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Die Erfindung betrifft ein Lastenfahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Ein derartiges Lastenfahrzeug ist aus der GB-PS 11 27 588 bekannt. Dieses bekannte Fahrzeug besitzt einen ersten Radsatz und einen zweiten Radsatz, dessen Räder in einem Winkel zu denen des ersten Radsatzes angeordnet sind. Der zweite Radsatz ist aus einer angehobenen Stellung, in der nur die Räder des ersten Radsatzes auf einer Bodenfläche aufliegen, derart absenkbar, daß nur die Räder des zweiten Radsatzes auf der Bodenfläche aufliegen und durch das Absenken der erste Radsatz vom Boden abgehoben wird. Zum Absenken ist ein Antrieb in Form eines Hydraulik- oder Pneumatikzylinders vorgesehen.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Lastenfahrzeug der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, bei dem das Umsetzen vereinfacht und trotzdem eine exakte Führung des Lastenfahrzeugs in verschiedenen Richtungen möglich ist.
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Diese Aufgabe wird durch ein Lastenfahrzeug der eingangs beschriebenen Art gelöst, das erfindungsgemäß gekennzeichnet ist durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1.
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Bei der Bewegung dieses Lastenfahrzeuges liegen nur Räder entweder des ersten oder zweiten Radsatzes auf der Unterlage auf und die Bewegung geschieht damit entweder in Richtung der Radebene der Räder des ersten oder des zweiten Radsatzes. Zur Richtungsänderung wird das Lastenfahrzeug am Griff geschwenkt, so daß der jeweils andere Radsatz mit der Unterlage in Eingriff kommt. Wird als Lastaufnahmevorrichtung ein Dorn zur Aufnahme einer Rolle verwendet, dessen Achse in der Radebene eines der Räder liegt, so kann das Lastenfahrzeug auch zum Aufnehmen der Last verwendet werden.
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Im weiteren wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung im Zusammenhang mit den Figuren beschrieben. Von den Figuren zeigt
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Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Lastenfahrzeuges zum Aufnehmen und Befördern von Rollen;
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Fig. 2 eine Frontansicht derselben Ausführungsform und
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Fig. 3 eine Seitenansicht derselben Ausführungsform.
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Das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt ein Lastenfahrzeug 1 zum Aufnehmen und Transportieren von Rollenmaterial, beispielsweise Folienrollen zu einer Verpackungsmaschine.
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Das Lastenfahrzeug 1 weist ein Fahrgestell 2 mit einem Träger 3 auf, an dessen beiden Enden jeweils ein zweites Rad 6, 7 um jeweils eine feste Achse 8, 9 drehbar gelagert ist. Die Achsen 8, 9 sind parallel zueinander und in einem Abstand voneinander sowie senkrecht zur Längsrichtung des Trägers 3 in einem Abstand von einer Seite des Trägers 3 angeordnet, so daß die beiden zweiten Räder 6, 7 nebeneinander bzw. hintereinander in einer gemeinsamen Radebene liegen. Die Radebene ist dabei definiert als diejenige Ebene, in der das jeweilige Rad 6, 7 liegt und zu der die jeweilige Radachse 8, 9 senkrecht steht.
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Das Fahrgestell 2 weist ferner zwei gleichlange Arme 10, 11 auf, die mit ihrem einen Ende an jeweils einem Ende 4, 5 des Trägers 3 befestigt sind und von diesem unter einem rechten Winkel in Richtung der Achsen 8, 9 seitlich abstehen. Am anderen Ende jedes Armes 10, 11 ist jeweils ein erstes Rad 12, 13 um eine Achse 14, 15 drehbar gelagert. Die Achsen 14, 15 sind so angeordnet, daß sie auf einer gemeinsamen Geraden liegen, die parallel zur Radebene der zweiten Räder 6, 7 und senkrecht zu den Achsen 8, 9 der zweiten Räder liegt. Damit sind die Radebenen der beiden ersten Räder parallel zueinander in einem Abstand voneinander angeordnet, der im wesentlichen dem Abstand der Achsen 8, 9 voneinander entspricht, und stehen senkrecht auf der gemeinsamen Radebene der zweiten Räder 6, 7. Die Lage der Achsen 14, 15 ist ferner so gewählt, daß sie in einem Abstand von der von den Achsen 8, 9 aufgespannten Ebene auf der zum Träger 3 hin gerichteten Seite liegen. Dadurch ist der auf die Radebene der zweiten Räder 6, 7 projizierte, vom Fahrgestell am weitesten entfernte unterste Punkt der ersten Räder 12, 13 näher am Fahrgestell bzw. Träger 3 als der unterste Punkt der zweiten Räder 6, 7.
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Das Fahrgestell weist ferner einen Mittelarm 16 auf, der an seinem einen Ende mit dem Träger 3 etwa in der Mitte zwischen den beiden Enden 4, 5 fest verbunden ist und sich parallel zu den Armen 10, 11 auf derselben Seite des Trägers 3 wie diese vom Träger 3 weg erstreckt. Die Länge des Mittelarmes 16 ist größer als die der Arme 10, 11, so daß das vom Träger 3 abgewandte Ende 17 vom Träger 3 und damit der Radebene der zweiten Räder 6, 7 weiter entfernt ist als die ersten Räder 12, 13. Am Ende 17 ist eine Griffstange 18 zum Führen des Fahrzeuges befestigt. Das durch den Mittelarm 16 geführte Ende der Griffstange 18 bildet eine Abstützung 19. Wie insbesondere aus Fig. 3 ersichtlich ist, ist diese Abstützung 19 von der Radebene der zweiten Räder 6, 7 weiter entfernt als die ersten Räder 12, 13 bzw. deren Achsen 14, 15. Die Höhenlage der Abstützung 19 ist ferner dadurch festgelegt, daß der vom Fahrgestell 2 entfernteste unterste Punkt der ersten Räder 12, 13 auf der vom Fahrgestell 2 abgelegenen Seite einer Ebene liegt, die die Abstützung 19 mit den vom Fahrgestell 2 entferntesten untersten Punkten der zweiten Räder 6, 7 verbindet.
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Zur Aufnahme einer Folienrolle als zu transportierender Last ist ein Dorn 20 vorgesehen, der mit dem Träger 3 über einen an dessen einem Ende 5 befestigten Ständer 21 derart verbunden ist, daß sich seine Achse 22 horizontal und parallel zum Träger 3 erstreckt und in der Radebene der zweiten Räder 6, 7 liegt. Die Befestigung des Dornes 20 am Ständer 21 erfolgt über einen Schraubbolzen 23, der in einem Langloch 24 geführt ist, welches sich in Richtung des Ständers 21 erstreckt. Dadurch ist der Abstand der Dornachse 22 vom Träger 3 bzw. dem untersten Punkt der zweiten Räder 6, 7 einstellbar.
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Im Betrieb wird zunächst die Lage des Dornes 20 so eingestellt, daß sich der Dorn 20 in einer Höhe mit einem an einer Verpackungsmaschine vorgesehenen Aufnahmedorn 25 für die Folienrolle befindet, wenn sich das Lastenfahrzeug in einer solchen Stellung befindet, daß der Dorn 20 senkrecht über den zweiten Rädern 6, 7 angeordnet ist.
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Zur Aufnahme einer (in den Figuren gestrichelt gezeichneten) Folienrolle wird das Fahrzeug aus seiner unbelasteten Ruhestellung, in der es mit den beiden ersten Rädern 12, 13 und der Abstützung 19 auf einer Bodenfläche aufliegt, durch Anheben der Griffstange 18 gerade so weit in eine erste Schwenkstellung herausgeschwenkt, in der die Abstützung 19 von der Bodenfläche abgehoben ist und die zweiten Räder 6, 7 noch nicht auf der Bodenfläche aufliegen. In dieser ersten Schwenkstellung ist das Fahrzeug in Richtung der Radebene bzw. Laufrichtung der ersten Räder 12, 13 verschiebbar und wird derart vor eine aufzunehmende Folienrolle gefahren, daß sich der Dorn 20 etwa parallel zur Folienrolle erstreckt. Daraufhin wird das Fahrzeug durch weiteres Anheben der Griffstange in eine zweite Schwenkstellung, in der nur die zweiten Räder 6, 7 auf der Bodenfläche aufliegen und die ersten Räder 12, 13 von dieser abgehoben sind, und über diese hinaus so weit geschwenkt, daß der Dorn 20 mit dem Hohlkern der Folienrolle in Abgleich ist. Da in dieser Stellung nur die zweiten Räder 6, 7 mit der Bodenfläche in Eingriff sind und sich deren Laufrichtung parallel zur Folienrollenachse erstreckt, kann nun durch seitliches Verfahren des Fahrzeuges 1 in Laufrichtung der zweiten Räder 6, 7 der Dorn 20 in den Hohlkern der Folienrolle eingeführt werden, bis die Folienrolle mit einer Stirnseite am Ständer 21 anliegt. Anschließend wird das Fahrzeug durch Herunterziehen der Griffstange 18 in die erste Schwenkstellung zurückgeschwenkt und zusammen mit der Folienrolle derart neben den Aufnahmedorn einer Verpackungsmaschine gefahren, daß sich die Dornachse 22 parallel zum Aufnahmedorn 25 erstreckt. Das Fahrzeug wird nun in die zweite Schwenkstellung zurückgeschwenkt, in der sich der Dorn 20 senkrecht über den zweiten Rädern 6, 7 befindet und die ersten Räder 12, 13 von der Bodenfläche abgehoben sind. Durch die vorher erfolgte Höheneinstellung des Dornes 20 fluchtet der Dorn 20 in der aus Fig. 2 ersichtlichen Weise mit dem Aufnahmedorn 25 der Verpackungsmaschine, und die Folienrolle kann durch Bewegen des Fahrzeuges in Laufrichtung der zweiten Räder 6, 7 auf den Aufnahmedorn 25 aufgeschoben werden. Zu diesem Zweck ist die Länge des Dornes 20 vorzugsweise etwas kleiner als die Breite einer Folienrolle gewählt, so daß der Aufnahmedorn der Verpackungsmaschine sich in den Hohlkern der Folienrolle hineinerstrecken kann, auch wenn diese auf den Dorn 20 aufgesteckt ist.
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Nach einer anderen Ausführungsform kann der Mittelarm 16 auch auf der den ersten Rädern 12, 13 gegenüberliegenden Seite des Trägers 3 angeordnet sein. Es ist jedoch wesentlich, daß die Höhen der drei Auflagerpunkte, nämlich der Abstützung 19, der ersten Räder 12, 13 und der zweiten Räder 6, 7, so gewählt sind, daß das Fahrzeug aus einer Ruhestellung, in der es mit der Abstützung 19 und entweder den ersten Rädern 12, 13 oder den zweiten Rädern 6, 7 auf der Bodenfläche aufliegt, in eine erste Schwenkstellung, in der nur die ersten Räder 12, 13 mit der Bodenfläche in Eingriff sind, und eine zweite Schwenkstellung, in der nur die zweiten Räder 6, 7 mit der Bodenfläche in Eingriff sind, schwenkbar ist, und daß in der zweiten Schwenkstellung sich der Dorn 20 senkrecht über den zweiten Rädern 6, 7 und damit in seiner höchsten Lage über der Bodenfläche befindet.