DE24967C - Kuppelung von Lokomotive und Tender mittelst Kuppelstangen unter Zuhilfenahme von Profilstücken, welche auf kinematischem Wege näher bestimmt werden - Google Patents
Kuppelung von Lokomotive und Tender mittelst Kuppelstangen unter Zuhilfenahme von Profilstücken, welche auf kinematischem Wege näher bestimmt werdenInfo
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- B61—RAILWAYS
- B61G—COUPLINGS; DRAUGHT AND BUFFING APPLIANCES
- B61G5/00—Couplings for special purposes not otherwise provided for
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE 20: Eisenbahnbetrieb.
Die Kuppelung nur mittelst Stangen (Patent No. 24966), welche auch »Punktbahnen-Kuppelung
erster Art« genannt werden könnte, war dadurch entstanden, dafs aus den der Relativbewegung
zwischen Lokomotive und Tender zu Grunde gelegten normalen Kurbelgetrieben, welche letzteren selbst sich zu dem vorliegenden
Zwecke als unbrauchbar erwiesen haben, andere geeignete Mechanismen abgeleitet wurden.
Im wesentlichen ergaben sich zwei verschiedene Anordnungen der normalen Kurbelgetriebe,
Fig. ι und 2. In beiden Figuren bezeichnet F den theoretischen Schnittpunkt, O den Kuppelpunkt
auf der Lokomotive, P den Kuppelpunkt auf dem Tender. Die Bewegung des Kurbelgetriebes
wird ersetzt durch die Rollung seiner Polbahnen, welche selbst wieder durch ihre
Krümmungskreise für die conaxiale Lage der Systeme mit genügender Genauigkeit ersetzt
werden. Die Krümmungskreise sind in beiden Fällen ein Paar Cardankreise, welche in Fig. 1
und 2 eingezeichnet sind. Der kleinere Kreis gehört der Lokomotive, der gröfsere dem Tender
an. Bei der Bewegung des Tenders gegen die Lokomotive beschreibt jeder Punkt des
ersteren eine Cardioide, bei der Bewegung der Lokomotive gegen den Tender beschreibt jeder
Punkt der Lokomotive eine Ellipse.
Zu den von den Punkten P, Fig. 1, 2 und 3, beschriebenen Cardioiden ist jedesmal O der
Krümmungsmittelpunkt für die conaxiale Lage, während umgekehrt zu den von den Punkten O,
Fig. i, 2 und 3, beschriebenen Ellipsen jedesmal die Punkte P die Krümmungsmittelpunkte
für die gleiche Lage sind.
Aus der Erweiterung dieser Reciprocität auf andere Punkte B MB1 M1 etc., Fig. 4 und 5,
entstehen die Punktbahnen-Kuppelungen erster Art.
Dieselbe zwangsläufige Bewegung, welche durch die letzteren bestimmt wurde, ist aber
auch dadurch zu erzielen, dafs zwischen Lokomotive und Tender Profile angebracht werden.
Es umhüllt nämlich ein an dem einen Fahrzeuge angebrachtes Profil eine mit dem anderen
Fahrzeuge zu verbindende Hüllbahn.
Es ist möglich, die gesammte Verbindung zwischen Lokomotive und Tender durch solche
zu einander gehörigen Profile zu ersetzen, wodurch alsdann ein vollständiges Umschlufspaar
(höheres Elementenpaar) entstehen mufs, wenn die Kuppelung den beiden Zwecken:
Uebertragung der Zugkraft,
Uebertragung der Schlingerbewegung
von der Lokomotive auf den Tender gerecht werden soll. "p -
Uebertragung der Zugkraft,
Uebertragung der Schlingerbewegung
von der Lokomotive auf den Tender gerecht werden soll. "p -
Allein dieser Construction würde der Mangel einer äufserst schwierigen praktischen Ausführung
anhaften. Es ist daher in den Fig. 3 bis 6 eine Combination von Punktbahn-Kuppelungen
mit Theilen von Hüllbahn-Kuppelungen vorgenommen. Bei denselben wird im wesentlichen
die Uebertragung der Zugkraft durch die Punktbahnkuppelung O P, Fig. 3 und 4, B M und
B1 M1, Fig. s und 6, ausgeübt, während die
Schlingerbewegung durch die zu einander gehörigen Profilstücke α ab b übertragen wird.
Die zu einander gehörigen Profilstücke, welche selbstverständlich eine beliebige Begrenzung
zeigen und an vollkommen willkürlich gewählten Stellen angebracht werden können, werden nach
der allgemeinen Theorie der Verzahnungen construirt, indem die beiden Krümmimgskreise
als Theilkreise dienen.
Die Fig. 3- und 5 zeigen zwei Kuppelungsformen, welche der Anordnung des Getriebes
Fig. 2 entsprechen. Selbstverständlich kann eine noch gröfsere Häufung der Zugstangen in jeder
einzelnen Form vorgenommen werden.
Die Construction der zu einander gehörigen Kuppelungspunkte O und P, B und M, B1
und M1 etc., Fig. 3 bis 6, geschieht auf folgende
Weise: Zunächst wird auf der Lokomotive der Punkt O und auf dem Tender der
Punkt P an passender Stelle angenommen (siehe sämmtliche Figuren). Alsdann werden aus den
Gleichungen der Polbahnen, Fig. 1 und 2, von denen, wie ohne Weiteres ersichtlich, die brezelartige
der Lokomotive und die herzförmige dem Tender angehört, die Krümmungskreise der Polbahnen
berechnet, welche Operation von Sachverständigen ausführbar ist. Für die conaxiale,
d. h. für diejenige Lage der beiden Fahrzeuge, in welcher die Längsachsen derselben in einer
und derselben Verticalen liegen, sind die beiden Krümmungskreise ein Paar Cardankreise, d. h.
ihre Durchmesser verhalten sich wie 1 : 2, was sich ebenfalls aus der Berechnung ergiebt.
Bei der Bewegung umrollt nun der grofse, mit dem Tender fest verbunden gedachte Cardankreis
den kleinen, welcher der Lokomotive angehört, Fig. 7 und 8.·
Dabei beschreibt jeder innerhalb des grofsen Cardankreises gelegene Punkt, beispielsweise P,
eine verkürzte, und jeder aufserhalb desselben belegene eine verlängerte Cardioide, während
jeder Peripheriepunkt des grofsen Cardankreises eine gewöhnliche Cardioide beschreibt. Im allgemeinen
beschreibt also ein jeder mit dem grofsen Kreise verbundene Punkt eine allgemeine
Cardioide. Ist die Gröfse der Cardankreise richtig bestimmt, so mufs O der Krümmungsmittelpunkt
der von P beschriebenen Cardioide sein.
Wird die Bewegung umgekehrt, d. h. wird der Tender und mit demselben selbstverständlich
der grofse Cardankreis festgehalten, so vertauschen die Polbahnen ihre Rollen, d. h. der
kleine Cardankreis rollt jetzt in dem grofsen und die Lokomotive nimmt an der Bewegung
theil. Es beschreibt jeder mit der Lokomotive fest verbundene Punkt, beispielsweise O, eine
Ellipse. Für die Peripheriepunkte des kleinen Cardankreises schrumpfen die Ellipsen zu geraden
Linien zusammen.
Ist die Gröfse der Cardankreise richtig bestimmt, so beschreibt der Punkt O eine Ellipse,
deren Krümmungsmittelpunkt für die conaxiale Lage der Systeme in P liegen mufs.
Die entwickelte Reciprocität, welche zwischen den Punkten O und P besteht, mufs nun für
zwei beliebige andere zu einander gehörige Punkte, beispielsweise B1 M1, Fig. 7 und 8,
bestehen.
Um zwei zu einander gehörige Punkte B1
und M1, Fig. 7 und 8, zu bestimmen, wollen wir willkürlich die Lokomotive feststellen, was
durch die Schraffirung der kleineren Cardankreise angedeutet sein mag.
Für die Cardioidenbewegung ist nun der Wendekreis der directen Bewegung ein Kreis,
welcher die beiden Cardankreise in ihren Berührungspunkten F berührt und aufserhalb des
grofsen Cardankreises liegt. Der Durchmesser des Wendekreises der directen Bewegung ist
gleich dem Durchmesser des kleinen Cardankreises. Hieraus folgt, dafs für die umgekehrte
Bewegung der kleine Cardankreis der Wendekreis der directen Bewegung ist. Derselbe ist
also für die dargestellte Bewegung der Wendekreis der inversen Bewegung. (Ueber die Theorie
der Wendekreise etc. s. Aronhold, Verhandlungen
des Vereins für Gewerbefleifs, 1872;
Mannheimer, gaomatrie descriptwe etc.)
Die Construction zweier zu einander gehörigen Punkte wird mit Hülfe der Wendekreise ausgeführt.
Man wählt beispielsweise für die angenommene Bewegung auf dem Tender an passender
Stelle den Kuppelungspunkt B1 und zieht von diesem durch den Punkt F einen Radius vector
(Normalstrahl). Derselbe schneidet den Wendekreis der directen Bewegung im Punkt W1. Es
besteht nun zwischen dem Krümmungsradius P = B1 M1 der von B1 beschriebenen Cardioide
und den durch die Punkte F und W1 bestimmten
Abschnitten des Radius vector B1 F folgende Beziehung:
ρ-.B1F=B1F-^1W1,
oder ρ · B1 W1 = B1 F\
oder ρ · B1 W1 = B1 F\
Demnach ist M1 durch jede Construction,
welche die mittlere geometrische Proportionale: zwischen zwei Grofsen liefert, zu finden, beispielsweise
durch folgende:
Errichte im Punkt B1 ein Loth auf B1 F,
mache B1 Wb1 = B,WU ferner B1 Fb1 =B1F1>
verbinde Wb1 mit F und ziehe Fb1 M1 parallel
zu Wb1F. Der Punkt M1 ist der gesuchte
Krümmungsmittelpunkt.
Für den Punkt P gilt dieselbe Construction; der Krümmungsmittelpunkt der von P beschriebenen
Cardioide mufs der Punkt O sein. Da dieser aber bereits bekannt ist, so findet man
vermittelst der Punkte F O und P durch die Umkehrung der soeben angegebenen Construction
mit leichter Mühe den Durchmesser F W des Wendekreises der directen Bewegung und
damit die Gröfse des Durchmessers des kleinen Cardankreises.
Die Auffindung zweier zu einander gehöriger Punkte ist selbstverständlich auch möglich, wenn
von der umgekehrten Bewegung ausgegangen wird. Für diesen Fall fällt, wie schon ange-
Claims (3)
1. Die Verbindung von Lokomotive und Tender vermittelst einer Kuppelstange OP, Fig. 3,
unter Zuhülfenahme von zu einander gehörigen Profilstücken α α und b b, deren
Abhängigkeit von einander durch die Krümmungskreise eines der normalen Kurbelgetriebe
(in den durch Fig. 1 und 2 charakterisirten Stellungen) bedingt wird, ohne
Rücksicht auf Lage und Anzahl der Profilstücke sowie auf die Art der Begrenzung derselben.
2. Die Verbindung von Lokomotive und Tender vermittelst zweier oder mehrerer divergirenden
oder gekreuzten Kuppelstangen PO, BM, B1 M1 etc., Fig. 5, 6, 9 und 10, deren
Längen und Lagen auf die in der Beschreibung angegebene Weise derart bestimmt sind, dafs zwischen beiden Fahrzeugen innerhalb
der erforderlichen. Grenzen eine Bewegung stattfindet, welche derjenigen eines der genannten Kurbelgetriebe (in den durch
Fig. ι und 2 charakterisirten Stellungen) entspricht, unter Zuhülfenahme von zu einander
gehörigen Profilstücken α α und b b, Fig. 5
und 6, deren Abhängigkeit von einander auf die im Anspruch 1. angegebene Weise
statthat.
3. Bei den in den Ansprüchen 1. und 2. definirten Verbindungen die Ausbildung der
Profilstücke entweder α α oder b b zu Rollen R und R1, Fig. 9 und 10, welche mit
ihren zugehörigen Profilstücken durch die im Anspruch 1. angegebene Abhängigkeit
im Zusammenhang stehen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE24967C true DE24967C (de) |
Family
ID=301439
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT24967D Active DE24967C (de) | Kuppelung von Lokomotive und Tender mittelst Kuppelstangen unter Zuhilfenahme von Profilstücken, welche auf kinematischem Wege näher bestimmt werden |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE24967C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1026772B (de) * | 1954-01-25 | 1958-03-27 | Scharfenbergkupplung Gmbh | Automatische Kupplung mit ungleichartigen Kupplungshaelften fuer Fahrzeuge, insbesondere Schienenfahrzeuge |
| WO1993017885A1 (en) * | 1992-03-05 | 1993-09-16 | Wojciech Pilarczyk | Variable geometry joint system designed mainly for trailer trucks |
-
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- DE DENDAT24967D patent/DE24967C/de active Active
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1026772B (de) * | 1954-01-25 | 1958-03-27 | Scharfenbergkupplung Gmbh | Automatische Kupplung mit ungleichartigen Kupplungshaelften fuer Fahrzeuge, insbesondere Schienenfahrzeuge |
| WO1993017885A1 (en) * | 1992-03-05 | 1993-09-16 | Wojciech Pilarczyk | Variable geometry joint system designed mainly for trailer trucks |
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