DE3112340C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Zerstäubung von
Flüssigkeiten, bestehend im wesentlichen aus einem Ultra
schallanregungssystem und einem mit Ultraschallfrequenzen
schwingenden Biegeresonator, der über eine Flüssigkeitszufuhr
einrichtung mit Flüssigkeit versorgt wird.
Bei konventionellen
Ultraschallkapillarwellenzerstäubern erfolgt die Vernebelung
durch Tropfenabschnürung aus einem stehenden Kapillarwellen
gitter mit schachbrettartig angeordneten Knotenlinien, das
sich auf einem dünnen, von einer schwingenden Festkörperfläche
angeregten Flüssigkeitsfilm an der flüssig-/gasförmigen
Phasengrenze ausbildet. Die Zerstäubung erfordert eine von der
Frequenz und verschiedenen Flüssigkeitsparametern abhängige
Anregungsamplitude der schwingenden Festkörper und einer ge
eigneten Dicke des Flüssigkeitsfilms. Bei zu dünnem Film
können sich keine Tröpfchen bilden, bei zu dickem Film werden
durch Dämpfung in der Flüssigkeit keine effektiven Kapillar
wellen angeregt.
Ferner ist eine Vorrichtung der eingangs aufgeführten Art be
kannt (Drews, Dr. W. D.: "Flüssigkeitszerstäubung durch Ultra
schall", in ELEKTRONIK 79, Heft 10, Seite 83-86), die zur Zer
stäubung von Flüssigkeiten geeignet ist und die aus einer bei
100 kHz schwingenden plattenförmigen, kreisrunden Biegere
sanotorplatte besteht, die von einem Anregungssystem betrie
ben wird. Das Anregungssystem sowie der Biegeresonator sind
mittig mit einer Bohrung versehen, über die die Flüssigkeit
der Biegeresonatorplatte zugeführt wird. Die Schwingungsan
ordnung erfolgt in Axialrichtung, wobei der Schwingungs
knoten im Bereich des Kragen-Flansches F liegt. Die
Schwingungsknotenlinien der kreisrunden Biegeresonatorplatte
laufen konzentrisch zur Bohrung, so daß im Bereich der Bohrung
des Biegeresonators ein Schnellebauch auftritt und somit die
zugeführte Flüssigkeit beim Auftreffen auf die die Oberfläche
des Biegeresonators am stärksten der Resonanzschwingung aus
gesetzt ist, so daß an dieser Stelle Schwingungskavitation
auftritt und somit Blasenbildung in der zugeführten Flüssig
keit. Diese Schwingungskavitation der Flüssigkeit führt dann
zu einer ungleichförmigen Zerstäubung der Flüssigkeit und
somit zu einem spratzigen Zerstäubungsbild auf einer zu be
stäubenden Oberfläche. Darüber hinaus haben kreisförmige Bie
geresonatoren, da sie eben ausgebildet und somit sehr klein
sind, einen relativ kleinen Öffnungswinkel, so daß sie nur be
schränkt einsatzfähig sind. Werden derartige Zerstäubungsein
richtungen beispielsweise bei Ölbrennern verwendet, so erfolgt
eine sehr schlechte Sauerstoffzuführung, da auf relativ klei
ner Fläche eine zu starke Zerstäubung auftritt. Derartige
Flächen lassen sich darüber hinaus auch nicht beliebig ver
größern, da sonst mehrere konzentrische Knotenkreise ent
stehen, die verhindern, daß die Flüssigkeitszufuhr aus dem
Zentrum zum Rande des Biegeresonators erfolgt.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
gleichmäßige Zerstäubung einer möglichst großen Flüssigkeitsmenge pro
Zeiteinheit auf einer Fläche zu ermöglichen, ohne daß dabei
die Leistung des Anregungssystems gesteigert wird. Die Flüssig
keitszuführung soll dabei kavitationsfrei erfolgen. Diese
Aufgabe ist durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1
aufgeführte Merkmale gelöst. Durch die vorteilhafte Aus
bildung des länglich schmalen Streifen des Biegeresonators
entstehen mehrere parallel verlaufende Schnelleknotenlinien, die die
Längsachse des Biegeresonators rechtwinklig schneiden. Dabei
wird in vorteilhafter Weise die Flüssigkeit in großen Mengen
unter optimalen Bedingungen im Bereich der Schnelleknotenlinien auf
die Zerstäuberfläche gefördert. Hierdurch wird die Kavitation
an den Zuführungsstellen trotz anfänglich großer lokaler Flüs
sigkeitsfilmdicke vermieden. Durch geeignete Länge des strei
fenförmigen Biegeresonators lassen sich beliebig breite Flä
chen gleichmäßig bestäuben. Durch seine doppelseitige Flüssig
keitszuführung ist eine Verdoppelung des Durchsatzes möglich.
Dabei ist es vorteilhaft, daß der Resonator durch ein axiales
Anregesystem in Schwingung versetzt wird. Die Axialanregung
kann auch teilweise in eine Torsionskomponente umgesetzt wer
den, womit bei geeigneter Konstruktion ebenfalls eine Biege
schwingung des Resonators erzielt wird.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindungen gehen aus den
Unteransprüchen hervor.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher er
läutert. Es zeigt in schematischer Vereinfachung
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Zerstäuber, bei dem der Bie
geresonator in Form eines schmalen Metallstreifens
ausgebildet ist;
Fig. 2a) und b) zwei weitere Ausführungsformen, bei denen die
Biegeschwingungen des Resonators durch Torsionsanre
gung erfolgt;
Fig. 3 eine kaskadenartige Verbindung mehrerer in Fig. 2a)
bzw. b) gezeigten Zerstäuber;
Fig. 4a) bis g) einige Möglichkeiten für die Flüssigkeits
zuführung und
Fig. 5 eine weitere Möglichkeit für Flüssigkeitszuführung.
Eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Zerstäubers wird
in Fig. 1 dargestellt. Der Biegeresonator 1 ist in Form eines
länglichen, dünnen Metallstreifens ausgebildet. Der Strei
fen wird im Schnellebauch mit dem Anregungssystem 2, 3 ver
bunden. Die Zerstäubungsflächen des Streifens stehen senk
recht zur Achse des Anregungssystems 2, 3. Der Winkel der Achse
des Anregungssystems, die in dargestellter Form horizontal
verläuft, läßt sich variieren, wodurch sich eine beliebige Neigung der Flächennormale des Streifens 1 und
damit der Zerstäubungsrichtung einstellen läßt. Ein solcher Strei
fen führt bei axialer Anregung Biegeschwingungen aus, wobei
die Schnelleknotenlinien auf der Zerstäubungsfläche parallel zuein
ander und senkrecht zur Anregungsachse verlaufen. Die Flüs
sigkeitszuführung kann über eine Versorgungsleitung 4 er
folgen, die im Bereich der Schnelleknotenlinien beidseitig mit Zu
führungsröhrchen 5 versehen ist. Die Flüssigkeitszuführung
kann auch einseitig sein oder nur einige
Schnelleknotenlinien mit Flüssigkeit versorgt werden. Die längs der
Schnelleknotenlinien fließende Flüssigkeit dehnt sich seitlich der
Schnelleknotenlinie zum Schnellebauch hin mit geringer werdender
Filmdicke aus und wird vernebelt.
Anstelle einer axialen Anregung kann die Biegeschwingung des
Resonators mittels einer Torsionsanregung erzielt werden. Eine
solche Ausführungsform wird in Fig. 2a) und b) dargestellt.
Ein ebenfalls länglicher, schmaler Streifen 1 wird mit dem An
regungssystem 2 über ein Spiralelement 6 verbunden. Dabei ist
die Flächennormale des Streifens 1 senkrecht zur Achse des
Anregungssystems 2. Im allgemeinen reicht für eine Torsionsan
regung aus, daß der schmale, zylindrische Teil des Anregungs
systems nur partiell mit einem Spiralelement versehen wird.
Die Zerstäubungsrichtung verläuft in Richtung der Flächennormale des Biegeresonators,
so daß bei der Vernebelung eine Beeinträch
tigung des Anregungssystems nicht auftritt. Die Flüssigkeits
zuführung kann bei dieser Ausführungsform analog zu dem in
Fig. 1 gezeigten Linearzerstäuber erfolgen; weitere Möglich
keiten werden im folgenden unter Fig. 4 und 5 erläutert.
In Fig. 3 wird eine kaskadenartige Anordnung von linearen
Biegeresonatoren 1 gezeigt. Die einzelnen Kaskadenelemente
der Länge λ/2 (in Achsenrichtung), die aus einem Biegeresona
tor 1 und spiralförmigen Ankoppelteilen 7 bestehen, werden mit
einander in den Torsionsschnellebäuchen befestigt. Das allen
Elementen gemeinsame axiale Anregungssystem (hier nicht ge
zeigt) kann sich oberhalb oder unterhalb der Kaskade befinden.
Im allgemeinen ist es nicht erforderlich, daß jede Sektion der
Kaskade Spiralelemente enthält. Eine kaskadenförmige Anordnung
ist auch mit der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform mög
lich, wobei jedoch keine Torsionsanregung stattfindet, so daß
Spiralelemente nicht notwendig sind. Gemäß einer weiteren Aus
führungsform können die in der Kaskade angeordneten Biegeresonatoren
in unterschiedlicher Winkelstellung zueinander angebracht
sein.
Gemäß Fig. 4a) kann der Biegeresonator 1 beidseitig entlang der
Knotenlinie über Abzweigungen 8 aus Versorgungsleitungen 9
mit Flüssigkeit beschickt werden. Auch aus einem Flüssigkeits
reservoir 10 mit geeigneten Öffnungen 11 ist dies möglich,
wie es in Fig. 4b) und c) schematisch dargestellt wird.
In Fällen, wenn eine Verstopfungsgefahr der Flüssigkeits
rohre gegeben ist, eignet sich ein halbzylinderartiger Behäl
ter 12 mit geeigneten Öffnungen bzw. Hilfselementen 13 zur
Flüssigkeitsleitung, die im Bereich der Schnelleknoten im Ab
stand von λ/2 angeordnet sind. Diese Ausführungsformen sind
in Fig. 4d) und e) gezeigt.
In der gemäß Fig. 4f) dargestellten Ausführungsform wird
der streifenförmige Biegeresonator 1 direkt an die Öffnung
in einer Versorgungsleitung 14 geführt. Die Flüssigkeit ver
teilt sich dabei von den Schnelleknoten ausgehend auf die
Zerstäubungsflächen. Bei der in Fig. 4g) dargestellten Art
wird aus dem Reservoir 14 während der Biegeschwingung die
Flüssigkeit entlang der Schnelleknotenlinien hochgesaugt. In diesem
Fall können die Austrittsöffnungen für die Flüssigkeit rela
tiv groß sein, ohne daß eine Gefahr der Verstopfung, z. B.
durch Verunreinigungen, oder eine Gefahr des ungleichmäßigen
Auslaufens der Flüssigkeit, z. B. bei kleinem Durchsatz, besteht.
Eine weitere Art der Flüssigkeitszuführung für streifenförmige
Resonatoren wird in Fig. 5 dargestellt. Hierbei taucht der
Biegeresonator 1 mit der unteren Kante in den Schnelleknoten
in ein Flüssigkeitsreservoir 15 ein. Hierfür ist bei dieser
Ausführungsform die untere Kante des Biegeresonators 1 mit Zacken
16 im λ/2-Abstand versehen. Die Flüssigkeit wird dann durch
einen akustischen Pumpeffekt auf die Zerstäubungsfläche ge
fördert. Anstelle von Zacken können auch alle geeigneten For
men von Fortsätzen vorgesehen sein. Der Effekt ist ähnlich
wie bei einfachem "Punktkontakt" mit der Flüssigkeit nach
Fig. 4g).
Claims (8)
1. Vorrichtung zur Zerstäubung von Flüssigkeiten bestehend im
wesentlichen aus einem Ultraschall-Anregungssystem und
einem mit Ultraschallfrequenzen schwingenden Biegeresona
tor, der über eine Flüssigkeitszuführeinrichtung mit Flüs
sigkeit versorgt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der
Biegeresonator (1) einen langen, schmalen Streifen bildet und
daß die Flüssigkeitszufuhr auf Schnelleknotenlinien erfolgt,
die parallel zueinander auf der Zerstäubungsfläche des
Streifens liegen und die senkrecht zur Längsausdehnung des
Streifens verlaufen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
durch Variation der Achsenrichtung des Anregungssystems
(2, 3) eine beliebige Neigung der Flächennormalen des Biege
resonators (1) und damit die Zerstäubungsrichtung ein
stellbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zerstäubungsfläche des Biegeresonators (1) senkrecht
auf der Achse des Anregungssystems steht und daß der
schlanke zylindrische Teil des Anregungssystems zumindest
partiell als Spirale (6) ausgebildet ist, so daß die Axial
schwingung des Anregungssystems in eine Torsionsschwingung
umgesetzt wird.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß mehrere Zerstäuber an einer gemeinsamen
Flüssigkeitsversorgungsleitung, mit linearer oder kreis
förmiger Anordnung, befestigt sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß mehrere gleiche Biegeresonatoren (1) mit
einem gemeinsamen Anregungssystem kaskadenartig miteinander
verbunden sind und daß die Kupplung der Kaskadenelemente
in den Torsionsschnellebäuchen erfolgt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
jede Sektion der Kaskade Spiralelemente (7) enthält.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die in der Kaskade befindlichen Biegeresonatoren (1) in
unterschiedlicher Winkelstellung zueinander angeordnet
sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß eine Kante des Biegeresonators (1) in den
Schnelleknoten Fortsätze (16) aufweist, die in ein Flüssig
keitsreservoir (15) eintauchen, so daß durch einen akusti
schen Pumpeffekt die Flüssigkeit zum Zerstäuben auf die
Biegeresonatorfläche gefördert wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19813112340 DE3112340A1 (de) | 1980-04-12 | 1981-03-28 | "vorrichtung zur zerstaeubung von fluessigkeiten" |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3014142 | 1980-04-12 | ||
| DE19813112340 DE3112340A1 (de) | 1980-04-12 | 1981-03-28 | "vorrichtung zur zerstaeubung von fluessigkeiten" |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3112340A1 DE3112340A1 (de) | 1982-02-18 |
| DE3112340C2 true DE3112340C2 (de) | 1988-09-15 |
Family
ID=25784925
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19813112340 Granted DE3112340A1 (de) | 1980-04-12 | 1981-03-28 | "vorrichtung zur zerstaeubung von fluessigkeiten" |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3112340A1 (de) |
Families Citing this family (1)
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Family Cites Families (3)
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-
1981
- 1981-03-28 DE DE19813112340 patent/DE3112340A1/de active Granted
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DE3112340A1 (de) | 1982-02-18 |
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