DE283340C - - Google Patents

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DE283340C
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formaldehyde
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L2/00Methods or apparatus for disinfecting or sterilising materials or objects other than foodstuffs or contact lenses; Accessories therefor
    • A61L2/16Methods or apparatus for disinfecting or sterilising materials or objects other than foodstuffs or contact lenses; Accessories therefor using chemical substances
    • A61L2/20Gaseous substances, e.g. vapours
    • A61L2/204Formaldehyde

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Apparatus For Disinfection Or Sterilisation (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30/. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 13. März 1913 ab.
Formaldehyd besitzt die Eigenschaft, daß er nur bei niederen Temperaturen in Gasform beständig ist, bei gewöhnlicher Temperatur aber rasch zu festem Trioxymethylen polymerisiert und dadurch als Desinfiziens unwirksam wird. Man hat deshalb den Formaldehyd in Wasserdampf gelöst verwendet, mußte aber, um mit Temperaturen arbeiten zu können, die den empfindlichen Gegenständen unschädlich sind, ein hohes Vakuum verwenden, damit der Wasserdampf bei niedrigerer Temperatur beständig ist. Dadurch werden die Anlagen verteuert, das Verfahren selbst ist schwierig durchzuführen und eine gewisse Unsicherheit wird in den Betrieb gebracht, denn ein hohes Vakuum ist von richtigem Betrieb und bestem Bestand der Apparatur abhängig. Die Erfindung bezweckt die Behebung dieser Schwierigkeiten durch ein Verfahren, das es ermöglicht, die jeder tiefgehenden Desinfektion feindliche Luft mit Sicherheit aus dem Apparat und den darin befindlichen Gegenständen zu entfernen, die Temperatur in einer Grenze zu halten, die den Gegenständen unschädlich ist, und ferner bei dieser Temperatur den Formaldehyd in der wirksamen Gasform gelöst zu halten. Zu diesem Zwecke wird nach der Erfindung der Formaldehyd mit dem Dampf einer Flüssigkeit zusammengebracht, der schwerer ist als Luft, und zwar in einem solchen Verhältnis, daß das Formaldehyddampfgemisch eine größere Schwere erhält als die Luft, und der unter atmosphärischem Druck bei einer niedrigen Temperatur als Dampf beständig ist, und der ferner den Formaldehyd als Gas in genügender Menge gelöst enthalten kann. Als solche Flüssigkeiten kommen hauptsächlich Aceton und Methylalkohol in Betracht, da die aus ihnen entwickelten Dämpfe indifferent gegen die Gegenstände und den Formaldehyd sind.
Es ist bereits bekannt, Formaldehyd mit Alkohol und Aceton zu einem flüssigen Desinfektionsmittel zu mischen und dieses Gemisch in dem zu desinfizierenden Raum, nachdem die darin befindlichen Gegenstände einer Vorbehandlung mit Wasserdampf unterworfen wurden, zu zerstäuben. Versprühte Gemische aus Formaldehyd, Aceton und Alkohol wirken jedoch nicht in gleicher Weise wie die daraus entwickelten und miteinander gemischten Dämpfe, die einem geschlossenen Apparat zugeführt werden, weil die versprühten Flüssigkeiten sich in fein verteiltem Zustand mit der den Raum anfüllenden Luft vermischen und bei der dann eintretenden Verdunstung sich so innig mit der im Räume befindlichen Luft vermischen und von dieser so verdünnt werden, daß das etwa entstehende Dampfgemisch annähernd die gleiche Schwere besitzt wie Luft. Infolgedessen kann die in den zu desinfizierenden Gegenständen enthaltene Luft nicht daraus verdrängt werden, und das Sprühverfahren mittels flüssiger Desinfektionsmittel der genannten Art ergibt daher nur eine ungenügende Oberflächenwirkung.
Demgegenüber werden nach dem vorliegenden Verfahren Dämpfe aus Formaldehyd und
Aceton oder Methylalkohol entwickelt, in geeigneten Mengen gemischt und in dieser Mischung in den unter äußerem Luftdruck stehenden Desinfektionsapparat eingeführt. Die Aceton- oder Alkoholdämpfe erhalten den Formaldehyd gelöst und bilden mit ihm ein unter atmosphärischem Druck befindliches Gasgemisch, das schwerer ist als Luft und diese daher aus dem Desinfektionsapparat und aus den darin
ίο befindlichen Gegenständen allmählich verdrängt, so daß der Formaldehyd, ohne zu polymerisieren in die innersten Teile der Gegenstände eindringt. Das Verfahren ermöglicht also eine volls ändige trockene Formaldehyddesinfektion ohne Vakuum bei beliebiger Temperatur unter ioo°, die durch Wahl geeigneter Mittel bis zur Zimmertemperatur herabgesetzt werden kann.
Auf der Zeichnung ist eine zur Ausübung
ao des Verfahrens geeignete Desinfektionsvorrichtung schematisch im Schnitt dargestellt.
Mit einem Desinfektionskessel α üblicher Bauart ist eine Vorrichtung zur Entwicklung der desinfizierenden Dämpfe verbunden. Diese Vorrichtung besteht aus zwei Gefäßen b und c, von denen das eine, beispielsweise b, eine Formalinlösung, das andere/c, Aceton oder Methylalkohol oder eine andere unter 100 ° siedende Flüssigkeit, oder auch eine Mischung solcher Flüssigkeiten enthält. In den Gefäßen liegen Heizschlangen d und e, durch welche der zur Verdampfung der Flüssigkeiten nötige Heizdampf hindurchgeführt wird. Die entstehenden Aceton- oder Alkoholdämpfe werden durch ein Rohr f in den unteren Teil des Kessels α eingeleitet, und bevor sie aus der Mündung f austreten, werden ihnen durch ein Rohr g die im Gefäß b entwickelten Formalindämpfe beigemengt, so daß aus der Mündung f ein Formaldehydgasgemisch austritt. Da dieses Gemisch schwerer ist als Luft, so sammelt es sich zunächst im unteren Teile des Kessels α an, steigt dann aber allmählich infolge der Nachströmung neuer Mengen nach oben an und schiebt die im Kessel und den darin befindlichen Gegenständen enthaltene leichtere Luft vor sich her, sie allmählich gänzlich aus der oberen öffnung h verdrängend. Im oberen Teile des Apparates ist unterhalb der Öffnung h eine Kühlschlange i angeordnet, die das bis dahin gelangte Dampfgemisch abkühlt und niederschlägt, so daß es nicht durch die öffnung h entweichen kann, sondern im flüssigen Zustand nach dem unteren Teile des Apparates zurückläuft und dort durch einen Hahn k abgelassen werden kann. Zum Auffangen des Kondensats ist in dem oberen Teile des Apparates ein durchbrochener Boden m mit einem Rückflußrohr η vorgesehen, und im unteren Teile eine Kühlschlange 0, mittels deren nach beendeter Desinfektion die noch im Apparat vorhandenen Mengen des Formaldehyddampfgemisches niedergeschlagen werden können.
Für den beschriebenen Vorgang werden beispielsweise 15 Teile Formalindampf mit 100 Teilen Acetondampf gemischt, so daß im Apparat ein Dampfgemisch zur Wirkung kommt, das etwa 2 Prozent Formaldehyd enthält. Das Mischungsverhältnis kann durch Hähne oder auch durch die Beheizung der Entwicklungsgefäße geregelt werden. Es kann auch reines Formaldehydgas aus Paraformaldehyd entwickelt und mit Acetondampf zusammengeführt werden, zweckmäßig in einem Verhältnis von 2 Teilen Formaldehydgas auf 100 Teile Acetondampf. Selbstverständlich können auch andere geeignete Mischungsverhältnisse gewählt werden.
Da das Formaldehyddampfgemisch bei riehtiger Einführung in den Apparat sich nicht mit der Luft vermischt, so wird an wirksamem Gase gespart, weil es nicht nötig ist, mit Luft verdünntes Gas so lange hinauszutreiben, bis die meiste Luft aus dem Raum entwichen ist, wie es bei den bisher üblichen Formaldehyd-Desinfektionsverfahren der Fall ist. Ferner wird durch den schwereren Zusatzdampf das wirksame Formaldehydgas weniger verdünnt, so daß es an seiner Wirksamkeit nichts einbüßt. Außerdem bietet das neue Verfahren die Möglichkeit, durch vorsichtiges Absaugen oder Niederschlagen fast das gesamte wirksame Gasgemisch zurückzugewinnen, da auch bei der umgekehrten Bewegung, also beim Wiedereintritt der Luft in den Raum, eine Mischung zwischen Gas und Luft nur in ganz geringem Maße stattfindet. Es lassen sich daher die Gasverluste beträchtlich verringern.
Das aus dem unteren Teile des Apparates durch den Hahn k ablaufende Kondensat kann zum Verdampfer zurückgeführt, dort vom neuen verdampft und durch den Apparat getrieben werden. Auf diese Weise findet ein ständiger Kreisprozeß des Formaldehyddampfgemisches statt, der nicht eintreten würde, wenn der Formaldehyd nicht mit dem schwereren Aceton- oder Methylalkoholdampf vermischt wäre, weil dann ein Vertreiben der Luft und somit auch eine das Nachströmen neuer Dämpfe ermöglichende Kondensation nicht eintreten könnte. Zur Verdampfung des Kondensats kann entweder ein auf der Zeichnung nicht dargestelltes drittes Verdampfungsgefäß angeordnet werden, oder man kann es auch. in möglichst gleichen Mengen den Gefäßen b und c wieder zuführen, wo es zunächst mit den darin befindlichen Flüssigkeiten gemischt wird, bis schließlich die beiden Gefäße nur noch Kondensat, also das Flüssigkeitsgemisch, enthalten.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Desinfizieren mittels Formaldehyds in geschlossenen Vorrichtungen, dadurch gekennzeichnet, daß der Formaldehyd mit dem eine größere Dichte als Luft besitzenden Dampf von Aceton, Methylalkohol oder einer ähnlichen, unter ioo° bei Atmosphärendruck siedenden Flüssigkeit gemischt und die Mischung durch die Desinfektionsvorrichtung geleitet wird, wobei sie die in der benutzten Vorrichtung und den zu desinfizierenden Gegenständen befindliche, spezifisch leichtere Luft verdrängt.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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