DE3638136C2 - Doppelwandiges Kunststoffrohr und dessen Verwendung - Google Patents
Doppelwandiges Kunststoffrohr und dessen VerwendungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein doppelwandiges Kunststoffrohr
aus thermoplastischem Kunststoff mit einer metallischen
Bewehrungseinlage zwischen den Wandungen.
Kunststoffrohre mit innerhalb der Wandung angeordneten
Bewehrungseinlagen sind seit langem bekannt. Die Bewehrungs
einlagen haben insbesondere die Aufgabe, die Innendruckbe
lastbarkeit der Kunststoffrohre, bzw. auch die Außendruckbe
lastbarkeit zu erhöhen, um z. B. das Einknicken des Kunst
stoffrohres zu verhindern. Die Bewehrungseinlagen bestehen
entweder aus Metallgeflechten oder aus einer mit kurzer
Schlaglänge aufgebrachten Drahtwendel. Das mit einer Draht
wendel kurzer Schlaglänge versehene Kunststoffrohr ist nicht
geeignet, in Längsrichtung des Rohres gerichtete Zugkräfte
aufzufangen. Eine Bewehrungslage aus einem Geflecht kann zwar
Zugkräfte auffangen, jedoch sind die übertragbaren Längs
kräfte in ihrer Größe begrenzt, da die einzelnen Drähte des
Geflechtes eine bestimmte Wanddicke nicht überschreiten
dürfen, da sie sonst nicht mehr miteinander verflochten
werden können. Dieser Nachteil konnte dadurch behoben wer
den, daß mehrere Metallgeflechte übereinander angeordnet
werden, jedoch ist das Rohr dann nicht mehr wirtschaftlich
herstellbar, da ein Flechtvorgang bekanntlich nur geringe
Fertigungsgeschwindigkeiten zuläßt.
Aus der DE-OS 17 75 820 ist ein mehrschichtiges Kunst
stoffrohr mit hoher Druckfestigkeit bekannt, bei dem sich
zwischen den Wandungen des Innen- und Außenrohrs eine aus
dünnen Metalldrähten und Kunststoffäden gewirkte Schicht
befindet.
Ein weiteres mehrschichtiges Kunststoffrohr, das gegebenen
falls eine verstärkende Zwischenlage aus einem Metall- oder
Textilgeflecht aufweist, ist in dem DE-GM 17 14 889 be
schrieben.
Schließlich ist noch aus der CH-PS 584 378 ein armiertes
Kunststoffrohr bekannt, das in einer zwischen zwei faser
armierten Schichten liegenden Füllschicht wenigstens eine
koaxial zur Rohrachse wendelförmig verlaufende Armierungsein
lage aus Kunststoff oder Metall enthält.
In stehenden Getreidesilos muß in unterschiedlichen Höhen
die Temperatur des Getreides gemessen werden. Diese Tempe
raturmessungen hat man bisher mit vorkonfektionierten
Thermoelementen durchgeführt, die senkrecht in die Getreide
silos vor deren Füllung eingehängt werden. Da sowohl beim
Füllen als auch insbesondere beim Entleeren des Getreide
silos von unten eine erhebliche Zugbelastung auf die Ther
moelementleitungen ausgeübt wird, müssen diese sehr kompakt
ausgebildet sein.
Der Erfindung liegt von daher die Aufgabe zugrunde, ein
doppelwandiges Kunststoffrohr mit einer innerhalb der Wan
dung gelegenen Bewehrungseinlage anzugeben, welches hohe
Zuglasten, insbesondere von mehr als 6 KN übertragen kann,
ohne daß seine Abmessungen übermäßig groß werden. Darüber
hinaus soll das Rohr in großen Längen von z. B. 20 m herstell
bar und biegbar sein. Weiterhin soll es für explosionsge
fährdete Räume anwendbar sein.
Diese Aufgabe wird bei einem doppelwandigen Kunststoffrohr
der eingangs erwähnten Art dadurch gelöst, daß die auf der
Oberfläche des Innenrohres liegende Bewehrungslage aus einer
Vielzahl von mit großer Schlaglänge wendelartig aufgebrach
ter Metalldrähte besteht und daß das Außenrohr kraftschlüs
sig mit der Bewehrungslage verbunden ist. Eine Bewehrungs
lage nach der Lehre der Erfindung kann hohe Zugbelastungen
übertragen, ohne daß die Biegbarkeit der Rohrkonstruktion
wesentlich eingeschränkt wird. Durch den kraftschlüssigen
Verbund des Außenrohres mit der Bewehrung wird eine Rohr
konstruktion geschaffen, bei der Innenrohr, Bewehrungslage
und Außenrohr eine Einheit bilden, so daß eine Verschiebung
der Schichten gegeneinander verhindert ist. Der kraftschlüs
sige Verbund wird zweckmäßigerweise dadurch hergestellt,
daß bei der Extrusion des Außenrohres Kunststoffmaterial
in die Zwickel zwischen den einzelnen Bewehrungsdrähten
eindringt und diese damit in ihrer Lage festlegt.
Als Werkstoff für das Innenrohr wird zweckmäßigerweise ein
mechanisch stabiler Werkstoff, vorzugsweise Hart-Polyethylen
verwendet. Da die Bewehrungslage nach der Erfindung bei
Zugbelastung das Bestreben hat, sich zu längen, was jedoch
nur möglich wäre bei einer gleichzeitigen Verringerung der
lichten Weite der durch die Metalldrähte gebildeten Wendeln,
muß die Durchmesserverringerung verhindert werden. Das Innen
rohr muß also große Querkräfte aufnehmen können.
Die Metalldrähte sind zweckmäßigerweise verzinkte Stahl
runddrähte, die große Kräfte aufnehmen können. Eine Ver
zinkung ist sinnvoll, um eine Korrosion der Drähte zu ver
hindern. Solche Drähte sind im Handel erhältlich.
Die Schlaglänge der Metalldrähte ist vorteilhafterweise
größer als der zweifache, vorzugsweise größer als der fünf
fache Außendurchmesser des Innenrohres. Unter Schlaglänge
versteht der Fachmann den längsaxialen Abstand zweier benach
barter Windungen eines wendelartig geformten Drahtes. Je
größer die Schlaglänge, desto größer die Zugbelastbarkeit,
wobei jedoch zu beachten ist, daß die Biegbarkeit durch
große Schlaglängen nachteilig beeinflußt wird. Hier muß man
einen optimalen Kompromiß finden.
Maßgebend für die Zugbelastbarkeit ist der Durchmesser und
die Anzahl der Bewehrungsdrähte. Der Durchmesser sollte
deshalb nach einem weiteren Gedanken der Erfindung min
destens gleich der Wanddicke des Innenrohres, vorzugsweise
größer sein.
Die Metalldrähte sollten in einer solchen Anzahl vorge
sehen sein, daß sie die Oberfläche des Innenrohres nahezu
100%ig überdecken. Dadurch wird die Druckbelastung des
Innenrohres durch die Bewehrungsdrähte bei einer Zugbe
lastung gleichmäßig über die gesamte Oberfläche des Innen
rohres verteilt.
An der Oberfläche des doppelwandigen Kunststoffrohres
können durch Reibung der Getreidekörner am Kunststoff
außenrohr elektrostatische Aufladungen entstehen, die zu
einer Explosion führen könnten. Zur Verhinderung über
mäßig großer Aufladungen hat es sich deshalb als zweck
mäßig erwiesen, als Werkstoff für das Außenrohr einen elek
trisch leitfähigen Kunststoff zu verwenden. Mit besonderem
Vorteil wird ein mit leitfähigem Ruß gefülltes Polyethylen
oder Polyvinylchlorid verwendet. Die elektrostatischen Auf
ladungen gelangen dann durch die leitfähige Wandung des
Außenrohres zu den Stahldrähten, die die Spannung ableiten
können.
Das Rohr nach der Lehre der Erfindung ist in besonders vor
teilhafter Weise geeignet, als Führungsrohr für Thermoele
mentmeßleitungen in Getreidesilos zu dienen.
Die Erfindung ist an Hand der in den Fig. 1 bis 3 sche
matisch dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Die Fig. 1 zeigt einen Silo 1 zur Speicherung von Getreide
mit einem Füllrohr 2 und einem Auslaßrohr 3. In dem Silo 1
sind mehrere Rohre 4 eingehängt, in die nicht dargestellte
Meßleitungen einführbar sind, welche die Temperatur des
Getreides an verschiedenen Stellen und in unterschiedlicher
Höhe messen sollen. Die Rohre 4 sind mechanisch fest an
einem Gerüst 5 befestigt.
Allein aufgrund des Eigengewichtes der Rohre 4, aber insbe
sondere durch beim Entleeren des Silos 1 auftretende Rei
bungskräfte müssen die Rohre 4 eine Zugbelastung von ca.
6-8 KN auffangen können. Um eine Stückelung vor Ort zu
vermeiden, sollen die Rohre 4 eine Biegbarkeit aufweisen,
die einen Transport in Ringbundform und ein problemloses
Einführen in den Silo 1 ermöglichen. Durch Reibung der Ge
treidekörner an der Wandung der Rohre 4 treten im Falle von
Kunststoffrohren elektrostatische Aufladungen auf, die zwecks
Vermeidung von Explosionen abgeleitet werden müssen.
Die Fig. 2 und 3 zeigen ein Rohr, welches für den ge
schilderten Einsatz bestens geeignet ist.
Das Rohr 4 besteht aus einem Innenrohr 5 aus Hartpoly
ethylen, auf dessen Oberfläche eine Vielzahl von ver
zinkten Stahldrähten 6 wendelartig aufgebracht ist. Die
Anzahl der Metalldrähte 6 ist so bemessen, daß die Ober
fläche des Innenrohres 5 nahezu vollständig überdeckt ist.
Die Schlaglänge, mit der die Stahldrähte 6 auf das Innen
rohr 5 aufgelegt sind, entspricht zweckmäßigerweise dem
8fachen Außendurchmesser des Innenrohres 5.
Auf die aus den Stahldrähten 6 gebildete Bewehrungslage
ist ein Außenrohr 7 aufextrudiert, welches sich mit den
Stahldrähten 6 kraftschlüssig verbindet, z. B. dadurch,
daß das Kunststoffmaterial mit der Oberfläche der Stahl
drähte 6 verklebt. In die Zwickelräume 8 zwischen den Stahl
drähten dringt bei der Extrusion des Außenrohres 7 das
Kunststoffmaterial ein und schafft so zusätzlich einen
Formschluß. Das Material für das Außenrohr 7 ist Poly
ethylen, vorzugsweise Weichpolyethylen, dem leitfähiger
Ruß in einer solchen Menge beigemischt ist, daß das Poly
ethylen elektrisch leitfähig wird. Dadurch können an der
Oberfläche des Außenrohres 7 entstehende elektrostatische
Aufladungen durch die Wandung des Außenrohres 7 zu den
Stahldrähten abgeleitet werden.
Die Abmessungen eines für ein Silo verwendeten Rohres sind:
| Innenrohr: | ||
| Außendurchmesser | 10 mm | |
| Wanddicke | 1 mm | |
| Stahldrähte: @ | Durchmesser | 1,5 mm |
| Schlaglänge | 80 mm | |
| Außenrohr: | 20 mm | |
| Länge des Verbundrohres | 20 m |
Die Herstellung solcher Rohre erfolgt zweckmäßigerweise durch
Extrusion des Innenrohres. Nach dem Aushärten wird mittels
einer Umseileinrichtung die Bewehrungslage aus den Stahl
drähten aufgeseilt, abschließend das Außenrohr aufextru
diert und das Verbundrohr auf eine Trommel aufgewickelt.
Anstelle der Stahldrähte ist es auch möglich, Fäden aus
hochfestem Kunststoff, z. B. Polyaramid zu verwenden, die
mindestens eine gleich hohe Zugfestigkeit wie die Stahl
drähte aufweisen.
Claims (8)
1. Doppelwandiges Rohr aus thermoplastischem Kunststoff mit
einer metallischen Bewehrungseinlage zwischen den
Wandungen, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der
Oberfläche des Innenrohrs (5) liegende Bewehrungseinlage
aus einer Vielzahl von mit großer Schlaglänge
wendelartig aufgebrachter Metalldrähte (6) besteht und
das Außenrohr (7) kraftschlüssig mit der
Bewehrungseinlage verbunden ist.
2. Doppelwandiges Rohr nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Innenrohr (5) aus einem
mechanisch stabilen Werkstoff besteht.
3. Doppelwandiges Rohr nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Metalldrähte (6) verzinkte
Stahlrunddrähte sind.
4. Doppelwandiges Rohr nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schlaglänge der
Metalldrähte (6) größer ist als der zweifache
Außendurchmesser des Innenrohrs (5).
5. Doppelwandiges Rohr nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der
Metalldrähte (6) mindestens gleich der Wanddicke des
Innenrohrs (5) ist.
6. Doppelwandiges Rohr nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Metalldrähte (6) in
einer solchen Anzahl vorgesehen sind, daß sie die
Oberfläche des Innenrohrs (5) nahezu vollständig
überdecken.
7. Doppelwandiges Rohr nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß das Außenrohr (7) aus einem
elektrisch leitfähigen Werkstoff besteht.
8. Verwendung eines doppelwandigen Rohrs nach einem der
Ansprüche 1 bis 7 als aufgehängtes Leerrohr (4) in
Getreidesilos (1) zur Führung einer die Temperatur des
Getreides in unterschiedlichen Höhen ermittelnden
Meßleitung.
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1986
- 1986-11-08 DE DE19863638136 patent/DE3638136C2/de not_active Expired - Fee Related
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