DE3243265C2 - Supraleitende Materialien und Verfahren zu deren Herstellung - Google Patents
Supraleitende Materialien und Verfahren zu deren HerstellungInfo
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Description
Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstel
lung von supraleitenden Substanzen auf der Basis von Niob oder Vanadium in Form von Pul
vern oder Kurzfasern sowie daraus hergestellte supra
leitende Materialien, die sich selbst bei Verformung
durch mechanische Beanspruchung in ihren supraleiten
den Charakteristiken kaum verschlechtern und die im
kommerziellen Maßstab hergestellt werden können.
Seit einigen Jahren werden immer mehr supraleitende
Einrichtungen bei einer Vielzahl von Anwendungen ver
wendet - z. B. als Vorrichtung in Verbindung mit der
Erzeugung von Energie, z. B. einem Kernverschmelzungs
reaktor, einem supraleitenden Generator und einer
Vorrichtung für
die Speicherung von elektrischer Energie, physika
lische Hochenergievorrichtungen, z. B. einem Beschleu
niger, Transporteinrichtungen, z. B. einem magneti
schem Schwebezug und eine Vorrichtung zum Antrieb von
Schiffen, und medizinische Vorrichtungen, z. B. eine
Vorrichtung zur Behandlung von Erkrankungen unter
Verwendung von π-Mesonen. Im Zusammenhang damit und
mit der Herstellung von großdimensionierten Vorrich
tungen war es wünschenswert, supraleitende Materia
lien zu entwickeln, die in der Lage sind, hohen mag
netischen Feldern und einer Hochgeschwindigkeitsan
regung standzuhalten.
Aus DE-AS 27 33 511 ist ein Supraleiter bekannt, der
aus vielen Drähten besteht und mit Reinaluminium
stabilisiert ist. Eine Vielzahl von supraleitenden
Stäben oder Drähten wird in einen aus einer Alumi
niumlegierung bestehenden Block eingebettet. Diese
Matrix wird dann von einer Hülle aus Reinaluminium
umgeben. Zur Herstellung eines Supraleiters wird ein
Block aus einer Aluminiumlegierung mit einer Vielzahl
von Bohrungen vorbereitet, in die Stäbe aus supralei
tendem Material eingesetzt werden. Nach der Extru
sion des Blockes und Versehen mit einer Metallhülle
erfolgt ein Ziehen des Materials zu einem feinen
Draht, mit anschließender Entfernung der Metallhülle
durch Abätzen.
In magnetischen Feldern von mindestens 8 Tesla werden
im allgemeinen supraleitende Drähte verwendet, die
aus Verbindungen, wie z. B. Nb₃Sn und V₃Ga, herge
stellt worden sind und ausgezeichnete Hochmagnetfeld-
Charakteristiken besitzen. Diese Drähte weisen je
doch den Nachteil auf, daß sie mechanisch spröde
sind. Aus diesem Grunde wurden verschiedene verbes
serte Verfahren zur Herstellung derartiger supralei
tender Drähte vorgeschlagen, um das vorstehend be
schriebene Problem zu überwinden. So wurden z. B.
diskontinuierliche, faserförmige supraleitende Draht
materialien hergestellt. Diese supraleitenden Draht
materialien werden nach einem Verfahren hergestellt,
welches das Solidifizieren einer Kupfer-Basislegie
rung, die geringe Konzentrationen an Niob- und Zinn
komponenten enthält, durch schnelles Abkühlen zu fein
verteilten Niobpartikeln in einer Kupfermatrix, Zie
hen der auf diese Weise gebildeten Legierung unter
Bildung von Niobfasern und anschließende Anwendung
einer Wärmebehandlung auf der Oberfläche der Niob
faser unter Bildung von Nb₃Sn umfaßt, oder alterna
tiv ein Verfahren, welches das Preßsintern eines
Gemisches aus Niobpulver und Kupfer- und Zinnpulver
oder eines Kupfer-Zinn-Legierungspulvers, Herstellung
feiner kurzer Fasern und anschließende Anwendung
einer Wärmebehandlung auf der Oberfläche der feinen
kurzen Faser unter Bildung von Nb₃Sn umfaßt.
Aus IEEE Transactions on Magnetics, Vol. Mag-16, Nr.
5, September 1980, S. 1236-1240 ist bekannt, bei der
Herstellung von supraleitenden Drähten durch das dis
kontinuierliche Verfahren zu Untersuchungszwecken die
Kupfermatrix wegzuätzen.
In den diskontinuierlichen, faserförmigen supralei
tenden Drahtmaterialien, die nach den vorstehend be
schriebenen Verfahren hergestellt werden, kann der
elektrische Strom infolge des angrenzenden Effekts
der diskontinuierlichen, faserförmigen supraleiten
den Substanzen passieren. Selbst wenn daher die
Drahtmaterialien durch Einwirkung elektromagnetischer
Kräfte verformt werden, so werden deren supraleitende
Stromcharakteristiken so lange nicht reduziert, als
die Distanz zwischen den supraleitenden Substanzen
auf einem niedrigeren Wert als einem vorausbestimm
ten Wert gehalten wird.
Um die vorstehend beschriebenen ausgezeichneten dis
kontinuierlichen, faserförmigen supraleitenden
Materialien, insbesondere Drähte, herzustellen, ist
es erforderlich, pulverförmige oder kurze, faserför
mige supraleitende Substanzen mit ausgezeichneten
supraleitenden Charakteristiken zu verwenden. Ein
industrielles Verfahren zur Herstellung derartiger
supraleitender Substanzen wurde bis jetzt nicht zur
Verfügung gestellt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Ver
fügung zu stellen, das die industrielle Herstellung
pulverförmiger oder faseriger supraleitender Substan
zen mit ausgezeichneten supraleitenden Charakteristi
ken erlaubt.
Eine weitere Aufgabe gemäß der Erfindung besteht in
der Schaffung ausgezeichneter supraleitender Materia
lien, die aus supraleitenden Substanzen gebildet wer
den, welche man nach dem vorstehend beschriebenen
Verfahren herstellt.
Supraleitende Substanzen umfassen Verbindungen vom A
15-Typ, wie z. B. Nb₃Sn, Nb₃Ge, Nb₃Al, V₃Ge,
V₃Ga und V₃Si; Verbindungen vom C 15-Typ, wie
z. B. HfV₂, Verbindungen vom NaCl-Typ, wie z. B. NbC
und NbN, Oxide, wie BaPb1-xBixO₃ und
Li1+xTi2-xO₄, und Chevrel-Phasen-Verbindungen,
wie PbMo₆S₈. Diese Substanzen werden in pulver
artiger und faseriger Form verwendet, wobei die Seite
oder der Durchmesser von mehreren Mikron bis zu
mehreren Zehnen Angstrom (Å) beträgt.
Diese pulverförmigen oder faserigen supraleitenden
Substanzen können nach einem Verfahren gemäß Patent
anspruch 1 hergestellt werden.
Der Ausdruck "chemisches Auflösen einer nicht-su
praleitenden Substanz", wie er hier verwendet wird,
bedeutet ein Verfahren, bei welchem ein Verbundme
tallmaterial in ein Ätzmittel eingetaucht wird, um
nicht-supraleitende Substanzen, die in diesem ent
halten sind, aufzulösen und zu entfernen. Geeignete
Ätzmittel umfassen Säuren, wie HNO₃, HCl,
H₂SO₄, H₃PO₄, CH₃COOH und HF und gemisch
te Lösungen, die diese Säuren enthalten.
Bevorzugte Ausgestaltungen des Verfahrens sind in den
Ansprüchen 2 bis 6 angegeben.
Das Bearbeitungsverfahren zur Bildung des vorstehend
beschriebenen metallischen Verbundmetalls und die
Wärmebehandlung zur Bildung der supraleitenden Sub
stanz werden zumindest einmal wiederholt.
Entsprechend einer weiteren Ausführungsform kann das
Verfahren gemäß Patentanspruch 7 durchgeführt werden.
Vorteilhafte Ausgestaltungen dieses Verfahrens sind
Gegenstand der Ansprüche 8 und 9.
Das leicht bearbeitbare Metall kann z. B. Cu, Sn, Ga,
eine Cu-Sn-Legierung und eine Cu-Ga-Legierung umfas
sen.
Die beschriebene Behandlung umfaßt einen Schritt, bei
dem die Metallfaser auf Niob- oder Vanadium-Basis mit
einem pulverigen oder faserigen Material auf der Basis von Zinn oder Gallium
vermischt wird, oder einen Schritt, bei
dem Zinn oder Gallium auf der
Metallfaser durch elektrolytische
oder galvanische Abscheidung, Vakuum-Aufdampfung oder
Ablagerung niedergeschlagen wird.
Mit derart hergestellten Materialien werden erfindungsgemäß Supraleiter
mit einer erheblich verbesserten kriti
schen Stromdichte pro Querschnittseinheit im Ver
gleich zu den üblichen zur Verfügung gestellt, indem
man um die supraleitfähigen Substanzen, die nach dem
vorerwähnten Verfahren hergestellt wurden, ein Metall
mit einer hohen mechanischen Festigkeit anbringt.
Eine bevorzugte Ausgestaltung dieses Supraleiters ist in
Anspruch 11 angegeben.
Metalle mit hoher mechanischer Festigkeit umfassen
Cu-Ni-Legierungen, wie Kupronickel, welches 10 bis 30
Gew.-% Ni enthält und Monelmetall, welches 30 bis 40
Gew.-% Cu enthält, abscheidungshärtende Kupferlegie
rungen, wie Cu-Ti und Cu-Be, nicht magnetischer rost
freier Stahl, wie SUS 304 und SUS 316, und Metalle
mit ausgezeichneten Kaltverarbeitungseigenschaften,
wie z. B. Nb und Ta.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend
unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert. In
den Figuren zeigt
Fig. 1 bis 3 eine Querschnittsansicht eines Bei
spiels für einen Verbundmetalldraht aus Kup
fer, Zinn und Niob gemäß einem Beispiel der
Erfindung;
Fig. 4 eine Querschnittsansicht eines Verbundpul
vers, welches Kupfer und Niob umfaßt;
Fig. 5 und 6 Querschnittsansichten von Beispielen
von Verbundmetalldrähten, welche Kupfer und
Vanadium umfassen;
Fig. 7 eine Querschnittsansicht eines Stranges,
welcher einen Kupferbehälter und eine Mehr
zahl von Verbundmetalldraht-Materialien, die
sich in dem Behälter befinden, umfaßt; und
Fig. 8 eine charakteristische Ansicht, welche die Ver
änderungen der kritischen Stromdichte eines
supraleitenden Drahtmaterials gemäß der Er
findung, eines supraleitenden Drahtmaterials
aus kontinuierlichen Fasern und eines supra
leitenden Drahtmaterials aus diskontinuier
lichen Fasern, wie es nach einer konventio
nellen Methode hergestellt wurde, zeigt.
Nb-Drähte (11) mit einem Durchmesser von
110 µm wurden in Cu-Substrat (12) gemäß Fig. 1
eingebettet, um ein Verbundmetallrohr mit einem
äußeren Durchmesser von 50 mm und einem inneren
Durchmesser von 20 mm herzustellen. Ein Sn-Drahtma
terial (13) wurde in den hohlen Teil des Verbundme
tallrohres eingeführt unter Bildung eines Verbund
metallstabes. Das Verbundmetallrohr kann in ein
facher Weise durch zentrale maschinelle Bearbeitung
nach dem Heiß-Hohlstrangpressen
oder Heißextrudieren hergestellt werden. Der Ver
bundmetallstab kann hergestellt werden, indem man
geschmolzenes Zinn in den hohlen Teil des Verbund
metallrohres einfüllt.
Der Verbundmetallstab wurde dann mittels einer
Drahtzangenbank, einer Streckmaschine oder derglei
chen gezogen unter Bildung eines Drahtmaterials mit
einem Außendurchmesser von 0,8 mm. Das Drahtmate
rial wurde dann in einem Temperaturbereich von 650
bis 950°C in Inertgasatmosphäre für mehrere 10
Stunden wärmebehandelt, wobei Sn durch Cu diffun
dierte, und Nb in eine faserige Form mit einem
Drahtdurchmesser von 2 µm oder darunter in
Nb₃Sn durch Festkörperreaktion umgewandelt wurde.
Schließlich wurde das Material in HNO₃ einge
taucht, um die Anteile an Cu-Sn, mit Ausnahme von
Nb₃Sn, aufzulösen und zu entfernen, wodurch sich
eine faserige Nb₃Sn-supraleitende Substanz bil
dete.
Die supraleitende Substanz wurde verwendet, um ein
diskontinuierliches, faserförmiges, supraleitendes
Drahtmaterial herzustellen; die supraleitenden Ei
genschaften desselben wurden untersucht, wobei zu
friedenstellende Ergebnisse erhalten wurden.
Wenn es erforderlich ist, die Korngröße der vor
stehend genannten faserigen Nb₃Sn-supraleitenden
Substanz einzustellen, so wird die supraleitende
Substanz z. B. mit Hilfe einer Kugelmühle in eine
feine Pulverform gemahlen. In vielen Fällen ist die
Verwendung einer Cu-Sn-Legierung
vom Standpunkt der Leichtigkeit des
Ziehens vorteilhaft.
In diesem Beispiel wurde ein Bronze-Verfahren ange
wendet, obwohl in den vorstehenden Beispielen ein
Innendiffusionsverfahren zur Anwendung kam. D. h.,
eine Anzahl von Nb-Stäben (15) wurden in Bronze,
welche 13 Gew.-% oder darunter Sn enthielt, einge
bettet unter Bildung eines Verbundmetallstabes, wie
dies in Fig. 2 gezeigt wird. Der Verbundmetallstab
wurde wiederholt Behandlungen durch Heißextrudieren
und Kaltziehen-Weichglühen unterworfen, um dessen
Querschnittsfläche zu reduzieren und ein Verbund
drahtmaterial zu bilden. Dann wurde das Verbund
drahtmaterial unter den gleichen Bedingungen wie in
Beispiel 1 unter Bildung von Nb₃Sn wärmebehan
delt. Schließlich wurden Anteile von Cu-Sn mit Hil
fe des gleichen Ätzungsmittels, wie es in dem vor
stehenden Beispiel verwendet wurde, entfernt unter
Bildung einer Nb₃Sn-supraleitenden Substanz in
faseriger Form. In ähnlicher Weise wurde ein dis
kontinuierliches faserförmiges supraleitendes
Drahtmaterial hergestellt; seine supraleitenden
Charakteristiken wurden untersucht und als zufrie
denstellend beurteilt.
Auch durch Einbetten von Nb-Stäben in Bronze, die
durch Reduzierung der Sn-Konzentration in ihrer Be
arbeitbarkeit verbessert waren, Bearbeiten des er
haltenden Materials unter Reduzierung seiner Quer
schnittsfläche, Abscheiden von Sn nach Methoden,
wie z. B. Plattieren, um fehlendes Sn zu ersetzen,
und anschließende Anwendung einer Wärmebehandlung,
kann eine Nb₃Sn-supraleitende Substanz herge
stellt werden.
In diesem Beispiel wurde ein externes Diffusions
verfahren angewendet. D. h., eine Anzahl von Nb-
Drähten (17) wurden in ein Cu-Substrat (16) gemäß
Fig. 3 eingebettet und das Substrat (16) unter Re
duzierung seiner Querschnittsfläche bearbeitet. Sn
(18) wurde mit Hilfe von Verfahren wie Galvanisie
ren oder Schmelzplattieren auf
demselben unter Einstellung der Enddimensionen ab
geschieden. Das erhaltene Material wurde der glei
chen Wärmebehandlung wie im Beispiel 1 unter Bil
dung von Nb₃Sn unterworfen. Dann wurden Cu-Sn-An
teile mit Hilfe des gleichen Ätzungsmittels wie im
Beispiel 1 entfernt unter Bildung einer faserigen
Nb₃Sn-supraleitenden Substanz. Die supraleitende
Substanz wurde verwendet zur Herstellung eines dis
kontinuierlichen faserförmigen supraleitenden
Drahtmaterials; die supraleitenden Charakteristiken
desselben wurden untersucht und als befriedigend
beurteilt.
Obwohl ein kontinuierlicher Nb-Drahtkern in den
Beispielen 1 bis 3 verwendet wird, kann, selbst wenn der
Draht im Verlauf der Herstellung gebrochen wird
oder eine diskontinuierliche Faser von Anfang an
verwendet wird, durch Anwendung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens eine supraleitende Substanz
hergestellt werden.
Nach der Bildung von Nb₃Sn auf einem Teil der
Oberfläche des Nb-Drahtes durch Anwendung der Wär
mebehandlung auf das Verbundmetallmaterial wird
eine Kaltbearbeitung durchgeführt, um das gesamte
oder einen Teil des Nb₃Sn zu brechen, und durch
weitere Wärmebehandlung reagieren nicht umgesetztes
Nb und Sn. Selbst wenn daher ein Nb-Drahtkern einen
verhältnismäßig hohen Durchmesser aufweist, kann
das gesamte Nb zur Bildung von Nb₃Sn verwendet
werden.
Obwohl die Erfindung in bezug auf ein Verfahren zur
Herstellung einer supraleitenden Substanz von
Nb₃Sn in pulverförmiger oder kurzfaseriger Form
in den vorstehenden Beispielen beschrieben wurde,
ist die Erfindung nicht auf diese Materialien beschränkt. Wenn z.
B. V oder ein V-Basis-Material als metallischer
Drahtkern verwendet werden, oder Ga oder eine Cu-
Ga-Legierung als leicht bearbeitbares Metall, das
in der Lage ist, in Kombination mit dem V-Basis-Me
tall eine supraleitende Substanz zu bilden, einge
setzt werden, so kann eine V₃Ga-supraleitende
Substanz nach dem erfindungsgemäßen Verfahren her
gestellt werden. In ähnlicher Weise können supra
leitende Substanzen, wie V₃Si und Nb₃Al nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt werden.
Außerdem können die supraleitenden Eigenschaften
durch Zugabe metallischer Elemente, wie Al, Mg, Mn,
Ga, Hf, Ta, Zr etc., zu dem Nb- oder V-Metall, und
metallische Elemente, wie Al, In, Mg, Mn, Pb etc.,
zu dem Sn- oder Ga-Metall verbessert werden.
Verbundpulver mit einem mittle
ren Durchmesser von ca. 40 µm, welches Cu (5)
und Nb (6) umfaßt, das in Cu (5), wie in Fig. 4 ge
zeigt, gegeben wird, wurde bei einer Temperatur von
600 bis 1000°C unter Bildung eines Verbundmetall
stabes, welcher Cu und Nb umfaßt, mit einem Durch
messer von 20 mm heißgepreßt. Der Verbundmetallstab
wurde dann kalt bearbeitet unter Bildung eines
Drahtmaterials mit einem Durchmesser von 0,2 mm,
welches wiederum chemisch behandelt wurde zur Ent
fernung der Cu-Metallschicht, unter Erhalt einer
Nb-Metallfaser mit einem mittleren Durchmesser von
ca. 0,3 µm. Schließlich wurde die Nb-Metallfaser
durch elektrolytische Abscheidung mit Sn versehen
und bei 700 bis 1000°C wärmebehandelt, um die Nb-
Metallfaser in eine Nb-Sn-Mischfaser umzuwandeln,
welche dann in einer Kugelmühle unter Bildung einer
pulverförmigen Nb₃Sn-Verbindung mit einem mittleren
Durchmesser von ca. 0,3 µm vermahlen wurde.
Im Verlauf der Herstellung des Verbundmetallstabes
in diesem Beispiel können Cu-Pulver oder Cu-Faser
vorhanden sein. Obwohl gemäß diesen Beispiel Sn durch
Galvanisieren auf der Metallfaser abgeschieden wur
de, kann hier auch die Methode der Vakuumaufdam
pfung, eine Methode, bei welcher geschmolzenes Zinn
permeiert wird, eine Methode, bei der lediglich
Sn-Pulver zugemischt wird und eine Methode, bei
welcher Sn und Cu vorher zu einer Legierung verar
beitet werden, angewendet werden. Das Vermahlen der
Nb₃Sn-Faser kann durch verschiedene mechanische
Verfahren erfolgen.
Ein Verbundmetalldraht, der Cu (7) und V (8) um
faßt, wobei V (8) in Cu (7), wie in Fig. 5 gezeigt wird,
angeordnet ist, oder ein Verbundmetalldraht, welcher
Cu (9) und eine Mehrzahl von Drähten mit V-Kern
(10) (Durchmesser: 50 µm) umfaßt, die gemäß
Fig. 6 in Cu (9) plaziert sind, wurde in einen me
tallischen Behälter mit einem Durchmesser von
100 mm gegeben, bei 300 bis 900°C extrudiert und
kalt bearbeitet unter Bildung eines Verbunddrahtes
mit einem Durchmesser von 0,1 mm. Der auf diese
Weise hergestellte Verbunddraht wurde chemisch be
handelt, um die Cu-Basis-Metallschicht zu entfer
nen, wobei eine Metallfaser auf V-Basis mit einem
mittleren Durchmesser von ca. 0,05 µm gebildet
wurde. Eine Ga-Cu-Legierung wurde in geschmolzenem
Zustand in ein Bündel der vorstehend hergestellten
Metallfasern auf V-Basis permeiert, welches dann
wiederum einer Wärmebehandlung bei 550 bis 1000°C
unterworfen wurde, um die V-Basis-Faser in eine
V₃Ga-Mischfaser umzuwandeln.
Die V-Ga-Mischfaser wurde in einer Kugelmühle vermahlen,
wobei eine zu winzigen Teilchen vermahlene
V₃Ga-Verbindung mit einem mittleren Durchmesser von
ca. 0,05 µm erhalten wurde.
Nb₃Sn-Pulver (3) in faseriger Form mit einem
Durchmesser von 50 bis 320 nm (500-3200 Å) und einer Länge von
0,5 bis 5 µm wurde in ein 30 Gew.-% Cu-haltiges
Nickelrohr (Kupronickel-Rohr) (2) gegeben, welches
wiederum umgeben war von einem Kupferrohr (4) mit
einem Außendurchmesser von 3,2 mm und einem Innen
durchmesser 11,8 mm. Das auf diese Weise gebildete
Verbundmetall wurde unter Bildung eines Drahtmate
rials mit einem Außendurchmesser von 3 mm kaltgezo
gen. Dann wurde das Drahtmaterial bearbeitet, so
daß es einen hexagonalen Querschnitt aufwies, in
welchem der Abstand zwischen den einander gegen
überliegenden Seiten 2,8 mm betrug. Diese Drahtma
terialien (127) wurden, wie in Fig. 7 gezeigt, in
einen Kupferbehälter (1) mit einem Außendurchmesser
von 50 mm und einem Innendurchmesser von 37,5 mm
gegeben und bei 650°C unter Bildung eines Drahtma
terials mit einem Außendurchmesser von 20 mm heiß
extrudiert. Schließlich wurde das Drahtmaterial un
ter Bildung eines runden Drahtes mit einem Durch
messer von 0,5 mm kaltgezogen und dann mit einer
Ganghöhe von 20 mm gedreht unter Bildung
eines Nb₃Sn-Drahtmaterials vom diskontinuierli
chen Faser-Typ gemäß der Erfindung.
Das auf diese Weise erhaltene Nb₃Sn-Drahtmaterial
vom diskontinuierlichen Faser-Typ wurde in flüssi
gem Helium bei einer Temperatur von 4,2 K gebogen,
während ein diagonales Magnetfeld
von 12 Tesla angelegt wurde. Es wurde die
kritische Stromdichte der Nb₃Sn-Verbindung in dem
Kupronickel-Rohr gemessen; die Ergebnisse sind in
Fig. 8 wiedergegeben (Kurve A).
Zum Vergleich wurde jeweils die kritische Strom
dichte eines im Handel erhältlichen kontinuierli
chen faserigen feinkernigen Drahtes und eines
Nb₃Sn-Drahtmaterials vom diskontinuierlichen Fa
ser-Typ, hergestellt nach einem konventionellen
Verfahren, unter den gleichen Bedingungen, wie sie
oben beschrieben sind, gemessen. Die Ergebnisse
werden in Fig. 8 jeweils als Kurve B und C aufge
zeigt.
Wie Fig. 8 zeigt, ist das Nb₃Sn-Drahtmaterial vom
diskontinuierlichen Faser-Typ gemäß der Erfindung
in einem solchen Maße verbessert, daß dessen kri
tische Stromdichte bei einer Beanspruchung bzw.
Verformung von 0 ein Mehrfaches des Wertes auf
zeigt, wie das im Handel erhältliche Drahtmaterial
und das nach dem konventionellen Verfahren herge
stellte Drahtmaterial. Der Grund dafür liegt darin,
daß das Drahtmaterial gemäß der Erfindung keine
nicht-supraleitenden Substanzen, wie Cu-Sn-Bronze
in dem Kupronickel-Rohr enthält, im Gegensatz zu
den konventionellen Drähten, sondern im wesentli
chen aus Nb₃Sn-Substanz besteht. Außerdem nimmt
die kritische Stromdichte des Drahtmaterials gemäß
der Erfindung selbst bei einer Verformung von 5%
nicht ab, wohingegen das nach dem konventionellen
Verfahren hergestellte Drahtmaterial eine Abnahme
der kritischen Stromdichte bei einer Verformung von
1% zeigt. Der Grund dafür liegt darin, daß das
Drahtmaterial gemäß der Erfindung aus feinem
Nb₃Sn-faserförmigen Pulver zusammengesetzt ist.
Wie vorstehend beschrieben, besitzt das Nb₃Sn-
Drahtmaterial vom diskontinuierlichen Faser-Typ ge
mäß der Erfindung ausgezeichnete supraleitende Ei
genschaften, welche auch bei Anwendung einer mecha
nischen Beanspruchung kaum verschlechtert werden.
Das Kupferrohr (4) wurde verwendet, um das Kupro
nickel-Rohr (2) zu umhüllen, und zwar um die durch
den Flußsprung, z. B. in Richtung des äußeren
Durchmessers, gebildete Wärme schnell zu übertra
gen. Außerdem können auch Rohre aus Aluminium oder
Silber verwendet werden und haben denselben Ef
fekt, wie vorstehend beschrieben. Es ist jedoch
nicht immer erforderlich, derartige Rohre einzu
setzen.
Im Beispiel 6 ist das supraleitende Material, wie
vorstehend beschrieben, so konstruiert, daß ein Me
tall mit einer hohen mechanischen Festigkeit um die
supraleitende Substanz herum vorgesehen ist. Da das
supraleitende Material keine nicht-supraleitenden
Substanzen wie Cu-Sn-Bronze enthält, die in dem
konventionellen supraleitenden Material dieses Typs
enthalten sind, besitzt es eine deutlich erhöhte
Stromdichte pro Einheit der Querschnittsfläche und
ist außerdem in seiner Struktur vereinfacht; es
kann im kommerziellen Maßstab hergestellt werden.
In einem Elektromagneten z. B., der durch Auf
wickeln des supraleitenden Materials gemäß der Er
findung hergestellt wird, kann selbst dann, wenn
das Drahtmaterial unter dem Einfluß großer elektro
magnetischer Kräfte deformiert wird, der angrenzen
de Effekt aufrechterhalten wer
den, da sich die pulverförmige supraleitende Sub
stanz durch Gleiten bewegt, so daß auf diese Weise
eine Reduzierung der Stromdichte wirksam verhindert
werden kann. Da außerdem ein Metall mit einem hohen
Widerstand, wie Kupronickel, als Metall, welches
eine hohe mechanische Festigkeit besitzt, verwendet
wird, kann der Verlust an Wechselstrom aufgrund des
sich dynamisch ändernden Strom- und Magnetfeldes,
wie z. B. bei einem Pulsmagnet, weitgehend vermin
dert werden. Aus diesem Grunde findet das Drahtma
terial gemäß der Erfindung einen breiten Anwen
dungsbereich als Drahtmaterial mit hoher Leistung
und Verläßlichkeit bei der Herstellung von z. B.
Elektromagneten, die an Stellen verwendet werden,
wo starke elektromagnetische Kräfte wirken.
Claims (11)
1. Verfahren zu Herstellung einer supra
leitenden Substanz auf der Basis von Niob oder Vanadium in Form von Pulver oder
Kurzfasern, bestehend aus den folgenden
Schritten:
- (a) Herstellung einer Kombination, welche zumin dest aus Niob oder Vanadium und einem leicht verformbaren Metall besteht und aus welcher unter Verformung ein metallisches Verbund material gebildet wird;
- (b) Behandlung des metallischen Verbund materials zur Bildung supraleitender Eigenschaften, wobei diese Behandlung zumin dest eine Wärmebehandlung umfaßt; und
- (c) Entfernen der nichtsupraleitenden Substanzen, die noch in dem metallischen Verbundmaterial enthalten sind, durch chemisches Auflösen, wodurch eine pulver- oder kurzfaserförmige supraleitende Substanz gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das leicht
verformbare Metall mindestens ein Element aus
der Gruppe Kupfer (Cu), Zinn (Sn) und Gallium
(Ga) oder eine Cu-Sn-Legierung oder eine
Cu-Ga-Legierung darstellt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verformung und die Wärmebehandlung
mindestens einmal wiederholt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Verfahrensschritt (a) eines der
Elemente Niob oder Vanadium in eine Cu-Sn-
Legierung oder in eine Cu-Ga-Legierung ein
gebettet oder parallel dazu plaziert wird und
daraus unter Verformung das metallische
Verbundmaterial gebildet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Verfahrensschritt (a) eines der
Elemente Niob oder Vanadium in ein Cu-Grund
metall eingebettet oder parallel dazu
plaziert wird und daraus unter querschnitts
reduzierender Verformung ein metallisches
Verbunddrahtmaterial gebildet wird, und dann
im Verfahrensschritt (b) eines der Elemente
Zinn oder Gallium darauf niedergeschlagen
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Verfahrensschritt (a) eines der
Elemente Niob oder Vanadium in mindestens
eine Legierung aus der Gruppe Cu-Sn-Legierung
und Cu-Ga-Legierung eingebettet oder parallel
dazu plaziert wird und daraus unter quer
schnittsreduzierender Verformung ein draht
förmiges oder ein riemenförmiges metallisches
Verbundmaterial gebildet wird, und dann im
Verfahrensschritt (b) eines der Elemente Zinn
oder Gallium darauf abgeschieden wird.
7. Verfahren zur Herstellung einer supra
leitenden Substanz auf der Basis von Niob oder Vanadium in Form von Pulver oder
Kurzfasern, bestehend aus den folgenden
Schritten:
- (a) Herstellung eines Verbundmetallstabs, welcher mindestens einen Kern mit einer Niob- oder Vanadiumkomponente und eine Mitte aus leicht verformbarem Metall umfaßt unter querschnittsreduzierender Verformung;
- (b) Entfernen des leicht verformbaren Metalls aus dem Verbundmetallstab unter Bildung einer Metallfaser auf der Basis von Niob oder Vanadium durch chemisches Auflösen;
- (c) Abscheiden einer Zinn- oder Gallium-Grund komponente auf der Metallfaser und Anwendung einer Wärmebehandlung unter Bildung supraleitender Eigenschaften;
- (d) Vermahlen der Metallfaser.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet daß zur Durch
führung des Verfahrensschritts (c) die
Metallfaser mit einem
pulverförmigen oder faserigen Material auf der Basis von Zinn oder
Gallium vermischt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß im Ver
fahrensschritt (c) auf die
Metallfaser Zinn oder Gallium
durch galvanische oder elektrolytische
Abscheidung, Vakuumaufdampfung oder Ab
lagerung niedergeschlagen wird.
10. Supraleitendes Material, dadurch
gekennzeichnet, daß es eine
Substanz umfaßt, welche gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 9 hergestellt wurde
und um die ein Metall hoher mechanischer
Festigkeit angebracht wird, so daß diese
direkt umhüllt ist.
11. Supraleitendes Material nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf dem Metall mit der hohen mechanischen
Festigkeit mindestens ein Metall niederer
mechanischer Festigkeit, welches leicht ver
arbeitbar ist und eine hohe Wärmeleitfähig
keit besitzt, vorzugsweise Ag, Al oder Cu, so
angebracht ist, daß es dieses einhüllt.
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|---|---|---|---|
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