DE2948419C2 - Verfahren zur Herstellung von Polyaminen und deren Verwendung in einem Verfahren zur Herstellung von Polyurethankunststoffen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Polyaminen und deren Verwendung in einem Verfahren zur Herstellung von PolyurethankunststoffenInfo
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Description
a) in einem ersten Schritt ein Urethan- und/oder Harnstoff gruppen aufweisendes NCO-PräpoIymer,
gegebenenfalls gelöst in einem mit Wasser mischbaren, inerten organischen Lösungsmittel,
bei einer Temperatur von 0 bis 400C durch Eintragen
in eine wäßrige Alkalihydroxidlösung in das entsprechende Carbamat überführt, wobei
das Äquivalentverhältnis zwischen Hydroxid und NCO-Gruppen größer als 1,01 :1 ist,
b) das Carbamat in einem zweiten Schritt durch Zusatz einer überschüssigen Menge an Mineralsäure
unter Abspaltung von Kohlendioxid in das Ammoniumsalz überführt,
c) die überschüssige Mineralsäure durch Basenzusatz neutralisiert und
d) das so erhaltene Polyamin aus dem Reaktionsprodukt auf an sich bekannte Weise abtrennt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß im ersten Verfahrensschritt ein Äquivalentverhältnis zwischen Hydroxylionen und NCO-Gruppen
von 1,01 :1 bis 1,30 :1 eingehalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert im zweiten Verfahrensschritt zwischen 5,5 und 1 liegt.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß im ersten Verfahrensschritt 0,1
bis 1 Gew.-Teile, bezogen auf 100 Teile Reaktionsgemisch, eines Emulgators zugesetzt werden.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Alkalihydroxid in Form einer
5- bis 2Ogew.-°/oigen Lösung eingesetzt wird.
6. Verwendung der gemäß Ansprüchen 1 bis 5 hergestellten Polyamine als Komponente B) zur
Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen Polyurethankunststoffen durch Umsetzung von
A) Polyisocyanaten mit
B) Polyaminen sowie gegebenenfalls
C) weiteren niedermolekularen und/oder höhermolekularen Verbindungen mit gegenüber Isocyanaten
reaktiven Gruppen,
D) gegebenenfalls in Anwesenheit an sich bekannter Hilfs- und Zusatzstoffe.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Polyaminen, welche
Urethan- und/oder Harnstoffgruppen sowie vorzugsweise auch Ethergruppen enthalten, durch alkalische
Hydrolyse von endständige Isocyanatgruppen aufweisenden Vorpolymeren sowie deren Verwendung zur
Herstellung von Polyurethankunststoffen.
Es ist bekannt, daß aromatische Isocyanate durch saure Hydrolyse in primäre Amine überführt werden können.
Die Reaktion verläuft allerdings nur unvollständig, da das Lei der Hydrolyse gebildete Amin mit noch nicht
umgesetztem Isocyanatzum entsprechenden Harnstoff weiter reagiert Diese Folgereaktion läßt sich auch
durch Anwendung überschüssiger starker Mineralsäure nicht unterdrücken.
In der DE-AS 12 70 046 wird ein Verfahren zur Herstellung
definierter, Polyalkylenglykolether-Segmente enthaltender, primärer aromatischer Amine beschrieben,
bei dem man Umsetzungsprodukte von aromatisehen Di- oder Triisocyanaten mit Polyalkylepglykolethern
und/oder Polyalkylenglykolthioethern, vorzugsweise solchen mit Molekulargewichten zwischen 400
und 4000, mit sekundären oder tertiären Carbinolen umsetzt und anschließend (gegebenenfalls in Gegenwart
saurer Katalysatoren) in einem inerten Lösungsmittel einer thermischen Spaltung unterwirft Nachteilig ist dabei,
daß im Verlaufe der thermischen Spaltung der Urethane leicht flüchtige Alkene entstehen, die im Gemisch
mit Luft explosiv sind, so daß entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen.
Gegenstand der DE-AS 16 94 152 ist die Herstellung von mindestens zwei endständige Aminogruppen aufweisenden
Präpolymeren durch Umsetzung von Hydrazin, Aminophenylethylamin oder anderen Diaminen mit
einem NCO-P.räpolymer aus einem Polyetherpolyol und Polyisocyanat (NCO : NH-Verhältnis = 1:1,5-1:5).
Nichtumgesetztes Amin muß dabei in einem weiteren Schritt sorgfältig entfernt werden, da es die Umsetzung
mit Polyisocyanaten stark katalysiert so zu kurzen Verarbeitungszeiten führt und auch selbst als Reaktionspartner auftritt.
Eine andere Synthesemöglichkeit für Urethangruppen aufweisende Polyamine wird in der FR-PS 14 15 317
beschrieben. Urethangruppenhaltige NCO-Präpolymere werden mit Ameisensäure in die N-Formylderivate
überführt, die zu endständigen aromatischen Aminen verseift werden. Auch die Reaktion von NCO-Präpolymeren
mit Sulfaminsäure gemäß DE-AS 11 55 907 führt
zu Verbindungen mit endständigen Aminogruppen. Des weiteren werden höhermolekulare, aliphatische sekundäre
und primäre Aminogruppen aufweisende Voraddukte nach DE-AS 12 15 373 durch Umsetzung höhermolekularer
Hydroxyverbindungen mit Ammoniak in Gegenwart von Katalysatoren unter Druck bei hohen
Temperaturen erhalten oder gemäß US-PS 30 44 989 durch Umsetzung höhermolekularer Polyhydroxyverbindungen
mit Acrylnitril unter anschließender katalytischer Hydrierung. Auch durch Umsetzung von NCO-Präpolymeren
mit Hydroxylgruppen aufweisenden
so Enaminen, Aldiminen oder Ketiminen und anschließende Hydrolyse erhält man gemäß DE-OS 25 46 536 bzw.
US-PS 38 65 791 höhermolekulare, endständige Aminogruppen und Urethangruppen aufweisende Verbindungen.
Alle diese Methoden sind jedoch präparativ aufwendig und können nur schwer auf einen großtechnischen
Produktionsmaßstab übertragen werden.
Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß man ebenfalls definierte, Urethan- und/oder Harnstoffgruppen
enthaltende aromatische oder aliphatische primäre Amine erhält, wenn man entsprechende NCO-Präpolymere
in überschüssige wäßrige Alkalilauge eintropft und die entstandenen Alkalicarbamate in überschüssige
Mineralsäure einträgt.
b5 Es ist als überraschend anzusehen, daß auf diese Weise
ohne störende Nebenreaktionen (z. B. Umsetzung der NCO-Gruppen mit Wasser unter Polyharnstoffbildung)
die gewünschten definierten Polyamine erhalten
werden.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur
Herstellung von Urethan- und/oder Harnstoffgruppen aufweisenden aromatischen oder aliphatischen Polyaminen
durch Hydrolyse von endsiändige Isocyanatgruppen aufweisenden Verbindungen, welches dadurch gekennzeichnet
ist, daß man
(a) in einem ersten Schritt ein Urethan- und/oder Harnstoffgruppen aufweisendes NCO-Präpolymer,
gegebenenfalls gelöst in einem mit Wasser mischbaren, inerten organischen Lösungsmittel, bei einer
Temperatur von ca. 0 bis 40° C, bevorzugt 10 bis 200C, durch Eintragen in eine wäßrige Alkalihydroxidlösung
in das entsprechende Carbamat überführt, wobei das Äquivalentverhältnis zwischen
Hydroxid und NCO-Gruppen = 1,01 :1 ist und vorzugsweise zwischen 1,01 :1 und 1,30 :1 liegt,
(b) das Carbamat in einem zweiten Schritt durch Zusatz einer überschüssigen Menge an Mineralsäure
unter Abspaltung von CO2 partiell oder vollständig in das Ammoniumsalz überführt, wobei vorzugsweise
so viel Mineralsäure zugesetzt wird, daß der pH-Wert des Reaktionsgemisches unter 6, besonders
bevorzugt zwischen 5,5 und 1 liegt,
(c) die überschüssige Mineralsäure durch Basenzusatz neutralisiert und
(d) das so erhaltene Polyamin aus dem Reaktionsprodukt auf an sich bekannte Weise abtrennt.
Eine beispielhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß als NCO-Prepolymer
ein Umsetzungsprodukt aus einem zwei oder drei Hydroxylgruppen aufweisenden Polyether mit einem
Molekulargewicht von 800 bis 5000 sowie gegebenenfalls einem Polyol mit einem Molekulargewicht zwischen
62 und 400 und einem Polyisocyanat im NCO/ OH-Verhältnis von 1,5 :1—2,8 :1 eingesetzt wird, oder
ein Umsetzungsprodukt aus einem Polyol mit einem Molekulargewicht zwischen 62 und 400 und einem Polyisocyanat
im NCO/OH-Verhältnis von 1,5 :1-2,8 :1
eingesetzt wird.
Als Polyisocyanate kommen hierfür im Prinzip beliebige, von hydrolysierbaren Gruppen (abgesehen von
den NCO-Gruppen) freie, aliphatisch^, cycloaliphatische, araliphatische, aromatische und heterocyclische
Polyisocyanate, wie sie z. B. von W. Siefken in Justus Liebigs Annalen der Chemie, 562, Seiten 75 bis 136,
beschrieben werden, beispielsweise solche der Formel
Q(NCO)n
in der
in der
η 2—4, vorzugsweise 2, und
Q einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2—18, vorzugsweise 6—10 C-Atomen,
einen cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 4 — 15, vorzugsweise 5-10 C-Atomen,
einen aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit 6—15, vorzugsweise 6—13 Atomen,
oder einen araliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 8—15, vorzugsweise 8—13 C-Atomen,
einen cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 4 — 15, vorzugsweise 5-10 C-Atomen,
einen aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit 6—15, vorzugsweise 6—13 Atomen,
oder einen araliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 8—15, vorzugsweise 8—13 C-Atomen,
bedeuten, z. B. Ethylen-diisocyanat, 1,4-Tetramethylendiisocyanat,
1,6-Hexamethylendiisocyanat, 1,12-Dodecandiisocyanat,
Cyclobutan-l.S-diisocyanat, Cyclohexan-1,3-
und -1,4-diisocyanat sowie beliebige Gemische dieser Isomeren, 1 -Isocyanato-33,5-trimethyl-5-isocyanatomethylcyclohexan,
2,4- und 2,6-Hexahydrotoluylendiisocyanat
sowie beliebige Gemische dieser Isomeren, Hexahydro-1,3- und/oder -1,4-phenyIendiisocyanat,
Perhydro-2,4'- und/oder -^'-diphenylmethan-diisocyanat,
1,3- und 1,4-Phenylendiisocyanat, 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat
sowie beliebige Gemische dieser Isomeren, Diphenylmethan-2,4'- und/oder -4,4'-diisocyanat
oder Naphthylen-l,5-diisocyanat in Frage.
Ferner auch TriphenylmethanA4',4"-triisocyanat, Polyphenyl-polymethylenpolyisocyanate, wie sie durch
Anilin-Formaldehyd-Kondensation und anschließende Phosgenierung erhalten und z. B. in den GB-Patentschriften
8 74 430 und 8 48 671 beschrieben werden, m-
und p-Isocyanatophenylsulfonylisocyanate gemäß der
US-PS 34 54 606, perchlorierte Arylpolyisocyanate, wie sie z. B. in der DE-AS 11 57 601 (US-PS 32 77 138) beschrieben
werden, Norbornan-Diisocyanate gemäß US-PS 34 92 330, Isocyanuratgruppen aufweisende Polyisocyanate,
wie sie z. B. in der US-PS 30 01 973, in den DE-Patentschriften 10 22 789, 12 22 067 und 10 27 394
sowie in den DE-Offenlegungsschriften 19 29 034 und 20 04 048 beschrieben werden, Urethangruppen aufweisende
Polyisocyanate, wie sie z. B. in der BE-PS 7 52 261 oder in den US-Patentschriften 33 94 164 und 36 44 457
beschrieben werden, acylierte Harnstoffgruppen aufweisende Polyisocyanate gemäß der DE-PS 12 30 778
sowie durch Telomerisationsreaktionen hergestellte Polyisocyanate,
wie sie z. B. in der US-PS 36 54 196 beschrieben werden.
Es ist auch möglich, die bei der technischen Isocyanatherstellung anfallenden, Isocyanatgruppen aufweisenden
Destillationsrückstände, gegebenenfalls gelöst in einem oder mehreren der vorgenannten Polyisocyanate,
einzusetzen. Ferner ist es mög-lich, beliebige Mischungen
der vorgenannten Polyisocyanate zu verwenden.
Besonders bevorzugt werden in der Regel die technisch leicht zugänglichen Polyisocyanate, z. B. das 2,4-
und 2,6-Toluylendiisocyanat sowie beliebige Gemische
dieser Isomeren (»TDI«), Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanate,
wie sie durch Anilin-Formaldehyd-Kondensation und anschließende Phosgenierung hergestellt
werden (»rohes MDI«), sowie Urethangruppen, Isocyanuratgruppen
oder Harnstoffgruppen aufweisende Polyisocyanate (»modifizierte Polyisocyanate«), insbesondere
solche modifizierten Polyisocyanate, die sich vom 2,4- und/oder 2,6-Toluylendiisocyanat bzw. vom 4,4'-
und/oder 2,4'-Diphenylmethandüsocyanat ableiten.
Für die Herstellung des NCO-Präpolymeren werden vorzugsweise Verbindungen mit einem Molekulargewicht
von 400 bis 12 000, insbesondere 800 bis 5000 eingesetzt, welche mindestens 2, vorzugsweise 2 bis 4,
insbesondere 2 oder 3, Hydroxyl-, Amino- und/oder Thiolgruppen (bevorzugt Hydroxylgruppen) aufweisen
und frei an leicht hydrolysierbaren Gruppen wie z. B. Estergruppen sind. In Frage kommen beispielsweise die
in der Polyurethanchemie üblichen Polycarbonate, Polythioether und insbesondere Polyether.
Die Polyether, die mindestens zwei, in der Regel zwei bis acht, vorzugsweise zwei bis drei, Hydroxylgruppen
aufweisen, sind solche der an sich bekannten Art und werden z. B. durch Polymerisation von Epoxiden wie
Ethylenoxid, Propylenoxid, Butylenoxid, Tetrahydrofuran, Styroloxid oder Epichlorhydrin mit sich selbst, z. B.
in Gegenwart von Lewis-Katalysatoren wie BF3, oder durch Anlagerung dieser Epoxide, vorzugsweise von Ethylenoxid
und Propylenoxid. gegebenenfalls im Ge-
misch oder nacheinander, an Startkomponenten mit reaktionsfähigen
Wasserstoffatomen wie Wasser. Alkohole. Ammoniak oder Amine, z. B. Ethylenglykol. Propylenglykol-(1.3)
oder -(1.2). Trimethylolpropan. Glycerin. Sorbit. 4.4'-Diliydroxy-diphenylpropan. Anilin, Ethanolamin
oder Ethylendiamin hergestellt. Auch Sucrosepolyether. wie sie z. B. in den DE-Auslegeschriften
11 76 358 und 10 64 938 beschrieben werden, sowie auf
Formit oder Formose gestartete Polyether (DE-Offenlegungsschriften 26 39 083 bzw. 27 37 951). kommen in
Frage. Vielfach sind solche Polyether bevorzugt, die überwiegend (bis zu 90 Gew.-%. bezogen auf alle vorhandenen
OH-Gruppen im Polyether) primäre OH-Gruppen aufweisen. Auch OH-Gruppen aufweisende
Polybutadiene sind geeignet.
Unter den Polythioethern seien insbesondere die Kondensationsprodukte von Thiodiglykol mit sich
selbst und/oder mit anderen Glykolen. angeführt. Als Hydroxylgruppen aufweisende Polycarbonate kommen
solche der an sich bekannten Art in E itracht. die z. B.
durch Umsetzung von Diolen wie Propandiol-{!.3). Butandiol-(1.4) und/oder Hexandiol-(l.ö). Diethylenglykol.
Triethylenglykol. Tetraethylenglykol oder Thiodiglykol mit Diarylcarbonaten. z. B. Diphenylcarbonat. oder
Phosgen hergestellt werden können (DE-Auslegeschriften 16 94 080. 19 15 908 und 22 21751: DE-OS
26 05 024).
Auch bereits Urethan- oder Harnstoffgruppen enthaltende Polyhydroxyverbindungen sowie gegebenenfalls
modifizierte natürliche Polyole sind verwendbar. Auch Anlagerungsprodukte von Alkylenoxiden an Phenol-Formaldehyd-Harze
oder auch an Harnstoff-Formaldehydharze sind erfindungsgemäß einsetzbar.
Die genannten Polyhydroxyverbindungen können vor ihrer Verwendung noch in der verschiedensten Weise
modifiziert werden: So läßt sich gemäß DE-Offenlegungsschriften 22 10 839 und 25 44 195 ein Gemisch aus
verschiedenen Polyhydroxyverbindungen durch Veretherung in Gegenwart einer starken Säure zu einem
höhermolekularen Polyol kondensieren, welches aus über Etherbrücken verbundenen verschiedenen Segmenten
aufgebaut ist. Es ist auch möglich, z. B. gemäß DE-OS 25 59 372 in die Polyhydroxyverbindungen
Amidgruppen einzuführen.
Herstellungsverfahren für höhermolekulare Verbindungen mit endständigen Aminogruppen oder Hydrazidgruppen
werden in der DE-OS 16 94 152 beschrieben.
Vertreter der genannten erfindungsgemäß zu verwendenden Verbindungen sind z. B. in High Polymers,
Vol. XVl, »Polyurethanes. Chemistry and Technology«, verfaßt von Saunders-Frisch, Interscience Publishers,
New York, London, Band 1, 1962, Seiten 32—42 und Seiten 44-54 und Band II, 1964, Seilen 5-6 und
198—199, sowie im Kunststoff-Handbuch, Band VII. Vieweg-Höchtlen, Carl-Hanser-Verlag, München. 1966,
z. B. auf den Seiten 45—71, beschrieben. Selbstverständlich können Mischungen der obengenannten Verbindungen
mit mindestens zwei gegenüber Isocyanaten reaktionsfähigen Wasserstoffatomen mit einem Molekulargewicht
von 400—12 000, z. B. Mischungen von verschiedenen Polyethern, eingesetzt werden.
Für die Herstellung des NCO-Präpolymeren kommen,
gegebenenfalls nur anteilsweise, als Ausgangskomponenten auch Verbindungen mit mindestens zwei
gegenüber Isocyanaten reaktionsfähigen Wasserstoffatomen und einem Molekulargewicht von 32 bis 400.
vorzugsweise 62 bis 400 in Betracht. Auch in diesem Fall versteht man hierunter Hydroxylgruppen und/oder
Aminogruppen und/oder Thiolgiuppen, vorzugsweise
Hydroxylgruppen und/oder Aminogruppen aufweisende Verbindungen, wie sie als Kettenveriängerungsmittel
oder Vernetzungsmittel aus der Polyurethanchemie an sich bekannt sind Diese Verbindungen weisen in
der Regel 2 bis 8. vorzugsweise 2 bis 4. gegenüber Isocyanaten reaktionsfähige Wasserstoffatome auf.
Auch in diesem Fall können Mischungen von ver- !0 schiedenen Verbindungen mit mindestens zwei gegenüber
Isocyanaten reaktionsfähigen Wasserstoffatomen mit einem Molekulargewicht von 32 bis 400 verwendet
werden.
Als Beispiele für derartige Verbindungen seien genannt: Ethylenglykol. Propylenglykol-(1.2) und -(1.3).
Butylenglykol-(1.4) und -(2.3). Pentandiol-(l.S). Hexandiol-(l.ö).
Octandiol-(1.8). Neopentylglykol, 1.4-Bis-hydroxymethyl-cyclohexan.
2-Methyl-1.3-propandiol, Dibrombutendiol, Glyzerin. Trimethylolpropan. Hexan-
>o triol-( 1.2.6). Trimethylolethan. Pentaerythrit. Chinit. Mannit und Sorbit, Ricinusöl. Diethyienglykol. Triethylenglykol.
Tetraethylenglykol. höhere Polyethylenglykole mit einem Molekulargewicht bis 400. Dipropylenglykol.
höhere Polypropylenglykole mit einem Molekulargewicht bis 400. Dibutylenglykol, höhere Polybutyienglykole
mit einem Molekulargewicht bis 400, 4,4'-Dihydroxy-diphenylpropan. Di-hydroxymethyl-hydrochinon.
Ethanolamin, Diethanolamin, N-Methyldiethanolamin, Triethanolamin und 3-Aminopropanol.
Als niedermolekulare Polyole kommen auch die Gemische von Hydroxyaldehyden und Hydroxyketonen
(»Formose«) bzw. die hieraus durch Reduktion erhaltenen mehrwertigen Alkohole (»Formit«) in Frage, wie sie
bei der Selbstkondensation von Formaldehydhydrat in Gegenwart von Metallverbindungen als Katalysator
und von zur Endiolbildung befähigten Verbindungen als Co-Katalysator entstehen (DE-Offenlegungsschriften
26 39 084. 27 14 084, 27 14 104, 27 21 186. 27 38 154 und
27 38 512).
Geeignete aliphatische Diamine sind beispielsweise Ethylendiamin, 1.4-Tetramethylendiamin, 1,11-Undecamethylendiamin.
1.12-Dodecamethylendiamin sowie deren Gemische, l-AminoOJ.S-trimethyl-S-aminomethylcyclohexan
(/>!sophorondiamin«), 2,4- und 2,6-Hexahydrotoluylendiamin sowie deren Gemische, Perhydro--2.4'-
und ^^'-diaminodiphenylmethan, p-Xylylendiamin.
Bis-(3-aminopropyl)-methylamin, Diamino-perhydroanthrazene (DE-OS 26 38 731) und cycloaliphatische
Triamine gemäß DE-OS 26 14 244. Auch Hydrazin und substituierte Hydrazine, z. B. Methylhydrazin,
N.N'-Dimethylhydrazin und deren Homologe sowie
Säuredihydrazide kommen erfindungsgemäß in Betracht, z. B. Carbodihydrazid, Oxalsäuredihydrazid, die
Dihydrazide von Malonsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure,/f-Methyladipinsäure, Sebazinsäure,
Hydracrylsäure und Terephthalsäure.
Als Beispiele für aromatische Diamine seien die Ethergruppen aufweisenden Diamine gemäß DE-Offenlegungsschriften
17 70 525 und 18 09 172, gegebenenfalls in 5-Stellung substituierte 2-Halogen-1,3-phenylendiamine
(DE-Offenlegungsschciften 20 01772, 20 25 896
und 20 65 869), 3,3'-Dichlor-4,4'-diamino-diphenylmethan. Toluylendiamin. 4,4'-Diaminodiphenylmethan,
4,4'-Diaminodipheny!disulfide. Diaminodiphenyldithio-
b5 uher, durch Alkylthiogruppen substituierte aromatische
Diamine. Sulfonat- oder Carboxylgruppen enthaltende aromatische Diamine sowie die in der DE-OS
26 35 400 aufgeführten hochschmelzenden Diamine ge-
nannt. Beispiele für aliphatisch-aromaüsche Diamine sind die Aminoalkylthioaniline gemäß DE-OS 27 34 574.
Die freie Isocyanatgruppen aufweisenden Präpolymeren werden in an sich bekannter Weise durch Umsetzung
der Reaktionspartner in der Schmelze oder in Lösung hergestellt. Das Äquivalentverhältnis von NCO-Gruppen
zu aktiven Wasserstoffatomen (bevorzugt OH-Gruppen) ist in jedem Fall größer als 1, soll aber in
der Regel nicht größer als 10 sein. Selbstverständlich ist es möglich, einen noch größeren Überschuß an Polyisocyanat
zu verwenden. Das ist aber unnötig, da man das gleiche Ergebnis erreicht, indem man zum Voraddukt
(Präpolymer) nachträglich monomeres Polyisocyanat hinzufügt. Die Voraddukte haben je nach den gewählten
Ausgangskomponenten im allgemeinen ölige bis wachsartige Konsistenz. Betragt das NCO/OH-Vernäitnis
mehr als 2. so erhält man im wesentlichen nicht verlängerte Voraddukte, während NCO/OH-Verhältnisse von
unter 2 eine Erhöhung des mittleren Molekulargewichts der Voraddukte zur Folge haben. Es ist, wie schon erläutert,
auch möglich, niedermolekulare Polyole als Kettenverlängerungsmittel
bei der Herstellung der Präpolymeren anteilsmäßig neben höhermolekularen Ausgangsverbindungen
mitzuverwenden; in diesem Fall erhält man ebenfalls höhermolekulare Voraddukte.
Für den Einsatz im erfindungsgemäßen Verfahren werden Präpolymere bevorzugt, die aus höhermolekularen
Polyetherglykolen. gegebenenfalls unter Mitverwendung von Kettenverlängerern der oben beschriebenen
Art, und aliphatischen und/oder aromatischen Diisocyanaten im Äquivalentverhältnis von 1 : 1.5 bis
1 : 2.8. insbesondere ca. 1 : 2, erhalten worden sind.
Im erfindungsgemäßen Verfahren wird das Präpolymer zunächst in der Regel in einem mit Wasser mischbaren,
inerten Lösungsmittel gelöst. Geeignete Solventien sind z.B. Dimethoxyethan (DME), Tetrahydrofuran
oder Dioxan. Dabei können auf 100 Teile Lösungsmittel z. B. 1 —400 Teile des Präpolymeren verwendet werden.
Das Präpolymer wird zweckmäßig unter Rühren langsam (vorzugsweise binnen 30 bis 120 Minuten) in eine
auf ca. 0 bis 40=C temperierte Lösung von Alkalihydroxid
in Wasser und/oder Alkohol eingetragen, wobei die Alkalikonzentration vorzugsweise 1 Gewichtsteil Base
auf 5 bis 20 Gewichtsteile Wasser bzw. Alkohol beträgt.
Die Alkalihydroxid-Menge wird so bemessen, daß nach vollständiger Reaktion noch freie Base verbleibt,
ein NCO/OHS-Ionen-Verhältnis von 1 :1,01 bis 1 : 1,30
wird dabei bevorzugt. Die Restbasenkonzentration darf
nicht zu hoch sein, da sonst nach der Bildung des Carbamates im Präpolymer enthaltene Urethangruppierungen
gleichfalls hydrolysiert werden. Um die Homogenität der Lösung zu verbessern, wird vorzugsweise ein
handelsüblicher Emulgator in Mengen von 0,1 — 1 Gew.-TeiL bevorzugt ca. Op Gew.-Teile (bezogen auf
100 Teile Reaktionsgemisch) zugesetzt.
Nach Beendigung der Zugabe des Präpolymeren wird vorzugsweise noch ca. 15—180 Minuten bei 0—20°C
weitergerührt Danach wird konzentrierte Mineralsäure (ζ. B. Schwefel- od^r Phosphorsäure, bevorzugt HCl)
unter starkem Rühren und Kühlen in dem Maße zugegeben, wie es die Heftigkeit der CO2-Entwicklung zuläßt
(ca. 30 Minuten — 2 Stunden). Das Säure/Basen-Äquivalentverhältnis
beträgt bevorzugt ca. 1,2 : 1 bis 23 :1, insbesondere 1,5 :1 bis 2,0 :1, so daß das Reaktionsprodukt
schwach sauer ist (pH bevorzugt < 6, insbesondere ca. 53 bis 1). Auf 100 g eingesetztes NaOH
werden somit vorzugsweise 300—500 ml konzentrierte i37°/o) HCl verwendet Es wird vorzugsweise noch ca.
10-30 Minuten nachgerührt und die überschüssige Mineralsäure durch Basenzusatz (bevorzugt mit Alkalihydroxid)
neutralisiert.
Zur weiteren Aufarbeitung kann z. B. wie folgt vorge- ; gangen werden:
!) Bilden sich (bei kurzkettigen und hydrophoben Polyaminen) zwei Phasen aus. nämlich eine Diamin/
Dioxan- und eine Dioxan/Salz/Wasser-Phase. so
id wird die wäßrige Phase mittels eines Scheidetrichters
abgetrennt und verworfen oder gegebenenfalls mit Dichlormethan (250 ml CH>Cl· auf 1 I wäßrige
Lösung) ausgeschüttelt. Die. gegebenenfalls mit dem CHiCb-Extrakt aus der wäßrigen Lösung vereinigte
Aminphase wird auf Chlor geprüft. Sind lediglich Mengen
< 1% C! enthalten, wird bei 10-20 Torr das Dioxan (CH2CI2-Gemisch) abdestilliert.
Sollte nach der Cl-Bestimmung noch Hydrochlorid enthalten sein, so wird die dioxanische Lösung (auch CHjOH usw.) über ein berechneten Menge basischen Ionenaustauschers (z. B. sLewatit WP 500) vom Salz befreit. So werden Produkte mit einem Salzgehalt < 1% erhalten. Es ist auch möglich, bei 10—30;C, bevorzugt bei Raumtemperatur, durch Rühren (2—8 h) einer Suspension dieses Ionenaustauschers in der Amin-Lösung den gleichen Effekt zu erzielen. Es kann auch so vorgegangen werden, daß das Dioxan abdestilliert, mit Dichlormethan aufgefüllt und die so erhaltene Polyamin-Lösung durch mehrmaliges Ausschütteln mit Wasser (ca. 1 1 H2O auf 5 I CH2CI2-Lösung) salzfrei gemacht wird.
Sollte nach der Cl-Bestimmung noch Hydrochlorid enthalten sein, so wird die dioxanische Lösung (auch CHjOH usw.) über ein berechneten Menge basischen Ionenaustauschers (z. B. sLewatit WP 500) vom Salz befreit. So werden Produkte mit einem Salzgehalt < 1% erhalten. Es ist auch möglich, bei 10—30;C, bevorzugt bei Raumtemperatur, durch Rühren (2—8 h) einer Suspension dieses Ionenaustauschers in der Amin-Lösung den gleichen Effekt zu erzielen. Es kann auch so vorgegangen werden, daß das Dioxan abdestilliert, mit Dichlormethan aufgefüllt und die so erhaltene Polyamin-Lösung durch mehrmaliges Ausschütteln mit Wasser (ca. 1 1 H2O auf 5 I CH2CI2-Lösung) salzfrei gemacht wird.
2) Bilden sich keine zwei Phasen, wird wie folgt vorgegangen:
Auf 1 I des Reaktionsgemisches werden 500 ml Dichlormethan gegeben und in einem Scheidetrichter
gut geschüttelt. Nach dem Absetzenlassen der beiden Phasen wird die außer dem Polyamin noch
Dioxan enthaltende CH2CI2-Lösung abge'rennt.
Dieser Vorgang wird 2 — 5mal wiederholt und anschließend die CH2CI2-Phase vereinigt. Durch Abdestillation
aller flüchtigen Anteile wird ein lösungsmittelfreies Polyamin erhalten, das. sollte es
noch Cls enthalten, weiter wie oben aufgearbeitet
wird.
Es kann auch so vorgegangen werden, daß die Salzanteile mit Wasser aus dem dioxanischen Reaktionsgemisch
extrahiert werden (Scheidetrichter: 1 I Wasser auf 1 — 51 Reaktionsgemisch).
Bei zu langsamer Separation der beiden Phasen (Vorversuch) wird auf eine Dichlormethan- bzw.
Wasser-Zugabe verzichtet und das gesamte Reaktionsgemisch
bei 10—20 Torr/40—6O0C Badtemperatur
von flüchtigen Bestandteilen befreit. Der so erhaltene, noch Alkalisalze enthaltende, ölige
Rückstand wird in org. Solventien wie z. B. CH2C12,
Methanol, Ethanol, Dioxan usw. aufgenommen und durch Filtration (Papierfilter, Drucknutsche) vom
ungelösten Salz abgetrennt Sollte das Polyamin noch Salz enthalten, wird wie oben vorgegangen.
Bei auf bei Raumtemperatur harzartigen NCO-Präpolymeren beruhenden Polyaminen kann auch
so vorgegangen werden, daß der Aminpolyether mit gesättigter Kochsalzlösung aus der Reaktions-
mischung ausgefällt wird; das Polyamin wird durch Dekantierung isoliert, im Vakuumtrockenschrank
(60 — 100° C, 2 — i 6 h, 16 — 18 Torr) getrocknet, wieder
in organischen Solventien (z. B. CH2CI2, Dio-
xan, THF, DME, bei aliphatischen Polyaminen auch
Aceton usw.) gelöst, von unlöslichen Salzanteilen abfiltriert und das Lösungsmittel abdestilliert.
Alle so erhaltenen Polyamine werden bei 0.01 —0,1 Torr/60—800C von Spuren flüchtiger Bestandteile befreit.
Alle so erhaltenen Polyamine werden bei 0.01 —0,1 Torr/60—800C von Spuren flüchtiger Bestandteile befreit.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenen Polyamine werden wegen ihres niedrigen Dampfdrucks
als Reaktionspartner für Polyisocyanate bei der Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen Polyurethankunststoffen
eingesetzt, wobei sie gegebenenfalls auch mit anderen niedermolekularen (Molekulargewicht:
32 bis 400) und/oder höhermolekularen (Molekulargewicht: 400 bis ca. 15 000) Verbindungen mit gegenüber
isocyanaten reaktiven Gruppen kombiniert werden
können. Geeignete Ausgangskomponenten für die Herstellung von Polyurethankunststoffen werden oben
im Zusammenhang mit der Präpolymerherstellung bzw. auch in DE-OS 23 02 564, DE-OS 24 32 764 (US-PS
39 63 679) sowie in den DE-OS 26 39 083, 25 12 385, 25 13 815, 25 50 796, 25 50 797, 25 50 833, 25 50 860 und
25 50 862 genannt. Dort finden sich auch Hinweise auf bei der Polyurethanherstellung gegebenenfalls mitzuverwendende
Hilfs- und Zusatzstoffe.
Weitere Verwendungszwecke der erfindungsgemäß hergestellten Polyamine sind z. B. Kupplungskomponenten
für Diazofarbstoffe, Härter für Epoxid- und Phenolharze sowie alls anderen an sich bekannten Reaktionen
von Aminen wie Amid-oder Imidbildung usw.
Die folgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Erfindung. Wenn nicht anders vermerkt, sind Mengenangaben
als Gewichtsteile bzw. Gewichtsprozente zu verstehen.
a) Zu 1000 g eines linearen Polyethylenglykolethers vom Molekulargewicht 1000 wurden nach sorgfältigem
Entwässern 348 g 2,4-ToIuylendiisocyanat unter Rühren zugefügt und das Rühren bei 80° C 3
Stunden fortgesetzt. Der NCO-Gehait betrug 5,8% (93,5% der Theorie).
b) Eine Lösung von 1100 g des nach la) hergestellten
Präpolymers in 700 ml Dioxan wird bei 15—20°C langsam zu einer Lösung von 68 g NaOH und 0,5 g
eines handelsüblichen Emulgators (K-SaIz einer technischen Alkylbenzolsulfonsäure) in 400 ml
Wasser getropft und 15 Minuten bei dieser Temperatur
weitergerührt. Danach werden 268 ml konzentrierte HCl zugegeben, wobei stürmische Gasentwicklung
einsetzt (80% CO2 der Theorie). Nachdem mit 128 g NaOH neutralisiert worden ist, wird
die organische Phase abgetrennt und das Lösungsmittel im Vakuum destilliert Das resultierende
Rohdiamin wird in Methylenchlorid gelöst und mit Wasser gewaschen. Nach dem Trocknen bei 50° C/
20 mbar und dann 50°C/0,0133—0,266 mbar hinterbleiben
737 g (54,5% der Theorie) eines dunkelgefärbten, hochviskosen Öles mit einer NH-Zahl von
95,2 (theoretisch: 87).
1000 g eines in 250 ml Dioxan gelösten Präpolymers
aus 4,4'-DiisocyanatodiphenyImethan und einem linearen Polyether (Molekulargewicht: 4000) aus Ethylenoxid
(7,7% NCO) werden im Verlauf von 90 Minuten bei
35 10— 15°C zu einer Lösung von 134 g KOH und 0,5 g des
obigen Emulgators in 250 ml Wasser/500 ml Dioxan zugetropft. Die beim anschließenden Sauerstellen mit
356 ml konzentrierter HCl entwickelte Gasmenge beträgt 100% der Theorie an CO2. Nachdem mit 103 g
KOH neutralisiert worden ist, wird die organische Phase abgetrennt und mit 700 ml Methanol verdünnt. Die
Lösung wird mittels eines Ionenaustauschers von Salzanteilen gereinigt und anschließend bei 500C im Vakuum
(zuerst 20 mbar, dann 0,0133—0,266 mbar) vom SoI-vens
befreit. Die NH-Zahl des Produktes (662 g) beträgt 104 (theoretisch 103).
1640 g eines aus Trimethy!hexar.-1,6-dio! und 1,6-Diisocyanatohexan
hergestellten Präpolymers (15,4% NCO) werden unter starkem Rühren bei 15—17°C zu
einer Lösung von 240 g NaOH in 1,21 Wasser zugetropft und 15 Minuten bei dieser Temperatur nachgerührt.
Danach werden 1184g konzentrierte HCl zugegeben.
Aus der mit 480 g NaOH neutralisierten Lösung wird das Diamin von der wäßrigen Phase abgetrennt und
Dioxan und restliches Wasser im Vakuum abdestilliert. Das verbliebene Material wird in Methylenchlorid gelöst
und über eine Drucknutsche von mitgeschlepptem Kochsalz befreit.
Das resultierende Diamin (640 g), eine leicht gefärbte, viskose Flüssigkeit, wird zur weiteren Reinigung, in Methanol/Wasser
gelöst, mit 100 ml eines handelsüblichen Ionenaustauschers 5 Stunden verrührt. Es resultiert ein
Produkt mit einer Säurezahl von 0,3 und einer NH-Zahl von 218 (theoretisch: 226).
200 g eines analog zu Beispiel la) aus Dipropylenglyko!
und 1,6-Diisocyanatohexan hergestellten Präpolymers
(16% NCO) werden in 200 ml Dioxan gelöst und bei 0—5°C zu einer Lösung von 40 g NaOH in 250 ml
Wasser getropfL Es wird 15 Minuten nachgerührt.
Nach Zugabe von 169 ml konzentrierter HCl entweichen
19,21 CO2 aus der Lösung, die danach mit 40 g
NaOH in 200 ml Wasser wieder neutralisiert wird. Die organische Phase wird abgetrennt, die wäßrige Phase
einmal mit 200 ml Methylenchlorid ausgeschüttelt und beide organischen Phasen miteinander vereinigt. Die
flüchtigen Bestandteile werden im Vakuum entfernt. Es
resultieren 154 g eines viskosen Öls mit einer NH-Zahl von 274 (theoretische NH-Zahl: 237).
55 1182 g eines analog zu Beispiel la) bereiteten Präpolymers
aus 1,6-Diisocyanatohexan und einem linearen Propylenglykolpolyether vom Molekulargewicht 1000
werden bei 0—5° C, in 500 ml Dioxan gelöst, unter starkem Rühren zu einer Lösung von 94,5 g NaOH und 2,5 g
des Emulgators aus Beispiel 1 in 500 ml Wasser zugetropft Beim Ansäuern mit 396 ml 37%iger HCl werden
521 CO2 freigesetzt Die Reaktionsmischung wird mit
112 g NaOH neutralisiert, 2mal mit je 200 ml Wasser ausgeschüttelt und im Hochvakuum getrocknet Man
erhält 800 g eines Öls mit einer NH-Zahl von 82 (theoretisch: 84).
| 6 | 29 | 48 | 419 | 12 | |
| 11 | Beispiel | ||||
| Beispiel | |||||
g eines aus 1,6-Diisocyanatohexan und einem linearen
Polyether aus Propylen- und Ethylenoxid (mittleres Molekulargewicht:4000,100% primäre OH-Gruppen)
dargestellten Präpolymers (1,43% NCO) werden in ml Dioxan gelöst und binnen 2 h bei einer Temperatur
von 20°C zu einer Lösung von 16 g NaOH und 0,5 g des Emulgators aus Beispiel 1 in 200 ml Wasser getropft.
Die Nachrührzeit beträgt 3 Stunden. Anschließend werden 67 ml 37%iger HCl zugegeben. Nachdem mit 16 g
NaOH neutralisiert wurde, wird der Aminopolyether mit gesättigter Kochsalzlösung ausgefällt, im Vakuumtrockenschrank
getrocknet, in Aceton/Ether gelöst, von unlöslichen Begleitmaterialien abfiltriert und das Lösungsmittel
im Vakuum abdestiiiiert.
Es resultierten 594 g eines Produktes mit einer NH-Zahl
von 19 (theoretisch: 19).
Herstellung einer anionischen
Polyurethandispersion
Polyurethandispersion
a) Aus 2000 g (2,0 Mol) eines auf 1,2-Propandiol gestarteten
Polypropylenglykols, 1100 g (2,0 Mol) eines
auf Bisphenol-A gestarteten Polypropylenglykols,
538 g (3,2 Mol) 1,6-Diisocyanatohexan und 710 g (3,2 Mol) Isophorondiisocyanat wird in der
Schmelze bei 100° C ein NCO-Präpolymer hergestellt
(NCO-Gehalt: 4,2%).
Das Präpolymer wird in 1100g Aceton gelöst;
679 g dieser Acetonlösung werden mit weiteren 860 ml Aceton verdünnt und auf ca. 40° C erwärmt.
Zu dieser Lösung gibt man nun 95,3 g (78 mMol) des erfindungsgemäßen Diamins nach Beispiel 5,
gelöst in 200 ml Aceton, und nach 3 Minuten 41,6 g (102 mMol) N-(/?-Sulfonatoethyl)-ethylendiamin
(Na-salz) in 50 ml Wasser.
Nach 7 Minuten wird das Polyurethan bei ca. 45° C durch Einrühren von 990 ml dest. Wasser dispergiert
und das Aceton im Wasserstrahlvakuum abgezogen.
Man erhält eine feinteilige, den Tyndalleffekt aufweisende Polyurethandispersion mit einem Feststoffgehalt
von 40%, einem pH-Wert von 6,7, einem Gehalt an Sulfonatgruppen von 1,2% und einer
mittleren Teilchengröße von 110 nm.
Die Dispersion trocknet an der Luft zu hochelastischen, zugfesten und glasklaren Filmen mit guter Haftung auf Metall, Holz, Glas und keramischen Materialien. Nach 8 Monaten Lagerung bei Raumtemperatur zeigt die Dispersion keinerlei Anzeichen von Sedimentation.
Die Dispersion trocknet an der Luft zu hochelastischen, zugfesten und glasklaren Filmen mit guter Haftung auf Metall, Holz, Glas und keramischen Materialien. Nach 8 Monaten Lagerung bei Raumtemperatur zeigt die Dispersion keinerlei Anzeichen von Sedimentation.
b) Wiederholt man Versuch a), verwendet jedoch statt 953 g (78 mMol) nunmehr 119 g (97,4 mMol) des
erfindungsgemäßen Polyetheramins nach Beispiel 5, so erhält man bei sonst völlig gleichem Vorgehen
eine analoge PUR-Dispersion mit folgenden Daten:
| Feststoffgehalt | 410/0 |
| PH | 6,85 |
| Teilchengröße | 98 nm |
Ein NCO-Vorpolymerisat wird durch Umsetzung von 1700 g eines Polyethers aus Adipinsäure. Neopentylglykol
und Hexandiol-1,6(OH-Zahl:66)mit 348 g2,4-Diisocyanatotoluol
hergestellt (3 Stunden bei 80°C) und 80%ig in Toluol gelöst. NCO-Gehalt: 3,4% (Komponente
I).
100 gdes Diamins nach Beispiel 2 werden durch Zufügen
von MEK auf einen Feststoffgehalt von 80% eingestellt
(Komponente II).
Die beiden Komponenten werden mittels einer Zweikomponenten-Spritzpistole
vermischt und auf eine Silikonmatrize aufgetragen. Zwecks Erniedrigung der Viskosität
werden beide Lösungen in getrennten Vorratsbehäitern auf 60°C erwärmt. Über getrennte Zuleitungen
werden NCO-Vorpolymerisat und Aminkomponente im vorgegebenen Verhältnis (248 g Komponente I —
100 g Komponente !I) in die Pistole gefördert. Am Austritt
der sich hin und her bewegenden Pistole werden die beiden Komponenten durch einen von Preßluft erzeugten
Wirbel vermischt. Das Gemisch gelangt auf eine mit Silikonkautschuk belegte Matrize, die eine Oberflächenstruktur
entsprechend den Narben von natürliehern Leder aufweist.
Aufder Matrize verfließt die Masse zu einem Film
und bindet langsam ab. Innerhalb von 1 bis 3 Minuten wird auf die reagierende Masse das zu beschichtende
Substrat (Spaltleder, Textil, Vlies) aufgelegt und angedrückt. Danach wird bei 60 bis 100° C einige Zeit ausgeheizt.
Nach etwa 5 bis 10 Minuten, vom Zeitpunkt des Aufsprühens gerechnet, kann das beschichtete Substrat
klebfrei von der Matrize abgezogen werden.
Die Prüfung der beschichteten Materialien ergibt ausgezeichnete "Eigenschaften. Beschichtetes Spaltleder hat eine dem natürlichen Leder sehr ähnliche Narbung, ist trocken und stapelbar. Es läßt sich gut zu Schuhen verarbeiten. Im Flexometer-Test wird das Material 200 OOOmal ohne Beschädigung geknickt.
Die Prüfung der beschichteten Materialien ergibt ausgezeichnete "Eigenschaften. Beschichtetes Spaltleder hat eine dem natürlichen Leder sehr ähnliche Narbung, ist trocken und stapelbar. Es läßt sich gut zu Schuhen verarbeiten. Im Flexometer-Test wird das Material 200 OOOmal ohne Beschädigung geknickt.
Der ausgehärtete Elastomerfilm für sich hat folgende Eigenschaften:
Zugfestigkeit
Weiterreißfestigkeit
Bruchdehnung
19,61 MPa
29,4 kN/m
600%
29,4 kN/m
600%
Diese PUR-Dispersion ist etwas !einteiliger und viskoser als die nach a) hergestellte, zeigt ansonsten
aber gleiche Eigenschaften.
a) Vergleichsversuch
100 Teile eines Präpolymergemisches (NCO-Gehalt:
3,76%), hergestellt aus 76,8 Teilen eines bifunktionellen Propylenoxidpolyethers vom mittleren
Molekulargewicht 2000 (OH-Zahl: 56), 8,53 Teilen eines trifunktionellen Propylenoxidpolyethers
(mittleres Molekulargewicht: 4800; OH-Zahl: 35), 8,0 Teilen eines bifunktionellen Propylenoxidpolyethers
(mittleres Molekulargewicht: 1000; OH-Zahl: 112) sowie 17,67 Teilen 2,4-Toluylendiisocyanat
werden bei 700C mit 7,24 Teilen Diethyltoluylendiamin
innerhalb von 30 Sekunden vermischt (NCO : NH2 = 1,1 :1). Das Gemisch wird in eine
vorgeheizte Form gegossen, bleibt 2,5 Minuten gießbar, ist nach 2 Minuten bei 1100C entformbar
und wird 24 Stunden bei 1100C getempert
Folgende mechanische Werte wurden gemessen:
Folgende mechanische Werte wurden gemessen:
13 14
| Zugfestigkeit | 220MPa |
| (DIN 53 504) | |
| Weiterreißfestigkeit | 18.7 kN/m |
| (DIN 53 515) | |
| Bruchdehnung | 630% |
| (DIN 53 504) | 75 |
| Shore-Härte A | 53% |
| Elastizität | |
100 Teile des oben beschriebenen Präpolymeren- ίο
Gemisches. 15.2 Teile des erfindungsgemäßen Polyamins nach Beispiel 5 und 2.7 Teile Toluylendiisocyanat
werden bei 70cC mit 7.32 Teilen Diethyholuylendiamin
innerhalb von 30 Sek. vermischt (NCO:(NH2 + OH)= 1.1 : 1). Das Gemisch wird in
eine vorgeheizte Form gegeben, bleibt 2 Min. gießbar und kann nach 1.45 Min. bei 110" C entformt
werden. Nach einer Temperzeit von 24 h bei 110:C
werden die unten angegebenen mechanischen Werte gemessen.
Stellt man aus den unter a) genannten Polyolen. dem endständige Aminogruppen aufweisenden Polyether
nach Beispiel 5 und der Gesamtmenge an Toluylendiisocyanat nach a) und b) ein Mischpräpolymer
her, welches mit Diethyltoluylendiamin vernetzt wird, so erhält man ein Elastomer mit sehr
ähnlichen Eigenschaften:
Versuch b) Versuch c)
30
Zugfestigkeit 22.9MPa 22.6MPa
(DIN 53 504)
Weiterreißfestigkeit 32.0 kN/m 31.6 kN/m
(DlN 53 515)
Bruchdehnung 740% 721%
(DIN 53 504)
Shore-Härte A 80 80
(DIN 53 505)
Elastizität 50% 49%
(DlN 53 512)
45
50
55
60
Claims (1)
1. Verfahren zur Herstellung von Urethan- und/ oder Harnstoffgruppen enthaltenden, aromatischen
oder aliphatischen Polyaminen durch Hydrolyse von endständige Isocyanatgruppen aufweisenden Verbindungen,
dadurch gekennzeichnet, daß man
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19792948419 DE2948419C2 (de) | 1979-12-01 | 1979-12-01 | Verfahren zur Herstellung von Polyaminen und deren Verwendung in einem Verfahren zur Herstellung von Polyurethankunststoffen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19792948419 DE2948419C2 (de) | 1979-12-01 | 1979-12-01 | Verfahren zur Herstellung von Polyaminen und deren Verwendung in einem Verfahren zur Herstellung von Polyurethankunststoffen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2948419A1 DE2948419A1 (de) | 1981-08-13 |
| DE2948419C2 true DE2948419C2 (de) | 1985-02-07 |
Family
ID=6087366
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19792948419 Expired DE2948419C2 (de) | 1979-12-01 | 1979-12-01 | Verfahren zur Herstellung von Polyaminen und deren Verwendung in einem Verfahren zur Herstellung von Polyurethankunststoffen |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2948419C2 (de) |
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1979
- 1979-12-01 DE DE19792948419 patent/DE2948419C2/de not_active Expired
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| NICHTS-ERMITTELT |
Also Published As
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