DE3402671A1 - Herstellung von ammoniakwasser - Google Patents

Herstellung von ammoniakwasser

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Horst Dr.-Ing. 5042 Erftstadt Bechthold
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/02Preparation, purification or separation of ammonia
    • C01C1/022Preparation of aqueous ammonia solutions, i.e. ammonia water

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Analytical Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Sorption Type Refrigeration Machines (AREA)

Description

  • Herstellung von Ammoniakwasser
  • Ammoniakwasser wird großtechnisch im allgemeinen durch Absorption von gasförmigem Ammoniak an von innen mit Wasser gekühlten, außen mit Wasser berieselten Rohrsystemen hergestellt. Bei diesem Absorptionsverfahren dient das Kühlsystem der Abführung der hohen Wärmetönung, die sich aus der Kondensationswärme des Ammoniakdampfes und der Lösungswärme des Ammoniaks in Wasser zusammensetzt.
  • Bekanntlich erfolgt die Lagerung von flüssigem Ammoniak entweder unter entsprechend hohem Druck bei Umgebungstemperatur oder bei Atmosphärendruck und sehr niedrigen Temperaturen. Um Ammoniakwasser nach dem oben geschilderten Absorptionsverfahren herzustellen, muß demzufolge zunächst flüssiges Ammoniak unter Aufwendung der sehr hohen Verdampfungswärme in den gasförmigen Zustand übergeführt und anschließend in Wasser unter Entzug der selben Verdampfungswärme und außerdem zusätzlicher Lösungswärme absorbiert werden. Bei dieser Verfahrensweise muß also zunächst eine erhebliche Wärmemenge zugeführt werden, die anschließend wieder vernichtet wird.
  • Es wurde bereits versucht, flüssiges Ammoniak unter Umgehung der Verdampfungsstufe direkt mit Wasser in Kontakt zu bringen und zu mischen, um die Vernichtung der zuvor eingebrachten Verdampfungswärme zu umgehen.
  • Hierbei sind jedoch erhebliche Schwierigkeiten unvermeidlich, da der Siedepunkt von Ammoniak bei Atmo- sphärendruck ca. -33 OC beträgt, so daß beim Kontakt mit Wasser eine schlagartige Verdampfung eintritt. Diese schlagartige Verdampfung löst die in der Technik hekannten und gefürchteten "Dampfschläge" aus, die nicht unerhebliche Gefahren bei der Durchführung dieser Verfahrensweise für die verwendeten Vorrichtungen darstellen.
  • Darüberhinaus ist an den Mischstellen von Ammoniak und Wasser mit Vereisung zu rechnen, da die hohe Verdampfungswärme des Ammoniaks örtlich zu einer starken Unterkühlung beiträgt, insbesondere wenn das flüssige Ammoniak an der Mischstelle bei Berührung mit Wasser plötzlich verdampft.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren verfügbar zu machen, mit dem flüssiges Ammoniak unter Umgehung seiner Verdampfung direkt mit Wasser vermischt werden kann, ohne daß die oben erwähnten Nachteile und Schwierigkeiten auftreten. Bei der Lösung dieser Aufgabe mußte berücksichtigt werden, daß sich unabhängig von Temperatur und Druck des Lagerbehälters das Dampf/Flüssigkeit-System in diesem Behälter in seinem Sattdampfgleichgewichtszustand befindet. Im Falle der Lagerung unter Druck und Umgebungstemperatur würde auf Grund dieser Tatsache bereits eine geringfügige Druckabsenkung, beispielsweise bei der Ableitung des Ammoniaks in Rohren zur Mischstelle zu einer Teilverdampfung des Ammoniaks führen. Damit befände sich das Ammoniak an der Mischstelle in einem Zustand, in dem es beim Mischen mit Wasser unter gleichzeitiger Absorption infolge der damit verbundenen Entspannung schlagartig verdampfen würde, so daß die gefürchteten Dampfschläge unvermeidlich wären. Ähnliche Verhältnisse würden vorliegen, wenn das Ammoniak drucklos bei niedrigen Temperaturen gelagert würde; denn dieses Ammoniak würde beim Kontakt mit Wasser, also im Augenblick des Vermischens und der Absorption plötzlich erwärmt und somit ebenfalls plötzlich verdampfen, so daß auch in diesem Falle Dampfschläge kaum zu vermeiden wären. Bei der Lösung der Aufgabe der Erfindung mußte demzufolge beachtet werden, daß das Mischen so erfolgt, daß das schlagartige Verdampfen und die damit verbundenen Dampf schläge nicht auftreten.
  • Die Problematik der Dampf schläge kann erfahrungsgemäß durch Aufteilung des zuzumischenden Ammoniakstromes in sehr viele kleine Teilströme erheblich verringert, jedoch nicht völlig umgangen werden. Andererseits setzt die Aufteilung des Ammoniakstromes in kleine Teilströme einen erheblichen Druckabfall an der Aufteilungsstelle voraus, da im anderen Falle ein gutes Durchmischen nicht möglich wäre. Diese Druckänderungen würden aber wiederum zum Verdampfen und damit zu erneuten Dampf schlägen führen.
  • Bei der Lösung der Aufgabe der Erfindung mußte demzufolge davon ausgegangen werden, daß das Mischen des flüssigen Ammoniaks mit Wasser unter einem Druck erfolgt, der deutlich über dem Sattdampfdruck des Ammoniaks bei Lagerungstemperatur liegt. Diese wesentliche Voraussetzung würde ohne Zweifel mit dazu beitragen, eine Teilverdampfung des Ammoniaks auf dem Weg vom Lagerbehälter zur Mischstelle zu verhindern.
  • Darüberhinaus mußte berücksichtigt werden, daß im Augenblick des Zumischens zum Wasser das flüssige Ammoniak wegen der für die Mischung erforderlichen hohen Strömungsgeschwindigkeit sehr rasch die Temperatur des umgehenden Wassers annehmen würde. Wäre diese Wassertemperatur höher als die Lagerungstemperatur, so würde der Sattdampfdruck des Ammoniaks wiederum entsprechend ansteigen und zur Verdampfung von Ammoniak führen. Um die Problematik von Dampfschlägen zu umgehen, wäre demzufolge als weitere Voraussetzung zu fordern, daß im Mischsystem ein Druck aufrechterhalten wird, der oberhalb des Sattdampfdruckes von Ammoniak bei der Wassertemperatur liegt.
  • Schließlich mußte bei der Lösung der Aufgabe berücksichtigt werden, daß das Mischen von flüssigem Ammoniak mit Wasser eine exotherme Reaktion ist, so daß das Ammoniakwasser bei seiner Herstellung in jedem Falle stark erwärmt wird. Während nämlich Ammoniakwasser unter beispielsweise Atmosphärendruck bei einer Temperatur von 20 "C mit etwa 33 % Ammoniak gesättigt ist, beträgt der Ammoniakgehalt im Sättigungszustand bei einer Temperatur von 70 OC nur noch etwa 10 %. Die Herstellung einer beispielsweise 25 %igen Ammoniakwasserlösung mit Wasser von 20 OC würde zu einer Temperaturerhöhung der Lösung beim Mischvorgang auf etwa 70 °C führen, das heißt, das zugemischte Ammoniak würde zu einem erheblichen Teil wieder aus der Mischung verdampfen, wenn nicht gleichzeitig während des Mischvorganges die Reaktionswärme durch indirektes Kühlen abgeführt würde. Da dieser Mischvorgang aber außerordentlich schnell abläuft, wäre eine derartige gleichzeitige Kühlung technisch kaum durchführbar.
  • Als weitere Voraussetzung der erfindungsgemäß zu lösenden Aufgabe wäre es demzufolge ohne Zweifel nur möglich, sowohl Dampfschläge zu vermeiden als auch das zuletzt geschilderte Problem zu bewältigen, indem Ammoniak unter einem deutlich höheren Druck als dem Sattdampfdruck dem Wasser zugeführt würde, wobei die gebildete Lösung darüberhinaus unter einem so hohen Druck stehen müßte, daß eine nachträgliche Ausdampfung des Ammoniaks aus der Ammoniakwasserlösung infolge Erwärmung vermieden würde.
  • Die Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß ein Verfahren zur Herstellung von Ammoniakwasser, das dadurch gekennzeichnet ist, daß flüssiges Ammoniak unter Umgehung seiner Verdampfung direkt mit Wasser bei einem über dem Gleichgewichtsdruck bei dem gewünschten NH3/H2O-Mischungsverhältnis und der sich aus der Temperaturänderung des Absorptionswassers infolge der Reaktionswärme ergebenden Temperatur liegenden Druck im Mischsystem vermischt wird, wobei dieser Druck außerdem deutlich sowohl bber dem Sattdampfdruck des Ammoniaks bei dessen Lagertemperatur als auch über dem Sattdampfdruck des Ammoniaks bei der Temperatur des Absorptionswassers liegt und wobei der Systemdruck größer als der bestimmende Druck ist. Ein Abstand des Systemdrucks zum bestimmenden Druck von 0,001 bis 10 bar hat sich als zweckmäßig erwiesen, vorzugsweise beträgt der Abstand des Systemdrucks zum bestimmenden Druck 0,5 bis 2,0 bar. Ein größerer Abstand des Systemdrucks zum bestimmenden Druck bringt keine speziellen Vorteile.
  • Bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung hat sich gezeigt, daß bei einer direkten Zuführung des gewonnenen Ammoniakwassers in ein weiteres Verfahren, das unter entsprechendem Druck arbeitet, keine weiteren Maßnahmen getroffen werden müssen, um dieses Ammoniakwasser verwerten zu können. Erfolgt die Herstellung des Ammoniakwassers erfindungsgemäß jedoch mit dem Ziel der Lagerung dieses Ammoniakwassers, so ist es erforderlich, dieses soweit abzukühlen, daß die Lagertemperatur niedriger liegt als die Sättigungstemperatur der Ammoniakwasserlösung bei Atmosphärendruck und gewünschter Konzentration. Es ist deshalb erforderlich, das erfindungsgemäß hergestellte Ammoniakwasser solange unter erhöhtem Druck zu halten, bis die erforderliche Temperatur eingestellt ist, da im anderen Falle bei der Druckentspannung wiederum Ammoniakausdampfung und damit Konzentrationsminderung erfolgen würde. Der nach dem Verfahren gemäß der Erfindung ermittelte Systemdruck ist zwar in der Praxis meist höher als der Druck über der Lösung, so daß eine Teilentspannung vor dem Kühlen bis knapp über dem Sättigungsdruck der Lösung erfolgen könnte.
  • Dies hätte zwar den Vorteil, daß gegebenenfalls Investitionskosten bei der Herstellung des Kühlers wegen des niedrigeren Druckes eingespart werden könnten, doch wäre es dann unumgänglich, nach dem Kühlen einen weiteren Druckregler vorzusehen, da auch das Kühlen noch unter erhöhtem Druck, der mindestens dem Sättigungsdruck der Lösung entspricht, betrieben werden müßte. Da erfahrungsgemäß aber unmittelbar hintereinander geschaltete Druckregler in demselben Flüssigkeitstrom zum Aufbau gegenseitiger Schwingungen führen können, die er- hebliche Betriebsstörungen auslösen, empfiehlt es sich, auch das Kühlen beim vollen Systemdruck der Mischung durchzuführen, indem dieser Systemdruck durch einen Druckregler konstant gehalten wird, und den Druck erst nach der Kühlung abzusenken, und zwar nur an einer Stelle über ein Ventil, das zweckmäßig hinter der Kühlung des Ammoniakwassers angeordnet ist.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung wird zweckmäßig deshalb so durchgeführt, daß die Abkühlung des gebildeten Ammoniakwassers beim gleichen Druck wie der der Mischung, mindestens jedoch, insbesondere bei mehrstufiger Druckabsenkung deutlich über dem Sättigungsdruck der Ammoniakwasserlösung bei der gewünschten Konzentration und der sich daraus ergebenden Temperatur erfolgt, wobei die Austrittstemperatur der Lösung aus dem Kühler durch Regelung der Kühlwassermenge auf einen Wert eingestellt werden sollte, der unterhalb der Sättigungstemperatur des Gemisches bei der gewünschten Konzentration unter Atmosphärendruck liegt.
  • In manchen Fällen kann es außerdem wesentliche Vorteile bringen, wenn das Verfahren gemäß der Erfindung so durchgeführt wird, daß das NH3/H2O-Nengenverhältnis durch Messung der Temperaturerhöhung festgestellt und bei praktisch konstantem Vordruck auf der NH3-Seite über Änderungen des Systemdrucks geregelt wird.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die Figuren 1 und 2 näher eräutert, die Schemata von Verfahrensabläufen wiedergeben, die sich im wesentlichen durch die Art der Regelung unterscheiden.
  • a) Gemäß Fig. 1 wird das aus dem Vorratstank 1 entnommene Ammoniak mit Hilfe einer Pumpe 2 dem Mischraum 8 mit dem Düseneinsatz 17 zugeführt. Das für das Mischen benötigte Wasser wird über die Pumpe 18 ebenfalls dem Mischsystem zugeführt. Die beiden Mengenströme werden über die Regelventile 3 für Ammoniak bzw. 7 für Wasser mit den zugehörigen Meßblenden 4 bzw. 6 durch den Verhältnisregler 5 in dem gewünschten Verhältnis zueinander eingestellt. Das beim Mischvorgang erwärmte Gemisch wird im Kühler 9 abgekühlt und durch das Regelventil 12 über den Druckregler 13 vom Systemdruck auf Umgebungsdruck entspannt und dem Lagerbehälter für Ammoniakazasser 14 zugeführt. Die Austrittstemperatur aus dem Kühler wird über das Regelventil im Kühlwasserstrom 10 mit Hilfe des Temperaturreglers 11 auf den gewünschten Wert eingestellt.
  • Dieses Regelsystem ist zwar voll funktionsfähig, hat aber insofern noch gewisse Nachteile, als bei Betriebsdrucken im Ammoniak system nahe dem Sattdampfdruck an der Meßblende für Ammoniak 4 örtlich Verdampfung auftreten und hier zu Meßfehlern führen kann. Um diese Nachteile auszuschalten, wird in einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens gemäß der Erfindung das abgewandelte Regelsystem angewandt, das in Fig. 2 wiedergegeben ist.
  • b) Ammoniak wird hierbei aus dem Vorratstank 21 über die Pumpe 22 ohne weitere nennenswerte Druckänderungen dem Mischraum 28 über das Düsensystem 27 zugeführt. Das Wasser wird von der Pumpe 38 über das Regelventil 26 und den zugehörigen Mengenregler 25 mit Hilfe der Meßblende 27 in gewünschter Menge dem Mischraum 28 zugeführt. Die Lösung wird im Kühler 29 auf die gewünschte Temperatur abgekühlt und über den Druckregler 32 entspannt und dem Lagertank 34 zugeführt. Im Gegensatz zu der oben beschriebenen Regelung wird hier kein festes Verhältnis Wasser/Ammoniak d i r e k t eingestellt, vielmehr wird dieses Verhältnis über die Messung der Temperaturerhöhung des Wasserstroms, die eindeutig vom Mischungsverhältnis abhängt, ermittelt; da jedoch die aus dem Düsensystem austretende Ammoniakmenge wiederum eindeutig durch die Druckdifferenz des Ammoniaks hinter seiner Förderpumpe gegenüber dem Mischraum 28 bestimmt ist, wird die Stellung des Druckregelventils 32 nunmehr durch die Temperaturerhöhung mit Hilfe des Reglers 39 beeinflußt und damit der Systemdruck im Raum 28 eingestellt. Steigt beispielsweise die Temperatur an der Meßstelle 41 gegenüber der Meßstelle 40, so bedeutet dies eine erhöhte Ammoniakzufuhr. Der Regler 39 arbeitet in der Weise, daß bei einer Erhöhung der Temperaturdifferenz das Regelventil 32 den Durchlaß verringert und somit zu einer Druckerhöhung im Raum 28 führt. Da der Ammoniakdruck hinter der Pumpe 22 praktisch konstant bleibt, wird dadurch der Differenzdruck kleiner, so daß weniger Ammoniak durch die Düsen in den Mischraum austritt. Die durch den Regelvorgang am Druckregler ventil 32 entstehende Druckänderung bewirkt natürlich zunächst auch eine Durchflußänderung am Regelventil für das zugesetzte Wasser 26, die jedoch sofort von der Meßblende 27 festgetellt und über den Regler 25 auf den fest eingestellten Sollwert durch Änderung des Regelventils 26 korrigiert wird.
  • Diese bevorzugte Ausführungsform gemäß Fig. 2 hat gegenüber der in 1 dargestellten den Vorteil, daß sie nicht mehr durch Meßfehler, wie oben erwähnt, verfälscht werden kann. Auch hierbei wird die Austrittstemperatur der Lösung aus dem Kühler 29 über eine Regelung im Kühlwasser system auf den gewünschten Wert eingestellt, wobei der Temperaturregler 31 das Regelventil im Kühlwasserstrom 30 beeinflußt.
  • Die Erfindung wird durch die nachstehenden Ausführungsbeispiele weiter erläutert, die sich auf die Entleerung eines Kesselwagens bei unterschiedlichen Bedingungen beziehen.
  • Um einen Kesselwagen, der bei 15 OC und einem Druck von 7,4 bar 50 t Ammoniak enthält, in zwei Stunden entleeren zu können, ist eine Verdampfungseinrichtung mit einer Leistung von 8,4 tMW zu installieren. In den Beispielen 1 bis 3 sind unterschiedliche Bedingungen sowohl bezüglich der Konzentration der herzustellenden NH3-Lösung als auch des einzustellenden Mindestdrucks in Abhängigkeit vom Druck im Vorratstank (Beispiel 1) im Prozeßwasser (Beispiel 2) sowie in der Lösung (Beispiel 3) angegeben.
  • Beispiel 1 Zur Herstellung einer 25 %igen NH3-Lösung ist bei den folgenden Temperatur- und Druckbedingungen in Temperatur NH3-Druck cc bar Vorratstank (1, 21) 20 8,7 Prozeßwasser 15 7,4 Lösung (NH3-H2O) 69 2,7 ein Mindestdruck von 8,7 + 2 bar = 10,7 bar im Mischraum (8, 28) erforderlich.
  • Beispiel 2 Zur Herstellung einer ebenfalls 25 %igen NH3-Lösung ist bei den folgenden Temperatur- und Druckbedingungen in Temperatur NH3-Druck cc bar Vorratstank (1, 21) 5 5,3 Prozeßwasser 15 7,4 Lösung (NH3-H2O) 65 2,7 ein Mindestdruck von 7,4 + 0,5 bar = 7,9 bar im Mischraum (8, 28) erforderlich.
  • Beispiel 3 Zur Herstellung einer 40 %igen NH3-Lösung ist bei den folgenden Temperatur- und Druckbedingungen in Temperatur NH3-Druck cc bar Vorratstank (1,21) 5 5,3 Prozeßwasser 5 5,3 Lösung (NH3-H2O) 90 12,5 ein Mindestdruck von 12,5 + 0,5 bar = 13 bar im Mischraum (8, 28) erforderlich.
  • Erfindungegemäß können zur Entladung dieses Kesselwagens 16,8 tSh an Energie eingespart und weitere Vorteile dadurch erzielt werden, daß die Investitionskosten erheblich reduziert werden können. Hinzu kommt noch, daß auch erhebliche Mengen an Kühlwasser eingespart werden. Unter Zugrundelegung der Zahlenwerte von beispielsweise des Beispiels 1 sind für die Entladung eines Kesselwagens mit 50 t Ammoniak etwa 780 m3 Kühlwasser notwendig. Führt man diese Entladung, wie seither üblich, über die Absorption von verdampften Ammoniak durch, so sind hierfür ca. 2260 m3 notwendig. Insgesamt werden daher für die Entladung dieses Kesselwagens 1480 m3 an Kühlwasser gespart.
  • Abgesehen von der erheblichen Einsparung durch Wegfall des Energieaufwandes für Verdampfung und Rekondensation des Ammoniaks weist das Verfahren gemäß der Erfindung besonders große Vorteile dort auf, wo intermittierend in kurzer Zeit sehr große Ammoniakwassermengen hergestellt werden müssen, wie dies beispielsweise beim Entladen von Kesselwagen notwendig wird, um die Standzeiten der Wagen und damit die Standkosten gering zu halten. Die Investitionskosten und auch der Platzbedarf der erforderlichen Mischeinrichtung sind vernachlässigbar gering im Vergleich zu den Investitionskosten einer Absorptionsanlage gleicher Leistung. Auch das erfindungsgemäß einzusetzende Kühlsystem weist nur einen Bruchteil der erforderlichen Fläche im Vergleich zum Kühlsystem einer Absorptionsanlage auf. Die Gesamtvorteile des Verfahrens gemäß der Erfindung sind somit offensichtlich und eindeutig.

Claims (8)

  1. P a t e n t a n s p r ü c h e 1. Verfahren zur Herstellung von Ammoniakwasser, dadurch gekennzeichnet, daß flüssiges Ammoniak unter Umgehung seiner Verdampfung direkt mit Wasser bei einem über dem Gleichgewichtsdruck bei dem gewünschten NH3/H20-Mischungsverhältnis und der sich aus der Temperaturänderung des Absorptionswassers infolge der Reaktionswärme ergebenden Temperatur liegenden Druck im Mischsystem vermischt wird, wobei dieser Druck außerdem deutlich sowohl über dem Sattdampfdruck des Ammoniaks bei dessen Lagertemperatur als auch über dem Sattdampfdruck des Ammoniaks bei der Temperatur des Absorptionswassers liegt und wobei der Systemdruck größer als der bestimmende Druck ist.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand des Systemdrucks zum bestimmenden Druck 0,001 bis 10 bar, vorzugsweise 0,5 bis 3,0 bar beträgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das gebildete Ammoniakwasser unter erhöhtem Druck auf eine Temperatur abgekühlt wird, die niedriger ist als seine Sättigungstemperatur bei Atmosphärendruck und gewünschter Konzentration.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlung des gebildeten Ammoniakwassers bei vollem Systemdruck erfolgt und der Druck erst nach der Kühlung abgesenkt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das NH3/H20-Mengenverhältnis durch einen Durchflußregler konstant gehalten wird, der Regelventile im Ammoniakstrom und/oder im Wasserstrom ansteuert.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Systemdruck durch einen Druckregler konstant gehalten wird, der ein Regelventil ansteuert, das nach der Kühlung des Ammoniakwassers angeordnet ist.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur des Ammoniaks nach dem Austritt aus dem Lagertank sowie die Temperatur des Absorptionswassers gemessen und die entsprechenden Meßsignale einem Rechner zugeführt werden, der daraus den notwendigen Systemdruck automatisch ermittelt und dem Druckregler als Sollwert vorgibt.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das NH3/H20-Mengenverhältnis durch Messung der Temperaturerhöhung festgestellt und bei praktisch konstantem Vordruck auf der NH3-Seite über Änderungen des Systemdrucks geregelt wird.
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RU2105716C1 (ru) * 1996-07-29 1998-02-27 Акционерное общество открытого типа "Химпром" Непрерывный способ получения аммиачной воды

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LANDOLT-BÖRNSTEIN: Zahlenwerke und Funktroner aus Physik, Chemie, Astronomie, Geophysik und Technik, 6.Aufl., II.Bd., 2.Teil, Bandteil a, "Gleichgewichte Dampf-Kondensat und osmotische Phänomene", Springer Verlag 1960, S.377-379 *

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