DE3529014C2 - Abfalldeponie und Verfahren zu ihrem Betrieb - Google Patents
Abfalldeponie und Verfahren zu ihrem BetriebInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abfalldeponie mit
Einbauten zur Unterteilung in verschiedene Sektionen, sowie
ein Verfahren zu deren Betrieb.
Aus der DE OS 23 07 196 ist eine Fertigbau-Siloanlage be
kannt, die zur Giftmüll-Lagerung vorgesehen sein kann. Die
Anlage umfaßt eine Beton-Fundamentplatte und Seitenwände, die
längs eines Sechsecks aufgestellt werden, so daß sich ein Sechs
kant-Wabenraster mit einer Seitenlänge von 200 cm ergibt. Die
Wände sind etwa 100 cm hoch. Die Wabenräume werden mit Giftmüll
aufgefüllt, wobei die besonders gefährlichen Stoffe in der
Wabenmitte abgelegt werden. Durch Befüllen benachbarter Silo
räume wird die Belastung der Wandplatten minimiert.
Abfalldeponien müssen so ausgebildet sein, daß sie die Umwelt
nicht belasten; d. h., sie dürfen keine schädlichen Emissionen ab
geben.
Besonders sind es die Deponiesickerwässer, die zu Umweltpro
blemen führen können. Wenn eine Abfalldeponie von Wasser (z. B. Re
genwasser) durchflossen wird, weist das resultierende Sickerwasser
in der Regel eine Quälität auf, die nahezu einer gesättigten Lösung
der Deponieinhaltestoffe entspricht. Da Abfalldeponien, und hier
im besonderen Sonderabfalldeponien, in der Regel wassergefährden
de Stoffe beinhalten, sind auch die Sickerwässer aus diesen De
ponien als wassergefährdend zu bezeichnen.
Um eine mögliche Verunreinigung von Grundwasser, Kluftwasser
bzw. Oberflächenwasser zu verhindern, wird behördlich gefordert,
daß Abfalldeponien gegenüber diesen Wässern z. B. durch Lehm, Ben
tonit, Kunststoffolien usw. abgedichtet werden.
Diese Maßnahmen erfordern jedoch naturgemäß eine restlose Er
fassung und schadlose Beseitigung bzw. Behandlung der entstehenden
kontaminierten Sickerwässer. Eine ordnungsgemäße Sickerwasserbe
handlung (Aufbereitung, Reinigung, Entgiftung, Eindampfen) kann je
nach Abfallart bis zu 95% des Deponieaufwandes ausmachen, wobei
besonders die Sickerwassermenge den aufwandbestimmenden Faktor aus
macht.
Um den Aufwand für die Sickerwasserbehandlung herabzusetzen, ist
man bestrebt, die Sickerwassermenge möglichst klein zu halten. Dies
geschieht einerseits durch größtmögliche Verdichtung des Deponie
körpers und andererseits durch Abdecken der Deponie nach dem Schütt
vorgang. Bis zum Verschließen der Deponie ist die gesamte Deponie
nach oben offen und es können Niederschlagwässer eindringen. Dabei
fällt der gesamte Niederschlag, welcher auf die obere Deponiefläche
fällt, als Deponie(sicker)wasser an und ist zur Gänze zu behandeln
bzw. zu beseitigen.
Um den hohen Aufwand für die Sickerwasserbehandlung weiter zu
senken, hat man sogenannte Kassettendeponien angelegt, wobei die
Abfalldeponie aus möglichst klein gehaltenen Deponieeinheiten
(das sind rundum gedichtete in einem durchfließbare Deponiekörper)
besteht.
Ziel der Erfindung ist eine Verbesserung der Kassettendeponien,
wobei der für die Errichtung von Kassettendeponien erforderliche
Aufwand gesenkt und das ausnutzbare Volumen der gesamten Deponie
erhöht werden soll.
Der vorliegenden Erfindung ist dabei die Überlegung zugrunde
gelegt, daß es nicht notwendig ist, die gesamte Deponie als Kasset
tendeponie auszuführen, d. h. die einzelnen Deponieeinheiten in ihrer
gesamten Höhenerstreckung voneinander zu isolieren.
Dementsprechend ist die Abfalldeponie mit Einbauten zur Unter
teilung in verschiedene Sektionen gemäß der Erfindung dadurch ge
kennzeichnet, daß die Einbauten ausschließlich im Bereich der Sohle
der Deponie vorgesehen und als Dämme, Zwischenwände oder trennende
Folien ausgebildet sind, die die Sohle in mindestens zwei unabhän
gig voneinander entwässerbare Sickerwasserauffangbecken oder -mul
den gliedern, wobei die Höhenerstreckung der Einbauten maximal
einem Viertel der Gesamttiefe der Deponie entspricht. Die Einbauten
können eine Höhe von etwa 25 cm aufweisen. Erfindungsgemäß ist al
so die dichte Sohle der Deponie so ausgeführt, daß sie, einem Raster
ähnlich, aus mehreren Sickerwasserauffangbecken besteht.
Jedes dieser Auffangbecken hat eine eigene Sickerwasserablei
tungseinrichtung (entweder im Freigefälle oder durch Pumpen). Auf
diese Weise können verunreinigte, kontaminierte Sickerwässer von
reinem Regenwasser ebenso wie bei Kassettendeponien getrennt ab
geführt werden. Auch können eventuell vorhandene Undichtheiten in
der Isolierung der Deponie nur im beschränkten Umfang, entsprechend
der Fläche des relativen Auffangbeckens, wirksam werden. Da die
Deponie mit fortschreitendem Befüllungszustand oben abgedichtet
werden kann, wird nur ein kleiner Teil der gesamten Deponiefläche
kontaminiertes Sickerwasser aufweisen.
Die erfindungsgemäße Abfalldeponie, die sowohl als Müll- als
auch als Sonderabfalldeponie in Frage kommt, weist also alle Vor
teile einer Kassettendeponie auf, hat aber gegenüber der letzteren
aufgrund des Wegfalls von Zwischenwänden, die sich über die gesamte
Deponietiefe erstrecken, die weiteren Vorteile des geringeren Auf
wands, sowohl hinsichtlich des erforderlichen Materials, als auch
hinsichtlich der erforderlichen Zeit für die Errichtung der Depo
nie, und der besseren Ausnutzung des Volumens der Gesamtdeponie,
da praktisch das ganze Volumen der Deponie mit Abfall gefüllt wer
den kann.
Gemäß einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Abfalldepo
nie ist die Sohle, wie an sich bekannt, mit Folienbahnen aus
Kunststoff bedeckt, die miteinander verschweißt sind, wobei über
die Schweißnaht hinausgehende, gegenüber der Sohlenfläche hoch
gebogene Lappen vorgesehen sind, die in einer Schüttung aus Schot
ter od. dgl. zu Bildung einer dichten Beckenberandung eingebettet
sind.
Erfindungsgemäß kann die Sohlenfläche gereinigt sein, wobei
nahe ihres tiefstliegenden Punktes eine Entnahmeleitung vorge
sehen ist.
Bei etwa horizontaler Sohlenfläche weisen nach einem weiteren
Merkmal der Erfindung die Sickerwasserauffangbecken in der Sohle
eine eigene Sickerwasserableitung bzw. einen Entwässerungsschacht
zur getrennten Entwässerung auf.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Betrieb der er
findungsgemäßen Abfalldeponie. Das Verfahren besteht darin, daß
Abfall je nach seiner Zusammensetzung in verschiedene Sickerwasserauf
fangbecken der Abfalldeponie eingebracht wird und daß Sickerwäs
ser mit Gehalten an unterschiedlichen Schadstoffen wie Salzen,
Säuren, Laugen, gesundheitsgefährdenden, toxischen, wassergefähr
denden bzw. radioaktiven Stoffen einer gesonderten Behandlung
bzw. Beseitigung zugeführt werden.
Auf diese Weise ist es möglich, den Aufwand zur Aufarbeitung
der Sickerwässer wesentlich zu senken.
Die Erfindung wird an Hand der Figuren der Zeichnung näher
erläutert.
Die Fig. 1 und 2 zeigen in schematischer Darstellung zwei Aus
führungsformen von erfindungsgemäßen Abfalldeponien im Längs
schnitt und
Fig. 3 eine Draufsicht auf die Abfalldeponie nach
Fig. 2.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich besteht der Boden 5 der Ab
falldeponie 1 aus einer Vielzahl von Sickerwasserauffangbecken oder
-mulden 2. In den gezeigten Ausführungsbeispielen sind die Wände
3, 4 und die Sohle 5 der Deponie 1 durch wasserdichte Folien ab
gedeckt. Die die einzelnen Auffangmulden 2 abdeckenden Folien
sind miteinander überlappend verschweißt, wobei die überlappenden
Ränder aufgebogen sind und die Zwischenwände 6 zwischen den einzel
nen Mulden 2 bilden. Auf den die Sohle 5 der Deponie 1 abdecken
den Folien ist eine Schotterschicht 7 aufgebracht. Diese Schot
terschicht erfüllt mehrere Zwecke. Sie schützt die Folie vor Ver
letzungen durch den in die Deponie 1 eingebrachten Abfall 8.
Ferner hält sie die aufgebogenen Ränder der Abdeckfolie in ihrer
Lage, sodaß diese als Trennwände 6 dienen können. Bei der Aus
führungsform nach Fig. 1 sind in den Sickerwasserauffangmulden 2,
die gerade der Aufnahme von Abfall 8 dienen, aus Brunnenringen
zusammengesetzte Brunnenschächte 9 vorgesehen, deren unteren Ab
schluß die Schotterschicht 7 bildet. Aus diesen Schächten 9 kann
das Sickerwasser mittels Tauchpumpen über Leitungen 10 entfernt
und zur Aufbereitungsanlage gefördert werden.
Durch eine Abdeckfolie 11 wird der Teil der Deponie 1, der
bereits mit Müll 8 gefüllt ist abgedeckt, so daß in diesen Bereich
der Deponie kein Regenwasser eindringen kann und sich somit kein
Sickerwasser mehr bildet. Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1
weist die Sohle 5 der Deponie 1 eine Neigung auf, so daß das sich
in den nicht mit Abfall bedeckten Auffangmulden 2 angesammelte
Regenwasser nicht aus jeder Mulde separat abgeführt werden muß,
sondern das Regenwasser gegen das eine Ende der Deponie abfließt
und durch eine gemeinsame Entnahmeleitung 12 abgeleitet werden
kann. Naturgemäß ist bei dieser Ausführungsform der Deponie mit
der Befüllung mit Abfall an dem der Entnahmeleitung 12 entgegen
gesetzten Ende der Deponie zu beginnen. Nach Fig. 2 erfolgt die
Anleitung des Sickerwassers über Rohrleitungen 13, die von der
Sohle 5 jedes Auffangbeckens 2 ausgehen.
Bei jeder im Betrieb befindlichen Abfalldeponie können drei
Zonen 14, 15, 16 unterschieden werden. In der Zone 14 ist die
Abfalldeponie 1 bereits gefüllt und durch eine Folie 11 abge
deckt. In dieser Zone fällt kein Sickerwasser mehr an. In der
Zone 15 ist die Deponie teilweise mit Abfall 8 gefüllt. In dieser
Zone fällt verunreinigtes Sickerwasser an, das über Leitungen 10
bzw. 13 abgeleitet wird. In der Zone 16 sammelt sich reines Regen
wasser, das entweder durch die Entahmeleitung 12 oder durch die
Leitungen 13 abgeleitet werden kann.
Claims (6)
1. Abfalldeponie mit Einbauten zur Unterteilung in verschiedene
Sektionen, dadurch gekennzeichnet, daß die Einbauten (6) aus
schließlich im Bereich der Sohle (5) der Deponie vorgesehen und
als Dämme, Zwischenwände oder trennende Folien ausgebildet
sind, die die Sohle in mindestens zwei unabhängig voneinander
entwässerbare Sickerwasserauffangbecken (2) oder -mulden glie
dern, wobei die Höhenerstreckung der Einbauten (6) maximal einem
Viertel der Gesamttiefe der Deponie (1) entspricht.
2. Abfalldeponie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß, die
Höhe der Einbauten in der Sohle 25 cm beträgt.
3. Abfalldeponie nach den Ansprüchen 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß die
Sohle (5), wie an sich bekannt, mit Folienbahnen aus Kunststoff
bedeckt ist, die miteinander verschweißt sind, und daß über die
Schweißnaht hinausgehende, gegenüber der Sohlenfläche hochgebo
gene Lappen vorgesehen sind, die in einer Schüttung aus Schot
ter (7) od. dgl. zur Bildung einer dichten Beckenberandung ein
gebettet sind.
4. Abfalledoponie nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Sohlenfläche geneigt und nahe ihres tiefstliegenden Punktes eine
Entnahmeleitung (12) vorgesehen ist (Fig. 1).
5. Abfalldeponie nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei
etwa horinzontaler Sohlenfläche die Sickerwasserauffangbecken (2)
in der Sohle (5) eine eigene Sickerwasserableitung (13) bzw. ei
nen Entwässerungsschacht (9) zur getrennten Entwässerung aufwei
sen (Fig. 2).
6. Verfahren zum Betrieb einer Abfalldeponie nach einem der An
sprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Abfall je nach sei
ner Zusammensetzung in verschiedene Sickerwasserauffangbecken (2) der
Abfalldeponie (1) eingebracht wird und daß Sickerwässer mit Ge
halten an unterschiedlichen Schadstoffen wie Salzen, Säuren,
Laugen, gesundheitsgefährdenden, toxischen, wassergefährden
den bzw. radioaktiven Stoffen einer gesonderten Behandlung
bzw. Beseitigung zugeführt werden.
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