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Außerdem ist die Erfindung anhand eines in den Zeich-1ungen dargestellten
Ausführungsbeispieles nachfolgend noch erläutert; dabei zeigt Fig. 1 eine schematische
Übersicht über eine Testeinrichtung für Hochdruck-Einspritzventile mit den Peripheriegeräten,
Fi g. 2 den Kernteil der Testeinrichtung mit Druckverstärker, Magnetventil und dem
zu testenden Hochdruck-
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Einspritzventil, Fig. 3 den Testzyklus für ein einwandfreies Hochdruck-Einspritzventil
und Fig. 4 Testzyklen für nicht einwandfreie Hochdruck-Einspritzventile.
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Vor einer Schilderung des Übersichtsschemas nach Fig. I sei zunächst
auf den Aufbau des in F 1 g. 2 dargestellten Kernstücks der Testeinrichtung näher
eingegangen.
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Diese Kerneinrichtung umfaßt zunächst einen Druckverstärker 3, der
einen Stufenkolben 4 in einem Zylindergehäuse mit einem großen Kolben 5 und einem
kleinen Kolben 6 umfaßt. Der kleine Kolben mit dem Durchmesser cl ist der Hochdruckseite
und der große Kolben 5 mit dem Durchmesser D ist der Niederdruckseite des Druckverstärkers
zugeordnet. Beide Kolben 5 und 6 führen den gleichen Kolbenhub h aus, wodurch sich
unter Berücksichtigung der jeweiligen Kolbenflächen das Hubvolumen auf der Niederdruckseite
bzw. auf der Hochdruckseite ergibt. Das hochdruckseitige Hubvolumen ist so bemessen,
daß das größte zu testende Hochdruck-Einspritzventil über eine Zeitspanne von wenigstens
etwa 0,4 Sek. hinweg mit einem oberhalb des Öffnungsdruckes liegenden Druck gleichmäßig
abspritzend beaufschlagbar ist. Ein Hubvolumen von etwa 30 cm3 würde hinsichtlich
Hochdruck-Einspritzventilen, wie sie in PKW- oder LKW-Motoren verwendet werden,
ausreichen. Dieses Volumen entspricht etwa dem 100 bis 200fachen der in Motorbetrieb
maximal auftretenden Einspritzmenge der Hochdruck-Einspritzventile. Entsprechend
dem Übersetzungsverhältnis des Druckverstärkers 3 ist das niederdruckseitige Hubvolumen
entsprechend größer. Bei einem Übersetzungsverhältnis von 1 :4 ergibt sich demgemäß
bei 30cm3 hochdruckseitigem Hubvolumen ein niederdruckseitiges Hubvolumen von 0,12
Ltr.
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Hochdruckseitig ist an den Druckverstärker 3 ein ul.-/ Zu-Ventil
12 bzw. dessen Ventilkörper angeschlossen, welches mit einem Elektromagneten 13
verseilen ist, zu seiner Betätigung. Das Auf-/Zu-Ventil 12 und der Druckverstärker
3 sind starr miteinander verbunden und bilden zusammen eine Baueinheit 27 Der Unterteil
des Druckverstärkers 3 weist einen definiert bearbeiteten zylindrischen oder prismatischen
Hals aui', der axialbeweglich in eine Führung 29 eingreift. Die Führung 29 ist ihrerseits
auf einem Tragkörper 28 befestigt. Dadurch kann die Baueinheit 27 einen definierten
Relativhub in Längsrichtung gegenüber dem Tragkörper ausfahren.
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Selbstverständlich sind die Zuleitungen bzw. nach außen führenden
Verbindungsleitungen an der Baueinheit als flexible und entsprechend druckfeste
Schlauchleitungen ausgeführt, die diese Bewegungsmöglichkeit nicht behindern. Auf
der Unterseite des Ventilkörpers des Aui'-/Zu-Ventiles 12 ist noch ein Mundstück
26 befestigt, dessen Achse parallel zu der Bewegungsrichtung der erwähnten Relativbewegung
ausgerichtet ist.
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Im innern des halsförmigen unteren Teiles des Druckverstärkers 3
sind verschiedene Verbindungskanäle 17 bzw. 17' angebracht, die ineinander übergehen
und im wesentlichen fluidisch zueinander parallel liegen. Sie können durch das Auf/Zu-Ventil
12 verschlossen (Ruhestellung) bzw. freigegeben werden. Die Verbindungskanäle setzen
sich im übrigen in dem Mundstück 26 fluidisch fort, welches auf das zu testende
Einspritzventil 1 bzw. dessen Anschlußstutzen 2 dichtend aufsetzbar ist.
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Um ein dichtendes Aufsetzen des Mundstückes sicherzustellen, ist es
als ganzes oder zumindest im Bereich des in den Anschlußstutzen 2 einsetzbaren kegeligen
Hohlzapfens aus Kunststoff gebildet, der sich dichtend an die
entsprechenden konischen
Gegenflächen des Anschlußstutzens anlegt.
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Das zu testende Hochdruck-Einspritzventil 1 selber ist ebenfalls
auf dem Tragkörper 28, und zwar axial unnachgiebig gehaltert. Es ist lose in eine
dem jeweiligen Hochdruck-Einspritzventil angepaßte Halterung 31 axial eingesetzt.
Um dieses Einsetzen zu erleichtern, ist die Halterung 31 über eine Schwenkachse
32 schwenkbar, wobei die Schwenkachse quer zur Richtung der Beweglichkeit der Baueinheit
27 liegt. Die Baueinheit 27 und mit ihr das Mundstück 26 können durch eine Anpreßvorrichtung
in Form eines Arbeitskolbens 30 axial mit einer entsprechenden Anpreßkraft beaufschlagt
werden, die das Mundstück 26 so fest in den Anschlußstutzen 2 des zu testenden Hochdruck-Einspritzventils
1 einpreßt, daß trotz der hohen auftretenden Testdrücke die Verbindung nicht nur
dicht ist, sondern auch im axial angepreßten Zustand knicksteif; deswegen ist die
schwenkbare Aufhängung der Halterung 31 unschädlich. Im übrigen kann dank der axialbeweglichen
Führung der Baueinheit 27 das Mundstück 26 ohnehin nicht seitlich ausweichen.
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Aufgrund dieser fluidischen »Steckverbindung« zwischen Baueinheit
27 und dem zu testenden Hochdruck-Einspritzventil kann letzteres sehr schnell in
die Testeinrichtung eingesetzt und fluidisch darin dicht angeschlossen werden, was
den Testvorgang stark beschleunigt. Insbesondere die Möglichkeit, die Halterung
31 seitlich wegzuschwenken, erleichtert das Einsetzen trotz eines nur geringen Axialhubes
der Baueinheit 27. Dadurch baut die ganze Einrichtung kürzer, als wenn der Anpreßhub
sich über die gesamte Einsetztiefe des Hochdruck-Einspritzventiles in die Halterung
31 erstrecken müßte. Auch ist dank des kurzen Anpreßhubes der Fluidverbrauch für
den Anpreßkolben 30 und der entsprechende Energieverbrauch geringer.
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Die Düse des zu testenden Hochdruck-Einspritzventiles ist von einem
Auffangraum 33 umgeben, der das abgespritzte Testöl in einen Tank 34 zurückleitet.
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Von den beiden erwähnten Verbindungskanälen zwischen der Hochdruckseite
des Druckverstärkers 3 und dem zu testenden Hochdruck-Einspritzventil geht ein Verbindungskanal
17 von einer in der Zylinderwand des kleinen Kolbens 6 angebrachten übersteuerbaren
Öffnung 18 aus; dieser Verbindungskanal 17 geht - abgesehen von dem Auf-/Zu-Ventil
- ungedrosselt in das Mundstück 26 und somit in das zu testende Hochdruck-Einspritzventil
1 über. Fluidisch parallel zu diesem Verbindungskanal 17 ist ein weiterer Verbindungskanal
17' vorgesehen. der von der Stirnseite des hochdruckseitigen Arbeitsraumes ausgeht
und demgemäß durch den kleinen Kolben 6 nicht übersteuert werden kann. Dieser weitere
Verbindungskanal 17' enthält eine Drossel 19, die durch eine kleine querliegende
Kapillarbohrung gebildet ist. Die Drossel 19 ist überdies durch eine Einstellschraube
20, die mit einer Nadel in die Drosselbohrung hineinreicht, in ihrer Drosselwirkung
einstellbar. Da - wie weiter unten noch näher erläutert wird - der Füllvorgang des
Druckverstärkers entgegen der Kraft des Arbeitsdruckspeichers hochdruckseitig durch
eine entsprechende leistungsfähige Pumpe erfolgt, dieser Fülivorgang aber auch in
dem ersten Abschnitt ungedrosselt erfolgen soll, ist fluidisch parallel zu der Drossel
19 ein Rückschlagventil 21 vorgesehen, welches in Füllrichtung öffnet und welches
in Abspritzrichtung sperrt. Auf die Bedeutung des ungedrosselten von der übersteuerbaren
Seitenöffnung 18 ausgehenden Verbindungskanals 17 zum einen und des gedrosselten
Kanales 17' zum anderen sei weiter unten noch näher eingegangen; an dieser Stelle
sei lediglich
erwähnt, daß die übersteuerbare Seitenöffnung von
der Kolbenendstellung den Abstand A hat, der etwa 5 bis 1 5t, des Kolbenhubes a
entspricht. Das nach Übersteuerung der Seitenöffnung 18 noch im hochdruckseitlgen
Förderraum des kleinen Kolbens 6 befindliche Volumen an Testöl entspricht demgemäß
etwa 5 bis 1596 des gesamten Hubvolumens. Nach Übersteuerung der Seiteniitfnung
18 kann das Testöl nur noch über den Kanal 17', d. h. gedrosselt mit einem definierten
Volumenstrom dem Hochdruck-Einspritzventil 1 zugeführt werden. Dieser Volumenstrom
und demgemäß die Wirkung der Drossel 19 ist so gewählt bzw. justiert, daß das zu
testende I Hochdruck-Einsprltzventil zum Schnarren kommt. Die nach Übersteuerung
der Seitenöffnung 18 verbleibende Restmenge des Fördervolumens wird also f'ür einen
Schnarrtest verwendet. In diesem Zusammenhang sei auch noch auf den Speicherraum
25 verwiesen, der in dem Teil des Verbindungskanals angebracht ist, der heiden Verbindungskanälen
17 bzw. 17' gemeinsam ist; es handelt sich um einen sogenannten Schnarrspeicher,
dessen Volumen so gewählt ist, daß eine gewisse Elastizität zwischen dem zu testenden
Hochdruck-Einspritzventil zum einen und der Stirnfläche des kleinen Kolbens 6 zum
anderen zustande kommt. Im Innern dieses Speicherraumes ist außerdem ein Thermoelement
als Temperatursensor 22 zur trägheitsarmen und feinfühligen Temperaturermittlung
des Testöles angeordnet. Das beim Fülivorgang einströmende Testöl streicht an diesem
Temperatursensor vorbei. Eine Temperaturüberwachung des Testöles ist erforderlich,
um reproduzierbare Testbedingungen einhalten zu können. Wegen der Notwendigkeit,
die Temperaturmessung nicht nur ablaufend, sondern auch zulaufend messen zu können,
ist der Temperatursens()r vom Druckverstärker 3 aus gesehen - fluidisch vor dem
Auf-/Zu-Ventil 12 angeordnet. Um die Temperatur des Testöles nicht nur erfassen,
sondern auch beeinflussen zu können, ist in der Förderleitung von der Füllpumpe
7 zur Hochdruckseite des Druckverslärkers 3 ein Wärmetauscher 9 angebracht. Durch
viele Tests verschiedener nacheinander eingesetzten Hochdruck-Einspritzventile wird
das in der Testeinrichtung befindliche Öl ständig zirkuliert und allmählich aufgeheizt.
Die durch die Einspritzvorgänge aufgebrachte Energie wird darin praktisch in Wärme
umgesetzt. Der Warmetauscher 9 dient daher in erster Linie dazu, das Testdl auf
Testbedingungen zurückzukühlen. Es handelt sich dabei zweckmäßigerweise um einen
gesteuert mit Kühlwasser beaufschlagbaren Flüssig/Flüssig-Wärmetauscher.
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Zur Erflissung der an dem zu testenden Hochdruck-Einspritzventil
1 abgespritzten Menge ist der Druckverstärker 3 mit einer Geschwindigkeitsmeßvorrichtung
versehen. Die Bewegungsgeschwindigkeit des Stufenkolbens gibt Aufschluß über die
abgespritzte Menge. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Stufenkolben
4 niederdruckseitig mit einem durch das Zylindergehäuse axial dichtend hindurchgeführten
Stift 14 verbunden, der mit zwei Marken 15 versehen ist. Außerdem ist in einer definierten
Axialposition feststehend eine elektrischer Positionsgeber 16 angeordnet, dessen
Ausgang auf eine den Zeitabstand des Durchlaufes der beiden Marken 15 durch den
Positionsgeber ermittelnde Auswerteeinheit 37 geschaltet ist. Der Positionsgeber
kann als eine Lichtschranke ausgebildet sein; die beiden Marken 15 werden demgemäß
als lichtundurchlässige Körper ausgebildet.
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Es wäre auch eine Variante mit nur einer Marke 15 an dem Stift 14
und zwei in definiertem Abstand zueinander angebrachte Positionsgeber denkbar. Durch
die ge-
schilderte Geschwindigkeltsmeßeinrichtung wird ein bestimmter Teilhub des
Stufenkolbens 4 erfaßt; die Auswerteeinheit 37 ermittelt dazu die zugehörige Laufzeit,
aus der dann die Menge errechnet werden kann. Für diese Messung ist bewußt ein gewisser
Teilhub des Kolbens herausgegriffen worden, dessen Beginn gegenüber dem Förderbeginn
und dessen Ende gegenüber dem Hubende einen gewissen Abstand aufweist. Weil sich
bei jedem Testhub das zu testende Hochdruck-Einspritzventil zunächst erst füllen
muß, dieser Fülivorgang aber mit unkontrollierten Druckanstiegen und Druckschwankungen
verbunden ist, ist der Beginn des Meßhubes - es handelt sich dabei um die den Förderbeginn
des Druckverstärkers zunächst liegende Koinzidenzlage zwischen Marke und Positionsgeber
- gegenüber der entsprechenden Extremlage des Druckverstärkerkolbens um etwa 10
bis 20% des Kolbenhubes h versetzt gewählt. Dieses Versatzmaß a gegenüber dem Förderbeginn
bzw. das entsprechende Fördervolumen und die zugehörige Förderzeit entsprechen der
Füllzeit des zu testenden Hochdruck-Einspritzventiles einschließlich der Abklingzeit
für Druckschwankungen. Der eigentliche Meßhub ist lediglich auf etwa 15 bis 30so
des Kolbenhubes beschränkt; diese Meßstrecke reicht aus, um ein sicheres Mengensignal
ermitteln bzw. errechnen zu können. Außerdem verbleibt dabei noch ein genügender
Sicherheitsabstand bis zur Übersteuerung der Seitenöffnung 18.
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Das niederdruckseitige Hubvolumen des Druckverstärkers 3 ergibt sich
zwangsweise aus dem hochdruckseitigen Fördervolumen zum einen und aus dem geforderten
Übersetzungsverhältnis des Druckverstärkers. Bei einem hochdruckseitigen Fördervolumen
von 30 ccm und einem Übersetzungsverhältnis von 1 :4 ergibt sich damit ein überdruckseitiges
Hubvolumen von 0,12 Ltr. Um trotz dieser Volumenänderung den großen Kolben mit einer
innerhalb ausreichender Grenzen gleichbleibende und pulsationsfreien Druckkraft
beaufschlagen zu können, ist der Druckverstärker niederdruckseitig an einen ausreichend
groß bemessenen Gasdruckspeicher angeschlossen. Und zwar ist beim dargestellten
Ausführungsbeispiel eine Gasdruckflasche aus Stahl vorgesehen, die bei einer standardisierten
genormten Ausführung einen Inhalt von 51 Ltr. hat. Dadurch ergibt sich ein Volumenverhältnis
von niederdruckseitigem Hubvolumen zu Speichervolumen von etwa 425, einem Verhältniswert,
der über 350 liegt. Im Verhältnis der Volumina ändern sich auch die Drücke zu Beginn
und am Ende des Kolbenhubes; d. h. die Druckdifferenz beträgt ebenfalls höchstens
den 350sten Teil des Ausgangsdruckes. Eine solche kleine Druckänderung ist ohne
weiteres tolerierbar. Da der Gasdruck sehr hoch ist und sehr lange ansteht, ist
als Speichermedium zur Vermeidung von Korrosionserscheinungen ein billiges, sich
inert verhaltendes Gas, nämlich Stickstoff, gewählt worden, welches in einer Stickstoffflasche
als Gasspeicher 11 enthalten ist.
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In der Verbindungsleitung zwischen der Niederdruckseite des Druckverstärkers
und dem Gasdruckspeicher 11 ist keinerlei Ventil angeordnet; zumindest ist dort
nicht ein solches Ventil angeordnet, welches bei jedem Testzyklus betätigt werden
müßte. Vielmehr steht der Speicherdruck ständig an der Oberseite des großen Kolbens
5 des Druckverstärkers 3 an. Zur noch besseren Abdichtung des großen Kolbens gegenüber
der Zylinderwandung und zur Schmierung ist oberseitig in den Druckverstärker eine
kleine Menge an Dichtflüssigkeit eingefüllt, die zweckmäßigerweise ein dünnes Öl
sein kann. Die Unterseite des großen Kolbens 5 ist in die Atmosphäre entlüftet.
Die geschilderte Anordnung einer ständigen
Beaufschlagung der Oberseite
des großen Kolbens ist vergleichbar mit einer ständig auf ihn einwirkenden Feder
mit sehr hoher Kraft aber nur extrem geringer hubabhängiger Kraftänderung. Im übrigen
ist die Kraft bzw. der Speicherdruck einstellbar bzw. vorwählbar, indem man den
Gasspeicher nur auf einen vorgewähiten Druck auflädt.
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Die hochdruckseitige Füllung des Druckverstärkers erfolgt entgegen
der Kraft des Gasdruckspeichers bei vollem Arbeitsdruck. Da jedoch für diesen Fülivorgang
genügend Zeit zur Verfügung steht, ist zum Füllen nur eine relativ kleine Leistung
erforderlich. Der Fülivorgang erstreckt sich über wenige Sekunden hinweg. Eine geeignete,
im Druckniveau ausreichend hohe Füllpumpe ist eine an sich bekannte Hochdruck-Einspritzpumpe,
wie sie für den Betrieb von Dieselmotoren verwendet werden. Die einzelnen Förderstempel
dieser Füllpumpe 7 sind bei den in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispielen alle
parallel auf ein Sammelrohr 8 geschaltet, von dem aus die Fülleitung über den bereits
erwähnten Wärmetauscher 9 auf die Hochdruckseite des Druckverstärkers geschaltet
ist. Beispielsweise kann die Zuleitung über den Speicherraum 25 erfolgen. Die Hochdruck-Einspritzpumpe
wird von einem Antriebsmotor 10 aus angetrieben, der bedarfsweise kurzfristig einschaltbar
ist. Bei mehreren Tests hintereinander kann er auch durchlaufen; die Hochdruck-Einspritzpumpe
7 kann nämlich auch so umgebaut werden, daß mittels der Regelstange 35 eire Nullförderung
eingestellt werden kann. Diese Regelstange 35 kann mit einem magnetischen Stellglied
36, welches seinerseits von einem Netzgerät 38 aus mit elektrischer Energie versorgt
werden kann, in eine Förderstellung und in eine Nullstellung verschoben werden.
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Nach vollendeter Füllung des hochdruckseitigen Hubvolumens des Druckverstärkers
durch die Füllpumpe kehrt die Regelstange sofort wieder in die Nullstellung zurück.
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Zur Entlastung des Druckverstärkers vor Überfüllung ist im Bereich
des Förderbeginns - bei Füllung am Hubende - ein Sicherheitsauslaß 42 angebracht,
wo Überfülivolumina abgespritzt werden können. Dieses Überdruckventil kann mit einem
Druckwächterschalter kombiniert sein, welches bei Überschreiten des Fülidruckes
selbsttätig eine Rückkehr der Regelstange 35 in die Nullstellung veranlaßt.
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Die bisherige Schilderung geht von einer Ausgestaltung des willkürlich
betätigbaren Ventiles 12 als Auf4 Zu-Ventil aus, bei dem die Hochdruck-Einspritzpumpe
7 fluidisch ständig an die Hochdruckseite des Druckverstärkers angeschlossen ist.
Um jedoch die Hochdruck-Einspritzpumpe 7 während des Testes iluidisch von der Testeinrichtung
trennen und etwa von der Pumpe ausgehende Druckpulsationen von der Testeinrichtung
ternhalten zu können, kann das willkürlich betätigbare Ventil auch als Umschaltventil
ausgebildet sein. In seiner Ruhestellung verbindet es die Hochdruck-Einspritzpumpe
7 mit dem Druck verstärker 3, wobei der zum Mundstück 26 weiterführende Kanal verschlossen
ist; in der Arbeitsstellung des Umschaltventiles ist die Hochdruckseite des Druckverstärkers
tluidisch auf das zu testende Hochdruck-Einspritzventil 1 bzw. auf das Mundstück
26 durchgeschaltet und die Verbindung zur Hochdruck-Einspritzpumpe 7 getrennt. Bei
dieser Ausgestaltung des willkürlich betätigbaren Ventiles als Umschaltventil müßte
allerdings dic Hochdruck-Einspritzpumpe 7 - in Abspritz-Strömungsrichtung gesehen
- stromab vom Ventilschieber fluidisch angeschlossen sein.
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Außer der Mengenermittlung ist auch noch der Druckverlauf während
des Einspritzvorganges und insbeson-
dere während des Schnarrtestes von Interesse.
Aus diesem Grunde ist möglichst ventil nah ein Drucksensor an dem Verbindungskanal
zwischen Druckverstärker und dem zu testenden Hochdruck-Elnspritzventil angeordnet;
beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Drucksensor 23 am Mundstück 26 angeordnet.
Es handelt sich dabei um einen trägheitsfrei arbeitenden elektrischen Druckgeber,
dessen Ausgänge auf eine Auswerteeinheit 24 geschaltet sind. Von diesem ist ein
Drucker 39 aus ansteuerbar, in weichem ein trägheitsarmer Druckaufschrieb aufgezeichnet
werden kann.
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Durch die Temperaturmessungen und die gezielte Rückkühlung des Testöles
können zwar weitgehend gleichbleibende Testbedingungen eingehalten werden, jedoch
ist dennoch mit einem gewissen Temperaturspielraum zu rechnen. Um gleichwohl zu
ohne weiteres vergleichbaren Testaussagen zu gelangen, ist die Auswerte-Einheit
so ausgestaltet und programmiert, daß sie aus der tatsächlichen Ausflußvolumina
auf normierte Werte zurückrechnet. Über die Temperatur des Testöles ändert dieses
nämlich nicht nur seine Viskosität, sondern auch seine Masse je Volumeneinheit.
Die erzielten Testwerte werden rechnerisch so korrigiert, als wären sie mit einem
genau normgerecht temperierten Testöl gewonnen. In die rechnerische Korrektur geht
auch über die Torricellische Ausflußgleichung der Druck mit ein, so daß auch der
jeweilige Testdruck mit in die Korrekturrechnung einbezogen wird.
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Von dem Netzgerät 38 ist nicht nur - über das magnetische Steliglied
36 - die Regelstange 35 betätigbar, sondern außerdem das mehrfach erwähnte als Magnetventil
ausgebildete Auf-/Zu-Ventil 12. Ferner wird ein weiteres Magnetventil 41 von dem
Netzgerät 38 versorgt, welches in der Fluidzufuhr von einer Druckquelle 40 zu dem
Arbeitskolben 30 liegt, der als Anpreßvorrichtung für die Baueinheit 27 bzw. das
Mundstück 26 auf das zu testende Hochdruck-Einspritzventil dient. In der Ruhestellung
des Magnetventils 41 ist die Baueinheit 27 bzw.
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das Mundstück 26 abgehoben; lediglich in der erregten Arbeitsstellung
ist die Oberseite des Arbeitskolbens beaufschlagt und das Mundstück angepreßt.
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Zur Inbetriebnahme der Testeinrichtung wird - nachdem ein zu testendes
Hochdruck-Einspritzventil in die Halterung 31 eingesetzt und das Ventil gleichachsig
zum Mundstück 26 eingeschwenkt ist - zunächst aufgrund einer Betätigung des Magnetventils
41 und einer Beaufschlagung des Arbeltskolbens 30 im Abwärtssinne das Mundstück
26 auf den Anschlußstutzen 2 des Hochdruck-Einspritzventiles aufgesetzt und dort
dichtend angepreßt. Sofern noch nicht geschehen, wird nun der Druckverstärker 3
hochdruckseitig in der geschilderten Weise gefüllt durch Betätigen des magnetischen
Stellgliedes 36. Der gewissermaßen als Speicher anzusehende Druckverstärker ist
damit geladen und bereit für einen Testschuß, der sich - wie gesagt - über etwa
eine halbe Sekunde hinweg erstreckt. Dieser Einspritztest kann über das elektromagnetisch
betätigbare Auf:/Zu-Ventil 12 freigegeben werden. Verläufe für derartige Testschüsse
sind in den Fig. 3 und 4 dargestellt.
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Aufgrund der geschilderten Ausgestaltung der Testeinrichtung unterteilt
sich ein Test in insgesamt drei Phasen, nämlich einer Füllphase I mit zunächst druckfreiem,
aber dann steilansteigendem Druckverlauf, der nach einer gewissen Ausschwingphase
in einen gleichbieibend hohen Druckverlauf übergeht. Hieran schließt sich die Phase
II konstanten Druckes an, in der die Mengenmessung durchgeführt wird. Oberhalb der
Druckverlaufskurve ist das Lichtschrankensignal mit den Zeitpunkten
tz
und t eingezeichnet. Dieses Zeitintervall benötigt der Síulenkolben zum Durchlaufen
der Meßstrecke 1. Der 1 )ruckabfall innerhalb dieser Zeitspanne ist vernachlässigbar
klein und kaum feststellbar. Die Phase II ist beendet bei Übersteuerung der Seitenöffnung
18 durch den kleinen Kolben 6. Es ist dann der weitere Verbindungskanal 17' mit
der Drossel 19 wirksam. Es handelt sich hierbei im wesentlichen um eine Phase 111
konstanten Volumens. Das hinter der Drossel gemessene Druckniveau ist wesentlich
kleiner. Der durch die Drossel 19 eingestellte Volumenstrom ist so gewählt, daß
die zu testenden Hochdruck-Einspritzventiie normalerweise zu schnarren beginnen,
d. h. die Ventilnadel tanzt auf ihrem Ventilsitz, wobei der Druck hochfrequent zwischen
einer oberen Druckgrenze l)O (Öffnungsdruck) und einer untercii I)ruckgrenze p,
(Schließdruck) schwankt. Durch die Auswerteeinheit 24 und den Druck 39 werden -
abgesehen von den diagnimmartigen Druckverlaufsaufschriehen gemäß Fig. 3 oder 4
- auch noch die obere und die untere Druckgrenze und die Frequenz des Druckverlaufes
innerhalb der Phase III digital ausgegeben.
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Bei einwandfrcier Ausführung eines Hochdruck-Einspritzventiles zeigt
sich ein hochfrequentes Schnarren in der Phase 111, wie dies in Fig. 3 erkennbar
ist. Die beweglidien Ventilteile sind leichtgängig und dichten gut ah. I)emgegenüber
zeigt Fig. 4 Druckverläufe von
schadhaften Ventilen, bei denen die beweglichen Ventilteile
schwergängig sind. Zwar kann das Ventil noch zum Schnarren kommen, jedoch ist die
Schnarrfrequenz wesentlich geringer oder - bei sehr schwergängiger Ventilnadel -
schwankt der Druck überhaupt nicht, sondern bleibt auf dem Niveau der oberen Druckgrenze
stehen.
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Ein unsauberes Abdichten des Hochdruck-Einspritzventiles ist daran
erkennbar, daß der Druck nach Beendigung der Phase III nicht auf dem momentanen
Niveau stehen bleibt, sondern daß der Druck weiterhin abfällt.
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Lediglich ein ganz allmählicher Druckabfall kann zugestanden werden,
der auf unvermeidliche Leckagen an der Ventilnadel und/oder an beweglichen Teilen
der Testeinrichtung, die mit dem Testöl in Berührung kommen, zurückzuführen sein
kann.
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Der Vorteil der hier beschriebenen Testeinrichtung besteht darin,
daß sie klein ist, wenig Energie braucht und geräuscharm arbeitet, daß mit ihr gesicherte
und reproduzierbar Testergebnisse aufgrund eines relativ lang andauernden Spritzvorganges
erzielbar sind, der eine vorherige Füllung des zu testenden Hochdruck-Einspritzventiles
entbehrlich macht, und der außerdem einen Schnarrtest mit einschließt. Ein Wechsel
der zu testenden Hochdruck-Einspritzventile ist rationell und zeitsparend durchführbar,
so daß die Vorrichtung auch für die Warenei ngangskontrolle verwendbar ist.