DE3240656C2 - Verfahren zur Schmelzreduktion von Metallerz - Google Patents
Verfahren zur Schmelzreduktion von MetallerzInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Metallen oder Metallegierungen durch Schmelzreduktion von Erz oder Erzgemischen mit Hilfe von Kohle und/oder Prozeßgas in einem Reaktionsgefäß, wie einem Konverter oder Schachtofen. Die zur Reduktion des Erzes benötigte Kohle bzw. das Reduktionsgas wird mit Sauerstoff in eine im Reaktionsgefäß erzeugte flüssige Erzsäule eingebracht, und zwar in einer solchen Höhe oberhalb des sich im Reaktionsgefäß bildenden Metallschmelzbades, daß die reduzierten, nach unten absinkenden Metalltropfen kohlenstoffarm in das Metallschmelzbad gelangen. Dabei wird das Erz bis zu einer solchen Höhe im Reaktionsgefäß oberhalb der Einbringstelle für Kohlenstoff und Sauerstoff verflüssigt, daß Kohlenstoff nur vollständig oxidiert, d. h. als CO2 aus dem Reaktionsgefäß entweicht.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von unlegiertem oder legiertem Stahl, Stahlvorschmelzen,
Nichteisenmetallen oder Nichteisenlegierungen durch Schmelzreduktion von Erz oder Erzgemischen
mit Hilfe von Kohle und/oder Prozeßgas in einem Reaktionsgefäß, wie einem Konverter oder Schachtofen.
Schmelzreduktionsverfahren bieten die Möglichkeit, feinkörnige Erze als Einsatzstoffe ohne aufwendige
Vorbereitung zu nutzen. Durch die hohen Energiekonzentration und die günstigen Stofftransportbedingungen
in den flüssigen Phasen ist die volumenspezifische Reaktionsgeschwindigkeit wesentlich größer als bei
konventionellen Reaktionsverfahren.
Schmelzreduktion von Metallerzen zur Erzeugung insbesondere von Roheisen oder Stahl wird in vielfältiger
Weise durchgeführt, wobei unterschiedliche Gefäße, wie Schacht- oder Hochofen, Elektroofen oder Konverter
verwendet werden. Eine Übersicht über die bisher angewendeten Verfahrenstechniken der Schmelzreduktion
haben R. Thielmann und R. Steffen in der Zeitschrift »Stahl und Eisen« 101 (1981), Seiten 71 bis 81
gegeben. Prinzipiell erfolgt die Schmelzreduktion in der Weise, daß in abgestimmten Mengen Erz und Kohle von
oben in das Reaktionsgefäß chargiert werden und Prozeßgas, meist Luft oder Sauerstoff, eingeblasen wird.
Dabei ist es zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit der Verfahrensweise meist erforderlich, das Erz vorzureduzieren.
Durch getrennte öffnungen wird das schmelzflüssige Metall oder die Metallegierung und die auf dem
Metallschmelzbad schwimmende flüssige Schlacke aus dem Reaktionsgefäß abgezogen (abgestochen).
Aus der DE-OS 15 83 229 ist ein Verfahren zur Herstellung von Roheisen durch Reduktion von eisenoxydhaltigen
Chargen in hochofenähnlichen Reduktionsofen mit den gattungsgemäßen Maßnahmen bekannt Das
Reduktionsmittel wird bei dem bekannten Verfahren von außen in das feste bzw. flüssig werdende Beschikkungsgut
in dem über das Schmelzbad liegenden Ofenbereich eingebracht und auf die Schmelzbadoberfläche
geschleudert Dabei tritt zwangsläufig eine nicht unbeträchtliche Aufkohlung der Schmelze auf, die ein anschließendes
zusätzliches Frischen zur Absenkung des Kohlenstoffgehalts der Schmelze erforderlich mach L
ίο Außerdem soll das hauptsächlich aus CO bestehende
Reduktionsgas durch Einblasen von Luft zu CO2 vollständig
verbrannt werden. Somit wird das Reduktionsmittel nur unvollkommen ausgenutzt und außerdem
nicht sichergestellt daß die Rauchgase doch noch CO wegen unvollständiger Verbrennung enthalten.
Als nachteilig wird bei d.en bekannten Schmelzreduktionsverfahren
empfunden, daß sie nicht einstufig durchgeführt werden können, sondern entweder für die Abgasaufbereitung
oder die Erzvorbereitung zusätzliche Verfahrensstufen, Energie und Anlagen bedingen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Schmelzreduktionsverfahren für Metallerze oder -oxyde
anzugeben, bei dem in einstufiger Arbeitsweise der gesamte Energieinhalt des verwendeten Reduktionsmittels
ausgenutzt und damit auf zusätzliche Maßnahmen, wie Abgasreinigung oder Erzvorreduktion, verzichtet
werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß das im Anspruch 1 gekennzeichnete Verfahren vorgeschlagen.
Die erfindungsgemäße Verfahrensweise sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, die erst im Zusammenwirken
die gestellte Aufgabe lösen. So ist es ein wesentlicher Gesichtspunkt des erfindungsgemäßen Verfahrens,
daß die zur Reduktion benötigte Kohle bzw. das Reduktionsgas ausschließlich in die flüssige Erzsäule eingebracht
wird, damit das gebildete CO2 nicht durch Kontakt mit Kohlenstoff in der Flüssigerzsäule wieder zu
CO reagiert, was dann eine Abgasbehandlung und -ver-Wertung erforderlich machen würde. Dies ist auch der
Gesichtspunkt, der das erfindungsgemäße Verfahren wesentlich von den bekannten Schmelzreduktionsverfahren
unterscheidet. Bei den bekannten Verfahren wird nämlich Erz in Mischung mit Kohle chargiert. Das erfindungsgemäße
Verfahren erfordert bei chargenweisem als auch bei kontinuierlichem Betrieb eine zeitlich abgestimmte
Zugabe von Erz, Kohlenstoff und Sauerstoff entsprechend der Stöchiometrie, der Reaktionsgeschwindigkeit
und des spezifischen Wärmebedarfs.
Von wesentlicher Bedeutung bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist ferner, wie bzw. wo die Kohle bzw.
das Reduktionsgas in die Flüssigerzsäule eingebracht wird. Die Kohle bzw. das Reduktionsgas muß an einer
so hoch über dem Spiegel des sich am Boden des Reaktionsgefäßes ansammelnden schmelzflüssigen Metalls
liegenden Stelle eingebracht werden, daß einerseits das Metall möglichst kohlenstoffarm in das Metallschmelzbad
gelangt und andererseits kein Kohlenstoff aus dem in die Flüssigerzsäule eingebrachten Kohlenstoff direkt
in die Metallschmelze gelangt. Hierdurch wird der Aufwand für eine zusätzliche Frischbehandlung vermieden
bzw. vermindert.
Eine weitere Maßnahme von besonderer Bedeutung ist die Wahl der Höhe der Flüssigerzsäule. Diese muß
erfindungsgemäß so bemessen werden, daß gebildetes CO beim Aufsteigen durch die Flüssigerzsäule in dem
Reaktionsgefäß vollständig zu CO2 ausreagiert.
Das erfindungsgemäße Verfahren führt zu folgenden
Das erfindungsgemäße Verfahren führt zu folgenden
Vorteilen:
— Der Energieinhalt des Reduktionsmhtels wird bis
auf die fühlbare Wärme nahezu vollständig ausgenutzt
— der Einsatz von preiswertem Reduktionsmittel, wie Feinkohle, ist möglich,
— die Schmelzreduktion läßt sich einstufig ausführen, d. h, es werden zusätzliche Maßnahmen, wie Abgasreinigung,
Erzvorreduktion oder Frischen der Metallschmelze, vermieden,
— infolge der Einstufigkeit der Arbeitsweise sind auch
Energieaufwand und -Verluste niedriger,
— durch entsprechende Bemessung der Erzmischung können unmittelbar Metallegierungen vorbestimmter
Zusammensetzung erzeugt werden,
— dabei ergibt sich die Möglichkeit, hochschmelzende
Oxyde, z. B. Chromoxyd, auch in fesv^r Form bei
Bildung einer Suspension in einer flüssigen Schlakkenschmelze bei einer Temperatur von 1600 bis
1800°C sehr schnell zu reduzieren, was sonst bei
Direktreduktion im festen Zustand wegen des Sinterns der Beschickung nicht erreichbar ist,
— Möglichkeit der ausschließlichen Verwendung von Primärenergie zur Reduktion.
Grundsätzlich ist es aber auch möglich, einen Teil der Prozeß- und Verlustwärme oder die gesamte Menge
durch andere Energiequellen als die Verbrennung des in die Flüssigerzsäule eingebrachten Kohlenstoffs zu erzeugen.
Es wird aber bevorzugt, Kohle zur Reduktion und zur Erzeugung der benötigten Wärme einzubringen,
am besten durch Einblasen.
Kohle und auch Sauerstoff bzw. Reduktionsgas können in mehreren Höhen, am besten entsprechend dem
örtlichen Bedarf zugeführt werden.
In der Zeichnung ist schematisch ein Schachtofen als Reaktionsgefäß dargestellt. Die Gleichungen der darin
ablaufenden Reaktionen sind für Eisen als Beispiel angegeben.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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65
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von Metallen oder Metallegierungen durch Schmelzreaktion von Erz
oder Erzgemischen mit Hilfe von Kohle und/oder Reduktionsgas in einem Reaktionsgefäß, bei dem die
Reduktionskohle und/oder das Reduktionsgas mit Sauerstoff in eine im Reaktionsgefäß erzeugte flüssige
Erzsäule eingebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Reduktionskohle und/ oder das Reduktionsgas in einer solchen Höhe oberhalb
des sich im Reaktionsgefäß bildenden Metallschmelzbades eingebracht wird, daß die reduzierten
nach unten absinkenden Metalltropfen kohlenstoffarm in das Metallschmelzbad gelangen, und daS das
Erz ,bis zu einer solchen Höhe im Reaktionsgefäß oberhalb der Einbringstelle für Kohlenstoff und Sauerstoff
verflüssigt wird, daß Kohlenstoff und das gebildete CO beim Aufsteigen durch die flüssige Erzsäule
im Reaktionsgefäß vollständig zu CO2 ausreagieren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Mischung Eisenerz, Chromerz und
Erze oder Oxyde anderer Legierungselemente gemeinsam verflüssigt oder zumindest teilweise unter
Bildung einer Suspension verflüssigt werden, wobei die Mischung derart eingestellt wird, daß die gewünschte
Zusammensetzung des fertig legierten Stahls oder eine Stahlvorschmelze erzielt wird.
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| DE3240656A DE3240656C2 (de) | 1982-10-07 | 1982-11-04 | Verfahren zur Schmelzreduktion von Metallerz |
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Family Applications (2)
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- 1983-09-23 EP EP83109472A patent/EP0108232B1/de not_active Expired
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Also Published As
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| DE3240656A1 (de) | 1984-04-12 |
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