DE2901C - Dachdeckung mittels Tafeln aus Metall oder Glas - Google Patents
Dachdeckung mittels Tafeln aus Metall oder GlasInfo
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- E—FIXED CONSTRUCTIONS
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- E04D—ROOF COVERINGS; SKY-LIGHTS; GUTTERS; ROOF-WORKING TOOLS
- E04D1/00—Roof covering by making use of tiles, slates, shingles, or other small roofing elements
- E04D1/29—Means for connecting or fastening adjacent roofing elements
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Description
1878.
Klasse 37.
JACOB HILGERS in RHEINBROHL. Dachdeckung mittelst Tafeln aus Metall oder Glas.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. Februar 1878 ab.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Dachdeckung von Metall oder Glas, bei welcher die
einzelnen Tafeln in eigenthümlicher Weise geformt, übereinander gelegt und auf der HoIzschalung
befestigt werden.
Diese Dachdeckung ist hauptsächlich bestimmt, aus galvanisirtem Eisenblech ausgeführt zu werden,
kann aber aus jedem anderen Metall sowie auch aus Glas hergestellt werden.
Die Herstellung aus galvanisirtem oder verzinktem Eisenblech empfiehlt sich vorzugsweise
durch die Beständigkeit solcher Bleche gegen die Einflüsse der Luft und aus dem Grunde,
dafs sie bei einem stattfindenden Brande nicht schmelzen und das Feuer also nicht durch geschmolzenes
Metall weiter geleitet wird.
Bei der neuen Dachdeckung sind Neigungen unter 20 ° anwendbar, ohne dafs der Regen an
den Stofsstellen der Platten eindringen kann, obschon dort genügender Spielraum vorhanden
ist, um nicht die freie Ausdehnung und Zusammenziehung der Bedeckung bei Temperaturwechsel
zu verhindern.
Die neue Dachdeckung, Hilgers'sehe Dachdeckung genannt, besteht aus einzelnen Blechtafeln,
Pfannen genannt, A B CD A1 i?' C1 D\
und ist auf der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
Die bisher übliche Methode, die einzelnen Tafeln oder Pfannen an den Ueberdeckungsstellen
einfach übereinander zu decken, hat den Uebelstand, dafs bei flachen Dächern an den
Ueberdeckungsstellen der Blechlagen der Regen, durch Sturm gepeitscht, zwischen die Tafeln
eingetrieben wird, namentlich wenn der Wind unter sehr spitzem Winkel die Dachfläche trifft,
und sich dort durch Capillar-Anziehung weiter .aufwärts bis zur Dachschalung zieht.
Diesem Uebelstande begegnet Erfinder durch folgende Construction der einzelnen Dachpfannen:
Fig. ι Ansicht eines Theils der Dachfläche.
: Fig. 2 Querschnitt derselben quer gegen die Sparren. ·
Fig. 3 Querschnitt einer Tafel oder Pfanne mit eingeprefsten Längenwulsten.
Fig. 4 Längenschnitt durch die Wulste an einer Stofsstelle.
Fig. 5 Darstellung des Anziehens und Umlegens der Befestigungsnägel mittelst einer Zange.
Fig. 6 der Nagel in gröfserem Maafsstabe.
Die überdeckende Pfanne hat am unteren Ende bei e einen stumpfwinklig eingeprefsten
Aufbug g, der Blechrand selbst dagegen liegt auf der überdeckten Pfanne fest auf, Fig. 4. Die
überdeckte Pfanne ist am oberen Ende bei f ein wenig aufgebogen. Das Wasser, welches in
der Randlinie bei e trotz möglichst fester Aufeinanderlage der Pfannen zwischen dieselben getrieben
werden kann, findet durch den Aufbug g einen freien, hohlen Raum, in welchem die Wirkung
der Capillar-Anziehung aufhört. In der Linie /, wo der Rand der überdeckten Tafel
ein wenig aufgebogen ist und die überdeckende berührt, bietet dieser Rand dem Austritt des
Wassers · auf die Dachschalung ein wirksames Hindernifs. Dies wird als eine der wesentlichen
Eigenthümlichkeiten vorliegender Erfindung bezeichnet.
Wie weit sich nun die einzelnen Pfannen nach der Richtung des Dachgefälles zu überdecken
haben, ist eine Frage, die lediglich von der Dachneigung abhängt; nach angestellten Versuchen
genügen für die Entfernung ef bei steilen Dächern 50 mm, bei ganz flachen Dächern,
etwa bei ι ο pCt. Neigung, 100 mm.
Eine weitere wesentliche Eigenthümlichkeit dieser Dachdeckung ergiebt sich aus folgendem:
Die bis jetzt üblichen Metall- oder Glastafeln haben nur zwei Wulste an den Seiten. Dies
bedingt bei jeder Ueberdeckungsstelle, wo vier Tafeln oder Pfannen zusammenstofsen, ein Aufeinanderliegen
von vier Lagen und wiederholen sich solche auf der ganzen Dachfläche. Die neue Pfanne dagegen hat drei Wulste abc,
Fig. i, welche Anordnung ein Versetzen der Ueberdeckungsstellen gestattet. Der- mittlere
Theil b theilt die Pfanne oder Tafel in zwei Felder; in jedes dieser Felder' ist eine Erhöhung
m eingeprägt, welche sehr zur Versteifung der Tafel beiträgt und der Bedeckung ein
schönes Aussehen ertheilt; g ist der eben .erwähnte Aufbug. l\
Bei dieser Dachdeckung wird die untere erste
Lage mit ganzen Pfannen ausgeführt, die zweite Lage dagegen mit einer halben Pfanne mit zwei
Wulsten begonnen und sodann mit drei wulstigen Pfannen fortgefahren. Die dritte Lage beginnt
wieder mit einer ganzen, die vierte dagegen mit einer halben Pfanne und so wechselweise
fort.
Hierdurch wird die unterste, erste Lage an den Ueberdeckungsstellen durch die Mittelwulste
der ganzen Pfanne überdeckt, wodurch bei der ganzen Bedachung an den Ueberdeckungsstellen
nur drei Blechlagen entstehen. Es werden dadurch regelmäfsig die zwei Endwulste der jedesmaligen
überdeckten unteren Lage durch einen geschlossenen Mittelwulst überdeckt.
Die Aufgabe, den einzelnen Pfannen oder Tafeln die nöthige Freiheit zur Ausdehnung oder
Zusammenziehung zu gewähren (eine Bedingung, die bei dem steten Temperaturwechsel für Metallbedachung
imerläfslich ist, namentlich bei Holzdachstühlen), ist in folgender Art gelöst:
Die Pfannen werden nur an der unteren Breitseite befestigt, während die obere Breitseite durch
die überdeckende Pfanne festgehalten wird. Hierdurch ist die Längen-Ausdehnung jeder Pfanne
ungehindert; es werden aber auch durch die Ausdehnungen oder Zusammenziehungen keine
Undichtigkeiten hervorgerufen, da in der Lage der Pfannen gegen einander keine Aenderung
eintritt.
Die Veränderungen nach der Breitenrichtimg der Pfannen werden durch die in dieselben eingeprefsten
Wulste aufgenommen und hierdurch . unschädlich gemacht. Was endlich die Befestigung
der Pfannen auf der Holzschalung betrifft, so ist diese ein wesentlicher Theil der
Eigenthümlichkeit vorliegender Bedachung.
Die zur Befestigung verwendeten Nägel besitzen einen grofsen, runden, unterhöhlten, den
Wulst umschliefsenden Kopf, Fig. 6, unter den eine Bleischeibe gelegt wird. Der Kopf hat
einen scharfen Rand, der sich heim Eintreiben in die Bleischeibe von oben eindrückt. Dagegen
tritt der Rand des von unten her in die Pfanne geprefsten Loches in das Loch der Bleischeibe
ein. ■
Der überstehende Theil der Bleischeibe wird vom Nagelkopf an-'den Wulst der Pfanne angedrückt,
so dafs hierdurch, wie aus Fig. 6 ersichtlich, ein 'vollständiges Dichten des Nagelloches
erzielt wird.
Das Einbringen der Nägel ist einfach. Der Nagel wird mit dem Hammer eingeschlagen.
Auf der unteren Seite der Dachschalung wird alsdann das durchreichende Ende desselben mittelst
der in Fig. 5 dargestellten Zange gefafst . und die Spitze desselben in 8 mm Länge rechtwinklig
mit dem Hammer auf derselben umgeschlagen, worauf die Zange gelöst wird. Der Nagel hat nun die punktirte Lage a a, Fig. 4.
Alsdann erfolgt der erste Hammerschlag bei d, Fig. 6, wo der Nagel aus dem Holz hervortritt,
und mittelst eines zweiten Streiches bringt man den Nagel in die mit c d bezeichnete Lage, wobei
die Nagelspitze das Holz berührt. Die weiteren Schläge bezwecken das Eintreiben der
umgebogenen Nagelspitze in das Holz, wobei der Nagelkopf durch die gröfsere Entfernung
von α y gegen α χ angezogen wird. Mit Hülfe
der Zange wird der Nagel, dessen Kopf im anderen Falle und ohne Anwendung desselben
durch einen zweiten Arbeiter niedergehalten werden müfste, angezogen, am Krummwerden verhindert
und während des Umbiegens der Spitze festgehalten.
Bei dieser Befestigungsmethode, die in Bezug
auf Güte der Ausführung zu jeder Zeit leicht einer Controle unterzogen werden kann, ist ein
Lösen der Pfannen von der Dachschalung einzig und allein abhängig von der absoluten Festigkeit
der Nägel und kann sonach durch die Dicke derselben jede nöthige Festigkeit, mit der die
Pfannen auf der Dachschalung halten, um ein Losreifsen derselben durch Sturm oder sonstige
Einflüsse zu verhindern, erzielt werden.
Schliefslich sei hier noch darauf hingewiesen, dafs durch das feste Anziehen der Nägel mittelst
der untergehaltenen Zange beim Umbiegen der Spitze und besonders noch durch das Eintreiben
der Nagelspitze in das Holz auch die aufeinander liegenden fagonirten Ränder der sich überdeckenden
Pfannen fest aufeinander geprefst werden und so zur vermehrten Dichtheit derselben beigetragen
wird.
Claims (4)
1. Die Metall- oder Glaspfannen mit drei eingeprefsten
Längenwulsten abc, wie beschrieben und in Fig. 1, 2, 3 gezeichnet.
2. Die eingeprefsten Wulste g an der Unterkante jeder Tafel, worin sich das vom Winde
eingetriebene Wasser sammeln kann und welche die Capillaritäts-Anziehung unterbricht,
wie beschrieben und gezeichnet in den Fig. 1 und 4.
3. Die aufgebogene Oberkante / jeder Tafel, wie beschrieben und gezeichnet in Fig. 4.
4. Der Nagel mit dem hohlen, runden Kopf mit scharfem Rande, in Verbindung mit der Bleischeibe
und dem von unten aus in die Blechtafel eingeprefsten Loch, mit aufwärts gekehrten Rändern, wie beschrieben und zudem
angegebenen Zwecke, mit welchem Nagel die Tafeln auf die Schalung aufgenagelt
werden, und dessen Spitze in der beschriebenen Weise mittelst einer Zange umgelegt
und mit Holz eingeschlagen wird, um den Nagel anzuziehen und zu versichern, Fig. 4,
5 und 6.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2901C true DE2901C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2901C (de) |
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