DE3733583C2 - Vorrichtung zur Erzeugung von Mikroblasen aus begasten Flüssigkeiten für die Flotation von Schlämmen - Google Patents
Vorrichtung zur Erzeugung von Mikroblasen aus begasten Flüssigkeiten für die Flotation von SchlämmenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erzeugung von
Mikroblasen aus begasten Flüssigkeiten für die Flotation von
Schlämmen, indem die begaste Flüssigkeit durch eine
Entspannungsdüse gedrückt wird.
Die Erfindung betrifft damit die Erzeugung feinster Gas- und
Luftblasen in vorrangig wäßrigen Flüssigkeiten, die sich
durch ihre Oberflächenspannung an feinste Feststoffe anlagern
und so zur Flotation von Schlämmen, insbesondere von Biomasse
aus mikrobiologischen Prozessen, herangezogen werden können.
Die Flotation von Schlämmen verschiedener Art wird in zuneh
mendem Maße zur großtechnischen Fest-Flüssig-Trennung
eingesetzt.
Von den verschiedenen Methoden zur Blasenbildung hat sich in
den vergangenen Jahren die Methode der Entspannungsflotation
durchgesetzt.
Prof. Dr. Ing. H. Roediger beschreibt im Sonderdruck der
Zeitschrift Kommunalwirtschaft 9/81 die Grundlagen der
Entspannungsflotation wie folgt:
"Das von Henry und Dalton gefundene Absorptionsgesetz
besagt, daß die im Wasser lösbare Luftmenge nicht nur
temperaturabhängig ist, sondern auch proportional mit
dem Druck steigt oder fällt. Beim Absenken des Drucks
muß also die überschüssige Luftmenge frei werden, die
zwar beim höheren Druck in Lösung war, die aber beim
neuen niedrigeren Druck nicht mehr in Lösung bleiben
kann. Diese nicht mehr lösbare Luft wird in feinsten,
gut verteilten Blasen frei, deren Flotationswirkung
unübertrefflich ist.
Hanisch hat dieses Verfahren in seiner Dissertation
1960 an der Universität Stuttgart wissenschaftlich
behandelt und damals "Überdruckflotation" genannt.
Bei einer richtig dimensionierten, konstruierten und
betriebenen Entspannungs-Flotationsanlage entstehen
Luftblasen mit etwa 0,05 mm Durchmesser. Die Steigge
schwindigkeit solch kleiner Luftblasen beträgt etwa
0,15 cm/Sekunde, also 9 cm/Minute.
Die bei plötzlicher Entspannung aus dem gelösten in den
gasförmigen Zustand übergehende, also "frei werdende"
Luft bildet einen ganzen Schwarm oder Schleier von
außerordentlich feinen und gleichmäßig verteilten
Bläschen. Bei solch kleinen Luftblasen bewirkt die
Oberflächenspannung eine völlige Stabilität, d. h. diese
sehr kleinen Blasen sind praktisch unzerstörbar. Sie
vereinigen sich nicht zu größeren Blasen und sie treten
auch nicht ohne weiteres an der Wasseroberfläche aus.
Sie steigen nach ihrem Entstehen langsam auf und kommen
hierbei mit den absinkenden, mit den schwebenden und
mit den zu langsam aufsteigenden Schmutzteilchen und
Schlammflocken in Berührung. Durch Adhäsion bleiben sie
an diesen Stoffen hängen und tragen sie als winzig
kleine Luftballons nach oben an die Wasseroberfläche.
Dort bilden sie eine ganze Schicht aus unzählig vielen,
kleinen, stabilen Blasen, welche die flotierten Stoffe
beliebig lange an der Wasseroberfläche halten. Zugleich
bewirkt der summierte, äußerst starke Auftrieb dieser
unendlich vielen Bläschen, daß die Schwimmschlammdecke,
also die Summe der flotierten Schmutzteilchen, ganz
außergewöhnlich stark eingedickt wird."
Auf der Grundlage dieses theoretischen Wissens werden Über
druckflotationsanlagen gebaut und betrieben.
So ist aus der DE-PS 8 10 146 eine Vorrichtung bekannt, bei
der mittels Druckentspannung in einer Flüssigkeit gelöstes
Gas in Form von Mikroblasen freigesetzt wird. Die
Druckentspannungsvorrichtung ist in Form eines
Scheibenventiles ausgebildet, dessen Wirksamkeit wesentlich
von den Drücken abhängt, mit denen die begaste Flüssigkeit
der Entspannungsanordnung zugeführt wird. Die Praxis hat
gezeigt, daß eine zufriedenstellende Mikroblasenausbeute
erst ab einer Druckbeaufschlagung mit 4-5 bar erhalten wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs erwähnten Gattung zu schaffen, die bei
verringertem Energieaufwand eine zufriedenstellende Ausbeute
an Mikroblasen bei vergleichsweise niedrigen Betriebsdrücken
ermöglicht.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht in dem Vorsehen einer
Entspannungsdüse in Gestalt einer Hohlkegeldüse zur Bildung
eines Flüssigkeitshohlkegels mit einer davon in Abstand
angeordneten Abdeckplatte für den Flüssigkeitshohlkegel. Es
wurde festgestellt, daß mit einer erfindungsgemäßen
Ausbildung der Entspannungsdüse eine Druckreduzierung der
begasten Flüssigkeit auf 2-2,5 bar möglich ist und dennoch
eine zufriedenstellende Ausbeute an Mikroblasen vorliegt.
Zwar ist es aus der DE-PS 7 04 592 bekannt, zur Einführung
eines Gases in eine Flüssigkeit das Gas und einen Teil der
Flüssigkeit gegen einen Prallteller strömen zu lassen und auf
diese Weise in Mischung miteinander zu bringen. Diese Art der
Gasblasenbildung hat jedoch nichts zu tun mit einer
Mikroblasenbildung nach der vorliegenden Erfindung, die auf
der Ausscheidung von Gas in einer druckbegasten Flüssigkeit
beruht.
Es wurde gefunden, daß unter Druck begaste Flüssigkeiten
nicht wie bisher beschrieben bei einer plötzlichen
Entspannung aus der freiwerdenden Luft in der Flüssigkeit
feinste Blasen bilden, sondern, daß das Entstehen großer
Mengen von Mikroblasen auf Kavitationszustände in den
Entspannungsorganen zurückzuführen ist. Das bedeutet, daß
beispielsweise durch die Strömung an den Ventilkanten ein
solcher Unterdruck entsteht, daß die Grenze des Dampfdruckes
der Flüssigkeit unterschritten wird und sich dadurch für
einen kurzen Moment kleinste Dampfblasen bilden. Erst an der
Grenzfläche zwischen Flüssigkeit und Dampf und unter dem
hohen Vakuum besteht für das Gas die Möglichkeit, aus der
Flüssigkeit zu entweichen. Außerhalb der Ventilkanten bricht
der Unterdruck sofort zusammen und der Flüssigkeitsdampf
kondensiert sofort. Zurück bleiben winzige Gasblasen, in die
nur die Luftmenge noch nachträglich eindringt, die unter dem
niedrigeren Druckniveau hinter dem Entspannungsventil nicht
in gelöster Form in der Flüssigkeit verbleiben kann.
Der Druckausgleich und der Stoffaustausch in den Mikroblasen
erfolgt in kurzer Zeit. Danach verbleiben kleine stabile
Mikroblasen als Blasenschleier in der Flüssigkeit.
Erfindungsgemäß läßt sich die gefundene Erkenntnis auf zwei
Wegen nutzen:
- 1. Gestaltung der Entspannungsorgane für Überdruckflota tion mit dem Ziel der Erzeugung des Kavitationsfeldes mit geringstem Flüssigkeitsdruck, dargestellt im Beispiel 1,
- 2. Trennung der Einrichtungen zur Druckreduzierung von
den Einrichtungen zur Mikroblasenerzeugung mit dem Ziel
der Energieeinspannung bei der Druckwassererzeugung durch
die Nutzung der Entspannungsenergie zum Befüllen des
Begasungsbehälters.
Dazu wird über ein Austauschersystem mit geringstem Energieaufwand die zu begasende Flüssigkeitsmenge in den Begasungsdruckbehälter und die gleiche begaste Menge aus dem Behälter gebracht. Die für die Lösung der Luft erforderliche Druckerhöhung erfolgt ausschließlich durch die einzubringende Druckluft.
Das Ein- und Ausbringen der Flüssigkeit erfolgt:- - diskontinuierlich über Ventile unter Verwendung von drei Druckbehältern, von denen jeweils einer zum drucklosen Befüllen, einer zum Begasen und einer zum drucklosen Entleeren genutzt wird, oder
- - quasikontinuierlich über ventil- oder schiebergesteu erte Flüssigkeitsaustauscher mit einem Begasungsbehäl ter mit Transport- und Umwälzpumpe oder
- - mit zwei gekoppelten Zahnradpumpen, wobei eine Pumpe zum Beschicken und die zweite Pumpe zur Entnahme aus dem Begasungsbehälter verwendet wird, dargestellt im Beispiel 2.
Bei der Verwendung von Flüssigkeitsaustauschern sind die
Leckverluste mit einer kleinen Druckpumpe zu ersetzen. Die so
erzeugte entspannte gasübersättigte Flüssigkeit wird zur
Mikroblasenbildung durch ein Kavitationsfeld geleitet. Die
Erzeugung eines solchen Feldes erfolgt durch eine
Ultraschallsonde.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung und
Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 in längsgeschnittener Ansicht eine
erfindungsgemäß aufgebaute Vorrichtung zur Erzeugung von
Mikroblasen,
Fig. 2 in schematischer Ansicht eine Anlage zur
Flotation von Schlämmen.
Anmerkung: jede Figur und jedes Beispiel haben einen eigenen Satz
Bezugsziffern.
Wie in der Fig. 1 zum Beispiel 1 dargestellt, wird aus
einem Begasungsdruckbehälter einer Überdruckflotationsanlage
das unter Druck stehende gasgesättigte Wasser (1) einer
Hohlkegeldüse zugeleitet und in dieser entspannt. In
Abhängigkeit vom Durchmesser der Düse in der Düsenplatte (2)
befindet sich hinter derselben eine Abdeckplatte (3), die den
sich bildenden Hohlkegel (4) voll abdeckt. Dieser Hohlkegel
wird durch die, über einen vor der Düse angeordneten
Drallkörper (5) geleitete, rotierende Flüssigkeit gebildet.
Durch die Abdeckung kann keine Flüssigkeit in den Hohlkegel
zurückströmen. Es entsteht ein Unterdruck, der größer ist als
der Dampfdruck der Flüssigkeit. Der Hohlkegel ist damit
ständig mit Wasserdampf gefüllt, so daß bereits hier erste
Luftanteile in den Dampfraum diffundieren können. Der
intensive Flüssigkeitsstrom reißt ständig kleinste Teile
dieses Dampf-Luft-Gemisches mit. Aus den Gaspartikeln bildet
sich in der entspannten Flüssigkeit (6) der Mikroblasen
schleier.
Wie in der Fig. 2 zum Beispiel 2 dargestellt, wird die zu
flotierende Flüssigkeit (1) kontinuierlich in den Flota
tionsbehälter (2) eingeleitet, aus dem der aufkonzentrierte
Schlamm (3) mit einer Fördereinrichtung (4) ausgetragen wird.
Über ein einstellbares Wehr (5) wird das gereinigte Wasser
(6) aus der Anlage abgeleitet. Ein Teilstrom des Wassers wird
von der ersten Zahnradpumpe (7) der mit einem Motor (8)
angetriebenen Austauschereinheit in den Begasungsbehälter
(9) gedrückt. Das Druckniveau wird durch die, die
Flüssigkeit begasende, Druckluft (10) erzeugt. Das
gasgesättigte Wasser wird von der zweiten Zahnradpumpe (11),
die als Generator arbeitet, aus dem unter Druck stehenden
System entnommen und nun unter dem niedrigeren Druckniveau
gasübersättigt dem Ultraschallgerät (12) zugeleitet. Hier
bilden sich innerhalb des Kavitationsfeldes die
Mikroblasen
aus. Sie werden mit dem Wasser als Mikroblasenschleier in den
Flotationsbehälter gebracht, lagern sich dort an die
Feststoff- und Suspensionspartikel an, so daß diese aufstei
gen und als Schlamm ausgetragen werden können.
Die in der Austauschereinheit entstehenden Leckverluste
können entweder durch eine entsprechend größere Auslegung der
Zahnradpumpe (7) oder durch eine kleine Druckpumpe (13)
ausgeglichen werden.
Zur besseren Lösung der Luft kann außerdem ein interner
Kreislauf mit einer Pumpe (14) zur Vermischung von Luft und
Wasser installiert werden.
Claims (3)
1. Vorrichtung zur Erzeugung von Mikroblasen aus begasten
Flüssigkeiten für die Flotation von Schlämmen, indem die
begaste Flüssigkeit durch eine Entspannungsdüse gedrückt
wird, gekennzeichnet durch eine Entspannungsdüse in Gestalt
einer Hohlkegeldüse zur Bildung eines Flüssigkeitshohlkegels
mit einer davon in Abstand angeordneten Abdeckplatte (3) für
den Flüssigkeitshohlkegel.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß aufstromseitig der Hohlkegeldüse eine Dralleinrichtung
(5) vorgesehen ist, um der der Hohlkegeldüse zugeführten
Flüssigkeit einen Drall zu verleihen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand der Abdeckplatte (2) von der Hohlkegeldüse
einstellbar ist.
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