DE3407232C2 - Vollbohrwerkzeug - Google Patents

Vollbohrwerkzeug

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Vollbohrwerkzeug der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art.
Bei einem aus US-PS 4 143 723 bekannten Bohrwerkzeug dieser Art haben die Schneiden einen asymmetrischen Aufbau und un­ gleiche Abmessungen. Ferner liegen die Schneiden in Dreh­ richtung vor der Bohrwerkzeug-Mittelebene, so daß beim Ar­ beiten des Bohrwerkzeugs schwierige Bearbeitungsverhältnisse eintreten, da das Bohrwerkzeug auf den Werkstoff auffährt und nicht mehr zerspant.
Bei einem aus DE-OS 32 01 591 bekannten Schneidwerkzeug sind in der Schneidplatte zwei voneinander verschiedene Schnei­ den, nämlich eine Außen- und eine Innenschneide vorgesehen, die voneinander getrennte Außen- und Innenbereiche in einem Bohrloch bearbeiten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Vollbohrwerk­ zeug zu schaffen, das auch bei schwierig zu bearbeitenden Werkstoffen sicher zentriert ist und auch eine hochwertige Beschichtung der Schneidplatten erlaubt.
Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den im Pa­ tentanspruch 1 enthaltenen Merkmalen gelöst.
Diese Ausbildung gestattet es, der Zentrierung dienende, in­ nenliegende Bereiche der Schneiden groß zu gestalten, um ei­ ne sichere Zentrierung zu erreichen. Durch die Gestaltung der Schneidenbereiche läßt sich eine beliebige, speziellen Einsatzbedingungen angepaßte Endform des Bohrlochs erzeugen. Ferner läßt sich eine hochwertige Beschichtung der Schneid­ platten benutzen.
Bei der Ausgestaltung gemäß Anspruch 2 wird auch bei schwie­ rig zu bearbeitenden Werkstoffen eine exakte Ausbildung ei­ nes der Zentrierung dienenden Materialkegels gewährleistet.
Anhand der Zeichnung werden Ausführungsformen des Erfin­ dungsgegenstandes erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf die Spitze eines Vollbohrwerk­ zeugs,
Fig. 2 seine Seitenansicht in Blickrichtung C von Fig. 1,
Fig. 3 eine weitere Seitenansicht in Blickrichtung D in Fig. 1, und
Fig. 4 eine Draufsicht auf die Spitze einer weiteren Aus­ führungsform.
Der in Fig. 1 dargestellte Vollbohrer zeigt in der Draufsicht einen Bohrerschaft 1 sowie eine Bohrerschaftaufnahme 2. In den Bohrerschaft sind in dessen vorderen Bereich zwei Schneid­ platten eingesetzt, welche eine Hartmetallunterlage 3 und eine Schneidplattenbeschichtung 4 aufweisen, wobei die Schneidplatten so angeordnet sind, daß sie sich im Bereich der Drehachse des Bohrers überlappen. Eine über den Umfang des zylindrischen Bohrerschafts hinausstehende, von der äußeren Kante der Schneidplattenbeschichtung gebildete Nebenschneide 5 weist einen Freiwinkel 16 auf. Wie in den Seitenansichten in Fig. 2 und 3 gezeigt, weist eine Schneide 7 eine Spanwinkelphase 17 auf. Es sind eine Spankammer 8 sowie eine zentrische Kühlmittelbohrung 14 vorgesehen. Die Schneide 7 jeder Schneidplatte ist in drei Bereichen aufgeteilt, einen inneren, an die Drehachse angrenzenden Bereich 18, einen mittleren Bereich 19 sowie einen äußeren, an den Umfang des Bohrers angrenzenden Bereich 20. Die beiden inneren Bereiche 18 bilden miteinander einen spitzen Winkel 21 und formen während des Bohrvorgangs aus dem zu bearbei­ tenden Werkstoff einen der Zentrierung des Bohrwerkzeugs dienenden Zentrierungskegel 12. Der mittlere Bereich 19 bildet mit dem äußeren Bereich 20 der Schneide einen stumpfen Winkel 22. Der äußere Bereich 20 weist gegenüber der Lotrechten auf die Drehachse des Bohrers einen Anstell­ winkel 23 auf. Alle drei Bereiche 18, 19 und 20 der Schneid­ platte sind gegenüber dem Lot auf die Drehachse des Bohrers mit einem Freiwinkel 24 und einem Freistellwinkel 25 ange­ schliffen. Die Beschichtung der Schneidplatten besteht bevorzugt aus polykristallinem Diamant oder aus polykristallinem Bornitrit. (PKD bzw. PKB).
In Fig. 4 ist eine durchgehende Schneidplatte verwendet, welche in ihrer Mitte die Beschichtung aus polykristallinem Bohr­ nitrit trägt und an ihren Außenseiten durch eine Hartme­ tallunterlage abgestützt ist. Die Schneiden 7 dieser einen Schneidplatte sind symmetrisch zur Drehachse des Bohrers in drei Bereiche analog dem Beispiel in Fig. 3 unterteilt. Die drei Teilbereiche der Schneide liegen jeweils in einer ebene parallel zur Mittelebene des Bohrers und in einem Abstand in Drehrichtung des Bohrers vor der Mittelebene.
Es ist möglich, die Materialien der Beschichtung der Schneidplatten und die beschriebenen Ausführungsformen zu kombinie­ ren, oder Beschichtungen aus anderen Materialien zu ver­ wenden. Die Befestigung der Schneidplatten an dem Bohrer­ schaft kann durch Löten oder Verschrauben oder auf andere Weise erfolgen. Die Anschliffwin­ kel der Schneidplatten und speziell der Schneidplattenbe­ schichtungen richten sich nach der Härte des zu bear­ beitenden Werkstoffs und nach bei der Bearbeitung auftreten­ den Parametern.
Die Spankammer des Bohrwerkzeugs kann anders ausgebildet werden, etwa leicht gewendelt oder konisch.

Claims (2)

1. Vollbohrwerkzeug mit mindestens zwei sich wenigstens vom Bereich der Zentral- und Drehachse des Werkzeugs zum Außen­ umfang erstreckenden Schneiden (7), die an mindestens einer an einem zylindrischen Bohrerschaft (1) befestigten Schneid­ platte (3, 4) angeordnet sind, wobei jede Schneide (7) in mehrere Bereiche, einen an die Drehachse angrenzenden Bereich (18), einen mittleren Bereich (19) und einen äußeren Bereich (20), unterteilt ist, wobei der an die Drehachse angrenzende Bereich (18) mit der Drehachse einen in Richtung auf den Schaft (1) des Werkzeugs weisenden Winkel (Hälfte des Win­ kels 21) bildet, und wobei der äußere Bereich (20) mit dem mittleren Bereich (19) einen stumpfen Winkel (22) bildet,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schneide (7) jeder Schneidplatte (3, 4) in einer Ebene parallel zur Mittelebene des Werkzeugs und in Dreh­ richtung in oder hinter der Mittelebene angeordnet ist,
daß der mittlere Bereich (19) mit der Drehachse einen in Richtung auf den Schaft (1) des Werkzeugs weisenden spitzen Winkel minus (90° minus spitzen Winkel 23 zwischen dem äußeren Be­ reich 20 und einer lotrechten auf die Drehachse) bildet, der größer ist als der Winkel (Hälfte des Winkels 21) des an die Drehachse angrenzenden Bereichs, und
daß das am Umfang des Werkzeugs liegende Ende des äußeren Bereichs (20) vom Schaft (1) axial weiter beabstandet ist, als das im Bereich der Drehachse liegende Ende des an die Drehachse angrenzenden Bereichs (18).
2. Vollbohrwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Schneidplatten (3, 4) sich im Bereich der Drehachse überlappen.
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