DE3336697C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung bei einem Fehlerstromschutzschalter,
dessen Auslöser sein Auslösesignal über einen elektronischen Ver
stärker erhält, der zu seiner Stromversorgung zwischen wenig
stens einem Phasenleiter und dem Nulleiter eines einen Schutz
leiter aufweisenden Niederspannungs-Verteilungsnetzes angeschlos
sen sind, und betrifft eine Anordnung zur Gewährleistung des dem
Fehlerstromschutzschalter obliegenden Differentialschutzes auch
im Fall der Unterbrechung nur des Nulleiters.
Ein solcher Fehlerstromschutzschalter ist aus der US-PS 40 20 394
bekannt.
Bei der Verwendung beispielsweise eines zweipoligen Fehlerstrom
schutzschalters dieser Art in einem einphasigen Niederspannungs-
Verteilernetz sind drei Fälle von Leiterunterbrechungen denkbar:
- 1. Wenn Phasen- und Nulleiter unterbrochen sind, ist der Differentialschutz außer Funktion, jedoch besteht auch keine Unfallgefahr für den Fall einer Berührung des Phasenleiters durch Mensch oder Tier.
- 2. Wenn nur der Phasenleiter unterbrochen ist, liegen die gleichen Verhältnisse wie bei (1) vor.
- 3. Wenn hingegen nur der Nulleiter unterbrochen ist, ist zwar ebenfalls der Differentialschutz außer Funktion; die Gefahr von Unfällen mit möglicher weise tödlichem Ausgang ist jedoch in vollem Umfang vorhanden, da am Phasenleiter die volle Netzspannung weiterhin anliegt.
Die Schutzfunktion des Fehlerstromschutzschalters enthält
demgemäß eine Lücke.
Ein denkbarer Weg zur Beseitigung dieser Lücke besteht
darin, den Fehlerstromschutzschalter mit "positiver
Sicherheit" auszubilden, d. h., ihn so einzurichten, daß er
ausschaltet, wenn der Verstärker nicht mehr mit Strom
versorgt wird. Dies hätte jedoch den Nachteil, daß jede
vorübergehende Unterbrechung des Nulleiters und/oder des
Phasenleiters durch die Ausschaltung aller betroffenen
Differentialschutzeinrichtungen zu einer Dauerunterbrechung
führen würde.
Die Hinzufügung einer Hilfsstromquelle wie einer Batterie
oder eines Akkumulators würde zwar diesen Nachteil be
seitigen, die Anlage jedoch zugleich wesentlich verteuern.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine Anordnung bei
einem Fehlerstromschutzschalter der eingangs genannten Art
zu treffen, die auch bei bloßer Unterbrechung des Null
leiters, ohne den Schalter dabei zu öffnen, den vollen
Differentialschutz aufrechterhält.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der
Verstärker an den Nulleiter über eine Gleichrichterdiode und
ferner mit derselben Klemme an den Schutzleiter über eine
gleichsinnig gepolte weitere Gleichrichterdiode sowie eine
zu dieser in Reihe liegende Glimmlampe mit weit unter der
Phasenspannung des Netzes liegender Zündspannung angeschlossen
ist.
Mit der Erfindung wird bei einer Unterbrechung des Nulleiters
automatisch die Energieversorgung für den Auslösekreis
aufrechterhalten, indem die Glimmlampe zündet und
dadurch den Schutzleiter an die Stelle des unterbroche
nen Nulleiters treten läßt. Hierzu sei daran erinnert,
daß der Schutzleiter in der Praxis an den Nullpunkt (Stern
punkt) des Transformators angeschlossen ist und sich demgemäß
praktisch auf Nullpotential (bis auf Abweichungen um wenige
Volt) befindet. Im Fall einer Unterbrechung des Nulleiters
ohne gleichzeitige Unterbrechung des Phasenleiters wirkt die
bis dahin den Stromfluß über die zweite Diode sperrende
Glimmlampe infolge des Spannungsanstiegs an den Klemmen des
stromlosen Verstärkers wie ein Ventil, das beim Erreichen
der Zündspannung den Weg für den Strom durch den Auslöser
zwischen Phasenleiter und Schutzleiter über die zweite Diode
freigibt.
Die Erfindung ist mit den vorerwähnten Lösungsmerkmalen ins
besondere geeignet zur Anwendung bei einem zweipoligen Fehler
stromschutzschalter in einem einphasigen Niederspannungs-Ver
teilernetz, wie er durch die oben erwähnte US-PS 40 20 394
sowie in etwas abgewandelter Form auch aus der US-PS 40 91 431
bekannt ist und bei dem das Niederspannungs-Verteilernetz
demgemäß nur einen Phasenleiter enthält. Bei dieser Anwendung
kann es, insbesondere wenn der Fehlerstromschutzschalter in ei
nem Gerät eingebaut ist, das über ein symmetrisches Steckersystem
an das Versorgungsnetz anschließbar ist, vorkommen, daß Nulleiter
und Phasenleiter im Gerät miteinander vertauscht sind. Um auch
für diesen Fall den gewünschten Differentialschutz bei bloßer
Unterbrechung des Nulleiters zu gewährleisten, sind nach einem
ersten Merkmal zur vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung in
beiden Anschlußleitungen des Verstärkers Gleichrichterdioden ent
halten, und beide Klemmen des Verstärkers sind über je eine weitere
gleichsinnig gepolte Gleichrichterdiode mit dazu in Reihe
geschalteter Glimmlampe an den Schlutzleitern angeschlossen.
Die Erfindung ist jedoch nicht nur auf die Verwendung in ein
phasigen Wechselstrom-Verteilernetzen beschränkt, sondern läßt
sich auch bei vierpoligen Fehlerstromschaltern für dreiphasige
Verteilernetze anwenden, wie ein solcher aus der DE-AS 26 53 453
bekannt ist.
Um bei einer solchen Anwendung auch den Fall durch den
Differentialschutz zu erfassen, bei dem neben dem Nulleiter
nur ein oder zwei beliebige Phasenleiter unterbrochen sind,
ist nach einem weiteren Ausgestaltungsmerkmal der Erfindung
der Verstärker mit der anderen Klemme an alle drei Phasen
leiter über je eine Gleichrichterdiode angeschlossen, wobei
diese Gleichrichterdioden im Stern geschaltet und im gleichen
Sinne gepolt sind.
In allen vorerwähnten Anwendungsfällen ist die Glimmlampe
zweckmäßig eine Neonglimmlampe mit einer Zündspannung von
etwa 80 V, die somit weit unter der üblichen Netzspannung
von 220 V zwischen Phasenleiter und Nulleiter liegt und
dadurch über eine genügend große Zeitspanne innerhalb der
vom zweiten Gleichrichter hindurchgelassenen Stromhalbwelle
den Verstärker mit Energie versorgt.
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäß benutzten Glimm
lampe besteht ferner darin, daß diese im Fall der Unter
brechung des Nulleiters aufleuchtet und dadurch das Vor
liegen einer Störung im Verteilernetz anzeigt.
Die Erfindung wird nachstehend anhand einiger in der
Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 das Prinzipschaltbild einer ersten Aus
führungsform der Erfindung mit einem
zweipoligen Fehlerstromschutzschalter
zur Versorgung eines Verbrauchers aus
einem einphasigen Wechselstrom-Verteiler
netz.
Fig. 2 eine abgeänderte Ausführungsform der
Schaltung nach Fig. 2 zur Verwendung ins
besondere bei in Geräte eingebauten
Fehlerstromschutzschaltern, die über um
polbare Stecker an der Verteilernetz
anschließbar sind, und
Fig. 3 das Prinzipschaltbild einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung für einen
vierpoligen Fehlerstromschutzschalter
zum Anschluß eines Verbrauchers an ein
dreiphasiges Wechselstrom-Verteilernetz.
In Fig. 1 sind mit L 1 der Phasenleiter und mit N der Null
leiter eines einphasigen Wechselstrom-Verteilernetzes mit
einer Netzspannung von beispielsweise 220 V bezeichnet, an
das ein Verbraucher V über einen zweipoligen Fehlerstrom
schutzschalter mit Schaltkontakten C 1 und C 2 innerhalb von
Anschlußleitern 1 und 2 angeschlossen ist. Der im übrigen
nicht weiter gezeigte Fehlerstromschutzschalter hat einen
bei S angedeuteten Summenstromwandler sowie einen sekundär
seitig daran angeschlossenen (nicht gezeigten) Auslöser
kreis, dem das Auslösesignal über einen elektronischen Ver
stärker A zugeführt wird. Der Verstärker A ist mit einer
Klemme unmittelbar an den Anschlußleiter und damit den
Phasenleiter L 1 des Netzes angeschlossen. Die andere Klemme
des Verstärkers A ist mit einem Verzweigungspunkt X verbun
den, der einerseits über eine Gleichrichterdiode D 1 mit
dem anderen Anschlußleiter 1 und damit dem Nulleiter N des
Netzes und andererseits über eine gleichsinnig zur
Gleichrichterdiode D 1 gepolte weitere Gleichrichterdiode D 2
und eine Glimmlampe T mit dem Schutzleiter PE des Netzes
in Verbindung steht.
Die Glimmlampe T ist vorzugsweise eine Neon-Glimmlampe mit einer
Zündspannung von etwa 80 V, wobei die Brennspannung etwa 65 V
beträgt.
Die in Fig. 1 gezeigte Schaltung arbeitet wie folgt
Solange keine Störung im Netz vorliegt, wird parallel zu
dem Verbraucher V der Verstärker A aus dem Netz L 1/N
mit Strom versorgt. Dieser Strom fließt über den Verstärker
A und die Gleichrichterdiode D 1, die nur jede zweite
Stromhalbwelle hindurchläßt (Halbwellengleichrichtung).
Der Stromfluß über die zweite Gleichrichterdiode D 2 ist
hingegen gesperrt, da der Verzweigungspunkt X beim Ansteigen
der Spannung am Phasenleiter L 1 in der zweiten Halbwelle
über die Gleichrichterdiode D 1 im wesentlichen auf Null
potential und damit weit unterhalb der Zündspannung der
Glimmlampe gehalten wird, während in der ersten Halbwelle
die Gleichrichterdiode D 2 einen Stromfluß durch die Glimm
lampe T verhindert.
Tritt nun eine Unterbrechung des Phasenleiters L 1 auf,
gleichgültig, ob auf diesen beschränkt oder zusammen mit
einer Unterbrechung des Nulleiters N, so wird auch der Ver
stärker A stromlos, und der Differentialschutz tritt außer
Funktion. Dies ist jedoch ohne Belang, da bei unterbrochenem
Phasenleiter L 1 ohnehin keine Unfallgefahr für Mensch oder
Tier im Fall der Berührung des Leiters besteht.
Tritt hingegen eine Unterbrechung nur des Nulleiters N
auf, wird in der zweiten Stromhalbwelle kein Strom über
die Gleichrichterdiode D 1 fließen, sondern stattdessen das
Potential am Verzweigungspunkt X mit der Spannung am
Phasenleiter L 1 ansteigen, bis die Zündspannung der Glimm
lampe T erreicht ist und diese zündet. Dadurch vermag
auf diesem Wege Strom über den Verstärker zu fließen und
hält die Energiezufuhr für den Auslöserkreis aufrecht.
Es versteht sich von selbst, daß die Glimmlampe derart
bemessen sein muß, daß ihr Brennstrom den Leistungsan
forderungen des Verstärkers im Auslösefall genügt. Des
weiteren muß der Auslösekreis so bemessen sein, daß der
Stromfluß in jeder zweiten Halbwelle nicht nur für den
Normalfall zur Energieversorgung des Auslösekreises aus
reicht, sondern diese auch gewährleistet ist, wenn bei
unterbrochenem Nulleiter nur eine um die Brennspannung der
Glimmlampe verminderte Spannung an den Klemmen des Ver
stärkers ansteht und sich die Dauer des Stromflusses in
der zweiten Halbwelle auf den Zeitraum zwischen dem Er
reichen der Zündspannung und dem Erlöschen der Glimm
lampe beim Absinken der Spannung beschränkt.
Es leuchtet ein, daß die Schaltung nach Fig. 1 bei einer
Unterbrechung des Nulleiters nur dann den gewünschten
Differentialschutz gewährleistet, wenn der Anschlußleiter 1
des Verbrauchers V an den Nulleiter N des Netzes angeschlos
sen ist. Falls der Fehlerstromschutzschalter jedoch in
einem Gerät installiert ist, das über eine Kabel-Stecker-
Verbindung an das Verteilernetz angeschlossen wird, können
sich Schwierigkeiten ergeben. Manche Steckersysteme wie
beispielsweise das französische und das schweizerische
System gewährleisten aufgrund ihrer unsymmetrischen Aus
bildung auch bei Anschluß über Kabel und Stecker stets die
richtige Zuordnung der Anschlußleiter zu den Netzleitern.
Bei symmetrischen Steckersystemen wie insbesondere dem
deutschen Schuko-System ist diese Voraussetzung jedoch
nicht erfüllt. Bei diesem System kann ebenso der Anschluß
leiter 2 an den Phasenleiter L 1 und damit der Anschluß
leiter 1 an den Nulleiter angeschlossen werden. In diesem
Fall wäre die in Fig. 1 gezeigte Dioden-Glimmlampen-
Schaltung zur Gewährleistung des Differentialschutzes
teilweise wirkungslos.
Demgegenüber zeigt Fig. 2 eine Schaltung, bei welcher es
gleichgültig ist, welcher Anschlußleiter 1, 2 an den Phasen
leiter L 1 bzw. den Nulleiter N angeschlossen ist. Diese
Schaltung unterscheidet sich von der nach Fig. 1 nur dadurch,
daß der Gleichrichter A auch mit seiner zweiten Klemme über
eine Gleichrichterdiode D 1′ an den Anschlußleiter 1 angeschlos
sen ist und vor dieser Diode an einem Verzweigungspunkt X′ eine
Zweigleitung mit einer gleichsinnig gepolten weiteren Gleich
richterdiode D 2′ und einer Glimmlampe T′ zum Schutzleiter PE
abzweigt. Dadurch wird eine symmetrische Schaltung für den
Anschluß des Verstärkers A an die Anschlußleiter 1, 2 geschaf
fen, für welche es gleichgültig ist, welcher Anschlußleiter
1, 2 mit dem Phasenleiter L 1 bzw. den Nulleiter N verbunden
ist.
Es bedarf jedoch der Beachtung, daß die beiden in Fig. 2
rechten Dioden D 1′ und D 2′ umgekehrt gepolt sein müssen
zu den linken Dioden D 1 und D 2, damit überhaupt ein Strom
durch den Verstärker A in einer der beiden Halbwellen der
Netzspannung fließen kann.
Die Funktion der Schaltung nach Fig. 2 ist grundsätzlich die
gleich wie die der Schaltung nach Fig. 1. Bei einer Unter
brechung des Nulleiters N wird stets diejenige Glimmlampe T
bzw. T′ auf der Seite desjenigen Anschlußleiters zünden, der
mit dem Nulleiter N verbunden ist, während auf der anderen
Seite der Strom zum Verstärker A über die Diode D 1 bzw. D 1′
weiterfließt.
Fig. 3 zeigt schließlich eine Schaltung für einen vierpoligen
Fehlerstromschutzschalter zur Verwendung in einem dreiphasigen
Niederspannungs-Verteilernetz mit Nulleiter. Bei dieser Schal
tung ist der Auslöser phasenseitig an alle drei Phasenleiter
R, S, T über je eine Gleichrichterdiode D R , D S , D T angeschlossen,
wobei diese Gleichrichterdioden im Stern geschaltet und im
gleichen Sinne gepolt sind. Dadurch ist sichergestellt, daß
auch bei Unterbrechung von einem oder zwei Phasenleitern zu
sammen mit dem Nulleiter N der volle Differentialschutz er
halten bleibt.
Claims (4)
1. Anordnung bei einem Fehlerstromschutzschalter, dessen
Auslöser sein Auslösesignal über einen elektronischen
Verstärker erhält, der zu seiner Stromversorgung zwischen
wenigstens einem Phasenleiter und dem Nulleiter eines
einen Schutzleiter aufweisenden Niederspannungs-Vertei
lernetzes angeschlossen ist, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Verstärker (A) an den Nulleiter (N)
über eine Gleichrichterdiode (D 1) und ferner mit dersel
ben Klemme an den Schutzleiter (PE) über eine
gleichsinnig dazu gepolte weitere Gleichrichterdiode
(D 2 sowie eine zu dieser in Reihe liegende Glimmlampe
(T) mit weit unter der Phasenspannung des Netzes
liegender Zündspannung angeschlossen ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, bei einem zweipoligen Fehler
stromschutzschalter, dadurch gekennzeich
net, daß in beiden Anschlußleitungen des Verstärkers (A)
Gleichrichterdioden (D 1, D 1′) enthalten sind und beide
Klemmen des Verstärkers (A) über je eine weitere gleich
sinnig gepolte Gleichrichterdiode (D 2 bzw. D 2′) mit dazu
in Reihe geschalteter Glimmlampe (T bzw. T′) an den
Schutzleiter (PE) angeschlossen sind.
3. Anordnung nach Anspruch 1, bei einem mehrpoligen Fehler
stromschutzschalter, dadurch gekennzeich
net, daß der Verstärker (A) mit der anderen Klemme
an alle drei Phasenleiter (R, S, T) über je eine Gleich
richterdiode (DR, DS, DT) angeschlossen ist, wobei diese
Gleichrichterdioden im Stern geschaltet und im gleichen
Sinne gepolt sind.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Glimmlampen (T bzw.
T′) Neonlampen mit einer Zündspannung von etwa 80 Volt
sind.
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