DE2920107C3 - Sperrbares Differentialgetriebe - Google Patents
Sperrbares DifferentialgetriebeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein sperrbares Differentialgetriebe, mit einem in einem Getriebegehäuse
gelagerten und angetriebenen Differentialkorb und mit mindestens einem drehbar gelagerten Differentialkegelrad,
das mit zwei auf je einer Achswelle sitzenden Abtriebskegelrädern kämmt, die in ihrer
Achsrichtung gegen den Differentialkorb über Bremsen abbremsbar sind, von denen eine elektromagnetisch
betätigbar ist.
Bei einem bekannten derartigen Differentialgetriebe (DE-PS 4 59 638) sind zwei jeweils einem Abtriebskegelrad
zugeordnete Elektromagnete in dem sich drehenden Differentialkorb angeordnet, was Schwierigkeiten
hinsichtlich der Stromzuführung zu diesen Magneten bereitet. Die jedem Abtriebskegelrad zugeordnete
Bremsscheibe ist mit diesem Kegelrad über elastische, sogenannte Tragscheiben drehfest, aber axial
in geringem Maß beweglich verbunden. Eine derartige Bremsscheiben-Verbindung bedeutet einen erhöhten
Bauaufwand und erscheint trotzdem hinsichtlich der Zuverlässigkeit kritisch.
Es ist ferner ein sperrbares Differentialgetriebe bekannt (US-PS 3 11 38 970), das eine über einen
Ringkolben betätigbare Mehrscheibenbremse aufweist Der Ringkolben ist in einem entsprechenden Ringraum
des Differentialkorbs in Achsrichtung der Abtriebskegelräder verlagerbar. Die ölzufuhr zu dem sich mit der
Drehzahl des Differentialkorbs drehenden Ringraum ίο muß über feststehende Teile des Getriebegehäuses zu
Hydraulikkanälen im Differentialkorb erfclgen, die in
einem kragenartigen Fortsatz des Korbs ausgebildet sind. Hierbei treten nur schwer beherrschbare Dichtprobleme
auf.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Differentialgetriebe der eingangs genannten Art zu
schaffen, das wenig verschleißanfällig ist und daher betriebssicher arbeitet sowie wenig Bauraum beansprucht.
Diese Aufgabe wird bei einem sperrbaren Differentialgetriebe der vorausgesetzten Bauart durch die im
Kennzeichen des Hauptanspruchs angegebenen Mittel gelöst.
Die Stromzuführung zu dem am feststehenden Getriebegehäuse angeordneten Elektromagneten ist
sehr einfach und betriebssicher zu bewerkstelligen. Der stationäre Elektromagnet ist ferner geringeren mechanischen
Beanspruchungen ausgesetzt als beispielsweise ein mit dem Differentialkorb umlaufender Elektromagnet.
Der Verschiebeweg des Ringkörpers kann so gewählt werden, daß eine mechanische Berührung
zwischen diesem Körper und dem Elektromagneten ausgeschlossen und ein hierdurch bedingter Verschleiß
vermieden ist. Da bei erregtem Elektromagneten zwei Bremsen betätigt werden, ist weiterhin die Betriebssicherheit
erhöht, wobei trotzdem wegen der an zwei Stellen übertragenen Bremsleistung die Bremsen
vergleichsweise klein dimensioniert werden können. Die Unteransprüche kennzeichnen weitere vorteil-
AO hafte Ausgestaltungen der Erfindung.
Die Erfindung ist im folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher
erläutert. Die Zeichnung zeigt — teilweise schematisiert — einen Teilschnitt durch das neue Differentialgetriebe.
Von dem Differentialgetriebe ist das Getriebegehäuse 1 lediglich angedeutet. In dem Getriebegehäuse ist
um die Drehachse der Achswelle 2 drehbar der Differentialkorb 3 gelagert. Im Differentialkorb 3 ist
seinerseits wiederum ein Differentialkegelrad 4 gelagert, das in bekannter Weise mit zwei Abtriebskegelrädern
5 in Eingriff steht. Die Abtriebskegelräder 5 stehen mit der Achswelle 2 jeweils in drehfester Verbindung
und sind mittels einer Scheibenbremse 6 gegen den Differentialkorb 3 abbremsbar. Bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel weist die Scheibenbremse 6 eine einzelne Bremsscheibe 7 auf, die mit dem Abtriebskegelrad
5 drehfest, aber axial verschiebbar, in Verbindung steht. Ferner sind an einer drehfest gegen den
Differentialkorb abgestützten ringförmigen Druckplatte 8 sowie an einer radialen Fläche 9 des Differentialkorbs
3 Bremsbeläge 10 angebracht.
Die Scheibenbremse 6 ist über einen auf dem Differentialkorb 3 verschiebbaren Ringkörper 11 aus
ferromagnetischem Material beaufschlagbar, der über wenigstens einen am Getriebegehäuse 1 angeordneten
Elektromagneten 12 betätigbar ist. Der Elektromagnet 12 ist ein in einen Ringflansch 13 des Getriebegehäuses
1 eingelassener Ringmagnet.
Bei dem besonders bevorzugten, in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel beaufschlagt der
Ringkörper 11 die Scheibenbremse 6 über Druckbolzen 14, die in gleichmäßigen Winkelabständen um die
Drehachse des Differentialkorbs 3 angeordnet und in parallel zu der Drehachse verlaufenden Führungsbohrungen
15 des Differentialkorbs abdichtend geführt sind. Wird der Elektromagnet 12 erregt, so gelangt der
Ringkörper 11 in die in der Zeichnung dargestellte, dem
Ringflansch 13 eng benachbarte Lage und drückt dabei über die Druckbolzen 14 auf die Druckplatte 8, so daß
das Abtriebskegelrad 5 gegen den Differentialkorb 3 festgebremst wird. Dies kann beispielsweise dann
erfolgen, wenn die über Impulsmarken 16 festgestellte Drehzahldifferenz der beiden Achswellen 2 einen Wert
überschreitet, der größer ist als beispielsweise der Wert, der bei schneller Kurvenfahrt und normaler Bodenhaftung
der Antriebsräder auftritt. Wenn also ein Antriebsrad beginnt durchzudrehen, ka-n beispielsweise
über das Steuergerät 17 der Elektromagnet 12 erregt werden, so daß dann das andere Antriebsrad dieser
Achse nicht weitgehend antriebslos wird. Die Scheibenbremse 6 könnte aber auch willkürlich zum jederzeitigen
Sperren der Differentialwirkung beaufschlagt werden.
Wie man in der Zeichnung erkennt, greifen die
Druckbolzen 14 in Axialbohrungen 18 ein, die in einem Nabenteil 19 des Ringkörpers 11 vorgesehen sind. Der
Ringkörper 11 ist gegen Federkraft zur Scheibenbremse 6 hin verlagerbar, so daß bei nicht erregtem
Elektromagneten 12 deren selbsttätiges Lösen gesichert ist. Bei dem dargestellten Ausfübrungsbeispiel sind
hierzu Druckfedern 20 vorgesehen, die die Druckbolzen 14 umgeben. Die Druckfedern 20 stützen sich einerseits
an einer Radialfläche 21 des Differentialkorbs 3 und andererseits an stirnseitigen Bunden 22 der Druckbolzen
14 ab, die am Grund der Axialbohrungen 18 aufliegen.
Der Zeichnung ist weiterhin zu entnehmen, daß die Druckbolzen 14 jeweils eine Kolbenringschulter 23
aufweisen, die in einen im Differentialkorb 3 ausgebildeten Hydraulikkanal 24 eintaucht. Der Hydraulikkanal 24
führt zu weiteren im Differentialkorb 3 gelagerten Betätigungskolben 25 für ein im Korb in Achsrichtung
der Achswellen 2 verschiebbares Druckglied 26 einer zweiten Scheibenbremse 6' für das zweite Abtriebskegelrad
5. Die Scheibenbremse 6' entspricht in ihren Bauteilen im wesentlichen der Scheibenbremse 6.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Sperrbares Differentialgetriebe, insbesondere für Kraftfahrzeuge, mit einem in einem Getriebegehäuse
gelagerten und angetriebenen Differentialkorb und mit mindestens einem drehbar gelagerten
Differentialkegelrad, das mit zwei auf je einer Achswelle sitzenden Abtriebskegelrädern kämmt,
die in ihrer Achsrichtung gegen den Differentialkorb über Bremsen abbremsbar sind, vcn denen eine
elektromagnetisch betätigbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß ein auf dem Differentialkorb
(3) axial verschiebbarer ferromagnetischer Ringkörper (11) über wenigstens einen am Getriebegehäuse
(1) angeordneten Elektromagneten (12) im Differentialkorb (3) in gleichmäßigen Winkelabständen
um dessen Drehachse angeordnete Druckbolzen (14) beaufschlagt, die eine erste Scheiben- oder
Lamellenbremse (6) für das erste Abtriebskegelrad (5) betätigen, und daß die Druckbolzen in Führungsbohrungen (15) des Differentialkorbes (3) abdichtend
geführt sind und Kolbenringschultern (23) aufweisen, die in im Differentialkorb (3) ausgebildeten
Hydraulikkanälen (24) eintauchen, in denen Betätigungskolben (25) für ein im Differentiaikorb
axial verschiebbares Druckglied (26) einer zweiten Scheibenbremse (6') für das zweite Abtriebskegelrad
(5) vorgesehen sind.
2. Differentialgetriebe nach Anspruch I1 dadurch
gekennzeichnet, daß der Elektromagnet (12) ein in einen Ringflansch (13) des Getriebegehäuses (1)
eingeschlossener Ringmagnet ist.
3. Differentialgetriebe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckbolzen (14) in
Axialbohrungen (18) eines Nabenteiles (19) des Ringkörpers (11) eingreifen.
4. Differentialgetriebe nach Anspruch I1 dadurch
gekennzeichnet, daß der Ringkörper (11) zur Bremse
(6) hin entgegen der Federkraft von Druckfedern
(20) verlagerbar ist, welche die Druckbolzen (14) umgeben und sich einerseits an einer Radialfläche
(21) des Differentialkorbs (3) und andererseits an stirnseitigen Bunden (22) der Druckbolzen (14)
abstützen, die am Grund der Axialbohrungen (18) aufliegen.
Priority Applications (1)
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE19792920107 DE2920107C3 (de) | 1979-05-18 | 1979-05-18 | Sperrbares Differentialgetriebe |
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ID=6071077
Family Applications (1)
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