DE2413596C2 - Verwendung von Scheiben aus Graphitlaminat als Berstsicherung - Google Patents
Verwendung von Scheiben aus Graphitlaminat als BerstsicherungInfo
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-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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Description
Die Erfindung betrifft die Verwendung von Scheiben aus Graphitlaminat als Berstsicherung.
Zur Sicherung von Druckbehältern und sonstigen abgeschlossenen Räumen gegen Oberschreiten des
zulässigen Höchstdrucks ist es bekannt, Berstsicherungen zu verwenden, die aus duktilen metallischen
Werkstoffen oder aus einem spröden keramischen Werkstoff hergestellt sind. Es sind insbesondere
Berstsicherungen aus porösen Graphitscheiben bekanntgeworden, die durch eine Imprägnierung mit
einem härtbaren Kunstharz, wie z. B. Phenolformaldehyd-Harz oder Furanharz, für Gase und Flüssigkeiten
undurchlässig gemacht wurden. Derartige Berstscheiben lassen sich nur unterhalb der Zersetzungstemperatur
des jeweiligen Imprägnierharzes verwenden und zudem verringern sich Festigkeit und Berstdruck mit
steigender Temperatur beträchtlich τ- im Temperaturbereich
von 0-1500C im Durchschnitt um ca. 20% —, so daß nicht nur für eine bestimmte Druckstufe, sondern
auch für die jeweilige Verwendungstemperatur besondere Scheiben erforderlich sind.
NaJi der DE-AS 12 09 388 ist es bekannt, als Berstsicherung vorgesehene Graphitscheiben mit einer
Schicht aus Pyrokohlenstoff zu überziehen. Pyrokohlenstoff ist gasundurchlässig, temperaturbeständig und die
Festigkeit ist von der Verwendungstemperatur praktisch unabhängig. Da die Ablagerung des Pyrokohlenstoffs,
beispielsweise durch thermische Zersetzung eines gasförmigen Kohlenwasserstoffs, sich jedoch nicht auf
die Oberfläche der Graphitscheiben beschränkt, sondern in wechselnden Mengen auch im Inneren der
Graphitscheibe an den Porenwandungen erfolgt, ändern sich Festigkeit und Berstdruck in einer mit ausreichender
Genauigkeit nicht vorhersehbaren Weise, wodurch eine auch nur näherungsweise Berechnung der Berstfestigkeit
unmöglich wird.
Nach der DE-OS 21 43 939 ist es schließlich bekannt, nicht-imprägnierte, mit einer impermeablen Folie, z. B.
eine Graphitfolie, belegte Graphitscheiben als Berstsicherung zu verwenden. Berstfestigkeit und Ansprechgenauigkeit
dieser Elemente werden im wesentlichen allein durch Festigkeit und Streubereich des verwendeten
Graphits bestimmt, so daß geeignete Chargen durch Bestimmung dieser Parameter ausgewählt werden
können. Infolge der verhältnismäßig großen Streuung der Qualitätsparameter und des Fehlens geeigneter
zerstörungsfreier Prüfmethoden ist der für die Auswahl geeigneter Graphitscheiben notwendige Prüfungsaufwand
jedoch sehr groß.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile der bekannten Berstsicherungen aus Graphit
zu vermeiden und insbesondere die Ansprechgenauigkeit zu verbessern sowie den Prüfungsaufwand zu
verkleinern.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch Verwendung von durch Preßfonnung von expandierten
Graphitteilchen hergestellten Scheiben aus Graphitlaminat gelöst Besonders vorteilhaft ist nach der
Erfindung die Verwendung von Graphitlaminatscheiben, zu deren Herstellung expandierte Graphitteilchen
zu Folien ausgewalzt, die Folien gestapelt und zu Scheiben verpreßt werden.
Zum Herstellen von expandierten Graphitteilchen oder Blähgraphit ist es bekannt, flockenförmigen
Naturgraphit mit Oxidationsmitteln, wie z. B. konzentrierter Schwefelsäure oder Kaliumchlorat oder Mischungen
wie Schwefelsäure und Salpetersäure zu behandeln und anschleißend innerhalb von einigen
Sekunden auf etwa 1000° C zu erhitzen. Die Graphitkristalle
expandieren dabei in Richtung der kristallographisehen
c-Achse um mehr als das lOCfache, wobei wurmförmig expandierte Teilchen entstehen, die anschließend
ohne Zusatz von Bindemitteln auf Gesenkpressen zu scheibenförmigen Körpern geforrr.. werden,
die infolge der Ausrichtung der Expandatteilchen beim Verdichten eine Schichttextur erhalten. Nach einem
anderen Verfahren werden die expandierten Graphitteilchen auf Walzenstühlen zu Folien mit etwa
0,2-0,5 mm Dicke ausgewalzt, die Folien übereinandergestapelt und auf einer Gesenkpresse ivu laminatartigen
Scheiben zusammengepreßt.
Graphitlaminatscheiben sind für Flüssigkeiten und Gase undurchlässig; der in Luft nach der Vakuumzerfallsmethode
gemessene Permeabilitätskoeffizient beträgt etwa ΙΟ-8 -10-|2cm2/s. Gegen korrodierende
jo Stoffe ist Graphitlaminat ebenso beständig wie
herkömmliche Graphitteile und kann in der gleichen Weise verwendet werden. Der wesentliche Vorteil von
Graphitlaminat ist die geringe Streuung der Festigkeit innerhalb jeder Scheibe und die für Graphitprodukte
hervorragende Reproduzierbarkeit der Festigkeitsparameter, so daß der für den jeweiligen Verwendungszweck
erforderliche Berstdruck in einfacher und sicherer Weise aus der Rohdichte und der Dicke der
Platten vorausberechnet werden kann. Der Prüfungs-
aufwand ist entsprechend gering und besteht im wesentlichen darin, daß an wenigen Stücken jeder
Charge die Gültigkeit einer für das Graphitlaminat festgelegten Eichkurve geprüft wird.
Die Verwendung von Graphitlaminat als Berstsicherung wird im folgenden beispielhaft beschrieben:
Cirka 40 Gramm expandierte Graphitteilchen mit
-,o einem Partikeldurchmesser von 1—5 mm wurden mit
einem Druck von 153 bar auf einer Gesenkpresse zu Scheinen mit einem Durchmesser von 90 mm verpreßt,
wobei die Verdichtung durch einen in das Gesenk eingelegten 5 mm hohen Distanzring begrenzt war. In
einem zweiten Versuch betrug die Einwaage ca. 39 g.
Zur Prüfung des Berstdrucks wurden die Scheiben .zwischen Prüfflansche mit 50mm freiem Durchmesser
eingespannt und der Druck gleichmäßig bis zum Bruch der Scheiben gesteigert.
Rohil lile (g/tm'l Dicke (mm)
1.25
■ 1,24
1,25
1,25
5.0
5,0
5.0
5,0
5,0
5.0
5,0
6.30
6,25
6.32
6.40
6,25
6.32
6.40
6,32
Robdichte (g/cm3) Picke (mm)
Berstdruck (bar)
5,1
5,1
5,1
5,0
5,1
5,1
5,0
5,59 5,83 5,88 5,54 5,71
Zur Prüfung des Zeitstandverhaltens wurden anschließend 5 mm dicke Scheiben mit einer mittleren
Rohdichte von 1,20 g/cm3 8 h lang mit 3,5 bar belastet und der Druck dann bis zum Bersten der Scheiben
erhöht
Rohdichte (g/cm ) Dicke (mm)
Berstdruck (bar)
5.0
5,0
5,!
5,1
5,0
5,!
5,1
5,78 5,93 5,83 5,88 5,86
Die Berstfestigkeit änderte sich unter diesen Bedingungen nicht, wohingegen die Festigkeit metallischer
Berstsicherungen im gleichen Test um etwa 5-10% abfällt.
Aus den in Beispiel 1 beschriebenen expandierten Graphitteilchen wurden auf einem Walzenstuhl 0,5 mm
dicke Folien mit einer Rohdichte von 0,7 g/cm3 hergestellt. Jeweils zehn aus den Folienbahnen gestanzte
kreisrunde Scheiben mit einem Durchmesser von 90 mm wurden in einem Gesenk übereinandergestapeit
und mit einem Druck von ca. 150 bar zu laminatartigen
Scheiben verpreßt, deren Berstfestigkeit unter den oben genannten Bedingungen ermittelt wurden.
Roh Jichte (g/cm3) Dicke (mm)
Berstdruck (bar)
2,4
2,4
2,5
2,4
2,4
2,5
2,4
6,80 7,05 6,96 7,00 6,92
Der mittlere Btrstdruck von aus der gleichen Charge entnommenen, zunächst für 8 h mit einem Druck von ca.
4 bar beaufschlagten und anschließend bis zum Bruch belasteten Laminatschei^en betrug 6,95 bar.
Claims (2)
1. Verwendung von durch Preßformung von expandierten Graphitteilchen hergestellten Scheiben
aus Graphitlaminat als Berstsicherung.
2. Verwendung von Graphitlaminatscheiben nach Anspruch I1 zu deren Herstellung expandierte
Graphitteilchen zu Folien ausgewalzt, die Folien gestapelt und zu Scheiben verpreßt werden.
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| D2 | Grant after examination | ||
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Owner name: SIGRI GMBH, 8901 MEITINGEN, DE |
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