-
Die Erfindung bezieht sich auf ein Werkzeug zum Aufbohren von Bohrungen, mit einer Bohrstange, die an ihrem freien Ende stirnseitig einen durchgehenden Klemmschlitz aufweist, in dem ein Einsatz, der stirnseitig mit einer durchgehenden Nut versehen ist, an der Grundfläche des Klemmschlitzes anliegend gehalten ist, mit zwei Schneidplattenhaltern, die jeweils ein Langloch aufweisen und die in dem Klemmschlitz quer zur Bohrstange in derselben Querebene aneinander anliegend verschiebbar sind, mit zwei in dem Einsatz gelagerten und mit je einem der Schneidplattenhalter in Wirkverbindung stehenden Stellschrauben und mit einer einen Kopf aufweisenden Klemmschraube, die die Klemmschlitzschenkel und die Langlöcher der Schneidplattenhalter durchsetzt.
-
Bei einem aus dem DE-GM 70 43 832 bekannten Werkzeug dieser Art dient der Einsatz lediglich der Lagerung der Stellschrauben. Die Klemmkraft der Klemmschlitzschenkel wird zum einen direkt auf den Einsatz und zum anderen direkt auf die Schneidplattenhalter übertragen. Die Axialsicherung der Schneidplattenhalter erfolgt daher zwar teilweise auch durch die die Klemmschlitzschenkel und die Schneidplattenhalter durchsetzende Klemmschraube über die Klemmschlitzschenkel, vornehmlich jedoch durch zwei Halteplatten, die jeweils durch zwei Schrauben an den Stirnseiten der Klemmschlitzschenkel befestigt sind. Eine Durchmessereinstellung vor dem Einführen des Einsatzes in den Klemmschlitz ist nicht möglich, weil der Einsatz und die Schneidplattenhalter außerhalb des Klemmschlitzes nicht zusammengehalten werden.
-
Bei einem aus der DE-OS 16 52 696 bekannten Bohrwerkzeug sind die Schneidplattenhalter zwar in einem Querschlitz radial verschiebbar gelagert. Dieser Querschlitz wirkt jedoch nicht als Klemmschlitz. Die Schneidenhalter haben im Bereich ihrer der Werkzeugdrehachse zugekehrten Stirnseiten parallel zur Drehachse und schräg zum Querschlitz verlaufende Keilflächen, die mit entsprechenden Keilflächen eines im Werkzeugkopf im rechten Winkel zum Querschlitz verschiebbar geführten und durch eine von außen bedienbare Stellspindel bewegbaren Schiebers zusammenwirken. Aufgrund der Keilflächen ergibt sich nur ein geringer Verstellbereich für die Schneidplattenhalter. Eine Einstellung der Schneidplattenhalter auf den gewünschten Bohrungsdurchmesser bei aus dem Querschlitz entnommenen Schneidplattenhaltern ist ebenfalls nicht möglich.
-
Ein aus der DE-GM 18 73 860 bekanntes Bohrwerkzeug hat nur einen Halter für einen Drehmeißel. Dieser Halter weist eine schwalbenschwanzförmig hinterschnittene Nut auf, in die ein entsprechend schwalbenschwanzförmiger Vorsprung an der Stirnseite der Bohrstange eingreift. Der Halter ist mittels einer Stellschraube mit zylindrischem Kopf radial verstellbar, wobei der Kopf teils in eine geschlossene Ausnehmung des Halters und teils in eine offene Ausnehmung der Bohrstange eingreift. Die Radiallagesicherung des Halters erfolgt zusätzlich mittels einer die Nutenwand durchsetzenden Klemmschraube, die sich an einer Flanke des schwalbenschwanzförmigen Vorsprungs abstützt.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Werkzeug anzugeben, bei dem der Einsatz und die Schneidplattenhalter nicht nur im eingesetzten Zustand, sondern auch außerhalb der Bohrstange auf den gewünschten Bohrungsdurchmesser eingestellt werden können.
-
Gemäß der Erfindung ist diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Nut des Einsatzes in Verschieberichtung der Schneidplattenhalter verläuft sowie hinterschnitten ist und daß die Schneidplattenhalter durch in die hinterschnittene Nut eingreifende Teile geführt sind.
-
Bei diesem Aufbau können der Einsatz und die Schneidplattenhalter vormontiert in den Klemmschlitz der Bohrstange eingesetzt werden. Im in den Klemmschlitz eingesetzten Zustand des Einsatzes und der Schneidplattenhalter ist lediglich ein Lösen der den Kopf aufweisenden Klemmschraube erforderlich, um das Werkzeug auf den gewünschten Bohrungsdurchmesser einzustellen. Es ist aber auch möglich, noch während mit der einen Durchmessereinstellung gebohrt wird, einen anderen Einsatz außerhalb des Klemmschlitzes auf einen anderen Durchmesser einzustellen und am Ende des Bohrvorgangs mit dem einen Einsatz diesen gegen den voreingestellten anderen Einsatz auszuwechseln, um gleich anschließend einen anderen Bohrungsdurchmesser zu bearbeiten.
-
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben. Es zeigt
-
Fig. 1 eine Draufsicht auf ein Werkzeug, teilweise im Schnitt, bei vollständig eingefahrenen Schneidplatten-Haltern,
-
Fig. 2 eine Vorderansicht des Werkzeugs nach Fig. 1,
-
Fig. 3 den Schnitt A-A der Fig. 2,
-
Fig. 4 eine Seitenansicht des Werkzeugs nach Fig. 1,
-
Fig. 5 eine Draufsicht auf einen Einsatz des Werkzeugs nach Fig. 1 bei vollständig ausgefahrenen Schneidplattenhaltern,
-
Fig. 6 eine Draufsicht auf eine Platte im Einsatz nach Fig. 5 und
-
Fig. 7 eine Rückansicht des Einsatzes nach Fig. 5.
-
Das dargestellte Werkzeug dient zum Aufbohren von Bohrungen. Es weist eine Bohrstange 1 auf, die mit ihrem kegelförmigen Endabschnitt 2 in eine Bohrmaschine eingespannt wird. Am freien Ende ist die Bohrstange 1 mit einem Klemmschlitz versehen, der durch zwei Klemmschlitzschenkel 3 und 4 begrenzt ist.
-
In dem Klemmschlitz ist ein als Klemmstück 5 wirkender Einsatz eingespannt, das an der Grundfläche 6 des Klemmschlitzes anliegt und sich über deren gesamte Länge erstreckt. Das Klemmstück 5 hat stirnseitig eine im Querschnitt etwa schwalbenschwanzförmig hinterschnittene Führungsnut 7, in der zwei in einer gemeinsamen Querebene aneinander anliegende Schneidplattenhalter 8, 8&min; quer zur Dreh- bzw. Längsachse 9 der Bohrstange 1 verschiebbar gelagert und festklemmbar sind. An den radial äußeren Enden der Schneidplattenhalter 8, 8&min; ist je eine Wende-Schneidplatte 10, 10&min; befestigt (angeschraubt), deren Schneidkanten radial über die Umkreise der Schneidplattenhalter 8, 8&min; und der Bohrstange 1 hinausragen, um eine Bohrung im Werkstück aufzubohren.
-
Jeder Schneidplattenhalter 8, 8&min; hat ein sich in dessen Längsrichtung erstreckendes Langloch 11, 11&min;, wobei in Fig. 1 lediglich das in dem in Fig. 1 linken Schneidplattenhalter 8 ausgebildete Langloch 11 (gestrichelt) dargestellt ist. Durch die Langlöcher 11, 11&min; und den Klemmschlitzschenkel 3 ist eine Klemmschraube 12 hindurchgeführt, die mit ihrem Kopf 13 im Klemmschlitzschenkel 3 versenkt ist und mit ihrem Gewindeschaft in eine Gewindebohrung des Klemmschlitzschenkels 4eingreift. Der Durchmesser des Schaftes der Klemmschraube 12 entspricht etwa der Breite der Langlöcher 11, 11&min;.
-
Die in Richtung der Öffnungsweite des Klemmschlitzes gemessene Dicke (Fig. 3 und 4) des Klemmstücks 5 ist etwas größer als die in derselben Richtung gemessene Gesamtdicke der Schneidplattenhalter 8, 8&min;, und zwar um einige Mikrometer. Ferner sind die an den Klemmschlitzschenkeln 3, 4 anliegenden Außenflächen des Klemmstücks 5 mit einer über die gesamte Länge des Klemmstücks 5 durchgehenden flachen Nut 14, 14&min; versehen. Beim Festziehen der Klemmschraube 12 üben daher die Klemmschlitzschenkel 3, 4 hauptsächlich auf die Seitenwände 15, 15&min; der Führungsnut 7 einen Druck aus. Die Seitenwände 15, 15&min; übertragen diesen Druck über ihre ebenen Innenflächen, die einen spitzen Winkel mit der Grundfläche der Führungsnut 7 einschließen, auf diese Innenflächen hintergreifende, den gleichen Winkel mit der Grundfläche der Führungsnut 7 einschließende ebene Außenflächen der in die Führungsnut 7 eingreifenden Teile 16, 16&min; der Schneidplattenhalter 8, 8&min;. Dadurch werden die Schneidplattenhalter 8, 8&min; nicht nur fest gegeneinandergedrückt, sondern ergibt sich auch eine in Richtung der Längsachse 9 wirkende Spannkraftkomponente, die die Schneidplattenhalter 8, 8&min; fest gegen die Stirnfläche des Klemmstücks 5 zieht. Schließlich verbiegen sich auch die freien Enden der Klemmschlitzschenkel 3, 4 unter der Spannkraft der Klemmschraube 12, so daß die Enden noch eine zusätzliche Klemmkraft auf die Schneidplattenhalter 8, 8&min; ausüben.
-
Das Klemmstück 5 hat ferner sich in Verschieberichtung der Schneidplattenhalter 8, 8&min; erstreckende parallele Gewindebohrungen 17, 17&min; jeweils auf Höhe eines Schneidplattenhalters 8, 8&min;, in die jeweils der Gewindeschaft einer Stellschraube 18, 18&min; mit zylindrischem Kopf 19, 19&min; eingreift. Jeder Schneidplattenhalter 8, 8&min; ist außerdem mit einer teilzylindrischen Ausnehmung 21, 21&min; und das Klemmstück 5 mit teilzylindrischen Ausnehmungen 20, 20&min; versehen, die jeweils koaxial zu einer der Gewindebohrungen verlaufen und einen Durchmesser entsprechend dem der Stellschraubenköpfe 19, 19&min; aufweisen, wobei sich die Ausnehmungen 20, 20&min; und die Ausnehmungen 21, 21&min; ebenfalls zu einem vollständigen Hohlzylinder ergänzen und die Hohlzylinder jeweils einen Stellschraubenkopf 19, 19&min; aufnehmen. Die Ausnehmungen 20, 20&min; sind in Ausschieberichtung der Schneidplattenhalter 8, 8&min; offen und die Ausnehmungen 21, 21&min; geschlossen, so daß die Stellschraubenköpfe 19, 19&min; zwar in den Ausnehmungen 20, 20&min;, nicht jedoch in den Ausnehmungen 21, 21&min; axial verschiebbar sind und je nach Drehrichtung der Stellschrauben 18, 18&min; den betreffenden Schneidplattenhalter 8, 8&min; über die Ausnehmung 21, 21&min; mitnehmen, um die Schneidplatten 10, 10&min; auf den gewünschten Bohrungsdurchmesser einzustellen. Die axiale Länge der Stellschraubenköpfe 19, 19&min; und der Ausnehmungen 20, 20&min; ist größer gewählt als der Verstellbereich der Schneidplattenhalter 8, 8&min;, so daß die Köpfe 19, 19&min; auch in der am weitesten durch Verdrehen der Stellschrauben 18, 18&min; ausgefahrenen Stellung der Schneidplattenhalter 8, 8&min; nach Fig. 5 nicht vollständig seitlich aus dem Klemmstück 5 bzw. der sie aufnehmenden Ausnehmung 20, 20&min; des Klemmstücks 5 herausragen; dadurch wird verhindert, daß Bohrspäne in die Ausnehmungen 20, 20&min; gelangen oder zwischen den seitlichen Öffnungsrändern der Ausnehmungen 20, 20&min; und den Köpfen 19, 19&min; eingeklemmt werden, wo sie nicht nur ein Verstellen der Schneidplattenhalter 8, 8&min; behindern würden, sondern ihre gegebenenfalls radial vorstehenden Enden auch Riefen in der Innenfläche der durch das Werkzeug aufgebohrten Bohrung erzeugen können, da sich eingeklemmte Bohrspäne zusammen mit dem Werkzeug relativ zum Werkstück drehen. Um die Stellschrauben 18, 18&min; verdrehen zu können, sind ihre Köpfe 19, 19&min; mit einem Innensechskantloch (wie in Fig. 4 und 5 dargestellt) oder mit einem Kreuzschlitz versehen.
-
Sodann sind die aufeinanderliegenden Flächen der Schneidplattenhalter 8, 8&min; mit je einer Nut 22, 22&min; versehen, die die Langlöcher 11, 11&min; jeweils umgeben und in Schieberichtung der Schneidplattenhalter 8, 8&min; verlängern, und zwar in Ausschubrichtung um einen Betrag x, der wenigstens gleich der um die Langlochbreite B bzw. den Durchmesser der Klemmschraube 12 verminderten Langlochlänge L ist, und entgegengesetzt zur Ausschubrichtung bis zum radial inneren Rand 23, 23&min; jedes Schneidplattenhalters. In diesen Nuten 22, 22&min; liegt eine langgestreckte Platte 24, die in der Mitte ein Loch 24 a zur Durchführung der Klemmschraube 12 aufweist. Die Platte 24 ist so breit, wie die Nuten 22, 22&min; und hat eine Dicke, die gleich der Gesamttiefe beider Nuten 22, 22&min; ist. Die Länge der Platte 24 ist gleich der um den Verlängerungsbetrag x vergrößerten Länge L der Langlöcher 11, 11&min;, so daß die Platte 24 bei jedem Maß der Überlappung der Langlöcher 11, 11&min;, das sich in Abhängigkeit von der relativen Verstellung der Schneidplattenhalter 8, 8&min; ändert, den von den Schneidplattenhaltern 8, 8&min; und der Klemmschraube 12 und den Klemmschlitzschenkeln 3, 4 nicht abgedeckten Teil des freien Durchtrittsquerschnitts der Langlöcher 11, 11&min; versperrt. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß keine Bohrspäne in diesen nicht abgedeckten Teil eindringen. So wäre das Langloch 11&min; in der in Fig. 5 dargestellten vollständig ausgefahrenen Stellung der Schneidplattenhalter 8, 8&min; in dem rechts in Fig. 5 neben dem Schneidplattenhalter 8 liegenden Bereich des Langlochs 11&min; ohne die Platte 24 nicht abgedeckt und auf der anderen Seite auch der entsprechende Bereich des Langlochs 11 nicht, so daß in diese Bereiche Bohrspäne eindringen würden.
-
Die Platte 24 verhindert dies, da sie durch die Klemmschraube 12 in ihrer Lage relativ zur Bohrstange 1 festgehalten wird und sich bei einer Verschiebung der Schneidplattenhalter 8, 8&min; in deren Nuten 22, 22&min; so verschiebt, daß kein Durchtrittsbereich der Langlöcher 11, 11&min; freibleibt.
-
An den Schneidplattenhaltern 8, 8&min; angebrachte Skalen 25, 25&min; und an den Klemmschlitzschenkeln 3, 4 angebrachte Markierungen 26, 26&min; erleichtern das Einstellen der Schneidplattenhalter 8, 8&min; auf gleichen Bohrungsdurchmesser.
-
Die Klemmschlitzschenkel 3, 4 in seitlich zur Längsachse 9 versetzten Ebenen durchsetzende Gewindebohrungen nehmen kopflose Spannschrauben 27, 27&min; mit kegelförmiger Spitze auf, die in entsprechend sich nach innen verengende bzw. verjüngende Vertiefungen 28, 28&min; des Klemmstücks 5 eingreifen. Die Mittelachse der Gewindebohrungen bzw. der Spannschrauben 27, 27&min; hat einen etwas geringeren Abstand von der Grundfläche 6 des Klemmschlitzes als die der Vertiefungen 28, 28&min;, so daß das Klemmstück 5 durch Festziehen der Spannschrauben 27, 27&min; gegen die Grundfläche 6 (Fig. 1) gedrückt wird.
-
Ein Zentrierstift 29 greift sowohl in eine Bohrung 30 in der Grundfläche 6 des Klemmschlitzes als auch in eine Bohrung 31 in der Rückseite des Klemmstücks 5 ein.
-
In der Rückseite des Klemmstücks 5 ist ferner eine diametrale Kühlmittelnut 32 ausgebildet, in die eine die Bohrstange 1 koaxial durchsetzende Kühlmittelbohrung 33 mündet und die an ihren radial äußeren Enden in Kühlmittelbohrungen 34, 34&min; übergeht, die jeweils auf eine freie Oberseite der Schneidplatten 10, 10&min; gerichtet sind.