DE2928103C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
einen Boden aufweisenden Teils aus einer Blechplatte gemäß
den Merkmalen im Oberbegriff des Patentanspruchs.
Stoßabsorptionsglieder werden in der Regel in die Lenksäulen-
Konstruktion von Kraftfahrzeugen integriert, um im Falle
einer Kollision und damit verbundenem Aufprall des Fahrers
auf das Lenkrad, die Aufprallenergie zu absorbieren. Ihre
Herstellung erfolgt bislang aus Rohren, die mit in bestimm
tem Abstand voneinander angeordneten Querwellen bestimmter
Höhe versehen werden.
Diese Art der Herstellung hat eine Reihe von fertigungstech
nischen Vorteilen, welche einen gleich hoch bleibenden Quali
tätsstandard gewährleisten und folglich dazu geführt haben,
daß danach hergestellte Stoßabsorptionsglieder mit Querwellen
in einem vergleichsweise großen Umfang in der Praxis einge
setzt worden sind.
Trotz dieser günstigen Voraussetzungen traten jedoch Schwie
rigkeiten bei der Eingliederung der Stoßabsorptionsglieder
in die Lenksäulen-Konstruktionen auf. Diese Schwierigkeiten
beruhen im wesentlichen darauf, daß für die Verbindung zwi
schen den endseitig offenen, weil aus Rohren gefertigten
Stoßabsorptionsgliedern und den entsprechenden Anschlußele
menten der Lenksäulen, z. B. den Lenkspindeln, mehr oder
weniger komplizierte, das heißt technisch unbefriedigende
und letztlich teure sowie unwirtschaftliche Kompromißlösun
gen gesucht werden mußten. So gelangten unter anderem zur
Verbindung der Stoßabsorptionsglieder mit den Lenkspindeln
Naben zur Anwendung, die im Druck- oder Spritzgußverfahren
an die Stoßabsorptionsglieder angegossen werden mußten.
Aus den "VDI-Nachrichten" vom 27. 05. 1977, Seiten 8 bis 10
ist es bekannt, Blechdosen dadurch herzustellen, daß zu
nächst aus einer Blechplatte eine scheibenförmige Platine
gestanzt, dann von der Platine ein topfförmiger Grundkörper
mit Boden gezogen, anschließend die Wandung des Grundkör
pers abgestreckt und mit Querwellen versehen wird. Dieser Stand der Technik kann jedoch
dem Fachmann, der sich mit Lenksäulen-Konstruktionen von
Kraftfahrzeugen befaßt, keine unmittelbare Anregung vermit
teln, wie er die in solchen Lenksäulen-Konstruktionen einge
gliederten Stoßabsorptionsglieder herstellungsmäßig verbes
sern kann, um die bislang angewendeten, mehr oder weniger
komplizierten, das heißt technisch unbefriedigenden Kompro
mißlösungen zu vermeiden.
Die US-PS 16 17 857 veranschaulicht Querwellen am bodensei
tigen Ende eines Zylinders. Sie offenbart lediglich, daß ein
Zylinder erzeugt wird. Es ist aber kein Hinweis zu finden,
der Aussagen über den Gegenstand macht, aus dem der Zylinder
hergestellt und auf welchem Wege er erzeugt wird. Ferner
wird an keiner Stelle darauf hingewiesen, daß der verstärkte
Randbereich nahe des Bodens durch Abstrecken erzeugt wird.
Auch ist nicht zu entnehmen, daß ein topfförmiger Teil aus
einer Blechplatte durch Ziehen hergestellt und die Wandung
des topfförmigen Grundkörpers anschließend abgestreckt wird.
Die bei der Fertigung von Blechdosen durchgeführte Wellung,
wie sie in der DE-OS 23 53 209 beschrieben wird, dient dem
Zweck, den abgestreckten zylindrischen Grundkörper mit be
wußt schwach ausgeprägten Sicken oder Wellen zu versehen, um
den Grundkörper gegen insbesondere seitliche Deformationen
zu versteifen. Dieser Sachverhalt ergibt sich allein schon
durch den besonderen Verwendungs- und Handhabungszweck von
Blechdosen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur
Herstellung eines Stoßabsorptionsglieds zu schaffen, bei
welchem die vorteilhaften Eigenschaften bei der Herstellung
von topfförmigen Grundkörpern durch Stanzen, Ziehen und
Abstrecken weiterhin gut genutzt und dadurch eine einfache
sowie wirtschaftliche Fertigung zwecks technisch optimaler
Integration des Stoßabsorptionsglieds in eine Lenksäulen-
Konstruktion gewährleistet werden kann.
Die Aufgabe wird durch die im Anspruch angegebene Erfindung
gelöst.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren handelt es sich um einen
Vorschlag zur Fertigung eines "Sicherheitselements" in der
Automobilindustrie. Die für die Herstellung eines solchen
Sicherheitselements durchzuführenden Überlegungen erfordern
Gedankengänge, die sich nicht problemlos von einem Ferti
gungsverfahren für Blechdosen ableiten lassen, wo Sicher
heitsüberlegungen erkennbar keine Rolle spielen.
Wesentlich ist im Rahmen der Erfindung, daß ein Stoßabsorp
tionsglied geschaffen werden soll, bei welchem in Relation
zu der Wellung einer Blechdose erheblich ausgeprägtere Wel
len erzeugt werden, welche die Aufgabe haben, axial in das
Stoßabsorptionsglied eingeleitete Kräfte derart zu transfor
mieren, daß die Aufprallenergie zumindest teilweise in Um
formenergie umgewandelt wird. In diesem Zusammenhang ist
es dann durch eine Variation in der Wanddicke und im Wellen
abstand möglich, ein exponentielles Verformungsverhalten des
Stoßabsorptionsglieds zu erzielen.
Ein grundlegender Unterschied im Vergleich zum bisherigen
Herstellungsverfahren eines Stoßabsorptionsglieds besteht
darin, daß das Ausgangsmaterial nicht mehr von einem Rohr,
sondern von einer einfachen Blechplatte gebildet wird. Aus
dieser Blechplatte wird eine Platine gestanzt, deren Abmes
sungen auf das zu erzeugende Stoßabsorptionsglied abgestellt
sind. Die Platine wird dann gemäß dem nächsten Verfahrens
schritt zu einem topfförmigen Grundkörper gezogen, der einen
Boden und eine zylindrische Wandung aufweist.
Die Wandung wird anschließend in Abhängigkeit von der ge
wünschten Charakteristik des Stoßabsorptionsglieds in bezug
auf das Kraft-Weg-Verhalten gestreckt und danach mit im
bestimmten Abstand voneinander liegenden Querwellen be
stimmter Höhe versehen.
Durch die Möglichkeit, aus einer scheibenförmigen Platine
einen topfförmigen Grundkörper mit einem Boden zu ziehen,
erhält man folglich ein Stoßabsorptionsglied, welches dank
des Bodens überaus günstige Voraussetzungen für eine ein
wandfreie technische und dabei auch wirtschaftliche Verbin
dung mit benachbarten Anschlußelementen bietet. Es brauchen
keine besonderen Überbrückungsglieder mehr angefertigt und
mit dem Stoßabsorptionsglied verbunden zu werden, so daß die
bisherigen Verbindungsschwierigkeiten eines Stoßabsorptions
glieds mit einer Nabe oder einem Bodenteil entfallen. Dabei
bleiben jedoch durch die weitgehend zylindrische, ggf.
schwach konische Wandung des topfförmigen Grundkörpers sämt
liche vorteilhaften Eigenschaften erhalten, um die Dicke der
Wandung und auch die Anordnung sowie Ausbildung der Quer
wellen in Abhängigkeit von den konstruktiven Forderungen
oder den Forderungen aus dem Kraft-Weg-Verhalten entspre
chend ausbilden zu können.
Damit der Boden des topfförmigen Grundkörpers ausreichend
stabil ist, um den Anforderungen als Verbindungselement zur
Lenksäulen-Konstruktion zu genügen, kann die Wanddicke des
Grundkörpers auf etwa den dritten Teil der Dicke des Bodens
abgestreckt werden. Die Wandung weist hierbei auf ihrer
gesamten Länge die gleiche Dicke auf, so daß die Verformungs
charakteristik des Stoßabsorptionsglieds dann lediglich
durch die Ausbildung und Anordnung der in einem anschließen
den Fertigungsschritt noch angeformten Querwellen bestimmbar
ist.
Abweichend hiervon kann es jedoch ebenso vorteilhaft sein,
daß die Wandung des Grundkörpers vom Boden ausgehend mit
zunehmender Dicke oder mit abnehmender Dicke abgestreckt
wird. Die Wandung erhält hierdurch über ihre Länge gesehen
unterschiedliche Dicken, die aber im Vergleich zur Dicke des
Bodens geringer bemessen sind. Die in diesem Fall gewisser
maßen schwach konische Abstreckung der Wandung erlaubt es
demnach, die durch die Ausbildung und Anordnung der Quer
wellen erreichbare Verformungscharakteristik noch überla
gernd in gewünschter Weise zu variieren.
Eine besonders günstige Voraussetzung für die Verbindung des
Stoßabsorptionsglieds mit der Lenksäulen-Konstruktion wird
dadurch erreicht, daß der Boden des Grundkörpers bzw. des
Stoßabsorptionsglieds mit einer zentralen, einwärts gerich
teten, kegelstumpfförmigen Aushalsung versehen wird. Diese
Aushalsung kann im Boden vor oder nach dem Wellen der Wan
dung angeformt werden. Die Aushalsung nimmt dann beispiels
weise das freie Ende der Lenkspindel auf, wobei die dreh
feste Verbindung zwischen der Aushalsung und dem Lenkspin
delende beliebig sein kann.
Nach der Erfindung wird ferner in die konisch verlaufende
innere Oberfläche der Aushalsung eine Längsverzahnung einge
bracht. Diese Längsverzahnung korrespondiert dann mit einer
Längsverzahnung am freien Ende der Lenkspindel, womit sowohl
eine einwandfreie axiale als auch radiale Verbindung zwi
schen dem Stoßabsorptionsglied und der Lenkspindel erreich
bar ist.
Der freie Rand der Wandung des Grundkörpers bzw. des Stoß
absorptionsglieds wird mit einer rechteckförmigen Verzahnung
versehen. Diese Verzahnung kann vor oder nach dem Wellen der
Wandung hergestellt werden. Sie ermöglicht es, das Stoßab
sorptionsglied beispielsweise mit einem Lenkrad zu verbinden
und auch hierbei eine einwandfreie axiale und radiale Befe
stigung sicherzustellen.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es
zeigt
Fig. 1 im Längsschnitt einen aus einer scheibenförmigen
Platine gezogenen topfförmigen Grundkörper;
Fig. 2 ebenfalls im Längsschnitt ein fertig gewelltes
Stoßabsorptionsglied und
Fig. 3 nochmals im Längsschnitt ein in eine Lenksäulen-
Konstruktion integriertes Stoßabsorptionsglied
gemäß Fig. 2.
Ein in Fig. 1 dargestellter topfförmiger Grundkörper 1 ist
aus einer nicht näher dargestellten kreisrunden, scheiben
förmigen Stahlblechplatine gezogen, die aus einer ebenfalls
nicht näher dargestellten Blechplatte gestanzt ist. Der
Grundkörper 1 besteht aus einem Boden 2 mit einer zylindri
schen Wandung 3. Die Dicke des Bodens 2 ist im Vergleich zur
Dicke der Wandung 3 etwa wie 3 : 1 bemessen. Es ist zu erken
nen, daß die Wandung 3 auf ganzer Länge gleichmäßig dick
abgestreckt ist.
Gemäß Fig. 2 ist der topfförmige Grundkörper 1 der
Fig. 1 mit Querwellen 4 versehen, die aus der Wandung 3 heraus
geformt sind. Sämtliche Querwellen 4 sind gleich hoch und
auch ihr Abstand voneinander ist derselbe.
Der freie Rand 5 der Wandung 3 eines gewellten Stoßabsorptions
glieds 6 gemäß Fig. 2 ist mit einer relativ groben Rechteck
verzahnung 7 versehen. Somit bilden einerseits der Boden
2 und andererseits der freie Rand 5 des Stoßabsorptions
glieds 6 Verbindungselemente zu benachbarten Anschlußteilen.
Die Integrierung eines Stoßabsorptionsglieds 6 gemäß
Fig. 2 in eine Lenksäulen-Konstruktion ist nachstehend anhand der
Fig. 3 näher veranschaulicht.
Es ist zunächst zu erkennen, daß der Boden 2 des Stoßabsorp
tionsglieds 6 mit einer zentralen, nach innen gerichteten
kegelstumpfförmigen Aushalsung 8 versehen ist. In die konisch
verlaufende innere Oberfläche der Aushalsung 8 ist eine
Längsverzahnung 9 eingebracht, die mit einer Längsverzahnung
10 auf einem konischen Längenabschnitt einer Lenkspindel 11
korrespondiert, so daß das Stoßabsorptionsglied 6 unverdreh
bar an der Lenkspindel 11 festgelegt ist. Die axiale Fest
legung des Stoßabsorptionsglieds 6 erfolgt mit Hilfe einer
Mutter 12, die auf ein Gewindeende 13 der Lenkspindel 11
aufgeschraubt wird und über eine Unterlegscheibe 14 das
Stoßabsorptionsglied 6 auch axial an der Lenkspindel 11
festlegt.
Die Fig. 3 läßt ferner erkennen, daß der mit der Verzahnung
7 versehene freie Rand 5 des Stoßabsorptionsglieds 6 in eine
entsprechend ausgebildete Verzahnung 15 von Lenkradspeichen
16 eines Lenkrads 17 eingreift. Zur exakten Festlegung werden
die Zahnenden umgebogen und ggf. noch verschweißt. Mittels
einer insbesondere aus Kunststoff bestehenden Haube 18 wird
der Verbindungsbereich zwischen dem Stoßabsorptionsglied
6 und dem Lenkrad 17 abgedeckt.
Claims (1)
- Verfahren zur Herstellung eines einen Boden aufweisenden topfförmigen Teils aus einer Blechplatte, bei welchem zu nächst aus der Blechplatte eine scheibenförmige Platine gestanzt, dann von der Platine ein topfförmiger Grundkörper mit Boden gezogen, anschließend die Wandung des Grundkörpers mit gleichbleibender oder kontinuierlich zu- bzw. abnehmender Wanddicke abgestreckt und die Wandung des Grundkörpers nach dem Abstrecken gleich oder ungleichbleibend hoch mit glei chem oder variierendem Abstand gewellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß in der Anwendung auf die Herstellung eines Stoßabsorptionsglieds (6) für Kraft fahrzeug-Lenksäulen (11) der Boden (2) zentral einwärts kegelstumpfförmig ausgehalst, die konisch verlaufende innere Oberfläche der Aushalsung (8) längsverzahnt und der freie Rand (5) der Wandung (3) des Stoßabsorptionsglieds (6) axial rechteckförmig verzahnt wird.
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