DE2425176C3 - Verwendung eines Schaumstoffes als Sorptionsmittel für polare Moleküle aus Flüssigkeiten oder Gasen - Google Patents
Verwendung eines Schaumstoffes als Sorptionsmittel für polare Moleküle aus Flüssigkeiten oder GasenInfo
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- DE2425176C3 DE2425176C3 DE19742425176 DE2425176A DE2425176C3 DE 2425176 C3 DE2425176 C3 DE 2425176C3 DE 19742425176 DE19742425176 DE 19742425176 DE 2425176 A DE2425176 A DE 2425176A DE 2425176 C3 DE2425176 C3 DE 2425176C3
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Description
X-Ar-Y
worin Ar einen aromatischen Rest mit 1 bis 3 annelierten oder durch Brückenglieder miteinander
verbundenen aromatischen Ringen, Y eine Nitro- odcr Nitrosogruppe und X eine Amino-, Hydroxyl- oder
Mercaptogruppe oder die Gruppe -NHR, in der R
>-, einen Alkylrest, einen Arylrest, wie die Phenylgruppe,
oder einen Alkenylrest, wie die Vinylgruppe, bedeutet, die Gruppe -NRRi, in der R die vorstehende
Bedeutung hat und M1 den gleichen oder einen anderen
Alkyl-. Aryl-, oder Alkenylrest darstellt, die Gruppe
-NH -NH2, die Gruppe -NH-NHR2, in der R2 einen
Alkylrest bedeutet, die Gruppe - NH - NR2Rj, in der R2
die vorstehende Bedeutung hat und Rj den gleichen oder einen anderen Alkylrest darstellt, die Gruppe
- NH R4, in der R4 die Gruppe
JO
NH-C" R5
in der R^ einen Alkylrest, eine Aminogruppe, einen
Alkenylrest oder die Gruppe R4 bedeutet oder die Gruppe -N = CH-A darstellt, in der A einen
aromatischen Rest bedeutet, in Gegenwart von starken Basen oder von - gegebenenfalls latenten
- starken Säuren oder von als Lewis-Säurerv wirkenden Metallsalzen und gegebenenfalls von
löslichen Salzen auf eine Anfangstemperatur von höchstens 3000C und anschließende Pyrolyse hergestellt
worden ist, als Sorptionsmittel für polare Moleküle aus Flüssigkeiten oder Gasen.
2. Verwendung des gemäß Anspruch 1 hergestellten Schaumstoffs, der dadurch gekernzeichnet ist.
daß er zusätzlich bei höherer Temperatur einer weiteren Pyrolyse unter einer inerten Schutzgasatmosphäre
unterworfen worden ist.
Ein in weitem Umfang verwendetes Sorptionsmittel
ist Aktivkohle. Es sind Aktivkohlen mit sehr großer spezifischer Oberfläche bekannt, die große Mengen an h«
Gasen und Dämpfen physikalisch adsorbieren kernen, Bei der physikalischen Adsorption erfolgt eine lockere
Bindung der Sörbats am Sorptionsmittel, Daher kann
Aktivkohle durch Erhitzen regeneriert Werden, Wobei das Sorbat entweicht. Aktivkohle stellt für polare
Moleküle kein gutes Sorptionsmittel dar. Zur Adsorption polarer Moleküle, beispielsweise aus Gasen, müssen
große Mengen an Aktivkohle verwendet werden, um -CH-CHj-
als wiederkehrenden Grundbaustein in einem Polymer darstellt, die Gruppe -NH-CH=CH-, die einen an
den aromatischen Rest Ar ankonde..cierten Ring bildet,
die Gruppe
O
NH ( R,
NH ( R,
in der R-, einen Alkylrest, eine Am nogruppe. einen
Alkenylrest, oder die Gruppe R4 bedeutet, oder die
Gruppe -N = CH-A darstellt, in der A einen aromatischen Rest, wie eine gegebenenfalls substituierte
Phenylgruppe bedeutet, in Gegenwart von starken Basen oder von - gegebenenfalls latenten - starken
Säuren oder von als Lewissäuren wirkenden Metallsalzen und gegebenenfalls von löslichen Salzen auf eine
Anfangstemperatur von höchstens 3000C und anschließende
Pyrolyse hergestellt worden ist, als Sorptionsmittel
für polare Moleküle aus Flüssigkeiten oder Gasen.
Der erfindungsgemäß verwendete Schaumstoff stellt ein schwarzes, hitzegehärtetes Sorptionsmittel dar mit
ausgezeichneter Absorptionsfähigkeit für polare Moleküle, beispielsweise organische Säuren und Basen,
organische Halogenverbindungen, elementare Haloge* ne, wie Chlor, Brom und Jod, starke anorganische
Säuren, wie Chlorwasserstoff, und ändere Säuren, wie
Fluorwasserstoff, Schwefelwasserstoff und Cyanwasser* stoff, Schwermetallionen, wie Hg++, Ag+ und Pb++ aus
Flüssigkeiten, Stickstoffoxide, wie NO, und Schwefeloxide, wie Schwefeldioxid und Schwefeltrioxid. Diese
polaren Verbindungen werden offensichtlich von dem Sorptionsmittel chemisch gebunden, so daß sie im
Vergleich zur lockeren physikalischen Adsorption bei Aktivkohle sehr stark gebunden sind. Darüber hinaus
behalten die Schaumstoffe der Erfindung ihre Sorptionsfähigkeit selbst in heißem Zustand in verhältnismäßig
großem Ausmaß.
Der erfindungsgemäß verwendete Schaumstoff ist ein gutes Sorptionsmittel für die meisten Gase und Dämpfe,
und er kann physikalische Adsorptionseigenschaften besitzen, die denen von Aktivkohle nahe kommen. In
den meisten Fällen hat jedoch Aktivkohle bessere physikalische Adsorptiunseigenschaften für ^neutrale
organische Moleküle, wie Hexan, Benzol und Äthylacetat Deshalb kann Aktivkohle auch zusammen mit dem
Schaumstoff der Erfindung verwendet werden, um sowohl polare Moleküle chemisch und andere Moleküle
physikalisch zu adsorbieren.
Der erfindungsgemäß verwendete Schaumstoff wird dadurch hergestellt daß man eine Masse, die mindestens
eine aromatische stickstoffhaltige Verbindung der vorgenannten allgemeinen Forme! I enthält, auf eine
Temperatur von anfänglich höchstens 3000C c. hitzt und
die flüssige Masse der Pyrolyse unterwirft
Vorzugsweise enthält die verfahrensgemäß einge- >5
setzte aromatische stickstoffhaltige Verbindung höchstens etwa 50 Kohlenstoffatome pro Satz der Reste X
und Y, einschließlich etwa vorhandener Kohlenstoffatome in diesen Resten. Insbesondere enthält die
aromatische stickstoffhaltige Verbindung höchstens 30 jo Kohlenstoffatome pro Satz der Reste X und Y und
insbesondere höchstens 15 Kohlenstoffatome.
Die aromatische stickstoffhaltige Verbindung wird durch Erhitzen auf verhältnismäßig niedrige Temperatur,
vorzugsweise auf etwa 200 bis 2300C, der Pyrolyse js
unterworfen. Sobald die Pyrolyse in Gang kommt, setzt eine exotherme Reaktion ein, und die Temperatur der
Gesamtmasse kann auf einen Wert in der Größenordnung von 3000C ansteigen. Innerhalb der Masse können
jedoch örtlich noch höhere Temperaturen auftreten. Sobald die exotherme Reaktion einsetzt, ist keine
weitere Wärmezufuhr erforderlich. Das Erhitzen auf die Pyrolysetemperatur dient lediglich dazu, die Reaktion in
Gang zu bringen.
Sobald die Reaktion abläuft, erfolgt eine ziemlich 4-,
plötzliche und starke Expansion unter Bildung eines schwammtormigen, hitzegehärteten Schaumstoffs, der
ein Volumen annimmt, das um mehrere lOOmal größer
ist als das Anfangsvolumen. Sofern nicht dafür gesorgt wird, daß die Pyrolysetemperatur aufrechterhalten oder
der hitzegehärtete Schaumstoff gereinigt wird, enthält der Schaumstoff nicht umgesetzte Ausgangsverbindungen
und niedermolekulare, kondensierte, schmelzbare Verbindungen, die carcinogene oder andere toxische
Eigenschaften besitzen können.
Es stehen mehrere Verfahren zur Verfügung, um den Schaumstoff zu reinigen oder für ein reines Produkt zu
sorgen. Diese Verfahren können gesondert oder in Kombinalion angewendet werden, um Fremdbestandteile
und nicht umgesetzte Ausgangsverbindungen ho abzutrennen:
Die wirksamste Methode zur Herstellung eines feinen Produkts besteht darin, die Pyrolysereaktion
vollständig ablaufen zu lassen. Dies kann am einfachsten
dadurch erfolgen, daß man den Schaumstoff auf seine Reaktionstemper&tur erhitzt, nachdem die exotherme
Reaktion abgeklungen ist. Es wird lediglich die Reaktiönstemperatur überwacht Sobald die Tempera-
5o
55 tur abfällt, wird ausreichend Wärme zugeführt, um die Temperatur weitere 20 Minuten bis 3 Stunden auf der
Pyrolysetemperatur zu halten. Wenn der Schaumstoff nach seiner Bildung abgekühlt ist, kann er unter einer
inerten Schutzgasatmosphäre nochmals erhitzt werden. Hierdurch wird gleichzeitig auch die spezifische
Oberfläche des Schaumstoffs erhöht.
Der Schaumstoff kann zur Abtrennung schädlicher Verbindungen auch extrahiert werden. Beispielsweise
kann der Schaumstoff pulverisiert und nacheinander mit einer Säure, wie verdünnter Salzsäure, oder einer Base,
wie verdünnter Natronlauge, und einem organischen Lösungsmittel, wie Aceton, gewaschen werden. Zwischen
jeder Waschstufe kann das Pulver abfiltriert und mit Wasser gewaschen werden. Hierdurch werden
sämtliche Spuren an Ausgangsverbindungen und niedermolekularen Verbindungen abgetrennt
Das Verschäumungsverfahren kann auch unter hohen
Drücken bis zu 150 at oder mehr durchgeführt werden. Hierbei wird das Produkt in komprimiertem Zustand
gehalten, ohne das Potential für einp hohe spezifische Oberfläche des Schaumstoffs nenne»-wert zu vermindern.
Die Kompression sichert ein vollständiges Erhitzen der Produkte und einen vollständigen Reaktionsablauf.
Nach dem vorgenannten Verfahren erhält man somit einen Scnaumstoff, der keine carcinogenen oder giftigen
Eigenschaften besitzt, praktisch frei von niedermolekularen schmelzbaren toxischen Bestandteilen ist und
somit sicher gehandhabt werden kann. Bei den schmelzbaren Verbindungen handelt es sich um
niedermolekulare, teilweise geschmolzene Ausgangsverbindungen.
Der Schaumstoff enthält somit lediglich Spuren an Ausgangsverbindungen oder niedermolekularen
schmelzbaren Verbindungen in einer Größenordnung von höchstens etwa 0,001 Gewichtsprozent. Um
sicherzustellen, daß der Schaumstoff keine carcinogenen oder anderweitig giftigen Eigenschaften besitzt,
kann er in reinem Zustand hergestellt werden, wenn man für eine praktisch vollständige Pyrolyse sorgt,
indTn man das Material während der Reaktion
einschließt, so daß trotz der plötzlichen und großen Zunahme des Volumens praktisch das gesamte reagierende
Material bei der Pyrolysetemperatui gehalten wird, oder indem man den Schaumstoff erschöpfend
reinigt, beispielsweise durch Waschen mit verdünnten Säuren, Wasser, verdünnten Basen, Wasser und
organischen Lösungsmitteln. Der Vorteil des Waschens mit organischen Lösungsmitteln in der letzten Stufe
besteht darin, daß aus dem Schaumstoff das Wasser verdrängt wird. So'ern das organische Lösungsmittel
einen hohen Dampfdruck hat, kann es aus den Schaumstoff verdampfen Erforderlichenfalls kann der
Schaumstoff sowohl erschöpfend gereinigt und auf mindestens seine Pyrolysetemperatur w-eder erhitzt
werden.
Die verfahrensgemäß eingesetzten aromatischen stickstoffhaltigen Verbindungen sind bei der Pyrolysetemperatur
Flüssigkeiten. Aus diesen entsteht ein fester Schaumstoff. Es erfolgt kein Verkohlen eines kohlenstoffhaltigen
Feststoffs unter Bildung eines festen Verkokungsproduktes. Die Porenstruktur des Schaumstoffs
der Erfindung bildet sich während der Pyrolysereäktion.
Sie liegt in dem zu pyrolysierenden Ausgangsmaterial noch nicht vor. Während der Pyrolyse erfolgt
anscheinend eine Kondensationsreaktion, die durch die Gegenwart von starken Säuren oder starken Basen
beschleunigt werden kann. Deshalb soll die verfahrensgemäß
eingesetzte aromatische stickstoffhaltige Verbindung eine Struktur aufweisen, die leicht einer
Kondensationsreaktiöri unterliegt, öder das pyrolysief te
flüssige Gemisch soll außer der aromatischen stickstoffhaltigen Verbindung eine oder mehrere Verbindungen
enthalten, welche die Kondensationsreaktion der aromatischen stickstoffhaltigen Verbindung beschleunigen,
beispielsweise weil sie DehydratisierUngsmittel für
diese Verbindungen darstellen und bzw. oder mit der aromatischen stickstoffhaltigen Verbindung gemeinsam
kondensieren.
Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, wie die flüssigen, aromatische stickstoffhaltige Verbindungen
enthaltenden Massen pyrolysiert werden können. Beispielsweise kann eine aromatische stickstoffhaltige
Verbindung, die bei der Pyrolysetemperatur eine Flüssigkeit ist, allein oder im Gemisch mit anderen
Komponenten pyrolysiert werden, die ein flüssiges Gemisch bei der Pyrolysetemperatur liefern. Das
Gemisch kann aus flüssigen Komponenten oder einer Lösung aus einer oder mehreren Komponenten
bestehen. Für eine wirksame Pyrolyse soll der Dampfdruck der Komponenten bei der Pyrolysetemperatur
nicht zu hoch sein. Wenn die Komponenten bei der Pyrolysetemperatur gasförmig sind, werden sie aus der
flüssigen Masse verdampfen. Diese anderen Komponenten werden, wie vorstehend angegeben ist, ausgewählt,
um die Kondensation der aromatischen stickstoffhaltigen Verbindungen zu beschleunigen. Eine
Gruppe von Verbindungen, die diese Kondensation beschleunigt, sind vermutlich DehydratisierUngsmittel
für die aromatische stickstoffhaltige Verbindung. Beispiele für diese Verbindungen sind starke Mineralsäuren
oder organische Säuren und starke Basen. Eine andere Gruppe von Verbindungen sind diejenigen, die mit der
aromatischen stickstoffhaltigen Verbind-mg gemeinsam
kondensieren und Quervernetzungen in der Schaumstoffstruktur ausbilden. Vermutlich wird hierdurch die
gewünschte Porenstruktur in den Schaumstoffen der Erfindung auf einer frühen Stufe der Pyrolyse der
tigCri » CPuii^ürig uCa:i?:crt
al uuiailalltcu Siiuitäiüg g
Beispiele für die letztgenannte Gruppe sind organische Säuren.
Beispiele für geeignete starke Säuren sind Mineralsäuren, wie Schwefelsäure und Phosphorsäure, oder
organische Säuren, wie Methansulfonsäure oder fluorierte Methansulfonsäuren. Beispiele für starke Basen
sind die anorganischen Basen, wie Natrium- und Kaliumhydroxid. Es können auch latente Säuren
verwendet werden, d.h. Verbindungen, die sich beim Erhitzen auf die Pyrolysetemperatur zersetzen und
starke Säuren bilden. Beispiele hierfür sind Aminsalze starker Säuren, wie (CH3)3NSO3 und CH3CBr3.
Die aromatische stickstoffhaltige Verbindung kann auch im Gemisch mit einer organischen Säure, wie
Oxalsäure oder Adipinsäure, pyrolysiert werden, die mit der aromatischen stickstoffhaltigen Verbindung anscheinend
gemeinsam kondensieren und in einigen Fällen Schaumstoffe mit größerer spezifischer Oberfläche
ergeben können. Wenn derartige Verbindungen verwendet werden, wird vorzugsweise dem zu pyrolysierenden
flüssigen Gemisch auch eine starke Säure einverleibt.
Die aromatische stickstoffhaltige Verbindung kann ferner im Gemisch mit einem löslichen Salz, vorzugsweise
einem wasserlöslichen Salz, und vorzugsweise in Gegenwart einer starken Säure oder Base pyrolysiert
werden. Spezielle Beispiele für geeignete Salze sind Natriumsulfat Natriumchlorid, Natriurribisülfät und
primäres Natriumphosphat. Vermutlich wirken diese Salze als Füllstoffe; die Schichten oder Poren zwischen
kondensierten umgesetzten Molekülen während der Pyrolyse bilden und hierdurch die auf molekularer
Ebene' erforderlichen Strukturen ausbilden helfen. Nach Abtrennung dieser Salze, beispielsweise durch Heraus»
lösen, hiiiterbleibt die erforderliche Porenstruktur.
ίο Die erhaltene spezifische Oberfläche hängt von der
eingesetzten aromatischen stickstoffhaltigen Verbindung oder dem Gemisch dies-r Verbindung und anderer
Komponenten ab. Die spezifische Oberfläche kann durch weitere Pyrolyse, z. B. bei Temperaturen von 300
bis 8000C, des Schaumstoffes unter einer kontrollierten
Atmosphäre weiter erhöht werden. Vorzugsweise wird die weitere Pyrolyse unter Stickstoff durchgeführt, der
mit Wasserdampf gesättigt ist. Während dieser Pyrolyse tritt ein Gewichtsverlust ein, und die spe^ifisune
Oberfläche nimmt zu.
Mit zunehmender Oberfläche nimmt die Menge an Sorbat zu, die absorbiert werden kann. Der reine, völlig
unschädliche Schaumstoff der Erfindung hat eine spezifische Oberfläche von mindestens 50 m2/g,
vorzugsweise mindestens 200 mVg. Die spezifische Oberfläche kann bis zu 900 m2/g und bei bevorzugten
Ausgangsverbindungen sogar noch höher sein.
Die gi-oße und plötzliche Zunahme des Volumens, die
bei der Pyrolyse unter Bildung des Schaumstoffs eintritt, ist das Ergebnis der Abspaltung von Wasserdampf und
anderen flüchtigen Verbindungen während der Reaktion. Das erhaltene Material gleicht einem Schwamm
mit großen Hohlräumen. Diese tragen nicht nennenswert zur spezifischen Oberfläche bei, die ein Maß für die
j5 Mikroporenstruktur des Schaumstoffs ist. Diese spezifische
Oberfläche kann nach der Standard-BET-Methode gemessen werden, die von Brunauer, Emmett und Teller
in J. Am. Cher ι. Soc, Bd. 60 (1938), S. 309 beschrieben ist. Vermutlich werden in den Poren des mikroporösen
Schaumstoffes die polaren Moleküle chemisch sorbiert Mit größerer spezifischer Oberfläche nimmt auch die
Scr^iicnskit^tizität des Sch2Umc*nffQ 7n
Mit Ausnahme der Mercapto- und Hydroxylgruppe sind vermutlich zahlreiche, wenn nicht sämtliche
vorgenannten Gruppen Vorläufer für die Aminogruppe. Diese Gruppen zersetzen sich anfänglich unter Bildung
einer Aminogruppe vor oder während der Pyrolysereaktion. Die Größe oder das Gewicht der an den
Stickstoff-, Sauerstoff- und Schwefelatomen des Restes X und Y stehenden Gruppen ist nicht von entscheidender
Bedeutung, da diese Gruppen vermutlich wahrend der Pyrolyse abgespalten werden und den Reaktionsweg nicht nennenswert beeinflussen. Einige der Reste X
und Y können sogar vollständig abgespalten werden.
Aus wirtschaftlichen Gründen wird jedoch die Größe der Alkylreste auf 1 bis 8 Kohlenstoffatome und der
Arylreste auf etwa 20 Kohlenstoffatome beschränkt, obwohl Alkylreste mit bis zu 20 Kohlenstoffatomen und
Arylreste mit bis zu 40 Kohlenstoffatomen brauchbare Ergebnisse liefern.
Die Reste X und bzw. oder Y können gegebenenfalls Teil eines an den aromatischen Rest Ar ankondensierten
Ringes bilden. In diesem Fall muß die stickstoffhaltige Verbindung natürlich zwei Ringe enthalten, von
denen einer den aromatischen Rest Ar und der andere den Rest X oder Y bildet Beispielsweise stellt im Falle
der Verbindung 5-Nitroindolin die Nitrogruppe den
Substituenten Y dar, der Benzolring den Rest Ar und die
zweiwertige Gruppe ■= NH -^ GH = GH-, die an defl Formet
Benzolring kondensiert ist, den Rest Xv
Bevorzugte Reste X sind die Amilio- und Hydroxylgruppe,
der bevorzugte Rest V ist dieiNitrogfUppe.
Die Stellung des Restes aiii aromatischen Rest ist ΐ
nicht von entscheidender Bedeutung; Wenn der Rest X
eine Amino- oder Hydroxylgruppe und der Rest V eine Kitiysfrüppe darstellt, steht die Amino- oder Hydroxylgruppe
in der ö- öder p-Stellung zur Nitrögruppe:
Der aromatische Rest Ar' enthält mindestens einen aromatischen Ring. Er kann jedoch auch niehr als einen
aromatischen Ring, beispielsweise zwei oder drei Ringe enthalten, die wie bereits erwähnt, anneliert oder durch
Brückenglied miteinander verbunden sind. Der
Fciii—eil-—
C—Ö
N-H
IO
einfachste aromatische Rest ist der Benzolring, es kommen jedoch auch andere aromatische Reste mit 5
oder 6 Kohlenstoffatomen im Ring oder heterocyclische Ringe, wie Naphthalin und Indolin, sowie tricyclische
NH2
NO,
:/ν\7·
2-Amino-5-nitropyridin, N-Acryloyl-4Miilroanilin.
die Verbindung der Formel
N = CH
20
durch die Reste X und Y geeignet substituiert sind.
Der aromatische Rest kann noch durch andere Reste als die Reste X und Y substituiert sein, beispielsweise
durch niedere Alkylreste, wie die Methyl- oder Octylgruppe, Halogenatome, wie Chloratome, und
Carboxylgruppe. Außerdem kann der aromatische Rest mehr als einen Rest X und bzw. oder Y als Substrat
tragen. Diese weiteren Substituenten sollen derart beschaffen sein, daß sie die Pyrolysereaktion nicht
beeinträchtigen. Die Pyrolysereaktion scheint eine Art Von Wohl-Aue-Reaktion zu sein. Gruppen, die sowohl
unU..· den Reaktionsbedingungen nicht labil sind, als auch die Kondensation der stickstoffhaltigen aromatischen
Verbindungen während der Pyrolyse blockieren, sind unerwünscht. Im Falle der Pyrolyse von p-Nitroanilin
verläuft die Kondensationsreaktion vermutlich nach folgendem Reaktionsschema:
40
45
Beispiele für verfahrensgemäß eingesetzte aromatische
stickstoffhaltige Verbindungen sind:
m-Nitroacetanilid, p-Nitroacetänilid,
o-Nitroanilin, p-Nitroanilin,
Aminonitrotoluole,AminonitroxyIole,
2,6-Dibrom-4-nitroanilin,
2,6-DichIor-4-nitroanilin,
4-Nitrophenylhydrazin,
Bis-(2-nitrophenylharnstoff),
Nitronaphthylamine mit freien Stellungen in der o-Stellung zur Nitro- und Aminogruppe, wie
5-Nitro-1 -naphthylamin, 5-N itroindolin,
2-Chlor-4-nitroanilin,2-Methyl-4-nitroanilin,
5-Amino-2-nitrobenzoesäure,
2-Amino-4-nitrophenol,3-Methyl-4-nitrophenoI,
2-Amino-7-nitrofluoren, 2-Nitrosophenol,
4-Nitrophenol,4-MethylaminonitΓobenzol,
4-DimethyIaminonitrobenzol,
nitrierte Steinkohlenteerrückstände, die polycyclisch^
Ringe enthalten, das Polymer mit Grundbausteinen der
NO2
und die Verbindung der Formel
NTICONH,
NTICONH,
30 NO,
Die Schaumstoffe der Erfindung haben vermutlich eine Polychinoxalinstruktur mit Grundbausteinen der
Formel
\Cs
50 mit Quervernetzungen zwischen den Ketten aus diesen
Gründbausteinen. Die Stellungen der Quervernetzungen
gehen von den Kohlenstoffatomen aus, an denen Wasserstoffatome stehen, die abgespalten werden.
Diese Struktur ist für die Wärmefestigkeit und Oxidationsbeständigkeit des Schaumstoffs der Verbindung
verantwortlich. Man kann ein Stück des Schaumstoffes in eine Flamme halten. Der Schaumstoff fängt an
zu glühen und verbrennt allmählich. Nach dem Herausnehmen aus der Flamme hört jedoch das
Brennen auf und der Schaumstoff wird durch diese Behandlung anscheinend nicht zersetzt Die Struktur
befindet sich in Obereinstimmung mit der schwarzen Farbe des Schaumstoffes und mit der Elementaranalyse,
die einen Stickstoffgehalt im Bereich von etwa 12 bis 20 Prozent ergibt
In dem Schaumstoff sind anscheinend die Stickstoff-
In dem Schaumstoff sind anscheinend die Stickstoff-
atome für die Chcmisorptionseigensdlaften verantwortlich.
Die Schaumstoffe mit größerem Stickstoffgehalt haben bessere Chemisorplionseigenschaften, Vorzugsweise
ist daher der Rest X ein Substituent, der über ein Stickstoffatom an den aromatischen Rest gebunden \
ist. Der Schaumstoff kann je nach seiner Herstellung noch einige funktionell Gruppen enthalten. Wenn die
Pyrolyse in Gegenwart von Schwefelsäure oder Phosphorsäure durchgeführt wird, können einige der
Wasserstoffatome durch Sulfonat- oder Phösphatgruppen substituiert sein. Zahlreiche der funktioneilen
Gruppen werden anscheinend durch die Nachpyrolyse-Behandlung entfernt.
Obwohl eine oder mehrere aromatische stickstoffhaltige Verbindungen pyrolysiert werden können, wird r'>
vorzugsweise ein Gemisch aus einem oder mehreren aromatischen stickstoffhaltigen Verbindungen und einer
Säure, wie Schwefelsäure oder Phosphorsäure, oder ein Gpmisrh aus einer organischen Säure, wie Oxalsäure
mit einer Mineralsäure, oder ein Gemisch einer starken Säure mit einem Salz im Überschuß, wie Natriumsulfat,
öder eine starke Base, wie Natriumhydroxid oder KCaliumhydroxid pyrolysiert. Derartige Gemische sind
gewöhnlich bei Raumtemperatur pastenartige Flüssigkeiten. Diese Flüssigkeiten werden langsam bis auf die
Pyrolysetemperatur erhitzt, die gewöhnlich im Bereich von etwa 200 bis 230° C liegt. Es bildet sich eine
homogene Lösung. Sodann erfolgt plötzlich eine heftige Reaktion unter starker Gasentwicklung. Vermutlich
bestehen die Gase zur Hauptsache aus Wasserdampf. Es bildet sich ein voluminöser schwarzer Schwamm des
Schaumstoffs.
Diese Verfahrensweise ergibt häufig Schaumstoffe, die zunächst eine verhältnismäßig niedrige spezifische
Oberfläche besitzen, beispielsweise wenn die Pyrolyse in Gegenwart von Schwefelsäure durchgeführt wird.
Man erhält jedoch Schaumstoffe mit größerer spezifischer Oberfläche, wenn man das Produkt wie vorstehend
angegeben, der Nachpyrolyse unterwirft. Wenn die Pyrolyse in Gegenwart von Phosphorsäure durchgeführt
wird, können Schaumstoffe mit verhältnismäßig hoher spezifischer Oberf!äche erhalten werden, sofern
das Molverhältnis von Phosphorsäure zu aromatischer stickstoffhaltiger Verbindung 1,6 :1 bis 3,0 :1 beträgt.
Wenn das Molverhältnis niedriger als 1,6 :1 ist, werden
zwar voluminöse Schwämme erhalten, die jedoch eine niedrige spezifische Oberfläche aufweisen.
Sobald sich der voluminöse schwarze Schwamm gebildet hat, kann er zu einem Pulver gemahlen werden.
Hierbei werden die großen Hohlräume im Schwamm zerstört, die spezifische Oberfläche der mikroporösen
Struktur des Schaumstoffs wird jedoch beibehalten. Das Schaumstoffpulver kann sodann verwendet oder zunächst
noch weiter behandelt werden, beispielsweise einer Nachpyrolyse und/oder einer erschöpfenden
Extraktion unterworfen werden, um carcinogen wirkende Verbindungen oder andere giftige Bestandteile
abzutrennen oder die spezifische Oberfläche zu erhöhen.
Zur Reinigung des Schaumstoffs kann der Schwamm pulverisiert und das Schaumstoffpulver nacheinander
mit einer Säure, wie verdünnter Salzsäure, oder einer Base, wie verdünnter Natronlauge, und sodann mit
einem organischen Lösungsmittel, wie Aceton, gewaschen werden. Zwischen jeder Waschstufe kann das «·■;
Pulver abfiltriert und mit Wasser gewaschen werden. Auf diese Weise werden sämtliche Reste an Ausgangsverbindungen
und niedermolekularen schmelzbaren Verbindungen abgetrennt, Außerdem oder zusätzlich
kann das Schati/nstoffpulver bei hohen Temperaturen,
beispielsweise 400°C und unter einem inerten Schutzgas, wie Stickstoff, einer Nachpyrolyse unterworfen
werden. Auf diese Weise wird ebenfalls die spezifische Oberfläche des Schaumstoffs erhöht.
Nach der Herstellung des Pulvers und gegebenenfalls seiner Reinigung und Nachpyrolyse kann es zu
Plätzchen oder Granulat verarbeitet werden, um es in eine zur Handhabung und Verwendung als Sorptionsmittel
geeignete Form zu bringen. Das Pulver kann auch in anderer Weise zu einer leichter handhabbaren Form
verarbeitet werden, beispielsweise durch Vermischen mit einem Bindemittel, wie Cellulose oder Torf, oder
durch Einbau iii Textilgut, wie Filz aus beispielsweise
Cellulose.
Der Schaumstoff der Erfindung kann verhältnismäßig große Mengen insbesondere an polaren Molekülen sehr
stark adsorbieren. Zur Abtrennung der polaren Verbindungen aus einer Flüssigkeit oder einem Gas
wird der Schaumstoff mit der Flüssigkeit oder dem Gas in Berührung gebracht. Zur Reinigung von Gasen wird
das Gas über den Schaumstoff oder durch ein Bett des Schaumstoffs geleitet, der in Form eines Pulvers oder in
Plätzchen vorliegen kann oder einem Textilgut der vorgenannten Art einverleibt ist. Bei der Reinigung von
Flüssigkeiten wird der Schaumstoff mit der Flüssigkeit in Berührung gebracht.
Der Schaumstoff der Erfindung eignet sich besonders zur Abtrennung schädlicher oder giftiger Gase aus der
Luft. Der Schaumstoff ist somit ein wertvolles Sorptionsmittel in Gasmasken oder in Luftfiltern für
chemische Verfahren, für Abzugshauben über Kochherden oder Luftkühlaggregaten entweder allein oder in
Kombination mit anderen bekannten Sorptionsmitteln. Bei Verwendung des Schaumstoffs der Erfindung in
Gasmaskenfiltern können giftige Gase, wie Cyanwasserstoff oder Fluorwasserstoff, sehr wirkungsvoll
abgetrennt werden. Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid aus Abgasen können ebenfalls mit dem
Schaumstoff der Erfindung abgetrennt werden. Der Schaumstoff der Erfindung eignet sich ferner als
Sorptionsmittel in Abzugshauben über Kocnherden. Bei
allen diesen Verwendungsarten kann der Schaumstoff der Erfindung mit Aktivkohle vermischt werden, die
eine hohe Sorptionskapazität für solche Verbindungen besitzt, die von dem Schaumstoff der Erfindung
Verhältnismäßig schlecht absorbiert werden.
Der Schaumstoff der Erfindung kann auch zur Abtrennung unerwünschter Verbindungen, insbesondere
polarer Verbindungen, wie Schwermetallionen aus Flüssigkeiten, wie Wasser, verwendet werden. Eine
derartige Verwendung ist das Trocknen von wasserhaltigen Kohlenwasserstoffen, wie Petroleum oder Chlorkohlenwasserstoffen,
wie Trichloräthylen, die zum chemischen Reinigen verwendet werden. Der Schaumstoff
der Erfindung kann auch zum Abtrennen anderer unerwünschter Verbindungen aus chemischen Reinigungsflüssigkeiten
verwendet werden, um sie zu regenerieren. Ein weiterer Anwendungszweck ist die Verbesserung des Geschmacks von Trinkwasser.
Der Schaumstoff der Erfindung kann ferner als Molekularsieb eingesetzt werden. Beispielsweise kann
der Schaumstoff an Stelle von Zeolith unter sauren Bedingungen in der Petroleumindustrie verwendet werden,
da Zeolith durch Säuren zersetzt wird, während der Schaumstoff der Erfindung säurefest ist. Durch Steuerung
des Herstellungsverfahrens und der Reinigung
ίο
oder der Naehpyrolyse des Schaumstoffs der Erfindung kann die erforderliche Mikropörengröße für ein
Molekularsieb für spezielle Anwendungszwecke erhalten werden.
Die Beispiele erläutern die Erfindung. Teile beziehen sich auf das Gewicht, sofern nichts anderes angegeben
ist. Zu Vergleichszwecken sind in den Beispielen auch Schaumstoffe beschrieben, deren spezifische Oberfläche
unterhalb der beanspruchten Grenze von 50 m2/g liegt.
4 Teile 4-Nitroanilin werden langsam und unter Rühren mit 5 Teilen konzentrierter Schwefelsäure
versetzt. Die erhaltene halbfeste Paste wird langsam auf 21O0C erhitzi. Es bildet sich eine homogene Lösung.
Plötzlich setzt unter kräftiger Gasentwicklung eine heftige Reaktion ein, und es bildet sich ein voluminöser
ichwarzer Schwamm, dessen Volumen mehrere lOOmal größer ist als das ursprüngliche Volumen der Flüssigkeit.
Der Schlamm wird sodann in verdünnter Salzsäure etwa 30 Minuten digeriert und anschließend abfiltriert.
Sodann wird der Filterrückstand nacheinander mit Wasser, verdünnter Natronlauge, Wasser und Aceton,
. gewaschen. Hierbei werden sämtliche Spuren an nicht umgesetzter Ausgangsverbindung und niedermolekularen
schmelzbaren Kondensationsprodukten abgetrennt. Das erhaltene Granulat wird 15 bis 18 Stunden bei
15O0C in einem Vakuumtrockenschrank getrocknet und
sodann unter Stickstoff als Schutzgas auf 400° C erhitzt. Auf diese Weise werden allenfalls occludierte Ausgangsverbindungen
oder Zwischenprodukte vollständig zum Schaumstoff pyrolysiert. Die Ausbeute beträgt 76
Prozent der eingesetzten Verbindungen. Die Elementaranalyse für Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff
und Schwefel befindet sich in Übereinstimmung mit Grundbausteinen der Formel
umsulfat, Schwefel und Spuren ah 4-Nitroaniliniumsurf'at
isoliert.
Während der Nachpyrolyse ist die Abspaltung von Wasser für den größten Teil des Gewichtsverlusts
verantwortlich. Die spezifische Oberfläche des Produkts beträgt 5 mVg.
Dieses Beispiel erläutert die Wirkung einer weiteren Pyrolyse des Verhältnismäßig niedrig-porigen schwarzen
Schaumstoffs.
Eine Menge des gemäß Beispiel 1 und Beispiel 2
hergestellten schwarzen Schaumstoffs wird in einen Ofen verbracht, der auf die in Tabelle I angegebene
Temperatur erhitzt ist. Ein mit Wasser bei 200C gesättigter Stickstoffstrom wird dem Schaumstoff in
einer Menge von 300 cnWmin zugeführt. Die Nachpyroiyse wird 1 Stunde durchgeführt. Sodann wird der
Schaumstoff aus dem Ofen entnommen und die spezifische Oberfläche nach der BBT-iviethode mit
Stickstoff gemessen. Die spezifische Oberfläche und der Gewichtsverlust nehmen mit zunehmender Temperatur
zu. Die Ergebnisse sind in Tabelle I zusammengefaßt.
C C
I I
C C
40
45
Einige Sulfonsäuregruppen sind statistisch im Molekül verteilt Die Zahl der Sulfonsäuregruppen nimmt
während der Nachpyrolyse bei 400° C ab.
Die spezifische Oberfläche des Produkts nach dem Vermählen auf eine Korngröße von 0,15 mm —
gemessen nach der BET-Methode — mit Stickstoff bei -196° C beträgt weniger als 2 m2/g.
Eine aus 5 Teilen Schwefelsäure und 4 Teilen 4-Nitroanilin gemäß Beispiel 1 hergestellte Paste wird
gemäß Beispiel 1 bei 2100C umgesetzt Es wird ein
voluminöser schwarzer Schwamm erhalten. Dieser Schwamm wird sodann in einen zylindrischen Ofen
eingefüllt und weitere 6 Stunden unter Stickstoff als Schutzgas bei 2500C einer Nachpyrolyse unterworfen.
Hierbei werden sämtliche Ausgangsverbindungen umgesetzt und überschüssige Schwefelsäure wird verdampft
Im Destillat werden geringe Mengen Ammoni-
| TabeMe I | Gewichtsverlust | Spezifische Oberfläche |
| Pyrolysetemperatur | % | m3/g |
| C | Vor der Behandlung 0 300 24 700 53 800 66 |
2 270 350 450 |
| Beispiel 4 | ||
50 Ein Teil Natriumsulfat wird pulverisiert und mit 3 Teilen konzentrierter Schwefelsäure vermischt Sodann
werden 2 Teile 4-Nitroanilin eingemischt Das Gemisch wiru unici- Rührer, auf ISC0C erhitzt Die crhalter.e
homogene Lösung wird langsam auf 2100C e1 hitzt Es
setzt eine heftige Reaktion ein, und es bildet sich ein stark expandierter schwarzer Schwamm. Dieser
Schwamm wird in Wasser eingeweicht und sodann abfiltriert. Der Filterrückstand wird mit frischem
Wasser gewaschen, bis im Filtrat keine Sulfationen mehr nachweisbar sind. Hierauf wird das Produkt 15 bis
18 Stunden bei 8O0C in einem Vakuumtrockenschrank getrocknet und sodann gewogen. Die Ausbeute beträgt
70% d.Thn bezogen auf eine Polychinoxalinstmktur. Die spezifische Oberfläche des Produkts beträgt 7 m2/g.
Durch den Zusatz des löslichen Salzes zum Gemisch aus der Säure und dem 4-Nitroanilin wird offensichtlich ein
Schaumstoff mit größerer spezifischer Oberfläche erhalten.
3 Teile Orthophosphorsäure werden mit 2 Teilen 4-Nitroanilin vermischt und auf 1800C erhitzt Die
Temperatur der erhaltenen Lösung wird langsam auf 2100C erhöht, worauf eine kräftige Reaktion einsetzt
und sich ein voluminöser schwarzer Schwamm bildet, der gemäß Beispiel 1 gereinigt wird. Die spezifische
Oberfläche beträgt 670 mVg.
Das Verfahren dieses Beispiels wird mit verschiede-
nen Molverhältnissen von Orthophosphorsäure zu 4-Nitroanilin wiederholt, und die spezifische Oberfläche
der erhaltenen Schaumstoffe (gemessen durch die Stickstoffaufnahine bei -196° C) und die Methylenblau-Aufnahme
(bestimmt nach der Methode von H. W. Hassler, Activates Carbon, Chemical Publishing Co.,
Ine, 1963) gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle II
zusammengefaßt
zunächst kleine Proben im Hochvakuum entgast werden. Anschließend wird die Aufnahme eines
bestimmten Gases mit zunehmendem Druck unter Verwendung der von Gregg und Sing (Adsorption
Surface Area and Porosity, S. 308, Academic Press, 1967), gemessen. Die Retentionswerte werden dadurch
bestimmt, daß man zunächst das Sorptionsmittel mit dem Sorbat sättigt und anschließend bei einem Druck
relativen Mengenverhältnissen von Säure und Nitroanilin
abhängen. Optimale Ergebnisse werden bei einem Mol verhältnis von 1,6 :1 bis 3,0 :1 erhalten.
7 Teile Polyphosphorsäure werden mit 3 Teilen 4-Nitroanilin vermischt. Das viskose Gemisch wird auf
1800C erhitzt. Die erhaltene homogene Lösung wird langsam auf etwa 210°C erhitzt, worauf eine kräftige
Reaktion erfolgt und sich ein schwarzer Schwamm bildet, der auf die vorstehend beschriebene Weise 4>
behandelt wird. Die spezifische Oberfläche des Schaumstoffs beträgt 300 m2/g.
Aus den Beispielen 5 und 6 ist ersichtlich, daß bei Verwendung von Phosphorsäure an Stelle von Schwefelsäure
ein Schaumstoff mit größerer spezifischer Oberfläche erhalten wird, sofern das Molverhältnis von
Phosphorsäure zu stickstoffhaltiger aromatischer Verbindung im Bereich von 1,6 :1 bis 3.0 :1 liegt.
5 Teile Schwefelsäure werden mit 4 Teilen m-Nitroacetanilid vermischt. Das Gemisch wird auf 21O0C
erhitzt. Es bildet sich ein voluminöser schwarzer Schwamm. Das Produkt wird gemäß Beispiel 1 aufgearbeitet
und gereinigt. Der erhaltene gereinigte schwarze Schaumstoff hat eine spezifische Oberfläche von
188 mVg.
Dieses Beispiel erläutert die Sorption Und Retention von" Gasen durch den Schaumstoff der Erfindung.
Das Sörptiötisvefhalten der erfindungsgemäß hergestellten
Schaumstoffe wird dadurch bestimmt, daß Zum Vergleich wurde die spezifische Oberfläche und
Retention von zwei im Handel erhältlichen Aktivkohlesorten für verschiedene Gase gemessen. Die Ergebnisse
sind in Tabelle IV zusammengefaßt. Die eine Aktivkohle lag in Granulalform vor. Sämtliche Adsorptionsmessungen
wurden durchgeführt, indem man die praktisch reinen Gase über die Aktivkohle leitete.
■55
| Tabelle IV | Spezifische Oberfläche | Retention |
| Sortiertes Gas | bei 23 C | |
| m;/g | CiCW.-% | |
| 765 | 0,5 | |
| HCi | 1100 (Granulat) | i.l |
| SO, | 1100 (Granulat) | 0.54 |
| HCN | 1100 (Granulat) | 0,4 |
| H,S | 765 | 6,4 |
| Cl. | ||
6Ö Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß die Schaumstoffe
der Erfindung eine wesentlich höhere Retention der sörbierten polaren Gase aufweisen. Die Retention
nimmt mit zunehmender spezifischer Oberfläche der Schaumstoffe der Erfindung zu.
Beispiele 9 bis 18
Gemäß Beispiel 1 werden die in Tabelle V aufgeführten stickstoffhaltigen aromatischen Verbirg
düngen zusammen mit Schwefelsäure im Molverhältnis
von aromatischer Verbindung zu Schwefelsäure von
| Spezifische Ober | Methylenblau- | ist ersichtlich, daß | die spezifische | 10 | von ΙΟ-3 Torr bis zur Gewichtskonstanz ; | abpumpt Die | Spezifische | Aufnahme bei | Retention |
W
'*; |
|
| Tabelle II | fläche | Aufnahme | spezifische Oberfläche des | Schaumstoffs wird nach der | Oberfläche | 23 C | bei 23 C | S S |
|||
| mVg | mg/g | Standard-BET-Methode bestimmt Die Ersebnisse sind | m2/g | MoI/g/Torr | Gew.-% | ||||||
| Molverhältnis | in Tabelle III zusammengefaßt | 1 | |||||||||
| H3PO4 : Nitroanilin | < 10 | 12,2 | 15 | 450 600 |
3,8/405 10,8/410 |
4,5 | |||||
| < 10 | 0 | Tabelle III | 450 600 |
3,0/380 9,6/750 |
1,0 | ||||||
| 181 | 3.0 | Sorbiertes | 5 | 5,8/373 | 5,6 | ||||||
| 0,41 | 180 570 |
139,1 187,8 |
Gas | 554 | 9,4/14 | 20,7 | |||||
| 0,83 | 965 625 |
90,9 95,1 |
610 | 14,8/380 | 38,0 | ||||||
| 1.67 | 550 | 42,0 | 20 | 450 | 4,1/380 | 5,0 | |||||
| 2,09 2,30 |
< 10 | 23,3 | HCl HCl |
600 | 5,0/380 | 6,2 | |||||
| 2,52 2,96*) |
< 10 | 11,9 | 25 | SO, SO, |
600 | 234/760 | 20,0 | ||||
| 2,96 | 1 werden die Reaktionsteilnehmer rasch | HCN | 5 600 |
1,3/532 7,4/532 |
16,1 41,3 |
||||||
| 3,35 | auf die Pyrolysetemperatur erhitzt. | HCN | |||||||||
| 5.10 | HCN | ||||||||||
| *) Bei diesem Verbuch | Aus der Tabelle | JO | H2S | ||||||||
| H2S | |||||||||||
| HF | |||||||||||
| Cl- CI, |
|||||||||||
1 ; 2 der Pyrolyse unterworfen. Die Anfangstemperatur, bei der die Pyrolyse erfolgt, ist von Verbindung zu
Verbindung verschieden, liegt jedoch im Bereich von 200 bis 230° C.
Die spezifische Oberfläche und die Methylenblau-Aufnahme und Jod-Aufnahme der erhaltenen schwar-
zen Schaumstoffe wird gemessen. Die Werte sind in Tabelle V zusammengefaßt Die spezifische Oberfläche
wird nach der BET-Methode mit Stickstoff gemäß Beispiel 1 bestimmt Die Methylenblau- und Jod-Aufnahme
wird durch die Gewichtszunahme der Schaumstoffe gemessen.
| Beispiel Nr. | Aromatische Verbindung | Spezif. | Methylen | Jod- |
| Oberfläche | blau-Auf | Aufnahme | ||
| nahme | ||||
| mVg | mg/g | mg/g | ||
| 9 | 5-Nttroindolin | 5 | 152 | 1171 |
| iO | 5-N i tro-1 -nap h Ihy la m i π | 2,5 | 0 | 545 |
| 11 | 2-Chlor-4-nitroanilin | 100 | 24 | 389 |
| η | 2-Methyl-4-nitroani!in | 30 | 37 | 420 |
| 13 | 5-Amino-2-nitrobenzoesäure | 160 | 46 | 342 |
| 14 | 2-Amino-4-nitrophenoI | 15 | 43 | 370 |
| 15 | 3-Methyl-4-nitrophenol | 5 | 34 | 356 |
| 16 | 2-Amino-7-nitrofluoren | 96 | - | - |
| 17 | 4-Nitrosophenol | 57 | - | - |
| 18 | 4-NitrothiophenoI | 22,5 | - | - |
Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß Schaumstoffe mit hoher spezifischer Oberfläche nicht unbedingt eine
große Methylenblau- oder Jod-Aufnahme aufweisen müssen. Es scheint, daß diese drei Werte ein Indiz für die
Porengrößenverteilung im Schaumstoff sind. Stickstoff ist das kleinste Molekül, Jod ein Molekül mittlerer
Größe und Methylenblau das größte Molekül. Die Werte in Tabelle V sind ein Indiz für die relative·
Porengröße und Verteilung der Porengröße in den verschiedenen Schaumstoffen.
Beispiele 19 bis
Beispiel 5 wird wiederholt, jedoch werden die in Tabelle VI aufgeführten aromatischen stickstoffhaltigen
Verbindungen in einem Gewichtsverhältnis von 1 :1 zusammen mit Phosphorsäure pyrolysiert. In Beispiel 24
beträgt das Gewichtsverhältnis 1 :2. Die spezifische to Oberfläche, gemessen durch die Stickstoffaufnahme..
und die Methylenblau- und Jod-Aufnahme der erhaltenen Schaumstoffe wird bestimmt. Die Werte sind in
Tabelle VI zusammengefaßt.
| Beispiel Nr. | Aromatische Verbindung | Spezif. | Methylen | Jod- ί |
| Oberfläche | blau-Auf | Aufnahme 1 | ||
| nahme | I | |||
| mVg | mg/g | mg/g κ | ||
| 19 | 2-ChIör-4^nitroanilin | 91 | ^ | I |
| 20 | 2-Amino-4-nitfopherlol | 92 | 23 | 370 1 |
| 21 | S'Nitroindolin | 44 | 23 | 354 I |
| 22 | S-Aminö^nitröbenzoesaüre | 219 | 112 | 579 § |
| 23 | 2-Aminö'7-fiitföriuoreri | 31 | I | |
| 24 | 4'Nitfösöphenöl | 75 | - | ρ |
| 030 219/17ίί i Z I i |
Beispiel 25
Beispiel 4 wird mit 1 Teil Oxalsäure, 1 Teil
Schwefelsäure und 1 Teil 4-Nitroanilin wiederholt Der
erhaltene schwarze Schaumstoff hat eine spezifische Oberfläche von 280 mVg,
1 Teil 4-Nitroanilin und 2 Teile Natriumhydroxid
werden miteinander vermischt und gemäß Beispiel 1 erhitzt Es wird ein voluminöser schwarzer Schwamm
erhalten, der gemäß Beispiel 1 aufgearbeitet und gereinigt wird. Die spezifische Oberfläche des Schaumstoffs,
gemessen gemäß Beispiel 1, beträgt 69,2 m2/g.
Beispiel 27
Beispiel 26 wird wiederholt, jedoch wird Kaliurnhydroxid
an Steife von Natriumhydroxid verwendet Der erhaltene Schaumstoff hat eine spezifische Oberfläche
von 163^ m2/g.
Die Toxizität der gereinigten Schaumstoffe der Erfindung wird untersucht, um festzustellen, ob die
Nachpyrolyse und die gründliche Reinigung Schaumstoffe liefert, die nicht carcinogen oder in sonstiger
Weise giftig sind.
Die akute Toxizität der Schaumstoffe bei oraler Verabfolgung an Ratten beträgt mehr als 5000 mg/kg
Körpergewicht. Somit ist der Schaumstoff praktisch ungiftig. Es träte ^ keine Todesfälle auf, ferner konnten
keine toxischen Wirkungen während der Versuchsdauer und keine pathologischen Befunde bei der Sektion
beobachtet werden.
— Der Schaumstoff erzeugt keint Reizungen an den
Augen und an der Haut von Albinoratten unter den Versuchsbedingungen.
Es wurde festgestellt, daß bei Verwendung von Metallsalzen, die Lewis-Säuren darstellen, im Gemisch
mit mindestens einer stickstoffhaltigen aromatischen Verbindung die spezifische Oberfläche der erhaltenen
Schaumstoffe vergrößert wird. Vorzugsweise werden die weniger flüchtigen, als Lewis-Säuren wirkenden
Metallsalze verwendet, damit sie während der Pyrolyse nicht verdampfen. Es wird nur ein -besonderer
Unterschied bei Verwendung der als Lewis-Säuren
ίο wirkenden Metallsalze beobachtet. Bei Anwendung der
Nachpyrolyse muß das Salz vorher aus dem Schaumstoff abgetrennt werden, beispielsweise durch Auslaugen
mit einem Lösungsmittel. Die Gegenwart des Metallsalzes während der Nachpyrolyse ergibt keine
Vergrößerung der spezifischen Oberfläche.
In Beispiel 28 wird diese Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erläutert
2 Teile pulverisiertes Zinkchlorid werden mit 1 Teil 4-Nitroanilin gründlich vermischt, bis zum Schmelzen
erhitzt und sodann etwa 1 Stunde auf 180°C erhitzt und
gerührt Hierauf wird das Gemisch auf 210° C erhitzt, um
die nächste Stufe der Reaktion in Gang zu bringen. Es
bildet sich plötzlich ein expandierter schwarzer Schwamm. Dieser Schwamm wird gemahlen und mit
verdünnter Salzsäur-? gewaschen, um das Zinkchlorid auszulaugen. Sodann wird der Schwamm zunächst mit
Wasser bis zum pH-Wert von 4, dann mit verdünnter
jo Natronlauge, hierauf mit Wasser bis zu einem pH-Wert
von 8 und schließlich mit Aceton gewaschen und anschließend 12 Stunden bei 80° C getrocknet
Die spezifische Oberfläche dieses Schaumstoffs hängt vom Gewichtsverhältnis von Zinkchlorid zu 4-Nitroani-
n lin ab. Der Versuch wird mit verschiedenen Mengenverhältnissen
wiederholt Die Ergebnisse sind in Tabelle VII zusammengefaßt.
| Tabelle VlI | ZnCI2 1,5 : 1 |
: 4-NitroaniIin, 2: 1 |
Gewichtsverhältnis 2,5 : 1 |
3: 1 | 4 : 1 |
| 140 | 280 950 |
150 645 |
50 | 25 152 |
|
| Methylenblau-Aufnahme, mg/g Spezifische Oberfläche, N; isotherm, mVg |
|||||
2 Teile wasserfreies Aluminiumchlorid werden mit 1 Teil 4-Nitroanilin vermischt und langsam erhitzt, bis
eine exotherme Reaktion einsetzt. In diesem Fall beträgt die anfängliche Erhitzungstemperatur nur 856G
'Der erhaltene Schaumstoff wird gemäß Beispiel 28
geWaschefi Und bei 80°Cgetrocknet, Die Methylenblau·
Aufnahme des Schaumstoffs beträgt 8Ö mg/g*
Beispiel 28 Wird wiederholt, an Stelle von Zinkchlorid
wird jedoch wasserfreies Eisen(III)'Chlöfid verwendet,
Die Methylenblau-Aufnahme des Schaumstoffs beträgt 140 mg/g.
en Beispiele 31 bis40
Gemäß Beispiel 28 werden die in Tabelle VlIf
aufgeführten aromatischen stickstoffhaltigen Verbindurigen
zusammen mit Zinkchlörid im angegebenen
GeWichtsverhällnis Umgesetzt. Die Spezifische Oberflä^
Ghe der erhaltenen Schaumstoffe sowie die Methylen'
blau- und jod-Aufnähfrie wird bestimmt. Die Ergebnisse
sind in Tabelle VIII zusammengefaßt!
| Beispiel Nr. |
Aromatische Verbindung | Gewichts- verhSltnis aromatische Verbindung: Zinkchlorid |
2 | spezifische Oberfläche nr/g |
Methylen blau- Aufnahme mg/g |
Jod- Aufnahme mg/g |
| 31 | 4-Nitrosophenol | 1 | 1 Va | 140 | 24 | 761 |
| 32 | 4-Nitrosophenol | 1 | 2'/2 | 221,7 | - | - |
| 33 | 4-Nitrosophenol | 1 | 2 | 178,3 | - | - |
| 34 | 4-Nitrothiophenoi | 1 | 2 | 138,5 | - | - |
| 35 | 2-Chlor-4-nitroanilin | 1 | 2 | 60 | 44 | 726 |
| 36 | 2-M elhyl-4-nitroanilin | 1 | 2 | 600 | 16 | 844 |
| 37 | 2-Amino-4-nitrophenol | 1 | 2 | 60 | 23 | 549 |
| 38 | 3-MethyM-nitrophenol | 1 | 2 | 400 | 26 | 820 |
| 39 | 5-Nitroindolin | 1 | 2 | 227 | 0 | 786 |
| 40 | 5-Nitro-1 -naphthylamin | 1 | 653 | - | - |
Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß Schaumstoffe mit hoher spezifischer Oberfläche nicht unbedingt eine
große Methylenblau- oder fod-Aufnahme aufweisen müssen. Die Werte in Tabelle VIII sind ein Indiz für die
relative Porengröße und die Verteilung der Porengröße in den verschiedenen Schaumstoffen.
In diesem Beispiel wird die Wirkung der Durchführung der Pyrolyse unter hohem Druck in einem
Autoklaven erläutert.
Eine gemäß Beispiel 2 hergestellte Paste aus Schwefelsäure und 4-Nitroanilin wird in einem 1 Liter
fassenden Edelstahlautoklaven vorgelegt. Der Autoklav wird zunächst evakuiert und anschließend mit Stickstoff
bis zu einem Oruck von 35 at beaufschlagt Hierauf wird
die Temperatur langsam innerhalb eines Zeitraums von 2 Stunden auf einen Maximalwert von 2200C erhitzt.
Der maximale Gasdruck beträgt 66,5 at. Nach einstündiger Umsetzung bei dieser Temperatur wird der
Autoklav langsam auf Raumtemperatur abgekühlt und entlüftet. Das spröde, geschäumt; Produkt wird
sorgfältig mit verdünnter Schwefelsäure, Wasser und Aceton gewaschen. Eine Extraktion von unvollständig
umgesetzten Nitroverbindungen wurde nicht beobachtet. Auf diese Weise wird eine vollständige Umsetzung
zu einem unlöslichen Produkt erreicht. Die spezifische Oberfläche des gereinigten Produkts beträgt 15 m2/g.
Versuchsberioht
Die Adsorption von gasförmigem Chlorwasserstoff an handelsüblicher granulierter Aktivkohle mit einer
spezifischen Oberfläche von 1050—1150 m2/g, einer
Schüttdichte von 0,48 g/cmJ und einem Porenvolumen
von 0,7 cmVg wird mit der entsprechenden Adsorptionswirkung an einem Schaumstoff der Erfindung, der
aus p^Nitroanilin in Gegenwart von Orthophosphorsäure
hergestellt worden ist, verglichen. Die spezifischen Oberflächen beider Soprtionsmittel (bestimmt nach
dem BET'Verfahren) betragen etwa 1100 m2/g. Die
Versuche werden jp.weils bei entsprechenden Tempera^ tür- und Drückbedingungen durchgeführt.
ZUf Unterscheidung sbr erfindungsgemäßen Sorp»
tionsmättel von handelsüblichen Aktivkohlen eignet sich
am besten die Gasphasentitration der basischen Gruppen mit einer entsprechenden Säure. Dieses
Verfahren besteht darin, daß man Proben mit einem Gewicht von 0,5 bis 0,7 g mit einer Hochvakuumpumpe
bei 10-5 Torr sorgfältig entgast, bis sich keine weitere
Gasentwicklung mehr feststellen läßt Die Sorptionsmittel werden sodann tensimetrisch mit reinem, trockenem
Chlorwasserstoff titriert, wobei der Restdruck kontinuierlich aufgezeichnet wird.
Bei der Aktivkohle ergibt sich bereits bei einer geringen Chlorwasserstoffzugabe ein deutlicher Druck
über der Aktivkohle. So führt beispielsweise ein Zusatz von 0,4 Millimol Chlorwasserstoff zu einem Druck von
4 Torr über der Aktivkohle, während bei dem erfindungsgemäßen Sorptionsmittel zum Erreichen des
gleichen Drucks ein Zusatz von 2,4 Millimo! Chlorwasserstoff erforderlich ist (jeweils unter identischen
Gle:"hgewichtsbedingungen bei 25°C bestimmt). In den
Diagrammen I und II sind die entsprechenden Werte bei verschiedenen Chlorwasserstoffmengen angegeben. In
den Diagrammen III und IV sind die Mengen an adsorbiertem Chlorwasserstoff pro g Sorptionsmittel
angegeben.
Aus den Diagrammen V bis VIII, die weitere Versuchsreihen wiedergeben, ergibt sich beispielsweise,
daß sich bei Kontakt von 1,55 Millimol Chlorwasserstoff mit 0,59 g erfindungsgemäßem Sorptionsmittel ein
Gleichgewichtsdruck von etwa 1 Torr einstellt, während der entsprechende Druck bei der handelsüblichti.
granulierten Aktivkohle i>3 Torr beträgt.
Ein Hinweis darauf, daß im Sorptionsmittel der Erfindung eine chemische Bindung zwischen dem zu
adsorbierenden Stoff und den reaktiven Steilen des Sorptionsmittels eintritt, ergibt sich aus Versuchen, bei
denen die Temperatur des Systems aus Sorptionsmittel und zu adsorbierer dem Stoff langsam erhöht wird. Die
(,ο Diagramme IX und X zeigen, daß der Gleichgewichtsdruck von i,Ö5 Millimol Chlorwasserstoff über 0,596 g
des erfindüngsgemäßen Sorptionsmitteb im Temperaturbereich
von 25 bis 750C bei etwa 1 Torr konstant bleibt, während bei einem entsprechenden Versuch mit
Aktivkohle der Druck von 25 Torr bei 240C bis 45 Torr
bei 750C ansteigt. Dieses Verhalten läßt sich damit erklären, daß die Aktivkohle keine reaktiven Stellen
' aufweist, an denen eine starke Komplexbüdung oder
Chemisorption eintreten kann. Vielmehr tritt bei Verwendung von Aktivkohle lediglich eine physikalische
Adsorption ein, die mit steigender Temperatur schwächer wird und somit zu einer Freisetzung von
adsorbiertem Material führt.
Die tensimetrischen Bestimmungen v/Urderi mit
einem Tensirheter gemäß »The Manipulation of Air-Sensitive Compounds«, D. F. Shriven McGraw-Hill*
New York (1969), S 62, durchgeführt.
Hierzu 4 BIaIl Zeichnungen
Claims (10)
1. Verwendung eines Schaumstoffs mit einer spezifischen Oberfläche von mindestens 50 mVg, der
durch Erhitzen von Verbindungen der allgemeinen Formel
X-Ar-Y
worin Ar einen aromatischen Rest mit 1 bis 3 annelierten oder durch Brückenglieder miteinander
verbundenen aromatischen Ringen, Y eine Nitro- oder Nitrosogruppe und X eine Amino-, Hydroxyl-
oder Mercaptogruppe oder die Gruppe -NHR, in der R einen Alkylrest, einen Arylrest oder einen
Alkenylrest bedeutet, die Gruppe -NRRi, in der R
die vorstehende Bedeutung hat und Ri den gleichen oder einen anderen Alkyl-, Aryl- oder Alkenylrest
darstellt, die Gruppe —NH-NH2, die Gruppe
-NH -NHäj, in der R2 einen Alkylrest bedeutet,
die Gruppe - N K - NR2R3, in der R2 die vorstehende Bedeutung hat und R3 den gleichen oder einen
anderen Alkylrest darstellt, die Gruppe -NH R4, in
der R4 die Gruppe
-CH-CH,-
als wiederkehrenden Grundbaustein in einem Polymer darstellt, die Gruppe -NH-CH = CH-,
die einen an den aromatischen Rest Ar ankondensierten Ring i ildet, die Gruppe
10 eine vollständige Adsorption der polaren Moleküle zu
erreichen.
Aus Journal of Applied Polymer Science, Bd. 14 (1970), S. 2049-2064, insbesondere 2051, ist es bekannt,
durch Erhitzen von 4-NitroacetaniIid mit konzentrierter
Schwefelsäure auf über 2000C einen zusammenhängenden schwarzen Schaumstoff herzustellen.
Es findet sich
jedoch in dieser Literaturstelle kein Hinweis darauf, diesen Schaumstoff als Sorptionsmittel zu verwenden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Sorptionsmittel zu schaffen, das verhältnismäßig große
Mengen an polaren Molekülen stark adsorbiert
Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung eines Schaumstoffs mit einer spezifischen Oberfläche von
mindestens 50 m2/g, des durch Erhitzen von Verbindungen
der allgemeinen Formel
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|---|---|---|---|
| GB2518173A GB1475879A (en) | 1973-05-25 | 1973-05-25 | Sorbent thermoset foam materials |
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| FR2230406B1 (de) | 1981-08-07 |
| NL7406998A (de) | 1974-11-27 |
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| JPS5032088A (de) | 1975-03-28 |
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