KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die bisher bekannten künstlichen Gebisse mit Gaumen und darin liegender elastischer Ringscheibe
als Saughalter besaßen den Nachteil, daß der elastische Ring die Gaumenvertiefung fast
vollständig ausfüllte, so daß beim Andrücken der Gebißplatte nur ein verhältnismäßig sehr
kleiner luft verdünnt er Raum zwischen Gaumen und Saugapparat verblieb und eine Saugwirkung
deshalb nicht ausgiebig genug zur
ίο Geltung kommen konnte. Letztere stellte sich
nämlich eigentlich erst dann ein, wenn man die Gebißplatte ein wenig vom Gaumen abzog.
Dann sitzt aber das Gebiß nicht mehr fest und somit hat die Saugwirkung ihren
Zweck verfehlt. Die Saugkraft kann oftmals überhaupt nicht zur Geltung kommen, weil
doch beim Ansaugen des Gebisses sowohl unter der elastischen Scheibe (d. h. in der Vertiefung
des künstlichen Gaumens) als auch über der elastischen Scheibe ein luftverdünnter Raum
entstand. War nun der luftverdünnte Raum unter der elastischen Scheibe größer als der
über derselben, so wurde die Scheibe nach unten (gegen das Gebiß) gezogen, was jedes
Anhaften des Gebisses am Gaumen ausschließt, denn der Hohlraum unter der elastischen
Scheibe darf überhaupt nicht mitwirken. Um diesen Übelstand zu vermeiden und um die Saugkraft des unteren luftleeren
Raumes zu überwinden, damit in jedem Fall ein Anheben des elastischen Ringes zum Gaumen
hin zu erzielen ist, ist durch besondere Formgebung der Gebißplatte ein selbst bei
festestem Andrücken des künstlichen Gebisses am Gaumen stets verbleibender Hohlraum
geschaffen worden, der unter allen Umständen eine Wirkung des Saugringes zur Geltung
kommen läßt.
Auf der Zeichnung ist ein künstlicher Gaumen als Ausführungsbeispiel der Erfindung im
Querschnitt dargestellt.
Der künstliche Gaumen α besitzt eine bekannte doppelt abgestufte Vertiefung b, in
der zunächst ein starrer Ring c sitzt, der dort einvulkanisiert ist. Der Ring c ist mit einem
Randflansch ausgestattet, hinter den ein elastischer, breiterer Dichtungsring e greift.
Von der zweistufigen Vertiefung saugt nur der untere Stufenraum, während der obere
Stufenraum den Dichtungsring e in sich aufnimmt. Wenn das künstliche Gebiß am
menschlichen Gaumen liegt, wird es von dem elastischen Dichtungsring e mittels des starren
Ringes c getragen. Die neue Einrichtung gewährt dem künstlichen Gebiß wesentlich festeren
Halt, was schon durch die Überwindung des Widerstandes unter der elastischen Scheibe
bedingt ist.
Ρλ τ ε ν τ - A N S ρ R υ c H:
Künstliches Gebiß mit Gaumenvertiefung und darin liegendem elastischen Ring als
Saughalter, dadurch gekennzeichnet, daß der elastische Ring (e) einen so großen
Innendurchmesser und die Gaumenvertiefung eine entsprechend so große Weite und Tiefe besitzt, daß der zentrale Hohlraum
(i) größer als der zwischen dem elastischen Ring (e) und dem künstlichen
Gaumen (a) befindliche äußere Ringraum ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.