DE3329068A1 - Verfahren und vorrichtung zur ausbringung von saatgut - Google Patents

Verfahren und vorrichtung zur ausbringung von saatgut

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DE3329068A1
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Alfred 6587 Baumholder Decker
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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01CPLANTING; SOWING; FERTILISING
    • A01C17/00Fertilisers or seeders with centrifugal wheels

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Soil Sciences (AREA)
  • Environmental Sciences (AREA)
  • Sowing (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur Ausbringung
  • von Saatgut Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Bewirtschaftung des Ackerbodens in der Weise, daß sowohl eine Hauptfrucht, insbesondere Getreide, als auch Grünlandpflanzen angebaut werden.
  • Üblich ist der zeitlich miteinander abwechselnde Anbau dieser Pflanzenarten, wobei nach der Ernte des Getreides, etwa im August bis September, die Grünlandsaat ausgebracht wird, wobei die Grünlandpflanzen dann bis zur neuerlichen Getreideaussaat zu ernten sind.
  • Dieses Bewirtschaftungsverfahren, bei dem die Grünlandpflanzen eine Zwischenfrucht darstellen, ist aufwendig, teuer und wenig ertragreich. Nach der Getreideernte muß das Feld mit Pflug, Grubber, Scheibenegge oder dergl.
  • aufgebrochen werden, um ein Saatbett für die Zwischensaat zu schaffen. Der Boden ist geraume Zeit schutzlos der Sonne und dem Wind ausgesetzt, was zu einer Vernichtung der wertvollen Schattengare fahrt, die der Boden unter dem stehenden Getreide gewonnen hatte. Die Boden bakterien und der Wasserhaushalt sind geschädigt, gerade wenn das Griiniandsaatgut günstiger Verhältnisse zum Keimen bedürfte. Dies führt zu geringen Erträgen an Grünmasse.
  • Wenn die Ernte des Getreides, z. B. aus atterwngsgründen, sich verzögert, so bleibt für das Wachsen der Griinlandpflanzen nicht genügend Zeit, was ebenfalls die Erträge mindert, und was weder durch erhöhten Arbeitsaufwand noch durch teure Düngung ausgeglichen werden kann.
  • Bekannt ist auch die gleichzeitige Bewirtschaftung des Ackerbodens mit Getreide und Grünlandpflanzen in der Weise, daß bei der Bestellung des Ackers im Fruhjahr zusammen mit dem Getreidesaatgut der Samen langsamwachsender einjähriger Grasarten als Untersaat ausgebracht will.
  • Das bei der Getreideernte noch niedrige Gras bleibt hierbei stehen und kann noch wachsen, bis es selbst geschnitten wird.
  • Bei diesem Verfahren verursacht die Ausbringung der Grünland saat zwar keinen zusätzlichen Arbeitsaufwand, und die Grdnlandpflanzen stören auch die Getreideernte nicht; jedoch sind auch hier die Grünmassenerträge gering, weil es notwendigerweise an der Wuchsfreudigkeit der Grünlandpflanzen fehlt.
  • Ein besonderer Nachteil dieses Anbauverfahrens zeigt sich, wenn das Getreide wegen Überdlingung, Windeinwirkung oder dergl. zum Liegen kommt. Die GrUniandpflanzen wachsen dann aus dem Lagergetreide heraus und behindern die Erntebergung.
  • Aufgabe der Erfindung ist es, aufzuzeigen, wie unter Vermeidung der beschriebenen Nachteile eine kombinierte Bewirtschaftung von Ackerboden mit einer Hauptfrucht, insbesondere Getreide, und Griiniandpflanzen bei mäßigem Arbeitsaufwand und gutem Ertrag möglich wird.
  • Diese Ziele werden bei einem kombinierten Anbau von Getreide und Grimiandpflanzen erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß man das Grünlandsaatgut in das stehende Getreide ausbringt, und zwar in einem solchen zeitlichen Abstand vor dessen Ernte, daß die grüne Untersaat von der Getreideernte noch nicht berührt wird, also daß sie noch nicht höher als ca. 15 cm gewachsen ist. Normalerweise wird man vier bis sechs Wochen vor der Getreideernte säen.
  • Diese neuartige zeitliche Teilüberlappung der Wuchsperioden der beiden Kulturen hat mehrere Vorteile. Der Boden befindet sich unter dem stehenden Getreide im Zustand der Schattengare, was das Keimen und Anwachsen der Grulland- pflanzen begunstigt. Die bis zur Getreideernte verbleibenden vier bis sechs Wochen kommen der Grünlandsaat als Wachstumsvorsprung zugute. Zum Zeitpunkt der Getreideernte ist die grüne Untersaat bereits kräftig entwickelt und bekommt in einem günstigen Zeitpunkt Licht und kann sofort gedungt werden. Wegen der bereits erreichten Entwicklung bewahren jetzt die GrünLandpflanzen die Schattengare des Bodens, so daß die Bodenbakterien weiterhin günstl.ge Vermehrungsbedingungen vorfinden und ein Austrocknen des Bodens verhindert wird.
  • Wegen der günstigen Bedingungen bei der Einsaat bedarf der Grunlandsamen keiner besonderen Einarbeitung, also keiner Saatbettvorbereitung wie Schälen mit dem Schälpflug oder mit der Scheibenegge oder mit dem Schwergrubber, ebenso nicht des auf das Einsäen sonst folgenden Abschleppens (Glättens mit dem Balken) oder Walzens.
  • Auf diese Weise kann beim erfindungsgemäßen Verfahren gegenüber den bekannten Verfahren mit einem Mehrfachen an Grunmassenertrag gerechnet werden.
  • Durch die Besonderheiten des erfindungsgemäßen Verfahrens kann man schnellwachsige Massenträger wie Arkela, Raps oder Perko als Untersaat ausbringen, wobei dies allerdings nur etwa vier Wochen vor der Getreideernte geschehen sollte, weil diese sonst durch die grüne Blattmasse gestört würde.
  • Ein weiterer Vorteil des vorgeschlagenen Verfahrens liegt darin, daß auch breitblättrige Untersaaten ausgebracht werden können. Beim bekannten Verfahren des gleichzeitigen Einsäens des Bodens mit Getreide- und Griiniandsaatgut ist dies nicht möglich, weil die übliche Unkrautbekämpfung mit Herbiziden im Frühjahr den Boden eine graume Zeit gegen breitblättrige Pflanzen vergiftet. Beim vorgeschlagenen Verfahren ist jedoch zum Zeitpunkt des Ausbringens der Griinnandsaat das Unkrautvernichttingsmittel in der Ackerkrume bereits abgebaut.
  • Die Ernte der GrEnlandpflanzen im Herbst geschieht in Form von Weidegang oder, wo dies nicht möglich ist, mit Mähwerk und Ladewagen als Hoffütterung oder zur Weit erverarbeitung zu Silage als Winterfutter. Ebenso ist es möglich, die Grunmasse unterzupflugen, um die Humusversorgung des Ackers zu verbessern. Die letztere Möglichkeit hat besondere Bedeutung für viehlose Getreidebaubetriebe, in denen keine Humusversorgung durch Stallmist stattfindet.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ist vor allem auch in höhergelegenen Gebieten wegen der hier kürzeren Vegetationsperioden von Interesse. In Gebieten, wo die Jahresdurchschnittstemperatur unter +80 C liegt, sind die bei der Ausbringung der Untersaat herrschenden höheren Tempera- turen, etwa im Juli/August, besonders willkommen und wertvoll.
  • Auch kann es nicht zu Schwierigkeiten wegen liegendem Getreide kommen: Nach der Ausbringung der Untersaat wird es nicht mehr zu Lagergetreide kommen, und wenn dieser Fall schon eingetreten ist, wird man die Ausbringung der Untersaat unterlassen.
  • Die Ausbringung des Grünlandsaatguts in stehendes Getreide bringt besondere Probleme mit sich, auf deren Lösung sich die vorliegende Erfindung ebenso bezieht.
  • Übliche Säverfahren wären nicht geeignet: Weder könnte wegen der entstehenden Schäden mit einem Schlepper durch das Getreidefeld gefahren werden, noch gibt es ausreichend weit werfende Säeinrichtungen, mit denen vom Rand des Getreidefeldes her die Einsaat bewirkt werden könnte.
  • Eine Einsaat von Hand verbietet sich schon wegen des hohen Arbeitsaufwandes.
  • Eine erfinderische Lösung dieser Probleme liegt in dem weiteren Vorschlag, die Grunlandsaat in das stehende Getreidefeld mittels eines ferngesteuerten Luftfahrzeugs auszubringen.
  • Während in der Landwirtschaftsfliegerei auch das Einsäen von Feldern mittels Starrflügelflugzeugen oder Hubschraubern durchaus geläufig ist, bietet doch der neuartige Vorschlag der Verwendung von ferngesteuertem Fluggerät überraschende Vorteile: Ein ferngesteuertes Fluggerät kann schon wegen seiner geringeren Größe wendiger sein als ein bemanntes Flugzeug, aber auch deswegen, weil Beschränkungen bezüglich der Beschleunigungen in den Kehrtkurven entfallen. In einem bemannten Flugzeug kann der Pilot nur eine begrenzte Kurvenbeschleunigung ertragen, was ihn zwingt, weitere Kehrtkurven zu fliegen, als das Fluggerät aus aerodynamischen und festigkeitsmäßigen Gründen an sich aushalten würde.
  • Ein ferngesteuertes Fluggerät kann sehr enge Kehrtkur:en fliegen, was bei den kleinen Parzellen in der deutschen Landwirtschaft eine besondere Bedeutung hat.
  • Hinzu kommt vor allem aber, daß das bedeutend niedrigere Gewicht und die deswegen niedrigere Motorleistung eines ferngesteuerten Fluggeräts auch nur zu schwachem Abwind im Überflugbereich führen wird. Dies hat besondere Bedeutung für Hubschrauber, deren auftriebserzeugender Luftstrahl des Hauptrotors sehr konzentriert ist. Selbst ein ferngesteuerter Hubschrauber, der im Rahmen der vorliegenden Erfindung insbesondere ins Auge gefaßt ist, kann deshalb in geringer Höhe über das Getreidefeld geflogen werden, ohne dieses zu Lagergetreide niederzuverfen.
  • Auf dem Modellbaumarkt gibt es schon heute industriell hergestellte Modellhubschrauber einer Größe, die zur vorliegend vorgeschlagenen Verzfendung ohne größeren Aufwand weiterentwickelt werden könnten.
  • Es kann aber auch gedacht werden an die in jüngerer Zeit aus den USA nach Europa gekommene Klasse der sogenannten Ultraleichtflugzeuge, die im einfachsten Falle schwach motorisierte Drachen oder itanggleiter darstellen. Wenn bei diesen der Pilot eingespart wird, bleibt eine ausreichende Tragfähigkeit für eine Fernsteuerungsanlage sowie für Vorratsbehälter und Verteileinrichtungen für das auszubringende Saatgut. Wenn man die für das Saatgut übrigbleibende Nutzlast vorsichtig mit 20 kg abschätzt und bedenkt, daß bei einer Aussaat von herko etwa 10 kg/ha erforderlich sind, würde dies bedeuten, daß für jeweils 2 ha ein Start erforderlich wäre, was einen sehr effizienten Betrieb ermöglichen würde. Die niedrigen Fluggeschwindigkeiten, guten Langsamflugeigenschaften und kurzen Start- und Landestrecken solcher Fluggeräte würden sich für die vorliegende Verwendung sehr vorteilhaft auswirken.
  • In weiterer Ausbildung der Erfindung dient zur Ausbringung des Grünlandsaatguts eine an sich bekannte Schleuderradstreuanlage. Vorteilhafterweise hat diese Schleuderradstreuanlage zwei gegenläufig angetriebene Schleuderräder, deren jedes mehrere Aufgabestellen für das Saatgut haben kann, was ein gleichmäßiges Streubild ergibt. Bei Verwendung eines Hubschraubers können die Schleuderräder unmittelbar mechanisch vom Hauptrotor angetrieben werden; bei Verwendung eines propellergetriebenen Ultraleichtflugzeugs ist der Antrieb der Schleuderräder mittels eines Elektromotors zweckmäßig.

Claims (9)

  1. Verfahren und Vorrichtung zur Ausbringung von Saatgut PATENTANSPRÜCHE 1. Verfahren zur Ausbringung von Griinlandsaatgut bei einem kombinierten Anbau von Getreide und Grunlandpflanzen, dadurch gekennzeichnet, daß man das Grünlacdsaatgut vor der Ernte des Getreides in einem solchen zeitlichen Abstand von dieser ausbringt, daß die Grimiand-Untersaat von der Ernte des Getreides noch nicht beruht wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Ausbringung des Grünlandsaatguts aus einem ferngesteuerten Luftfahrzeug.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftfahrzeug ein Hubschrauber ist.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftfahrzeug ein unbemanntes Ultraleichtflugzeug ist.
  5. 5. Ferngzateuertes Buftfahrzeug zur Durchführung des Verfahrens nach Ansprüchen 3 oder 4, gekennzeichnet durch eine an sich bekannte Schleuderradstreuanlage zur Breitverteilung des GrUniandsaatguts.
  6. 6. Ferngesteuertes Luftfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleuderradstreuanlage zwei gegenläufig angetriebene Schleuderräder aufweist.
  7. 7. Ferngesteuerter Hubschrauber nach Ansprüchen 3 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleuderräder mechanisch vom Hauptrotor angetrieben sind.
  8. 8. Ferngesteuertes Ultraleichtflugzeug nach Ansprüchen 4 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleuderräder von einem Elektromotor angetrieben sind.
  9. 9. Ferngesteuertes Luftfahrzeug nach Ansprüchen 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Saatgut der Schleuderradstreuanlage über eine elektrisch angetriebene Dosiervorrichtung zugeteilt wird.
DE19833329068 1983-08-11 1983-08-11 Verfahren und vorrichtung zur ausbringung von saatgut Withdrawn DE3329068A1 (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4110137C1 (de) * 1991-03-27 1992-08-06 Manfred 7964 Kisslegg De Mueller
DE19530356A1 (de) * 1995-08-18 1997-04-10 Hilker Andreas Vielfachgerät für Mischkulturen
CN102257897A (zh) * 2011-05-11 2011-11-30 中国水利水电科学研究院 盐碱地的排水洗盐方法

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