DE32644C - Verfahren zur Darstellung von Aluminium aus amorpher Thonerde - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Aluminium aus amorpher Thonerde

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DE32644C
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aluminum
clay
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amorphous alumina
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DENDAT32644D
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L. HENNE in Halle a. S., Königsstr. 5a. I
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C22—METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22B—PRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B21/00—Obtaining aluminium
    • C22B21/04—Obtaining aluminium with alkali metals earth alkali metals included

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 40: Hüttenwesen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. October 1884 ab.
Das vorliegende Verfahren gründet sich auf die Thatsache, dafs durch Zusammenschmelzen von Aluminiumoxyd, auch Thonerde genannt, mit metallischem Kalium oder Natrium unter Bildung von Kalium- oder Natriumoxyd das in der Thonerde enthaltene Aluminium freigemacht wird. Die Reduction vollzieht sich nach nachstehender Umsetzungsgleichung:
Al, 03 + 3Ki=Ali + iK%0
oder r Al2 O3 + 3 2Va2 = 3 ZVa2 O.
Zur Feststellung dieser Thatsache und zum Beweis der Richtigkeit der Umsetzungsformel wurde vom Erfinder nachstehend beschriebener Versuch ausgeführt.
In der Annahme, dafs die Reduction jedenfalls erst bei mehr als Rothglühhitze vor sich gehe, wurde von vornherein von der Verwendung der Metalle Kalium oder Natrium in starrer Form Abstand genommen, sondern dieselben in gasförmigem Aggregatzustande, wie sie sich aus ihren Carbonaten durch Glühen mit Kohle entwickeln, benutzt, wodurch, wenn man in obiger Formel statt K2 und Na2. deren, Reductionsformel einsetzt, die Gleichung -:
Al2 O3 + 3 (K2 C O3 + C2) = Al3 + 3 K2 O
+ 3CO
oder v
Al, O3 + 3 (Na2 CO3+ C2) = Al2 + 3 Na2 O
+ 3 CO
entsteht.
Die Thonerde, welche zur Verwendung ,.kommt, ist der sogen. Schmirgel, wie er auf der Insel Naxos und in Sachsen gefunden wird, . oder künstlich hergestelltes Aluminiumoxyd.
Im Verhältnifs der äquivalenten Zahlen des ersten Theiles letzterer Formeln wurde die Mischung von Schmirgel, Kalium- oder Natriumcarbonat und Kohle in einen verschliefsbaren Tiegel gebracht und dieser in einem Ofen mit Generatorfeuerung der WeifsglUhhitze genügende Zeit ausgesetzt und nach dem Erkalten das Ergebnifs geprüft. Es zeigte, dafs, nachdem sich Kalium bezw. Natrium in genügender Menge entwickeln konnte, dasselbe mit dem Sauerstoff der Thonerde Kalium- bezw. Natriumoxyd gebildet hatte, wodurch das Aluminium in kleinen Körnern freigeworden war. Aufser den neu gebildeten Oxyden enthielt der Rückstand noch Unreinigkeiten der gebrauchten Carbonate, überschüssige Kohle und fremde Beimischungen des Schmirgels.
Durch dieses Resultat der Versuche war die Richtigkeit der aufgestellten Behauptung erwiesen und das Darstellungsverfahren festgestellt.
Die Versuche haben aber auch ergeben, dafs sich das Volumen des gewonnenen Aluminiums zu dem des Rückstandes ungefähr wie 1 : 8 verhält und, da das Metall in fein vertheiltem Zustande auftritt, nur mit grofser Schwierigkeit von demselben getrennt werden kann.
Aus' diesem Grunde hat der Erfinder das Reductionsgefäfs so gestaltet, dafs die ,Thonerde in demselben getrennt von den übrigen Substanzen gelagert ist, und manipulirt derselbe mit dem auf beiliegender Zeichnung dargestellten Gefäfs in folgender Weise: Dasselbe wird bis zu den Ansätzen α α mit der Mischung des betreffenden Carbonats und Kohle gefüllt. Auf die Ansätze α wird der mit Chamotte gefütterte Teller b gesetzt, auf welchen die Thon-
erde zu liegen kommt. Nachdem der Deckel aufgesetzt und zur Dichtung mit Lehm verstrichen ist, setzt man das Gefäfs der Weifsglühhitze genügende Zeit je nach seiner Gröfse aus. Das sich entwickelnde Reductionsgas streicht durch den Zwischenraum, welcher zwischen dem Teller b und der Innenwand bleibt, in die Höhe und erreicht hier die glühende Thonerde, welche dadurch in das entsprechende Oxyd und Aluminium zerfällt, von welchem das Metall später durch Schlemmen oder einen anderen mechanischen Vorgang getrennt wird.
Diese Manipulation kann aber auch mit einer anderen Construction ausgeführt werden. Man denke sich zwei durch ein Rohr fest verbundene eiserne Retorten von ungleicher Gröfse. Die gröfsere dient zur Aufnahme der Mischung des Carbonats und der Kohle, die kleinere, mit Chamotte verkleidet, enthält die Thonerde. Wird das Ganze, wie vorhin, der Weifsglut ausgesetzt, so gelangen die Reductionsgase von der gröfseren Retorte in die kleinere und erfüllen darin ihre Aufgabe.
Eine weitere Modification dieser Construction entsteht dadurch, dafs man die gröfsere Retorte durch eine Anzahl kleinerer ersetzt und dabei eine gröfsere, feuerberührte Fläche erzielt.
Jede dieser Constructionen gestattet die Entwickelung und Verwendung der Reductionsmetalle Kalium oder Natrium ~ in gasförmigem Zustande bei getrennter Lage der Thonerde.
Das schmiedeiserne Gefäfs von runder oder rechteckiger Form trägt im Innern vier Ansätze α α zur Aufnahme des mit Chamotte gefütterten Tellers b. Die Fütterung mit Chamotte, Thon oder Graphit ist unerläfslich, damit sich das Aluminium nicht mit dem Eisen verbinden kann. Die Dimensionen des Tellers b, innen gemessen, sind kleiner als die des Gefäfses, so dafs ringsum ein Zwischenraum entsteht, durch welchen, die Gase emporsteigen können. Zur Handhabung ist das Gefäfs mit Griffen versehen.
Der Deckel, ebenfalls aus Schmiedeisen, ist kleiner als die obere Gefäfsöffnung, und wird der entstehende Zwischenraum zur vollständigen Dichtung mit Lehm verstrichen. Die Auflagefläche des Deckels am Gefäfs ist mit Thon gefüttert, um ein Anschweifsen desselben zu verhindern. Zur leichten Abnahme befinden sich am Deckel ebenfalls Handgriffe.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die Darstellung von Aluminium durch Reduction des natürlichen oder künstlichen Aluminiumoxyds mittelst Kalium- oder Natriumdämpfe.
    Hierzu l Blatt Zeichnungen.
DENDAT32644D Verfahren zur Darstellung von Aluminium aus amorpher Thonerde Expired - Lifetime DE32644C (de)

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