DE395751C - Verfahren zum Verhueten der Selbstentzuendung von lagernden Kohlen - Google Patents
Verfahren zum Verhueten der Selbstentzuendung von lagernden KohlenInfo
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Description
- Verfahren zum Verhüten der Selbstentzündung -von lagernden Kohlen. Die Wirkungen des durch das Hauptpatent 35$I86 geschützten Verfahrens zum Verhüten der Selbstentzündung von lagernden Kohlen durch Sauerstoffentziehung aus der Lagerraumluft können wesentlich schneller und billiger erreicht werden, wenn die bei niederer Temperatur selbsttätig sauerstoffbindenden Stoffe nicht zwischen die Kohlen gestaut werden, sondern .wenn man zur Anwendung schnellerer Oxydation bei höherer Temperatur (Verbrennung) oder zur Verwendung anderer oxydationsfördernder Mittel übergeht. Hierzu wird es aber erforderlich, die Sauerstoffbindung aus dem Kohlenhaufen an einen anderen Ort des Kohlenraumbereichs zu verlegen, der gegen unzulässige Erwärmung der Kohlen oder gegen Explosion infolge Kohlenstaubs oder Grubengasansammlung hinreichend gesichert werden kann. Die möglichst vollständige und schnelle Entfernung des Sauerstoffs aus den lagernden Kohlen soll dadurch erreicht werden, daß man die Raumluft langsam im steten Zuge mittels einer bekannten Luftbewegungsvorrichtung im Kohlenraumbereich an den zu oxydierenden, in besonderen Behältern untergebrachten Stoffen, am einfachsten Brennstoffen, die möglichst keine Asche und viel Wasser bei der Verbrennung geben, vorbeiführt, und durch völlige Verbrennung dieser Stoffe überwiegend in dieser Luft den Sauerstoff in der zwischen den Kohlen befindlichen Luft für eine Einwirkung auf die Kohlen völlig unschädlich macht. Bei dieser Gelegenheit entzünden sich gleichzeitig die in der bewegten, vorher zwischen den lagernden Kohlen befindlichen Luft etwa mitgeführten Grubengasanteile und werden unter gleichzeitiger Bindung eines Teils des Luftsauerstoffes ebenfalls unschädlich gemacht. Die von Sauerstoff befreite und in bekannter Weise gekühlte Luft kann danach unbedenklich weiter im Kohlenraum verbleiben und auch an Stellen im Kohlenhaufen befördert werden, an denen sonst keine Luftzirkulation stattfinden darf, da nunmehr mit einer Selbstoxydation der Kohlen nicht mehr zu rechnen ist.
- Als besondere Schutzmaßnahmen bei diesem Verfahren werden noch vorzusehen sein I. Der Schutz des Kohlenraums gegen Kohlenstaubexplosionen durch Verhinderung es Zutritts des Kohlenstaubs zu den erwärmten Stellen, 2. die Feststellung von Grubengas im Raum und der Schutz des Kohlenraums gegen Grubengasexplosionen, falls Grubengas vorhanden ist, durch Einschaltung bekannter Sicherungen, durch engmaschige Drahtnetze, und .
- 3. die hinreichende Abkühlung der aus dem Oxydationsraum austretenden Restluft unter Kondensierung des bei der Verbrennung entstandenen Wassers durch Einschaltung einer bekannten Kühlvorrichtung zwischen Wärmequelle und Kohlenraum.
- Diese Anforderungen werden zweckmäßig in einer Anlage durchgeführt, die aus einer Vereinigung an sich bekannter Einrichtungen besteht, und durch welche die Luft mittels einer bekannten Luftbewegungsvorrichtung hindurch gesaugt wird. Diese Anlage ist als Teil des Kohlenraumes anzusehen und in oder unmittelbar an diesem anzubringen. Die bewegte Luft durchläuft zunächst eine Vorrichtung bekannter Art, in der der Kohlenstaub zurückgehalten wird, so daß er auf dem weiteren Wege der Luft nicht entzündet werden und die folgende Sicherung nicht verstopfen kann, sodann ein oder mehrere engmaschige Metalldrahtnetze, die den Zweck haben, nach dem Davyschen Prinzip zu verhüten, daß etwa Flammen aus dem Verbrennungsraum in den Kohlenraum zurückschlagen und dort befindliche Explosivgemische von Grubengas entzünden können. Auf ihrem weiteren Wege ist eine gewöhnliche Sicherheitslampe oder ein Schlagwetteranzeiger bekannter und beliebiger Bauart einzuschalten, der nach Bedarf den Methangehalt der Luftmischung anzeigt. Schließlich tritt die Luft in den eigentlichen Verbrennungsraum, in dem in bekannter Form als Lampe oder Licht ein möglichst aschefreier, stark wasserstoffhaltiger Brennstoff, wie Petroleum oder Paraffin oder Methan, brennt und lediglich durch den Sauerstoff der vorbeiströmenden Luft brennend erhalten wird. Die Regelung des Luftzustroms muß so erfolgen, daß eine möglichst vollständige Verbrennung erfolgt. Eine gewisse Zufuhr von Außenluft wird hierbei eintreten müssen, um das Volumen des an Wasserstoff gebundenen und als Wasser ausscheidenden Sauerstoffs zu ersetzen und sonstige Volumenänderungen zu berücksichtigen. Nach Entfernung des Sauerstoffs wird die erhitzte Restluft in einen Kühler bekannter Bauart geleitet, in dem das bei der Verbrennung 'entstandene Wasser, das den Kohlen zweckmäßig nicht zugeführt wird, kondensiert und abgeleitet wird, während der Hauptbestandteil der Luft, mindestens 79 Prozent Stickstoff, gekühlt, aber im übrigen unverändert und ergänzt durch die bei der Verbrennung entstandene Kohlensäure, dem Kohlenraum'wieder zur Verfü ung steht, wobei zweckmäßig ein geringer Uberdruck im Innern des Raumes zu erhalten ist. Brennstoffe, die Gase erzeugen, die bereits in geringen Mengen auf Lebewesen giftig wirken, wie sie z. B. für Desinfektions- oder Feuerlöschzwecke verwandt werden, z. B. Schwefeldioxyd oder Kohlenoxyd, kommen für das Verfahren nicht in Betracht. Es ist vielmehr ein wesentliches Merkmal des vorliegenden Verfahrens, daß der dauernde Schutz, der einer Selbstoxydation der Kohle vorbeugen soll, durch die angegebene Entfernung des Sauerstoffs aus dem überall zwischen den lagernden Kohlen befindlichen Luftgemisch unter Zurücklassung an sich in bekannter Weise schützender Restgase geschieht, die durch einfache Lüftung sich schnell der atmosphärischen Luft angleichen und ein Arbeiten im Kohlenraum gestatten, und daß dieser Dauerschutz nach dem vorbeschriebenen Verfahren erheblich schneller und mit einfacheren und billigeren Mitteln erreicht wird, als in der durch das Hauptpatent 358186 geschützten Art.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: x. Verfahren zum Verhüten der Selbstentzündung von lagernden Kohlen nach Patent 358186, dadurch gekennzeichnet, daß die im Bereich geschlossener Kohlenräume befindliche Luft an außerhalb der lagernden Kohlen untergebrachten oxydierbaren, aber keine giftigen Gase entwickelnden Stoffe vorbeigeführt und hierauf nach Bindung ihres Sauerstoffs wieder in die lagernden Kohlen eingeführt wird. a. Verfahren nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß die Kohlenraumluft mit allen ihren Beimengungen nach Durchlaufen einer außerhalb des "Lagerraums untergebrachten Anlage an sich bekannter Vorrichtungen zum Abfangen von Kohlenstaub, gegen das Rückschlagen von Flammen und zum Feststellen von Grubengas in der Luft mittels eines Gebläses o. dgl. im stetigen Zug langsam an möglichst wasserstoffreichen und aschefreien Brennstoffen, wie Petroleum, Paraffin oder Methan, vorbeigesaugt wird, wobei durch Unterhaltung der Verbrennung dieser Stoffe und unter Mitverbrennung des in der Luft enthaltenen Grubengases der Sauerstoff der vorbeistreichenden Luft nahezu völlig aufgezehrt und für die Selbstoxydation der Kohlen unschädlich gemacht wird, worauf die in bekannter Weise gekühlten Restgase der Raumluft, überwiegend Stickstoff, wieder in den Kohlenraum geleitet werden.
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