DE3136602C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein einschraubbares selbst
schneidendes Knochenimplantat
gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
Knochenimplantate zum Einschrauben in Kiefer
knochen, auf die anschließend ein Zahnersatz
aufgebracht wird, sind in vielfältiger Ausführung
seit langem bekannt.
Ein Knochenimplantat muß möglichst dauerhaft sein
und seine Tragfunktion für den Zahnersatz demgemäß
möglichst lange ausüben. Um dieses Ziel zu er
reichen, sind immer wieder neue Vorschläge gemacht
worden.
Aus der DE-OS 20 18 330 ist ein einschraubbares
selbstschneidendes Knochenimplantat der eingangs ge
nannten Art bekannt. Diese bekannte Schraube soll
jedoch keinesfalls so weit in den Kieferknochen ein
geschraubt werden, bis ihr freies Schaftende an der
Einschraubstelle gegenüberliegenden Bereich der Kie
ferknochen-Außenwand anliegt und sich das Implantat
so in axialer Richtung an einem geeignet harten
Knochenbereich abstützen kann. Eine solche Verwen
dung scheitert - abgesehen von der Kürze der
Schraube - schon daran, daß das freie Schaftende
als nadelscharfe Spitze ausgebildet ist. Die be
kannte Schraube wird vielmehr nur über einen Teil
seiner Gesamthöhe in den Kieferknochen eingedreht,
nämlich nur so weit, bis ihre scharfe Spitze in die
Apikalzone des Kieferknochens eingedrungen ist. Die
für einen bleibend festen Sitz ausschlaggebende
axiale Abstützung des Implantats am Kieferknochen
kann nicht erreicht werden.
Die bekannte Schraube weist eine Mehrzahl von Ein
schnitten auf, die sich vom Umfang der Helix aus
gehend etwa radial in diese hineinerstrecken. Diese
Aussparungen dienen jedoch nur dazu, bei abge
brochenem Ansatzstummel den Rest des Implantats
noch aus dem Knochen herausschrauben zu können,
indem ein Werkzeug im Bereich der Aussparung ange
setzt wird. Dementsprechend liegen die U-förmigen
Aussparungen alle auf einer Linie parallel zur
Schaftachse angeordnet übereinander. Die Selbst
schneidwirkung soll bei der bekannten Schraube
durch die Form der Helix erzielt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Knochenimplantat
der eingangs genannten Art anzugeben, das eine blei
bend größere Festigkeit im implantierten Zustand ge
währleistet.
Ein diese Aufgabe lösendes einschraubbares Knochen
implantat der eingangs genannten Art weist erfin
dungsgemäß die Merkmale des Patentanspruchs 1 auf.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteran
sprüchen definiert.
Zum Implantieren des erfindungsgemäßen Implantates
wird mit dem Kerndurchmesser des Schaftes vorge
bohrt; das erfindungsgemäße Implantat schneidet
sein Gewinde völlig selbst. Da sich die Schraube
bei den bekannten Implantaten bis zum Nachwachsen
der Knochensubstanz nur über die kleinen äußersten
Gewindebereiche halten kann und von dort radial
nach innen in Richtung auf den Schaft ein ver
gleichsweise großer Hohlraum frei bleibt, der erst
allmählich mit nachwachsender Knochensubstanz ausge
füllt wird oder eine Einbettung der Schraube in ein
Kunstharzmaterial erforderlich macht, lassen sich
die bekannten Implantate zunächst nur vergleichs
weise gering belasten. Hinzu kommt, daß sich bei an
fänglich noch nicht optimaler Festlegung des Implan
tats in dem spongiösen Teil des Knochens das Implan
tat bei Belastungen nicht nur axial, sondern auch
radial bewegen kann. Derartige Bewegungen behindern
das Einwachsen und begünstigen die Bildung von
weichem Knochenersatzgewebe (Granulationsgewebe).
Bei einem Implantat nach der Erfindung treten diese
Schwierigkeiten nicht nur deswegen nicht mehr auf,
weil keine Hohlräume zuwachsen müssen, bevor das
Implantat belastet werden kann, sondern vor allem
auch deswegen, weil dieses bicorticale Implantat
bei entsprechender Länge so weit in den Kiefer
knochen eingeschraubt wird, daß es an seinen beiden
Enden eine Abstützung im Knochen findet, nämlich am
Eintritt und an seinem freien Ende, welches sich
nach Durchsetzung der spongiösen Substanz an der,
dem Eintritt gegenüberliegenden, kompakten Knochen
substanz abstützt. Somit sind axiale wie auch ra
diale Bewegungen des Implantates von Anbeginn an
praktisch ausgeschlossen, wodurch die initiale Ein
heilung in Ruhe stattfinden kann und die Halbar
keit wesentlich gefördert wird.
Der Selbstschneide-Effekt des erfindungsgemäßen
Knochenimplantates hat weiterhin zur Folge, daß ein
Teil der Knochensubstanz nicht dauerhaft entfernt,
sondern in vorhandene Hohlräume der spongiösen
Knochensubstanz hineingedrückt werden kann, so daß
diese Teile der Knochensubstanz wegen des verminder
ten Traumas besser durchblu
tet werden. Die Schwächung des Kieferknochens wird da
durch vermindert.
Zusammengenommen hat die erfindungsgemäße Lehre zur
Folge, daß nur ein Minimum an Knochensubstanz entfernt
werden muß, nämlich das Volumen des Schaftes, während
sich die Gewindegänge vollständig und selbstätig ihre
Bahn schneiden. Das fertig eingesetzte Knochenimplantat
liegt bicortical abgestützt von Anbeginn an ruhiger und fester im
Kieferknochen, als es bisher möglich war. Die Bildung
von frischer Knochensubstanz, die ein geringeres Druck
aufnahmevermögen hat, als die ursprünglich vorhandene
Substanz, tritt nicht ein, weil keine unausgefüll
ten Leerräume verbleiben.
Die Erfindung ist nachstehend anhand des in der Zeich
nung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläu
tert. Es zeigt in vergrößertem Maßstab
Fig. 1 eine Seitenansicht des Knochenimplan
tats;
Fig. 2 einen Schnitt durch das Implantat ent
lang der Linie II-II von Fig. 1 und
Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie
III-III von Fig. 2 zur Darstellung
von verschiedenen Formen der dortigen
Anschärfung.
Das Knochenimplantat 1 weist einen Schaft 6 auf, der in
insgesamt vier axial aufeinanderfolgende Bereiche ge
gliedert ist. Der erste Bereich wird von einem Kopf 3
gebildet, der im Querschnitt viereckig ist und dadurch
die Angriffsflächen für ein Einschraubwerkzeug und für
den später aufzusetzenden Zahnersatz aufweist. Auf
diesen ersten Bereich folgt ein zylindrischer Abschnitt
4, hierauf ein sich vom Kopf 3 weg schwach verjüngender
Konus 15 und schließlich am freien Ende des Schaftes 6
ein Auflager 16. Dieses Auflager wird in dem bevor
zugten Ausführungsbeispiel von dem sich kegelförmig ver
jüngenden und in einer Spitze auslaufenden freien Ende
des Schaftes 6 gebildet; der bevorzugte Öffnungswinkel
des Kegels liegt bei 90°. In einem anderen Ausführungs
beispiel ist das freie Ende des Schaftes halbkugel
förmig ausgebildet.
Der vom ersten und zweiten Abschnitt des Schaftes 6 ge
bildete Teil 2 des Implantats 1 liegt nach der Implan
tation im wesentlichen außerhalb des Knochens, während
die von den beiden anderen Abschnitten des Schaftes ge
bildeten Teile 5 innerhalb des Knochens liegen.
Der Konus 15 des Schaftes ist mit einer Gewinde-Helix 8
versehen, die im bevorzugten Ausführungsbeispiel und in
axialer Richtung des Schaftes gesehen, mit einem ge
wissen Abstand vom Auflager 16 beginnt und vor dem
zylindrischen Abschnitt 4 endet. Wie aus Fig. 1 deut
lich zu erkennen ist, nimmt der Durchmesser der
Gewinde-Helix - vom Auflager 16 aus gesehen - über
einige Gewindegänge 8 a, 8 b und 8 c zu und bleibt dann
konstant, wie ein Vergleich der Gewindegänge 8 c und 8 d
erkennen läßt. Ersichtlich ist die Durchmesser-Zunahme
der Gewinde-Helix größer als die gleichgerichtete Durch
messer-Zunahme des Konus' 15. Bevorzugt wird, daß die
Durchmesser-Zunahme der Gewinde-Helix nicht konstant
ist, sondern in Richtung auf den Kopf 3 zu abnimmt, wie
ein Vergleich der Gewindegänge 8 a und 8 b bzw. der Ge
windegänge 8 b und 8 c in Fig. 1 zeigt. Der maximale
Durchmesser der Gewinde-Helix, beispielsweise im Be
reich des Gewindeganges 8 d ist etwa doppelt so groß wie
der Durchmesser des zylindrischen Abschnittes 4.
Von ihrem Außenumfang aus ist die Gewinde-Helix 8 mit
im wesentlichen in radialer Richtung verlaufenden V-för
migen Einschnitten 9 versehen. Die Spitze jedes V liegt
dabei im bevorzugten Ausführungsbeispiel auf der Ober
fläche des Schaftes 6 auf. Diese Einschnitte 9 sind über
die gesamte Länge der Gewinde-Helix 8 so verteilt, daß
in axialer Richtung gesehen jeweils ein Einschnitt 9
von dem darunter oder darüber liegenden Gewindegang ab
gedeckt wird, daß die Einschnitte 9 also bei Betrach
tung mehrerer Gewindegänge nicht miteinander fluchten.
Erreicht wird dies dadurch, daß die Einschnitte 9 in Bo
genabständen aufeinanderfolgen, die kleiner sind als
360° jedoch ungleich 180°. Dies wird in Fig. 1 durch
die beiden wendelförmig verlaufenden, strichpunktierten
Linien 10, 11 angedeutet. Die Wendel-Richtung der bei
den Linien 10, 11 verläuft entgegengesetzt zur Wendel
richtung der Gewinde-Helix 8.
Den Fig. 1 und 2 ist entnehmbar, daß jeder Einschnitt 9
zwei Begrenzungsflächen aufweist, d. h. Flächen, durch
die der Gewindegang aufgeschnitten ist. Von diesen bei
den Begrenzungsflächen 13, 14 ist die dem Auflager 16
jeweils entfernter liegende Begrenzungsfläche 14 mit
einer Anschärfung 12 versehen, die das Einschneiden des
Knochenimplantats in den Kieferknochen bewirkt. Vom
Zentrum des Schaftes aus gesehen, verläuft die mit der
Anschärfung 12 versehene Begrenzungsfläche 14 weit
gehend radial von der Schaftoberfläche nach außen, und
im Ausführungsbeispiel trifft die radiale Richtung für
die Anschärfung 12 exakt zu, für die eigentliche Begren
zungsfläche 14 nur annähernd. Die jeweils andere Begren
zungsfläche 13 verläuft gegenüber der rein radialen
Richtung in Eindrehrichtung voreilend nach außen, wie
die Draufsicht von Fig. 2 deutlich erkennen läßt. Be
trachtet man in Fig. 2 die in der Papierebene liegenden
Kanten der Begrenzungsflächen 13 und 14, so ist auch er
kennbar, daß diese Flächen im wesentlichen einen Winkel
von etwa 45° einschließen.
Fig. 3 zeigt verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten der
Anschärfung der Begrenzungsfläche 14 . In Fig. 3a liegt
die Anschärfung auf die Dicke des Gewindeganges bezogen
in der Mitte. In Fig. 3b liegt die Anschärfung auf der
Kante zwischen der Begrenzungsfläche 14 b und der oben
liegenden Fläche des Gewindeganges. Fig. 3c zeigt die
Umkehrung der Ausführung gemäß Fig. 3b. In Fig. 3d sind
zwei Anschärfungen vorgesehen, die durch einen Ein
schnitt in die Begrenzungsfläche 14 d gebildet werden
und an der Ober- und an der Unterkante des Geweindegan
ges liegen. Fig. 3e entspricht im Grundsatz der Aus
führung gemäß Fig. 3c, hat jedoch einen geringeren
Schneidwinkel.
Claims (12)
1. Einschraubbares selbstschneidendes Knochenimplan
tat mit einem Schaft, der an seinem einen Ende zur
Aufnahme von Zahnersatz ausgebildet ist, an seinem
anderen Ende frei ausläuft und zwischen den beiden
Enden mit einer Gewinde-Helix besetzt ist, deren
Außendurchmesser in axialer Richtung vom freien
Ende des Schaftes gesehen von einem kleinen Anfangs
wert auf einen großen Endwert zunimmt, wobei aus
den Gängen der Gewinde-Helix in Bogenabständen etwa
radial gerichtete, vom Umfang der Helix ausgehende
Einschnitte ausgespart sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
dadurch gekennzeichnet, daß
- a) die Länge des Schaftes (6) mindestens um die axiale Länge des zur Aufnahme des Zahnersatzes dienenden Kopfes (3) größer als die in Implan tationsrichtung gesehene Höhe des Kieferknochens ist, in den implantiert werden soll;
- b) die Bogenabstände der Einschnitte (9) kleiner als 360° jedoch ungleich 180° sind (Wendel-Linie 10), die Einschnitte (9) V-förmig ausgebildet sind und mit ihren Spitzen im Bereich der Schaft oberfläche liegen;
- c) von den beiden im wesentlichen in Schaft-Längs richtung liegenden Begrenzungsflächen (13, 14) jedes Einschnittes (9) diejenige mit dem größeren Abstand vom freien Schaftende (16) mindestens eine in Eindrehrichtung vorspringende Anschärfung (12) aufweist; und
- d) das freie Ende des Schaftes als Auflager (16) zur dem Eintritt des Implantats gegenüberliegen den axialen Abstützung am Kieferknochen ausge bildet.
2. Implantat nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu der
ersten Gruppe von Einschnitten (9) (Wendel-Linie
10) eine zweite Gruppe identischer Einschnitte
(Wendel-Linie 11) aus der Gewinde-Helix (8) ausge
spart und zur ersten Gruppe um vorzugsweise 180°
versetzt angeordnet ist.
3. Implantat nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft (6) min
destens im Bereich vor seinem freien Ende (Auflager
16) von einem schwachen Konus (15) gebildet ist.
4. Implantat nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende (Aufla
ger 16) des Schaftes (6) von einem spitz zulaufen
den Kegel gebildet ist.
5. Implantat nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnungswinkel des
das Auflager (16) bildenden Kegels bei etwa 90°
liegt.
6. Implantat nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende (Aufla
ger 16) des Schaftes (6) halbkugelförmig ausgebil
det ist.
7. Implantat nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der größte Außendurch
messer der Gewinde-Helix (8) etwa doppelt so groß
ist wie der größte Durchmesser des Schaftes (6).
8. Implantat nach einem der Ansprüche 1
bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Anschärfung (12)
radial zum Schaft (6) verläuft.
9. Implantat nach einem der vorhergehenden An
sprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die V-Form der Ein
schnitte (9) einen Öffnungswinkel von etwa 45° hat.
10. Implantat nach einem der Ansprüche 1
bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die V-Schenkel der Ein
schnitte (9) ungleich sind.
11. Implantat nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß der längere Schenkel
jedes Einschnitts (9) senkrecht zur Anschärfung
(12) verläuft.
12. Implantat nach einem der vorhergehenden An
sprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Winkelhalbierende
jedes V-förmigen Einschnitts die Querschnittsfläche
des Schaftes (6) auf einer Sehne durchsetzt und daß
diese Winkelhalbierende einem die Spitze des Ein
schnittes durchsetzenden Radius in Eindrehrichtung
des Implantates voreilt.
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Legal Events
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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