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Kasten zur Behandlung des menschlichen Körpers mit Gasen zur Vernichtung
von Parasiten usw. Der Vertilgung von Parasiten (Schrnarotzern) am menschlichen
Körper, wie namentlich von Haut- und Kleiderläusen, Krätzmilben usw., sowie einer
gleichzeitigen Heubehandlung parasitärer Hauterkrankungen stellen sich bisher noch
viele Sch«-ierigkei,ten entgegen, um gleichzeitig eine sichere und ollständige Vernichtung
der (widerstandsfähigen) Parasiten (Schmarotzern) zu erreichen, um die Behandlung
ohne schädliche Nebenwirkungen zu ermöglichen, um dieselbe einfach, rasch, leicht
und möglichst billig durchführen und um so auch Massenbehandlungen auf rasche Weise
bewältigen zu können, was namentlich bei besonderen (verbreiteten) Verseuchungen
von größter Wichtigkeit ist.
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Die bisherige Behandlung mit Flüssigkeiten und Salben erfordert umständliche
und teure Anwendung und Verbände, ist unangenehm bzw. lästig, ist nachteilig für
die Wäsche, und verbürgt zudem meist keine sicheren, nachhaltigen Erfolge.
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Es ist zwar bekannt, in Gegenständen, wie Kleider usw., sitzendesUngeziefer
durchGase zu vertilgen, die in einen abgeschlossenen, zur Aufnahme der mit Ungeziefer
behafteten Sachen dienenden Raum eingeleitet werden.
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Die Vernichtung von Parasiten (Schmarotzern) am menschlichen Körper
bzw. ein heilender Einfluß auf parasitäre Hautkrankheiten durch Begasung des Körpers
ist aber erst nach Auffindung von dazu geeigneten, keine schädlichen Wirkungen für
den Körper erzeugenden Gasen in Frage gekommen.
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Es sind zwar kastenartige Vorrichtungen für die Behandlung des menschlichen
Körpers mit Gasen, Dämpfen oder Preßluft bekannt; j diese Vorrichtungen sind aber
nicht zu vorerwähnten Zwecken geeignet.
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Mittels der Vorrichtung gemäß der Erfin-(iung dagegen ist eine Behandlung
ermöglicht. (lie den weitgehendsten Anforderungen in jeder Richtung entspricht und
wichtige Vorteile erzielt. Eine als Kasten zur Aufnahme eines ganzen Menschen (mit
außerhalb freibleibendem Kopfe) ausgebildete Vorrichtung ist auf der Zeichnung in
zwei Ausführungsformen dargestellt. Von den Darstellungen zeigen die Abb. r und
2 die beiden Ausführungen im senkrechten Schnitt, während die Abb. g und q. die
beiden Vorrichtungen in wagerechten Schnitten zeigen.
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Entgegen ganz gewöhnlichen Gasleitungen, die lediglich dazu dienen,
um Gas in eine Vorrichtung einzuführen und dessen Innenraum damit zu füllen, wird
im vorliegenden Falle durch eine unmittelbar auf den Körper gerichtete Begasung
eine förmliche Gasbe-#,trahlung des Körpers ermöglicht, um in erster Linie einen
gründlichen Einfluß auf alle schädlichen Schmarotzer bewirken zu können, außerdem
aber auch die Behandlung dadurch sehr kurz, einfach und überdies auf sehr wirtschaftliche
Weise betreiben zu können, durch wiederholte Verwendung bz«-. Ausnutzung der Gase
mittels einer Umlagerung derselben nach ihrer Einwirkung auf den Körper von unten
nach oben oder umgekehrt, je nach Anwendung von sich senkenden Schwergasen oder
emporsteigenden Leichtgasen.
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Die Vorrichtung ist in ihrer äußeren Form wie die bekannten Vorrichtungen
gestaltet, nämlich als ein luftdichter Kasten a mit eben -falls luftdicht schließender
Türe h, und ist so
ausgebildet, daß sie nicht undicht werden kann.
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Der obere Deckenabschluß c der Vorrichtung ist, wie ebenfalls bei
ähnlichen Vorrichtungen üblich; mit einem Ausschnitt zum Durchstecken des Kopfes
bzw. Halses bis zum Beginn der Brust versehen, der durch einen Abschlußmantel d
mit einem besonderen Luftschlauchhalsring e (gleichfalls luftdicht) abgeschlossen
wird. Damit der Raum vom Halsring bis zu den Füßen der Größe der im Kasten zu behandelnden
Person angepaßt werden kann, d. h., damit es möglich ist, Kinder wie auch die größten
Erwachsenen züi behandeln, isst in dem Kasten ein in der Höhe verstellbarer Zwischenboden
f (Lattenrost) zum Daraufstehen eingesetzt.
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Was die erwähnte besondere Zuleitung und Umleitung des Gases im Innern
des Kastens betrifft, so ist die erstere so angeordnet, daß sie das Gas nicht nur
in den Kasten einführt, sondern das Gas unmittelbar an den Körper leitet bzw. gegen
den Körper richtet und diesen gewissermaßen allseitig, und zwar ergiebig bestrahlt.
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Die in Abb. i (und 3) dargestellte Vorrichtung ist für (sinkendes)
Schwergas bestimmt. Dieses Gas wird durch eine oben oder unten -in dem Kasten a.
tretende Zuleitung g zu einem unter der Decke c des Kastens angeordneten, ringförmigen
Rohr h geleitet, das innen mit kleinen Löchern versehen ist, so daß das Gas unmittelbar
gegen den Körper strömt und diesen allseitig bespült, wobei es, allmähli;g herabsinkend,
die an allen Körperteilen sitzenden schädlichen Lebewesen und Hautkrankheiten beeinlußt.
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Bei dem in Abb.2 (und q.) dargestellten Kasten soll (emporsteigendes)
Leichtgas verwendet werden. Die Gaszuleitung g ist am Boden unterhalb der durchlässigen
Plattform fvorgesehen, und das Gasrohr i ist so ausgebildet und gelocht, daß das
ausströmende Gas an dem Körperallseitig emporsteigt.
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Um nun das Gas in sparsamer Weise voll ausnutzen zu können und dabei
zugleich auch eine gleichmäßige Verteilung und ebensolche Einwirkung veranlassen
zu können, kann das Gas, nachdem es in dem Kasten hinabgesunken oder emporgestiegen
ist, z. B. mittels eines Preßbalgens k (Abb. i) oder zweier Preßbalgen k (Abb. 2)
wieder nach dem oberen bzw. unteren Teil des Kastens zurÜckbefördert werden. Zu
diesem Zweck ist bei der Vorrichtung gemäß Abb. i der am Boden angeordnete Preßbalgen
k durch ein Rohr gi mit dem Rohr h verbunden, während beiß der Vorrichtung gemäß
Abb. 2 zwei kleinere Preßbalge k durch zwei Rohre e mit der Leitung g verbunden
sind. Die Preßbalgen haben einen beschwerten Deckel mit selbsttätigen Saugventilen,
die durch eine beliebige Vorrichtung aufwärts bewegt werden, wobei das Gas in die
Balgen tritt, um nach Freigabe der Deckel durch deren Gewicht raus dein Balgen gedrückt
zu werden.
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Der Deckel der Balgen kann z. B. mittels eines in einer Wand des Kastens
drehbar (und abgedichtet) befestigten, also von außen nach innen geführten Hebels
oder mittels eines durch die Decke des Kastens luftdicht hindurchgeführten Zugstranges
i angehoben werden. Im letzteren Fall wird die Decke des Kastens mittels einer kleinen
Treppe in mit Plattform zugänglich gemacht.
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Der Halsringluftschlauch e kann durch aus einer Preßluftflasche ya
durch eine regelbare Leitung zugeführte Luft aufgepumpt werden, und der Kasten kann
mit verschiedenen, luftdicht verschließbaren öffnungen versehen werden, welche es
ermöglichen, jederzeit Gasanalysen vorzunehmen. Nach beendeter Behandlung wird das
Gas mittels eines Saugers durch ein außen mit Abschluß-Kahn versehenes Ableitungsrohr
p abgezogen. An dem Kasten kann auch eine Frischluftzuleitung zur Erneuerung der
Zellenluft nach einer Behandlung angebracht werden.
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Endlich kann der Kasten so ausgebildet werden, daß einzelne Körperteile
(Füße, Arme usw.) in ihm behandelt werden können.