DE39459C - Neuerung an Metallthermometern - Google Patents

Neuerung an Metallthermometern

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DE39459C
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DENDAT39459D
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J. WEYTRUBA in Prag
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Classifications

    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01KMEASURING TEMPERATURE; MEASURING QUANTITY OF HEAT; THERMALLY-SENSITIVE ELEMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G01K1/00Details of thermometers not specially adapted for particular types of thermometer
    • G01K1/20Compensating for effects of temperature changes other than those to be measured, e.g. changes in ambient temperature

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
JOSEPH WEYTRUBA in PRAG. euerung an Metallthermometern.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. Februar 1886 ab.
Der Zweck dieser Neuerung an Metallthermometern ist erstens, das Ueberschlagen des Zeigers durch plötzliche Wä'rmeänderungen selbst bei grofsen Schaftlängen zu beseitigen, und zweitens, das Eindringen des Dampfes oder der Feuchtigkeit in die Werkbüchse zu verhindern.
Auf beiliegender Zeichnung ist:
Fig. ι eine Ansicht eines Metall-Kniethermometers,
Fig. 2 ein Schnitt derselben nach A-B, Fig. 1, Fig. 3 ein Schnitt nach C-D, Fig. 2,
Fig. 4· ein Schnitt des Schaftes nach E-F, Fig. 2,
Fig. 5 a, 5b und 5 c Vorder- und Seitenansicht, sowie die Oberansicht des Zeigers und der dazu gehörenden Bestandteile,
Fig. 6 a und 6 b die Anordnung des Gestänges für Metallthermometer mit geradem Schaft in Seiten- und Vorderansicht.
Der Schaft besteht aus zwei durchlöcherten, an ihrem unteren Ende verlötheten Röhren a und b von sehr verschiedenen Wärmeausdehnungs-Coefficienten. Am oberen Ende des inneren Rohres befindet sich ein Stift c, welcher durch eine elastische, in dem äufseren Rohr α angebrachte Metallmembran dd hindurchgeht und mit derselben auch fest verbunden ist. Diese Membran schliefst den inneren oberen Theil des Schaftes, in welchem das Gestänge sich befindet, von dem unteren (eingetauchten) vollkommen ab und verhindert jedes Eindringen von Dampf, Gas oder Flüssigkeit in den ersteren, wodurch die Oxydation und Verunreinigung des Gestänges sowie der anderen in der Büchse A befindlichen Theile vermieden wird.
Unmittelbar über der Membran d d befindet sich ein um die Achse χ χ drehbarer Hebel k m, dessen. kürzerer Arm k den kleinsten Bewegungen des Stiftes c folgt, indem eine an der Achse \ % angebrachte Spiralfeder P, Fig. 3, 5 a bis 5 c, durch Vermittelung des Zwischenhebels g h das Hebelende k stets an den Stift c andrückt. Der längere Arm xm trägt an seinem Ende eine Gabel (oder einen Schlitz) m, welche senkrecht' zur Drehachse χ χ liegt. In dieser Gabel ruht frei das untere Ende des an der Spindel j/· drehbaren Hebels gh, Fig. 2 und 3, so dafs beide Hebel ungehindert sich ausdehnen oder verkürzen können. Die Drehachsen χ χ und yy liegen in einer und derselben Ebene und der zu übertragende Druck wirkt senkrecht zu den Drehachsen. Diese Einrichtung hat zur Folge, dafs die unregelmäfsigen Ausdehnungen sowohl der diese Hebel umhüllenden Theile, als auch dieser beiden Hebel selbst ohne Einflufs auf das Spiel und die richtige Temperaturanzeige bleibt.
In diesem Falle kann die durch ungleiche Erwärmung oder Abkühlung entstehende plötzliche Abweichung in der Temperaturanzeige höchstens dem Producte aus der Längendifferenz des Hebelarm es y h und seinem Ausschlagwinkel entsprechen, was für die Praxis ohne Belang ist.
Der Zeiger R, welcher die Wärmegrade anzeigt, wird durch die Spiralfeder P stets in der Richtung des Uhrzeigers gedreht, wobei sich ein an der Spindel \ \ und zugleich am Hebel-
arm h befestigter Faden i (oder eine Metall-Ohrkette) . an diese Spindel aufwickelt und dieses Hebelende gegen die Spindel ^ ^ anzieht. Dieses kann aber nur bei einer Temperaturerhöhung stattfinden, wogegen bei Abkühlung das Hebelende h von der Spindel \ \ abgezogen und der Zeiger R in einer dem Uhrzeiger entgegengesetzten Richtung umgedreht wird.
. Wird nämlich der Schaft des Thermometers erwärmt, so dehnt sich das Rohr α viel mehr aus als das innere Rohr b, und zwar in der Richtung nach unten. Infolge dessen wird das innere Rohr b sammt dem Stift c nach unten gezogen und die elastische Membran, d d ist genöthigt,. den Weg des Stiftes c bezw. des Rohres b mitzumachen. In dem Mafse, in welchem das Rohr b mit dem Stift c in das äufsere Rohr eingezogen wird, kann auch der Hebel k m nachgeben und den Bewegungen des Stiftes c genau folgen. Wenn das Thermometer dagegen abgekühlt wird, so drückt der Stift c auf den Arm k und dreht den Zwischenhebel g h vermittelst der Gabel m, so dafs der Arm h von der Spindel ζ % abgezogen wird und der Zeiger JR von dem höheren zu dem niederen Wärmegrade sich bewegt.
In Fig. 6 a und 6 b ist eine Anordnung des Gestänges für Metallthermometer mit einem geraden Schaft dargestellt. Aehnliche Theile sind mit denselben Buchstaben bezeichnet. Der Hebel k m dreht sich um die Spindel χ χ, während der Hebel g h sich um die Spindelyy umdrehen kann. Damit die Ausdehnung der Arme χ m und y g ohne Einfiufs auf die Gradanzeige bleibt und damit es möglich wird, verläfsliche Metallthermometer von jeder, auch der gröfsten Schaftlänge zu construiren, so wirken genannte Hebel, vermittelst der Gabel oder des Schlitzes m in ähnlicher Weise auf einander, wie es bei den Kniethermometern, Fig. ι bis 4, beschrieben wurde.
Da bei der in Fig. 3 und 5 a dargestellten Anordnung mit dem Faden oder der Kette i die Abweichung von der richtigen Temperaturanzeige infolge einer partiellen Erwärmung oder Abkühlung des Armesy h nur eine kleine ist, so kann bei kürzeren, geraden Thermometern der Zwischenhebel g h ganz wegfallen, und es genügt dann, den Arm xm des Winkelhebels km entsprechend zu verlängern und unmittelbar auf demselben den Faden oder die Kette i zu befestigen.
Bei Anordnung des Zwischenhebels g /1, Fig. 6a und 6b, gleicht sich dieser Fehler, welcher durch Verlängerung oder Verkürzung des Armes y h entsteht, zum gröfsten Theil wieder aus, indem durch die Ausdehnung des Armes y g der Ausschlagwinkel kleiner, während durch die Ausdehnung des anderen Armes y h der Halbmesser gröfser wird.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    An Metallthermometern die Uebertragung der zu messenden Ausdehnungsdifferenzen des unteren Schaftes α b mittelst des Gestänges k m und g h derart, dafs die ungleiche Erwärmung oder Abkühlung des dieses Gestänge umschliefsenden Schaftes auf die Anzeige keinen schädlichen Einfiufs ausübt, indem der Ausschlag des Hebels g h von der Längendifferenz des Hebelarmes xm, infolge der freien Verbindung des Gestänges mit Hülfe des Schlitzes oder der Gabel m, Fig. 2, 4, 6a und 6b, unbeeinflufst bleibt und selbst die Drehungsdifferenz der Hebelarme y g und y h, Fig. 2, 3, 6a und 6b, nur einen unbedeutenden und theilweise sich compensirenden Fehler erzeugt.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT39459D Neuerung an Metallthermometern Expired - Lifetime DE39459C (de)

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