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Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Salz aus heißen Lösungen.
Gegenstand der Erfindung ist eine weitere Verbesserung der durch Patent 340022 geschützten
Vorrichtung zur Gewinnung von Salz aus heißen Lösungen mittels umlaufender in die
Lösung eintauchender Scheiben. Die Erfindung bezweckt insbesondere, den Betrieb
dieser Vorrichtungen zu verbessern und besteht somit auch in einem neuen Verfahren
zum Betriebe genannter Vorrichtung.
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Wird die Vorrichtung zur Gewinnung
heißer Laugen in
der Weise betrieben, wie sie in Patentschrift 340022 beschrieben ist, so wird zwar
eine sehr große Ausbeute an Salz erzielt, jedoch ist das gewonnene Salz nicht von
absolut gleicher Beschaffenheit. Dies kann für manche Betriebe erwünscht sein, wenn
es nämlich darauf ankommt, verschiedene Salzqualitäten zu gewinnen. Wird jedoch
darauf Wert gelegt, daß das in sämtlichen Kühlzellen gewonnene Salz gleichmäßige,
möglichst große Kristallbildung zeigt, so reicht das in dem Hauptpatent beschriebene
Betriebsverfahren nicht aus. Hier setzt die Erfindung ein und ändert das Verfahren
dahin ab, daß der Kühlvorgang in den der Laugeneintrittsstelle benachbarten Kühlzellen
durch künstliche Mittel verzögert wird. Diese Verzögerung des Kühlvorganges bedingt,
daß in allen Zellen das Salz sich gleichmäßig und überall in großen Kristallen abscheidet.
Es wird also in den ersten Kühlzellen ein Salz von gleicher Kristallbildung erzeugt
wie in den letzten Kühlzellen. Dieses Verfahren kann in verschiedener Weise durchgeführt
werden, zunächst derart, daß die Verzögerung des Kühlvorganges von der Lufteintrittsöftnung
her allmählich bis zur Laugeneintrittsöffnung hin wachsend fortschreitet, derart,
daß die Verzögerung in der Nähe des Lufteintritts verhältnismäßig gering, in der
Nähe des Laugeneintritts dagegen verhältnismäßig groß ist.
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Die Verzögerung des Kühlvorganges selbst läßt sich ebenfalls in verschiedener
Weise erreichen. Entweder dadurch, daß den dem Laugeneintritt benachbarten Zellen
weniger Kühlluft zugeführt wird als den Zellen in der Nähe des Lufteintritts, oder
derart, daß die die Flüssigkeit aus den Zellen emporhebenden Scheibensysteme in
der Nähe des Laugeneintritts mitgeringerer Geschwindigkeit umlaufen als in der Nähe
des Lufteintritts, oder daß in der Nähe des Laugeneintritts weniger Kühlscheiben
angeordnet sind als in der Nähe des Lufteintritts. Schließlich läßt sich die Verzögerung
auch noch dadurch bewirken, daß die Zellen mit Luftzuführungen und abführungen versehen
sind, deren Durchgangsquerschnitte beliebig weit geöffnet werden können, woraus
sich die Möglichkeit ergibt, nicht nur die Luftmenge in der Nähe des Laugeneintritts
geringer zu halten als beim Lufteintritt, sondern auch in allen Zellen noch zusätzliche
Frischluft einzuführen, aber diese Frischluftzuführung ebenfalls derart zu regeln,
daß in der Nähe des Laugeneintritts stets weniger Kühlluft zur Verfügung steht als
in der Nähe des Lufteintritts.
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Selbstverständlich lassen sich die vorstehend erläuterten Betriebsarten
auch miteinander vereinigen. In der Anlage sind die zur Durchführung der verschiedenen
Betriebsarten geeigneten Vorrichtungen in einigen Ausführungsbeispielen dargestellt.
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Die Abb. I und 2 zeigen einen Laugenkühler, bei welchem das neue Verfahren
durch Verminderung der Luftmenge in der Nähe der Lauggieneintrittsstelle durchgeführt
wird, und zwar zeigt Abb. I den Kühler im senkrechten Querschnitt, Abb. 2 im wagerechten
Schnitt.
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Abb. 3 ist ein Diagramm zur Veranschaulichung des Abkühlungsvorganges.
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In dem Diagramm bezeichnet der Punkt A Laugeneintrittsstelle, der
Punkt B Lufteintrittssstelle. Wird der Laugenkühler, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel
fünf hintereinander angeordnete Scheibensysteme besitzt, in der Weise betrieben,
wie dies im Hauptpatent beschrieben ist, daß also die gesamte Kühlluft durch das
ganze Kühlersystem hindurchstreicht, so wird die Abkühlung etwa nach der Schaulinie
X verlaufen, nämlich derart, daß die Abkühlung der Lauge in der Nähe der Laugeneintrittsstelle
A sehr schnell eintritt, während in der Nähe der Lufteintrittsöffnung B, wo die
Lauge bereits erheblich abgekühlt ist, der- Abkühlungsvorgang selbst verhältnismäßig
langsam vor sich geht. Wird dagegen der Laugenkühler nach dem neuen Verfahren gemäß
vorliegender Erfindung betrieben, nämlich: derart, daß der Abkühlungsvorgang in
der Nähe der Laugeneintrittsstelle durch künstliche Mittel verzögert wird, dann
erfolgt die Abkühlung etwa nach der Schaulinie Z des Diagramms (Abb. 3), d. h. die
Kristallbildung wird in allen Zellen annähernd gleich sein.
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In dem Ausführungsbeispiel nach Abb. i und 2 wird die Verzögerung
des Abkühlungsvorganges nun dadurch: erreicht, daß die bei B eintretende Luftmenge
hinter der letzten Zelle b5 durch die Klappe a4 zum Teil schon wieder den Kühler
verläßt. Die Kühlluft geht dann weiter durch die vierte Zelle b4, ein Teil verläßt
diese durch die Klappeau. In derselben Weise erfolgt eine immer weiter fortschreitende
Verringerung der .Luftmenge durch die Klappe az, d, so daß in der Zelle bl eine
wesentlich geringere Luftmenge auf die Lauge kühlend einwirken kann als in der Zelle
b5. In diesem Ausführungsbeispiel geht Hand in Hand mit der Verminderung der Luftmenge
die Verminderung der kühlenden Fläche derart, daß die erste Zelle nur 7, die letzte
Zelle b' dagegen 17 Kühlflächen besitzt.
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In dem Ausführungsbeispiel nach Abb.4 und 5 bleibt der Luftstrom von
der Eintrittsstelle B bis zur Luftaustrittsstelle bzw. Laugeneintrittsstelle A unvermindert.
Hier wird jedoch die .Verzögerung _des Kühlvorggangss
in
der ersten Zelle b1 gegenüber den folgenden Zellen b2, b3, b4, b5 dadurch erreicht,
daß der Antrieb auf die Scheibe c5 wirkt und nun durch eine Übersetzung d3, c4 bzw.
d4, c3 usw. fortschreitend verlangsamt wird. Selbstverständlich kann dieser Antrieb
auch umgekehrt werden, daß er an dem Rade c1 angreift und nun durch die gleiche
Übersetzung bis zur Zelle c5 fortschreitend beschleunigt wird.
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In dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 6 und 7 wird der Kühler durch
einen Hauptluftstrom betrieben, der bei B eintritt und bei A abgesaugt wird. An
dem Kühler entlang jedoch führt eine zusätzliche Luftleitung e, die mit Stutzen
e4, e3, e2, e1 in die einzelnen Zellen mündet. Die Öffnungen e können durch Schieber
f4, f3, f2, f1 beliebig weit geöffnet werden, und zwar derart, daß z. B. der Zelle
b4 wesentlich mehr Luft zugeführt wird als der Zelle b3, dieser wiederum mehr als
der Zelle b2 und schließlich der Zelle b1 am wenigsten.
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Diese Einrichtung läßt sich jedoch noch weiter beeinflussen durch
eine Luftabteilung g, die mit verschiedenen Stutzen g4, g3, g2, g1 an die verschiedenen
Zellen anschließt, und deren Öffnungen ebenfalls durch Schieber h4, h3, h2, h1 verstellt
werden können, so zwar, daß vor der Zelle b1 wesentlich mehr Luft abgesaugt wird
als etwa vor der Zelle b4. Auch diese Einrichtung läßt sich mit den Einrichtungen
nach den Abb. I und 2 bzw. 4. und 5 wieder in beliebiger zweckentsprechender Weise
verbinden, sofern auf den Grundzug des Betriebsverfahrens geachtet wird, daß in
der Nähe der Laugeneintrittsstelle der Abkühlungsvorgang wesentlich verzögert wird.