Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verstellung
der Mastfußposition auf einem Surfbrett, mit einer auf
dem Surfbrett angeordneten längslaufenden Führungsschiene, die
mehrere Raststellen aufweist, einem entlang der Führungsschiene
geführten, den Mastfuß tragenden Schlitten, an dem ein
federnd an einer der Raststellen angreifendes Rastelement
angeordnet ist, und mit einem durch Fußdruck
zu betätigenden Auslöseorgan zum Entfernen des Rastelementes
aus der Raststelle.
Die Entwicklung des Windsurfsportes hat gezeigt, daß es
sinnvoll ist, die Lage des Druckpunktes eines Windsurfer-
Riggs (Segeldruckpunkt) relativ zum Lateraldruckpunkt
des Surfbrettes durch Variation der Position des Mastfußes
auf dem Surfbrett dem zu surfenden Kurs zum
Wind anzupassen (Trimm), wobei zusätzlich das
fahrerische Können individuell berücksichtigt werden
kann.
Eine bekannte Vorrichtung der eingangs genannten Art
(DE-OS 29 45 624) weist eine auf dem Surfbrett befestigte
Schiene auf, die mehrere in einer Reihe angeordnete
Rastlöcher aufweist. Auf der Schiene ist
ein Schlitten verschiebbar geführt, der seinerseits
ein Lager für die Aufnahme des Mastfußes trägt. Der
Schlitten weist ein Rastelement auf, das in jedem der
Löcher der Führungsschiene einrasten kann und ein
Auslöseorgan, das mit dem Fuß betätigt wird und das
bei Betätigung das Rastelement aus dem betreffenden
Loch herauszieht. Bei dieser bekannten Vorrichtung
kann die Verstellung des Mastfußes am Surfbrett zwar
im Prinzip auch während des Surfens erfolgen, jedoch
muß der Surfer zur Freigabe des Schlittens jeweils
zum Mast gehen. Wenn der Schlitten aus vorlicher
Position zurückgeholt werden soll, muß der Surfer
eine auftriebsarme Zone auf dem Brett betreten, wodurch
die Gefahr des Sturzes erheblich zunimmt.
In der älteren, nicht vorveröffentlichten DE-OS 32 29 910
ist eine Mastfußhalterung beschrieben, bei der ein
den Mastfuß tragender Schlitten eine schwenkbar gelagerte
Rastklinke aufweist, die in eine einer Mehrzahl
von Kerben einer in einer Gleitschiene gelagerten Raststange
einrastet. Ein am heckseitigen Ende der Gleitschiene
angeordneter Auslöseknopf dreht bei seiner
Betätigung die Raststange um mindestens 90°, wodurch
die Rastklinke freigegeben wird und der Schlitten in
eine andere Position verschoben werden kann. In dieser
rastet die Rastklinke bei nicht mehr betätigtem
Auslöseknopf in die dortige Kerbe der Raststange ein.
Auf dem PAN AM World Cup auf Hawaii im März 1982 wurde
eine Konstruktion gezeigt, bei der der Mastfuß auf
einer Schiene verschieblich gelagert ist, am heckseitigen
Ende der Schiene eine Rastklinke vorgesehen ist,
die ortsfest und fußbetätigbar ist, und wobei der
Mastfuß nach Betätigen der Rastklinke durch ein Gummiband
bugwärts gezogen wird und in der bugseitigen
Stellung durch das Gummiband gehalten wird. Nachteilig
bei der Ausführungsform ist, daß nur zwei Stellungen
des Mastfußes, nämlich bugseitig und heckseitig,
möglich sind, aber keine Zwischenstellungen. Nachteilig
ist ferner, daß aus der bugseitigen Stellung während
der Fahrt ein Heckseitignehmen des Mastes gegen die
Kraft des Gummibandes schwer bzw. unmöglich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art zu schaffen, bei
der das Auslöseorgan, das zur Verstellung des Mastfußes
betätigt werden muß, nicht in der Nähe des
Mastfußes angeordnet ist, so daß der Surfer, wenn er
eine Verstellung durchführen will, mit seinem Fuß nicht
unbedingt die Nähe des Mastfußes erreichen muß.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen,
daß in der Führungsschiene eine Nockenschiene
längsverschiebbar ist, die für jede Raststelle einen Eingriffsteil
und einen Sperrteil aufweist, und daß das
Auslöseorgan an dem Surfbrett befestigt ist und die
Nockenschiene zwischen einer Stellung, in der sämtliche
Raststellen durch die Eingriffsteile offen sind,
und einer Stellung, in der sämtliche Raststellen durch
die Sperrteile blockiert sind, verschiebt.
Nach der Erfindung werden bei Betätigung des Auslöseorgans
sämtliche Raststellen gleichzeitig blockiert
oder freigegeben. Das Auslöseorgan ist an der Führungsschiene
bzw. am Surfbrett befestigt und kann an einer
vom Mastfuß entfernt liegenden Stelle angeordnet sein.
Auf diese Weise erfolgt eine "Fernbetätigung" des Aus
lösemechanismus zur Verstellung des Mastfußes. Das
Auslöseorgan ist in Bezug auf das Surfbrett fest, d. h.
seine Position ändert sich nicht mit derjenigen des
Mastfußes. Es kann daher an einer Stelle angeordnet
sein, die bei den üblichen Positionen des Surfers
auf dem Surfbrett für den Surfer jederzeit mit dem
Fuß gut erreichbar ist. Darüber hinaus besteht die
Möglichkeit, ein zweites Auslöseorgan vorzusehen, das
in der Nähe des entgegengesetzten Endes der Führungsschiene
angeordnet ist, so daß die Auslöseeinrichtung
wahlweise von vorlicher bzw- achterlicher Position
aus betätigt werden kann.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist
vorgesehen, daß an dem Auslöseorgan abgewandten Ende
der Nockenschiene ein an der Führungsschiene befestigtes
elastisches Rückzugsorgan angreift und daß die Nockenschiene
mit dem Auslöseorgan über ein im wesentlichen
undehnbares Zugorgan verbunden ist. Durch das Rückzugsorgan
wird die Nockenschiene in diejenige Stellung gebracht,
in der die Eingriffsteile mit den Raststellen
der Führungsschiene zusammenwirken. Hierbei kann die
Position des Mastfußes nicht verändert werden. Soll diese
Position jedoch verändert werden, dann wird über das Auslöseorgan
an dem Zugorgan gezogen und die Nockenschiene
wird entgegen der Wirkung des Rückzugsorgans verstellt,
so daß die Sperrteile in den Bereich der Raststellen
gelangen.
Um die Nockenschiene auch auf andere Weise als über das
Auslöseorgan verstellen zu können, ist zweckmäßigerweise
an ihr ein Stellorgan befestigt. Dieses Stellorgan kann
die Form eines Handknaufes oder einer Kugel haben.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
ist vorgesehen, daß als Sperrteile an der Nockenschiene eine Reihe
hintereinander angeordneter, in einen Schlitz an der
Oberseite der Führungsschiene hineinragender Nockenstege
vorgesehen ist, von denen jeder eine schräg ansteigende
Flanke zum Hochdrücken des Rastelementes
aufweist. Das Rastelement, das normalerweise von einer
Feder in eine Lücke zwischen zwei Nockenstegen gedrückt
wird, wird bei Betätigung des Auslöseorgans, wenn die
Nockenschiene verschoben wird, von der Flanke des
angrenzenden Nockensteges hochgedrückt und außer Eingriff
mit der Führungsschiene gebracht. Nunmehr gleitet
das Rastelement auf der Oberseite der Führungsschiene,
wobei die Raststellen von den Nockenstegen der Nockenschiene
überbrückt sind. In dieser Stellung kann das
Rastelement an keiner Stelle in die Führungsschiene
einrasten und frei verschoben werden. Das Herausdrücken
des Rastelementes aus der Führungsschiene erfolgt durch
die schräge Flanke des Nockensteges der Nockenschiene.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß die
Raststellen Löcher sind, durch die der Schlitz an der
Oberseite der Führungsschiene hindurchgeht, und daß
das Rastelement ein in Richtung auf das Eindringen in
die Löcher gespannter Rastbolzen ist. Alternativ ist
es auch möglich, die Raststellen als Bolzen oder Stifte
und das Rastelement als Loch auszubilden.
Die Nockenschiene kann aus einem im wesentlichen undehnbaren
flexiblen Streifen bestehen, von dem die
starren Nockenstege aufragen. Der Streifen, bei dem
es sich beispielsweise um ein Textilmaterial handelt,
wird durch das an dem einen Ende angreifende Rückzugsorgan
und das an dem anderen Ende angreifende Zugorgan
gespannt gehalten.
Da mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf den verschiedenen
Kursen das Rigg in sehr weit vorlicher
Position gefahren werden kann, sollte die Mastfußaufnahme
auf dem Schlitten so angeordnet sein, daß
sie zur möglichen geradlinigen Durchleitung der Vortriebskraft
des Segels durch das Mastfußgelenk hindurch
zur statischen Entlastung dieses Gelenkes in
einem Winkel achterlich und damit entgegen der Fahrtrichtung
geneigt ist. Dies wird gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung dadurch erreicht,
daß zwischen dem Schlitten und dem Mastfußgelenk ein
Neigungskegel angeordnet ist, dessen Oberseite zur
Unterseite unter schrägem Winkel verläuft.
Im folgenden werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Explosionsdarstellung
der Vorrichtung,
Fig. 2 einen Querschnitt einer ersten Ausführungsform
der Nockenschiene,
Fig. 3 einen Querschnitt einer zweiten Ausführungsform
der Nockenschiene und
Fig. 4 eine Seitenansicht der Mastfußbefestigung,
teilweise geschnitten.
Gemäß Fig. 1 ist auf der Oberseite eines Surfbrettes 10
in einer entsprechenden Ausnehmung eine Führungsschiene
11 befestigt, die entlang der Längsmittelebene
des Surfbrettes verläuft. Die Führungsschiene 11
hat ein C-förmiges Profil, wobei der Schlitz 12 längs
der Oberseite verläuft, die im wesentlichen bündig ist
mit der Oberseite des Surfbrettes 10. Im Innern der
Führungsschiene 11 erstreckt sich die Nockenschiene 13,
die im wesentlichen die gleiche Länge hat wie die
Führungsschiene 11. Die Nockenschiene 13 besteht aus
einem starren Streifen 14 (Fig. 2), der an seiner Oberseite
und an seiner Unterseite längslaufende Rillen
aufweist, um den Kontaktbereich des Streifens 14 mit
der Führungsschiene 11 zu verringern. Von der Mitte
des horizontalen Streifens 14 stehen die Nockenstege 15
senkrecht nach oben ab. Die Nockenstege 15 ragen durch den
Schlitz 12 hindurch und ihre Oberseite schließt annähernd
bündig mit der Oberseite der Führungsschiene 11
ab. Jeder der Nockenstege 15 hat eine schräg ansteigende
Flanke 16.
An dem Ende der Führungsschiene 11 befindet sich eine
Schraube 17, die einerseits die Bewegung der Nockenschiene
13 begrenzt und andererseits als Halterung für
eine Zugfeder 18 (Rückzugsorgan) dient, deren anderes Ende an der
Nockenschiene 13 angreift.
An dem der als Schraubenfeder ausgebildeten Zugfeder 18 entgegengesetzten Ende
ragt die Nockenschiene 13 ein kurzes Stück aus der
Führungsschiene 11 heraus. An diesem Ende der Nockenschiene
13 ist ein Stellorgan 19 befestigt, das im
vorliegenden Fall die Form einer Kugel hat, deren Fuß
nicht in den Schlitz 12 hineinpaßt. Das Stellorgan 19
kann mit der Hand oder mit dem Fuß (gemäß Fig. 1) nach
rechts gezogen werden, um die Nockenschiene 13 in der
Führungsschiene 11 zu verschieben. An demselben Ende
der Nockenschiene 13, an dem sich das Stellorgan 19 befindet,
greift ein Zugorgan 20 in Form eines Seiles
an. Das andere Ende dieses Zugorgans 20 führt zu dem
Auslöseorgan 21, das ebenfalls auf dem Surfbrett 10
befestigt ist. Dieses Auslöseorgan 21 weist einen durch
Fußdruck zu betätigenden Hebel 22 auf, der an einer
Querachse 23 gelagert ist. Das Zugorgan 20 verläuft
unter dem Hebel bis zur Querachse 23. Wird der Hebel 22
um die horizontale Querachse 23 herum verschwenkt und in
eine Vertiefung 24 eingesenkt, dann drückt er das
Zugorgan 20 um eine Kante 25 der Vertiefung herum nach
unten, so daß das Zugorgan 20 die Nockenschiene 13
unter Spannung der Zugfeder 18 (gemäß Fig. 1)
nach rechts zieht. Diese Bewegung wird durch eine am
rechten Ende der Führungsschiene 11 im Schlitz 12
vorgesehene Anschlagschraube 26 begrenzt.
Durch den Schlitz 12 hindurch führen mehrere mit gegenseitigen
Abständen angeordnete Löcher 27, deren Durchmesser
größer sind als die Breite des Schlitzes 12.
In der Rückzugsstellung der Nockenschiene 13 befinden
sich die Nockenstege 15 in den Lücken zwischen zwei
Löchern 27; bei niedergedrücktem Hebel 22 und gespannter
Zugfeder 18 befinden sich die Nockenstege
15 dagegen in den Löchern 27, um den senkrechten
Durchgang durch diese Löcher zu blockieren. Die
Nockenstege 15 bilden somit Sperrteile, während die
Lücken 150 zwischen den Nockenstegen Eingriffsteile
bilden.
Die Führungsschiene 11 wird von einem Schlitten 28
mit C-förmigem Profil umgriffen.
Der Schlitten 28 kann in Längsrichtung der Führungsschiene
11 auf dieser gleiten. In seiner oberen
Basisfläche 29 befindet sich ein Loch 30, durch das
ein Rastbolzen 31 als Rastelement nach unten ragt. Der Rastbolzen 31
weist eine an dem Lochrand abgestützte Ringschulter
auf und er wird von einer Feder 32 nach unten gedrückt.
Das untere Schaftende des Rastbolzens 31 paßt in jedes
der Löcher 27 hinein, wenn die Nockenschiene 13 sich
in der Rückzugsstellung befindet. Ist die Nockenschiene
13 dagegen bei niedergedrücktem Hebel 22 in
der Vorschubstellung, dann kann der Rastbolzen 31 in
dem betreffenden Loch 27 nicht einrasten, so daß der
Schlitten 28 über die gesamte Länge der Führungsschiene
11 frei verschoben werden kann.
Auf dem Schlitten 28 ist das Mastfußgelenk 33 befestigt,
an dem der Mastfuß angebracht wird.
Bei einem Druck auf den Hebel 22 oder beim Ziehen an
dem Stellorgan 19 wird die Nockenschiene 13 unter
Spannung der Schraubenfeder 18 nach rechts gezogen.
Hierbei drückt die schräge Flanke 16 des links von dem
Rastbolzen 31 befindlichen Nockensteges 15 den Rastbolzen
31 nach oben, bis die untere Stirnseite des
Rastbolzens 31 auf der Oberseite des Nockensteges 15
aufliegt. Da die Nockenstege 15 das gleiche Rastermaß
haben wie die Löcher 27, sind in dieser Position sämtliche
Nockenstege 15 im Bereich der Löcher 27, so daß
der Schlitten 28, an dem der Mastfuß befestigt ist,
frei verschoben werden kann. Wird der Hebel 22 bzw.
das Stellorgan 19 losgelassen, dann bewegt sich die
Nockenschiene 13 wieder in die Ruhestellung, in der
die Löcher 27 freigegeben sind. Beim Bewegen des
Schlittens 28 rastet der Rastbolzen 31 in dem nächstliegenden
Loch 27 ein.
Das Auslöseorgan 21, dessen Hebel mit dem Fuß 22
des Surfers betätigt werden kann, ist vorzugsweise
achterlich auf dem Surfbrett angeordnet.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 besteht die
Nockenschiene 13 aus einem flexiblen Streifen
14′, z. B. aus Textilmaterial, der jedoch nicht
dehnungsfähig ist. Auf dem Streifen 14′ sind die
Nockenstege 15 befestigt.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ist auf dem
Schlitten 28 ein Neigungskegel 34 befestigt, dessen
Oberseite 35 unter einem schrägen Winkel zur Unterseite
des Neigungskegels 34 verläuft. Die Fahrtrichtung
ist durch den Pfeil 36 bezeichnet. Von
der Oberseite 35 steht ein Bolzen 37 zur Befestigung
des Mastfußgelenkes 33 ab. Wie aus Fig. 4 zu ersehen
ist, ist das Mastfußgelenk 33 um einen Winkel α
achterlich geneigt.