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Endoskop Die Erfindung betrifft ein Endoskop, das durch. die menschlichen
Nasenhöhlen in eine EUrperhöhle eingefu'hrt werden kann und deshalb auch als transnasales
Endoskop bezeichnet wird.
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Bin solches Endoskop, das zur Betrachtung oder zum Fotografieren
bestimmter Teile des Nasen-Rachen-Raums,. des Kehlkopfes, der Stimmbänder usw. dient,
konnte bisher noch nicht realisiert werden, da der Burchmesser oder die Dicke der
flexiblen länglichen Hülle des Endoskops begrenzt ist.
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Bei den menschlichen Organen, die für die Anwendung eines transnasalen
Endoskops infrage kommen, handelt es sich vorwiegend um Organe, die eine vokale
Funktion ausüben oder; dazu beitragen. Wenn daher diese Organe aus medizinischen
Gründen betrachtet werden, muß dafür gesorgt werden, daß die vokale Funktion nicht
beeinträchtigt wird. Beim Einführen der flexiblen Hülle des Endoskops in die Nasenhöhle
sollte
daher ein gewisser Spielraum zwischen der Hülle und der Nasenhöhle
vorhanden sein. Deswegen muß der Durchmesser oder die Dicke der Hülle auf 6 mm bei
bçachaenen und 3 mm bei Kindern begrenzt werden.
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Wenn die Hülle beispielsweise einen Durchmesser von 5 mm aufweist,
ist die Summe der Durchmesser eines Bildleitfaserbündels und eines Lichtleitfaserbündels
maximal auf 2 mm begrenzt. In anderen Worten ist die gemeinsame Querschnittsfläche
dieser Faserbündel etwa maximal 3 mm2. Wenn dabei der Durchmesser des Bildleitfaserbündels
größer als der Durchm2sser des LichtleitPaserbündels ist ~kann zwar ein größerer
Bildausschnitt betrachtet werden, jedoch ist das betrachtete Bild wegen des geringen
DurcEmessers des Lichtleitfaserbandels nicht sehr hell. Wenn andererseits das Iiichtleitfaserbündel
dicker als das 3ildleitfaserbündel ist, erhält man ein helleres Bild auf Kosten
der Auflösung. Es ist daher sehr schwierig, eint zufriedenstellenden Kompromiß zwischen
der Auflösung und der Helligkeit des betrachteten Bildes zu finden.
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Die mit einer vokalen Funktion zusammenhängenden Organe schwingen
mit sehr hoher Frequenz. Daher ist beim Fotografieren dieser Organe ein Schnellverschluß
erforderlich. Dies wiederum hat zur Folge, daß das Lichtleitfaserbündel einen entsprechend
großen Durchmesser aufweisen muß, um eine Unterbelichtung zu verhindern.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein transnasales Endoskop
zu schaffen, das eine-Betrachtung oder ein Fotografieren mit hoher Auflösung bei
ausreichender Licht menge ermöglicht.
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Die gestellte Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß
an der Steuereinheit des Endoskops zwei längliche Hüllen angeschlossen sind, die
beide an ihrem vorderen Ende mit einem distalen Endabsohnitt versehen sind.
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Durch die erfindungsgemäße Maßnahme ist es möglich, den Hüllendurchmesser
so zu bemessen, daß beim Einführen durch die Nasenhöhle ein ausreichender Spielraum
zwischen der Nasenhöhle und den Hüllen bleibt. Dies ist möglich, weil durch gleichzeitige
Ausnutzung beider Nasenöffnungen ein erhöhter Querschnitt zur Verfügung steht.
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In Weiterbildung der Erfindung ist in einer der Hüllen ein Bildleitfaserbündel
und ein Lichtleitfaserbündel in der anderen Hülle angeordnet. Von Vorteil ist aber
auch eine andere Aus führungs form, bei der in beiden Hüllen je ein Bildleitfaserbündel
und ein Lichtleitfaserbündel vorgesehen wird.
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Da ein bestimmter Teil der Körperhöhle mittels zweier gemeinsam auf
diese Stelle orientierten Hüllen betrachtet wexdet kann, läßt sich der Durchmesser
der einzelnen#Hüll'en vermindern. Somit können auch die Teile eines Organs, die
eine vokale Funktion ausüben5mit hoher Auflösung und bei ausreichender Beleuchtung
betrachtet oder fotografiert werden, ohne daß die vokale Funktion beeinträchtigt
wird, da ein ausreichender Spielraum zwischen den flexiblen Hüllen und der Nasenhöble
besteht.
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Die #us#ührungsform mit je' einem Bildleitfaserbündel und Lichtleitfaserbündel
in den beiden Hüllen erlaubt eine dreidimensionale Betrachtung durch die Bildleitfaserbündel
und diesen zugeordnete Okulare. Dadurch kann die #örperhöhle genauer
untersucht
und diagnostiziert werden.
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An den distalen Enden ist eine Halterung lösbar angebracht, die die
distalen Enden im Abstand nebeneinander hält.
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Durch diese Halterung wird eine lagefeste Betrachtung des Teils der
Körperhöhle ermöglicht.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispieleen näher erläutert.
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In der Zeichnung bedeuten: Fig. 1 eine perspektivische Darstellung
eines erfindungsgemäß ausgebildeten transnasalen Endoskops; Fig. 2 die Einführung
des in Fig. 1 dargestellten Endoskops durch die Nasenhöhlen in einen bestimmten
Teil einer Körperhöhle; Fig. 3 die Einführung der beiden flexiblen Hüllen des in
Fig. 1 dargestellten Endoskops durch die Nasenhöhlen in einer Querschnittsdarstellung;
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung einer anderen Ausführungsform der Erfindung;
Fig. 5a - 5c perspektivische Darstellungen von Halterungen zur Festlegung der distalen
Endabschnitte des Endoskops in einer vorgegebenen Lage zueinander;
Fig.
6 die Einführung des Endoskops gemäß Fig. 4 mit auf den Enden befestigter Halterung
und Fig. 7 die Einführung des Endoskops gemäß Fig. 4 durch die Nasenhöhlen in einer
Querschn ittsdarstellung.
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Gemäß Fig. 1 sind die Basisenden von zwei flexiblen Hüllen 10 und
11 an eine Steuereinheit 12 angeschlossen. Die Steuereinheit 12 ist mit einem Okular
13 und einem Betätigungsknopf 14 versehen. Eine zur Lichtübertragung#dienende Röhre
15 ist mit ihrem einen Ende an die Steuereinheit 12 und mit ihrem anderen Ende an
eine nicht dargestellte, mit einer Lichtquelle versehene Vorrichtung angeschlossen.
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Die Basisenden 10a und 11a der flexiblen Hüllen 10 und 11 sind parallel
mit der Steuereinheit 12 verbunden. Die vorderen Abschnitte der flexiblen Hüllen
enthalten jeweils einen Biegeabschnitt, der durch Betätigung des Knopfes 14 an der
Steuereinheit 12 frei gebogen werden kann, In der Hülle 10 ist ein Bildleitfaserbündel
16 und der Hülle 11 ein Lichtleitfaserbündel 17 angeordnet. Zur Verdeutlichung der
Faserbündel 16 und 17 sind die Hüllen 10 und 11 in Fig. 1 teilweise gebrochen dargestellt.
Das Bildleittaserbündel 16 verläuft vom distalen Endabschnitt 10b durch das Basisende
10a der Hülle 10 in die Steuereinheit 12,wo das Ende des Faserbündels 16 optisch
an das Okular 13 angeschlossen ist. Das Lichtleitfaserbündel 17 verläuft vom distalen
Endabschnitt 11b durch das Basisende 11a der Hülle 11 in die
Steuereinheit
12, wo das Ende des Faserbündels 17 optisch mit der das Beleuchtungslicht übertragenden
Röhre 15 verbunden ist.
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Die beiden Faserbündel 16 und 17 können aus den üblicherweise hierfür
-verwendeten - tSterialien hergestellt werden.
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Das vordere Ende des Bildleitfaserbündels 16 des distalen Endabschnittes
10b weist durch ein Betrachtungsfenster 18 nach draußen und ebenso das vordere Ende
des Lichtleitfaserbündels 17 durch ein Beleuchtungsfenster 19, Die flexiblen Hüllen
10 und 11 haben einen Außendurchmesser von etwa 5 mm, und die Querschnittsfläche
der Faserbündel 16 und 17 beträgt etwa 5 mm2.
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Zur Betrachtung d e s des Nasen-Rachen-Raums, des Kehlkopfes, der
Stimmbänder usw. werden die Hüllen 10 und 11 des Endoskops in die Nasenhöhlen 20
eines Patienten eingeführt, Zwischen den Hüllen und den Nasenhöhlen 20 befindet
sich ein ausreichender Spielraum.
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Gemäß Fig. 3 werden die Hüllen 10 und 11 unter Beobachtung durch
das Okular 13 in die Nasenhöhlen 20 eingeführt, so daß die distalen Endabschnitte
10b und 11b an eine gewünschte Stelle der sich an die Nasenhöhlen anschließenden
Körperhöhle gebracht werden können diese Stelle durch das Lichtleitfaserbündel 17
beleuchtet wird, kann ihr Abbild durch das Okular über das Blldle itfaserbündel.
16 betrachtet werden. Ebenfalls kann eine fotografische Aufnahme hergestellt werden,
wenn auf dem Okular 13 eine Kamera angebracht wird Da die Faserbündel 16 und 17
unabhängig voneinander angeordnet sind, kann ihr Querschnitt etwa 3 mm2 betragen.
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Folglich kann ein größerer Bildausschnitt bei hoher Auflösung und
unter hellem Licht betrachtet werden.
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Fig. 4 zeigt eine weitere erfindungsgem>Be Ausführungsform eines
transnasalen Endoskops. Diese AusfUhrungsform gleicht äußerlich der zuvor beschriebenen
Ausführungsform. Gleiche Teile sind daher auch mit gleichen Besugsziffern wie in
Fig. 1 bis 3 belegt.
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Das Endoskop gemäß Fig. 4 enthält zwei flexible Hüllen lo und 11
mit einem Biegeabschnitt am vorderen Ende und eine Steuereinheit 12 mit einem Betätigungsknopf
14. An das eine Ende der Steuereinheit 12 ist eine Röhre 15 angeschlossen, die das
zur Beleuchtung benötigte Licht überträgt.
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Die in Fig. 4 dargestellten Hüllen entsprechen in Aufbau und Wirkungsweise
den in Fig. 1 dargestellten Hüllen.
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Im Gegensatz zur ersten Ausführungsform sind an der Steuereinheit
12 zwei Okulare l3a und 13b angebracht. An den vorderen Enden der Hüllen lo und
11 befinden sich distale Endabschnitte lob und llb.
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Die zweite Ausführungsform unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform
dadurch, daß in beiden Hüllen lo und 11 jeweils ein Bildleitfaserbündel 16 und ein
Lichtleitfaserbündel 17 angeordnet ist. Die Faserbündel 16 und 17 weisen nach außen
jeweils über ein Betrachtungsfenster 18 und ein Bc7euchtungsfenster l9 an den distalen
Endabschnitten lob und llb des Endoskops 3. Die Bildleitfaserbündel sind optisch
jeweils mit den Okularen 13a und 13b verbunden. Die
Basisenden der
Lichtleitfaserbündel 17 sind jeweils -in der Steuereinheit 12 optisch mit der Röhre
15 verbunden.
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Bei dieser zweiten Ausführungsform besitzen die Hüllen lo und 11
einen Außendurchmesser von etwa 5 mm. Die Bildleitfaserbündel 16 und die Lichtleitfaserbündel
17 haben einen geringeren Durchmesser als bei der ersten Ausführungsform.
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Das Lichtleitfaserbttndel 17 kann konzentrisch um das Bildleitfaserbündel
16 angeordnet werden.
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Yig. 5 (a) bis 5 (c) zeigen verschiedene Ausführungs formen von Halterungen
22. Die Halterung 22 ist lösbar an den distalen Endabschnitten lob und llb des Endoskops
befestigt.
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In diesen Figuren ist gezeigt, wie die normalerweise abgenommene Halterung
22 an den distalen Endabschnitten angebracht wird. Durch die Halterung 22 wird die
Lage der distalen Endabschnitte lob und llb zueinander bestimmt.
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Die in Fig. 5 (a) dargestellte Halterung besteht aus einem einstückigen
Körper mit zwei Durchgangslöchern 23 und 24. Die distalen Endabschnitte lob und
llb des Endoskops werden in die Löcher 23 bzw. 24 eingeführt und durch Klemmschrauben
25 an der Halterung 22 befestigt. Die in Fig. 5 (b) und 5 (c) dargestellten Halterungen
22 bestehen aus zwei sueinander passenden Hälften 22a und 22b. Zwei Durchgangslöcher
23 und 24 werden gebildet, wenn die beiden Hälften 22a und 22b zusammengefügt werden.
Die distalen Endabschnitte lob und llb des Endoskops werden in die Löcher 23 bzw.
24 eingeführt und dadurch festgehalten, daß' beispielsweise die beiden Hälften mittels
einer einzelnen Schraube 26 aneinander befestigt werden. Die Hälften 22a und 22b
in Fig. 5 (b) bestehen aus zwei plattenförmigen Teilen, wahrend die Hälften in Fig.
5 (c)
aus zwei blockförmigen Teilen bestehen.
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Wenn bestimmte Teile der Körperhöhle mit dem in Fig.
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4 dargestellten Endoskop betrachtet werden sollen, werden die Hüllen
so und 11 des Endoskops durch die Nasenhöhle eingeführt und aus dem Mund entsprechend
der gestrichelten Darstellung in Fig. 7 wieder herausgeholt. Dann wird die Halterung
22 gemäß einer der in Fig. 5 (ä) bis 5 (c) dargestellten AusMhnmgsformel angebracht.
Anschließend werden die Endabschnitte lob und llb mit der Halterung durch die Mundhöhle
27 in den Teil 21 der Körperhöhle eingeführt. Der Abstand zwischen den -distalen
Endabschnitten lob und llb des Endoskops und auch die Richtung, in der die distalen-Endabschnitte
des Endoskops orientiert sind, wird durch die Halterung 22 bestimmt. Wenn daher
der Teil ~21 der Körperhöhle durch die Bildleitfaserbündel 16 über die Okulare 13a
und lDb betrachtet wird, haben die betrachteten Abbilder eine bestimmte relative
Lage zueinander. In anderen Worten werden die von den Bildleitfaserbündeln 16 überstrichenen
Gesichtsfelder so festgelegt, daß sie nebeneinander liegen. Daher kann ein verhältnismäßig
großes Gesichtsfeld erfaßt werden.
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Selbst wenn der Durchmesser der Bildleitfaserbündel 16 klein ist,
läßt sich durch die beiden Faserbündel ein größerer Bildausschnitt betrachten oder
photographieren. Wenn die distalen Endabschnitte lob und llb des Endoskops so zueinander
angeordnet sind, daß ihre Achsen sich an einem vorderen Funkt treffen, kann eine
dreidimensionale Betrachtung erfolgen.
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Um ein solches dreidimensionales Bild zu erzielen, werden die Durchgangslöcher
23 und 24 in der Halterung nach einwärts zueinander in einer Ebene geneigt. Hierdurch
kann der Teil 21 der Körperhöhle genauer betrachtet werden.
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Die Lichtleitfaserbündel 17 beleuchten den Teil 21 der Körperhöhle
von den entsprechenden distalen Endabschnitten des Endoskops. Da der Teil 21 der
Körperhöhle genügend Licht ausgesetzt ist, kann das Bild mit großer Helligkeit betrachtet
werden, selbst wenn die entsprechenden Lichtleitfaserbündel im Durchmesser klein
sind.
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Die Okulare 13a und 13b bei der Ausführungsform gemäß Fig. 4 können
auch zu einer Einheit zusammengefaßt werden.
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- Patentansprüche -