DE2505582C2 - Steuerventil für die alternative Zu- oder Abfuhr von Druckflüssigkeit zu bzw. von einem Verbraucher - Google Patents
Steuerventil für die alternative Zu- oder Abfuhr von Druckflüssigkeit zu bzw. von einem VerbraucherInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Steuerventil für die alternative Zu- oder Abfuhr von Druckflüssigkeit zu
bzw. von einem Verbraucher, bestehend aus einem Gehäuse mit einer an eine Druckflüssigkeitsquelle
angeschlossenen ersten Kammer, einer an einem Auslaß angeordneten zweiten Kammer und einer dazwischen
angeordneten, mit dem Verbraucher verbundenen dritten Kammer, die sämtliche von einer gemeinsamen
Gehäusebohrung gebildet und durch von Ventilgliedern verschließbare ringförmige Ventilsitze voneinander
getrennt sind, wobei der zwischen der ersten und der dritten Kammer angeordnete Ventilsitz eine zur ersten
Kammer weisende ebene Sitzfläche mit einem in Schließrichtung vorzugsweise federbelasteten Ventilteller
aufweist, der von einem die zweite und dritte Kammer koaxial zur Gehäusebohrung durchragenden
Druckglied von dieser Sitzfläche abhebbar ist.
Aus der DE-PS 12 45 665 ist ein Steuerventil bekannt,
das sich zur Bildung eines 5/3-Wegeventils aus zwei derartigen spiegelsymmetrisch zueinander angeordneten
Ventilen zusammensetzt, denen die »erste« Kammer durch Anordnung in der Mitte einer durchgehenden
Gehäusebohrung gemeinsam ist. Bei diesem bekannten Steuerventil sind die zwischen den »zweiten« und
»dritten« Kammern wirksamen Ventilglieder von dem Druckglied selbst gebildet, das als verdickter Ventilkolben
mit konischer Stirnfläche ausgebildet ist und in der Schließstellung eine die zweite von der dritten Kammer
trennende Lippendichtung durchragt, aus deren Bereich es beim Öffnen axial herausgeschoben wird.
Dem bekannten Steuerventil haften eine Reihe von Nachteilen an, die es inbesondere zur Anwendung bei
einem hydrodynamisch-mechanischen Verbundgetriebe in einem Kraftfahrzeug ungeeignet machen, bei dem
eine den Wandler überbrückende Direktkupplung durch Umkehr der Strömungsrichtung im Strömungskreislauf
zwischen der Wandlerkammer und einer Wandlerfüllpumpe einschaltbar ist, während dabei gleichzeitig das
Pumpenrad des Wandlers vom Wandlerumlaufgehäuse entkuppelbar ist. Für einen solchen Anwendungsfall
erbringt der Öffnungsquerschnitt zwischen der Lippendichtung und dem konisch abgesetzten Ventilkolben im
Öffnungszustand einen unerwünscht großen Druckabfall. Desweiteren erfordert das Ventil einen verhältnismäßig
großen Öffnungsweg, der schnelle Umschaltungen zwischen Wandlerantrieb und Direktantrieb und
umgekehrt unmöglich macht. Da die Lippendichtung notwendig aus gummielastischem Material besteht, ist
die Betriebstemperatur der zu steuernden Druckflüssigkeit begrenzt, was die volle Ausnützung der mit einem
Drehmomentwandler möglichen hydraulischen Brem-
sung verhindert, bei der die Bremsleitung als Wärme mic
der Wandlerflüssigkeit über das Steuerventil zu einem Wärmetauscher abgeführt werden muß. Schließlich ist
das bekannte Steuerventil auch äußerst empfindlich gegenüber Schmutzpartikeln in der zu steuernden
Flüssigkeit, da diese die einwandfreie Anlage der Lippendichtung gegen den Ventilkolhnn beeinträchtigen
können und deren baldigen Verschleiß fördern.
Aufgabe der Erfindung ist es, die vorstehend erwähnten Nachteile bei einem Steuerventil der
eingangs gekannten Art zu vermeiden.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der Ventilsitz zwischen der zweiten und der dritten
Kammer eine gleichfalls ebene, jedoch entgegengesetzt gerichtete Sitzfläche aufweist, von welcher ein von dem
Druckglied axial verschieblich und dichtend durchsetzter zweiter Ventilteller durch das Druckglied abhebbar
ist, und daß das Druckglied einen eine Schulter bildenden Anschlag trägt, der bei geöffnetem ersten
Ventilteller den zweiten Ventilteller in dichtende Anlage gegen seinen Sitz festhält.
Die Ausbildung beider Ventilglieder als Ventilteller, die von einem Druckglied axial verschieblich und
dichtend durchsetzt werden und mit entgegengesetzt zueinander gerichteten Sitzflächen zusammenwirken ist
zwar bei einem ähnlichen Steuerventil bereits bekannt (FR-PS 12 68 580). Im Verhältnis zu dem Steuerventil
nach der Erfindung sind dort jedoch die Sitzflächen gerade umgekehrt gerichtet, so daß der zwischen der
Druckmittelquelle und dem Verbraucher abdichtende Ventilteller durch eine entsprechend bemessene Andruckfeder
gegen den anstehenden Druck auf seinen Sitz gepreßt werden muß, während es zum Öffnen des
anderen Ventiltellers der Ausübung einer den Druck im Verbraucherkreis überwindenden Abhebekraft durch
das Druckglied bedarf.
Weiterhin ist es bei einer aus Einzelventilen bestehenden Ventilanordnung, die zu den gleichen
Zwecken wie das erfindungsgemäße Steuerventil verwendbar ist, bekannt (US-PS 34 52 781), die von
miteinander kraftschlüssig verbundenen Druckgliedern axial verschieblich und dichtend durchsetzten Ventilglieder
in entgegengesetzten Richtungen gegen ihre Ventilsitze abdichten zu lassen, wobei das Ventilglied
zwischen Druckquelle und Verbraucher in Strömungsrichtung abdichtet, während das Ventilglied zwischen
Verbraucher und druckfreiem Auslaß in Strömungsrichtung öffnet. Die Ventilglieder der bekannten Anordnung
sind jedoch als Kegelventile ausgebildet, die mit konischen Ventilsitzen zusammenwirken, wodurch zur
Erzielung der erforderlichen Öffnungsquerschnitte große Axialbewegungen der Ventilglieder erforderlich
sind und bei Verschmutzung die Gefahr eines Verklemmens der Ventilglieder in den koniscnen Sitzen
besteht.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Steuerventils liegen darin, daß im Gegensatz zu den Verhältnissen
beim Gegenstand der DE-PS 12 45 665 jeweils nur das Ventilglied bewegt wird, an dem ein Durchlaß
geschaffen werden soll, und mit nur kurzen Servomotor-Bewegungen schnell große Ventilöffnungen und damit
ein schnelles Ansprechen des gesamten Steuerventils ermöglicht werden. Das erfindungsgemäße Ventil
erfordert außerdem nicht die Verwendung von Gummi, sondern kann mit festen Werkstoffen arbeiten, da das
positive Schließen der Ventilteller etwa eingelagerten Schmutz, wie insbesondere Textilverunreinigungen
praktisch unschädlich macht. Die Verwendbarkeit fester Werkstoffe erlaubt außerdem höchste Drucke und auch
hohe Temperaturen, denen gegenüber Gummi oder elastischer Kunststoff nicht mehr verwendbar ist
Bei hydrodynamischen Drehmomentwandlern be-
steht ferner das Erfordernis, im Wandlerbetrieb eine ständige Flüssigkeitszirkulation von der Füllpumpe zur
Wandlerkammer und zurück unter einem bestimmten Grunddruck in letzterer aufrecht zu erhalten. Mit dem
erfindungsgemäßen Steuerventil läßt sich diesem
ίο Erfordernis äußerst einfach dadurch entsprechen, daß
der zweite Ventilteller in Schließrichtung federbelastet ist. Durch diese Maßnahme wirkt der zweite Ventilteller
wie ein Maximaldruckventil, für das zugleich sichergestellt ist, daß es nicht im umgekehrten Fall öffnet, wenn
es durch Umstellung des Steuerventils mit der Druckseite der Wandlerfüllpumpe in Verbindung
gelangt
Das erfindungsgemäße Steuerventil laßt sich besonders vorteilhaft zur Richtungsumkehr und Druckbegrenzung
der die Wandlerkammer eines hydrodynamisch-mechanischen Getriebes durchströmenden Arbeitsflüssigkeit
verwenden, indem das hierzu als symmetrisch gestaltete Doppelventil mit einer zentralen
ersten Kammer, zwei zu den Enden der Gehäusebohrung hin versetzten zweiten Kammern und je einer
zwischen der ersten und jeder zweiten Kammer gelegenen dritten Kammer ausgebildet ist und die
beiden von je einem ersten Ventilteller gebildeten inneren Ventilglieder auf einer Leitspindel zentriert
sind, die sich in die Druckglieder zentrisch erstreckt. Für ein derartiges Doppelventil besteht dann eine besonders
vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung darin, daß die beiden von den zweiten Ventiltellern gebildeten
äußeren Ventilglieder auf den Druckgliedern zentriert sind.
Ein solches Doppelventil ist auch an anderer Stelle in einem hydrodynamisch-mechanischen Verbundgetriebe
mit Vorteil anwendbar, wie nämlich zur alternativen Einschaltung von Reibungskupplungen bzw. -bremsen,
mit denen entweder Doppelrotation oder Einfachrotation des Wandlers oder Vorwärts- oder Rückwärtsantrieb
einschaltbar sind.
Weitere Merkmale zur vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen 4
bis 6.
Die Erfindung wird nachstehend anhand zweier, insbesondere zur Verwendung bei einem hydrodynamisch-mechanischen
Verbundgetriebe geeigneter bevorzugter Ausführungsformen des Steuerventils in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert. In der
Zeichnung zeigt
F i g. 1 einen Längsschnitt durch eine erste Ausführungsform des Steuerventils in ungefähr natürlicher
Größe,
F i g. 2 die schematische Darstellung eines hydrodynamisch-mechanischen
Verbundgetriebes mit hydraulisch betätigbaren Reibungskupplungen und -bremsen sowie
einem aus mehreren Steuerventilen nzch Fig.! bestehenden Ventilsystem, zu deren Betätigung und
Fig.3 einen Längsschnitt ähnlich Fig. 1 durch eine
abgeänderte Ausführungsform des Steuerventils.
Das in F i g. 1 gezeigte Steuerventil ist ein sog. 5/3-Wegeventil, das mit zwei Maximaldruckventilen
vereinigt ist.
Das Ventil ist im wesentlichen symmetrisch zu einer Querebene 138 ausgebildet und hat ein Gehäuse 140 mit
einer durchgehenden, mehrfach abgesetzten Ventilbohrung 142, deren Enden durch Vorventilgehäuse 144
verschlossen sind. Eine an eine Druckflüssigkeiisquelle
anschließbare Einlaßöffnung 146 mündet unmittelbar in der axialen Mitte in die Ventilbohrung 142. Zu beiden
Seiten dieser Einmündung sind Hülsen 148 mit Hilfe von O-Ringen 150 dichtend in die Ventilbohrung 142
eingesetzt und durch Sprengringe 152 in Stellung gehalten. Beiderseits der Einlaßöffnung 146 münden mit
Axialabstand zu diener, öffnungen 154, 156, an welche die zu steuernden Verbraucher anschließbar sind, über
Ringnuten 158 und Radialbohrungen 160 innerhalb der Hülsen 148 in die Ventilbohrung 142. Ferner mündet
außerhalb der Sprengringe 152 ein im Ventilgehäuse 140 ausgebildeter Rückführkanal 162, der zur Saugseite
der Druckflüssigkeitsquelle führt, in die Ventilbohrung 142, bevor sich diese ein letztes Mal schulterförmig
erweitert. Gegen diese Schultern liegen in die äußersten Abschnitte der Ventilbohrung 142 eingesetzte scheibenförmige
Federwiderlager, die durch Sprengringe 166 in Stellung gehalten sind.
Jeder der äußersten Abschnitte der Verililbohrung 142 nimmt einen Betätigungskolben 168 dichtend und
verschieblich auf, der auf je einer Buchse 170 sitzt und auf dieser durch einen Sprengring 172 axial festgelegt
ist. Die beiden Buchsen 170 sind axial verschieblich auf einer Führungsspindel 174 angeordnet, welche die
Ventilkolben 168 gegen Verkanten sichert.
Die Enden der Hülsen 148 bilden Ventilsitze für jeweils einen inneren Ventilteller 176 und einen äußeren
Ventilteller 178. Die beiden inneren Ventilteller 176 sind unmittelbar auf der Führungsspindel 174 axial verschieblich
geführt und mittels, einer zwischen ihnen angeordneten Schraubendruckfeder 180 in Schließrichtung
gegen ihre Ventilsitze an den Hülsen 148 vorgespannt. Die äußeren Ventilteller 178 sind demgegenüber
auf je einer Hülse 182 verschieblich geführt, welche ihrerseits auf der Führungsspindel 174 verschieblich
ist und sich zwischen der zugehörigen Buchse 170 und dem zugehörigen inneren Ventilteller 176 mit
einem gewissen Axialspiel erstreckt. Weiterhin sind die äußeren Ventilteller 178 durch Schraubendruckfedern
184. die sich am ringförmigen Federwiderlager 164 abstützen, gegen ihre Sitze an den Hülsen 148
vorgespannt.
Die Vorventilgehäuse 144 enthalten in F i g. 1 nicht gezeigte elektromagnetisch betätigbare Vorventile,
durch welche über Axialbohrungen 168 in den Vorventilgehäusen 144 Steuerdruckflüssigkeit zu den
beiden Außenseiten der Ventilkolben 168 alternativ geleitet werden kann.
Das vorbeschriebene Steuerventil eignet sich, wie bereits erwähnt, besonders zur Anwendung bei einem
hydrodynamisch-mechanischen Verbundgetriebe, wie es in F i g. 2 schema tisch dargestellt ist.
Das in F i g. 2 gezeigte Vei'uundgetriebe enthält einen
hydrodynamischen Drehmomentwandler mit einem Leitrad 50, einem doppelt beschaufelten Turbinenrad 52
und einem Pumpenrad 54, das mittels einer Reibungskupplung 56 mit dem das Eingangsglied bildenden
Wandlerumlaufgehäusen 22 kraftschlüssig verbindbar
ist Dem Drehmomentwandler ist ein Planetengetriebe 16 nachgeschaltet, das beim Einrücken einer Reibungskupplung
14 die Leitradwelle 6 gegenläufig mit der Turbinenradwefle 18 zur Herstellung von »Doppelrotation«
mit besonders hoher Drehmomentvervielfachung verbindet während für »Einfachrotation« mit geringerer
Drehmomentvervielfachung die Leitradwelle 6 mittels einer Reibungsbremse 12 am feststehenden
Getriebegehäuse festlegbar ist Mit einer weiteren Reibungskupplung 58 läßt sich das Wandlerumlaufgehäuse,
statt mit dem Pumpenrad 54, mit der Turbinenwelle 6 zur Herstellung von »Direktantrieb« verbinden.
Schließlich ist im Beispielsfall noch ein Reversiergetriebe 44 vorhanden, das durch Einrücken einer seinen
Planetenträger stillsetzenden Reibungsbremse 48 die Drehrichtung der Abtriebswelle 36 des Verbundgetriebes
zur Herstellung von »Rückwärtsantrieb« umkehrt, während eine Reibungskupplung 46 bei geöffneter
Reibungsbremse 48 das Reversiergetriebe zur Herstellung von »Vorwärtsantrieb« in sich blockiert.
Die Reibungskupplungen bzw. -bremsen 12,14,46,48
sind mit druckflüssigkeitsbetätigten Servos versehen, die jeweils paarweise über 5/3-Wegeventile 200 bzw. 202
derart steuerbar sind, daß mit dem Ventil 200 alternativ »Doppelrotation« oder »Einfachrotation« und mit dem
Ventil 202 alternativ »Vorwärtsantrieb« oder »Rückwärtsantrieb« einschaltbar sind.
Ein drittes 5/3-Wegeventil 112 dient zur alternativen Einschaltung von »Wandlerantrieb« mit »Doppelrolation« oder »Einfachrotation« und »Direktantrieb« dergestalt, daß durch Druckflüssigkeitszufuhr entweder zur Wandlerkammer über eine Leitung 66 das axial verschiebliche Pumpenrad 54 mit dem Wandlerumlaufgehäuse 22 gekuppelt oder zu einem Servomotor 116 über eine Leitung 68 die Direktkupplung 58 eingerückt wird, wobei jeweils die andere Leitung 68 bzw. 66 über das Ventil 112 entlüftet wird.
Ein drittes 5/3-Wegeventil 112 dient zur alternativen Einschaltung von »Wandlerantrieb« mit »Doppelrolation« oder »Einfachrotation« und »Direktantrieb« dergestalt, daß durch Druckflüssigkeitszufuhr entweder zur Wandlerkammer über eine Leitung 66 das axial verschiebliche Pumpenrad 54 mit dem Wandlerumlaufgehäuse 22 gekuppelt oder zu einem Servomotor 116 über eine Leitung 68 die Direktkupplung 58 eingerückt wird, wobei jeweils die andere Leitung 68 bzw. 66 über das Ventil 112 entlüftet wird.
Alle drei 5/3-Wegeventile 112, 200 und 202 sind zweckmäßig als mit elektrisch betätigbaren Vorsteuerventilen
versehene Steuerventile nach Fig. 1 ausgebildet, denen die Druckflüssigkeit von einer Wandlerfüll-Dumpe
20 über eine Verteilerleitung 64 zugeführt wird. In dem zum Ventil 112 führenden Leitungszweig 64 ist
ein servobetätigtes Drosselventil 145 angeordnet, welches sicherstellt, daß die Druckflüssigkeit vor dem
Drosselventil einen höheren Druck besitzt als dahinter. Auf diese Weise stehen zur Verwendung in den
Betätigungsservos der Bremsen bzw. Kupplungen 12, 14, 46, 48 ein höherer Druck zur Erzielung einer
ausreichenden Drehmomentübertragungskapazität zur Verfügung, während der Druck für den Rest des
Hydrauliksystems niedriger ist. Ein Maximaldruckventil 226 begrenzt diesen niedrigeren Druck, der auch zum
Betätigen der drei Steuerventile 112, 200 und 202 über
die elektrisch betätigbaren Vorsteuerventile verwendet wird, auf einem bestimmten Wert.
Bei einem solchen Verbundgetriebe wirkt beispielsweise das nach Fig. 1 ausgebildete 5/3-Wegeventil 112
wie folgt:
Wenn beispielsweise Hydraulikantrieb eingeschaltet werden soll. d. h. die Leitung 66 mit der Speisedruckleitung
64 verbunden werden soii und die Leitung 68 zu dem Ruckfuhrkanal 162 (Fig. 1) geöffnet werden soll,
wird das untere bzw. rechte Vorsteuerventil betätigt Dadurch gelangt durch die Axialbohrung 186 Druckflüssigkeit
auf die Unterseite des unteren Ventilkolbens 168 und hebt diesen zusammen mit der Buchse 170 an. Nach
kurzem Totgang erfaßt die Buchse 170 die untere Hülse 182 und nimmt diese mit nach oben, wodurch der untere
innere Ventilteller 186 von seinem Sitz gegen den Druck der Schraubendruckfeder 180 abgehoben wird und der
Weg der Druckflüssigkeit von der Wandlerfüllpumpe 20 über die Leitung 204 und die Zweigleitung 64 mit dem
Drosselventil 145 zur Leitung 66 freigegeben wird. Schließlich trifft die untere Buchse 170 auf den unteren
äußeren Ventilteller 178 und drückt diesen unter der Wirkung des auf die untere Seite des unteren Kolbens
168 wirkenden Flüssigkeitsdrucks fest gegen deren Ventilsitz.
Durch das Anheben des unteren inneren Ventiltellers 176 wird die Schraubendruckfeder 180 weiter gespannt
und erhöht den Schließdruck für den oberen inneren Ventilteller 176, der außerdem von dem Druck in der
Zweigleitung 64 in Schließrichtung belastet ist. Die durch die Leitung 68 vom hydrodynamischen Drehmomentwandler
zurückströmende Druckflüssigkeit kann somit den unteren inneren Ventilteller 176 nicht von
seinem Sitz abheben und hebt stattdessen den oberen äußeren Ventilteller 178 von dessen Sitz ab und schafft
sich dadurch freie Bahn zum Rückführkanal 162 und damit der Saugseite der Wandlerfüllpumpe, welche die
Druckflüssigkeit wieder ansaugt und durch die Leitungen 204,64 erneut dem Ventil 112 zuführt.
Soll demgegenüber der Wandler auf Direktantrieb umgeschaltet werden, was bedeutet, daß die Wandlerfüllpumpe
20 mit der Leitung 68 verbunden werden muß und die Leitung 66 zum Rückführkanal 162 entlüftet
werden muß, dann wird anstelle des unteren bzw. rechten (Fig.2) Vorsteuerventils das obere oder linke
Vorsteuerventil betätigt, und es treten spiegelbildlich mit Bezug auf die Symmetrieachse 138 die gleichen
Vorgänge wie bei der Einschaltung des Hydraulikantriebs im Ventil 112 auf.
Es leuchtet ein, daß die beiden äußeren Ventilteller 178 infolge ihrer Vorspannung durch die Schraubendruckfedern
184 bzw. 186 als Maximaldruckventile 130 bzw. 132 wirken. Die Schraubendruckfeder 136 am
oberen äußeren Ventilteller 178 ist im Vergleich zur Schraubendruckfeder 184 wesentlich kräftiger ausgelegt
und verlangt dadurch zum Öffnen des oberen Ventiltellers 178 einen vergleichsweise höheren Öffnungsdruck,
der einen ausreichend hohen Druck in der Wandlerkammer beim hydraulischen Bremsen sicherstellt.
Fig.3 zeigt eine abgeänderte Ausführungsform des
mit den Maximaldruckventilen 130, 132 kombinierten 5/3-Wegeventils, bei welcher die äußeren Ventilteller
positiv vom Schließdruck der Schraubendruckfedern 184, 186 entlastet werden, wenn bei der Betätigung des
Ventils in der einen oder anderen Richtung der Rückstrom aus der Wandlerkammer zum Rückführkanal
abgeleitet werden soll.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 3, in der alle mit
der Ausführungsform nach Fig. 1 übereinstimmenden Einzelteile mit den gleichen Bezugszeichen versehen
sind, ist die Ventilbohrung 142 an beiden Enden etwas verlängert, und die Ventilkolben 168 sitzen auf Buchsen
190, die sich zur Ventilmitte bis an die inneren Ventilteller 176 erstrecken. Die Buchsen 190 ersetzen
die Hülsen 182 der Ausführungsform nach Fig. 1 und führen im Querschnitt L-förmige äußere Ventilteller
192, auf deren Kragenteilen im Querschnitt Z-förmige Hülsen 194 gleiten, deren Außenflansche von den
Schraubendruckfedern 184 bzw. 186 in Schließrichtung der Ventilteller 192 beaufschlagt sind.
Die anderen Enden der im Querschnitt Z-förmigen Hülsen 194 werden innenseitig von flanschartigen
Verdickungen 196 der Buchsen 190 erfaßt. Weilerhin sind in die Buchsen 190 innerhalb der Kolben 186
Querstifte 198 eingesetzt, die vor den Stirnenden der Führungsspindel 174 liegen.
Wenn bei der vorbeschriebenen Ventilausführung eines der Vorsteuerventile geöffnet wird und dadurch
Druck auf die Außenseite des entsprechenden Betätigungskolbens 168 gelangt, hebt die zugehörige Buchse
190 den entsprechenden inneren Ventilteller 176 von seinem Sitz ab. Gleichzeitig erfaßt der innerhalb des
betätigten Kolbens liegende Querstift 198 die Führungsspindel 174, die ihrerseits auf den Querstift 198 im
gegenüberliegenden Kolben 168 drückt und dadurch die dortige Buchse 190 mit dem Kolben 168 mitnimmt.
Dabei erfaßt der flanschartige Ansatz dieser Buchse 190 die im Querschnitt Z-förmige Hülse 194 und preßt die
Schraubendruckfeder 184 bzw. 186 unter gleichzeitiger Entlastung des äußeren Ventiltellers 192 zusammen.
Dadurch kann dieser Ventilteller 192 unter dem Druck der vom Verbraucher zurückströmenden Flüssigkeit
von seinem Sitz abheben.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Steuerventil für die alternative Zu- oder Abfuhr von Druckflüssigkeit zu bzw. von einem Verbraucher,
bestehend aus einem Gehäuse mit einer an eine Druckflüssigkeitsquelle angeschlossenen ersten
Kammer, einer an einem Auslaß angeordneten zweiten Kammer und einer dazwischen angeordneten,
mit dem Verbraucher verbundenen dritten Kammer, die sämtliche von einer gemeinsamen
Gehäusebohrung gebildet und durch von Ventilgliedern verschließbare ringförmige Ventilsitze voneinander
getrennt sind, wobei der zwischen der ersten und der dritten Kammer angeordnete Ventilsitz eine
zur ersten Kammer weisende ebene Sitzfläche mit einem in Schließrichtung vorzugsweise federbelasteten
Ventilteller aufweist, der von einem die zweite und dritte Kammer koaxial zur Gehäusebohrung
durchragenden Druckglied von dieser Sitzfläche abhebbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ventilsitz zwischen der zweiten und der dritten Kammer eine gleichfalls ebene, jedoch
entgegengesetzt gerichtete Sitzfläche aufweist, von welcher ein von dem Druckglied (182 bzw. 190) axial
verschieblich und dichtend durchsetzter zweiter Ventilteller (178 bzw. 192) durch das Druckglied (182
bzw. 190) abhebbar ist, und daß das Druckglied (182 bzw. 190) einen eine Schulter bildenden Anschlag
(170 bzw. 196) trägt, der bei geöffnetem ersten Ventilteller (176) den zweiten Ventilteller (178 bzw.
192) in dichtende Anlage gegen seinen Sitz festhält.
2. Steuerventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Ventilteller (178 bzw. 192)
in Schlicßrichtung federbelastet ist.
3. Steuerventil nach Anspruch 1 oder 2, zur Richtungsumkehr und Druckbegrenzung der die
Wandlerkammer eines hydrodynamisch-mechanischen Getriebes durchströmenden Arbeitsflüssigkeit,
das hierzu als symmetrisch gestaltetes Doppelventil mit einer zentralen ersten Kammer, zwei zu
den Enden der Gehäusebohrung hin versetzten zweiten Kammern und je einer zwischen der ersten
und jeder zweiten Kammer gelegenen dritten Kammer ausgebildet ist und bei dem die beiden von
je einem ersten Ventilteller gebildeten inneren Ventilglieder auf einer Leitspindel zentriert sind, die
sich in die Druckglieder zentrisch erstreckt, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden von den zweiten
Ventiltellern (178 bzw. 192) gebildeten äußeren Ventilglieder auf den Druckgliedern (182 bzw. 190)
zentriert sind.
4. Steuerventil nach Anspruch 3, bei welchem die Gehäusebohrung an ihren jenseits der zweiten
Kammern liegenden Enden als Servozylinder ausgebildet ist und je einen außenseitig von
Steuerdruckflüssigkeit beaufschlagbaren Betätigungskolben aufnimmt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Leitspindel (174) verschieblich in die Betätigungskolben (16P) ragt und diese gegen
Verkantung sichert.
5. Steuerventil nach Anspruch 4, bei welchem jedes Druckglied mit dem zugehörigen Servomotorkolben
axial fest verbunden ist und die Leitspindel von den Servomotorkolben in Betätigungsrichtung
mitnehmbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Schließfeder (186) jedes zweiten oder äußeren
Ventiltellers (192) auf diesem über eine mit einem Flansch versehene Zwischenhülse (194) abstützt, die
von dem Druckglied (109) durchragt und von einem von diesem getragenen Anschlag (196) bei der
Druckbeaufschlagung des am anderen Ende der Gehäusebohrung (142) befindlichen Servomotorkolbens
(168) über die Leitspindel (174) von dem zweiten Ventilteller (192) unter gleichzeitiger
Zusammenpressung der Schließfeder (186) abhebbar is L
6. Steuerventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilsitze
an den entgegengesetzten Enden innerhalb der Gehäusebohrung (142) axial fester zylindrischer
Distanzrohre (148) ausgebildet sind.
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