DE35120C - Verfahren zur Gewinnung von Entgasungs-, Vergasungs- und event. entgasten Produkten - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Entgasungs-, Vergasungs- und event. entgasten ProduktenInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10B—DESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
- C10B21/00—Heating of coke ovens with combustible gases
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Description
KAISERLICHES
Alle bisherigen Entgasungen dienenden Apparate sind aus Entgasungsräumen; zur Aufnahme
des zu entgasenden Materials und (bei directer Wirkungsweise) Generatoren zur Darstellung
des Betriebsmittels, bei indirecter Wirkungsweise mit Heizzügen zur Leitung und Führung des Betriebsmittels combinirt.
Immer dient jeder der beiden Componenten, gemäfs seiner Bestimmung Und Bezeichnung,
fortwährend demselben Zwecke.
Die Aufarbeitung von z. B. geringen Braunkohlen, Steinkohlen, Waschschlämmen, Kohlenschiefern
u. dergl. nach den bisher bekannten Verfahrungsweisen und mit den seither bekannten
Mitteln ist nicht ökonomisch. Es unterbleibt daher die Aufarbeitung genannter Stoffe bis jetzt, was einen allgemeinen wirthschaftlichen
Schaden involvirt. In gewöhnlichen Generatoren sind bei Verwendung von rohen kohlenstoffhaltigen Materialien,' zumal bei grusiger,
mehliger, sandiger Beschaffenheit desselben, Betriebsstörungen durch Verstopfungen gewöhnlich
und geringwerthige Rohstoffe meist wegen zu grofsen Gehaltes an unverbrennlichen Bestandtheilen
und der Beschwernifs der Entfernung desselben aus den Generatoren mit continuirlichem
Betriebe von der Verwendung in denselben ausgeschlossen.
Das neue. Verfahren basin nun darauf, dafs in den entgasten Producten auch sehr geringwerthigen
kohlenstoffhaltigen Materials so viel und mehr Kohlenstoff enthalten ist, als zur
Lieferung der erforderlichen Wärme zur Entgasung, z. B. einer gleichen Quantität (Charge),
erforderlich ist. Unter Benutzung dieses Umstandes ist die Anordnung getroffen, in gegenseitiger
Abwechselung Vergasung und Entgasung auf einander einwirken zu lassen, hierbei gleichzeitig
einen Generator- (Vergasungs-) Procefs periodisch zu führen, an welchen Punkt sich
wieder eine ökonomische Gewinnung von Entgasungs- (Destillations-), entgasten und Vergasungsproducten
anknüpft.
Ist das Rohmaterial in hohem Mafse wasser- und aschehaltig, so wird dessen bei der Destillation
rückständiges, also entgastes Product wenig oder keinen Werth repräsentiren, während
der geringe Kohlenstoffgehalt, wenn derselbe vergast, ohne Weiteres die Entgasung
anderer Rohmaterialmengen übernimmt, also nutzbar gemacht wird.
Ist hingegen das Rohmaterial verhältnifsmäfsig reich an Kohlenstoff, so wird z. B. bei gleich
grofsen Chargen die mit der Vergasung zu bewirkende Entgasung in Bezug auf die Zeit weit
überholt und man kann hier die Gewinnung von entgastem Material ohne Weiteres gleichzeitig
verfolgen, indem das ganze entgaste Product entnommen und dafür frische Beschickung
zur weiteren Entgasung eingebracht, oder indem die zu vergasende Menge z. B. durch Herausnahme
verringert wird. . ■
Die diesem Verfahren dienenden Apparate sind an einander gereihte Räume von gleicher
Art und gleichmäfsig mit allen denjenigen Einrichtungen versehen, welche für Einbringung
von Rohmaterial, Luft bezw. Dampf, Abzug von Entgasungs- (Destillations-), entgasten und
VergasUngsproducten erforderlich sind, und geschieht der Betrieb derselben in zweierlei Weise.
Für den Betrieb einer indirecten Entgasung, welche durch die z. B. die Kammertrennungs-
(Scheide-) Wände durchdringende Wärme der aus der Vergasung stammenden Producte (Heizgaserzeugung
oder wirkliche Verbrennung) bewirkt wird, lassen sich die eigentlichen Entgasungs-
(Koks-) Oefen, sowohl verticale, nach Appolt, Bauer, Otto u. A., als auch geneigte,
nach Dubochet, Lürmann, verwenden, sofern dieselben nur einmal mit Einströmungen
für Luft L bezw. Dampf D und dann mit Ableitungsvorrichtungen für Heizgase
(bezw. Verbrennungsproducte) VP aus den
Kammern selbst versehen, wie z. B. in den Fig. 23 bis 28 dargestellt, oder auch die die
einzelnen Kammern umgebenden Heizzüge als Vergasungsproducte - Ableitungen eingerichtet
werden, zu welchem Zwecke dieselben in passende Verbindung mit den Kammerräumen,
z. B. durch geeignete Oeffnungen Oe, in den Kammerwänden zu bringen wären. Ferner
sind in den Fig. 1 bis 10 neue Anordnungen für diesen Betrieb in Reihen und centrischer
Gruppirung dargestellt. K bezw. K' sind die Kammern, welche je nur durch eine Scheidewand
getrennt und mit Ableitungen für Destillations- (Entgasungs-) Producte D P bezw. VP
für Vergasungs- (oder Verbrennungs-) Producte, F Füll- und E Entleeröffnungen versehen
sind.
Bei diesen neuen Anordnungen stehen die Kammern K in Vergasung, wenn in K' entgast
wird, und umgekehrt; ganz ebenso verhält es sich bei Anwendung der bekannten Koksöfen
(verticaler wie geneigter), welche in der Grundform wie die Darstellung in Fig. 5 an
einander gereiht sind und nur den Unterschied aufweisen, dafs bei den neuen Constructionen
die einzelnen Kammern K K' K K' nur je durch eine Scheidewand getrennt sind, erstere
aber in bekannter Weise Heizzüge zwischen den einzelnen Kammern eingelagert enthalten.
Die bei der Vergasung, z. B. in den mit K (bezw. K') bezeichneten Kammern, entstehenden
Vergasungsproducte gelangen bei Koksöfen durch Oeffnungen Oe in die Heizzüge, den
Inhalt der benachbarten Kammern K' (bezw. K) entgasend, während das letztere bei den neuen
Oefen vermittelst der durch die die Kammern K' KK' K trennenden Scheidewände aus dem
jeweiligen Vergasungsraume abfliefsende Wärme bewirkt wird.
Die Vergasungsproducte werden entweder auf demselben Wege, welchen in gewöhnlichem
Betriebe bei Koksöfen die Verbrennungsgase •nehmen, abgezogen, oder es sind für diesen
Zweck besondere Vorrichtungen VP mit den Kammern verbunden, Fig. 23 bis 28.
Die Entgasungsproducte werden entweder mit den Vergasungsproducten zusammen oder
wie in den Fig. 1, 3, 4, 9 und 10 durch Einrichtungen
D P abgeführt (in letzterem Falle würden die Oeffnungen Oe in den Kammern
während der Entgasung zu schliefsen sein).
Reicht die Dauer der z. B. in den Kammern K (bezw. K'j betriebenen Vergasung,
bezw. die Wärme deren Producte, hin, um mehrere Chargen in K' (bezw. K) zu entgasen,
was besonders bei Kohlen oder stark kohlenstoffhaltigem Material der Fall ist, so
kann man die erst entgasten Chargen entnehmen, frische einsetzen und damit fortfahren,
bis für die Umstellung der Betriebsweise der Kammern zu einander und nachfolgenden Vergasung
in K' (bezw. K) eine letzt entgaste Charge verbleibt, worauf wieder umgekehrt
verfahren wird u. s. w.
Das verwendete Material kann auch verschiedener Art sein, nämlich solches, aus dem man
Koks erzeugt, und solches, welches man vergast (geringwerthige, nicht blackende Kohlen,
Schlämme, Kohlenschiefer, Torf, Braunkohle und deren Abfälle).
Für die directe Entgasung, welche so erfolgt, dafs die Vergasungsproducte frisch eingebrachtes
Material, letzteres entgasend, durchströmen, wird ein Paarebetrieb, d. h. ein Zusammenarbeiten
von je zwei Kammern, welche verbunden sind, so eingerichtet, dafs immer eine Kammer im
Vergasungs-, die andere durch Einwirkung der Producte aus ersterer im Entgasungsprocefs
sich befindet.
Die Kammer K2 enthalte entgastes und die Kammer K3 frisches Material, Fig. 11 bis 14.
Durch Eintritt von Luft (Dampf) bei L (bezw. -D) erfolge Vergasung des Inhaltes von
K2, und es wird vermittelst Durchleitung der Vergasungsproducte durch ΚΆ deren Inhalt
entgast, wobei die flüchtigen Producte durch VP entweichen.
Ist mit Beendigung der Entgasung in K3 auch das Material in K2 aufgezehrt, so wird
letztere frisch gefüllt, worauf die Vergasung in K3 beginnt, wieder Entgasung in K2 bewirkend,
hierauf wird wieder umgekehrt u. s. f.
Ist hingegen mit Beendigung der Entgasung in K3 das Material in K2 (z. B. nur zur Hälfte)
aufgezehrt, so kann man auch den entgasten Inhalt von Ks entnehmen (Koks gewinnen),
die Kammer frisch besetzen, den frischen Einsatz unter Fortsetzung der Vergasung in K2
ebenfalls entgasen, und wenn jetzt der Inhalt von K2 aufgezehrt ist, so wird man K2 nach
Entfernung der Rückstände frisch beschicken und durch Vergasung in Ks entgasen, wieder
umkehren u. s. w.
Im Falle die Vergasung eines Theiles eines Kammerinhaltes hinreichte, um die ganze Charge
der anderen Kammer zu entgasen, wird ferner die Einrichtung getroffen, dafs jedesmal vor
Beginn während oder nach der Vergasungs-
periode der überschüssige Theil entgasten Materials aus jeder der Kammern entnommen würde.
Die Kammern können bei dieser Betriebsweise sowohl gegenüber wie neben einander
in Reihen und ringförmig gruppirt sein.
In der vorbeschriebenen, ganz ähnlichen Weise werden die bekannten, in der Ziegel-(bezw.
keramischen) Industrie gebräuchlichen (Kanal-, Kammer-, Ring-) Oefen angewendet,
welche dem Zwecke entsprechend mit Luft-(bezw. Dampf-) Eintritten L (bezw. D) und
Vorrichtungen zur Ableitung der Entgasungsund Vergasungsproducte (D P) (VP) (D VP),
F Füll- und E Entleerungsöffnungen versehen werden.
Die Fig. 15 bis 22 stellen einige dieser Verbindungen
dar.
Der Betrieb in diesen Oefen kann zunächst ein fortlaufender sein, indem jede Vergasung
einer Kammer (z. B. K') die nächst vorgelegte Kammer (z. B. K'2) entgast, nach Entgasung
letzterer aber hier die Vergasung beginnt und entweder die weiter vorgelegte (z. B. K3) oder
auch die inzwischen frisch beschickte (vorher in Vergasung gestandene Kammer K') rückkehrend
entgast.
Ist ein Werth auf gleichzeitige Gewinnung von entgasten Producten zu legen, so wird
entweder immer ein Theil des Inhaltes derjenigen Kammer entnommen, welche, entgast,
demnächst in die Vergasungsperiode treten soll, wobei vorausgesetzt ist, dafs der in der Kammer
verbliebene Theil bei seiner Vergasung die Entgasung der angefügten Kammern bewirkt,
oder man richtet den Betrieb so ein, dafs die Vergasungsproducte (z. B. aus K2),
mehrere der angelegten Kammern (z. B. K3 ΚΑ) durchströmend, diese entgasen, die
flüchtigen Körper aber z. B. erst in X5 abgesaugt
werden.
Die ganz oder nur theilweise entgasten Kammerinhalte (z. B. K3 K^) werden entweder
entnommen und, nachdem frisches Material eingesetzt, mit der Vergasung fortgefahren, in.
K6 Producte abgesäugt oder nur Inhalt von
K3 entleert, in K^ vergast, die Producte nach
Durchströmung der Kammern K5K6 in Κη
abgeleitet und so ringsum verfahren, oder auch rückkehrend Ki K3 K2 frisch gefüllt, in K5
vergast, und die Producte, durch Ki K3 K2
strömend, bei letzterer in die Abfuhrkanäle eingeleitet. Nach der Vergasung bezw. Entleerung
der Kammern wird frisch besetzt.
Es kann auf diese Weise die Führung der Entgasung und Vergasung vor- und rückschreitend
oder auch ringförmig umlaufend sein.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Verfahren zur Gewinnung von Emgasungs- (Destillations-), Vergasungs- (Heizgase) und eventuell entgasten Producten (Koks), darin bestehend, dafs in je einem Paar von Kammern abwechselnd in der einen Kammer eine Vergasung (Heizgaserzeugung oder vollständige Verbrennung), in der anderen eine Entgasung (Destillation), und zwar stets die letztere durch die erstere betrieben wird.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE35120C true DE35120C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT35120D Expired - Lifetime DE35120C (de) | Verfahren zur Gewinnung von Entgasungs-, Vergasungs- und event. entgasten Produkten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE35120C (de) |
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- DE DENDAT35120D patent/DE35120C/de not_active Expired - Lifetime
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