistung schließlich genauso groß ist wie die Heiz
leistung in der oder den ersten Glühstrecken.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße
Vorrichtung können bei allen Arten von Glühvorrichtungen
für strangförmiges Gut Verwendung finden, bei denen
zumindest zwei Glühstrecken ausgebildet sind.
Bezüglich der Art der Glühvorrichtung selbst und insbeson
dere bezüglich der Übertragung des Heizstromes auf das
strangförmige Gut besteht keine Einschränkung. Es können
z. B. Kontaktrollen oder Kontaktkufen verwendet werden, es
ist aber auch möglich, den Heizstrom über einen Elektroly
ten oder ein Metallbad zuzuführen. Auch eine Mischform
dieser Übertragungsvorrichtungen, also z. B. eine vorge
schaltete Kontaktrolle mit nachgeschalteten Elektrolyt
bädern und dergleichen ist möglich.
Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der
vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
der Zeichnung.
Darin zeigt
Fig. 1 ein Funktionsschema eines Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Vorrichtung und der
Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 2 ein Diagramm, welches den Normalbetrieb der
Anlage gemäß Fig. 1 veranschaulicht;
Fig. 3 ein Diagramm, welches den Betrieb der Anlage
nach dem Stillsetzen veranschaulicht;
Fig. 4 ein Diagramm, welches eine mögliche Steuerung
des Anpassungsfaktors darstellt;
Fig. 5 ein zweites Ausführungsbeispiel der vorliegen
den Erfindung.
Fig. 1 zeigt die beispielhafte Anwendung der vorliegenden
Erfindung bei einer Drehstrom-Glühvorrichtung für Draht.
Die Drehstrom-Glühvorrichtung weist vier Kontaktrollen 1,
2, 3 und 4 auf, die in Kontakt mit dem strangförmigen Gut D
stehen, das im vorliegenden Fall ein Draht ist. Der Draht D
bewegt sich mit einer Geschwindigkeit v in Richtung des
Pfeiles 5 durch die Drahtglühvorrichtung, wobei die
Geschwindigkeit mittels eines Tachogenerators 7 erfaßt
wird.
Der mechanische Aufbau einer solchen Vorrichtung ist dem
Fachmann bekannt und muß deshalb hier nicht im einzelnen
erläutert werden. Die Kontaktrollen 1 bis 4 werden über ein
Drehstromnetz 9 versorgt, welches drei Phasen R, S, T
aufweist, die in üblicher Weise um 120 Grad zueinander
phasenverschoben sind.
Die drei Phasen des Drehstromes sind mit drei Wechselstrom
stellern 10, 11, 12 verbunden, die jeweils aus zwei
gegenparallel geschalteten Thyristoren 15, 16 und aus zwei
Widerständen 17, 18 bestehen.
Die Wechselstromsteller sind mit der Primärseite von drei
Transformatoren 21, 22 und 23 verbunden. Die Transfor
matoren weisen mehrere primärseitige Anzapfungen 25a, b, c,
d auf, um Anlage und Drehstromnetz aneinander anpassen zu
können. Die Transformatoren sind, wie die Leitungsführung
gemäß Fig. 1 zeigt, primärseitig im Dreieck geschaltet.
Sekundärseitig sind die drei Transformatoren 21, 22 und 23
im Stern zusammengeschaltet. Der Ausgang des Transformators
21 führt zur Kontaktrolle 1, der des Transformators 22 zur
Kontaktrolle 2 und der des Transformators 23 zur Kontakt
rolle 3. Weiterhin ist der Kontaktrollenausgang des
Transformators 21 auch mit der Kontaktrolle 4 verbunden, so
daß Kontaktrolle 1 und Kontaktrolle 4 das gleiche Span
nungspotential aufweisen. Dadurch wird erreicht, daß die
Glühvorrichtung nach außen insgesamt elektrisch neutral
ist.
Zwischen den Kontaktrollen 1 und 2 ist die Glühstrecke I,
zwischen den Kontaktrollen 2 und 3 die Kontaktstrecke II
und zwischen den Kontaktrollen 3 und 4 die Glühstrecke III
ausgebildet.
Die Regelung der gesamten Glühvorrichtung geschieht über
eine Regeleinrichtung 30. Die Regeleinrichtung 30 enthält
Einrichtungen, um den Thyristoren der Wechselstromsteller
10, 11, 12 Zündsignale zu liefern, die bewirken, daß den
einzelnen Glühstrecken die gewünschte Heizleistung zuge
führt wird.
Die Regelung geschieht dabei folgendermaßen: Die Geschwin
digkeit v des Drahtes D wird, wie ausgeführt, über den
Tachogenerator gemessen, der eine geschwindigkeitspropor
tionale Spannung ausgibt. Die Spannung wird, z. B. über
eine Schaltung, die üblicherweise als Funktionsgenerator
oder Effektivwertbildner bezeichnet wird, wie dies in der
DE-PS 12 65 183 in den Spalten 3, 4, 5 und 6 beschrieben
ist, in eine Effektivspannung umgewandelt. Der Effektiv
wertbildner ist in Fig. 1 mit dem Bezugszeichen 31 ange
deutet. Aus der vorgegebenen Effektivspannung werden dann
durch die Regeleinrichtung 30 die Steuersignale für die
Thyristoren bestimmt.
Wie in der Fig. 1 schematisch dargestellt ist, hat die
Regeleinrichtung 30 zwei Steuerausgangsleitungen, nämlich
die Leitung 32 und die Leitung 33. Über die Leitung 32
werden Steuersignale an die Thyristoren der Wechselstrom
steller 10, 11 ausgegeben, die somit immer der gleichen
Steuerung unterliegen. Über die Leitung 33 werden Steuer
signale an den Wechselstromsteller 12 ausgegeben, der
somit unabhängig von den Wechselstromstellern 10, 11
geregelt werden kann. Die Regelcharakteristik ist in den
Fig. 2, 3 und 4 dargestellt.
Fig. 2 stellt den Normalbetrieb der Glühvorrichtung dar.
Die Spannungsdifferenzen zwischen den Kontaktrollen der
Glühstrecken I, II, III sind jeweils gleich groß und werden
nach der Beziehung
Ue = G · √
geregelt.
Die Fig. 3 zeigt die Regelung nach einem vorangegangenen
Stillsetzen der Anlage. Durch das Stillsetzen der Anlage
hat sich der Draht in den Glühstrecken I, II und III
abgekühlt. Dies hat beim Wiederanfahren der Anlage zur
Folge, daß der den Kontaktrollen 2 und 3 zugeführte Draht
eine geringere Temperatur aufweist als beim kontinuier
lichen Betrieb der Anlage. Die in den Glühstrecken II und
III zugeführte Heizleistung wird deshalb kurzfristig
erhöht, was durch eine stärkere Aussteuerung des Wechsel
stromstellers 12 erfolgt. Da die zugeführte Heizleistung
von der Potentialdifferenz zwischen den Kontaktrollen 2 und
3 für die Glühstrecke II und von der Potentialdifferenz
zwischen den Kontaktrollen 3 und 4 für die Glühstrecke III
abhängt, wird durch diese Maßnahmen die Heizleistung in
beiden Glühstrecken um den gleichen Betrag erhöht.
Die Erhöhung der Heizleistung während des Wiederanfahrens
wird nach der Beziehung geregelt:
Ue = K · G · √
Darin ist K ein, vorzugsweise während des Anfahrvorganges
veränderbarer, Anpassungsfaktor. Die Ausgangsgröße von K
ist anlagen- und produktspezifisch und hängt des weiteren
von der Stillstandszeit ab. Die Größe von K kann deshalb am
einfachsten experimentell bestimmt und der Regeleinrichtung
30 in entsprechender Weise vorgegeben werden. Wird der
Anpassungsfaktor K variabel gewählt, vermindert er sich in
Anpassung von der seit dem Wiederanfahren verstrichenen
Zeit, bis er den Wert 1 erreicht.
Der Verlauf eines während des Wiederanfahrens variablen
Anpassungsfaktors K ist in Fig. 4 beispielhaft dargestellt.
Im Anfahrzeitpunkt t₀ weist der Anpassungsfaktor K den Wert
K₀ auf. Der K-Wert fällt dann, in diesem Beispiel in etwa
logarithmisch ab, und erreicht schließlich zum Zeitpunkt
te den Wert 1. Ab diesem Zeitpunkt ist der Einfluß des
Wiederanfahrens beendet, und die gesamte Anlage wird
wieder geregelt, wie es in Fig. 2 dargestellt ist.
Es soll darauf hingewiesen werden, daß die Zeitdauer,
während derer die Anlage stillgestanden hat, durch die
Regeleinrichtung erfaßt werden kann, da während dieser
Zeitdauer auch die Ausgangsspannung des Tachogenerators
gleich 0 ist.
Bei der vorstehenden Beschreibung wurde eine übliche
Regeleinrichtung dargestellt, die ausgehend von der
Ausgangsspannung des Tachogenerators die Signalsteuerung
der Wechselstromsteller vornimmt. Es ist darauf hinzuwei
sen, daß statt dieser Regeleinrichtung auch eine Computer
steuerung verwendet werden kann, der die Ausgangsspannung
des Tachogenerators in geeigneter Weise zugeführt wird.
Statt der Verwendung des Tachogenerators ist auch die
Verwendung eines Drehzahlzählers möglich, der die Draht
geschwindigkeit unmittelbar aus der Drehfrequenz einer
Meßrolle bestimmt, die z. B. über Impulszähleinrichtungen
erfaßt wird.
Fig. 5 zeigt eine Anwendung des erfindungsgemäßen Verfah
rens bei einer Glühvorrichtung, die nur aus zwei Glüh
strecken besteht. Die Glühvorrichtung weist die Kontaktrollen
51, 52 und 53 auf, an denen der Draht D in Richtung des
Pfeiles 54 entlanggeführt wird. Zwischen den Kontaktrollen
51 und 52 ist die Glühstrecke A und zwischen den Kontakt
rollen 52 und 53 die Glühstrecke B ausgebildet. Im Normal
betrieb wird den Glühstrecken A und B die gleiche Heizleistung
zugeführt, und die Anlage kann so konzipiert werden,
daß sie nach außen hin elektrisch neutral ist.
Nach dem Wiederanfahren wird durch die (nicht dargestellte)
Regeleinrichtung die der Glühstrecke B zugeführte Heiz
leistung für eine bestimmte Zeitdauer erhöht. Es ist aller
dings zu berücksichtigen, daß sich die Glühvorrichtung dann
während der erhöhten Leistungszuführung nach außen nicht im
elektrisch neutralen Zustand befindet.
Claims (11)
1. Verfahren zur Regelung der Heizleistung einer
Widerstands-Glühvorrichtung, welche von einem
metallischen Stranggut durchlaufen wird, wobei die
Glühvorrichtung zumindest zwei aufeinanderfolgende
Glühstrecken aufweist, deren Heizleistung im
Normalbetrieb so geregelt wird, daß in der letzten
Glühstrecke eine vorgegebene Glühtemperatur erreicht
wird und wobei die Zufuhr der Heizleistung bei einem
Stillstand des metallischen Stranggutes innerhalb der
Glühvorrichtung unterbrochen wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach einem Stillstand des metallischen Stranggutes
in der Glühvorrichtung zumindest der letzten
Glühstrecke eine höhere Heizleistung zugeführt wird als
der ersten oder den übrigen Glühstrecken, wobei die
Erhöhung der Heizleistung in der oder den letzten
Glühstrecken derart bemessen ist, daß die während der
Stillstandszeit erfolgte Abkühlung des metallischen
Stranggutes im wesentlichen wieder ausgeglichen wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Erhöhung der Heizleistung in der oder den letzten
Glühstrecken um einen Betrag vorgenommen wird, der von
der vorangegangenen Stillstandszeit der Anlage abhängig
ist.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zumindest eine berührend oder berührungslos messende
Temperaturmeßeinrichtung vorgesehen ist, die die
Temperatur zumindest in einer der Glühstrecken mißt,
und daß die Erhöhung der Heizleistung in der oder den
letzten Glühstrecken in Abhängigkeit von dem gemessenen
Temperaturwert erfolgt.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Erhöhung der Heizleistung in
der oder den letzten Glühstrecken nach dem Wiederan
fahren kontinuierlich abnimmt, bis der oder den letzten
Glühstrecken die gleiche Heizleistung zugeführt wird,
wie der oder den ersten Glühstrecken.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Erhöhung der Heizleistung in
der oder den letzten Glühstrecken nach der Beziehung
U effektiv = K · G · √erfolgt, wobei U effektiv die
der oder den letzten Glühstrecken zugeführte effektive
Heizspannung ist, G ein produkt- und anlagenspezifi
scher Glühfaktor, v die Geschwindigkeit des metalli
schen Stranggutes und K ein produkt- und anlagenspezi
fischer Anpassungsfaktor, der in Abhängigkeit von der
Stillstandszeit und/oder der gemessenen Temperatur
ermittelt wird.
6. Verfahren gemäß Anspruch 4 und 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Anpassungsfaktor nach dem Wieder
anfahren stetig abnimmt, bis er einen Wert 1 erreicht.
7. Verfahren gemäß mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß drei Glühstrecken
vorgesehen sind, denen die erforderliche Heizleistung
aus einem Drehstromnetz zugeführt wird, wobei nach
einem Wiederanfahren die der zweiten und dritten
Glühstrecke zugeführte Heizleistung erhöht wird.
8. Vorrichtung zur Regelung der Heizleistung einer
Widerstands-Glühvorrichtung, welche von einem
metallischen Stranggut durchlaufen wird, wobei die
Glühvorrichtung zumindest drei aufeinanderfolgende
Kontakteinrichtungen aufweist, zwischen denen
Glühstrecken ausgebildet sind, und wobei eine
Regeleinrichtung vorgesehen ist, die die den
Glühstrecken zugeführte Heizleistung in Abhängigkeit
von der mit einer Meßeinrichtung (7) gemessenen
Geschwindigkeit des metallischen Stranggutes (D)
regelt, dadurch gekennzeichnet, daß
die Regeleinrichtung (30) zumindest zwei Regelkreise (32, 33) aufweist, wobei ein erster Regelkreis (32) die zumindest der ersten Glühstrecke (I) zugeführte Heiz leistung regelt und wobei ein zweiter Regelkreis (33) zumindest die der letzten Glühstrecke (III) zugeführte Heizleistung regelt,
die Regelung des ersten Regelkreises im wesentlichen unabhängig von der Regelung des zweiten Regelkreises erfolgt, und
eine Einrichtung vorgesehen ist, die ein Signal ausgibt, durch das ein Stillstand des metallischen Stranggutes ermittelt wird, wodurch nach dem Wiederanfahren der Glühvorrichtung zeitweilig ein geändertes Regelverhalten der zweiten Regeleinrichtung ausgelöst wird.
die Regeleinrichtung (30) zumindest zwei Regelkreise (32, 33) aufweist, wobei ein erster Regelkreis (32) die zumindest der ersten Glühstrecke (I) zugeführte Heiz leistung regelt und wobei ein zweiter Regelkreis (33) zumindest die der letzten Glühstrecke (III) zugeführte Heizleistung regelt,
die Regelung des ersten Regelkreises im wesentlichen unabhängig von der Regelung des zweiten Regelkreises erfolgt, und
eine Einrichtung vorgesehen ist, die ein Signal ausgibt, durch das ein Stillstand des metallischen Stranggutes ermittelt wird, wodurch nach dem Wiederanfahren der Glühvorrichtung zeitweilig ein geändertes Regelverhalten der zweiten Regeleinrichtung ausgelöst wird.
9. Vorrichtung gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einrichtung zum Erfassen des Stillstandes aus
einer Drehzahlmeßeinrichtung besteht, die über eine
Kontaktrolle mit dem metallischen Stranggut in
Berührung steht und durch die während des Betriebes der
Anlage die Geschwindigkeit des metallischen Stranggutes
bestimmt wird.
10. Vorrichtung gemäß Anspruch 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Glühvorrichtung vier
Kontakteinrichtungen aufweist, durch die drei
aufeinanderfolgende Glühstrecken gebildet werden, wobei
die erste, die zweite und die dritte Kontakteinrichtung
jeweils mit aufeinanderfolgenden Phasen einer
Drehstromversorgungseinrichtung verbunden sind, und
wobei die vierte Kontakteinrichtung das gleiche Span
nungspotential aufweist wie die erste Kontakteinrich
tung und wobei die der ersten Glühstrecke zugeführte
Heizleistung im wesentlichen von der ersten Regelein
richtung und die der zweiten und dritten Glühstrecke
zugeführte Heizleistung im wesentlichen von der zweiten
Regeleinrichtung abhängt.
11. Vorrichtung gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Erhöhung der Heizleistung dadurch erfolgt, daß
der dritten Kontakteinrichtung, welche sich zwischen
der zweiten und der dritten Glühstrecke befindet, eine
erhöhte effektive Heizspannung zugeführt wird.
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| DE19904010309 Expired - Fee Related DE4010309C1 (en) | 1990-03-30 | 1990-03-30 | Maintenance of annealing temp. even after stoppage - involves measuring speed of wire and tacho:generator output voltage to produce control signal for thyristor |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4010309C1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1994004708A1 (de) * | 1992-08-21 | 1994-03-03 | Maschinenfabrik Niehoff Gmbh & Co. Kg | Verfahren und vorrichtung zur regelung der heizleistung in einer durchlauf-glühanlage für metallisches stranggut |
| US5885523A (en) * | 1996-04-12 | 1999-03-23 | Maschinenfabrik Niehoff Gmbh & Co. Kg | Device for continuously annealing continuously formed metallic goods |
| WO2006007900A1 (de) * | 2004-07-20 | 2006-01-26 | Maschinenfabrik Niehoff Gmbh & Co. Kg | Verfahren und anordnung sowie computerprogramm mit programmcode-mitteln und computerprogramm-produkt zur ermittlung einer steuergrösse für einen leistungseintrag auf einen draht bei einer konduktiven wärmebehandlung des drahtes |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2457870A (en) * | 1946-05-31 | 1949-01-04 | Cook John | Three-phase electric resistance wire heating apparatus |
| DE3808258A1 (de) * | 1988-03-12 | 1989-09-21 | Hoesch Ag | Kontinuierliches nahtgluehverfahren |
-
1990
- 1990-03-30 DE DE19904010309 patent/DE4010309C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2457870A (en) * | 1946-05-31 | 1949-01-04 | Cook John | Three-phase electric resistance wire heating apparatus |
| DE3808258A1 (de) * | 1988-03-12 | 1989-09-21 | Hoesch Ag | Kontinuierliches nahtgluehverfahren |
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| DE-Z: Draht, Coburg 1969, 20, Nr. 6, S. 390-395 * |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| WO1994004708A1 (de) * | 1992-08-21 | 1994-03-03 | Maschinenfabrik Niehoff Gmbh & Co. Kg | Verfahren und vorrichtung zur regelung der heizleistung in einer durchlauf-glühanlage für metallisches stranggut |
| DE4227812C2 (de) * | 1992-08-21 | 2001-01-04 | Niehoff Kg Maschf | Verfahren und Vorrichtung zur Regelung der Heizleistung in einer Durchlauf-Glühanlage für metallisches Stranggut |
| US5885523A (en) * | 1996-04-12 | 1999-03-23 | Maschinenfabrik Niehoff Gmbh & Co. Kg | Device for continuously annealing continuously formed metallic goods |
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| WO2006007900A1 (de) * | 2004-07-20 | 2006-01-26 | Maschinenfabrik Niehoff Gmbh & Co. Kg | Verfahren und anordnung sowie computerprogramm mit programmcode-mitteln und computerprogramm-produkt zur ermittlung einer steuergrösse für einen leistungseintrag auf einen draht bei einer konduktiven wärmebehandlung des drahtes |
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