DE265645C - - Google Patents
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01H—ELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
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- H01H29/006—Self interrupters, e.g. with periodic or other repetitive opening and closing of contacts
Landscapes
- Circuit Breakers (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JV* 265645 ™ KLASSE 21g. GRUPPE
MARCEL von KIEPACH in KRIZEVCI, Kroatien.
Elektrischer Stromunterbrecher. Patentiert im Deutschen Reiche vom 9. Juni 1912 ab.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Unterbrecher, bei welchem ein gasförmiges
oder flüssiges Dielektrikum, welches in geeigneter Weise zeitweilig ein Kontaktstück
freigibt, eine Widerstandsänderung bzw. Kurzschließung desselben mit einer leitenden
Flüssigkeit bewirkt.
Während bei den bisher gebräuchlichen Stromunterbrechern entweder der Elektromagnetismus'
oder rein mechanische Hilfsmittel oder elektrolytische Vorgänge die Unterbrechung
des Stromes bewirken, wird bei der vorliegenden Erfindung auf hydrodynamischem
Wege der Druck des Wassers aus der Wasserleitung oder der Druck eines flüssigkeitsförmigen
bzw. gasförmigen Dielektrikums zum Bewegen einer elektrisch leitenden, spezifisch schwereren Flüssigkeit verwendet
zwecks Widerstandsveränderung, die fast einer Unterbrechung gleichkommt, oder einer
solchen selbst an einem Kontaktorgan. Unter Bewegung einer leitenden, spezifisch schwereren
Flüssigkeit wird hier allgemein die Verdrängung derselben durch ein flüssigkeitsförmiges
bzw. gasförmiges Dielektrikum verstanden.
Bei den bekannten mechanischen Unterbrechern, welche die Trennung der Kontaktstücke
aus festen Metallen ohne Anwendung von festem Isoliermaterial in der Nähe der·
Unterbrechungsstellen bewirken, wobei diese unter Öl liegen, findet die Trennung der Kontaktstücke
im ersten Augenblick mit verhältnismäßig geringer Geschwindigkeit statt, wödurch
eineLichtbogenbildung begünstigt wird.
Der Lichtbogen wird zwar im Öl erstickt, doch verrußen bald die Kontakte infolge der
sich bildenden Kontaktflocken.
Infolge ■ des Nachziehens des Unterbrechungsfunkens ist eine plötzliche Stromunterbrechung
unmöglich gemacht. Durch den dadurch verzögerten Stromabfall wird es auch unmöglich, eine meist erwünschte, spitze Kurvenform
zu erzielen.
< Es ist auch bekannt, sauerstofffreie Gase unter Druck in den Unterbrechungsraum einzuführen,
um ein Oxydieren der Kontakte zu verhindern.
Bei Quecksilberunterbrechern tritt beim Dauerbetrieb mit großen Energiemengen
(bzw. Stromstärken) bald eine Verschlammung des metallischen Quecksilbers ein, wodurch
dann einerseits ein Verstopfen der Düsen, andererseits unregelmäßige Unterbrechung
erfolgt.
Durch die umständliche Bauart und Wartung, die schwere Zugänglichkeit der beweglichen
Teile, die einer starken Abnutzung unterworfen sind, große Übergangswiderstände an den Kontaktbürsten bei größeren Energiemengen,
deren Reibungswiderstand und dadurch bedingter verhältnismäßig großer Kraftverbrauch, geräuschvolles Arbeiten, was zuweilen sehr hinderlich ist (z.B. in Röntgen-Laboratorien,
bei der drahtlosen Telegraphie usw.), infolge der hohen Tourenzahl bedingte, verhältnismäßig große Abnutzung aller bewegten
Teile usw. ist das Anwendungsgebiet der Quecksilberunterbrecher nur beschränkt.
Von den bekannten Unterbrechern wird bei
den elektrolytischen die Unterbrechung durch Gasblasen bzw. Dampfblasen, welche die Elektroden
zeitweilig vom Elektrolyten isolieren, bewirkt. Die Gasblasen entstehen jedoch hierbei infolge elektrolytischer Prozesse und
werden auch teilweise durch diese in Bewegung gesetzt. Von diesen Unterbrechern unterscheidet
sich vorliegende Erfindung dadurch, daß hier die Gasblasen nicht aus der
ίο Kontaktflüssigkeit selbst auf elektrolytischem
Wege gebildet, sondern anderweitig entnommen werden, und daß die Bewegung derselben
über den Kontaktteil auf mechanischem bzw. hydromechanischem Wege erfolgt.
Der elektrolytische Unterbrecher ist nicht geeignet, größere Mengen elektrischer Energie
vorteilhaft zu unterbrechen; schon deshalb nicht, weil die Unterbrechung nur auf
Kosten des Stromes erfolgt.
Außerdem findet keine absolute Stromunterbrechung statt, vielmehr eine Schwankung
des Widerstandes zwischen 0,02 bis 100 Ohm, da eine vollkommene Isolierung, d. h.
eine vollkommene Umschließung der Elektroden durch Gasblasen, praktisch nicht zu erreichen
ist.
Bei den bekannten mechanischen rotierenden oder oszillierenden Unterbrechern ist dieser
Übelstand zwar nicht vorhanden, doch beschränkt die Lichtbogenbildung deren Anwendungsgebiet.
Sollen kleinere Mengen elektrischen Stromes unterbrochen werden (etwa Bruchteile eines Watts), so versagt der elektrolytische
Unterbrecher vollkommen, und auch einige von den bekannten mechanischen Unterbrechern arbeiten nicht mehr befriedigend.
Alle diese Mangel werden durch vorliegende Erfindung vollständig beseitigt. Infolge der
geeigneten Anordnung des neuen Verfahrens, Fernhalten von Sauerstoff von der Kontaktstelle
und gleichzeitiger Anwendung von Druck an der Kontaktstelle, ist dieser Unterbrecher
von der Qualität sowie Quantität der zugeführten elektrischen Energie in weiten . Grenzen unabhängig, da hier im Gegensatz
zum eiektrolytischen Unterbrecher die Bewegung der Gasblasen über den Kontaktteil auf
mechanischem Wege erfolgt.
Um diese Bewegung in geeigneter Weise einzuleiten, kann man vorteilhaft das bekannte
Prinzip der Druckluftwasserheber anwenden. Bei diesen Druckluftwasserhebern, die hauptsächlich bei Förderanlagen zum Heben
von Sand, Schlamm, Wasser, Rüben usw. Verwendung finden, erfolgt die Bewegung
durch das Aufsteigen der Luftblasen im Gefäß, das zweckmäßig als Rohr ausgebildet ist.
Hierdurch wird den umliegenden. Flüssigkeitsmolekülen eine Beschleunigung nach aufwärts
erteilt. Schaltet man in die mit einer leitenden Flüssigkeit gefüllte Rohrleitung,
welche am Wege der bewegten Gasblasen liegt, ein geeignetes Kontaktstück ein, so erfolgt
in einem Stromkreis, welcher in Serie mit dem Kontaktstück und der leitenden Flüssigkeit
liegt, jedesmal, wenn eine Gasblase den Kontaktteil passiert, und diesen von der
Flüssigkeit trennt, eine Stromunterbrechung bzw. eine Widerstandsvergrößerung, die von
der Größe der Gasblasen und der Bauart und Anordnung des Kontaktteiles abhängt.
Falls der Druck an der Gaseintrittstelle konstant gehalten wird, bleibt auch die Zahl
der Gasblasen, die in der Zeiteinheit einen Querschnitt passieren, konstant; es erfolgt
demnach eine konstante Stromunterbrechung, die nur von der relativen Geschwindigkeit der
Gasblasen gegenüber der leitenden Flüssigkeit und der Zahl derselben abhängig ist.
Während des Steigens im Rohr erreichen die Gasblasen in einem bestimmten Niveau
eine solche Volumenvergrößerung (die teils durch Druckverminderung, teils infolge Vereinigung
mehrerer Gasblasen bedingt ist), daß sie den ganzen Querschnitt desselben ausfüllen
und nun kolbenartig eine gewisse Flüssigkeitsmenge vor sich herschieben. Ein über
diesem Niveau angebrachtes Kontaktstück bewirkt eine regelmäßige Stromunterbrechung,
falls das Verhältnis »Rohrweite zum Gasdruck« in gewissen, in bekannter Weise zu
bestimmenden Grenzen bleibt. Durch Veränderung des Verhältnisses in diesen Grenzen
ist es gegeben, die Unterbrechungszahl zu verändern.
In Fig. ι ist eine beispielsweise Anordnung des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht,
bei welchem das Kontaktorgan über dem Niveau, in welchem die Gäsblasen die ganze
Rohrweite erfüllen, angeordnet ist.
Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform des Kontaktteiles für einfache Stromunterbrechung.
Durch das in bekannter Weise angeordnete Fußstück F gelangt das Druckgas (bzw.
Druckflüssigkeit) in . das mit einer leitenden Flüssigkeit bis zu einer gewissen, jeweils zu
ermittelnden Höhe gefüllte Steigrohr 5V Infolge ihres Auftriebes steigt die als Dielektrikum
dienende Druckflüssigkeit, die spezifisch leichter als die Kontaktflüssigkeit sein soll,
oder das Druckgas im Steigrohr und erfüllt in bekannter Weise in einem bestimmten Niveau
die ganze Rohrweite. Es entstehen kolbenartige Gasblasen G bzw. isolierende Flüssigkeitsteile,
die ein Dielektrikum zwischen zwei benachbarten leitenden Flüssigkeitskolben
J bilden. In dieser Reihenfolge passieren sie ein in geeigneter Weise angeordnetes Kon-
taktorgan W1 in welchem jeweils durch die
leitenden Flüssigkeitskolben ein oder mehrere Stromkreise geschlossen werden, welche durch
das je-folgende, eventuell komprimierteDielektrikum
plötzlich scharf unterbrochen werden. Das Kontaktorgan W ist-"zweckmäßig so
ausgebildet, daß eine möglichst große Kontaktfläche erzielt wird. In der Zeichnung sind
beispielsweise zwei parallele leitende Ringe V
ίο und Q, welche voneinander und vom Steigerohr
durch geeignetes Isoliermaterial, ζ. Β. Hartgummi, Porzellan, Speckstein u. a., isoliert
sind, angeordnet. Der leitende Flüssigkeitskolben / stellt die Verbindung zwischen
den Kontaktringen V und Q her.
Wird als Dielektrikum eine Flüssigkeit verwendet, -so ist es vorteilhaft, den Zwischenraum
zwischen V und Q' möglichst klein zu bemessen, um eine Lichtbogenbildung zu verhindern.
Eine Rußbildung ist hier nicht zu fürchten, da alle Kontaktteile durch die nachfolgenden
Flüssigkeitskolben abgewaschen und blank gehalten werden. Es kann auch nur ein
Kontaktring isoliert angebracht werden und die Unterbrechung dann zwischen diesem und
dem leitenden Flüssigkeitsstrom (bzw. Steigrohr) erfolgen. .
In Fig. 2 ist ein verstellbarer Kontaktteil gezeichnet, bei welchem die Unterbrechung
zwischen dem mittels Stellschraube G und Spindel verstellbaren Kontaktstift Q aus
Kohle, Kupfer usw. und Kontaktring V er- ■ folgt. Gleichzeitig ist ein Konus T vorgesehen,
welcher mittels Handrad K und Spindel gegen das konisch versenkte Kontaktstück
V verstellbar angeordnet ist. Derselbe ist aus isolierendem Material, zweckmäßig aus
Ton, Mika o. dgl., ausgeführt und dient zur Veränderung des Rohrquerschnittes dicht hinter
dem Kontaktstück und gleichzeitig als isolierende Führung für den Kontaktstift Q.
Diese Anordnung bezweckt einerseits eine Druckvergrößerung im Bereiche des Kontaktteiles,
andererseits eine günstige Abkühlung des verstellbaren Kontaktteiles und des diesen
umgebenden, stark beanspruchten Isoliermaterials infolge der plötzlichen Druckver-"
minderung hinter demselben, was noch durch Erweiterung des Steigerohres über demselben
gefördert werden kann. Ersteres verhindert bei Anwendung von Druckgas erfolgreich eine
• Lichtbogenbildung, da der Widerstand des gasförmigen Dielektrikums bekanntlich proportional
dem Druck (bis. etwa 20 Atm.) steigt. Die Verhinderung der Lichtbogenbildung
wird noch durch die Bewegung des Dielektrikums erfolgreich unterstützt, da sich die etwa bildenden Metalldämpfe und ionisierten
Gase nicht ausbreiten können. Letzteres kann man noch dadurch steigern, daß man
dem Gas. vor Eintritt in- das Kontaktstück
eine rotierende Bewegung etwa durch in bekannter Weise angeordnete Leitkanäle, Nuten
oder Vorsprünge (etwa wie bei Gewehrläufen) erteilt. . _
Zweckmäßig ist der Rohrquerschnitt im Kontaktteil geringer als im übrigen Steigrohr.
Dadurch wird der Gasdruck und die Geschwindigkeit der leitenden Flüssigkeitskolben
im Kontaktteil derart vergrößert, daß äußerst scharfe kurzdauernde Unterbrechungen
erfolgen. Gleichzeitig wird der Übergangswiderstand zwischen Kontaktstück und der leitenden Flüssigkeit infolge der Druckerhöhung
sehr vermindert.
Bei Anwendung eines flüssigen Dielektrikums ist eine bessere Reinigung der Kontakte
und dadurch bedingte größere Leistungsfähigkeit gewährleistet. ·
Die Kontakte kann man zweckmäßig auch in der Form von'.Hörnerblitzableitern anordnen,
derart,, daß die auseinanderliegenden Teile oben zu liegen kommen (in der Bewegungsrichtung).
Dadurch wird eine Lichtbogenbildung zwischen den Kontakten selbst verhindert.
Eine solche Anordnung des Kontaktstückes kann man auch dort in das als Steigrohr ausgebildete
Gefäß einsetzen, wo die Gasblasen noch nicht die ganze Steigrohrweite (bzw. 90
Gefäßweite) einnehmen. Bei dieser Ausführungsform kann man auch den Kontaktteil entsprechend den bekannten Kontaktstiften
(Elektroden) bei elektrolytischen Unterbrechern ausführen und den Strom über denselben
zur Kontaktflüssigkeit leiten. Die dabei erzielten Vorteile gegenüber den elektrolytischen
Unterbrechern liegen hauptsächlich im geringen Stromverlust und der Möglichkeit,
die Unterbrechungszahl zu verändern, ohne 1Qo
an die Qualität sowTie Quantität des verwendeten Stromes gebunden zu sein.
Die Unterbrechungszahl kann man fast beliebig steigern, wenn man der leitenden Flüssigkeit
vor Eintritt in das Kontaktorgän eine i°5 Beschleunigung unabhängig vom Druck des
Dielektrikums erteilt. Man hat nur Sorge zu tragen, daß das Dielektrikum in gleichmäßigen
Zeitintervallen einströmt. Gegebenenfalls kann man dies auch durch beliebige mechanische
Hilfsmittel bewirken oder unterstützen.
Nach Passieren des Kontaktteiles werden die Gas- und Flüssigkeitskolben in einem in
bekannter Weise ausgebildeten Gas- bzw. Flüssigkeitsabscheider R getrennt, was infolge
des Unterschiedes im spezifischen Gewicht leicht erzielt wird. Die Gase treten
nach Passieren eines Reduzierventiles und gegebenenfalls unter Einschaltung eines zweiten
Abscheiders R aus dem Apparat, ebenso die
gegebenenfalls benutzte isolierende Flüssigkeit.
Die leitende Kontaktflüssigkeit wird wieder gegebenenfalls nach Passieren eines Filters, um Schlamm von den Kontakten fernzuhalten,
in das Steigrohr zurückgeleitet.
Für größere Energiemengen und niedere Spannungen wendet man zweckmäßig Quecksilber
als Kontaktflüssigkeit an, während als Dielektrikum ein möglichst sauerstofffreies
ίο Gas (Wasserstoff, Leuchtgas, Stickstoff usw.)
Verwendung findet. Doch liefert auch Kohlensäure und komprimierte Luft gute Resultate.
Dabei ist zu beachten, daß infolge des . großen Unterschiedes im spezifischen Gewicht
das Steigerohr in bekannter Weise entsprechend kurz zu bemessen ist, da hier die Gasblasen
schon viel früher die ganze Steigrohrweite einnehmen (großes Druckgefälle).
Bei Anwendung von Quecksilber als Kontaktflüssigkeit ist es möglich, auch als Dielektrikum eine Flüssigkeit anzuwenden, da diese ein erheblich kleineres spezifisches Gewicht besitzen, z. B, Petroleum, Alkohol oder reines Wasser (zwecks Anschluß an die Wasserleiturig). Die Abscheider sind hier entsprechend dem geringeren Unterschiede im spezifischen Gewicht größer zu bemessen. Zweckmäßig zeigt ein Manometer den Überdruck im Apparat, den man entsprechend der zu unterbrechenden Energie bemessen und einfach mittels des Druckreduzierventils H einstellen kann.
Bei Anwendung von Quecksilber als Kontaktflüssigkeit ist es möglich, auch als Dielektrikum eine Flüssigkeit anzuwenden, da diese ein erheblich kleineres spezifisches Gewicht besitzen, z. B, Petroleum, Alkohol oder reines Wasser (zwecks Anschluß an die Wasserleiturig). Die Abscheider sind hier entsprechend dem geringeren Unterschiede im spezifischen Gewicht größer zu bemessen. Zweckmäßig zeigt ein Manometer den Überdruck im Apparat, den man entsprechend der zu unterbrechenden Energie bemessen und einfach mittels des Druckreduzierventils H einstellen kann.
Vorliegende Erfindung findet hauptsächlich Verwendung bei Bewältigung größerer Energiemengen
und Dauerbetrieb, z. B. der Umformung von Gleichstrom in Wechselstrom.
Hierbei findet eine Umschaltung, Kurzschließung bzw. Unterbrechung der einzelnen
Stromkreise statt (s. unter anderem Patent 244170, 207855, 211302). Der Kontaktteil
ist bei dieser Anwendungsart zweckmäßig dreiteilig angeordnet, derart, daß der Stromverlauf in der jeweils gewünschten Weise je
nach Schaltung bzw/Ausführungsform des zur Anwendung kommenden Apparates er-
folgt. ' ■
Eine beispielsweise Ausführungsform des Kontaktteiles am Unterbrecher gemäß vorliegender
Erfindung für den einpoligen Umschalter bei Gleichstromumformer nach Patent
207855 wäre folgende:
In das Steigrohr, durch welches leitende Flüssigkeitsmengen kolbenartig, bewegt durch
Druckgas bzw. Flüssigkeit, passieren, sind drei voneinander sowie vom Steigrohr isolierte
Kontaktteile so angeordnet, daß die zwei ersten a, b mit ihren unteren Enden im
selben Niveau liegen. Die Länge der Kontaktstücke ist verschieden. α ist ungefähr
doppelt so lang als c und b. Zweckmäßig ist c über b angeordnet, und befindet sich dessen
obere Kante im selben Niveau mit der Oberkante des Kontaktteiles a. Zweckmäßig sind
diese Kontakte durch beliebige bekannte Vor-' richtungen verstellbar angeordnet.
Der einpolige Umschalter nach Patent 207855 hat folgende Schaltungen auszuführen:
Pos. i. Verbindung- von α'und b. Dies
geschieht durch die leitende Flüssigkeitsmenge, welche beide im selben Niveau verbindet.
Pos. 2. Verbindung a, b, c. Diese erfolgt, nachdem die kolbenartige Flüssigkeitsmenge
auch c erreicht hat. Pos. 3. Verbindung a, c. Diese erfolgt, nachdem
der Kontakt b vom Flüssigkeitskolben infolge weiterer Aufwärtsbewegung verlassen
ist. Pos. 4. Verbindung a, b, c. Schon während der letzten Phase der Pos. 3 hat der
nächste Flüssigkeitskolben die Verbindung a, b wieder hergestellt. Es sind deshalb a, c
und a, b, also a, b, c, verbunden. Pos. 5. Der erste Flüssigkeitskolben verläßt die Kontakte
a, c, während der zweite noch den Rest der a-i>-Verbindung passiert und in Pos. 6 wieder
a, b, c verbindet usw.
Dies ist gleichzeitig ein Beispiel, wie man mit Hilfe von zweckmäßig, gegebenenfalls
verstellbar angeordneten Kontaktteilen im Steigerohr verschiedene Schaltungen, Umschaltungen,
Kurzschließungen usw., die sich periodisch wiederholen sollen, einfach erzielen
und vorteilhaft anwenden kann.
Oft ist es erwünscht, z. B. bei Röntgenaufnahmen oder in der Funkentelegraphie, nur
eine gewisse Anzahl von Unterbrechungen zu erzielen. Dies läßt sich sehr einfach erreichen,
indem man das Dielektrikum knapp vor Eintritt in das Steigrohr ein besonderes, von
Hand zu betätigendes oder ein sich a'utomatisch schließendes Ventil passieren läßt.
Es entfallen hier alle Nachteile, wie Lichtbogenbildung, schlechte Kontakte, gefährliche
Bedienung usw. bei den gebräuchlichen Anordnungen sowie die umständlichen und kostspieligen
Relaisschaltapparate usw., da die Betätigung des Einlaßventils keine besondere
Vorkehrungen nötig macht und ohne Schwierigkeiten in derselben Weise wie ein Telegraphentaster
bedient werden kann.
Die Schließung und Unterbrechung des Stromes ist in jedem Falle scharf abgegrenzt; .110
der neue Unterbrecher ist deshalb besonders gut geeignet für die Zwecke der Röntgentechnik,
da er, ohne die Nachteile der bisher zu gleichen Zwecken benutzten Apparate aufzuweisen,
die Herstellung deutlicher photographischer Röntgenbilder ermöglicht.
Ebenso ist eine Verwendung in der drahtlosen Telephonic und Telegraphic, zum Betrieb
von Induktoren, Transformatoren usw., ferner auch zur Erzeugung wellenförmig ver-
laufenden Gleichstromes zum Betrieb von Solenoidstoß- oder -schlagwerkzeugen sehr
vorteilhaft. Letzteres war bisher wegen Mangels an geeigneten Unterbrechern für die
großen Stromstärken . und die geringe Periodenzahl (max. 400/min.) nicht möglich.
Bei Anwendung vorliegender Erfindung für diese Zwecke fallen die bei derartigen, mit
Wechselstrom gespeisten Betrieben auftretenden Nachteile, wie Erwärmung der Solenoide
infolge der Wirbelströme, ferner die Konstruktion besonderer Generatoren für die jeweilige
Periodenzahl sowie die Unveränderlichkeit dieser Periodenzahl fort.
Infolge seiner Einfachheit und Billigkeit, Betriebssicherheit, findet, er ein großes Anwendungsgebiet
auch in der Reklamebeleuchtung, bei welcher es nicht einmal auf die Regelmäßigkeit
der Unterbrechungen ankommt. . 20 Die Unregelmäßigkeit ruft vielmehr einen neuen, mit den bekannten Vorrichtungen in
diesem Maße nicht zu erzielenden Effekt hervor, der wohl geeignet ist, die Aufmerksamkeit
des Publikums auf sich zu lenken. Es können z. B. irrlichterartige Effektbeleuchtungen
hergestellt werden. Die Anordnung ist hierbei so getroffen, daß mehrere Beleuchtungskörper
an verschiedenen Kontaktteilen im Steigrohr angeschlossen werden und beim Passieren des leitenden Flüssigkeitskolbens
über denselben ein Aufleuchten der jeweils angeschlossenen Lampe herbeigeführt wird.
Natürlich ist hier die Schnelligkeit des leitenden Flüssigkeitskolbens geringer einzustellen,
was leicht durch Verringerung des Druckes an der Eintrittstelle des Dielektrikums gegebenenfalls
unter die zulässige. Grenze erfolgt. Dies hat zwar eine unregelmäßige Unterbrechung
zur Folge, doch ruft das hier keine Nachteile, vielmehr eine die Aufmerksamkeit auf sich lenkende Wirkung hervor.
Bei allen Ausführungsformen vorliegender Erfindung ist eine Lichtbogenbildung, falls
der nötige Gasdruck eines nicht oxydierenden Gases vorhanden ist, infolge der eigenartigen
Bewegung und Folge der Gas- und Flüssigkeitsteile, der äußerst kurzen Unterbrechungsdauer, günstigen Anordnung und Kühlung
der Kontaktteile ausgeschlossen. Die Konstruktion bietet keine Schwierigkeiten, und
sind die günstigsten Bedingungen zur Erlangung der kolbenförmigen Gasteile bei den bekannten
Luftdruckwasserhebern vielfach erprobt.
Die Dichthaltung der Rohrstücke sowie Kontaktteile ist auf einfache bekannte Weise
(Zündkerzen usw.) leicht zu bewerkstelligen.
Ein motorischer Antrieb fällt weg, falls man das Druckgas aus einer Stahlflasche oder
Druckflüssigkeit einer Wasserleitung entnimmt. Der Apparat arbeitet fast vollständig
geräuschlos und bedarf, einmal in Betrieb gesetzt, keinerlei Wartung. Außer den leicht
und während des Betriebes einfach nachstellbaren, leicht zugänglichen Kontaktteilen ist
der Apparat keiner Abnutzung unterworfen. Es fällt daher jede Schmierung weg.
Der Gasverbrauch ist äußerst gering, da die damit zu beschleunigenden Massen klein sind.
Claims (3)
1. Elektrischer Stromunterbrecher, dadurch gekennzeichnet, daß ein gas- oder
flüssigkeitsförmiges Dielektrikum nach dem bekannten Prinzip der Druckluftwasserheber
eine spezifisch schwerere leitende Flüssigkeit von einem ein- oder mehrteiligen Kontaktorgan verdrängt, wobei
an diesem eine Widerstandsvergrößerung bzw. Stromunterbrechung hervorgerufen wird.
2. Unterbrecher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Dielektrikum
kolbenartig zwei leitende Flüssigkeitsschichten voneinander trennt und die ganze Steigerohrweite ausfüllt.
3. Unterbrecher nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt
am Kontaktorgan vermindert ist z\vecks Druckerhöhung des gasförmigen
Dielektrikums sowie Erhöhung der Geschwindigkeit einer Stromunterbrechung.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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