DE2952091C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum kontinuierli
chen Einspeisen feinteiliger Kohle in eine Wirbelschicht
feuerung aus oberhalb oder in der Wirbelschicht verlaufen
den Hohlbalken mit innen angeordneten Kohleförderern
und/oder -verteilern.
Eine in der DE-OS 28 19 185 beschriebene Wirbelschicht
feuerung bietet den Vorteil, daß sich in ihr ein breites
Brennstoffband hinsichtlich Heizwert, Aschegehalt und Feuch
tigkeit wirtschaftlich verbrennen läßt. Darüber hinaus ent
halten die Abgase nur verhältnismäßig geringe Mengen SO2
und NO X . Bei einer solchen Wirbelschichtfeuerung werden
feinteilige Kohle und ein Inertstoff dadurch im Schwebezu
stand gehalten, daß mit entsprechender Geschwindigkeit Ver
brennungsluft von unten her in die Wirbelschicht eingebla
sen und gleichzeitig die Kohle von oben in die Wirbel
schicht eingebracht wird. Auf diese Weise läßt sich auch
die in großen Mengen vorkommende heizwertarme Braunkohle
verfeuern.
Mit einer derartigen Wirbelschichtfeuerung sind jedoch ein
schlechter Ausbrand und ein schlechter Entschwefelungsgrad
verbunden, da die feinen Kohlepartikel sofort ausgetragen
werden. Ferner läßt sich ein Sichten nach Korngröße nicht
vermeiden, da die größeren Teilchen am weitesten geworfen
werden. Demzufolge ist eine gleichmäßige Beschickung der
Wirbelschicht nicht möglich.
In der CH-PS 5 77 144 ist eine Wirbelschichtfeuerung mit
Zufuhr von Sekundärluft im oberen Teil eines Verbrennungs
raums oberhalb der Wirbelschicht beschrieben, um eine voll
ständige Verbrennung des zugeführten Brennstoffs zu errei
chen. Diese Sekundärluft hat keinen Einfluß auf den Austrag
zugeführter feiner Brennstoffteilchen, da der Brennstoff
unmittelbar oberhalb der Wirbelschicht eingespeist wird,
während die Sekundärluftzufuhr im oberen Teil der Verbren
nungskammer in großer Entfernung zur Brennstoffzufuhr ange
ordnet ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs erwähnten Art so zu verbessern, daß sich ein
möglichst vollständiger Ausbrand mit möglichst geringem Aus
trag feinkörniger, unverbrannter Kohlepartikel bei gleich
zeitig guter Entschwefelung ergibt, ohne daß große Mengen an
NO X entstehen.
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß sich
ein Sekundärluftkanal mit seitlichen Sekundärluftdüsen im oberen Teil
der Hohlbalken erstreckt.
Die quer zum Rauchgasstrom aus den Sekundärluftdüsen austretende Sekundärluft ver
hindert, daß die Kohlepartikel durch den von der Wirbel
schicht herrührenden Auftrieb ausgetragen werden, ehe sie
die Wirbelschicht erreichen. Gleichzeitig wird ein vollstän
diger Ausbrand des zugeführten Brennstoffs erreicht, ohne
daß die Verbrennungstemperatur so hoch ansteigt, daß nen
nenswerte Mengen an NO X entstehen. Da praktisch sämtliche
Kohlepartikel in die Wirbelschicht hineingelangen, wird der
größte Teil des in der Kohle enthaltenen Schwefels an den
Inertstoff der Wirbelschicht gebunden und gelangt somit
nicht als SO2 in das Abgas.
Ferner entfallen die langen Rohrleitungen zum pneumatischen
Zuführen der Kohle zur Wirbelschichtfeuerung, weil sich
die Kohle ohne weiteres mechanisch in die Hohlbalken ein
bringen läßt. Außerdem kann eine Kohle eingesetzt werden,
deren Feuchtigkeitsgehalt ein pneumatisches Fördern unmög
lich macht. Die Hohlbalken können geneigt oder horizontal
verlaufen. Zweckmäßigerweise sind mehrere Hohlbalken neben
einander in einer gemeinsamen Ebene angeordnet; der Abstand
der einzelnen Hohlbalken voneinander ergibt sich in Ab
hängigkeit von den gerade vorliegenden Bedingungen. Zweck
mäßigerweise erstrecken diese sich über die gesamte Tiefe
des Feuerraumes, so daß der gesamte Feuerungsquerschnitt
erfaßt wird.
Die Hohlbalken können aus miteinander verbundenen,
insbesondere miteinander verschweißten Rohren und Stegen
bestehen und an den wasserdampfseitigen Kühlkreislauf an
geschlossen sein. Dadurch ist sichergestellt, daß die För
derer, Hohlbalken sowie die Verteiler für die Kohle nicht
überhitzt werden. Im unteren Bereich der Hohlbalken können
sich jeweils einander gegenüberliegende Längsschlitze be
finden. Diese können durchgehend oder unterbrochen ausge
führt sein. Der aus den Hohlbalken austretende Kohlenstaub
fällt durch die Längsschlitze und sinkt von hier aus in
die Wirbelschicht ab.
Zweckmäßigerweise verläuft in den Hohlbalken jeweils ein
Förderrohr, das mit Austrittsöffnungen für den Kohlenstaub
versehen ist.
Hierdurch wird in Abhängigkeit von
der Drehgeschwindigkeit des Förderrohres eine bestimmte
Kohlemenge in der Zeiteinheit in die Wirbelschicht gege
ben.
Die Vorrichtung kann auch so beschaffen sein, daß jedes
Förderrohr aus zwei konzentrischen, gegeneinander verdreh
baren und/oder axial verschiebbaren Rohren mit in ihrer
Ausgangsstellung deckungsgleichen Bohrungen besteht. In
den Hohlbalken kann auch je eine Förderschnecke angeordnet
sein. Auf diese Weise ist es ohne weiteres möglich, die
Hohlbalken ohne Gefälle, das heißt horizontal anzuordnen,
ohne daß sich die Gefahr von Verstopfungen ergibt.
Es empfiehlt sich, im Bereich der unteren Mantellinie des
Förderschneckenrohres zwischen der Kesselvorderwand und
der Kesselrückwand eine Abwurföffnung, beispielsweise einen
Schlitz anzuordnen. Diese Abwurföffnung kann durchgehend
oder unterbrochen ausgeführt sein. Der freie Querschnitt
der Abwurföffnung kann mittels einer verschiebbaren Lei
ste veränderlich ausgeführt sein, wobei eine Kante der Lei
ste gezahnt sein kann. Des weiteren besteht die Möglich
keit, den freien Querschnitt der Abwurföffnung über ihre
Länge unterschiedlich groß zu gestalten. Dadurch ergibt
sich eine weitere Möglichkeit, um die Wirbelschicht über
die gesamte Tiefe des Feuerraumes zwischen Kesselvorderwand
und Kesselrückwand gleichmäßig mit Kohlenstaub zu be
schicken. Die Wahl des Abstandes zwischen den einzelnen
Hohlbalken sowie zwischen den äußeren Hohlbalken und den
ihnen gegenüberliegenden Seitenwänden erfolgt nach Zweck
mäßigkeitsgesichtspunkten.
Weiterhin empfiehlt es sich, durch die Förderrohre für die
Kohle Rauchgas oder heiße Verbrennungsluft zu führen, um
auf diese Weise, wenn es auch nicht unbedingt erforderlich ist,
die Kohle zu trocknen und den thermischen Wirkungsgrad der
Gesamtkesselanlage entsprechend günstiger zu gestalten.
Die sich gegenüberliegenden Sekundärluftdüsen benachbarter Hohlbalken
können direkt oder versetzt zueinander gegenüberliegend
angeordnet sein. Die Sekundärluftdüsen sind hierbei zweck
mäßigerweise schräg nach unten geneigt. Damit wird auf den
unterhalb der Hohlbalken absinkenden Kohlenstaub von oben
her ein gewisser Impuls nach unten ausgeübt, der verhin
dert, daß ein Teil der Kohlepartikel, insbesondere der Fein
anteil aus dem Verbrennungsraum ausgetragen wird, bevor
er in die Wirbelschicht gelangt ist.
Die Erfassung des Gesamtquerschnitts durch ein aus neben
einander angeordneten Hohlbalken bestehendes Balken-Gitter
eröffnet als weiteren Vorteil die Möglichkeit eines über
den Feuerungsquerschnitt gleichmäßigen Einspeisens von Se
kundärluft zur Verringerung des Anteils brennbarer Bestand
teile im Flugstaub. Die dafür erforderliche Gebläselei
stung ist wegen der nur geringen zu überbrückenden Abstände
kleiner als bei den bisher bekannten Vorrichtungen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeich
nung dargestellten Ausführungsbeispiels des näheren erläu
tert. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 einen Schnitt durch einen Dampfkessel nach der
Linie I-I der Fig. 3,
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 3,
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III der Fig. 1
und
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 1
beziehungsweise den Ausschnitt A der Fig. 2 in
vergrößerter Darstellung.
Die in der Zeichnung dargestellte Anordnung dient zum Ein
speisen von Kohle in die Wirbelschicht eines Dampferzeugers 1,
in dem sich oberhalb eines Anströmbodens 2 eine Wirbelschicht
3 befindet, die sich vom Anströmboden 2 bis zu ihrer oberen
Grenzlinie 4 erstreckt. Innerhalb der Wirbelschicht sind
Überhitzer- und/oder Siederohre 5 angeordnet. Unterhalb des
Anströmbodens 2 befindet sich ein Luftkasten 6, in den
Verbrennungsluft in Richtung des Pfeiles 7 strömt, um von
hier aus durch den Anströmboden 2 in die Wirbelschicht 3
weiterzuströmen.
Oberhalb der oberen Grenzlinie 4 sind Hohlbalken 8 so ange
ordnet, daß sie sich über die Tiefe des Verbrennungsraumes
erstrecken. Wie insbesondere aus Fig. 4 ersichtlich ist, be
stehen die Hohlbalken 8 aus einem oberen Kanal 9 und einem
unteren Kanal 10. An den beiden unteren Kanten jedes Hohl
balkens 8 befinden sich zwei einander gegenüberliegende Längs
schlitze 11 und 12. Innerhalb des unteren Kanals 10 ist in
einem äußeren Förderrohr 13 ein inneres Förderrohr 14 drehbar
gelagert. Der obere Kanal 9 führt Sekundärluft und besitzt
über seine Länge verteilt zu beiden Seiten einander gegenüber
liegend Sekundärluftdüsen 15 und 16, die schräg nach unten
geneigt sind, so daß die durch die austretende Sekundärluft in
Richtung der Pfeile 17 und 18 schräg nach unten strömt.
Der Hohlbalken 8 selbst besteht aus miteinander verschweißten
Flossenrohren 19 und deren Stegen 20; er ist etwa in der
Mitte durch einen Trennboden 21 in die obere und untere Hälfte
9, 10 geteilt. Im unteren Teil des Hohlbalkens 8 erstreckt
sich unter Belassung der Längsschlitze 11 und 12 ein dach
förmiges Blech 22 auf mit Stegen 23 verbundenen Rohren 24.
Die Rohre 19, 24 des Hohlbalkens 8 münden zu beiden Seiten
in Endrohre 25, 26, die an einen in der Zeichnung nicht dar
gestellten wasserdampfseitigen Kühlkreislauf angeschlossen sind.
Claims (18)
1. Vorrichtung zum kontinuierlichen Einspeisen feinteili
ger Kohle in eine Wirbelschichtfeuerung aus oberhalb
oder in der Wirbelschicht verlaufenden Hohlbalken mit
innen angeordneten Kohleförderern und/oder -vertei
lern, dadurch gekennzeichnet, daß sich ein Sekundär
luftkanal (9) mit seitlichen Sekundärluftdüsen (15, 16) im oberen
Teil der Hohlbalken (8) erstreckt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Hohlbalken (8) nebeneinander in einer
Ebene angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Hohlbalken (8) aus miteinander ver
schweißten Rohren (19, 24) und Stegen (20, 23) be
stehen und an einen wasserdampfseitigen Kühlkreislauf
angeschlossen sind.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlbalken
(8) geneigt verlaufen.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlbalken
(8) horizontal verlaufen.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im unteren Teil
der Hohlbalken (8) jeweils einander gegenüberliegende
Längsschlitze (11, 12) verlaufen.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsschlit
ze (11, 12) durchgehend oder unterbrochen ausgeführt
sind.
8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in den Hohlbalken
(8) jeweils ein mit Austrittsöffnungen versehenes,
drehbares Förderrohr (13) angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß jedes Förderrohr
(13, 14) aus zwei koaxialen, gegeneinander verdreh
baren und/oder axial verschiebbaren Rohren
mit in Ausgangsstellung deckungsgleichen Bohrungen
besteht.
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in den Hohlbalken
(8) je eine Förderschnecke angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß sich im Bereich der unteren Mantellinie des Förder
schneckenrohres zwischen der Kesselvorderwand und der
Kesselrückwand eine Abwurföffnung erstreckt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abwurföffnung durchgehend oder unterbrochen
ausgeführt ist.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der freie Quer
schnitt der Abwurföffnung von einer verschiebbaren
Leiste überdeckt wird.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Kante der Leiste gezahnt ist.
15. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite
der Abwurföffnung über ihre Länge unterschied
lich groß ist.
16. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
8 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderrohre
(13, 14) an eine Rauchgas- oder Verbrennungsluftlei
tung angeschlossen sind.
17. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die einander
gegenüberliegenden Sekundärluftdüsen (15, 16) benachbarter Hohl
balken (8) versetzt zueinander angeordnet sind.
18. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Sekundär
luftdüsen (15, 16) schräg nach unten geneigt sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19792952091 DE2952091A1 (de) | 1979-12-22 | 1979-12-22 | Verfahren und vorrichtung zum einspeisen feinteiliger kohle in eine wirbelschichtfeuerung |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19792952091 DE2952091A1 (de) | 1979-12-22 | 1979-12-22 | Verfahren und vorrichtung zum einspeisen feinteiliger kohle in eine wirbelschichtfeuerung |
Publications (2)
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| DE2952091A1 DE2952091A1 (de) | 1981-07-02 |
| DE2952091C2 true DE2952091C2 (de) | 1987-11-12 |
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ID=6089485
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19792952091 Granted DE2952091A1 (de) | 1979-12-22 | 1979-12-22 | Verfahren und vorrichtung zum einspeisen feinteiliger kohle in eine wirbelschichtfeuerung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2952091A1 (de) |
Cited By (1)
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1979
- 1979-12-22 DE DE19792952091 patent/DE2952091A1/de active Granted
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