DE2507414C2 - - Google Patents
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Classifications
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bleichen von faserförmigen Materia
lien, Holzpulpe und ähnlichen Zellulosematerialien mit Hilfe von Gasen ent
sprechend dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie eine zur Durchführung
des Verfahrens geeignete Vorrichtung entsprechend dem Oberbegriff des Patent
anspruchs 5.
Eine solche Vorrichtung ist bereits Gegenstand des älteren deutschen Patents
23 41 335. Dabei erfolgt die Behandlung des Materials derart, daß dieses, be
vor es in den Reaktionsbehälter eingegeben wird, auf eine Temperatur erhitzt
wird, die ausreichend hoch ist, damit die Reaktion einsetzt. Die bei der
Reaktion im Behälter entstehende Reaktionswärme kann andererseits so groß
sein, daß ein unerwünschter Temperaturanstieg in dem Reaktionsbehälter auf
tritt. Jedoch muß nach einem solchen Temperaturanstieg oder trotz eines
solchen Temperaturanstiegs die Temperatur des Materials selbst ausreichend
niedrig gehalten werden, um unerwünschte Qualitätsverluste durch zu große
Erhitzung zu vermeiden.
Bei dem älteren Verfahren bzw. bei der entsprechenden Vorrichtung wird die
in dem Reaktionsbehälter herrschende Tempratur dadurch gesteuert, daß das
Material vor dem Einbringen in den Behälter auf eine entsprechende geeignete
Temperatur gebracht wird. Infolgedessen muß hierbei die Temperatur des Mate
rials am Einlaß des Reaktionsbehälters manchmal so niedrig sein, daß eine
unerwünscht lange Verweilzeit in dem Behälter zur Einleitung und Durchführung
der Reaktion notwendig wird.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens zu schaffen, bei dem bzw. bei
der eine Temperatursteuerung in dem Reaktionsbehälter selbst möglich ist.
Ausgehend von dem Gegenstand des älteren Patents 23 41 335 kennzeichnet sich
das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere dadurch, daß das aus dem Reak
tionsraum entnommene Gas dem Reaktionsbehälter am Einlaßende wieder zugeführt
wird. Bei der entsprechenden Vorrichtung muß Patentanspruch 5 ist erfin
dungsgemäß eine Gasrückführleitung vorgesehen, die einerseits mit dem Gas
raum und andererseits mit dem Einlaßende des Reaktionsbehälters in Verbin
dung steht.
Durch die Ableitung des heißen Gases aus dem Reaktionsbehälter kann somit
die Temperatur in dessen Innerem abgesenkt werden, und die Temperatur des
Reaktionsbehälters kann auf einem vorgegebenen Maximalwert gehalten werden.
Andererseits wird durch die Rückführung des heißen oder erwärmten Gases
nicht nur Energie eingespart, sondern vor allem wird das in den Behälter
eintretende Reaktionsmaterial schnell auf die für den Reaktionsablauf er
wünschte Temperatur erhitzt, so daß die Verweilzeit für die Durchführung der
Reaktion im Behälter verkürzt ist.
Die Unteransprüche 2 bis 4 kennzeichnen vorteilhafte Weiterbildungen des
erfindungsgemäßen Verfahrens, und die Unteransprüche 6 bis 8 kennzeichnen
vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Hierbei
wird insbesondere gemäß Anspruch 4 das zurückgeführte Gas während des Zu
rückführens gekühlt, und zwar vorzugsweise mittels einer Kühleinrichtung
gemäß Anspruch 7. Hierdurch ergibt sich eine besonders gute Steuerung der
Temperatur in dem Reaktionsbehälter, wobei insbesondere das in den Behälter
eintretende neue Reaktionsmaterial sehr genau auf die für die Reaktion er
wünschte Anfangstemperatur gebracht werden kann.
Aus der US-PS 36 93 380 ist zwar eine Vorrichtung zum Bleichen von faser
förmigen Materialien mittels Gasen bekannt. Jedoch wird hier kein Gas aus
dem Reaktionsbehälter mittels eines um den Behälter herumgelegten Gasraums
entnommen, und noch weniger ist eine Gasrückleitung zum Einlaßende vorge
sehen.
Aus der US-PS 36 07 618 ist ein Verfahren zum Behandeln von Holzpulpe mittels
einer Flüssigkeit bekannt, bei dem Flüssigkeit aus dem Reaktionsbehälter am
unteren Ende entnommen und über eine Pumpe und ein Steuerventil zum oberen
Ende des Behälters zurückgeführt wird. Dabei handelt es sich jedoch nicht
um die Behandlung faserförmiger Materialien mit Hilfe von Gasen, sondern um
eine andere Verfahrensführung.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnung
beschrieben.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungs
gemäßen Verfahrens;
Fig. 2 zeigt eine andere Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsge
mäßen Verfahrens;
Fig. 3 zeigt schematisch eine dritte Vorrichtung zur Durchführung des er
findungsgemäßen Verfahrens.
In den drei Figuren ist ein allgemein senkrecht oder aufrecht stehender
Reaktionsbehälter oder Reaktionskessel 10, 10 a, 10 b dargestellt, dessen Auf
bau ähnlich demjenigen nach dem älteren deutschen Patent 23 41 335 ist.
Der Reaktionskessel 10 hat einen oberen Abschnitt 12, der
umfangsmäßig durch eine allgemein senkrechte, ringförmige
Wand 14 begrenzt ist. An diesen Abschnitt schließt ein unterer
Abschnitt 16 an, der umfangsmäßig, durch eine allgemein
senkrechte, ringförmige Wand 18 begrenzt wird. Der obere
Abschnitt 12 des Kessels 10 hat einen waagerechten Querschnitt
oder Querschnittsfläche, die wesentlich kleiner als die des
unteren Abschnittes 16 ist. Die ringförmige Wand 18 erstreckt
sich so nach oben, daß sie das untere Ende der ringförmigen
Wand 14 mit radialem Abstand umgibt, wodurch eine Gaskammer 20
mit relativ großem ringförmigem Abschnitt entsteht, die das
untere Ende des Abschnittes 12 umfangsmäßig umschließt.
Über ihre ganze Länge wird sie durch die Wand 14 begrenzt,
so daß keine direkte Verbindung mit dem Abschnitt 12 besteht.
Das ringförmige untere Ende 22 der Gaskammer 20 umgibt das
untere Ende des oberen Abschnittes 12 des Kessels, wobei ein
wesentlicher Abstand von dem oberen Ende des Kessels gewahrt
bleibt. Die Gaskammer ist vollkommen geöffnet, um als eine
unbegrenzte, große, ringförmige Öffnung zu dienen, aus welcher
während des Arbeitseinsatzes der Vorrichtung Gas fortwährend
abgenommen werden kann. Das obere Ende der Kammer 20 ist durch
eine ringförmige Abschlußwand 24 geschlossen. Unterhalb der
Abschlußwand 24 befindet sich jedoch ein Gasentnahmeauslaß 26,
der mit der Kammer 20 in Verbindung steht. In der Kammer 20,
am unteren Ende 22 der Kammer und an dem Gasentnahmeauslaß 26
befinden sich keine Siebe und ähnliche Filtereinrichtungen,
die den durchtretenden Gasfluß beschränken könnten. Infolge
dessen können keine Schwierigkeiten dadurch auftreten, daß
die Siebe verstopfen und daß Siebe gereinigt werden müssen,
wie es der Fall wäre, wenn solche vorgesehen worden wären.
Am oberen Ende des oberen Abschnittes 12 des Kessels (d. h.
das obere Einlaßende des Kessels 10) befindet sich wenigstens
ein Gaseinlaß 28, der mit dem oberen Abschnitt 12 über eine Gas
zuführleitung 30 in Verbindung steht. Diese wiederum ist mit
einer nicht dargestellten Gasversorgung verbunden, die während
des Arbeitseinsatzes der Vorrichtung verwendet wird. Am
oberen Ende des oberen Abschnittes 12 des Kessels befindet
sich ein Einlaß 32 für das Material oder die Stoffe, der mit
dem oberen Ende des Kessels 10 im allgemeinen mittig verbunden
ist. In der Einlaßöffnung 32 befindet sich eine Förderschraube
34, die an einer Stützwelle 36 angeordnet ist und über einen
Antriebsmotor gedreht wird. Die Schraube ist zum nach unten
Zuführen von Material in dem oberen Abschnitt 12 des Kessels
geeignet. Der Einlaß 32 ist mit einer Materialzuführung 38 ver
bunden, die einen Abschnitt hat, dessen Querschnitt
sich in der Förderrichtung des Materials zu dem Kessel 10 ver
kleinert. Eine drehbar angetriebene Welle 40 ist koaxial in
der Zuführung 38 angeordnet und hat in dem schräg verlaufenden
Abschnitt eine Zuführ- und Zusammenpreßschraube 42. Während
des Arbeitseinsatzes der Vorrichtung bewirkt die sich drehende
Zuführ- und Zusammenpreßschraube 42 in dem schräg verlaufenden
Abschnitt der Zuführung 38 das Zusammenpressen des Materials
oder Stoffes in der Zuführung 38, um einen Gasfluß durch sie
hindurch zu bringen, während die Schrauben 34, 42 Material
in das obere Ende des oberen Abschnittes 12 des Kessels 10
bringen.
Das obere Ende des oberen Kesselabschnittes 12 enthält
Einrichtungen, um insbesondere das durch den Einlaß 32
zugeführte Material aufzubrechen, aufzulockern und zu zer
streuen, wobei durch diese Einrichtungen das lockere Material
über den Querschnitt des oberen Kesselabschnittes 12 verteilt
wird. Solche Einrichtungen sind
bekannt. Eine solche Einrichtung besteht aus einem
inneren Ring 44 aus gekrümmten, in Abstand angeordneten dreh
baren Stiften, die mit der Welle 36 verbunden sind, so daß sie
sich mit ihr drehen. Ferner ist ein koaxial und in radialem
Abstand angeordneter äußerer Ring 46 aus gebogenen, in Abstand
angeordneten festen Stiften vorhanden. Während des Betriebes
der Vorrichtung dreht sich der Ring 44 mit drehbaren Stiften
kontinuierlich relativ zu dem Ring 46 mit festen Stiften. Das
durch die Zuführung 32 eingebrachte Material wird durch die
relative Drehung der Stifte auseinandergerissen und anschließend
durch die Lücken zwischen aufeinanderfolgenden Stiften nach
außen abgegeben, wodurch es in aufgelockerter oder verteilter
Form über den Querschnitt des Kessels 10 ausgebreitet wird.
Es ist naheliegend, daß die Einrichtungen zum Verteilen des
Materials und zum Zusammenpressen und Zuführen auch anders
ausgestaltet sein können. Am unteren Ende des unteren Kesselab
schnittes 16, d. h. das untere Abgabeende des Kessels, befindet
sich ein Auslaß 48 für das reagierte Material. Am Boden befindet
sich ein Schaber 50, der über eine Welle 52 zum Abgeben des
Materials durch den Auslaß 48 angetrieben wird.
Gemäß der Erfindung ist eine Einrichtung zur Wiederverteilung
von Wärme in dem Reaktionskessel 10 während des Arbeitsablaufes
vorhanden, um die innere Kesseltemperatur zu steuern. Insbe
sondere ist in Fig. 1 außerhalb des Kessels 10 eine Rückführleitung
54 vorgesehen, die an ihren entgegengesetzten Enden mit dem
Gasauslaß 26 und dem Gaseinlaß 28 verbunden ist, um das durch
den Gasauslaß 26 abgegebene Gas durch den Gaseinlaß in das obere
Ende des Kessels zurückzuführen. Die Rückführleitung 54 hat
ferner ein bekanntes Zentrifugalgebläse 56, das zur Zurück
führung des Gases durch die Rückführleitung 54 zum Gaseinlaß
28 geeignet ist. Die Gaszuführungsleitung 30 ist über die
Rückführleitung 54 mit dem Gaseinlaß 28 verbunden, wodurch
das rückgeführte Gas und das zugeführte Gas sich in der
Leitung 30 vermischen und so in den Einlaß 28 einströmen.
Es wird nun die Arbeitsweise der beschriebenen Vorrichtung
bei der Lignin-Zerstörung von Zellulosepulpe mittels Sauerstoff
beschrieben. Es wird davon ausgegangen, daß die Hitze einer
solchen Reaktion ausreicht, um die Temperatur der Pulpe in
dem Kessel 10 um 26,7°C zu erhöhen, wobei angenommen wird, daß
die maximale Temperatur in dem Kessel 10 während einer solchen
Reaktion unterhalb von 121°C gehalten werden muß, um einen
Qualitätsverlust der Pulpe zu verhindern.
Während des Betriebes drehen sich die Wellen 36, 40, 52
fortwährend, um eine kontinuierliche Drehung der Schrauben
34, 42, des Ringes 44 mit den sich drehenden Stiften und des
Bodenschabers 50 zu bewirken. Die zu reagierende Pulpe wird
in dem Kessel 10 während einer Zeit gehalten, die für die
Reaktion in einer löchrigen, gasdurchlässigen Schichtung
von flockiger Pulpe geeignet oder wünschenswert ist. Das obere
Ende der Schichtung ist mit 58 bezeichnet und hat von dem
oberen Ende des oberen Abschnittes 12 des Kessels einen Abstand,
wodurch ein Gasraum 60 gebildet wird. Die Pulpe bewegt sich
fortwährend in solcher löchriger Schichtung nach unten, so daß
reagierte Pulpe am unteren Ende der Schichtung durch den Aus
laß 48 entnommen wird. Die so in dem Kessel 10 angeordnete Pulpe
erstreckt sich an ihrem oberen Ende über den gesamten Querschnitt
des oberen Kesselabschnittes 12 und dehnt sich über den Quer
schnitt im unteren Kesselabschnitt 16 über seine ganze Weite
aus, wodurch eine große, ringförmige Wechselwirkungsfläche 100
mit der Gasaufnahmekammer 20 entsteht.
Zu reagierende Pulpe wird kontinuierlich über die Zuführ-
und Zusammendrückschraube 42 eingebracht, die die Pulpe
in dem schräg verlaufenden Abschnitt der Zuführung 38 zu
sammenpreßt und dabei einen nicht löchrigen Ballen von
Pulpe stromaufwärts von dem Kessel 10 bildet, um einen
Gasfluß zu und von dem Kessel 10 durch die Führung 38 zu
verhindern. Die Zuführschraube 34 erhält fortwährend diese
Ballen von Pulpe durch die Zuführung 38 und bringt die
Pulpe nach unten zu den Ringen 44 und 46 mit den sich re
lativ zueinander drehenden Stiften. Aufgrund der relativen
Drehung zerreißen und zerflocken die Stifte die Pulpe, so
daß sie in eine für die Reaktion geeignete Form gebracht
wird, wobei sie in dem Kessel 10 in der oben beschriebenen
Weise als ein löchriger, gasdurchlässiger Pulpe-Ballen oder
Pulpeschichtung vorliegt. Die Ringe 44, 46 mit den Stiften
fördern die Pulpe in einem radial nach außen gerichteten
Fluß zwischen aufeinanderfolgenden Stiften, wobei die Pulpe
durch den Raum 60 auf das obere Ende 58 der bereits vor
handenen Pulpeschichtung locker fällt. Die Temperatur der
zugeführten Pulpe kann beispielsweise bei ungefähr 76,5°C
liegen.
Gleichzeitig wird Reagenzgas oder Sauerstoff kontinuierlich mit
einer gesteuerten Menge über die Gaszuführleitung 30 durch den
Gaseinlaß 28 dem Gasraum 60 und der herunterfallenden Pulpe
zugeführt. Während des Herunterfallens ist die Pulpe dem
zugeführten Reaktionsgas ausgesetzt und ein großer Teil dieses
Gases wird hierbei von der Pulpe absorbiert. Das nicht absor
bierte Gas dringt nach unten durch die löchrige Pulpeschichtung
mit einer Geschwindigkeit hindurch, die wesentlich größer als die
der nach unten gerichteten Bewegung der Pulpe ist. Während
des nach Untenfließens wird ein zusätzliches Volumen von
Reaktionsgas von der Pulpe absorbiert. Das übrigbleibende,
nicht absorbierte Gas gelangt auf der Höhe der Wechselwirkungs
schicht 100 nach oben durch die Gasabgabeöffnung 22 in die
Gaskammer 20 und wird von dort durch die Gasrückführleitung
54 mittels des Gebläses 56 in den oberen Teil des oberen
Kesselabschnitts 12 zurückgeführt.
Das zurückgeführte Gas wird in den Gasraum 60 durch den Gasein
laß 28 zugeführt, wobei es mit dem Gas von der Gasversorgungs
leitung 30 vermischt wird. Der größte Teil der Wärme, die in
dem zurückgeführten Gas vorhanden ist, liegt in der Form von
Wasserdampf vor, der aus dem unteren Ende des oberen Kessel
abschnittes 12 stammt, wo aufgrund der Wärmereaktion von der
heißen Pulpe verdampftes Wasser auftritt. Das in den Gasraum
60 zurückgeführte Gas hat eine höhere Temperatur als die
zugeführte Pulpe. Aufgrund der großen Turbulenz in dem Gasraum
60 und der großen ausgesetzten Oberfläche der nach unten durch
diesen Raum hindurchfallenden Pulpe erfolgt ein Wärmeübergang
von dem zurückgeführten Gas zur Pulpe durch Kondensation des
Wasserdampfes, der in dem zurückgeführten Gas vorhanden ist.
Die Wärmeübertragung geschieht nahezu sofort, wodurch im
wesentlichen erreicht wird, daß die Temperatur des zurückge
führten Gases und der flockigen Pulpe gleich groß ist, bevor
die Pulpe auf die obere Schicht der aufgeschichteten Pulpe
58 fällt. Die Größe der Wärmeübertragung von dem zurückge
führten Gas auf die Pulpe hängt natürlich von dem Volumen
des zurückgeführten Gases ab. Jedoch hat man errechnet, daß in
einem Fall, bei dem die Temperaturerhöhung in dem Pulpebett 58
aufgrund der Reaktionswärme 44,5°C ohne Gaszurückführung be
trägt, die Rückführung von 3/10-8/10 von 450 g Sauerstoff
pro 450 g Pulpe den Temperaturanstieg innerhalb des Pulpebettes
58 auf 22°C bis 33°C begrenzt, während die Temperatur der
zugeführten Pulpe im Gasraum 60 sich um 11°C bis 22°C er
höht (beispielsweise von 76,7°C auf einen Bereich von 87,8 bis
99°C) d. h. auf eine Temperatur, bei der umgehend eine
schnelle Reaktion einsetzt. Innerhalb des Pulpebettes 58
bewirkt das nach unten fließende Gas eine Begrenzung des
Temperaturanstieges durch Verdampfen von Wasser und Absor
bieren der durch die Hitzereaktion von der heißen Pulpe er
zeugten Wärme, wodurch ein Überhitzen und eine Qualitäts
minderung der Pulpe verhindert wird.
In der Fig. 2 sind die ähnlichen Elemente oder Teile der
Vorrichtung, wie sie vorhergehend beschrieben worden ist,
mit einem zusätzlichen "a" versehen. Die in dieser Figur
dargestellte Ausführungsform ist besonders dann geeignet,
wenn das zurückgeführte Gas gekühlt werden soll oder muß.
Ein Kühler 62 ist in der Gasrückführleitung 54 a zum Kühlen
des durch die Leitung 54 a zurückgeführten Gases vorgesehen.
Der Kühler 62 kann von bekannter Art sein, wie z. B. ein indi
rekter Wärmeaustauscher oder ein direkter Sprühkondensator.
Durch den Kühler wird die Temperatur des zurückgeführten Gases
ausreichend erniedrigt, so daß die Temperatur in dem Kessel
10 a gesteuert werden kann. Die Kühlung des zurückgeführten
Gases ist besonders bei der Gaschlorierung von Zellulose
pulpe angezeigt. Abgesehen von dem Kühler 62 besteht der
Unterschied zwischen der Vorrichtung gemäß der Fig. 1 und
Fig. 2 darin, daß bei letzterer das Gebläse 56 a anschließend
an den Gaseinlaß 28 a angeordnet und die Gaszuführleitung 30 a
stromaufwärts von dem Gebläse 66 a mit der Gasrückführleitung
54 a verbunden ist. Aufgrund der Beschreibung der Vorrichtung
nach Fig. 1 ist die Arbeitsweise der Vorrichtung gemäß Fig. 2
ohne weiteres ersichtlich. Bei der Vorrichtung gemäß Fig. 3
sind die den Vorrichtungen der Fig. 1 und 2 entsprechenden
oder gleichen Elemente oder Teile mit einem zusätzlichen "b"
versehen. Die Ausführungsform gemäß Fig. 3 ist besonders gut
für die Fälle geeignet, bei denen das zugeführte Reaktions
gas mit einem inerten Trägergas wie z. B. Stickstoff, Luft
oder Dampf verdünnt wird. Bei dieser Vorrichtung geschieht
das Zerflocken der Pulpe in einem Zerflocker 64, der außer
halb des Kessels 10 b angeordnet ist. Die Bauweise ist ähnlich
der der Zerkleinerungs- und Blaseinrichtung, die in der DE-PS 23 41 335
angegeben ist. Der Zerflocker
64 kann koaxial angeordnete Ringe mit drehenden und festen
Stiften haben. Er ist über eine Materialzuführung 66 mit dem
Materialeinlaß 68 am oberen Ende des oberen Kesselabschnittes
12 b verbunden. Ferner steht er mit dem oberen Ende über eine
Gasabführleitung 70 in Verbindung, die zum Abführen von Gas
vom oberen Kesselende angeordnet ist. Dabei bläst das abge
führte Gas die zerflockte oder zerkleinerte Pulpe von dem
Zerflocker 64 durch die Leitung 66 in das obere Ende des oberen
Kesselabschnittes 12 b. Am unteren Ende des Kessels 10 b be
findet sich ein Abgabeauslaß 48 b, der mit einer drehbaren, ange
triebenen Wegführschraube 72 ausgestattet ist. Unterhalb des
Kesselabschnittes 16 b hat der Kessel 10 b eine Entladekammer oder
Wegführabschnitt 74, die/der von dem unteren Ende des Kessel
abschnitts 16 b durch eine drehbare, angetriebene Wegführfläche
76 getrennt ist, durch die das Wegführen von Pulpe vom
unteren Ende der Pulpeschichtung in die Wegführkammer 74
um die Fläche 76 herum, gesteuert wird. Die Gasrückführ
leitung 54 b kann einen Kühler 62 b haben und steht mit dem
Gaseinlaß 28 b über ein bekanntes Gaserzeugungssystem 78 in
Verbindung, welches von bekannter Bauart sein kann.
Beim Betrieb der Vorrichtung gemäß Fig. 3 ist das aus der
Gaskammer 20 b in die Gasrückführleitung 54 b abgegebene Gas
in erster Linie inertes Trägergas, obgleich vorzugsweise
ein Rest von Reaktionsgas enthalten sein sollte, um zu
verhindern, daß die Reaktion am unteren Ende des oberen Kessel
abschnittes 12 b unerwünscht langsam abläuft. Das Gas wird
zu dem Gaserzeugungssystem 76 geführt, welches zusätzliches
Reaktionsgas in das Trägergas einmischt, bevor es durch den
Gaseinlaß 28 b in den Gasraum 60 b einfließt. Die in Fig. 3
dargestellte Ausführungsform ist besonders gut zur Behandlung
von flockiger Pulpe mit Chlormonoxyd und Chlordioxyd in der
Gasphase geeignet, jedoch nicht nur auf diese Anwendungen be
schränkt. Die Ausführungsform gemäß Fig. 3 hat einen Zerflocker
64, der außerhalb des Kessels 16 b angeordnet ist. Sie könnte
aber auch einen Zerflocker innerhalb des Kessels 10 b haben,
der beispielsweise in der Art von sich relativ zueinander
drehenden Stiften ausgestaltet sein könnte, wie er in den
oberen Enden der Kessel 10, 10 a der Ausführungsform gemäß
Fig. 1 und 2 vorgesehen ist. Andererseits könnten die Zer
flocker der Ausführungsformen gemäß den Fig. 1 und 2 durch außer
halb angebrachte Zerflocker, wie der mit 64 in der Fig. 3 be
zeichnete, ausgetauscht werden, wenn dies erwünscht ist.
Claims (8)
1. Verfahren zum Bleichen von faserförmigen Materialien, Holzpulpe und
ähnlichen Zellulosematerialien mit Hilfe von Gasen, das in einem Reak
tionsbehälter (10, 10 a, 10 b) mit einem Materialeinlaß (32, 32 a, 68) und
einem Gaseinlaß (28, 28 a, 28 b) an einem Ende des Behälters und mit einem
Materialauslaß (48, 48 a, 48 b) am anderen Ende des Behälters durchgeführt
wird, wobei aus dem Reaktionsbehälter (10, 10 a, 10 b) Gas aus einem Gas
raum (20, 20 a, 20 b) entnommen wird, der ringförmig um den Behälter herum
gelegt ist und der in ständig offener Verbindung mit dem Reaktionsbehäl
ter steht, dadurch gekennzeichnet, daß das aus dem Gasraum (20, 20 a, 20 b)
entnommene Gas am Einlaßende des Reaktionsbehälters (10, 10 a, 10 b) in
diesen zurückgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zurückge
führte Gas dem Reaktionsbehälter (10, 10 a, 10 b) getrennt von der Material
zufuhr zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zurückge
führte Gas dem Reaktionsbehälter (10, 10 a, 10 b) vermischt mit Frischgas
zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das zurückgeführte Gas während des Zurückführens gekühlt wird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehen
den Ansprüche, mit einem aufrechtstehenden Reaktionsbehälter (10, 10 a,
10 b) mit einem Materialeinlaß (32, 32 a, 68) und einem Gaseinlaß (28, 28 a,
28 b) oder am Behälter und mit einem Materialauslaß (48, 48 a, 48 b) unten
am Behälter, wobei der Reaktionsbehälter (10, 10 a, 10 b) mit einer Ein
richtung zum Ableiten von Gas ausgestattet ist, die einen zusätzlichen,
mit einem Gasauslaß (26, 26 a, 26 b) versehenen Gasraum (20, 20 a, 20 b)
aufweist, der ringförmig um den Reaktionsbehälter (10, 10 a, 10 b) herum
gelegt ist, wobei der Unterteil des Gasraums (20, 20 a, 20 b) in ständig
offener Verbindung mit dem Reaktionsbehälter (10, 10 a, 10 b) steht,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Gasrückführleitung (54, 54 a, 54 b) einer
seits mit dem Gasraum (20, 20 a, 20 b) und andererseits mit dem Einlaß
ende des Behälters (10, 10 a, 10 b) in Verbindung steht.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß an der Gasrück
führleitung (54, 54 a, 54 b) eine Gasfördereinrichtung (56, 56 a, 56 b) an
geordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß an der Gas
rückführleitung (54 a, 54 b) eine Gaskühleinrichtung (62, 62 b) vorgesehen
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gasrück
führleitung (54, 54 a) mit einer Zuführleitung (30, 30 a) für Frischgas
verbunden ist und gemeinsam mit dieser in den Gaseinlaß (28, 28 a)
mündet.
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